Efeuranke

von Ealdwine
OneshotAllgemein / P6
11.02.2019
11.02.2019
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Sie musste Grinsen, als sie die silberne Weihnachtskugel zum ersten Mal sah. Die Kugel hing an einer Efeuranke eines kleinen Eckhauses, an dem sie immer vorbei kam. Jeden Tag wollte sie eigentlich ein Post-it an die Mauer dahinter kleben. Mit einem Daumen hoch, einem Herz, irgendwie sowas.
Weihnachten kam, Weihnachten ging, doch trotzdem schaffte sie es nicht. Zu viel Stress, zu verpeilt, zu unsicher, ob es nicht doch eine doofe Idee war.
Eines Tages war die silberne Kugel dann weg. Sie war ein wenig traurig, irgendwie hatte sie den Anblick gemocht.
Der Schnee schmolz und machte Platz für Sonne und Regen. Ostern stand vor der Tür. Da fasste die junge Frau einen Entschluss – sie klaute ein buntes Plastikei aus der Osterkiste ihrer Mutter und hängte es an der Efeuranke auf.
Die ersten Tage passierte am Eckhaus nichts – das bunte Ei hing dort, niemand schien es großartig zu interessieren. Doch dann, eine knappe Woche, nachdem sie das Ei aufgehängt hatte, sah sie auf dem Nachhauseweg, dass ein Zettel an der Hauswand klebte.
Frohe Ostern, anonymer Eierspender!
Sie kramte einen Stift aus ihrer Tasche und fügte „Gleichfalls!“ hinzu.
Vielleicht war es Zufall, vielleicht Schicksal, vielleicht hatte sie auch einfach nur ein gutes Karma. Ohne, dass sie es bemerkte, hatte ein junger Mann die Haustür aufgemacht und beobachtete sie lächelnd (was, Anbetracht dessen, dass sie sich noch nicht ein Mal kannten, vielleicht irgendwie auch seltsam gewesen sein mag), erst als sie ihren Stift weggepackt hatte machte er sich mit einem leisen Räuspern bemerkbar. Erschrocken drehte sie sich um.
„Hallo.“ Er lächelte.
Ein vorsichtiges Lächeln schlich sich auf ihr Gesicht. „Hallo.“
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