~Lost~

GeschichteDrama, Familie / P16
OC (Own Character) Suga
09.02.2019
13.06.2019
40
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Mein Herz klopft wild, denn ich kann immer noch nicht glauben das es gerade wirklich passiert. Es muss einfach ein Traum sein. Und dennoch spüre ich wie die kühle Nachtluft über meine Arme streicht, denn ich habe immer noch die Schlafsachen an. Okay also kein Traum. Das heißt das Yoongi da wirklich vor mir läuft. Und das heißt auch, dass ich gleich das lerne was ich schon immer wollte. Schon seitdem ich denken kann wollte ich Klavier spielen lernen, ich weiß zwar nicht warum, aber es ist einfach so. Doch leider hatte meine Mutter weder Geld dafür mich in den Unterricht zu schicken noch mir einfach ein Keyboard zu kaufen. Irgendwann habe ich mich zwar damit abgefunden, dennoch blieb der Wunsch immer. Und nun stehe ich kurz davor es endlich zu lernen und dann noch von meinem Idol. Ich kann mein Glück einfach nicht fassen. Mein Herz macht vor lauter Freude auch noch ein paar Loopings und wenn ich nicht ehe noch sehr wach gewesen wäre, wäre ich es jetzt spätestens. Mein ganzer Körper tut vor Freude weh und ich weiß nicht wann ich das letzte Mal so empfunden hatte. Wenn ich könnte würde ich jetzt auch noch ein paar Mal in die Luft springen, aber ich glaube dann würde ich wirklich als verrückt gelten. Und da ich nicht will das er das wirklich von mir denkt, versuche ich so ruhig wie möglich einfach neben ihm her zu gehen. Wir laufen draußen im Garten einen Weg entlang und am ende von diesen kann ich auch schon ein kleines Haus sehen. Da wird wahrscheinlich sein Klavier stehen.

Und so ist es tatsächlich. Yoongi hat mich in einen kleinen Raum geführt und dort das Licht angemacht. Das einzige was sich in diesem Raum befindet ist das Klavier. Doch obwohl nur das Klavier mit der Sitzbank sich dort befindet, wirkt er nicht leer. Es ist so als ob dieser Raum nur das braucht. Nun bekomme ich etwas Angst. Was wenn ich es einfach nicht kann? Was wenn ich zu dumm bin es zu begreifen? Aber gut ich werde es nur herausfinden, wenn ich es probiere.

Während ich so in meinen Gedanken war, hat sich Yoongi schon hingesetzt. Nun schaut er mich auffordernd an. Ich atme nochmal tief durch und probiere mein freudig schlagendes Herz zu beruhigen und setze mich dann neben ihn. „Gibt es ein Lied, das du unbedingt lernen willst?“, fragt er mich dann auch schon direkt. Irgendwie überrascht mich seine Direktheit, denn ich hätte es nicht erwartet. Darum schaue ich ihn, mal wieder mit großen Augen an. Mensch Körper, warum kannst du nicht einmal gelassen bleiben? Er hat dich nur gefragt welches Lied ich lernen will, nicht dass er mich umbringt. Bleib also mal ganz ruhig. „Ja es gibt eins.“, sage ich zögerlich, denn ich weiß nicht ob ich es wirklich aussprechen soll. Klar er hat mich zwar gefragt, aber mir wird trotzdem total flau im Magen, wenn ich daran denke. Ich meine es wäre das größte für mich und ich würde es auch lieben meine Mutter damit zu überraschen, doch weiß ich nicht wie er darauf reagiert. Einmal hat er in einem Interview gesagt, das dieses Lied nie wieder gespielt wird. Leider hatte er damals nicht erklärt warum. Doch er wurde nie danach gefragt, weil er jeden der damit nur angefangen hat einen Vernichtenden Blick zugeworfen hat. Somit hat sich die ARMY natürlich gefragt was es mit diesem Lied auf sich hat, doch diese frage wurde nie beantwortet. Deswegen lebt, auch nach all den Jahren, immer noch ein Mysterium um dieses Lied. Doch warum sollte ich mein glück nicht versuchen, immer hin ist das ganze ja schon Jahre her.

„Und welches ist es?“, fragt er nach. Ich muss leicht zusammenzucken als ich seine Stimme höre. Warum vertiefe ich mich eigentlich immer so in meine Gedanken? „Butterfly.“, sage ich mit ganz leiser Stimme, also eigentlich flüstere ich es. Da er mich einfach nur perplex anschaut, frage ich mich ob er es wirklich verstanden hat und wenn ja was er nun mit mir macht? Vielleicht schmeißt er mich gleich aus dem Raum raus und ich darf nie wieder mit ihm sprechen. Schon die Vorstellung zerreißt irgendwie mein Herz, denn ich will nicht das ich nur durch ein Wort, das hier kaputt gemacht habe. Ich weiß zwar auch nicht was das hier eigentlich ist. Doch aus unerklärlichen Gründen fühle ich mich in seiner Nähe sicher und geborgen. Und dies obwohl er eigentlich ausstrahlt das er sich für niemanden interessiert. Mein Herz rast immer noch, dazu geht mein Atem jetzt auch noch gefährlich schnell und ich kann spüren wie sich mein ganzer Körper erhitzt. Es dauert Ewigkeiten bis er mir antwortet. Gefühlt ist es bestimmt eine Stunde. Das einzige was er zu mir sagt oder mich besser gesagt fragt ist „Warum?“. Dabei hört er sich so gebrochen an. Es ist das erste Mal, das ich seinen Schmerz, der sonst in seinen Augen liegt, auch in seiner Stimme höre. Dieser Schmerz muss sehr tief sitzen, wenn er schon ein dauerhafter Ausdruck ist, doch in diesen Moment habe ich das Gefühl, das er nochmal um einiges zugenommen hat. Das würde zumindest erklären warum seine sonst schon so helle Haut, kreidebleich geworden ist, seine Pupillen sich geweitet haben, sein Körper anfängt zu zittern und es in seinen Augen verräterisch glitzert. Nun bereue ich es wirklich ihn danach gefragt zu haben, ich hätte ja nicht ahnen können wie sehr es ihn verletzt. Dennoch will ich ihm sagen wofür ich das mache. „Es ist das Lieblingslied von meiner Mutter und ich würde sie gerne damit überraschen. Sie ist alles was ich habe und ich bin alles was sie hat. Sie meint immer zu mir das ich ihr kleiner Schmetterling bin und sie Angst hat mich zu verlieren. Deswegen hat sie mir auch das hier geschenkt.“ Zum ende meines gesprochenen, hole ich unter meinem T-Shirt die Kette hervor die ich immer Trage. Es ist ein kleiner Goldener Schmetterling. Er passt zu ihrer Kette, die sie trägt. Es ist eine zierliche mit einen Y Anhänger. So haben wir immer etwas was uns an den anderen erinnert. Während ich mir den Schmetterling anschaue, merke ich erst wie sehr ich sie vermisse, obwohl wir noch nicht lange getrennt sind. Doch ich vermisse sie einfach. Wie gerne würde ich das alles hier mit ihr teilen. Wie gerne würde ich ihr Gesicht sehen, wenn sie BTS so nahe sein kann. Doch das geht natürlich nicht. Das muss bis Weihnachten warten, doch die 4 Monate bis dahin kommen mir jetzt schon ewig lang vor. Langsam streichele ich über den Anhänger und es ist fast so als würde ich meine Mutter berühren. Es fühlt sich an wie eine Umarmung, in der sie mir sagt, egal was passiert ich liebe dich immer.

„Es geht nicht.“, sagt Yoongi ruhig und mustert mich von oben bis unten. Ich bemerke das sein eines Augenlied anfängt zu zucken. Es sieht so aus als müsste er sich sehr anstrengen, allerdings habe ich keine Ahnung wofür. Schließlich sitzen wir hier immer noch gemeinsam am Klavier und schweigen uns mehr an als wir reden. „Das verstehe ich.“, sage ich wieder nach einer Weile. Und das tue ich wirklich, denn jemand wie Yoongi fängt nicht einfach ohne Grund an fast zu weinen, es muss einen Grund haben. Einen sehr tiefen und schmerzhaften. Doch ich bin die falsche dafür, um es herauszufinden und ihm dabei zu helfen. Denn immerhin bin ich ein Teenager und er ein erwachsener Mann, was soll ich da schon groß ausrichten können. „Wie wäre es mit Lost?“, frage ich dann um ihn und mich abzulenken. Er nickt nur und fängt an es zu spielen. Leider muss ich sagen, dass es sich bei ihm um einiges besser anhört als bei Bobby, denn bei ihm ist noch so viel mehr Gefühl drin. Deswegen muss ich mich auch echt zusammenreißen, um nicht gleich los zu weinen. Nachdem er fertig ist, schaut er mich an und fragt „Na, willst du es auch einmal probieren.“ Doch da ich immer noch so gefesselt von dem Lied bin, nicke ich nur. Yoongi nimmt daraufhin meine Hände und legt sie auf die Tastatur. Dann fängt er an mir zu erklären was ich wann wie machen muss.

„Ach hier seid ihr.“ Mal wieder muss ich zusammenzucken denn ich hatte ihn tatsächlich nicht kommen hören. Jimin kommt näher zu uns heran und seine Blicke wandern zwischen Yoongi und mir fragend hin und her. War es falsch hier mit Yoongi zu sein? Hätte ich das hier nicht sehen sollen? „Ich habe ihr nur etwas auf dem Klavier gezeigt.“, sagt Yoongi trocken und steht auf. Er verlässt einfach ohne ein weiteres Wort den Raum. Es fühlt sich komisch an, das Yoongi jetzt auf einmal weg ist, denn seine Nähe hat mir irgendwie gutgetan. Es hat sich so angefühlt als würde er mich beschützen, denn als er gemerkt hat das mir bei Lost Tränen kamen, hat er ohne ein Wort mich einfach in die Arme genommen und gesagt „Alles wird gut. Dafür sorge ich. Das verspreche ich.“ Ich weiß nicht genau was er damit meint, denn schließlich kennt er ja weder mich noch mein Leben, doch es hat sich gut angefühlt. Es ist komisch jemanden, außer meiner Mutter, zu haben der sich so um mich sorgt und anscheinend auch kümmert. Dennoch schmerzt es das er einfach ohne ein Wort nun gegangen ist. Ich fühle mich seltsam leer, so als wurde mir was weggenommen. Doch was ist das nur?

„Kommst du dann?“ Ich habe gar nicht bemerkt wie Jimin seine Hand auf meine Schulter gelegt hat. Meine Haut kribbelt voller Freude unter seiner Hand. Da ich mal wieder nicht sprechen kann, nicke ich nur und folge ihm zurück ins Haus. Dort angekommen mache ich mich schnell im Bad fertigt. Nachdem ich dann wieder aus dem Bad trete sehe ich schon das die anderen unten auf mich warten. Da wir anscheinend schon zu spät dran sind, Verzichte ich auf das Frühstück und gehe einfach mit ihnen los.

Wie von Jimin versprochen fährt er uns zur Schule. Als wir dann alle gemeinsam Aussteigen merke ich wie die Blicke der anderen Schüler auf mir liegen. Ich meine wirklich auf mir. Nicht auf Sana oder Sehun, nein ganz allein auf mir. Warum? Was ist so komisch an mir? Sana nimmt meine Hand und zieht mich in das Schulgebäude rein, ehe ich mir weiter darüber Gedanken machen kann.

Nachdem wir uns auf unsere Plätze gesetzt haben, guckt sie mich auch schon mit großen erwartungsvollen Augen an. „Was?“, frage ich sie nur, da ich nicht ganz verstehe was ihr Problem ist. „Was haben du und Yoongi denn gemacht?“, fragt sie während sie dabei eine Augenbraue nach oben zieht. „Er hat mir nur etwas gezeigt wie man Klavier spielt.“ Und nun sehe ich etwas was ich noch nie bei Sana gesehen habe. Ihr Mund steht offen, ihre Augen sind immer noch weit geöffnet und sie bewegt sich keinen Millimeter. So erschrocken oder erstaunt habe ich sie noch nie gesehen, denn meistens hatte sie immer eine Vorahnung von dem was ich ihr erzählen werde. Doch dieses Mal anscheinend nicht. „Was hat er?“, fragt sie nach einer Ewigkeit. Doch es kommt nur geflüstert aus ihrem Mund. Warum ist sie denn so geschockt? Da ich gerne wissen möchte was daran so besonders ist wiederhole ich natürlich meine Worte wieder. „Er hat mir gezeigt wie man Klavier spielt.“ Nun macht Sana endlich ihren Mund zu, doch starrt sie mich immer noch komisch an. War es doch falsch? In meinen Körper macht sich ein ungutes Gefühl breit. Hatte ich eine Grenze übertreten, von der ich nichts wusste? „Ist das was schlimmes?“, frage ich sie, nachdem sie mich auch nach weiteren Minuten einfach nur anschweigt.  „Nein…. Also Nein ich denke nicht.“, spricht sie nur zögerlich und das flaue Gefühl in meinen Magen nimmt zu. War es also doch falschgewesen? Doch warum hat er es mir dann angeboten? „Was meinst du mit ich denke nicht?“ „Naja normalerweise interessiert sich Yoongi für niemanden groß. Nur Bobby. Er ist der einzige der seine Aufmerksamkeit bekommt. Ich bin mir nicht einmal sicher ob er überhaupt Sehuns und meinen Namen kennt, denn er hat noch nie mit uns gesprochen. Er ist immer irgendwie in seiner eigenen Welt. Einmal habe ich auch gehört wie Namjoon das zu Jimin gesagt hat. Kurz darauf hat er angefangen Bobby das Klavier spielen bei zu bringen. Und nun redet er mit dir, obwohl du gestern das erstmal da warst. Ich bin einfach nur überrascht.“ Nun bin ich diejenige die sie anstarrt. Er redet sonst mit keinem, warum dann mit mir? Warum hat er mir das dann auch noch gezeigt? Mir läuft ein Schauer über den Rücken. Einerseits da ich anscheinend etwas Außergewöhnliches erfahren und zum anderen da ich zum ersten Mal etwas in Sanas stimme gehört habe, was ich sonst nur von anderen kenne. Eifersucht. Doch worauf? Und warum war er so zu mir? An mir ist doch nichts Besonderes. Wenn mich noch nicht einmal mein Vater kennen lernen will, kann ich auch nicht gut sein. Was war es also das Yoongi dazu ermutigt hat mit mir zu reden? Bin ich vielleicht doch etwas Besonderes, zumindest für ihn?
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