Liebesrätsel

OneshotRomanze, Freundschaft / P12
15.02.2019
15.02.2019
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A/N: Dies ist mein Beitrag zum Wichtelprojekt Valentinsküsse und Schokoladenherzen von BunnyBrina.


Liebe Amaineko,
ich hoffe, du nimmst es mir nicht übel, dass du dein Geschenk einen Tag später bekommst – aber ich war gestern noch nicht wirklich zufrieden.
Da ich lieber aus der Sicht von Kerlen schreibe, kommt Cho erst am Ende so richtig vor, aber hoffentlich gefällt es dir so trotzdem. ;)

Liebe Grüße, Mozambique


Liebesrätsel



„Autsch!“
Cedric Diggory rieb sich die Stelle an seinem Hinterkopf, an der ihn etwas Spitzes getroffen hatte. Leicht genervt schaute er sich nach dem Übeltäter um, konnte aber nur ein paar kichernde Zweitklässlerinnen aus seinem eigenen Haus entdecken, die es plötzlich ganz eilig hatten, aus seiner Sichtweite zu verschwinden.
„Du hast also auch schon Freundschaft mit diesen blöden Dingern geschlossen?“
Cedric drehte sich wieder um und schaute in die grünen Augen von Harry Potter. Dieser grinste amüsiert und deutete auf ein rosafarbenes Stück Pergament, welches auf dem Boden lag. Offenbar hatte es dank eines Zaubers die Form einer Eule bekommen – mit einem sehr spitzen Schnabel.
„Wer ist denn auf die bescheuerte Idee gekommen?“, fragte Cedric.
Harry zuckte mit den Schultern.
„Keine Ahnung, aber die verfolgen mich schon den ganzen Tag. Anscheinend haben ein paar Mädchen vergessen, dass sie eigentlich im Team Diggory sind.“
Cedric musterte sein Gegenüber. Schon seit Harry nach Hogwarts gekommen war, hatte er sich gefragt, wie es war, Harry Potter zu sein. Doch spätestens jetzt wusste er, dass er nicht mit dem Jüngeren tauschen wollte.
„Hey, Potter –“, begann er.
„Harry.“
„Okay, finde ich sowieso besser“, erwiderte Cedric lächelnd. „Ich hoffe, du weißt, dass ich ein fairer Gegner bin und keinen Gedanken daran hege, dir das Leben schwer zu machen. Du bist noch so jung und ich bin beeindruckt, wie du die erste Aufgabe gemeistert hast.“
„Danke für die Blumen, Cedric. Und nicht nur ich weiß, dass du ein sehr netter Mensch bist“, war Harrys kryptische Antwort.
Als der Gryffindor wieder zu grinsen begann und anfing, in seiner Schultasche herumzukramen, wurde Cedric stutzig.
„Ähm – wie meinst du das? Und was machst du überhaupt vor unserem Gemeinschaftsraum?“
„Keine Sorge, ich spioniere nicht. Ah, da ist er ja!“, sagte Harry triumphierend und zog einen Umschlag hervor.
„Der ist von deiner Freundin“, fügte Harry noch hinzu. „Viel Spaß euch beiden!“
Und bevor Cedric noch etwas erwidern konnte, hatte der Gryffindor ihm den Umschlag in die Hand gedrückt und war um die nächste Ecke verschwunden. Kopfschüttelnd sah Cedric ihm hinterher.
Doch Harry hatte die Wahrheit gesagt, denn als Cedric den Brief geöffnet hatte, erkannte er sofort Chos Handschrift.


Hey Ced,

ich weiß, wie aufgeregt du wegen der zweiten Aufgabe bist. Deshalb dachte ich, ich lenke dich ein bisschen ab. Und was wäre da besser geeignet als der Valentinstag?
Ich habe ein paar Leute gefunden, die mir gerne bei meiner Überraschung für dich helfen wollten – und wenn es Mädchen sind, dann sind sie vergeben, dass das klar ist!
In jedem Brief, den du erhältst oder findest, steht ein neues Rätsel, dessen Lösung dich zum nächsten Rätsel führen wird. Dies befindet sich entweder bei einer Person oder an einem bestimmten Ort hier in Hogwarts (Harrys komischer Hauself-Freund Dobby hat den Blutigen Baron auf Peeves angesetzt, damit der die Briefe nicht klauen kann).

Ich hoffe, dir gefällt meine Überraschung.
Ich liebe dich!
Deine Cho

Rätsel Nr. 1
Ich gehöre zu den schlausten Schülern in Hogwarts, doch die meisten glauben das nicht.
Außerdem halte ich nicht viel von Propheten.


Cedrics Herz machte einen Hüpfer. Auf so eine süße, verrückte Idee konnte nur seine Cho kommen. Wie lange sie wohl gebraucht hatte, das alles vorzubereiten? Und er hatte nichts gemerkt – was ein Beweis dafür war, dass er sich in den letzten Monaten sehr auf das Turnier konzentriert hatte. Denn normalerweise war Cho ein offenes Buch für ihn.
Nun durfte er also noch ein bisschen mehr Rätsel lösen, um seine Valentinstags-Überraschung zu bekommen. Doch Chos Rätsel waren definitiv eine willkommene Abwechslung. Cedric hatte, zugegebenermaßen, etwas Schiss vor der zweiten Aufgabe. Das Goldene Ei hatte immerhin deutlich gesagt, dass er etwas finden (und retten) musste, das er sehr liebte. Also würde Cho eine große Rolle in der zweiten Aufgabe bekommen – und das gefiel Cedric ganz und gar nicht.
„Diggory, was ziehst du für ein Gesicht? Solltest du nicht deine Alte beglücken?“
Die tiefe Stimme Ethan Boles, ein Slytherin aus Cedrics Jahrgang, holte Cedric aus seinen Grübeleien.
Bole war umringt von seinen Hauskameraden (selbstverständlich alles Reinblüter!), die nur dämlich grinsten. Cedric vermutete, dass mindestens die Hälfte von ihnen nur dank der Kohle ihrer Eltern Hogwarts noch immer besuchen durften.
Er seufzte. „Bole, was kümmert dich meine Visage?“
„Ich mache mir nur Sorgen um deine süße Freundin. Nicht, dass sie sich noch einsam fühlt, nur weil du einen auf Champion machst. Soll ich mal nach ihr sehen?“
Boles arrogantes Grinsen wurde diabolisch.
„Tu, was du nicht lassen kannst, Bole“, erwiderte Cedric ruhig. „Aber darf ich dich an dein hübsches Techtelmechtel mit McLaggen erinnern? Du willst doch sicher nicht, dass ich eine Eule an deine Eltern schicke, oder?“
Eigentlich hielt Cedric nicht viel davon, sich auf das Niveau von Typen wie Bole herabzulassen, doch bei dem Slytherin half einfach nichts anderes.
Und richtig: Bole wurde käseweiß im Gesicht und suchte das Weite. Seine Freunde, die Cedrics Anspielung natürlich null kapiert hatten, beeilten sich, ihm zu folgen.
Zufrieden schaute Cedric ihnen hinterher.
Dann warf er noch einen Blick auf Chos Brief, da er so eine Ahnung hatte, was die Lösung des Rätsels war.

* * *


„Hey, Kleine, ich wusste, dass ich dich hier finden würde“, begrüßte Cedric die blonde Drittklässlerin, als er die Gewächshäuser erreicht hatte.
„Jaha, die Schrumpfhörnigen Schnarchkackler lieben Gewächshäuser“, lautete Luna Lovegoods hilfreiche Antwort.
Cho hatte Luna damals unter ihre Fittiche genommen, als diese nach Hogwarts gekommen war, denn die meisten Schüler fanden Luna schräg, sodass sie kaum Freunde hatte. Doch für Cho war Luna wie eine kleine Schwester und auch Cedric hatte gelernt, Lunas Vorzüge zu schätzen. Sie war nicht umsonst in Ravenclaw gelandet – ihr Gehirn funktionierte nur eben etwas anders.
Luna stand im Eingang von Gewächshaus Nummer Drei und starrte in die Luft. Ihr langes, aschblondes Haar hatte sie zu zwei Zöpfen geflochten, was sie noch jünger aussehen ließ. An ihren Ohren baumelten ihre geliebten Radieschen-Ohrringe und ihren Umhang hatte sie, da sie nicht im Unterricht war, hellgrün gezaubert.
„Hast du schon einen gesehen?“, fragte Cedric lächelnd. Er vertrat die Devise, dass man jedem seinen Glauben lassen sollte – auch wenn es eben Aberglaube war.
„Sie können nicht fliegen“, sagte Luna verträumt. „Aber es kommt vor, dass sie die Wände hoch krabbeln. Du willst bestimmt den hier haben.“
Luna zog einen Brief aus der Innentasche ihres Umhangs und drehte ihren Kopf, sodass Cedric ihr breites Lächeln sah.
„Sie freut sich sehr auf dich“, meinte sie noch, bevor sie Cedric den Brief gab.
„Dankeschön“, erwiderte Cedric ebenso lächelnd.
Er überließ Luna wieder der Suche nach ihren Lieblingstierchen und ging ein paar Schritte, dann öffnete er den Brief.

* * *


Rätsel Nr. 2
Ich bin ein Ort, der von allen Schülern gefürchtet wird.
Eine kleine Lady bewacht mich.


Cedric war sehr froh, dass Cho erst nachdachte, bevor sie etwas tat. Ansonsten hätte er wohl nie erfahren, was seine Überraschung war.
Er stand vor Filchs Büro, denn es war der einzige Ort, der Sinn machte. Filch hatte sich vor einer Woche das Bein gebrochen, weshalb er noch immer im St. Mungo's lag. Cedrics einzige Sorge war Mrs Norris, die „kleine Lady“, wie Cho sie genannt hatte.
Andererseits … Filch würde sie ja wohl nicht einfach sich selbst überlassen, oder?
Alohomora“, murmelte Cedric also und hörte kurz darauf das vertraute Klicken.
Er öffnete die Bürotür einen Spalt weit und linste in das kleine Zimmer.
Keine Katze zu sehen.
Kaum stand er in Filchs miefigem Büro, überkam Cedric auch dieses Unwohlsein, das er immer spürte, wenn der alte Hausmeister in der Nähe war. Der Typ war einfach ein unangenehmer Zeitgenosse – da half auch keine Hufflepuff-Nettigkeit mehr.
Anscheinend hatte Cho Mitleid mit ihm gehabt, denn sie hatte das nächste Rätsel direkt auf Filchs Schreibtisch deponiert. Liebe Cho. Wusste sie doch, dass Cedric hier nicht länger sein wollte, als unbedingt nötig.

* * *


Rätsel Nr. 3
Wir sind keine Freunde und keine Feinde.
Dennoch spielen wir im selben Team.


„Herein!“, ertönte eine schnarrende Stimme.
Cedric verdrehte die Augen. Es war ja klar, dass er kein Glück haben konnte.
Vorsichtig öffnete er die Tür zum Lehrerzimmer.
Er sah Professor Snape, der ihn mit seiner unverkennbar freundlichen Stimme hereingebeten hatte, Hagrid, dessen Stuhl definitiv einen Verstärkungszauber abbekommen haben musste, und – glücklicherweise – Professor Sprout, die ihn schmunzelnd begrüßte.
„Mr Diggory, ich habe mich schon gefragt, wann Sie hier auftauchen.“
„Entschuldigen Sie, Professor, aber ich war auf der Flucht vor den rosa Eulen“, antwortete Cedric grinsend.
„Rosa Eulen?!“, sagte Snape mit öliger Stimme. „Wer kommt nur auf solchen Unfug?“
„Papierflieger, Severus, das sind nur Papierflieger.“
Snape starrte Sprout an, als würde er ihr sagen wollen, dass Papierflieger ebensolcher Unfug waren. Er unterließ es allerdings, sondern wandte sich ab und beschäftigte sich wieder mit seinen Schüleraufsätzen.
„Cedric, du hast nicht zufällig Harry gesehen?“, wollte Hagrid dann wissen. Er stand auf, wobei er beinahe die beiden umliegenden Tische mitriss.
„Ich wollte ihn fragen, wie es bei seinen Vorbereitungen für die zweite Aufgabe aussieht.“
„Ja, aber das ist schon zwei Stunden her, tut mir leid“, sagte Cedric bedauernd.
„Ach, ist schon okay, ich finde ihn“, lächelte Hagrid und verließ das Lehrerzimmer.
„Hier ist Ihr Brief, Mr Diggory.“ Professor Sprout überreichte Cedric das Stück Pergament. „Ich bin beeindruckt, was Miss Chang sich für Sie überlegt hat. Ein kluges Mädchen. Ach – übrigens – Professor Flitwick und ich sind uns einig, dass wir heute Abend zwei Augen zudrücken werden, falls bestimmte Betten nach der Sperrstunde noch leer sein sollten. Vorausgesetzt, Sie und Miss Chang erscheinen morgen pünktlich beim Frühstück!“, fügte sie noch mahnend hinzu.
„Ganz sicher, Professor!“, erwiderte Cedric strahlend.
Dann sah er zu, dass er schleunigst aus dem Lehrerzimmer verschwand. Snape sah nämlich nicht so aus, als würde er Sprouts Aussage gutheißen.

* * *


Rätsel Nr. 4
Ich bin der Ort, an dem du Cho das erste Mal geküsst hast.


Inzwischen war es Abend geworden und die Dunkelheit erstreckte sich über die Ländereien von Hogwarts. Als Cedric zum Quidditchfeld ging, war er froh, dass er seinen Winterumhang mitgenommen hatte. Chos Rätsel hatten ihm Spaß gemacht, aber jetzt war er schon sehr neugierig, was sie sich als Überraschung für ihn ausgedacht hatte. Irgendwie spürte er, dass das vierte Rätsel das letzte sein würde.

* * *


„Wow.“
Mehr brachte Cedric nicht heraus, als er an den Bänken am Rand des Quidditchfeldes angekommen war. Hier, unter den Ravenclaw-Bänken, war es damals, vor knapp einem Jahr, geschehen. Ihr erster Kuss.
Doch dort, wo zwischen den Balken, die die Bänke trugen, nichts als Gras war, hatte Cho ein kleines Paradies errichtet.
Überall waren gelbe Kissen und dunkelblaue Kuscheldecken verstreut (ja, sie waren beide sehr stolz auf ihr jeweiliges Haus), dazwischen lagen tausende von weißen und gelben Rosenblättern. Die Kissenlandschaft war umringt von einem weißen Pavillon, um den sich die Ranken von gelben Rosen schlängelten. Die Luft duftete nach Honig, Zimt und Chos Lieblingsparfum (genau die drei Dinge, nach denen Cedrics Amortentia riechen würde), außerdem war es hier sehr viel wärmer, als es eigentlich sein dürfte.
„Ich hoffe, es ist nicht zu kitschig“, sagte Cho leise. Sie trat hinter dem Pavillon hervor und schaute ihn lächelnd an.
„Es ist einfach über mich gekommen.“
Cho sah einfach wunderschön aus. Sie trug ein dunkelblaues, schulterfreies Etuikleid, welches ihr gerade bis zur Mitte der Oberschenkel reichte. Ihre schlanken Füße steckten in schwarzen Pumps; ihre Fußnägel glänzten golden. Das lange, schwarze Haar trug sie in Locken hochgesteckt – ganz so, wie Cedric es liebte.
„Süße, das ist – wow.“ Cedric erwiderte Chos Lächeln und ging auf sie zu. „Das ist die tollste Überraschung, die ich je bekommen habe.“
„Also nicht zu kitschig?“
„Nein, genau richtig“, sagte Cedric ehrlich, überbrückte den letzten Meter und schloss seine geliebte Cho in die Arme. Was hatte er für ein Glück, dieses wunderbare Mädchen seine Freundin nennen zu dürfen! In diesem Moment wusste er, dass er das Turnier nur für sie gewinnen würde.
Cho löste sich etwas aus Cedric Umarmung und sah zu ihm auf.
„Ich wollte dich einfach von dem ganzen Druck ablenken. Das scheint mir ja gelungen zu sein.“
„Und wie!“, grinste Cedric. Dann schaute er in ihre dunklen Augen, die vor Liebe für ihn nur so sprühten. Er nahm Chos Gesicht in beide Hände und küsste sie sanft auf die Lippen.
„Jetzt musst du mir nur noch zeigen, was du dir mit den ganzen Kissen und Decken vorgestellt hast“, sagte Cedric schelmisch, als er sich aus dem Kuss gelöst hatte.
Cho lachte, nahm ihn an die Hand und zog ihn dorthin, wo am meisten Kissen lagen.

* * *


Chos Wärmezauber hielt noch immer, als sie Stunden später erschöpft aneinander gekuschelt unter einer der blauen Decken lagen.
„Ich hätte auch noch gewartet, weißt du“, sagte Cedric leise.
Chos Kopf lag halb auf seiner Schulter, halb auf seinem Arm. Sie sah ihn von der Seite an.
„Ich weiß, aber ich wollte es“, lächelte sie. „Ich hätte mir keinen schöneren Moment wünschen können.“
„Dann war es für dich genauso schön?“
„Ja, Ced, es war sehr schön. Ich liebe dich so sehr.“
„Ich liebe dich auch, meine Süße.“
Ihre Lippen trafen sich wieder zu einem zärtlichen Kuss – und Cedric wusste, dass er sich für immer an diesen Moment erinnern wollte.


THE END


* * *


Username: Amaineko
Wunsch-Pair: Cedric und Cho
Wunsch-Prompt: Cho möchte dafür sorgen, dass Cedric zumindest an einem Tag im Jahr nicht an das Turnier denken muss und denkt sich eine Überraschung für ihn aus. Wie dir aussieht, bleibt dir überlassen.

Rating?: bis P16

No-Go's Lesen (und Schreiben): Alles, was mit Severus Snape und/oder den Malfoys zu tun hat, Todesser als Teil eines Pairings, Erotik, AUs, Parodien, Zeitreisen, SongFic, komplett absurde Pairings wie Harry/Voldemort (alles, was sich niemals in den Canon fügen könnte)
Worte für den Wichtel: Lieber Wichtel, ich hoffe, dass dich die angegebenen Pairings nicht allzu sehr erschlagen. Das Schreiben soll ja schließlich Spaß machen ;-) Beim Erstwunsch fände ich es sehr schön, eine fröhliche Cho zu sehen und nicht die Cho, die Harry kennenlernt und die ständig weint. Beim Zweitwunsch kann es gerne auch humorig werden. Schon mal vielen Dank! ^-^
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