Das Mädchen aus der Ecke

von Enpix
OneshotRomanze, Schmerz/Trost / P12
16.02.2019
16.02.2019
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Es war ein Tag wie jeder anderer auch. Nur mit dem Unterschied, dass ich wieder auf eine neue Schule gehen musste. Mein Vater verdient nicht viel und deswegen nimmt er jedes Jobangebot, dass er bekommt an. Ich glaube niemand versteht es, was es in einem Kind auslöst, wenn man jeden Monat in eine neue Klasse kommt. Jeden Monat neue Gesichter sieht und sich die ganzen Namen merken muss. Wenn man jeden Monat seine Freunde verliert.
Das ist wohl das Schlimmste. Ich kann seit Jahren keine freundschaftliche Beziehung aufbauen und das drückt einem sehr stark aufs Herz. Morgens aß ich schnell etwas und machte mich auf den Weg zur Schule. Die Bushaltestelle war direkt vor meiner Haustür. Es waren schon sehr viele Leute da, doch sie schauten alle nur auf ihr Handy. Also stand ich alleine und war auch die ganze Busfahrt lang alleine. Der Bus fuhr mich zum Bahnhof von dem ich den Weg zur Schule kannte, aber bis zum Unterrichtsbeginn waren es noch zwanzig Minuten und da ich Morgens kaum etwas gegessen habe, suchte ich nach einer Bäckerei. Nach fünf Minuten habe ich eine gefunden. Ich kaufte mir dort zwei Brezeln und machte mich auf den Weg zur Schule. Die Schule war größer als jede andere auf die ich bisher ging. Mir wurde gesagt, dass ich im Sekretariat nachfragen soll, wo ich gleich Unterricht haben werde. an mir lief ein Mädchen vorbei, die ungefähr in meinem Alter war. Ich fragte sie, wo ich das Sekretariat finden kann. Sie erschreckte sich erst mal, woraus ich schließen konnte, dass sie sehr schüchtern seien muss. Sie antwortete mir mit einer sehr süßen Stimme, dass ich beim Haupteingang ins zweite Stockwerk gehen soll und das ich es dann von dort aus sehen werde. Bevor ich mich bei ihr bedanken konnte, war sie schon weg. Im Sekretariat wurde mir gesagt, dass ich in die 9b komme. Sie Sekretärin druckte mir noch den Stundenplan aus und wünschte mir viel Glück. Ich bedankte mich, bevor sie auch noch weg geht, und machte mich auf den Weg um den Raum B405 zu finden. Es stellte sich heraus, dass es gar nicht so schwer ist die Räume zu finden. Der Buchstabe steht für das Gebäude, die Hunderter-zahl  für das Stockwerk und der Rest für die Raumnummer. Als ich beim Raum angekommen bin, sah ich erst viele Schüler, die nur auf ihr Handy schauten. Einige saßen oder standen zu zweit und schauten mich komisch an, als ob ich von einem anderem Planeten kommen würde. Doch eine Person stach aus der Masse hervor. Ich sah erst nur ihre Schuhe und ein Teil von ihrer Hose, weil sie im Eck hinter mehreren Schließfächern saß. An ihren Schuhen erkannte ich sofort, dass es ein Mädchen seien muss und als ich immer näher kam und die Schließfächer sie nicht mehr verdeckten war es deutlich. Ich sah, dass sie ein Buch las "Die wohl letzte Reise" hieß es. Ich wollte sie zuerst nicht stören, doch ich entschied mich dann doch um.

,,Hey, ich heiße Deck. Darf ich mich zu dir setzen ?"

Sie nickte und sagte ja. Die Stimme kam mir bekannt vor und dann viel mir ein, wo ich sie schon mal gehört habe.

,,Ah! Du bist doch das Mädchen, das ich Heute nach dem Weg zum Sekretariat gefragt habe. Wie heißt du den?"

,,Ich heiße Julia."

Da hörte ich wieder die selbe süße Stimme und ich verspürte so ein komisches Gefühl. Am Anfang war sie noch sehr schüchtern, doch im Laufe des Gesprächs wurde sie immer offener. Ich erzählte ihr, dass ich hier her umgezogen bin, aber ich sagte ihr noch nicht, dass ich vielleicht bald wieder weg bin. Ich gab ihr noch eine von meinen Brezeln und sie bedankte sich bei mir. Wir konnten leider nicht sehr viel reden, weil nach ein paar Minuten der Lehrer schon da war. Ich wartete erst kurz draußen um dann direkt die leeren Plätze zu sehen. Als ich reinging sah ich, dass Julia alleine saß, also setze ich mich zu ihr. Der Lehrer erzählte dann, dass die Klasse jetzt einen neuen Schüler hat, aber er hielt es sehr kurz. Jeden Monat das selbe zu hören geht einem schon sehr stark auf die Nerven. Julia schrieb mir einige Zettelchen und fragte mich ein paar Sachen. Die erste Stunde verging sehr schnell und nach dem Unterricht folgte ich Julia. Sie führte mich zu einer Bank am Rand vom Schulhof. Jetzt schaute ich ihr das erste mal so richtig ins Gesicht. Ich bemerkte ihre wunderschönen blauen Augen, ihre perfekten Wimpern, Lippen, einfach alles an ihr war perfekt. Ich verspürte wieder dieses Gefühl und ich wusste jetzt, dass ich mich verliebt habe. Die Stunden mit ihr vergingen unglaublich schnell Ich bemerkte kaum wie die erste Woche verging und ich verlor langsam die Zeit aus den Augen.  Als ich am Montag wieder zur Schule ging, bemerkte ich, dass Morgen der Geburtstag von Julia ist und ich wusste nicht, was ich ihr kaufen soll. Als wir wieder geredet haben, fragte ich sie ohne irgendeinen Sinn, was sie sich schon immer gewünscht hat. Sie antwortete, dass sie schon immer mal einen festen Freund haben wollte. Sie wurde schon sehr früh von alles ausgeschlossen und es viel ihr schwer eine Beziehung aufzubauen oder sogar eine Person dafür zu finden. Ich bemerkte, dass sie mich auch sehr mag, weil sie mir viel erzählte und nur mit mir unterwegs war. Nach der Schule ging ich sofort in ein Blumengeschäft und kaufte ihr einen Rosenstrauß. Ich legte die Rosen zu Hause in eine Vase mit Wasser, damit sie nicht vertrocknen und fragte meinen Vater, ob er mich in ein Geschäft fahren kann. Dort kaufte ich ihr noch Schokolade und ein paar Kleinigkeiten. Als ich wieder zu Hause war schrieb ich ihr noch ein kurzes Gedicht und verpackte alles zusammen mit der Aufschrift "von Deck <3". Am nächsten Morgen stand ich viel früher auf um Julia noch zu Hause zu überraschen. Ich nahm alles mit und machte mich auf den Weg zu ihr. Als ich bei ihr war, hatte ich große Angst zu klingeln. Ich stellte mir alles negative vor, was passieren könnte. Doch als ich darüber nachdachte, dass ich sie vielleicht eines Tages heiraten werde, bekam ich sofort wieder Mut und klingelte bei ihr. Als sie die Tür öffnete, brach sie sofort in Tränen aus und umarmte mich. In ihrem Geschenk fand sie den Briefumschlag, indem das Gedicht drin war. Sie las es vor.

Deine wunderschönen blauen Augen
und dein wundervoller Charakter.
Alles in einem ist kaum zu glauben.

So ging es weiter bis zum letzten Satz.

Du bist perfekt für mich,
ich liebe dich.

,,Aww! Ich liebe dich auch."

Es fielen Steine von meinem Herzen. Ich fühlte mich so gut wie noch nie. Doch am nächsten Tag nahm alles eine dramatische Wendung. Julia kam nicht zur Schule. Ich dachte mit zuerst nicht viel dabei, doch als ich dann nach der Schule in meinem Briefkasten einen Brief mit der Aufschrift "Es tut mir leid" fand, bekam ich Angst. Ich öffnete den Brief und las ihn.

Hey Deck,

Ich kann es einfach nicht. Ich habe dich nicht verdient. Du hast etwas besseres verdient! Ich liebe dich und ich werde dich auch immer lieben, aber so kann ich nicht weiterleben.

Ich liebe dich
Julia

Ich verstand das ganze nicht. Erst als ich am nächsten Tag zur Schule ging und die leere Ecke sah, wusste ich, dass er vorbei war.
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