Die Schwesternkönigin

von Lillilea
GeschichteAllgemein / P16
Aragorn Arwen Celebrían Eomer Eowyn
08.02.2019
11.09.2019
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Ich wünsche euch viel Spass bei meiner Fanfiktion ^^
Alle Anmerkungen usw. werden noch folgen.

Zur Übersicht für euch habe ich einen kleinen Stammbaum zusammengetragen:

Aragorn+Arwen                                     Eomer+Lothriel
=                                                                   =
Tariél (Gondor) + Eldarion               Elfwine + Alyndra (Arnor)
=                                                                   =
Sienna                                                      Celebrian

1.Kapitel Die fremde Heimat

Prolog:

Frühling 66 V. Z., Celebrian

Die Sonne war noch nicht aufgegangen, als mein Gefolge die Grenze zu Rohan passierte. Fünf Tage und Fünf Nächte waren wir nun schon Unterwegs. Als ich aus meiner Kutsche spähte, sah zu meiner Enttäuschung ich nicht viel mehr als Felder und ein paar einzelne Bauernhäuser. //Das also ist das Land, dass ich nun regieren soll. //

Im Norden sah ich von weitem einen Wald, das musste Fangorn sein! Wie gerne hätte ich meinen Wachen befohlen, umzukehren und mich dorthin zu bringen! Doch ich sagte nichts, sondern schüttelte nur den Kopf und löste den Blick von dieser neuen, faszinierenden Umgebung. Selbst wenn ich es befohlen hätte, man hätte es mir nicht erlaubt. Nach dem unerwarteten Tod meines Vaters galt es, mich schnellstmöglich auf den Thron zu bringen. Die Berater meiner Mutter wollten auf diese Weise verhindern, dass es zu Unruhen kommen könnte. Denn ein unbesetzter Thron bedeutete, dass das Königreich schwach und angreifbar ist, das hatte mich mein Vater gelehrt.

Um mich nicht länger trüben Gedanken hinzugeben, holte ich mein Tagebuch, Tinte und Feder aus der kleinen Kiste unter meiner Sitzbank hervor, und begann, die letzten beiden Tage meiner Reise festzuhalten:

Frühling 66 V.Z

„Die Reise gestaltet sich genauso eintönig wie ich es erwartete. Man ist sehr darauf bedacht, mich auf dem schnellsten Wege nach Helms Klamm, in die Obhut von einem Hofstaat zu geben, der meinem Vater über Jahre hinweg gedient hat. Meistens ziehen wir in angespannter Stille weiter, abgesehen von dem Hauptmann, der für dieses Unterfangen verantwortlich ist, spricht niemand mit mir.

Trotz diesen Umständen bin ich frohen Mutes, denn ich darf an jedem Tag unserer Reise ein paar wenige Stunden selber reiten, was für eine Willkommene Abwechslung zu der holprigen Kutschenfahrt das doch ist!“

//Meine Mutter wird nach dem Begräbnis meines Vaters sofort nach Arnor zurückkehren und mich in Rohan zurücklassen. Ob sie immerhin zu meiner Krönung kommen wird? // Ich wartete geduldig, bis die Tinte komplett getrocknet war und verstaute das dünne Buch darauf wieder sorgfältig.

Auch die nächsten beiden Tage brachten nichts Interessantes mit sich, da die eher karge Landschaft nur dünn besiedelt war. Wir hatten, abgesehen von einigen Wandern und Boten keine Menschenseele angetroffen. Helms Klamm konnte von mir aus schon in den nächsten Sekunden erreicht werden, von der angespannten Stille hatte ich langsam aber sicher genug.




1.Kapitel

„Eure Hoheit?“ Es bedurfte ein paar Sekunden, bis ich verschlafen in das grelle Licht der aufgehenden Sonne blinzelte und etwas verwirrt in die Richtung sah, aus der die Stimme gekommen war. Ich setzte mich langsam auf. „Ja?“

Aldor, der Hauptmann, öffnete die Tür meiner Kutsche und verneigte sich eilig vor mir. „Wir haben Helms Klamm beinahe erreicht. Eure Mutter hat ein Zelt bereitstellen lassen, damit Ihr Euch für den Empfang an Eurem Hof frisch machen könnt.“

Ich nickte, ergriff dankbar seine Hand, und stieg etwas steif aus der Kutsche aus. Meine Hoffnung, mir die Umgebung auch nur kurz ansehen zu dürfen, wurde in wenigen Augenblicken zunichtegemacht, als vier Zofen aus dem Zelt hinter der Kutsche eilten und praktisch im Gleichtakt vor mir knicksten.

„Eure Majestät.“

Ich fragte mich unwillkürlich, ob überhaupt fünf Leute gleichzeitig in dieses Zelt passen würden, aber nickte den Mädchen höflich zu. „Ich will schnellstmöglich nach Helms Klamm, also lasst uns beginnen. Haltet euch nicht mit Details auf, habt ihr verstanden?“

Stummes Nicken. „Gut.“

Ich folgte den Zofen hinein und entdeckte als erstes ein kniehohes Becken mit Dampfendem Wasser. //Was gäbe ich für ein richtiges Bad! // Natürlich liess ich mir meine leichte Enttäuschung nicht anmerken und wartete ungeduldig, bis zwei meiner bediensteten alle Verschlüsse von meinem Oberkleid geöffnet hatten und es sorgfältig abstreiften. Den Unterrock öffnete ich mit einem Handgriff selber und streifte ihn mir rasch ab, was mir einen entrüsteten Blick der wohl ältesten Zofe einbrachte, der mich aber nicht weiter kümmerte.

„Wenn Ihr nun weitermachen würdet, ich werde heute noch erwartet.“ Sie nickte nur und murmelte eine Entschuldigung, während sie mein Korsett aufschnürte.

Als man mir das steife Kleidungsstück endlich abstreifte, stieg ich langsam in das warme Wasser, das mir knapp über die Knie reichte und seufzte wohlig.

Die jüngste der vier Bediensteten drehte meine kupferfarbenen Haare zu einem Knoten zusammen und fixierte sie mit einer Haarnadel an meinem Hinterkopf.
Ich liess sie gewähren und wartete schweigend auf meine Weiterreise, während man mich wusch.

Zwei Stunden später…

Als meine Kutsche vor der hohen Festung von Helms Klamm hielt und spähte ein letztes Mal durch die Fenster der Kutsche und erhaschte einen kurzen Blick auf die Menschen, die sich vor den Mauern der Festung versammelt hatten, um ihre neue Königin zu sehen.

//Wie viel einfacher das hier wäre, wenn Mutter mit mir gereist wäre oder ich Elfwines Hof kannte. //

Ich strich meine weisse Haube zurecht und stieg langsam aus der Kutsche aus.

Einen Moment lang schien die Zeit stehen geblieben zu sein. Alle die neugierigen Blicke waren nun auf mich gerichtet, auf die Königin von Rohan.

Der Augenblick war vorbei. Die Fanfaren hallten laut und klar von den Felswänden herab, ich setzte mich wie in Trance in Bewegung. Die Frauen und Männer an denen ich vorbeiging, fielen auf die Knie, von hier und da waren Jubelrufe zu hören.

Diese ganze Szene wirkte so irreal auf mich, obwohl ich tief in mir wusste, dass genau das die Rolle war, auf die man mich mein ganzes Leben vorbereitet hatte.

Ich durchschritt das Tor der Aussenmauer und erkannte erleichtert das weisse Trauerkleid meiner Mutter, das in dem schattigen Hof der Hornburg zwischen den dunkeln Gewändern der Männer leuchtete. Der Gedanke daran, dass sie immerhin die nächsten paar Tage noch bei mir sein würde, tröstete mich ein wenig.

Zwei Schritte vor meiner Mutter und ihren Beratern blieb ich stehen und sank mit gesenktem Blick zu Boden, als Zurschaustellung von tugendhafter Demut.

Meine Mutter legte mir, wie es die Tradition verlangte, sachte beide Hände auf den Kopf und erhob dann die Stimme:
„Willkommen in Rohan, meine teure Tochter!“

Mein Herz klopfte vor Aufregung so laut, dass ich fürchtete, die versammelten Höflinge könnten es hören. Ich legte meine Hände in meinen Schoss, damit niemand sehen konnte, wie sie zitterten.

Langsam erhob ich mich aus meinem Knicks und richtete mich auf. Als ich meinen Blick langsam hob, lächelte Mutter mich an. Sie schien mir in den Zwei Wochen, in denen wir getrennt gewesen waren, um Jahre gealtert.

Ihr goldblondes Haar wirke unter dem hellen Schleier, der an ihrer Haube befestigt war, schon beinahe Weiss.
//Sie hat ihren Ehemann und König verloren, ich sollte mich für solche Gedanken schämen! //

Einer der Männer, der still hinter meiner Mutter Alyndra, der Königin von Arnor, gestanden hatte, trat mit einer tiefen Verbeugung vor mich, in den Händen hielt er eine hölzerne Schatulle.

„Eure Majestät.“

Ich öffnete das Holzgefäss vorsichtig und erblickte einen silbernen Haarreifen, dessen feine Drähte wie Blütenblätter geschmiedet waren.
//Wie schön es ist! //
Ich berührte das Schmuckstück flüchtig, nur um mich zu vergewissern, dass es auch echt war und lächelte dem Mann, der es hielt, zu. „Ein gelungener Haarreifen. Richtet dem Schmied aus, dass es mir sehr gut gefällt.“

Ich warf der Königinmutter einen letzten ehrfürchtigen Blick zu und nahm kaum Notiz von der Zofe, die herangetreten war und meine Haube löste.

Mutter nahm das Schmuckstück behutsam aus der Schachtel und hielt es sowohl in meine, wie auch in die Richtung des Volkes hoch.

Ich neigte den Kopf und spürte überrascht, wie leicht sich das Diadem anfühlte.

„Lange möget ihr Herrschen, Königin Celebrian!“

Die Jubelrufe hallten von allen Seiten, und ich wusste beim besten Willen nicht, wohin ich meinen Blick zuerst richten sollte, oder was genau es zu fühlen galt. //Dies ist nun mein Volk und bei Eru, ich werde ihnen eine gute Herrscherin sein! //