Ein Gefängnis ohne Gitterstäbe

GeschichteDrama, Übernatürlich / P12
16.02.2019
16.10.2019
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Dunkelheit umgab den Stützpunkt namens Area 51, als sich das schattenhafte Gefährt näherte.
Wenige Sekunden brauchte es, um den Himmel zu passieren und eine schwarze Gestalt aus dem Inneren schlüpfen zu lassen.


Lautlos spannte die Gestalt nachtschwarze Flügel auf, auf deren blauen Stellen sich hin und wieder das schwache Mondlicht brach. Eine Detonation unter dem schwarzen Himmel war alles, was die Gestalt brauchte, um sich einen Zugang in die hochgesicherte Anlage zu beschaffen, während am Horizont das harte Knattern von Schüssen zu vernehmen war.


Elegant klappte sie die Flügel zusammen, um durch das Loch in das Gebäude einzudringen, das im Dunkeln wie ein Maul mit spitzen Zähnen aussah. Das Licht auf dem Korridor geriet ins Flackern, als die Stromzufuhr unterbrochen wurde. Wenig später wurde die Notbeleuchtung eingeschaltet und eine Alarmsirene zerfetzte die Stille.


Ohne aus der Ruhe zu kommen lief die Gestalt den Korridor entlang, während das Licht rote Streifen auf die Pistolen in ihren Händen warf. Die wenigen Soldaten, die der Person über den Weg liefen wurden gnadenlos eliminiert, während die Gestalt einfach weiterging.


Nachdem der kurze Knall verstummt war, mit der die Kugel aus dem Lauf der Waffe in die Brust des Wache habenden Soldaten gejagt wurde, stieg die Gestalt über den Leichnam hinweg um das Datenarchiv zu betreten, indem die Wichtigsten Information der Vereinten Staaten von Amerika ruhten.


Und niemand konnte sie daran hindern.





Warmes Sonnenlicht spiegelte sich auf dem Dach des Autos, als Jean Grey das Innere des Fahrzeugs verließ und Charles Xavier in das Innere des schwer gesicherten Gebäudes folgte. Noch war es für die beiden ein Rätsel, warum ausgerechnet sie hierherbestellt worden waren, aber das würden sie wohl bald genug herausfinden.
Der Direktor der Einrichtung leitet sie geradewegs in das Innere des Datenarchiv’s, das ein reines Chaos geworden war. Blutflecken bedeckten den Boden und in den Wänden waren die Einschusslöcher von Kugeln zu sehen. Viele der der Schränke waren zertrümmert oder komplett zerlegt, Papiere und Akten waren großflächig auf dem Boden verteilt. Obwohl die Aufräumarbeiten schon begonnen hatten, war noch deutlich zu erkennen, was hier passiert war.


„Seit diesem Angriff wurden die Wachschichten verdoppelt, obwohl es hier kaum noch etwas zu beschützen gibt“, erklärte ihnen der Direktor und fuhr sich durch die ergrauenden Haare. Charles hörte ihm aufmerksam zu, während Jean sich aufmerksam in dem Raum nach irgendwelchen Anhaltspunkten umsah. Aber das einzige, was ihr auffiel, war, dass nahezu überall Blut klebte.


„Der komplette Inhalt des digitalen Archiv’s wurde gestohlen und das Problem ist, dass wir nichts haben, mit dem wir arbeiten können. Den einzigen Anhaltspunkt, den wir haben ist das hier“, sagte der Direktor und reichte Charles eine einzelne, schwarze Feder, an der etwas Blut klebte. Sie war eindeutig größer, als das sie zu einem Vogel gehören könnte und die Struktur schien deutlich stabiler noch dazu.


„Soweit wir das unsere Spezialisten sagen können, ist diese Feder nicht von einem Tier, genauso wenig wie das Blut“, der stämmige Mann machte kurz eine Pause, bevor er weiterredete: „Laut der Analyse stammt dieses Blut von einem Menschen. Einem Mutanten, um genau zu sein.“ „Und sie denken, wir könnten ihnen da weiterhelfen“, zählte Charles eins und eins zusammen und betrachtete die Feder eingehend.


Der Direktor nickte nur, bevor er wieder ansetzte: „Bedauerlicherweise haben die Eindringlinge unter anderem einen Bauplan für unsere neuste Waffentechnik erbeutet. Glücklicherweise befindet sich die andere Hälfte der Pläne an einem sicheren Ort.“


„Wenn die Eindringlinge nur eine Hälfte haben, werden sie sicher auch die andere suchen. Wir sollten das nutzen und ihnen eine Falle stellen. Machen sie sich keine Sorge, das kriegt mein Team hin“, erwiderte Charles, bevor er sich an Jean wandte.


„Sei so gut und sag den anderen schonmal Bescheid, ich komme dann nach“, sagte Charles. „In Ordnung, dann bis später Professor“, sagte Jean und verließ das Gebäude. Am Ausgang gab sie ihren Besucherausweis wieder ab, bevor sie das Auto wieder zurück zum Xavier-Institut steuerte.


Bald schon hatten sich alle versammelt und hörten Jean zu, als sie ihnen von der Mission erzählte. Natürlich ermahnte sie die Kinder, die dabei waren, aufmerksam zu sein und ja keine unnötigen Risiken einzugehen.
Mit Murren und Knurren stimmten diese zu, waren dann aber mit vollem Eifer dabei als es daranging, den Jet vorzubereiten. Als es dann an den Start ging, schnallten sich alle an, die mitkommen sollten und warfen sich aufgeregte Blicke zu.


Nur Kitty fingerte nervös an ihrem Gurt herum und schien sich nicht sicher zu sein, ob sie mitkommen wollte. Als Jean sie jedoch darauf ansprach, schüttelte sie nur den Kopf und beteuerte, dass sie trotzdem mitkommen wollte.


Scott kam mal wieder als Letzter und Jean seufzte, wann würde er wohl endlich lernen pünktlich zu sein? Jean warf ihm einen genervten Blick zu, den dieser aber gekonnt ignorierte. Geübt leitete Scott den Start ein und schloss zuvor den Gurt über seiner Uniform.


Als der Jet den offenen Himmel erreichte, aktivierte Jean, die auf dem Copiloten Sitz platzgenommen hatte, den Tarnmodus und der Jet verschmolz mit dem hellblauen Himmel.


Niemand sagte während des Fluges ein Wort, manchmal ertönte aus dem hinteren Bereich des Jets aufgeregtes Gekicher, das aber meist wieder schnell verstummte.


Nicht sehr viel später landete Scott den Jet auf dem Rasen im Garten eines stattlichen Anwesens, das man gut und gerne als Schloss bezeichnen konnte. Der Garten glich mehr einer Kunstausstellung mit den ordentlich in Formen getrimmten Hecken und die Fassade wurden von verschnörkelten Mustern dominiert.


Der Professor wartete bereits zwischen 2 dieser Kunstwerke, die Schachfiguren darstellten, an seiner Seite stand ein junger Mann, der sich ihnen als James Street vorstellte. Nun, da die X-Men da waren, zeigte ihnen James das Haus und den Ort, an dem sich besagte Dokumente befanden. Außer den X-Men befanden sich auch noch einige Soldaten in dem Haus, die sie unterstützen sollten, besagte Dokumente zu schützen.


„Wenn sie alleine nicht klarkommen, dann müssen wir es mit einem mächtigen Gegner zu tun haben“, vermutete Jean während sie beobachtete, wie sich die Soldaten mit Munition und Waffen ausrüsteten. Es war wohl besser, wenn sie sich auf alles gefasst machten. Wenn Jean in all dieser Zeit eines gelernt hatte, dann, dass man seinen Gegner nie unterschätzen sollte.
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