I write sins, not tragedies

GeschichteRomanze / P18
Draco Malfoy Hermine Granger
11.02.2019
24.09.2020
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82.211
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16.09.2020 2.007
 
Hey ihr Süßen :)

Ich halte mich heute tatsächlich einmal sehr kurz, ich bin nämlich leider total im Stress. Die Arbeit nimmt mich komplett ein - es ist momentan echt ne turbulente Zeit und wenn man in den Nachrichten arbeitet, dann gibt es da leider kaum Pause. Ich hoffe, ich kann es so schnell wie möglich nachholen, eure ganzen, superlieben Kommentare zu beantworten <3 Ihr seid wirklich die Besten! Danke für alles!

Und jetzt geht es weiter. Mit dem vorletzten Kapitel dieser FF. Ist das zu glauben?

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen!

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KAPITEL 44: FINALE I

SAMSTAG.
”It’s too late.”

Hermine seufzte traurig, als sie ihren Blick noch einmal über die Schemen der Stadt wandern ließ. Wie beim letzten Mal war hier alles in ein warmes, gemütliches Licht getaucht. Die Laternen spiegelten sich glitzernd auf dem Wasser, das unter ihr hinwegrauschte. Sie folgte dem Wasser mit ihrem Blick, besah sich die vielen Brücken, die geschichtsträchtigen Häuser, die wenigen Menschen, die sich in der Winternacht herausgetraut hatten.

Ein wehmütiges Lächeln schlich sich auf Hermines Gesicht, als sie an die vielen Menschen dachte, die hier im Sommer noch unterwegs gewesen waren. Wie sehr wünschte sie sich, zu diesem Moment zurückzureisen.

Doch sie konnte nicht. Denn sie saß schon seit einer halben Ewigkeit trotz klirrender Kälte hier auf dieser Brücke – und konnte sich nicht rühren. Sie spürte bereits, wie ihre Oberschenkel schmerzten, wie der Wind durch ihre Kleider fuhr. Doch sie konnte nicht aufstehen.

Bitter lachte sie einmal auf. Was tat sie nur hier?

Sie konnte es sich selbst nicht erklären. Eigentlich hatte sie gar nicht herkommen wollen. Eigentlich hatte sie nicht einmal in diese Stadt reisen wollen. Doch als sie gestern erfahren hatte, dass sie ihn in London nicht finden würde, hatte sie einfach gehen müssen. Hals über Kopf hatte sie ihre Sachen gepackt und war appariert. Und in Budapest wieder aufgetaucht.

Als sie dies realisiert hatte, war tief in ihrem Inneren irgendetwas kaputtgegangen. Sie hatte geweint, geweint bis sie vor Tränen nichts mehr von der Schönheit der Stadt sehen konnte. Hermine wusste nicht, wie lange sie gestern Abend weinend durch die Stadt gestreift war. Irgendwann war sie in einer Sackgasse vor einem kleinen Hotel angekommen und hatte beschlossen, die Nacht dort zu verbringen. Auch, wenn sie keine Minute geschlafen hatte.

Er war weg. Sie schluckte, als der Gedanke sich in ihrem Kopf wieder materialisierte.

Sie war zu spät. Zu spät hatte sie erkannt, was sie für ihn empfand. Viel zu spät hatte sie sich eingestanden, dass ihr altes Leben, an dem sie so lange festgehalten hatte, schon eine ganze Weile flussabwärts getrieben war. Unaufhaltbar.

Wenn sie an die letzten Wochen zurückdachte, dann fand sie keine Worte mehr für sich selbst. Sie wusste, warum sie das alles getan hatte – und konnte es doch nicht erklären.

Sie hatte nicht loslassen können. Sie hatte die Hermine Granger sein wollen, die jeder von ihr erwartete, sie selbst aber gar nicht mehr war. Sie hatte sich in ihr altes Leben zurückgewünscht und es doch über Bord geworfen. Und während sie sich nicht hatte entscheiden können zwischen der alten und neuen Hermine Granger war sie zu der schrecklichsten Version ihrer selbst geworden.

Wie hatte sie nur so viele Menschen hintergehen können? Wie hatte sie Ron und Draco gleichzeitig so verletzten können? Wer – bei Merlin – war sie gewesen?

Wieder seufzte sie bitter und versteckte ihr vor Scham glühendes Gesicht in ihren Händen. Sie hatte wieder versucht, es irgendwie allen recht zu machen – und hatte alles falsch gemacht. Wann würde sie endlich zu sich und ihren Wünschen stehen können? Wann dachte sie nicht mehr an die Vergangenheit? Wann würde sie endlich zu der Frau werden, die sie wirklich sein wollte? Ohne daran zu denken, was die Öffentlichkeit von ihr dachte? Ohne Zweifel und der ständigen Frage, ob sie alles richtig machte in ihrem Leben?

Vorsichtig wischte sie die Tränen weg, die sich schon wieder den Weg über ihre Wangen bahnten. Vielleicht sollte sie jetzt damit anfangen. Vielleicht war es das, was sie gebraucht hatte. Schmerz, damit sie endlich loslassen konnte.

Aber was dieser Schmerz es wert? Hätte es nicht alles viel leichter sein können? Hatte Draco ihr nicht gesagt, was sie tun sollte? Nachdenken, sich über ihre Gefühle klar werden. Stattdessen hatte sie so getan, als könnte sie alles gleichzeitig regeln. Als würde sie über allem stehen.

Verdammt, sie verstand die Welt nicht mehr.

Aber sie hatte es verdient, das wusste sie. Sie hatte es verdient, dass sie nun so leiden musste.

„Granger?“

Hermines Kopf schnellte hoch und sah verwirrt zurück zum Brückengeländer.

Hermine musste sich unwillkürlich an dem Stahlträger, auf dem sie saß, festhalten, sonst wäre sie vermutlich heruntergerutscht. Ihr stockte der Atem, ihr Herz musste einen Augenblick lang stehen geblieben sein, um dann unkontrolliert nach vorn zu stolpern und in doppelter Geschwindigkeit zu schlagen. Ein kalter Schauer lief über ihren Rücken.

Sie konnte nicht glauben, was sie vor sich sah. Er war hier. In Budapest.

Unfähig, auch nur ein Wort zu sagen, sah sie ihn einfach nur an. Er sah aus wie sie ihn in Erinnerung hatte. Er trug noch einen Anzug, jedoch – und Hermine entlockte es ein schiefes Lächeln – ohne Krawatte und mit Sneakern. Seine Haare waren vom kalten Wind ein wenig zerzaust. Mit verschränkten Armen lehnte er am Geländer und fixierte sie. In seinen Augen fand sie kein bisschen Wärme, er sah sie so an, wie an dem Abend, als er sie in Dänemark aufgefordert hatte, mit ihm aus der Bar ins Hotel zu gehen. Abschätzend und kalt.

„Granger, du hast mir schon mein bisheriges, ruhiges Leben genommen, kannst du mir nicht wenigstens diese Stadt lassen?“, schnarrte er rau und wandte nun den Blick ab, um neben sich auf die Donau zu schauen.

Hermine schluckte. Ein stechendes Gefühl breitete sich in ihrem Magen aus, plötzlich wurde ihr schlecht. Sie hatte ihm sein bisheriges Leben genommen?

„Draco, ich –“, setzte sie an, doch verstummte wieder. Was sollte sie sagen? Was konnte sie ihm sagen, das wirklich ausdrückte, wie leid ihr all dies tat und wie sehr sie ihn zurück in ihrem Leben wollte?

Er sah sie immer noch nicht an, doch er seufzte leise und fuhr sich mit einem schmerzvollen Gesichtsausdruck durch die Haare.

„Granger, du hast alles von mir bekommen. Du warst meine Lüge und mein Versprechen, du warst mein Gift und gleichzeitig mein Lebenselixier. Ich weiß nicht, was du noch von mir haben willst, aber ich werde dir diese Stadt nicht geben.“

Hermine beobachtete mit klopfendem Herzen, wie er aufsah und sie wieder mit seinem Blick einnahm. Und dann sah sie es. Sie sah all seine Enttäuschung, seine Verzweiflung und seine Hilflosigkeit. Und all das nur wegen ihr.

Sie spürte bereits, wie die Tränen in ihre Augen stiegen, wie seine Gestalt verschwamm. Ihre Hände zitterten, als sie sie vom Stahlträger in ihren Schoß nahm. War es das, was er von ihr dachte? Dass sie sich all das nahm, worauf sie Lust hatte – ohne Rücksicht auf Verluste?

„Ich habe keine Ahnung, was du hier willst, aber ich glaube, es ist besser, du gehst wieder. Wir sind hier fertig.“

Seine Worte waren wie eine Ohrfeige. Sie hallten durch den Moment und trafen sie mit voller Wucht. Er wollte, dass sie ging. Getroffen sah sie auf den Asphalt unter ihren Füßen und registrierte am Rande, wie er sich seufzend vom Geländer abstieß und sich zum Gehen wandte.

Wieder spürte sie dieses Gefühl in ihrer Brust, ein undefinierbares Ziehen. Ihr Herz klopfte wie verrückt. Sie zwang sich, aufzusehen und blickte seiner großen, schmalen Gestalt hinterher, wie er sich langsam, aber zielstrebig den Weg über die Brücke bahnte.

Und sie wusste, dass dies nicht das Letzte sein konnte, was sie von ihm sah. So niederschmetternd seine Worte auch gewesen waren, sie musste es ihm sagen. Auch wenn er es nicht hören wollte. Auch wenn er vermutlich ihre Worte nahm und sie in die Fluten werfen würde. Sie konnte ihn so nicht gehen lassen.

Also sprang sie auf und stürmte ihm hinterher – angetrieben von ihrem wildklopfenden Herzen.

„Draco!“, rief sie außer Atem und sah, wie er sich mit einem verwirrten Gesichtsausdruck herumdrehte. Wenige Sekunden später stand sie vor ihm.

Völlig außer Atem sah sie ihn an, versuchte irgendetwas in seinem Gesicht zu lesen, doch sie konnte nichts finden. Gar nichts. Tief atmete sie durch und schloss für einen Moment die Augen, um sich zu sammeln. Sie musste das nun tun. Dies war ihre letzte Chance.

Mit einem letzten tiefen Atemzug öffnete sie ihre Augen wieder und schaute fest in seine.

„Es tut mir so leid.“ Hermine atmete zischend aus, als sie die Worte endlich gesagt hatte, hielt aber nicht lange inne. „Ich war ein Monster. Ich und Ron – das war schon lange nicht mehr das, was es mal war. Ich habe ihn schon lange nicht mehr geliebt. Und trotzdem habe ich mich an ihm festgeklammert. An mein altes Leben geklammert, obwohl ich doch schon lange ein neues begonnen hatte. Ein Leben mit dir, Draco.“

„Es ist zu spät dafür, Granger.“ Seine harte Stimme schnitt ihr die Worte ab. Steif stand sie da, erschlagen von seinen Worten und sah ihn an – ihr Herz klopfte wild.

„Sieh mich nicht so an! Das, was du mir da gerade erzählst, dass wussten wir beide schon vor Monaten, Granger. Versuch‘ gar nicht erst, es zu leugnen. Du wusstest es. Und trotzdem konntest du nicht aus deiner beschissenen Engstirnigkeit heraus. Du hast dir das Leben so gemacht, wie es dir passt – ohne Rücksicht auf irgendwelche Verluste.“

Er spuckte die Worte vor ihre Füße. Die Worte, die sie verdient hatte zu hören. Denn er hatte Recht. In allem, was er sagte, hatte er Recht. Sie hatte es sich viel zu spät eingestanden.

„Ich habe dir so viel Verständnis gegeben, ich habe dir Zeit gelassen, um dir klar zu werden. Nichts davon hast du getan, Hermine“ – über Hermines Körper lief ein Schauer, als er ihren Vornamen benutzte – „Du konntest keine Eingeständnisse machen, nicht mal einen Schritt in irgendeine Richtung setzen. Ganz ehrlich, war das für dich alles nur ein Spiel?“

Seine grauen Augen blitzten zu ihr herüber und sie fühlte sich mit einem Mal wieder wie in der Schule – als von Draco wirkliche Gefahr ausgegangen und sie nur irgendein Mädchen gewesen war.

„Draco, nein, ich – ich wollte nicht mit dir spielen. Ich habe mich verlaufen, wusste nicht mehr, was ich denken sollte. Ich stand zwischen meinem alten und meinem neuen Leben“, brachte sie kläglich hervor. Sie fühlte sich schrecklich. Das hier war schlimmer als Ginnys oder Rons Schimpftiraden. Das hier war fast nicht auszuhalten und schmerzte sie beinahe körperlich.

„Hast du auch mal daran gedacht, dass auch ich ein verdammtes Leben hatte? Dass ich vielleicht auch irgendwelche Gefühle in der Sache hatte?“, er lachte bitter auf, als er diese Frage stellte. „Nein, wahrscheinlich nicht. Wahrscheinlich bin ich für dich immer noch der böse Draco Malfoy mit dem Herzen aus Eis.“

Hermine kniff bei seinen Worten die Augen zusammen und versteckte ihr Gesicht in ihren Händen. Die Tränen begannen erneut, unaufhaltsam ihre Wangen hinabzufließen. Nein. Nein, das war absolut nicht das, was sie von ihm dachte.

„Das bist du nicht für mich“, sagte sie schwach, war sich aber nicht sicher, ob er es gehört hatte.

„Was bin ich dann für dich, Hermine?“, rief er laut gegen den Wind. Die Verzweiflung und die Wut in seiner Stimme ließen Hermines Herz zu Eis gefrieren. „Warum zur Hölle bist du hier?“

_______

Jaaa, ihr Lieben, ich weiß. Es ist verdammt kitschig, dass die beiden sich in Budapest wiedersehen :D Aber naja, für Draco hat die Stadt eine große Bedeutung - auch schon vor Hermine. Und für Hermine ist sie eine glückliche Erinnerung. Sie hat ja nicht mal nach ihm gesucht, sondern wollte sich einfach selbst retten - und naja, beide treffen sich an seinem Lieblingsplatz wieder! Lasst mich auch ein bisschen Kitsch haben, hihi :)

... vor allem: So viel Kitsch gibt es ja gar nicht :D Draco ist absolut nicht amused. Könnt ihr ihn verstehen? Meint ihr, er wird Hermine verzeihen?

Wir sehen uns nächste Woche zum großen Fiiiiiiinale! Wuhu!

Bis dahin bin ich ganz gespannt auf euer Feedback :)
Drück euch!
Koko
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