Mada mada

OneshotAllgemein / P16
D.Va Genji Lucio
19.02.2019
19.02.2019
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Sie drehte sich zur Tür um und griff nach ihrer Jacke. „Na und? Ich werde ihn sowas von fertig machen!“ Er griff nach ihrem Arm, versuchte sie aufzuhalten. „Hey, Hana, warte! Du kannst nicht einfach–“. Sie schlug nach ihm, drehte sich von ihm, dabei wollte er sie nur beruhigen. „Fass mich nicht an! Sag mir nicht was ich tun soll!“
Leicht getroffen wandte er sich ab. „Heute Abend ist meine Show, das weißt du. Morgen reise ich ab, und du bleibst noch Wochen hier, und dann fliegst du an Silvester zu deiner Familie. Ich dachte du bleibst wenigstens heute mal bei mir und wir gehen nach der Show zusammen was essen oder so...“
Sie atmete langsam ein. Lucio hatte ja Recht, und ohne ihren besten Freund wäre sie auch niemals vor Silvester dazu gekommen, zu verreisen... Und sie hatte ohnehin ihren Fans versprochen, einen Teil des Konzerts zu streamen, auftauchen musste sie dort also so oder so. Und dennoch, eigentlich fühlte sie sich mehr danach, jemandem eine Abreibung zu verpassen.
„Gib... Gib mir ein, zwei Stunden, ja? Ich muss mich noch fertigmachen und wollte eigentlich auch noch streamen heute... Zumindest mein Makeup oder so. Und du musst ja bestimmt zum Soundcheck?“ Sie hoffte es einfach. Sie mochte ihn total, und konnte sich auch echt gut mit ihm unterhalten, aber nur ein Hotelzimmer zu buchen war ein Fehler gewesen. Das schlimmste an der Situation war jedoch, dass sie allein mit dem Problem war. Lucio hingegen schien die Zeit zu genießen, obwohl sie die letzten Tage ein wenig reizbar gewesen war.
„Natürlich.“ Lucio lächelte verständnisvoll, und innerlich verdrehte Hana die Augen. Konnte er nicht einfach gehen? Lucio nahm seinen schwarzen Trenchcoat und anschließend seinen Kaffeebecher, dann wandte er sich zur Tür. Der Mantel verriet ihr, dass er durch die Altstadt gehen würde, obwohl er das eigentlich laut Management vermeiden sollte – Zu aufdringlich waren die Fans, auch hier in Hanamura. Sie seufzte, einerseits aufgrund seiner Sturheit, die selten seine positive Attitüde beschattete, und andererseits auch schlicht weil sie alleine war.
Sie griff nach ihrem Handy, wählte eins der bereits fertig bearbeiteten Selfies aus – um ein neues, perfekt Belichtetes zu machen hatte sie im Hotel weder die Mittel noch die Motivation – und postete es online. „Freue mich auf die Show heute Abend! Peace-Emoji, pinkes Herz“. Das war typisch D.Va, darauf standen ihre Fans. Und eigentlich war es auch typisch Hana. Sie hatte absolut keine Ahnung, was mit ihr los war. Vielleicht fehlte Zucker?
Die Brünette griff in die Bonbonschale auf der Minibar. Vielleicht hatte es doch etwas Gutes, dass sie nicht inkognito hier waren, immerhin wurde für die Stars jeden Tag kostenlos die Minibar aufgefüllt – inklusive Bonbons. Sie grinste. Wahrscheinlich hatte Lucio noch kein einziges Mal genascht und sie aß selbst jeden Tag alleine eine Schale Süßes. Langsam erhellte sich ihre Stimmung. Beschwingten Schrittes ging sie in das Badezimmer und suchte ihre Duschsachen zusammen. Sah man das Hotelbad, könnte man denken, ein schminkbegabtes Mädchen mit meterlangen Haaren lebte hier: Ein, zwei Kästchen voll mit Hanas Makeup und Pflegeprodukten standen im Regal, verdrängt von Lucios Haarpflegeprodukten, die quasi überall standen. Sie entledigte sich ihrer Kleidung und ersetzte das Shampoo in der Dusche durch ihres und griff dann nach ihrem Duschgel – es war leer. Sie seufzte erneut und griff dann nach Lucios. Er hatte genügend davon, es würde ihn nicht stören.
Einige Minuten später trat sie in ein Handtuch eingewickelt aus dem Badezimmer. Sie hatte noch so viel zu tun: Haare fönen und stylen, schminken, ihr Outfit raussuchen... Demotiviert löste sie das um ihren Kopf geschlungene Handtuch und schüttelte ihre Haare. Anschließend schnappte sie sich den Hotelfön. Die Zeit bis zur Show schwand schneller, als ihr lieb war.
Eine volle Stunde später war sie bereit, das Hotelzimmer zu verlassen: Jogginghose und T-Shirt waren einem kurzen, rose Rock und, nun ja, einem anderen T-Shirt gewichen. Da ihr Logo pink auf ihrem Tshirt prangte, schloss sie ihre Jacke. Im Hotel wusste ohnehin jeder, wer sie war, aber sie musste ja nicht unbedingt auf dem Oberteil stehen haben, dass sie berühmt war. Als sie aus dem Hotelfoyer auf die Straße trat, fiel ihr auf, dass ihre Kleidungswahl ein Fehler gewesen sein könnte – ein scharfer Wind stellte ihr die Beinhaare auf und ließ sie frösteln. Dennoch schlug sie, wie Lucio zuvor, den Weg durch die Altstadt ein, statt ein Taxi zu nehmen. Taxifahrer waren fast schlimmer als Reporter, so gesprächig, wie viele einer jungen Frau wie ihr gegenüber waren, und ihre Eltern erlaubten ihr ohnehin nicht, ein einfach an der Straße stehendes Taxi zu nehmen, viel zu groß die Gefahr entführt zu werden. Manchmal vergaßen ihre Eltern scheinbar, dass sie volljährig war, aber sie nahm es ihnen nicht übel – die letzte Zeit war schnell vergangen. Es fühlte sich an, als wäre es gestern gewesen, als sie erste Konsole in der Hand hielt – ein Geburtstagsgeschenk war es gewesen, die PlayStation X, mittlerweile ein rares Sammlerstück.
Sie schüttelte den Kopf wie um die Gedanken zu vertreiben, und begann durch die Straßen zu hasten – schnell genug, um schneller zu sein als die anderen, doch langsam genug, um nicht zu sehr aufzufallen. Sie sah Jugendliche mit einem Lucio-T-Shirt an einer Ecke herumlungern. Würden sie heute Abend auf dem Konzert feiern oder würden sie sich wünschen, es zu tun? Sie tippte auf ersteres, denn die Kleidung abseits von Lucios Merchandise sah teuer aus. Sie schritt weiter voran, blickte auf die Uhr, verfiel in eine Mischung aus laufen und rennen. Warum hatte sie keinen Fahrer? Warum hatte sie nicht Lucios Fahrer gebeten sie hinzufahren? Und warum dachte sie so viel nach? Diese blöden Fragen würden sie auch nicht schneller zum Konzert bringen.

Stunden später ließ sie den Kopf sinken. Der Abend war, nüchtern gesagt, für sie ein Reinfall gewesen. Klar, sie hatte im Backstagebereich gesessen und für ihre Fans gefilmt, sie hatte sich den Paparazzi gezeigt und Lucio angefeuert, und die Stimmung war unglaublich gewesen, aber etwas bedrückte sie. Genau genommen laugte es sie seit Tagen aus, es entzog ihr geradezu die Energie. Ohne auf Lucio zu warten, ging sie in Richtung Innenstadt. Sie steuerte einen bestimmten Ort an, einen sehr bestimmten.
Als sie die blinkenden Lichter der Spielhalle erreicht hatte, war sie nicht überrascht, dass diese noch geöffnet war. Sie hatte in den letzten Tagen viel Zeit hier verbracht – zugegebenermaßen auch in den Nächten. Zielsicher steuerte sie die älteren Spiele an. Centipede. Ein nettes Spiel. Den hiesigen Highscore hatte sie allerdings schon längst geknackt, dementsprechend war es mittlerweile uninteressant für sie – oder anders gesagt, überschattet von wichtigeren Dingen. Pole Position. Rennspiele waren nicht so ihr Ding, und dennoch hatte sie natürlich versucht, sich zu verbessern, jedoch in der Spielhalle nahe ihres Elternhauses, und das schon vor Jahren. Sie streifte immer weiter zwischen den Arcade-Spielen entlang, scheinbar ziellos, obwohl sie exakt wusste, weshalb sie hier war. Space Invaders. Dieses Spiel, mittlerweile knapp hundert Jahre alt, stand aus den anderen heraus, und zwar deutlich: Sie hatte es bisher nicht geschafft, den Highscore zu knacken. Nicht ansatzweise. Gefühlt endlose Male hatte sie verloren, gegen eine Person, die sie nicht einmal kannte – und dabei war sie normal sehr gut in diesem Spiel. Nicht weniger frustrierend war der Umstand, dass der aktuelle Highscore von 2056 stammte, also ein Jahr vor ihrer Geburt. Es fühlte sich an, als hätte sie ihr Leben lang für diesen Moment, für dieses eine Spiel trainiert – und sie versagte.
Und es gab noch etwas, einen bestimmten Umstand, der schuld war, dass sie trotz Frust mehr wütend als enttäuscht war: Der Highscore war auf den Namen „madamada“, was in der Landessprache mehr oder weniger „nicht (gut) genug“ bedeutete und in jedem Kontext scharfe Kritik bis hin zur Beleidigung darstellte. Hana sagte über sich selbst, dass sie nicht ruhig war, eher quirlig und aufgedreht. Hana fand, sie war positiv unruhig, gewöhnlicherweise, aber diese Dreistigkeit ging wirklich zu weit! Impulsiv trat sie gegen das Spiel. Nichts passierte, die älteren Arcadespiele waren mit Holz verkleidet und somit sehr sicher, aber sie fühlte sich besser – und nicht gerade erwachsen. Schnellen Schrittes verließ sie die Spielhalle, denn sie bekam ein schlechtes Gewissen, und Hunger hatte sie auch.
Kaum hatte sie die Spielhalle verlassen, schreckte sie zusammen. Wie aus dem Nichts stand ein Mann an den Türrahmen gelehnt. Oder war es ein Omnic? Er erinnerte sie ein wenig an Satya Vaswani: Diese arbeitete zusammen mit Lucios Vater als Architech für Vishkar, und sie hatte einen künstlichen Arm. Dieser Mann schien komplett künstlich zu sein, doch seine Proportionen wirkten auf Hana mehr menschlich als nach einem Omnic. Vielleicht war er eine Art Cyborg? Ein realistischerer Omnic? Gegen letzteres sprachen auf jeden Fall die auffälligen LED-Ringe an seinem Oberkörper.
„Was guckst du mich so an?“ „Lass mich in Ruhe, ich gucke hin wo auch immer ich will!“ Sie merkte, dass sie sich doch nicht noch ganz abgeregt hatte, und durch seine Stimme ordnete sie ihn als „eher menschlich“ ein. Bei den ganzen technischen Errungenschaften der letzten Jahrzehnte konnte ohnehin keine klare Linie mehr gezogen werden: Selbst Lucio hatte Implantate, obwohl er gegen die Arbeit seines Vaters und somit Vishkars war, und sogar Lautsprecher in den Haaren – das würde sie nie verstehen.
„Was sollte das vorhin?“ Die metallene Gestalt löste sich vom Türrahmen. „Was denn?“ Hana merkte deutlich, wie sie in die Defensive ging, obwohl sie es nicht wollte.
„Du hast dagegen getreten, das wissen wir beide!“ Er trat ihr leicht gegen den linken Knöchel, wie um seine Worte zu verdeutlichen, und stütze sich mit dem Arm neben ihr an der Wand auf. Sie fühlte sich auf eine bedrohliche Weise eingekesselt. „Das Spiel frustriert mich zu Tode, okay?“  Etwas offener zugewand beugte er sich ein Stück weiter zu ihr runter, dann löste er mit einem Griff in seinen Nacken und einem mechanischen Klicken die Maske von seinem Gesicht. Erschrocken von den Narben, die ihn entstellten, wollte Hana zurückweichen, doch die Wand durchkreuzte ihren Plan. Entgegen ihrer Erwartungen schien der Mann die Angst in ihrem Gesicht zu sehen und wandte sich entnervt ab. „Schon klar, ich bin böse.“
Immer noch vom Fremden an die Wand gedrängt ließ Hana sich langsam an der Wand nach unten rutschen. Wenn sie tief genug war, konnte sie unter seinem Arm durchschnellen und dann – perplex wendete sie sich wieder dem Mann zu, der sich neben ihr auf dem Boden niedergelassen hatte. Er hatte von einem nahen Busch einige Beeren abgepflückt und begann sie zu verspeisen. Neugierig – und auf aufgrund ihres Hungers – ließ Hana sich an der Wand, entgegen des Plans, komplett bis auf den Boden gleiten. „Sind das japanische Weinbeeren? Ich glaube, wir haben die zu Hause im Garten“. „Natürlich sind sie das nicht“, antwortete der Mann: „Ich esse vor kleinen Mädchen ausschließlich giftige Beeren.“ Leicht perplex starrte Hana ihn an, bis er schließlich hinzufügte: „Natürlich nicht. Die kannst du essen, du hast Recht.“

Wenige Minuten später hatte Hana sich deutlich entspannt. Ob es an der Ruhe lag, die der Fremde nun ausstrahlte, oder daran, dass sie gegessen hatte, konnte sie nicht sagen, aber es interessierte sie auch nicht wirklich. „Übrigens,“ stellte sie klar: „Ich bin neunzehn, ich bin kein kleines Mädchen.“ „Klar“, antwortete der Mann spöttisch: „Du verhältst dich ja auch ziemlich erwachsen.“
Hana musste zugeben, normalerweise hätte sie jetzt geschmollt. Da sie etwas stur war, fasste sie den Entschluss, gute Miene zum bösen Spiel zu machen, und lachte lediglich, woraufhin der Fremde einfiel. „Sake?“ Hana nickte. Warum auch nicht? Sie trank gern Mischgetränke, süß und sprudelig, wie sie selbst, und wo sollte da groß ein Unterschied zu Sake sein? Sie griff den Flachmann des Fremden und schluckte ein wenig. Es schmeckte leicht fruchtig, aber vor allem schmeckte sie den Alkohol. „Enthält Sake normal nicht weniger?“ Er lachte leicht. „Das mag sein. Die Hersteller verwässern Sake oft. Dieser hier ist aber selbst gemacht.“
Ein paar Schlucke später begann der Mann, gesprächiger zu werden. „Ich habe früher selbst viel gespielt, weißt du? Ich habe sogar hier in der Nähe gewohnt. Manchmal war ich in exakt dieser Spielhalle.“ Hana spürte, dass ihre Reaktionen langsamer wurden, aber dennoch fühlte sie sich in der Lage, den Fremden herauszufordern. „Lust auf ne Runde Pac-Man? Die Spielhalle ist noch offen.“ Er grinste. „Wenn du glaubst, dass du gegen mich gewinnst, gern.“ Hana lächelte selbstsicher. Klar würde sie gewinnen. „Wenn ich schlechter bin als du, schulde ich dir was, okay? Das wird nur nicht passieren.“
Stunden später torkelte Hana langsam aus der Spielhalle. Beide hatten lange für ihre Spiele gebraucht, und da es nur einen Pacman-Spielautomaten in der Halle gab, hatten sie nacheinander spielen müssen. Hana hatte sich schon vor Beginn der Runde des Fremden nicht mehr an ihren Score erinnert, aber das war egal. Sie hatte viel Sake getrunken, er auch, aber sie schien es deutlich schlechter zu vertragen. Als er seinen Namen draußen mit seinem metallenen Finger in die Sandsteinmauer kratzte, auf der sie mittlerweile saßen, sah sie seinen Namen zum ersten Mal. Sie hatte nicht nachgefragt, oder es vielleicht auch einfach wieder vergessen. Sie kicherte. „Genji“, begann sie: „Gen-jiii“. Er lachte. „Du bist so süß. Und vergiss nicht, du schuldest mir was.“ Sie blickte mit großen, unschuldigen Augen zu ihm auf, beinahe zu unschuldig. „Und was willst du, Gen-jiii?“ Sie kicherte erneut.
„Komm mit!“ Er stand auf, und da sie beinahe daran scheiterte, es ihm gleichzutun, nahm er sie an die Hand. „Wie heißt du eigentlich, Kleine?“ Sie schmollte. „Ich- Ich bin nicht klein! Ich bin Haa-naa!“ Wie schon vorher zog sie die Silben unnatürlich lang. „Hana? Wie in Hanamura?“ „Nein, ich bin aus Korea“, widersprach die Brünette: „Hana wie in Nummer eins!“
Genji schmunzelte. „In Japan bedeutet Hana Blüte, das passt auch, wenn du nüchtern bist.“ Er ging los, selbstsicher, wie ein Kind, das tagtäglich durch die Stadt strich. Hana torkelte hinter ihm her, nur wenig von ihrer üblichen Anmut war ihr geblieben. Mittlerweile bewegten sie sich, so glaubte Hana, in einem privaten Hinterhof, aber es interessierte sie nicht. „Ist das ein Onsen?“ Genji nickte, und Hana bewegte sich mit leuchtenden Augen näher heran. „Ich weiß nicht, wie heiß die Quelle zur Zeit ist, Hana! Die Besitzer des Anwesens sind zur Zeit im Urlaub und regulieren die Temperatur nicht!“ Hana war bereits dabei, Schuhe und Socken abzulegen, und streckte langsam die Füße ins Wasser, das zu ihrem Glück durch einen Regen am Morgen zuvor wohltemperiert war. Begeistert begann sie, ihren Rock und das T-Shirt abzustreifen, um sich anschließend, Genji ignorierend, nur in weißer Unterwäsche ins Wasser zu lassen.
„Kommst du, Gen-jiii? Oder ist was?“ Er schüttelte den Kopf: „Nein, es ist nichts, ich bin rostfrei und alles, aber...“ Etwas unsicher ließ er den Blick über ihren entblößten Körper im leicht milchigen Wasser wandern. „Komm schon, ich beiße auch nicht!“ „Davon war ich ausgegangen“, meinte Genji amüsiert. „...meistens jedenfalls“, fügte Hana hinzu und begann wieder zu kichern.
Genji ließ sich zögernd neben der heißen Quelle im Gras nieder und zog wieder den Flachmann heraus. Mittlerweile wurden die Sterne langsam von einer warmen Morgenröte abgelöst. Hana bemerkte zwar nicht den sich ankündigenden Sonnenaufgang, sehr wohl jedoch den Umstand, dass Genji ohne sie weitertrinken wollte. „Teilen!“ rief sie laut und leicht beleidigt aus und verließ den Onsen, um sich an Genji zu schmiegen. Lachend hielt er die Flasche höher, bis sie auf seinen Schoß kroch, um einen höheren Ausgangspunkt zu haben. Da sie von dort aus auch nicht an die Flasche kam, suchte sie sich ein neues Ziel: Sie begann, langsam über Genjis Oberschenkel zu streicheln. Etwas überfordert ließ er die Flasche sinken, packe Hana und warf sie in den Onsen. Anschließend folge er ihr etwas langsamer hinein. Sobald er komplett im heißen Wasser war, schlang sie ihre Arme um ihn und zog sich an ihn ran. Nach kurzen Startschwierigkeiten schlang sie die Beine um ihn und schmiegte sich noch enger an. „Hana... Lass mich kurz- nur kurz, wirklich!“ Schmollend ließ sie von ihm ab und drehte sich weg. Er löste einige Stücke seiner Metallverkleidung, die nur Carbongeflecht schützten, wie zum Beispiel an den Oberschenkeln, da er im Wasser mit weniger Metall signifikant weniger zum Boden gezogen wurde.
Hana merkte, wie er sich im Wasser bewegte, konnte aber nicht einordnen, was er machte – im kleinen Onsen wurde die Wasserbewegung von allen Richtungen zurückgeworfen. Selbst einen Haiangriff – was in einem Onsen quasi unmöglich war – würde sie niemals an großen Wellen erkennen, sondern nur an Blut oder Geräuschen. Naja, einen Tsunami würde sie bemerken. Sie kicherte. Ein Tsunami im Onsen, wie absurd!
Plötzlich schlangen zwei raue Arme von hinten um ihre Taille. Sie schreckte kurz auf, ordnete das raue Carbongeflecht dann jedoch Genji zu und entspannte sich, schmiegte sich sogar an Genji ran – und spürte zu ihrem Erstaunen einen Widerstand. „Bist du- Ich meine, ist er- Wie viel an dir ist echt?“ fragte sie äußerst irritiert. Genji lächelte. „Fast hundert Prozent da wo es drauf ankommt, Kleines“. Sie errötete, schmiegte sich aber erneut an ihn und er dirigierte sie sanft zu einer flacheren Stelle des Onsens. Jetzt, wo er sie das erste Mal bewusst ansah, fiel ihm auf, dass die weiße Unterwäsche nass beinahe durchsichtig wirkte. Vorsichtig drehte er ihren Rücken von ihm weg und strich dann sanft über ihren Oberkörper, streifte dabei ihre leicht erhärteten Brustwarzen wie zufällig, was ihr immer wieder ein leises, fast flehendes Wimmern entlockte. Irgendwann hatte sie genug, schlang ihre Arme um seinen Hals und zog sich näher zu ihm. „Spiel-  spiel nicht so mit mir!“ „Das letzte Spiel hast du verloren, du schuldest mir was!“ Er überbrückte den wenigen Platz zwischen ihren Lippen mit einem Kuss. Es war sein erster seit Jahren, jedoch musste er zugeben, dass er selbst daran zweifelte, dass er sich morgen daran erinnern würde.
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