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Fegefeuer

von LLawliet
GeschichteDrama, Thriller / P18 / MaleSlash
Hao Asakura Ren Tao Yo Asakura
17.02.2019
04.07.2019
8
25.943
3
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Dieses Kapitel
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22.05.2019 2.980
 
Hallo ihr Lieben und herzlich Willkommen zurück!

Es geht weiter mit Kapitel 5^^

Viel Spaß!



Fegefeuer


Kapitel 5: Hilflos


Als er langsam zu sich kam spürte Ren als erstes ein schmerzhaftes Stechen in seiner rechten Schläfe. Er war noch nicht in der Lage, seine Augen zu öffnen, hob aber seine rechte Hand unter der Bettdecke hervor, um vorsichtig mit der Kuppe seines Mittelfingers auf die pochende Stelle seiner Schläfe zu tippen. Der brennende Schmerz, den die sachte Berührung zwischen seinem Finger und dem Pflaster auslöste, ließ ihn diese Entscheidung jedoch sofort bereuen. Er zuckte einmal zusammen und legte seinen müden Arm auf der Decke ab. Auch sein Rücken und seine rechte Schulter schmerzten, doch der Schmerz in seiner Schläfe dominierte.
Wieso tat sein Kopf eigentlich so weh? Hatte er sich verletzt? Er versuchte sich zu erinnern: Er war mit Yoh essen, dann hatten sie auf dem Markt ihre Freunde getroffen und sich mit ihnen zum Trainieren in der Wüste verabredet. Und dann hatten sie sich auch in der Wüste getroffen und angefangen zu kämpfen. Er hatte sofort Vollgas gegeben und Yoh angegriffen. Er war sich sicher, dass er seinen Freund mit der nächsten Attacke erwischen würde, doch dann...
Du musst es tun, Ren!

Ren biss sich auf die Unterlippe. Er erinnerte sich zwar nicht, doch er konnte nun eins und eins zusammen zählen: Ich muss in diesem Moment die Geistkontrolle verloren haben...Yoh hat sicher sofort einen Gegenangriff gestartet und mich erwischt...
Ein ausgiebiger Seufzer entkam seiner Kehle. Dass es Yoh gelungen war ihn K.O. zu schlagen kränkte seinen Stolz als Kämpfer, doch das war gerade nicht sein größtes Problem.
Noch immer hatte Ren seine Augen nicht geöffnet. Er war ziemlich müde, doch er befürchtete, dass seine Kopfschmerzen ihm wohl nicht erlauben würden, einfach wieder einzuschlafen. Er beschloss jedoch, es wenigstens zu versuchen. Das Bett war warm und gemütlich. Allerdings kam ihm die Matratze irgendwie etwas weicher vor als sonst. Aber möglicherweise bildete er sich das auch nur ein, weil sein Rücken schmerzte. Obwohl sich auch die Bettdecke anders anfühlte als gewöhnlich. Sie war dicker und flauschiger. Jetzt wo er darüber nachdachte, roch es aus ganz anders, oder? Ja, in der Tat. Hier lag eindeutig ein fremder Geruch in der Luft. Lag er vielleicht gar nicht in seinem eigenen Bett? Hatten seine Freunde ihn etwa ins Krankenhaus, oder irgendwo anders hingebracht, weil er verletzt war? Wieder seufzte er. Normalerweise hätte er ja neugierig seine Augen geöffnet, um zu sehen, wo er sich befand, doch gerade war es ihm wirklich egal. Er würde es sicher früh genug herausfinden...

Ren blieb noch einige Minuten still liegen und versuchte wieder einzuschlafen, als sich ganz plötzlich, von einer Sekunde zur anderen, seine Nackenhaare aufstellten. Sofort riss er seine Augen auf und saß blitzschnell aufrecht im Bett. Dies war allerdings keine besonders gute Idee, denn auf durch die viel zu schnelle Bewegung wurde auf der Stelle schwindlig. Er kniff die Augen zusammen und hielt instinktiv seine rechte Handfläche vor seine pochende Stirn.

„Langsam, Ren; du bist verletzt...“

Bei der Stimme, die Ren plötzlich neben sich vernahm, schien sein Körper von einem heftigen Stromschlag durchzogen zu werden. Erschrocken riss er seine Augen erneut auf und blickte hinauf. Augenblicklich verfinsterte sich seine Miene, als er Yohs Zwillingsbruder erblickte. Dieser stand vor der geschlossenen Zimmertür, etwa drei Meter von dem Bett entfernt, in dem Ren saß. Zeke hielt ein Glas Wasser in der Hand und hatte sein typisches, freundliches Lächeln aufgesetzt.
„Wie fühlst du dich?“

„Zeke...“, knurrte Ren mit zusammen gebissenen Zähnen. Er sprang regelrecht aus dem Bett, auch wenn das Schwindelgefühl noch nicht verflogen war. „Wo bin ich hier?“

„In meinem Haus“, antwortete Zeke freundlich.

„Wie komme ich hierher?!“, fauchte Ren.

„Ich habe dich hergebracht, während du bewusstlos warst.“

„Während ich bewusstlo- Wo sind meine Freunde?!“, fragte Ren besorgt. Hatten Yoh und die anderen etwa gegen Zeke gekämpft, während er ausgeknockt war?!

Zeke kicherte leicht, bevor er antwortete: „Keine Sorge, deinen Freunden geht es gut.“

„Wieso hast du mich hierher gebracht?“, wollte Ren wissen und trat automatisch einen kleinen Schritt zurück, als sein Gegenüber einen auf ihn zu machte.

„Nicht, um mit dir zu kämpfen, Ren. Ich will nur mit dir reden, ganz in Ruhe und unter vier Augen“, antwortete Zeke seelenruhig und hielt Ren das Wasserglas entgegen. „Du bist sicher durstig, oder?“

Ren blickte einmal skeptisch auf das Glas, machte jedoch keine Anstalten, es zu nehmen. Er war tatsächlich durstig, doch dumm war er nicht. Wieder kicherte Zeke amüsiert.
„Du glaubst doch nicht wirklich, dass ich dich hierher bringen würde, um dich dann zu vergiften, oder Ren?“
Der Chinese antwortete nicht, woraufhin Zeke das Glas auf dem kleinen Nachtschrank abstellte, der neben dem Bett stand. Argwöhnisch folgten Rens Augen den Bewegungen seines Entführers. Er wollte sein Donnerschwert greifen, doch natürlich trug er dieses nicht bei sich. Er ließ seinen Blick einmal durch das Zimmer schweifen, in dem er sich befand. Es war vom Boden bis zur Decke aus dunkelgrauem Gestein, was den Raum insgesamt sehr düster wirken ließ. Elektrizität schien es hier nicht zu geben, denn erleuchtet wurde das Zimmer ausschließlich von einigen brennenden Fackeln, die in schwarzen Halterungen an den Wänden befestigt waren. Da es offensichtlich Nacht war drang kein Licht durch die zwei großen, scheibenlosen Fenster. Der Raum war bescheiden, aber mit dem Nötigsten eingerichtet. Ein Bett mit Nachtschrank, ein hölzerner Schreibtisch mit Stuhl, und eine Kommode, gefertigt aus dem Selben Holz waren die einzigen Möbelstücke. Das Zimmer wirkte insgesamt wie ein Bediensteten-Zimmer in einer mittelalterlichen Burg, oder so etwas in der Art.

Während Ren sich umsah behielt er Zeke durchgehend aus den Augenwinkeln heraus im Blick. Dieser hatte sich in der Zwischenzeit auf den Stuhl gesetzt, der vor dem Schreibtisch stand. Elegant schlug er seine Beine übereinander und lächelte Ren an, als er mit seinem rechten Zeigefinger auf das Bett zeigte und sagte: „Ich habe dein Hemd gewaschen; es war ziemlich dreckig und hatte ein paar Blutflecken von deiner Kopfwunde.“
Ren schaute hinter sich auf das Fußende des Bettes und erblickte tatsächlich sein rotes Hemd, fein säuberlich zusammengefaltet. Dass er dieses nicht am Leib trug, hatte er bis zu diesem Moment überhaupt nicht realisiert.
„Ich hätte natürlich deine gesamte Kleidung gewaschen, aber ich dachte, dass dir das vermutlich nicht recht gewesen wäre...“, fügte Zeke lächelnd hinzu.
„Da hast du verdammt recht!“, fauchte Ren nur, zog umgehend sein Hemd an und lief Richtung Tür. „Ich gehe jetzt!“
Doch als er gerade nach der Türklinke greifen wollte, entflammte diese plötzlich. Den Bruchteil einer Sekunde später stand die gesamte Tür in Flammen. Erschrocken wich Ren von dem heißen, lodernden Feuer zurück und blickte zu Zeke. Dieser erwiderte seinen Blick aus den Augenwinkeln heraus. Ren ließ es sich nicht anmerken, doch das bösartige Grinsen, zu dem sich Zekes freundliches Lächeln verzogen hatte, ließ ihm einen kalten Schauer über den Rücken laufen.
„Lass mich gehen!“, forderte Ren laut. Seine Hände zitterten vor Wut. Wie konnte dieser Bastard es wagen, ihn so zu behandeln? Er ließ sich doch nicht einsperren wie ein Köter in einem Zwinger.
Das Grinsen des Brünetten wich erneut einem versöhnlichen Lächeln, als er entgegnete: „Natürlich. Nachdem wir geredet haben.“
Auch wenn Zekes Tonlage ruhig und freundlich war, so ließen seine Worte doch keinerlei Widerspruch zu.
Noch einmal blickte Ren zur Tür, die nach wie vor lichterloh brannte, bevor er abwehrend seine Arme vor der Brust verschränkte und genervt sagte: „Dann rede.“


Als Yoh und die anderen am Haus von Team Ren ankamen, wurde die Haustür aufgerissen, ehe sie die Türschwelle erreicht hatten. Run kam heraus gerannt und schrie hysterisch: „WAS IST PASSIERT?!“
Mit gesenktem Kopf standen die sechs Freunde da, keiner wagte es, Run in die Augen zu schauen. Trey hatte Kohoro vorgeschickt um Run, Anna und Tami vorzuwarnen und mehr oder weniger zu einem Krisengespräch zusammen zu trommeln.
„Mach dir keine Sorgen Run, wir werden deinen Bruder retten“, versuchte Ryu die aufgebrachte Chinesin zu beruhigen.

„Es ist meine Schuld...Ich habe versagt, ich konnte Meister Ren nicht beschützen...Es tut mir Leid...“, hauchte Bason mit brüchiger Stimme, woraufhin Amidamaru tröstend seine Hand auf dessen Schulter legte. „Gib dir nicht die Schuld, mein Freund. Du hättest nichts tun können...“

„Geht schon mal ins Haus, ich muss mit Run und Bason reden“, sagte Yoh, ohne seinen gesenkten Blick zu heben. Mit beiden Händen hielt er Rens Donnerschwert fest.
Die anderen waren zwar ein wenig irritiert, taten jedoch was ihr Anführer verlangte und verschwanden schweigend im Haus. Sobald die Haustür geschlossen war, wand sich Yoh an Run: „Sag mir, was passiert ist.“
Run wusste, was Yoh meinte. Er hatte ihr neulich bereits klar gemacht, dass er wusste, dass ihr etwas auf dem Herzen lag, was mit Ren zu tun hatte. Und auch, wenn sie ihren kleinen Bruder nicht verraten wollte, war ihr klar, dass sie Yoh erzählen musste, was vor ein paar Tagen am Strand passiert war. Sie atmete einmal tief durch.
„Nachdem ihr von dem Tor von Babylon eingesogen worden seid, habe ich Ren am Strand gefunden...“, begann sie zu erzählen.
„Und weiter?“, wollte Yoh wissen.
„Dann...tauchte plötzlich Nichrom auf...“
Überrascht blickte Yoh auf. „Nichrom?“ Run nickte. „Was wollte er?“, fragte Yoh weiter.
„Er sollte Ren eine Nachricht von Zeke überbringen...“, antwortete Run bedrückt. Yoh wurde immer nervöser. „Was für eine Nachricht?“
Run schluckte schwer, bevor sie die Antwort aussprach: „Zeke wollte, dass Ren sich ihm anschließt...“
Instinktiv festigte Yoh seinen Griff um Rens Donnerschwert. Eine unglaubliche Welle der Wut durchströmte seinen Körper. Dieser Bastard...
„Natürlich hat Ren sofort abgelehnt, aber...“, unterbrach Run sich selbst.
„Aber?“, fragte Yoh, sich offensichtlich große Mühe gebend, nicht einfach auszuflippen.
„Naja, weißt du...Rens Reaktion kam mir irgendwie...komisch vor...“, fuhr sie unsicher fort.
„Inwiefern?“
Wieder musste Run einmal tief ein- und ausatmen, bevor sie antwortete: „Sagen wir, es war die fehlende Reaktion, die mir komisch vorkam...Ich konnte es nicht fassen, was Nichrom sagte, aber Ren...er schien überhaupt nicht überrascht oder schockiert zu sein...Natürlich könnte es einfach daran gelegen haben, dass er wegen des Tors von Babylon so durch den Wind war, aber trotzdem hatte ich das Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmt...“

Yoh hörte Run aufmerksam zu, kommentierte jedoch nicht was sie sagte. Er richtete seinen Blick auf Bason. „Hast du noch irgendwelche Informationen?“
Der Geist schüttelte den Kopf. „Ich denke, dass Zekes Angebot Meister Ren nicht weiter beeindruckt hat, lag daran, dass es für ihn ohnehin nicht in Frage kam.“
Amidamaru schaute Bason ein wenig skeptisch an, sagte aber nichts dazu.
Yoh nickte nur. „In Ordnung, danke, dass du es mir erzählt hast, Run. Gehen wir rein, wir brauchen einen Plan...“


„Ich möchte, dass du dich mir anschließt“, kam Zeke direkt auf den Punkt.
„Und ich sagte nein, schon zwei Mal“, erwiderte Ren energisch.
„Ich weiß, aber ich habe die Hoffnung, dass ich dich umstimmen kann.“
„Kannst du aber nicht. Ich sage es dir jetzt zum dritten und zum letzten Mal: Ich werde mich dir niemals anschließen, verstanden?“
Mit todernster Mimik starrte Ren in die Augen seines Gegenübers. Dieser behielt sein Lächeln bei, schwieg jedoch.
„Sind wir dann fertig?“, fragte Ren nach einer Weile genervt.
„Du hast das Großbuch der Schamanen gelesen und enorme Kraft gewonnen...Ich habe es dir bereits beim letzten Mal gesagt, aber ich kann dir noch viel mehr beibringen...Ich kann dir helfen mächtiger zu werden als du es dich je zu träumen gewagt hast...“
„Deine Worte haben mich das letzte Mal nicht beeindruckt, und das tun sie auch heute nicht.“
„Das sollten sie aber...Ich weiß, dass du Yoh übertreffen willst, doch das wirst du ohne meine Hilfe nicht schaffen...“
„Und ob ich das werde, und gleich danach werde ich dich fertig machen, das verspreche ich dir...“, knurrte Ren wütend, was Zeke jedoch nur ein leises Kichern entlockte.
„Ich fürchte, selbst wenn du es schaffen würdest, Yoh im Kampf zu besiegen, wirst du dazu sowieso keine Gelegenheit bekommen...“
Verdutzt zog Ren eine Augenbraue hoch. „Was soll das denn jetzt heißen?“
„Ich habe vor, meine perfekte Schamanenwelt so schnell wie möglich zu erschaffen...Yoh ist ein wichtiger Teil meines Plans, und seine Freunde....Naja sagen wir, sie haben keinen Platz in meiner Welt...“ Ein dunkles Grinsen bildete sich auf Zekes Gesicht als er den letzten Satz aussprach. Und wieder lief Ren ein Schauer über den Rücken. Nicht nur wegen dieses absolut unheimlichen Grinsens, sondern auch, weil er natürlich genau verstanden hatte, was Zeke ihm sagen wollte.
Wut und Nervosität steigerten sich gleichermaßen in Ren. Zeke hatte ihm gerade durch die Blume gesagt, dass er all seine Freunde töten wollte. Wütend funkelten seine gold-gelben Augen Zeke an.
„Das werde ich nicht zulassen...“, flüsterte er leise, doch Zeke hatte es verstanden.

Plötzlich spürte Ren einen so unglaublich schmerzhaften Druck in seiner Brust, dass er keinen Atemzug mehr machen konnte. Wa-Was ist denn jetzt...?, dachte er panisch, doch in der nächsten Sekunde wurde sein ohnehin schon schmerzender Rücken heftig gegen etwas kaltes und hartes gedrückt. Er stand mit einem Mal mit dem Rücken an der Zimmerwand, obwohl er einen Wimpernschlag zuvor noch in der Mitte des Raumes gestanden hatte. Nicht nur sein Oberkörper, sondern auch sein Kopf und seine Gliedmaßen wurden an die steinerne Wand gedrückt, so dass Ren sich keinen Millimeter bewegen konnte. Es fühlte sich an, als würde ein unsichtbarer Körper sich mit aller Kraft gegen seinen eigenen drücken und ihn auf diese Weise an der Wand fixieren.
Dass Zeke nun genau vor ihm stand und ihm mit einem eiskalten Grinsen in die Augen starrte, ließ sein Herz noch schneller rasen.
„Ren...“, sprach Zeke mit tiefer, dunkler Stimme, hob seinen rechten Arm und legte seine Hand an die Kehle des Chinesen. „Ich könnte dich hier und jetzt töten...Du bist mir hilflos ausgeliefert...Und du glaubst, dass du deine sogenannten Freunde vor mir beschützen könntest...?“
Ich kann...
„Nein, kannst du nicht...“, antwortete Zeke auf Rens Gedanken, was diesen innerlich zusammen zucken ließ. Er wollte den Brünetten entgegen schreien, dass er seine Freunde zufrieden lassen soll, doch das konnte er nicht. Er konnte genauso wenig sprechen, wie er sich bewegen konnte.
Zeke festigte seinen Griff um Rens Kehle, was diesen noch schwerer atmen ließ, als ohnehin schon. „Und überhaupt...Was sollen das für Freunde sein, die dir sowieso nur im Weg stehen, Ren? Ich frage mich ernsthaft, wie sie dich als Freund gewinnen konnten...Sie passen nicht zu dir...Sieh sie dir doch an; sie sind schwach, sie sind keine wahren Schamanen...Du hingegen...“ Zeke löste seine Hand von Rens Kehle und legte sie versöhnlich an dessen Wange. Dieser hätte sich am liebsten gegen die ungewollte Berührung gewehrt, doch er war nach wie vor gelähmt. Seine Nackenhaare stellten sich wieder auf, als Zeke seinen Kopf nach unten beugte und in sein Ohr flüsternd fortfuhr: „...bist etwas besonderes...“
Eine unangenehme Gänsehaut breitete sich auf Rens Hals aus, als er die Lippen seines Feindes an seiner Ohrmuschel spürte.
„Du passt nicht in diesen Schwarm lästiger, umher schwirrender Fliegen, Ren...Du passt viel besser zu mir...“

Ein schmerzhafter Stich durchzog die Brust des jungen Taos.
Nein...

„Doch...“, hauchte Zeke grinsend in Rens Ohr, bevor er seinen Kopf zurück zog und Ren wieder in die Augen blickte. Er zog mit seinem Daumen einmal zärtlich die Lippen des Chinesen nach. Er senkte seinen Kopf langsam hinab, bis ihre Nasenspitzen sich beinahe berührten.
„Du weißt genau, dass ich recht habe...“, hauchte er noch gegen Rens Lippen, bevor er einen Schritt zurück trat und von Ren abließ.
Auf einmal war der Druck, der Ren an die Wand gepresst hatte, fort. Seine Knie fühlten sich so wacklig an, dass er sich nicht auf den Beinen halten konnte. Langsam sank er an der kalten Wand herab. Er brauchte eine Weile, um seinen rasenden Puls und seine Kurzatmigkeit wieder unter Kontrolle zu bringen. Nach einigen Minuten hatte er das Gefühl, wieder aufstehen zu können. Die helfende Hand, die Zeke ihm entgegen gestreckt hatte, ignorierte er. Zeke schien dies nicht zu stören. Offenbar gut gelaunt drehte er sich um und lief zu einem der beiden großen Fenster. Ren folgte ihm und sah hinaus. Das Gebäude, in dem sie sich befanden, schien sich auf einem hohen Berg zu befinden. In einigen Kilometern Entfernung sah der die Lichter einer Stadt. Am hell beleuchteten Kolosseum erkannte er, dass es sich um Doby Village handelte. Ein dichter Wald trennte das Dorf von dem Fuße des Berges, auf dem sie sich befanden. Der See, an dem Ren und Yoh die letzte Nacht verbracht hatten, befand sich ebenfalls in diesem Wald, allerdings auf der anderen Seite, von ihnen aus gesehen hinter dem Dorf.
„Ein wunderschöner Ausblick, nicht wahr?“, sagte Zeke mit einem verträumten Lächeln auf den Lippen. Ren antwortete nicht. Er stand nur schweigend da und blickte gedankenverloren hinaus in die Ferne. Dabei nahm er beiläufig ein Geräusch wahr, das sich anhörte, als würde ein Feuer erlöschen. Er richtete seinen Blick zu der Zimmertür, die bis gerade eben noch in Flammen gestanden hatte. Ren schaute wieder zurück zu Zeke, der ihn zum wiederholten Male freundlich anlächelte. Er schaute wieder hinaus in Richtung Doby Village und fragte: „Soll ich dich hinbringen?“
Ren schüttelte den Kopf. „Ich finde den Weg“, antwortete er leise und ging in langsamen Schritten zur Tür. Er wirkte beinahe wie hypnotisiert, als er die Klinke griff und die Tür öffnete.


„Ach, Ren...“, erklang noch einmal die Stimme Zekes, woraufhin dieser stehen blieb. „Goldva trägt ein Amulett um seinen Hals. Es hat magische Kräfte und ist äußerst wertvoll. Ich werde es ihm abnehmen...In drei Tagen.“

Für einige Sekunden starrte Ren Zeke an, der immer noch am Fenster stand und hinaus blickte.

„Verstehe“, antwortete er nur und verschwand aus dem Zimmer, um sich auf den Weg zurück nach Doby Village zu machen.




Tbc.
….................................................................................................
So, ich hoffe, das Kapitel hat euch gefallen^^

Glaubt ihr, dass Zeke es geschafft hat, Ren auf seine Seite zu ziehen? Bitte schreibt es mal in die Kommentare, das würde mich sehr freuen! :)

GlG und hoffentlich bis zum nächsten Mal!
Eure LLawliet
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