Elfen Lied - Tales from the Red-Zone

von Harakuma
GeschichteDrama, Sci-Fi / P16 Slash
14.02.2019
24.02.2019
3
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Da stand ich also nun in den Lichtkegeln der Scheinwerfer. Gut ein Dutzend Männer standen mit erhobenen Gewehren um mich herum und rührten sich nicht. Jedoch stachen zwei von ihnen, unmittelbar aus der Masse hervor. Weglaufen konnte ich also nicht mehr, Angst und Verwirrung hatten mich gelähmt. Wie ein Tier hatten sie mich gejagt und sogar Hunde auf mich angesetzt und von denen sah ich zwar keine, aber hören konnte ich sie. Bellend und knurrend standen sie hinter den Autos und warteten nur darauf mich zu Boden zu reißen und still zu halten.  
"Wenn du kooperierst, wird dir nichts passieren.", sagte der erste Mann ohne Waffe und rückte seine Brille zurecht.,"Ich denke, das letzte was du willst, ist noch mehr Angst und Schmerzen zu ertragen."
Ich schluckte und sah mich verzweifelt um.
"Ich habe nichts getan.", wimmerte ich,"Lassen sie mich in Ruhe. Ich will nicht!"
Ich kauerte mich zusammen und versteckte mein Gesicht unter der Kapuze.
Die ersten Männer kamen mir näher. Sie trugen lange Stäbe mit sich die bedrohlich knisterten und ein anderer, trug einen langen Stock an dessen Ende eine Schlinge befestigt war.
"Ganz ruhig.", sagte einer,"Immer mit der Ruhe!"
Ich zuckte zurück, Panik breitete sich in mir aus.
"Nein.....geht weg!", rief ich und fuhr einen meiner Arme aus,"Geht alle weg!"
Doch sie hörten nicht auf mich. Und als der mit der Schlinge einen Schritt zu nahe kam,  schlug ich blitzschnell zu. Zwar riss ich ihn nicht in Stücke, aber ich hatte ihm kurzer Hand eines seiner Beine gebrochen. Der Stab mit der Schlinge ging laut scheppernd zu Boden, die anderen stürzten sich auf mich und warfen mich zu Boden. Meine Arme schlugen aus und ich konnte mich kurz befreien. Einer packte mich mit der Hand am Genick doch ich wand mich geschickt aus seinem Griff heraus und biss sogar zu.
"Auh! Er hat mich gebissen!", schrie er und warf mich zu Boden.
Der nächste stach kurz mit den knisternden Stock zu, ich zuckte ruckartig zusammen und warf den Kerl zu Boden. Nacheinander kamen wieder alle auf mich zu und wollten mir alle Fluchtwege abschneiden, doch ich lies es nicht zu. Ich wollte nur meine Ruhe haben und mich verstecken. Also schnappte ich mit den Stab mit der Schlinge und fuchtelte wild damit herum. Zwei, dreimal schlug ich mit dem Ding zu und konnte ein paar von ihnen erwischen, doch letztendlich, brachte es nichts. Es war aussichtslos und als wieder die knisternden Stöcke kamen, übermannte mich die Verzweiflung und ich begann zu weinen. Als ich davon rennen wollte, packte man mich mit der Schlinge am Fuß und ich viel zu Boden, schlug mir Knie und Nase auf und wurde weg geschleift. Zwar wehrte ich mich noch, doch das brachte nichts.
"Wir hätten lieber gleich kurzen Prozess machen sollen.", sagte der andere Mann ohne Waffe,"Die Jungs unter den Diclonius sind noch wilder und animalischer als die Mädchen. Beim letzten wurden sogar sechs Männer getötet."
"Glaubst du etwa, ich hätte das vergessen? Doch nach den neusten Angaben, sollte das hier vorerst der letzte männliche Diclonius sein. Bisher haben wir nur drei von ihnen und ich denke es wird sobald keine mehr geben."
"Hoffentlich hast du recht. Sobald wir die Königin endlich haben, sollte sich die Lage hoffentlich wieder beruhigen."

Ich wurde in einen speziellen Hubschrauber verfrachtet, auf eine Trage gefesselt und man setzte mir eine Maske auf, verband mir die Augen. Aber das alles hielt mich nicht davon ab mich zu wehren. Ich wand und krümmte mich so gut es nur ging, versuchte meine Arme zu Bewegen und mich zu befreien, doch es brachte nichts. Meine Angst steigerte sich immer weiter. Was hatten diese Leute mit mir vor? Wo brachten sie mich hin?
Noch hatte ich keine Ahnung, in was für einen Albtraum ich da geraten war. Als ich schließlich wieder erwachte, lag ich mit schmerzenden Kopf, auf einen kalten, Stahlboden. Hände, Füße und Hals, hatte man mir in Ketten gelegt und die hingen alle an der Wand. Bewegen konnte ich mich zwar wieder, doch nur eingeschränkt.
"Warum macht ihr das alles?!", schrie ich und versuchte die Ketten mit aller Kraft von de Wand zu reißen,"Ich will wieder nach draußen!"
Doch es kam keine Antwort.  "Vielleicht, lassen sie mich ja wieder raus, wenn ich mich selbst befreie, tobe und anfange zu schreien. Dann müssen sie einfach begreifen, dass ich mir das nicht gefallen lasse! Ja, so muss es doch sein!" Dann begann ich meine weiteren Versuche, mich von diesen Ketten zu befreien, versuchte sie durchzubeißen, doch das schmerzte nur.  Irgendwann, lag ich wieder entkräftet auf den Boden. Ich hatte aufgegeben, meine Gliedmaßen taten mir weh und ich wusste einfach nicht mehr weiter.

Zwei Jahre später, hockte ich immer noch in der Zelle, abgeschottet vom Rest der Welt. Die Mahlzeiten die man mir regelmäßig brachte, hatte ich nur halb gegessen und in alle Richtungen geschleudert, vor lauter Frust und Verzweiflung. Mit jedem Tag der Verging, mit jedem Monat der verstrich, wurde ich wilder, meine Gedanken wurden von meinen Instinkten nahe zu verschlungen, erloschen dann aber kurze Zeit später wieder, weil ich kaum noch Kraft in Armen und Beinen hatte. Auch meine Vektoren konnten mir hier nicht weiter helfen, denn dafür war ich einfach zu schwach.
Doch eines Tages, sollte sich mein Leben erneut verändern. Auch wenn ich die ganze Nacht damit beschäftigt war, mich zu übergeben und in meiner eigenen Kotze zu schlafen, gab ich die Hoffnung nach zwei Jahren immer noch nicht auf, das ich irgendwie aus diesem Albtraum entkommen konnte. Ein paar roter Augen, riss mich hoch, ich schrie und sprang drei Meter nach hinten. Es war ein Mädchen, ebenso wie ich gekleidet in Shorts und einem Operationshemd, das nur am Hals zugeschnürt wurde und den ganzen Rücken quasi frei lies. Sie hatte flammend rotes, kurzes Haar und mit ihren Augen hatte ich schon Bekanntschaft gemacht. An Armen und Beinen war sie mit Blut beschmiert und zu meiner Verwirrung, hatte auch sie Hörner, so wie ich. Natürlich war ich neugierig und wollte die Lage etwas genauer erkunden. Man musste dafür anmerken, das ich in meinen ganzen Leben, noch nie ein Mädchen gesehen hatte, zumindest nicht so nah und dann auch noch mit Hörnern. Man hatte mir nie etwas beigebracht. Die Leute im Waisenhaus haben mich ja stets nur ignoriert und missachtet, also tat ich es ihnen gleich und flüchtete immer nach draußen. Und somit, wurden mir Menschen immer fremder, da ich mich meist vor ihnen versteckte und meine Ruhe wollte.
Doch jetzt saß da dieses Mädchen und starrte mich mit neugierigen Blick an.
„Wer bist du und....wie kommst du hier rein?“, fragte ich barsch und versuchte meine Gedanken zu ordnen.
Ihr Blick wurde glasig und wanderte durch meine Zelle.
„Ich weiß nicht, wie ich hier her komme.“, sagte sie tonlos.
„Hat man dich auch, mit Stöcken geschlagen und angeschrien?“, hackte ich nach.
„Ich habe nur geschlafen.“, erwiderte sie,“Und als ich aufgewacht bin, war ich plötzlich hier.“
Ich war ihr gegenüber misstrauisch, aber das hatte nichts mit ihr persönlich zu tun. Allen Menschen war ich immer misstrauisch gegenüber getreten. Niemand wollte mir eine Antwort auf die Frage geben, woher ich eigentlich komme und warum ich diese Hörner hatte.
„Ich mag dich nicht.“, murmelte ich und drehte ihr den Rücken zu.
Es brauchte noch einmal zwei Jahre, bis ich diese Aussage wieder zurücknehmen würde.

Das Mädchen, was in meiner Zelle aufgetaucht war, hörte auf den Namen Mirakou und wurde von den Menschen nur mit „Nummer 4“ angesprochen. Ich war „Nummer 10“ und was es mit diesen Nummern auf sich hatte, wusste ich bis heute nicht. An Hand und Fuß hatte man mir bei meiner Ankunft je ein Band angebracht auf dem „Black Jackal“ stand, was auch immer das zu bedeuten hatte. Meinen richtigen Namen, hatte man mir aber verraten, denn den hatte man mir, nicht mal im Waisenhaus verraten. „Rayo“, so wurde ich offensichtlich getauft, aber das war es im Przinzip auch schon. Ich wusste weder woher ich kam, noch wie ich überhaupt im Waisenhaus, das in Kanagawa stand, gelandet war.
Innerhalb der nächsten zwei Jahre, nach der seltsamen Begegnung mit meiner Zellengenossin, lernte ich Mirakou etwas besser kennen. Den ganzen Tag unterhielt sie sich mit mir, erzählte mir jeden Morgen von ihren wirren Träumen die sie stets hatte und einfach nicht verstehen konnte. Ich teilte mein Essen mit ihr, jedes mal, wenn einer von uns zu diesen „Tests“ gerufen wurde, versprachen wir uns, stärker zu werden und irgendwann hier heraus zu kommen.

Doch eines Tages, kam sie eine lange Zeit nicht von einem der Tests zurück. Ich wurde nervös, begann mir Sorgen um sie zu machen und verbrachte den ganzen Tag damit, mich in jede Ecke der Zelle zu verkriechen, um etwas Ruhe zu finden, doch das war vergebens.
Am späten Nachmittag, lag ich halb schlafend an der Wand und bemerkte gar nicht wie das Tor meiner Zelle mit lauten knacken und donnern aufging und jemand herein kam. Es waren viele, kurze Schritte. Ein knirschen von Zähnen und ein knurren, was ich sonst nur von irgendwelchen Hunden von draußen kannte, erfüllte meine einst noch so ruhige Zelle mit Furcht und Entsetzen. Ich schreckte hoch und glaubte, ich wäre in einen Albtraum geschlittert. Vor mir, saßen noch mehr Menschen mit Hörnern und alle sahen mir zum verwechseln ähnlich. Die gleiche Haarfarbe, mit einigen kleinen Abweichungen, wie zum Beispiel minimale Verfärbungen in einzelnen Strähnen. Die Augenfarbe war auch kaum von meiner zu unterscheiden, aber die Farbe war etwas blasser. Außerdem hatten sie.......weniger menschliche, normale Zähne. Viel mehr glichen die wiederum den Zähnen von Raubtieren. Sie knurrten und fauchten, als hätten sie völlig den Verstand verloren. Einer von denen, kam auf alle Viere, auf mich zu und fing an mich zu beschnüffeln. Plötzlich schreckte er vor mir zurück und brüllte mich an.

Nach und nach löste sich die Gruppe auf und erkundete jeden Winkel meiner Zelle, wenn es denn großartig etwas zum erkunden gäbe. Einer von ihnen, hockte jedoch ruhig und schweigsam in einer Ecke und schien alles nur zu beobachten. Zwar hatte ich schon mit den Gedanken gespielt, mit ihm zu reden, aber dennoch lies ich es bleiben und hoffte nur, das Mirakou bald wieder zurückkam.
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