Bring the band back together

GeschichteAllgemein / P18 Slash
09.02.2019
06.02.2020
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Nun bevor es losgeht. Wie man der Kurzbeschreibung entnehmen kann, entspricht die Lore dem Stand der Bastet Kurzgeschichte. Ich versuche mich weitgehend an die Lore zu halten und daher kann es sein, dass auch mal etwas nicht der Lore entspricht, da ich es nicht weiß oder es mir selber ausdenke. Bevor gefragt wird. Nein es hat rein gar nichts mit meinen Overwatch Geschichten zu tun und erzählt eine ganz eigene(Lore aktuelle) Geschichte. Nein es wird dieses Mal kein Reaper76 geben, da ich davon ausgehe das Gabriel hetero ist. Die Pairings stehen noch alle aus. Und an alle die Mchanzo, Reaper76 und Gency shippen. Ruhig Blut. Ich werde diese drei Pairrings in meiner aktuell laufenden Geschichte beibehalten. Jede Handlung oder Charakter, die nichts mit der Lore zu tun haben sind aus meiner Gedankenquelle frei erfunden. Ihr dürft und das ist kein Muss auch Feedback geben. Darüber würde ich mich am meisten freuen.
LG
Queenie

Zürich 6 Jahre zuvor

Angela saß zusammengekauert im Sessel. Ihr war nicht einmal nach ihrer Lieblingsschokolade, obwohl diese sie ein wenig getröstet hätte. Zu tief saß der Schock beim Anblick der Bilder, welche das zerstörte Overwatch Hauptquartier zeigten. Die ehemalige Chefärztin der Einheit hatte aufgehört zu zählen, die wievielte Meldung es war und wollte sich gar nicht ausmalen, wie viele Meldungen noch folgen würden.
„Berichten zu Folge wird in den kommenden Tagen ein Bergungsteam losgeschickt um die Toten zu bergen und Überlebende zu sichern, falls es welche geben wird. Aber bei diesem Ausmaß der Explosion, befürchte ich, dass es keinen gibt, der das überlebt habt. Auch geht man davon aus, dass sich sowohl Commander Morrison als auch Commander Reyes unter den Opfern befinden. Ich gebe damit zurück ins Studio.“ Angela wollte das nicht mehr hören. Sie zog ihre Beine noch fester an sich und vergrub den Kopf in ihren Schoß. Eine einzelne Träne fand ihren Weg und weitere würden folgen.

Dichter Rauch, beißend, der in den Lungen schmerzte und jedem, auch einem Supersoldaten die Sicht nahm, brannte sich in Jacks Lunge. Unter starken Schmerzen und großen Kraftaufwand hatte er sich aus dem Trümmern befreit und zog sich an den zerstörten Überresten dessen hoch, was mal ein Teil der ersten Etage gewesen sein musste. Wie lange er unter dem Trümmerhaufen gelegen hatte, wusste er nicht. Blut lief ihm über das Gesicht und eine tiefe Wunde klaffte darin. Es war ihm egal. Er würde sich darum kümmern, wenn die Zeit dafür wäre. Zunächst musste er weg von hier. Die Schmerzen ignorierend suchte er das Weite.

Die Beerdigungen für beide Commander waren im kleinen Rahmen gehalten worden. Still und ohne Presse und Fotografen hatte man etwas gefundene Kleidung der beiden verbrannt, in Urnen gefüllt und diese jeweils auf den jeweiligen Nationalfriedhöfen ihrer zugehörigen Staaten begraben. Auch hatte man der Öffentlichkeit erklärt, dass dies nur symbolisch sei, da die Leichen der beiden nicht gefunden worden waren. Nun war es an Winston das Wort zu erheben und eine Rede zu halten. Dies hatte zuvor, wenn auch sehr schweren Herzens, Jesse übernommen. Seine Rede war, für jemanden wie ihn, sehr bewegend gewesen. Er tauschte sich darüber mit Reinhardt aus. Der hünenhafte Mann blickte zu dem Cowboy und konnte es ihm nicht verübeln. Reyes hatte den Mann aus der Scheiße gezogen und zu dem gemacht, was er inzwischen war. Der Latino war nicht nur ein Vorgesetzter gewesen. Sondern auch Mentor, Freund und wie ein Vater für Jesse. Reyes hatte sogar ihn persönlich ausgewählt, damit er nach Ana suchte. Ohne Erfolg.

Winstons räusperte sich und hatte nun die volle Aufmerksamkeit. „Liebe Trauergemeinde. Ich bin kein Mann großer Reden. Vor allem nicht in einem Moment wie diesen, da es mir wirklich schwer fällt zu sagen, was in mir vorgeht. Aber wir sind uns alle einig. Wir alle werden John Francis, den viele nur als Jack kannten, schmerzlich vermissen. Jo.. ich meine Jack war nicht nur ein Sohn, Freund, Klassenkamerad, Nachbar oder Commander. Er war ein strahlendes Beispiel dafür, was man erreichen kann, wenn man zusammenarbeitet. Er hat uns zwanzig Jahre lang durch alle Höhen und Tiefen gebracht. Und selbst als Overwatch am Ende war und die Welt uns als Sündenbock gesehen hat, hat er den Mut und die Hoffnung nicht aufgegeben, dass der alte Ruhm von Overwatch in neuem Glanz erstrahlen kann. Vielleicht nicht heute aber vielleicht irgendwann. Ein weiser Mann sagte mir mal, akzeptiere die Welt nicht so wie sie zu sein scheint. Habe den Mut sie so zu sehen, wie sie sein könnte. Und wir alle oder die meisten von uns, können sagen, dass nicht nur Jack, sondern wir alle diesen Worten gefolgt sind. Danke.“ Der Beifall war kaum zu übertönen, als Winston sich wieder setzte Lena die neben ihm saß schniefte Laut. „Das nennst du keine große Rede.“ Sie schluckte hörbar. „Das kam ja wirklich von Herzen.“ Der Gorilla beugte sich zu ihr. „Um ehrlich zu sein. Es kam aus dem Kopf und dem Herzen. Ich hab es mir vorher aufgeschrieben, weil ich so nervös war“, raunte er nur für sie hörbar und bekam sogar ein kleines Kichern als Antwort.

Gefasst hatte die Britin Abschied genommen, als sie sich als letztes von Torbjörn, Reinhardt und Angela trennte. „Also dann. Das war es dann wohl“, sagte sie zu den beiden Männern. Angela war schon vorgegangen, da sie sonst ihren Flug nach Zürich verpassen würde. „Jetzt lass nicht den Kopf hängen. Das tut dem Nacken nicht gut. Vor allem wenn nicht mehr so knackig ist“, scherzte Reinhardt. „Haha. In Ordnung. Ich werde diesen Tipp beherzigen.“ Sie winkte den Männern zum Abschied und zappte sich ein Stück weg. „Hey Lena. Denk immer daran“, schrie Torbjörn ihr nach. „Die Kavallerie ist da“, rief die Britin zurück und war irgendwann mit dem nächsten Aufleuchten ihres Chronobeschleunigers verschwunden.

Kairo, Ägypten im Frühjahr 2076

Ana summte leise etwas vor sich hin, während sie Tee eingoss. Jack hatte sich über den Schwarzmarkt etwas von seinem geliebten Whisky gekauft. „Bist du dir sicher, dass du das trinken willst?“,fragte Ana ihn. „Warum auch nicht?“ Jacks Frage war simpel und er hatte durchaus das Recht dazu. Dennoch mahnte Ana ihn, dass der Whisky gepuncht sein könnte. Jacks Miene versteifte sich. „Bin ich froh, wenn wieder in den USA sind. Dann werde ich mich so richtig betrinken.“ „Also ich hebe dich garantiert nicht ein drittes Mal auf“, neckte die Scharfschützin ihren alten Weggefährten. „Wow. Wie lieb von dir.“ Mit einem Lächeln stellte er den Whisky beiseite und setzte sich. Er war grade dabei an seinem Tee zu nippen, hielt aber inne. Ana war klar, was der Grund war. „Ich habe kein Betäubungsmittel da rein getan“, sagte sie und fügte noch hinzu, dass sie ja sonst selbst in Ohnmacht fallen würde. „Ist ja gut“, brummte Jack und trank ihn ohne Murren, auch wenn er angesichts des bitteren Geschmacks das Gesicht verzog.

Die Mittagshitze war nicht grade angenehm. Während Ana scheinbar keine Probleme hatte, ächzte Jack ständig. Aber sie konnte es ihm nicht böse nehmen. Schließlich hatte er eine recht neue und frische Wunde. Ana war mal wieder mit der, wie Jack so schön sagte, Motorik eines Metzgers ran gegangen. Immer noch besser, als es selbst zu versuchen. Erneut war es eine Stelle, wo er gar nicht so gut dran kam. Dieses Mal war es nicht Gabriels Schuld gewesen und dieses Mal war es die andere Seite. Sie blieben stehen, da auch eine große, aufgebrachte Traube aus Menschen ihre Aufmerksamkeit erregt hatte. „Was ist da los?“, fragte Jack. Ana beobachtete die Menge. „Scheinbar ein Lynchmob“, sagte sie und deutete auf einen hergerichteten Galgen. Sie suchten sich einen Platz mit guter Sicht, weil sie wissen wollten, wen man hängen würde. „Ja endlich hängt das Drecksschwein“, brüllte einer neben Ana in ihrer Muttersprache. Nun sahen beide es. Abdul Hakim. Den Mann, dessen Kriminelle Machenschaften sie beide auseinander genommen hatten. Offenbar hatte die Regierung vor, es kurz und schmerzlos zu machen. Die Beamten machten kein sonderliches Spektakel und ein Omnic betätigte schließlich den Hebel. Die Menge tobte. Ana lächelte zwar zufrieden, weil ihre und Jacks Arbeit Früchte trug doch zeitgleich, lief ihr ein eiskalter Schauer den Rücken hinunter. Sie fand es etwas barbarisch und war der Meinung, dass man ihn auch anders hätte töten können. Jack sagte nichts und sah nur reglos zu.

Reaper saß in einer Nische und beobachtete das ganze. „Ein Trauerspiel. Wirklich.“ Er klang eher, als würde es ihn kaum interessieren. Fast schon, als würde er sich darüber sogar amüsieren. Der Mann, der einst Gabriel Reyes gewesen war, ließ seinen Blick über die Zuschauermenge weiter unten schweifen und verzog unter der Maske das Gesicht, als er in der Menge einen weißen Haarschopf ausmachen konnte. „Morrison und Amari“, zischte er, als er die beiden entdeckt hatte.
Jack sah sich um. „Ist etwas?“, fragte Ana. „Nein. Alles in Ordnung. Ich dachte nur-“ „Du dachtest, dass Gabriel hier ist? Nicht wahr?“ Jack seufzte und wandte sich zum gehen. „Wir sollten jetzt zusehen, dass wir von hier verschwinden“, meinte Jack um vom Thema abzulenken. „Am besten auf den schnellsten Weg.“ „So einfach wird das aber nicht gehen“, warf Ana ein. Der Soldat drehte sich zu ihr rum. „Warum nicht?“ „Die Gott KI, die von Helix Security bewacht wird, scannt jeden und alles ab, der einen direkten Weg nehmen will. Das macht sie seit Hakims Fall.“ „Das sagst du mir erst jetzt?“, bellte Jack . Gelassen ermahnte sie ihn, ruhig zu bleiben, damit sie nicht auffielen. „Dann schalten wir sie aus.“ Sie waren bereits einige Meter von der Menschenmenge weg, als Jack mit dieser überaß schwachsinnigen und waghalsigen Idee ankam. „Bist du übergeschnappt? Das wird nicht gehen.“ Jack starrte sie fassungslos an. „Ana. Ich habe mir meine Ausrüstung von zwei Watchpoints besorgt. Du solltest wissen, dass sie zwar geschlossen sind aber die KI und alle Sicherheitssysteme noch intakt waren um alles abzuhalten, was dort nichts zu suchen hat. Eigentlich. Mich haben sie jedenfalls nicht geschnappt. Da wird mich doch so eine Götter KI nicht aufhalten. Ich werde sie nicht kaputt machen. Nur sabotieren, damit wir hier weg können.“ „Davon hast du keine Ahnung.“ Jack sah sie irritiert und verärgert an. „Ach. Und warum nicht?“ Die nächsten Worte, die aus Anas Mund kamen, trafen ihn hart aber er ließ es sich nicht anmerken. „Du hast dich als Commander nie mit so etwas auseinander setzen müssen. Du bist nun mal kein Gabriel Reyes.“ Das sie recht hatte, wollte er nicht zugeben. Dafür war er viel zu stur und dickköpfig. „Wie du meinst“, zischte Jack und ließ Ana einfach stehen.

Captain Fareeha Amari flog so schnell sie konnte, hinter ihrem Ziel her. Was hatte dieser Mann hier zu suchen? Sie würde ihm die Frage hoffentlich stellen können, wenn sie ihn erwischte. Mit ihrem Raptora V Anzug war das kein leichtes Unterfangen, da der gesuchte recht schnell war und zudem auch in eine enge Passage abbog. Dennoch flog Fareeha hinterher. Die Gott KI war nicht beschädigt aber lahm gelegt worden und hatte aufgrund der Fehlfunktion immer noch ihre Arbeit getan und einen Alarm ausgelöst. Fareeha merkte, dass der Antrieb ihres Hover Jets langsam zuneige ging. Sie eröffnete das Feuer auf den Eindringling und freute sich, als dieser zu Boden fiel und liegen blieb. Geschlagen aber nicht Tod. Sie landete in unmittelbarer Nähe von ihm. Der Mann stöhnte und hielt sich die Seite „Wer bist du? Demaskiere dich oder ich übernehme diese Arbeit für dich, Eindringling.“ Sie machte Anstalten erneut zu schießen, als schwarze Rauchschwaden den Raum erfüllten und sie zurückspringen ließen. Sie blieb ruhig und gelassen, als Reaper vor ihr auftauchte und seine Gewehre auf sie richtete.
Gabriel war bereit zu schießen. Doch dann realisierte er, wer vor ihm stand. „Du wirst ihn nicht mitnehmen“, sagte er drohend und traf mit einem sauberen Schuss ihre Waffe. Er packte Jack und suchte dann das weite.
Fluchend trat Fareeha gegen herumliegenden Müll. Sie hatte ihre Pflicht nicht erfüllt und hätte fast mit dem Leben bezahlt.

Jack begutachtete die sauber vernähte Wunde, die Gabriel mit einem Verband umwickelte.Zuvor hatte er zwischenzeitlich das Bewusstsein verloren und war wenig begeistert, als er wieder zu sich gekommen war aber dennoch dankbar, dass Gabriel ihn nicht den Hals umgedreht hatte. „Warum hast du das getan?“, fragte er ruhig. „Was? Dich gerettet?“ Jack nickte knapp. „Nun. Ich will ehrlich sein. Ich war wütend auf dich. Daher habe ich dich auch in Hakims Versteck angegriffen. Aber als ich erfahren habe, warum du das alles machst und warum du überall bist, habe ich beschlossen dir aus dieser misslichen Lage zu helfen.“ In seinem stark vernarbten Gesicht waren Andeutungen von einem Grinsen zu erkennen. „Danke. Wirklich. Das hätte ich nach deiner Aktion von dir nicht erwartet. Ich schulde dir was. Vielleicht sollten wir uns mal zusammensetzen und über alles reden.“ Jack hielt inne. „Woher weißt du eigentlich davon?“ Nun grinste Gabriel wirklich. „Ach weißt du. Ein Vögelchen kam zu mir geflogen und hat mir davon gezwitschert.“ Im nächsten Moment flog die Türe krachend auf und als ob Jack schon eine böse Vorahnung hatte, stand Ana im Türrahmen. „Jack Morrison. Hast du den Verstand verloren? Weißt du, was ich mir für Sorgen um dich gemacht habe? Du kannst von deinem Glück sprechen, dass Gabriel so vernünftig war und mir zugehört hat“, schrie sie. Etwas ruhiger fuhr sie fort. „Hast du mir gar nichts zu sagen?“ Jack murmelte nur kleinlaut etwas von Entschuldigung. „Männer, Mann“, zischte die weißhaarige.
Als sich die Lage beruhigt hatte, ging Ana ins nahe gelegene Marktviertel um etwas zu Essen zu besorgen. Jack setzte sich an den Tisch und sah dabei zu, wie Gabriel sich mit seiner Jacke beschäftigte. „Du solltest deine Ausrüstung besser pflegen. Hast du so etwas bei der Army nicht gelernt?“ „Du weißt, dass ich zwar eine Wunde nähen kann aber nicht so wie du an einer Super Elite Schule mit tausend Kursen war. Wieso warst du gleich nochmal so geschickt im Umgang mit der Nähmaschine?“ Gabriel hasste es, dass Jack ihn daran erinnerte.
Hätte er ihm die Frage vorher gestellt, hätte der Latino ihn nicht grade mit Samthandschuhen angefasst. „Als einziger Mann im Haus, hat man wohl keine große Auswahl. Ich habe nie das Gesicht meiner Madre vergessen, wie wütend sie geworden ist, als ich erzählt habe, dass ich mich bei der Army verpflichte.“ „Hast du sie je wieder gesehen?“, fragte Jack. Gabriel schüttelte den Kopf. „Ich wünschte nur, ich würde nur ein einziges Mal Valeria in die Augen sehen und ihr sagen, wie leid mir das alles tut. Ich habe Miguel nie groß werden sehen. Er war noch so klein, als ich zu viel um die Ohren hatte.“ Jack hatte Mitleid mit Gabriel. Auch er wusste, wie es sich anfühlte. Er hatte es am eigenen Leib erfahren. Seine Pflichten und Aufgaben vor die Liebe seines Lebens, Vincent und vor allem vor sich selbst zu stellen, hatte ihm das Herz gebrochen, weswegen er seitdem nie wieder jemanden an sich heran gelassen hatte. „Wie geht es Vincent?“, fragte Gabriel. „Ich weiß nicht. Das einzige was mir bleibt ist das Foto, was du von uns beiden gemacht hast.“ „Ach ja. Ich erinnere mich“, sagte Gabriel. „Vincent hat schon vor Jahren geheiratet. Wo er jetzt lebt, weiß ich nicht“, sagte Jack. Ana unterbrach das Gespräch der beiden und rief zum Essen.

Gedankenversunken kaute Jack auf der Falafel rum. „Tut mir leid, wenn es dir nicht schmeckt. Es gab nichts anderes.“ „Das meine ich nicht. Ich denke an etwas anderes.“ Jack schob den Teller von sich und verkroch sich in den hinteren Raum von Gabriels Unterkunft. „Ich glaube, dass ist meine Schuld. Ich habe ihn nach Vincent gefragt? Er ist wohl nicht gut auf das Thema zu sprechen, oder?“ Ana nickte ein wenig. Sie wollte etwas sagen, als Gabriel ihr zuvor kam. „Sag, könntest du mir einen Gefallen tun?“ „Und der wäre?“ „Ich. Nun ja. Ich will das nicht unbedingt so gerne zugeben. Aber ich brauche eure Hilfe. Und nein. Es hat nichts damit zu tun, dass ich Jack den Hintern gerettet habe. Es geht viel mehr um die Sache mit dem Zerfall.“ Ana wusste, wovon er sprach. Sie zögerte nicht und teilte ihm mit, wo er Angela finden könnte.
Über Mittel und Wege schafften die beiden die Flucht aus Ägypten. Gabriel blieb zurück, da er zunächst noch etwas zu erledigen hatte, bevor er Angela aufsuchen konnte. „Ich werde von mir hören lassen. Versprochen.“ Das waren seine letzten Worte an Jack, bevor er die beiden im Hafen zurückgelassen hatte.

Fareeha saß grade an einem ruhigen Platz und kümmerte sich um die Ausrüstung, als einer ihrer Leute mit einem Brief für sie ankam. „Für mich. Von wem?“ „Das weiß ich nicht ,Captain. Es stand leider kein genauer Absender drauf.“ Sie nahm den Brief entgegen und öffnete ihn. Er war handgeschrieben. „Nein. Nein das kann nicht sein“, sprach sie leise. Es war der Inhalt des Briefs, der sie so geschockt hatte.

Meine geliebte Fareeha,

jede Mutter hofft auf eine bessere Zukunft für ihrer Tochter: Dafür war ich bereit zu kämpfen und zu sterben. Ich habe dir beigebracht, dass es nicht wichtigeres gibt, als die zu schützen, die du liebst. Du bist unter Helden aufgewachsen, die deinen Kopf mit Abenteuern und Ruhm gefüllt haben und eines Tages wolltest du zu ihnen gehören. Aber das war nicht das Leben das ich für dich wollte. Du weißt nicht, wie schwer es auf meiner Seele lastet, das ich so viele töten musste um andere zu schützen. Aber ich habe immer meine Befehle ausgeführt, bis ich eines Tages den Abzug nicht drücken konnte. Ich habe gezögert. Und das hat alles verändert. Die, die ich beschützen wollte starben und ich blieb zurück. Schwer verwundet. Die Welt hielt mich für tot und ich dachte mir, vielleicht ist es besser so. Ich habe in meinem Leben so viel verloren. Ich musste von so vielen Freunden Abschied nehmen, so viele geliebte Menschen begraben. Aber all meine Verluste änder nichts daran, das es immer noch Menschen gibt, die Schutz brauchen. Ich kann also nicht aufgeben. Noch nicht. Nicht so lange es Menschen gibt, die auf mich warten. Nicht so lange es Menschen gibt, die mich brauchen. Eines Tages wirst du das vielleicht verstehen.
Deine Mutter
Ana

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