Yoake & Yugure

MitmachgeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P18 Slash
16.02.2019
05.10.2019
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Puuuuh... was soll ich denn dazu noch sagen? Ich bin ausgerutscht und auf der Tastatur gelandet? xD
Ich wünsche euch auf jeden Fall sehr viel Spaß bei diesem Kapitel :3

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„Sind Puppenspieler oft einsam?“ - Holzpuppe

Holzpuppe war noch gar nicht so lange in der Gruppe und so hatte er auch noch nicht alle Fähigkeiten der anderen Mitglieder kennen gelernt. Denn die älteren Mitglieder trainierten alle lieber für sich um ihre Fähigkeiten möglichst gut zu verbessern. Immerhin hatte jeder seinen eigenen Bereich, in dem er sich besonders wohl fühlte. Aus diesem Grund war Holzpuppe auch ziemlich verwundert darüber, als er dem seltsamen Hatter – irgendwie fühlte er sich zu diesem komischen Kauz ziemlich hingezogen. Der war genauso seltsam wie er – hinterher geschlichen war und feststellen musste, dass er ebenfalls ein Puppenspieler war und seine Fähigkeiten waren atemberaubend. So etwas hatte Holzpuppe noch nie gesehen. Er führte seine Puppen mit so einer Leichtigkeit.

Holzpuppe konnte das ganze Training über seine Augen nicht von Hatter lassen. Es war so inspirierend einem wahren Meister zuzuschauen. Er hatte sich sogar überlegt, ob er Hatter einfach mal fragen sollte, ob er sein Meister werden wollte. Aber das wäre vielleicht zu früh gewesen? Holzpuppe wusste es nicht und das ganze Training über grübelte er über diese Frage nach. Er war so in seine Gedanken versunken, dass es ihm fast gar nicht auffiel, dass Hatter sich wieder auf den Weg zum Lager machte.

Der kleine Holzpuppe stolperte eher durch das Dickicht als er Hatter folgte und da er Angst hatte, dass Hatter früher im Lager sein würde, als das er ihn eingeholt hatte, rief er auch seinen Namen. Daraufhin drehte sich Hatter um. Er hatte sein gefährliches, schiefes Lächeln auf den Lippen.
„Wusste ich doch, dass ich beobachtet wurde“, sagte Hatter.
„Du wusstest es?“, wollte Holzpuppe wissen und ein leichter Rosaton zierte nun die Wangen von Holzpuppe. Er hatte sich eigentlich für unauffällig gehalten.

„Man lernt mit der Zeit zu spüren, wenn man beobachtet wird. Vor allem wenn man die meiste Zeit alleine ist“, gab Hatter nur als Antwort. Dann machte er sich wieder auf den Weg in Richtung Lager.
„Warte!“ Holzpuppe erhob die Hand um Hatter zum stehen zu bringen, aber dieser konnte diese Handbewegung natürlich nicht sehen und er war auch zu weit entfernt, um von Holzpuppe festgehalten zu werden.
„Was gibt es denn noch?“ Wieder hatte sich Hatter zu ihm umgedreht. Das Lächeln war in keinster Weise weniger geworden. Auch wenn Hatters Stimme ein bisschen aggressiver war.

„Ich muss dich etwas fragen. Ich..möchte irgendwann auch ein Puppenspieler Meister sein und... ich wollte wissen...“ Holzpuppe wusste nicht, ob er diese Frage wirklich stellen sollte. Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Wer konnte es schon bei Hatter sagen? Dieser Mann reagierte ja immer so, wie man es eigentlich nicht erwartete.
„Was willst du mich fragen? Überlege deine Frage gut, denn du hast nur eine.“ War das wirklich Gereiztheit in seiner Stimme? Wenn auch nur ganz leise.
„Ich... Nun ja...“ Holzpuppe überlegte für einen Moment, dann fragte er einfach: „Sind Puppenspieler oft einsam?

Hatter kicherte. Zumindest glaubte Holzpuppe das. Denn es war so leise, dass Holzpuppe es nur durch das Zittern seiner Schultern erkennen konnte.
„Du möchtest wirklich das von mir wissen?“, fragte Hatter. Er schien amüsiert über diese Frage und in diesem Moment fiel ihm wieder ein, was Hatter gerade gesagt hatte. Er hatte nur eine Frage und er hatte seine Frage, ob Hatter ihn unterrichten wollte, mit so einer dämlichen Frage verschwendet.
Holzpuppe nickte. Selbst wenn er jetzt seine andere Frage stellen würde, würde Hatter mit großer Sicherheit auf seine erste Frage antworten.

„Ja.“ Die Antwort von Hatter war so schlicht und einfach gehalten. Einsilbig. Ein Stich für Holzpuppes junges Herz. Er würde also einsam bleiben. Für immer.


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Noch immer lehnte Holzpuppe seinen Kopf gegen die nackte Brust von Charmer. Er konnte den Herzschlag seines Anführers hören. Sein Herz schlug schneller als das von einem Menschen und außerdem war der Körper von Charmer warm. Völlig ungewöhnlich für diese Temperaturen. Der Fünfzehnjährige wurde langsam aber sicher müde und er wusste ganz genau, dass Müdigkeit niemals ein gutes Zeichen war. Vor allem in einer solchen Situation. Man durfte im Schneesturm doch nicht einschlafen. Dem Weißhaarigen fielen immer wieder die Augen zu. Er müsste etwas unternehmen um nicht einzuschlafen. Er musste sich irgendwie wach halten und genau aus diesem Grund, und weil die Neugierde ihn doch schon ein wenig gepackt hatte, fing er ein Gespräch mit Charmer an.

„Charmer?“ Sein Name war eigentlich nur eine Probe. Holzpuppe war sich nämlich nicht sicher ob Charmer ihn überhaupt hören konnte durch den heftigen Wind oder ob Holzpuppe überhaupt sprechen konnte. Er fühlte sich einfach nur so erschöpft.
„Hm?“, machte Charmer. Seine Stimme war so tief, dass sie sich in Holzpuppes Ohren so deutlich von dem pfeifenden Wind abhob.
„Wer war diese Frau?“, wollte Holzpuppe wissen. Er kannte zwar die Antwort, hatte er ja auch Dandelion schon von ihr erzählt, aber es war das einzige Thema, welches Holzpuppe in diesem Moment einfiel.

„Nun ja...“ So wirklich schien Charmer nicht mit der Sprache herausrücken zu wollen. Wie so oft wenn er über sich selbst beziehungsweise seine Vergangenheit reden sollte. Jedoch konnte Holzpuppe spüren, dass Charmers Herz zu stolpern begann, als Holzpuppe die Frau angesprochen hatte.
„Ist sie deine Seelenverwandte?“ Holzpuppe war es egal ob er sich verraten könnte. Er kannte dieses Wort auch nur, weil er, gemeinsam mit Dandelion und Dragonfly, die älteren Mitglieder der Gruppe belauscht hatten und irgendwann war eine Diskussion entstanden über Seelenverwandtschaft. Holzpuppe wollte Charmer mit dieser Frage einfach zum sprechen bringen. Sich irgendwie wach halten.
„So könnte man es sagen...“, entgegnete Charmer.

„Charmer? Was ist ein Seelenverwandter?“, wollte Holzpuppe wissen. Eigentlich hatte Holzpuppe erwartet, dass Charmer nun nachdenken würde oder sich vielleicht wieder aus der ganzen Sache heraus wandte, aber seine Antwort war ganz anders. Sie kam sofort und war ziemlich lang und detailliert:
„Ein Seelenverwandter ist... so etwas wie ein bester Freund, aber irgendwie ist er auch mehr. Es ist die Person, der du am meisten vertraust. Der du dein Herz schenkst. Eine Person, die immer an dich glaubt und.. dich zu einer besseren Person macht. Wobei.. sie inspiriert dich eher, eine bessere Person zu werden. Ein Seelenverwandter inspiriert dich einfach, die beste Person zu werden, die du werden kannst. Ein Seelenverwandter unterstützt dich in all deinen Taten und steht immer an deiner Seite, auch wenn du einen Fehler machst, selbst wenn du mehr als einen Fehler machst. Es ist dieser Person egal, wie viele Fehler du machst.. sie wird dich immer lieben. Mit all deinen Ecken und Kanten, denn genau diese Ecken und Kanten wird diese Person besonders an dir mögen. Auch wenn sie natürlich behaupten wird, dass dies überhaupt nicht wahr ist. Ein Seelenverwandter ist einfach.. die beste Person, die du dir für dein Leben vorstellen kannst. Es ist eine Person für die du.. mehr als nur Liebe verspürst. Es ist weitaus mehr als Liebe.. du weißt einfach, dass du alles für sie tun würdest und diese Person würde es auch für dich tun. Stirbt diese Person, so ist dir klar, wirst auch du sterben. Ihr seit einfach... einfach eine einzige Seele in zwei Körpern.“

Holzpuppe kamen die Tränen, auch wenn diese ihm sogleich an seinen Augenwinkeln gefroren. Die Worte von Charmer rührten den jungen Puppenspieler wirklich sehr. So etwas hatte er noch nie gespürt. Es war, als könnte er die Gefühle von Charmer in diesem Moment einfach so spüren. Als würde auch er wissen, wie es ist einen Seelenverwandten zu haben. Aber Holzpuppe wusste das nicht. Er hatte ja noch nicht einmal die elterliche Liebe in seiner Kindheit genossen. Holzpuppe blickte zu Charmer hinauf. Es fiel ihm schwer mit den Eistropfen, die mal seine Tränen waren, die Augen so weit zu öffnen.

Charmer schien gedanklich ziemlich weit weg zu sein. Holzpuppe vermutete, dass er an seine Seelenverwandte dachte. An die Frau, die gerade gegen Deidara kämpfte oder mit ihm spielte, wie sie gesagt hatte.
„Glaubst du... sie wird es schaffen? Deidara ist nicht zu unterschätzen.“ Holzpuppe war sich nicht sicher, ob Charmer ihn überhaupt hören konnte. Aber Holzpuppe wollte einfach das Gespräch weiter führen und außerdem wollte er diese Gefühl des gerührt sein in seinem Inneren loswerden!
„Ich glaube sie ist diejenige, die du unterschätzt“, erwiderte Charmer nur. Er schien wirklich viel von ihr zu halten und vielleicht auch ein wenig stolz auf sie zu sein.

„Erzählst du mir von deiner Tochter?“, wollte Holzpuppe wissen. Er wusste ganz genau, dass er mit dieser Frage eine Grenze überschritt. Noch nie hatte jemand Charmer so direkt auf seine verstorbene Tochter angesprochen. Aber nachdem er extra für sie ein Lied gesungen hatte, hatte Holzpuppe Hoffnungen. Außerdem konnte Charmer nichts schlimmeres tun, als diese Frage einfach zu verneinen. Er konnte Holzpuppe nun nicht aus dem Weg gehen oder ihn alleine zurücklassen.
„Nein.“ Holzpuppes Vermutungen wurden bestätigt. „Das würde jetzt zu lange dauern. Wir sind schon fast wieder an der Suite.“

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Die kleine Angel fühlte sich gar nicht wohl. Das waren ihr eindeutig zu viele Menschen und das konnte sie ja wirklich nicht leiden. Vor allem nicht ohne ihre Feather. Aus diesem Grund hatte sich Angel auch zurückgezogen. Sie war zwar noch immer mit einigen Mitgliedern der beiden Gruppen in einem Raum, aber sie hatte sich in die hinterste Ecke des Zimmers gesetzt. Die Mitglieder von Yugure schienen sie auch gar nicht zu beachten, wussten sie ja immerhin auch wie die Kleine denn so drauf war. Die Jungs von Yoake schauten immer mal wieder zu dem kleinen Mädchen, ließen sie aber größtenteils in Ruhe.

Zumindest für eine gewisse Zeit, denn dann hielt der liebenswerte Dandelion es einfach nicht mehr aus und er musste einfach zu dem blonden Mädchen gehen, welches ganz alleine da saß und nähte. Denn Angel hatte sich dazu entschlossen einfach die Zeit zu nutzen und die Puppe für Charmer zu nähen. Wenn sie schon einmal die Gelegenheit hatte sie ihm dann zu geben und sie anzufertigen, ohne das Feather in der Nähe war. Dann würde sie dies doch nutzen. Aus diesem Grund war sie auch nicht sonderlich begeistert davon, dass Dandelion sich nun zu ihr setzte. Er setzte sich außerdem ganz schön nah an sie heran und das gefiel dem kleinen Engel von Yugure gar nicht.

„Ich mag es nicht, wenn mir Menschen so nah kommen“, gab Angel auch gleich zu und drehte sich ein wenig zur Seite. So war es zwar unbequem weiter zu nähen, aber so hatte sie wenigstens ein bisschen Platz zwischen sich und Dandelion gebracht.
„Oh tut mir Leid“, meinte Dandelion und rutschte ein wenig von Angel weg. Er hatte gar nicht wirklich bemerkt, dass er ihr so nah gekommen war. Aber zugegeben war er auch ein bisschen abgelenkt gewesen. Denn Dandelion fand das blonde Mädchen wirklich sehr hübsch und hätte sie gerne ein bisschen genauer gesehen. Aber seine Augen machten ihm da mal wieder einen Strich durch die Rechnung.

„Ich mag es auch nicht, wenn Leute überhaupt da sind.“ Angel versuchte den Jungen loszuwerden. Auch wenn seine Anwesenheit irgendwie ziemlich angenehm war. Er hatte etwas an sich, was Angel gefiel und genau das fand Angel auch wieder schrecklich.
„Das glaube ich nicht. Niemand ist gerne allein“, sagte Dandelion.
„Dann bin ich eben Niemand“, erwiderte Angel ganz leise.
„Du bist doch nicht niemand...!“ Dandelion schien ziemlich entsetzt von Angels Aussage zu sein.

„Und was ist, wenn ich niemand sein will?“, fragte Angel und nun warf sie die Charmer Puppe vor sich auf den Schoß. Sie war wütend. Wütend über ihre eigenen Gefühle und wütend über die ganzen Fragen, die dieser unbekannte Junge fragte. Dandelion sah Angel für einen Augenblick an. Eigentlich konnte er kaum seinen Blick von ihr abwenden, aber er hatte die Puppe im Augenwinkel erkannt und sah diese nun – aus angemessener Entfernung – an. Er glaubte zu erkennen, was das für eine Puppe war.

„Ist das Charmer?“, wollte Dandelion wissen. Angel schüttelte den Kopf.
„Nein! Das ist die Sonne, die zu meinem Mond passt! Die Sonne, die den Mond so sehr liebte, dass er sogar für sie sterben würde“, erwiderte Angel und strich dem Puppencharmer nun über den goldenen Flügel. In diesem Moment wirkte Angel wie ein ganz normales Kind. Wie ein trotziges Kind, was vor ihren Eltern etwas vollkommen verständliches erklären musste und dies für eine Frechheit hielt.

„Stirbt der Mond dann nicht auch?“, wollte Dandelion wissen. Angel schüttelte den Kopf.
„Nein! Der Mond ist stark genug um sich alleine um alles zu kümmern. Sie kümmert sich um alles und jeden. Auch wenn sie das nicht so offensichtlich tut wie die Sonne...“
Damit begann ein langes Gespräch zwischen Dandelion und Angel, in dem sie über die Geschichten von Sonne und Mond sprachen und dabei konnte Dandelion der kleine Angel sogar das ein oder andere Lächeln entlocken.

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Serendipity stand am Fenster und blickte hinaus. Der Sturm draußen wütete immer schlimmer und es gab noch immer kein Lebenszeichen von Charmer, Holzpuppe oder Feather. So langsam war der blonden Frau die Sorge ins Gesicht geschrieben. Gerade als Serendipity seufzte und die Hände vor ihrem Bauch zusammen faltete, umarmte Hoax sie von hinten. Er legte seine Hände auf ihre, gab ihr einen kurzen Kuss auf die Wange und legte schlussendlich sein Kinn auf ihrer Schulter ab. Doch Serendipity wehrte sich gegen seine liebevollen Gesten, die sie sonst nur zu gern annahm.

„Nicht jetzt. Was ist, wenn uns jemand so sieht?“ Serendipity wandte sich aus der Umarmung von Hoax. Sie ging einen Schritt zur Seite und verschränkte die Arme unter ihrer großen Brust. Jedoch behielt sie die ganze Zeit das Fenster im Auge und hoffte auf die Rückkehr von Charmer und den Anderen.
„Das ist mir egal“, gab Hoax ehrlich zu. Sollten es doch alle wissen. Auch wenn sich Hoax so lange dagegen gewehrt hatte es zuzugeben, dass er mit Serendipity zusammen war, so wusste es Yoake doch sowieso schon und wieso sollte Yugure es dann nicht wissen? Er versuchte nun den Kopf von Serendipity anzuheben, indem er ihr seinen Zeigefinger unter das Kinn legte. Aber auch dagegen wehrte sich Serendipity. Sie schlug seine Hand weg und meinte:
„Mir ist es aber nicht egal! Verstanden?!“ Sie sah ihn noch immer nicht an. Im Gegenteil, sei wandte ihren Blick nur noch weiter dem Fenster zu. Hoax wollte gerade etwas sagen, doch da erblickte Serendipity etwas im Schnee und stürmte zur Türe. Dabei stieß sie Hoax sogar etwas grob zur Seite.

Kaum hatte Serendipity die Türe geöffnet kam auch schon ein kalter Windzug hinein, gefolgt von Charmer und Holzpuppe. Beide waren ganz verschneit und Holzpuppe zitterte am ganzen Körper. Er bibberte förmlich und sein ganzer Körper war eine einzige Bewegung.
„Wir brauchen Decken!“, verlangte Serendipity und nun endlich sah sie Hoax an. Sein Blick hatte etwas finsteres. Ihm gefiel es nicht wie Serendipity sofort den Körperkontakt zu Charmer suchte und seinen ablehnte. Denn natürlich fiel es Hoax auf, dass Serendipity ihre schmale Hand auf Charmers Arm gelegt hatte. Dennoch nickte er seiner Freundin zu und verschwand dann in sein eigenes Zimmer um von dort die ersten Decken zu holen.

Charmer brachte Holzpuppe unterdessen zur Couch, auf der zuvor Rue und Hatter gesessen hatten und sich scheinbar auch ein wenig unterhalten hatten. Sie machten ihrem Anführer Platz und als Hatter den jungen Holzpuppe sah, hatte er ein seltsames Lächeln auf den Lippen. Es war ein schiefes und düsteres Lächeln. Fast als würde ihn der Zustand von Holzpuppe ziemlich zufrieden stellen.
Rue dagegen beachtete weder den jungen Holzpuppe noch seinen Anführer. Er ging zu dem Zimmer, in dem zuvor diejenigen verschwunden waren, die Flaschendrehen mitspielen wollten. Er öffnete unachtsam die Türe und sagte: „Der Anführer ist wieder da.“
„Und was ist mit Feather?“, wollte TeaTime wissen. Rue schüttelte zur Antwort nur den Kopf.

Unterdessen kam Hoax auch wieder aus seinem eigenen Zimmer. Er hatte seine ganzen Decken zusammengesucht und seine sowieso schon schlechte Laune verstärkte sich nur, als er sah wie Serendipity Charmer gerade in die Arme fiel und er sie in diese schloss. Der Anführer von Yoake gab Serendipity sogar einen Kuss auf ihr blondes Haar. In Hoax begann etwas zu lodern. Er presste die Zähne aufeinander, spannte den Kiefer an und wandte seinen Kopf schnell von den Beiden ab.

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Vamp und Shadow waren noch immer in der Küche. Immerhin kochten sich die Mengen, die sie brauchten, nicht ohne weiteres. Sie waren schließlich 20 Leute und diese wollten versorgt werden. Keiner von ihnen wusste auch, wie lange sie hier bleiben müssen oder wann der Strom in der Suite aufgeben würde durch den Sturm draußen. Aus diesem Grund mussten die Zwei sich schon einiges einfallen lassen.
„Aber wenn der Kühlschrank aufgibt, dann können wir die Sachen immerhin nach draußen stellen und dann bleiben sie auch frisch“, scherzte Vamp gerade. Shadow kicherte unterdessen leise vor sich hin. Shadow genoss die Zeit, die sie mit Vamp verbringen konnte. Eigentlich war Vamp nämlich wirklich witzig, wenn sie nicht gerade an ihr Baby erinnert wurde. Aber Shadow war vorsichtig, was die Themen anging, über die sie mit ihrer neuen Freundin sprach. Immerhin wollte sie Vamp ja nicht noch mehr verletzen oder sie gar vergraulen. Dafür mochte Shadow sie schon viel zu sehr.

„Wie weit bist du denn mit der Kartoffelsuppe?“, wollte Shadow wissen.
„Müsste gleich fertig sein... ich hoffe echt, dass die für alle reicht. Wie sieht's mit den Zwiebeln aus?“, fragte Vamp nach. Dann hörte sie ein Geräusch, welches ihr Gänsehaut bereitete. Sie drehte sich um und erkannte, dass Shadow einfach in eine Zwiebel  biss. Einfach so. Als wäre es ein Apfel!

„Ewww... was machst du denn da?“, wollte Vamp wissen.
„Ich esse eine Zwiebel... sieht man doch“, erwiderte Shadow und biss erneut in ihre Zwiebel.
„Lass das!“ Jetzt wusste Vamp auch, was das für ein Geräusch gewesen war. Sie konnte das Geräusch nicht leiden, wenn sich Shadows Zähne durch die Zwiebel trieben. Eine weitere Gänsehaut bekam „Hör auf das zu essen! Das ist ja echt widerlich!“

Shadow, welche offenbar die Reaktion von Vamp offenbar ziemlich amüsant fand, wollte gerade noch einmal in die Zwiebel beißen, als ihr diese jedoch fast im Hals steckenblieb, da Rue die Küche betrat. Er blickte erst kurz zu Vamp, welche sich schon einen Kochlöffel geschnappt hatte um gleich auf Shadow loszugehen, wenn sie noch einmal in die Zwiebel beißen würde, und dann galt sein Blick ganz alleine Shadow. Die Zwei blickten sich lange und intensiv an. Dann endlich erhob Rue das Wort:
„Der Anführer ist wieder da. Von eurer Feather ist keine Spur.“

Die Worte von Rue klangen emotionslos und nachdem er Shadow noch einen Moment in die Augen geschaut hatte, ging er auch wieder aus der Küche.
Vamp legte unterdessen den Kopf schief und fragte, nun schief grinsend und die Arme vor der Brust verschränkt: „Was war das denn bitte gerade für ein Blick, hm?“

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Die Truppe war bereits seit Stunden zusammen und so lange tobte auch schon der Schneesturm. Zumindest glaubten das die Mitglieder der beiden Gruppen. Denn irgendwie hatten sie alle das Zeitgefühl verloren. Ein Blick nach draußen half nun auch nicht wirklich um ein Indiz für die Tageszeit zu bekommen. Der tiefe Schneefall verdeckte einfach alles und während sich die Mitglieder der beiden Gruppen einfach mit sich selbst beschäftigten oder sich vielleicht sogar ein wenig mit der anderen Gruppe beschnupperten, kümmerten sich einige Mitglieder liebreizend um den kleinen Holzpuppe. Dieser zitterte zwar immer noch, aber seine Zehen und Finger waren schon eine ganze Zeit nicht mehr blau. Außerdem war er vor einigen Minuten erst eingeschlafen. Jedoch nicht ohne vorher nachzufragen, ob es nun sicher wäre einzuschlafen.

TeaTime, welche sich am meisten um den kleinen Puppenspieler kümmerte, hatte ihn hoch und heilig versprochen auf ihn aufzupassen. Das hatte Holzpuppe scheinbar so beruhigt, dass er die Äuglein geschlossen hatte und nur wenige Sekunden später im Land der Träume verschwunden war. Wer, neben TeaTime, auch nicht von seiner Seite wich war Dragonfly. Er saß die ganze Zeit am Kopfende der Couch und hatte sich mit Holzpuppe unterhalten, als dieser noch wach gewesen war. Nun saß er einfach da und beobachtete Holzpuppe wie dieser friedlich schlief.
„Du machst dir wirklich Sorgen um ihn, oder?“, wollte TeaTime von Dragonfly wissen und dieser nickte einfach nur zur Antwort. Er war schon die ganze Zeit ganz und gar nicht gesprächig gewesen. Nicht ein frecher Spruch war ihm über die Lippen gekommen, seitdem Holzpuppe wieder da war und das, obwohl sich Frisk größte Mühe gab ihn ein wenig zu sticheln und aufzuheitern.

Doch Dragonfly war nicht der Einzige, der in Sorge war. Ganz Yugure wartete noch auf die Rückkehr von ihrer Anführerin. Ganz Yugure und Charmer. Dieser hatte inzwischen den Platz eingenommen, den zuvor Serendipity bewacht hatte um nach ihm, Holzpuppe und Feather zu schauen. Die Blonde hatte die Kraft zum stehen verlassen und sie hatte sich mit TeaTime ein wenig um Holzpuppe gekümmert. Auch dabei hatte sie es vermieden Hoax in die Augen zu schauen oder sogar in seine Richtung.

Charmer stand einfach nur vor dem Fenster und blickte nach draußen. Er wirkte so, wie er dort stand, wie eine Statue. Man konnte kaum sehen wie sich sein Körper hob oder senkte. Er trug seinen Umhang nicht. Diesen hatte er Holzpuppe gegeben, als er sich trotz der Decken nicht von der Kälte erholen konnte. So stand er also – Oberkörper frei – und mit verschränkten Armen da und blickte hinaus in den tobenden Sturm.

Er bemerkte erst gar nicht, dass Serendipity wieder zu ihm gekommen war. Ursprünglich hatte sie ja schließlich mit ihm gewartet, bis sie die Kräfte verlassen hatten. Charmers Ohren bewegten sich für einen Moment zu Serendipity. Dann sah er zu ihr hinab. Sie blickte ihm kurz in die Augen, sah dann aber schnell hinaus in den Sturm um nach Feather Ausschau zu halten.
Charmer schlang unterdessen seinen Arm um ihre schmale Hüfte und zog sie an sich heran. Er küsste noch einmal ihr blondes Haar – so wie er es vorher schon einmal getan hatte – und legte seine Hand dann auf den Bauch von Serendipity.

Wieder wurden diese lieben Berührungen der Beiden von Hoax beobachtet. Das Feuer in ihm brannte erneut auf. Sein Blick wurde finster und kurzerhand schmiss er das Glas, welches er eigentlich ursprünglich für TeaTime geholt hatte, gegen die nächste Wand. Einfach nur um seine Wut irgendwohin zu entladen. Aber keiner bemerkte diese Tat von Hoax wirklich. Denn in genau der Sekunde, als das Glas an der Wand zerschlug, öffnete sich die Türe zur Suite und Feather stand in dieser. Sie hielt sich die Seite, aus der es nur so blutete. Ihre Kleidung war angesengt. Und allgemein schien sie etwas wacklig auf den Beinen.

„Feather! Was ist passiert?“ TeaTime war in der Sekunde aufgesprungen, als sie ihre Anführerin erkannte und war zu ihr gelaufen. Auch Serendipity und Charmer hatten sich in der Sekunde voneinander gelöst und während Charmer zu seiner Geliebten lief, blieb Serendipity am Fenster zurück und verschränkte die Arme wieder unter ihren Brüsten. Ihr Blick ging gen Boden.
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