Dragenthal Akademie

GeschichteAllgemein / P12
Drachen Elben & Elfen Ritter & Krieger Zauberer & Hexen
15.02.2019
12.06.2019
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Die Sonne hatte kaum den Horizont berührt als Pierre an diesem Morgen die Augen aufschlug. Der Tag der großen Aufnahmeprüfung war gekommen. Mit gemischten Gefühlen stieg er aus seinem Bett. Zum einen war er froh darüber, dass Warten nun endlich zu Ende war und freute sich auch schon auf den kommenden Unterricht, andererseits war er betrübt, dass er seine Familie verlassen musste. Wie jeden Morgen wusch er sich und kämmte sein Haar, welches er in einem Zopf zusammen band. Dann stieg er die Treppen zur Wohnstube hinab in der er seinen Vater sitzen sah. Sein Gesicht strahlte, als er ihn sah, man konnte ihm ansehen, wie stolz er auf seinen Sohn war. „Pierre, wie schön, dass du wach bist. Bist du schon aufgeregt wegen heute?“, fragte er ihn. Pierre nickte: „Ja Vater, dass bin ich. Ist Talor schon da?“ Der angesprochene schüttelte den Kopf: „Bisher nicht. Hast du all deine Sachen zusammen? Wenn nicht geh dein Bündel holen, damit ihr gleich los könnt, wenn er hier auftaucht.“ Pierre nickte zustimmend und machte auf der Treppe kehrt um zurück in sein Zimmer zu gehen um sein Bündel zu holen. Viele Sachen besaß er nicht, weshalb es nicht sonderlich groß war. Er hatte all seine Kleidung, darunter auch die neue Uniform, ein paar beschriebene Notizbücher, welche er in seinem Unterricht mit Talor angefertigt hatte und ein paar von seinen Büchern hineingelegt und warf es sich über die Schulter. Seinen Vater sah er nun nicht mehr in der Wohnstube sitzen, weshalb er weiter in die Küche ging. Dort saß seine gesamte Familie und blickten ihn an als er den Raum betrat. Seine Eltern saßen zusammen mit seinen 5 Brüdern und 3 Schwestern am großen Tisch neben der Feuerstelle. Seine Mutter stand auf, kam auf ihn zu gelaufen und fiel ihm um den Hals. Er spürte, dass aus ihrem Gesicht Tränen auf sein Oberteil liefen. Um Sie zu beruhigen, drückte er sie fest an sich und streichelte ihr den Rücken. Seinen Kopf legte er seiner Mutter auf die Schultern. „Ach liebste Mutter, weine nicht. Ich komme doch wieder.“ flüsterte er ihr ins Ohr. Darauf hin liefen ihm auch ein paar Tränen die Wangen hinab. Er wollte sich nicht von seiner Familie verabschieden. Einer von seinen Geschwistern zupfte ihm am Ärmel. Pierre löste die Umarmung mit seiner Mutter und drehte sich um. Seine Brüder lächelten ihn an. Der Älteste von ihnen trat hervor: „Pierre, ehe du gehst haben wir eine Kleinigkeit für dich. Schließe bitte deine Augen.“ Er tat wie ihm geheißen und hörte wie sein Bruder näher trat. Dann spürte er seine Hände an seinem Hals, als sich diese entfernten spürte er etwas schweres an seinem Hals hängen. Verwundert schlug er seine Augen wieder auf und bertrachtete das Geschenk seiner Geschwister. Es war ein schöner in Form gebrachter Stein, der wenn man ihn ins Sonnenlicht hielt etwas schimmerte. Dieses wirklich schöne Geschenk trieb ihm wieder die Tränen in die Augen zurück. „Habt vielen Dank. Ich bin wirklich froh, dass ich zu dieser Familie gehöre. Ihr seid alle wunderbar und es fällt mir schwer zu verlassen, aber so bald ich studienfreie Zeit habe komme ich euch besuchen, versprochen!“ Sein Vater legte ihm seine Hand auf die Schulter und sagte: „Wir sind auch froh, dass du zu uns gehörst. Ich bin sehr stolz auf dich. Bitte gib immer dein Bestes.“ „Natürlich Vater.“
Plötzlich hörte er ein lautes Klopfen, dies musste Talor sein, der ihn abholte. Einer seiner Brüder stürmte zur Tür und riss sie auf. „Pierre! Dein Lehrer ist nun hier.“ und einen Moment später betrat Talor die Küche. „Guten Morgen“, sprach er munter in die Runde. Einstimmig wünschten sie ihm auch einen „Guten Morgen“ zurück. Leise hörte man Pierres Mutter schniefen. „Psst, meine Liebe. Weine nicht. Der Pierre kommt doch wieder.“ versuchte ihr Mann sie zu beruhigen, während er zu Talor blickte. Seiner Frau hatte er nicht verraten, was ihm Talor an dem Sonntag nach der Kirchen ihm anvertraut hat. Mit niemanden hatte er darüber geredet, denn er wusste nun, dass die Aufnahmeprüfung für die Schule alles andere als einfach war. Und er wusste nun auch, dass es möglich war, dass Pierre bei dem Versuch die Aufgaben, die eigentlich für viel ältere Schüler konzipiert waren, zu lösen, sterben könnte. Aber er wusste auch, dass er Pierre in der nächsten Zeit kein sicheres Zuhause bieten konnte und dass seine Metamorphose sowohl für Pierre selbst als auch für seine Familie gefährlich werden könnte. Diese Gefahr wollte er nicht eingehen und vertraute Talor, dass er gut auf seinen Sohn Acht geben würde. Er wandte seinen Blick von Talor ab und sah zu Pierre: „Pass bitte gut auf dich auf.“ Pierre nickte und ging zu einem Bündel, welches vor der Tür zur Wohnstube lag. Er hörte wie seine Mutter Talor ansprach: „Ich erinnere mich genau an dem Tag, wo du mir Pierre brachtest. Du warst damals selbst noch so jung und wirktest so hilflos. Es war ein Geschenk Gottes, dass du Pierre gefunden hast und ihn zu uns brachtest. Wie du siehst ist er gut groß geworden und es tut mir so in der Seele weh, ihn wieder in deine Obhut zu geben. Pass bitte auch gut auf ihn auf. Er ist wie mein eigen Fleisch und Blut.“ Talor drückte die Hand seiner Mutter fest: „Ich verspreche, dass ich mein Bestes gebe um auf ihn Obacht zu geben. Aber er ist nun fast erwachsen und ich werde ihn vor allem beschützen können, jedoch werde ich ihm alles was er braucht mit auf den Weg geben. Versprochen.“ Dann wandte er sich an Pierre: „Ehe wir aufbrechen, möchte ich dir auch noch etwas geben, komm kurz.“ Er führte Pierre aus der Küche in die Wohnstube und setzte sich mit ihm auf das Sofa an der Feuerstelle. „Hier Pierre, ich habe dir etwas aus meiner Jugend mit gebracht. Es ist meine Kleidung die ich zu meiner Ausnahmeprüfung trug. Ich hoffe sie motivieren dich und bringen dir Glück.“ sagte Talor, als er ihm ein Bündel auf den Schoß legte. Sein Schüler packte es aus und fand in ihm eine grüne Stoffhose, welche man an der Hüfte festband und ein helles, weites Leinenhemd. „Oh vielen, vielen Dank. Aber sag, womit habe ich das verdient?“, fragte Pierre während er die Sachen begutachtete. „Die Kleidung ist wirklich sehr praktisch und ich brauche sie nun nicht und würde sie dir daher als Motivation geben. In ihnen hat ja schon mal ein junger Elf die Prüfung geschafft, warum sollte es nicht ein zweites Mal klappen.“ Mit einem Lächeln im Gesicht zwinkerte Talor ihm zu und gab ihm einen Klaps auf den Rücken. „Wenn wir noch länger hier sitzen schlagen wir noch Wurzeln. Zieh dich geschwind um, damit wir endlich aufbrechen können. Wir haben einen kleinen Fußmarsch vor uns.“

Nachdem sich Pierre umgezogen hatte, verabschiedete er sich schnell von seiner Familie und ging mit seinem Lehrer los. Auf dem Weg zur Schule liefen sie an dem großen Brunnen vorbei, welcher den Mittelpunkt des Dorfes bildete. Danach kamen sie an sämtlichen Geschäften im Dorf vorbei, wie der Schmiede und der Bäckerei. Das Dorf verließen sie an der Stelle, an der die Hauptstraße in den Wald mündete. Schweigend liefen sie den Weg entlang. Um ihnen herum zeigte sich die Natur von ihrer besten Seite. Die Blätter der Bäume trugen ein saftiges grün und die Vögel sagen aus den Wipfeln ihre schönsten Lieder. Nach einer Weile stimmte Talor in den Gesang der Vögel ein, in dem er zu pfeifen begann. „Das klingt wirklich gut“, meinte Pierre zu ihm. „Vielen Dank, aber besonders gut ist das nicht. Warte nur mal ab bis du den Lehrer, der euch die Pflege und Aufzucht von Kreaturen lehrt, kennen lernst. Ich habe manchmal das Gefühl, dass er die Sprache der Tiere spricht.“
Sie verließen den Waldweg an einer Weggabel, von denen einer der Wege sehr zu gewachsen war und so aussah als ob er nicht oft genutzt werden würde. Talor schob einen großen Ast eines Baumes, welcher quer auf dem Weg lag beiseite und stieg über den Stamm hinüber. Mit einer Handbewegung deutete er an, dass Pierre ihm folgen sollte. Etwas skeptisch drein blickend, kletterte der junge Elf ebenfalls über den Baumstamm. Dann ließ Talor den Ast los und er federte an seine Ursprüngliche Position zurück.
„Talor? Bist du dir sicher, dass wir hier lang müssen?“
„Ja, das nun ich. Ich gehe jeden Sonntag diesen Weg entlang. Und ich denke, die Schüler unserer Schule machen das auch so.“
„Warum lasst ihr den Weg so verkommen?“
„Um unsere Schule vor neugierigen Menschenaugen zu schützen.“
„Aber im Dorf, weiß man doch von der Existenz der Schule“
„Ja, und weißt du auch noch was über die Schule gesagt wird?“
„Hm.. ich denke schon. Im Dorf sagt man, es ist eine Schule für junge Männer zum studieren. Was genau sie dort lernen weiß man nicht, jedoch sind sie am Wochenende die besten Kunden in der Kneipe. Man vermutet, dass sie alle aus reichen Elternhäusern kommen, denn sie kommen meistens zu Pferd und sehen nicht so aus als müssten sie den ganzen Tag auf dem Feld arbeiten. Alle sind groß gewachsen und haben einen athletischen Körper. Man geht, davon aus, dass es eine sehr feine Schule ist und sie hat einen sehr guten Ruf bei uns im Dorf. Allerdings weiß niemand so genau, wie man auf die Schule kommt und ich habe auch noch nie gehört, dass jemand dort war.“
„Dies freut mich zu hören, dass meine Schüler sich anständig benehmen.“, er lachte kurz auf, „Wie du siehst, reicht den Menschen das Wissen was sie gerade haben. Sie haben genug mit ihrem eigenen Leben zu tun und kümmern sich nicht um unsere Belangen.“ Pierre nickte ihm zu, um zu zeigen, dass er verstanden hatte.
Während sie sprachen, schlüpfte Talor gewandt an den Ästen und Sträuchern vorbei, welche in den Weg hineingewachsen waren. Jedoch hatte Pierre Probleme in dem Tempo seines Lehrers zu folgen, weil er den Weg den er sah nicht wahrnahm. Oft kam er ins stolpern, weil er eine Wurzel in dem hohen Gras nicht gesehen hatte. Doch er wollte ihm nicht sagen, dass er langsamer laufen sollte. Denn vielleicht gehörte dies schon zu einer Probe für die Prüfung? Und wenn er jetzt nicht mit halten sollte, wie sollte es erst in der Aufnahmeprüfung sein? Zumal seine Mitstreiter alle ausgewachsene Elfen waren. Pierre versuchte diese Sorgen aus seinen Gedanken zu verbannen, weshalb er erst in letzter Sekunde mitbekam, dass Talor stehen geblieben war. „Warum halten wir?“, fragte er verwundert. Talor drehte sich zu ihm um: „Weil wir nun da sind. Hier..“, er schob den Ast eines Baumes beiseite, „Dies ist die Dragenthal Akademie!“ Neugierig trat Pierre näher und schaute durch die Lücke der Zweige.
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