A Beginning

GeschichteDrama, Freundschaft / P16
17.02.2019
16.03.2019
3
3429
4
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2 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
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Olá gesichtslose Masse ♡
Ich bedanke mich für über 60 Aufrufe, drei Empfehlungen und das nette Review von Linchan.
Und 'Hallo' an die zwei Favoriteneinträge.
Weiter geht's mit Kapitel drei - viel Spaß.


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TROUBLE

»Bullshit.«
Das war alles, was mir im ersten Moment auf die Scheiße einfiel, die Hector da von sich gegeben hatte. Nur weil er rausgeschmissen wurde, stellte er sich mit mir auf eine Stufe? Am Arsch. Meine Mimik zuckte angepisst. »Wir saßen im selben verfickten Boot, bevor ihr mich verpetzt habt.«
Abschätzig musterte ich ihn, während ich mir die Kippe hinters Ohr steckte, um deutlich zu machen, dass ich kein Feuer von ihm annehmen würde. Die Brauen meines Gegenübers zogen sich unzufrieden zusammen. Er nickte schwach, als er schließlich meinem Blick auswich und tonlos die Flamme des Feuerzeugs löschte. Hängende Schultern, den Blick reuevoll gesenkt, die Lippen zu einem schmalen Strich zusammengepresst. Ganz offensichtlich war er geknickt — ich schüttelte nur abwertend den Kopf. Meine aufgestaute Wut entlud sich verbal weiter. »Du bist genauso ein Scheiß-Verräter, wie der Rest. Glaubst du, nur weil du hier stehst, mit deinen verfickten gepackten Klamotten und mir ein Scheiß-Feuer anbietest, ist alles okay?! NEIN! IST ES NICHT! ES IST NICHT OKAY, HECTOR!«
Die Brillenschlange zuckte bei dem letzten gekeiften Satz zusammen. Ich war mir ziemlich sicher, dass ich ihn bei meiner Hasstirade angespuckt hatte. Von seiner sonst so stoischen Art war grade nicht viel übrig. Fertig war ich allerdings noch immer nicht, dafür brodelte es in mir viel zu sehr. »ALLES — alles, was ich wollte, war dass ihr eure verdammten Schnauzen haltet! Dass ihr dichthaltet, Mate. Zu mir steht. Ich habe mich verflucht noch mal auf euch verlassen! ABER IHR HABT AUF LOYALITÄT GESCHISSEN! DU HAST DRAUF GESCHISSEN, FOUR-EYE!«
»Bambi —«, Hector versuchte sich zu erklären und das auch noch mit diesem Namen. Ich schnitt es ihm mit einem scharfen Wort ab: »SCHNAUZE!«
Ich atmete bebend ein und aus — deutlich spürte ich meinen Herzschlag in meinem Hals pulsieren. Hector sah aus wie ein getretener Köter, als er sich schuldig mit einer Hand durch die kurzen, schwarzen Locken fuhr. Das machte es mir umso leichter, mich in dieser Gardinenpredigt zu verlieren. »Wegen euch verschissenen Verrätern bin ich rausgeflogen. Also stell' dich hier verfickt noch mal nicht hin und erzähl mir, wir würden im selben Scheiß-Boot sitzen! ICH HAB DICH IMMERHIN NICHT BEIM GENERAL ANS MESSER GELIEFERT, DU SCHEIß JUDAS!«
»Ich —«
»NEIN!«, unterbrach ich ihn gleich ein zweites Mal, wissentlich, dass er sich nur rauszureden wollte. Er sah mich angefressen an und schüttelte den Kopf — war das Frustration in seinen Augen? Meine Hände zuckten und zitterten vor Wut. Sie wollten unbedingt genutzt werden. Doch ich hielt mich zurück — wir starrten uns einige Sekunden nur an. Ohhh — wie gern ich ihn dermaßen zusammenschlagen würde, dass ihm die Scheiß-Fresse zuschwillt.

»Dein Taxi.« Das war alles, was plötzlich von Hector kam. Gewohnt ruhig. Allein diese Worte reichten, um mich wieder auf hundertachtzig zu bringen. »Was für ein Scheiß-Taxi?«
Er blinzelte an mir vorbei und nickte in meiner Richtung. Ich folgte dem Blick, gen besagtem gelben Wagen. Es brauchte keine weiteren Worte, um klar zu machen, dass das Ding nicht wegen mir hier war.
»Das ist dann wohl meins.«
»Verpiss dich einfach.«
Mit einem Seufzen sah er mich bedauernd an. »Buck, ich —«
»Na los!«, keifte ich ihn an und machte einen bedrohlichen Schritt auf ihn zu. Erst das schien Wirkung zu zeigen. Kurz zuckte Hector zurück und schluckte. Hinter mir hielt das Taxi.
Wieder sahen wir uns an — so langsam bekam ich Kopfschmerzen von meiner zerknirschten Mimik.
Wieder wich er meinem Blick aus — mit gesenktem Haupt ging er an mir vorbei.
Wieder war ich allein — ich ließ ihm stur meinen Rücken zugedreht.
Wieder war mir danach, etwas zu zerstören — oder jemanden.
Wieder hatte ich kein Ventil für meine Wut — wegen diesem verlogenen Bastard hatte ich nichts mehr und er setzte sich in ein beschissenes Taxi zurück 'nach Hause'.
»Ich fahr' Richtung Wagga Wagga.«
Wieder die monotone Stimme der Brillenschlange — mein Nasenrücken zuckte entnervt. »UND?«
»Wär' lächerlich, wenn du hierbleibst, oder?«
Ich sagte nichts dazu — wir wussten beide, wenn ich mir ein Taxi rufen wollen würde, müsste ich in die Kaserne zurück. Die nächste Telefonzelle wär' in Ashmont.
»Willst du die vier Meilen wirklich laufen?«, fragte Hector, als wüsste er was in meinem Kopf vor sich ging. Seine Stimme war nüchtern und ruhig — wohlwollend. »Anderthalb Stunden Fußmarsch durch die Hitze.«
»ICH BIN SCHON MEHR MARSCHIERT!« — das waren wir beide. Nebeneinander. Ich hab's gehasst — und er wusste das. Wahrscheinlich köderte er mich deswegen weiter. »Mit dem Taxi sind's zehn Minuten. Plus Klimaanlage.«
Seine verfluchte Besserwisserei kotzte mich an — vor allem, weil er Recht hatte. Die Vernunft in mir rang einige Sekunden gegen die Wut. Auch wenn ich diesem verschissenen Hurensohn lieber eine meiner gebrauchten Shorts in den Rachen stopfen würde, um zuzusehen, wie er daran erstickte, kam ich nicht drumherum zugeben zu müssen, dass seine Argumente ins Schwarze getroffen hatten. Ich war blindwütig und aggressiv — aber kein verfluchter Vollidiot. Mit einem angepissten Schnauben griff ich schließlich nach meinem Seesack und drehte mich gen Taxi, um einzusteigen. Hector lächelte mich nur sacht an. Ich blitzte ihm wutentbrannt entgegen und blaffte ungehalten weiter: »Ein Wort von dir und ich zieh' dich auf den verfickten Rücksitz um dich zu erwürgen.«
»Das werden Sie nicht tun, Sir«, mischte der Taxifahrer sich ungebeten ein — mit der großen Schnauze qualifizierte er sich dafür, das nächste Ziel meiner verbalen Ausbrüche zu werden. Mir brannte es schon auf den geöffneten Lippen, aber Hector war schneller. »Da kennen Sie ihn aber schlecht…«
Ungewollt zuckte mein Mundwinkel auf — zumindest damit hatte er recht.


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Geplant sind im Übrigen sieben Kapitel~.
Also haben wir so was wie Halbzeit:)
Wie immer: Wenn ihr was zu sagen habt, was gut, schlecht, unklar oder sonst was is, freue ich mich über Rückmeldungen.

Kiba Out~
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