Meine Abenteuer an der Hotelrezeption.

von KCSparks
GeschichteHumor, Mystery / P12
10.02.2019
14.02.2019
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Ich hasse Telefonieren. Habe ich immer, werde ich auch immer. Wir haben bei uns insgesamt 4 Apparate, und manchmal klingeln alle gleichzeitig.
Ich schwöre manchmal komme ich nachhause und habe ich Phantomklingeln, oder schrecke mitten in der Nacht auf, nehme mein Handy, halte es ans Ohr obwohl es nicht klingelt und Spule meinen Text ab.
„Das Hotel „Am Ende der Welt“, mein Name ist KC, guten Tag was kann ich für Sie tun?“
Auch bei meinem Freund hat sich der Umgang mit dieser Situation bereits automatisiert, er tätschelt mir dann im Schlaf das Bein, zieht mich wieder unter die Decke, in seinen Arm und schnarcht weiter.
Besonders schlimm wird es ab 17:00. dann haben die „Puffer“ Feierabend. Also Reservierung, Verkauf, und alle Leute die Reservierung und Telefon Gesprächen entgegennehmen. Und alle Abteilungen stellen ihre Telefone ein so das zu uns umgeleitet wird.
17:00 beginnt das klingeln, und es hört nicht auf. Ich habe eine ganze Weile regelmäßig 2x die Woche Nachtschicht gehabt, uns selbst dann noch. Kaum zu glauben, aber selbst nachts um 3 bekomme ich anrufe.
Es gibt verschiedene Arten von nächtlichen Anrufen.

Nummer 1.
Ich-bin-gerade-Wach-und-könnte-ja-mal-was-klären:

„Das Hotel „am Ende der Welt“, mein Name ist KC, gute Nacht, was kann ich für Sie tun?“
„Hallo. Also, ähhh... ich hätte da mal eine Frage.“ eine Frage um, ich sehe auf die Uhr, 3:47, das muss ja wichtig sein. Ich hätte da auch eine Frage. Was stimmt nicht mit ihnen?
„Natürlich wie kann ich Ihnen weiterhelfen?“
Schlaftabletten vielleicht?
„Also ich würde gerne bei Ihnen für Samstag zum Frühstück einen Tisch für 6 Personen Reservieren.“
Warum?! Wie zur Hölle kommt man kurz vor 4 auf die Idee, einen Tisch irgendwo zu reservieren? Was geht in so Menschen vor? Es war Montag! Da war noch fast ne ganze Woche Zeit um und *Tagsüber* anzurufen! Schreckt er wie ich nachts auf, nur dass er den Gedanken hat „ich muss Frühstück reservieren!“
Warum?!
„Ich muss sie da leider enttäuschen (sie wahnsinniger Soziopath), ich bin hier die Rezeption. Ich mache keine Reservierungen. Das Restaurant ist zu (denn die schlafen, neue Erfindung, kann ich nur empfehlen. Tut gut.) rufen sie doch bitte in unseren Geschäftszeiten an (wie jeder andere auch).“
„Hmmm ja. Ok. Gute Nacht“
Trauriger Weise ist das gar nicht so selten. Ebenfalls rufen des Öfteren Leute an, die auf Werbeprospekte reagieren.
„Wie viele Quadratmeter hat denn der Seminarraum?“
„fragen sie doch morgen nochmal nach, mein Chef hat ein Faible für Ausflüge mit seinem Zollstock“

Nummer 2.
Ich-bin-betrunken-und-brauche-noch-ein-Zimmer:

„Das „Hotel am Ende der Welt“ mein Name ist KC, eine gute Nacht was kann ich für Sie tun?“
„Wo ssssin ssie denn?“
„Und wo sind sie?“
„Wir brauchen ein Simmer“
„Mhm... wie viele Personen?“ ich ahne es schon, denn ich höre eine weibliche Stimme kichern.
„Swei“ aha. Das sind alle Infos die ich brauche.
„wir haben leider nichts mehr Frei“ haben wir schon, aber ich darf betrunkene Partypeople sowieso nicht einchecken. Dann schickt uns die Hausdame per Mail immer „Beweisbilder“ von den Vollgekotzten Zimmern, darauf kann ich verzichten.
Ne ne die kommen aus der Stadt wollen nur noch nicht nach Hause.
„Ihr habt doch so viele Zimmer. Ihr habt gar nichts?“
„Nö“
„Aber“
„Ich wünsche eine gute Nacht.“

Nummer 3:.
Haha-ich-liebe-Scherzanrufe-Haha:

„Das „Hotel am Ende der Welt, eine gute Nacht, mein Name ist KC was kann ich für Sie tun?“
„Naaa Püppchen? Welche Farbe hat den Höschen?“
-ich lege auf und, lese mein Buch weiter-

Nummer 4.
Ich-bin-gerade-sauer-und -brauche-einen-Sündenbock:

„Das „Hotel am Ende der Welt, eine gute Nacht, mein Name ist KC was kann ich für Sie tun?“
„WAS ERLAUBEN SIE SICH EIGENTLICH? DAS SIE GÄSTE SO BEHANDELN IST JA DIE HÖHE.“
Ich legte den Hörer auf den Tisch und wartete bis sich wer auch immer ausgetobt hat, keine Sorge, ich höre ihn auch ohne Lautsprecher. Als ich dann nichts mehr höre hebe ich es wieder ans Ohr.
„Also was genau ist denn das Problem?“
„ICH HABE KEINE BESTÄTIGUNG FÜR MEIN ZIMMER BEKOMMEN“
Ich halte den Hörer ein Stück von meinem Ohr weg.
„Wenn sie mir nochmal ihren Nachnamen sagen würden...“
„ICH HABE IHN IHNEN DOCH SCHON GESAGT! MACHEN SIE IHREN JOB, SIE...“
Ich lege wieder auf und schaue auf den Überwachungsbildschirm, wir spielen „Wo ist Walter? -  die Security-Edition“. Die Spielregeln sind einfach, er die Kollegen auf den Bildern als erstes entdeckt, kriegt einen Keks.
2 Minuten später klingelt es. Ich erkenne die Nummer. Ich hebe nicht ab, sondern schalte den Apparat stumm.
Wie lange man es wohl dauert bis den Schreihals die Puste ausgeht? Oder ihm ein Aneurysma platzt? Ich sehe die Security an. Er schaut zurück, und wir Zucken beide zeitgleich mit den Schultern.
Einer von beiden, er hat einen schweren russischen Akzent. „Ich glaube, muss er erstmal lernen, wie man redet mit Lady.“
Ich strahle ihn an. „Oh wie süß. Danke!“ Ich verstehe mich nicht mit allen von seiner Truppe so gut, aber er war ein lieber Teddybär.
Er zwinkert freundlich. „Walter“ sagt der andere kurz darauf, und nimmt sich einen Keks.
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