[D'c III]  Destiny's choice ... Spiel mit dem Feuer II

GeschichteAbenteuer, Romanze / P18
08.02.2019
18.09.2019
58
171152
58
Alle Kapitel
233 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
 
Langsam setzte ihr Gastgeber sich wieder hin und sah sie fragend an, während er gleichzeitig jemanden heranwinkte. „Darf ich Ihnen etwas bestellen? Tee? Kaffee? Saft? Etwas zu essen? Es gibt hier diese kleinen Brötchen, die mit allem möglichen belegt sind und warm gemacht werden, ich liebe diese Dinger.“

„Ein Kaffee wäre sehr nett. Danke.“

Ihr zunickend, sah er dann an ihr vorbei zu einem Mann und hob die Augenbraue „Du hast die Dame gehört. Sie möchte einen Kaffee.“ Er sah wieder zu Lisa und lächelte erneut. „Milch? Zucker? Honig?“

„Milch und Zucker bitte.“ Nervös sah Lisa sich etwas um und wollte gerade etwas sagen, als ein Mann an den Tisch trat und sich zu ihrem Gastgeber beugte. Leise flüsterte er ihm etwas ins Ohr und erstaunt sah Marker zu ihr, bevor er grinste und seine Augen kurz aufblitzten.

„Sieh an … Tucker, bring mir meinen Aktenkoffer und … dieses Teil...“

„Natürlich, Sir.“

„Verzeihen Sie mir, meine Teuerste. Wie es scheint, muss ich mich kurz um etwas kümmern, wenn Sie mich bitte für einige Minuten entschuldigen würden? Ich bin wirklich untröstlich, doch diese Sache duldet keinen Aufschub.“ Noch während er sprach, stand er auf und nickte ihr lächelnd zu, bevor er an einen anderen Tisch trat. Gleichzeitig legte dieser Tucker einen Aktenkoffer auf die Tischkante und drehte ihn zu dem Mann um, sodass er ihn öffnen und einige Sachen entnehmen konnte.

Während Lisa noch versuchte, nicht zu neugierig zu dem Mann hinüber zu sehen, stellte der grimmige Typ eine Tasse vor sie hin sowie ein Milchkännchen und Zuckerdöschen.

„Danke.“ Sie lächelte ihn absichtlich freundlich an, doch der Mann verzog keine Miene und nickte ihr nur flüchtig zu. Seufzend zog Lisa ihr Handy aus der Handtasche, die sie neben sich auf dem Stuhl abgestellt hatte, und wollte Bryans Namen anklicken, als ihr Blick zufällig auf die Verbindung fiel. Warum zum Teufel hatte sie, seit sie den Flughafen verlassen hatte, keine Verbindung mehr? Nachdenklich verstaute sie es wieder in ihrer Tasche und gab Milch und Zucker in ihren Kaffee. Gedankenverloren rührte sie ihn um, als ihr Gastgeber mit einem zufriedenen Grinsen einen Umschlag zuklebte und diesen Tucker aushändigte, bevor er den Koffer wieder schloss und aufstand.

Mit einem leichten Lächeln um seinen Mund, dass, wie Lisa erst jetzt feststellte, nicht seine Augen erreichte, kam er auf sie zu und setzte sich wieder ihr gegenüber. „Ich hoffe, ich habe Sie nicht zu lange warten lassen, meine verehrte Miss Baker.“

„Nein, nein.“ Lisa nippte an ihrem Kaffee und verzog kurz das Gesicht, als sie den seltsamen Geschmack bemerkte und stellte die Tasse wieder ab.

„Schmeckt Ihnen der Kaffee nicht, Miss Baker? Ich hoffe, er wurde nicht zu stark für sie aufgebrüht? Das ist Jamaica Blue Mountain Kaffee, nicht jedermanns Geschmack, aber ich liebe ihn und trinke nur diesen.“

„Nein, er hat nur einen ungewohnten Geschmack.“ Höflich nahm Lisa die Tasse erneut auf und trank einen Schluck unter dem zufriedenen Blick ihres Gastgebers, der nun wieder leicht lächelte.

„Das freut mich. Das ist ein besonderer Kaffee und die Bohne wird nicht, wie üblich in Kisten oder Pakete gelagert, sondern in verschieden großen Fässern. Ich habe ihn vor unendlich vielen Jahren eher zufällig entdeckt und seitdem trinke ich nur diesen.“ Er lächelte erneut und groß sich aus einer kleinen Kanne etwas frischen, dampfenden Kaffee in seine Tasse. „Das besondere an ihm ist, dass er nicht einfach in eine profane Kaffeemaschine gefüllt wird, sondern mit einer French Press zubereitet wird. Kennen Sie das Verfahren, meine Liebe?“

„Ja natürlich. Es wird grob gemahlener Kaffee in eine Kanne gegeben und mit heißem, nicht mehr kochendem, Wasser übergossen. Umrühren, ziehen lassen, nochmal umrühren und dann wird das Kaffeepulver mit einer Presse nach unten gedrückt, sodass man nur noch den Kaffee oben hat.“

Lächelnd nickte er. „Eine einfache, aber zutreffende Beschreibung. Natürlich ist etwas mehr, … wie sagt man … Fingerspitzengefühl? … vonnöten, aber ja, Sie haben recht.“

Lisa trank aus Höflichkeit erneut einen Schluck, obwohl ihr der Kaffee ganz und gar nicht schmeckte und sah wieder das zufriedene Lächeln auf Markers Gesicht. Ihr war warm und leicht komisch im Kopf, anscheinend war der Kaffee zu stark für sie.
...Du hast ja auch noch nichts gegessen, nicht wahr?...

„Mister Marker … ich möchte nicht unhöflich sein, aber Sie haben aus einem bestimmten Grund um dieses Treffen gebeten. Bitte...“ Lisa bereute ein Shirt und einen Pulli angezogen zu haben, eine Bluse wäre viel einfacher, dann könnte sie die obersten Knöpfe einfach aufmachen. Unauffällig presste sie ihre Hand gegen ihren Hals, um zu prüfen, ob sie sich so warm anfühlte, wie sie dachte, doch ihre Haut schien ganz normal zu sein.

„Fühlen sie sich nicht gut? Miss Baker?“ Besorgt sah sie ihr Gastgeber an und sie schüttelte lächelnd den Kopf.

„Nein, alles gut. Mir ist nur etwas warm. Ich glaube, ich habe mich zu dick angezogen.“

„Wenn Sie sich etwas frei machen möchten. Bitte.“

Lisa sah den Mann an und überlegte, wie er das meinte, doch ihr war einfach zu warm und entschlossen zog sie ihren Pulli aus.

„Entschuldigen Sie. So ist es besser.“ Nur noch mit einem Shirt bekleidet, legte sie ihren dicken Pulli neben sich und fuhr sich durch die Haare. Ihr war immer noch warm, doch zumindest kam nun etwas Luft an ihre Arme und ihren Hals. Unbewusst strich sie sich über den Ausschnitt ihres Shirts und ihr Dekolletee, bevor sie erneut nach der Tasse griff und den mehr als zufriedenen Blick von Marker übersah.

Entspannt lehnte er sich etwas zurück und sah sie aus leicht zusammengezogenen Augen an. „Sie möchten also, dass ich zur Sache komme, meine verehrte Miss Baker.“ Ein leicht süffisantes Lächeln lag nun um seine Lippen und Lisa dachte kurz daran, dass sie sich nun eigentlich unbehaglich fühlen sollte, doch tat sie dies gerade ganz und gar nicht.
Eigentlich dachte sie gerade eher daran, wie es wohl wäre, wenn Bryan hier wäre. Sie könnte mit ihm hier unter dem Tisch … oder da drüben auf dem Tisch. Vielleicht auch vorne an der Theke. Sie stellte sich gerade vor, wie sie auf der Theke saß und er zwischen ihre...

„Miss Baker?“

Lisa zuckte zusammen und drehte langsam den Kopf zu ihrem Gastgeber, dessen süffisantes Lächeln nun in ein breites, zufriedenes Grinsen übergegangen war.

„Meine verehrteste … ich habe Sie gerade gefragt … wie weit sind Sie bereit zu gehen, um Ihren Liebsten zu schützen?“

Lisa runzelte die Stirn, sie wollte ins Bett oder das Bryan hier war. Schlafen und Sex, zwei Dinge, die mit jeder Sekunde verlockender wurden. Aber beides ging gerade nicht. Sie warf einen Blick auf Marker. Ob er so trainiert und ausdauernd war wie Bryan?

„Miss Baker?“

„Ich würde alles tun, um ihn zu schützen.“ Atemlos hauchte sie eine Antwort und trank einen Schluck des seltsamen Kaffees.



                                                                     
<<-->>




Sam warf krachend die Türe hinter sich zu und blieb kurz stehen, um Luft zu holen. Er wusste schon, warum er Lisa den GPS Sender verpasst hatte, er hatte es geahnt und doch gehofft, dass sie das nicht tun würde.
...Verdammt...

Insgeheim konnte er nicht anders und musste ihr gratulieren, dass sie es geschafft hatte ihn auszutricksen. Doch das brachte ihn nun in die Situation, dass er es Bryan sagen musste. Zähneknirschend fuhr er sich durch die Haare und schloss kurz die Augen. Am liebsten wäre er zurück ins Haus und oben in die Wohnung gestürmt und hätte die beiden da oben durchgeschüttelt. Verdammt, aber sie wussten nicht, dass Lisa vielleicht in Gefahr war. Zum Teufel, Lisa glaubte es ja selbst nicht wirklich.

Mit langen Schritten überbrückte er die Distanz zwischen dem Haupthaus und Lisa's Haus und betrat die Veranda. Tief holte er Luft, bevor er die Türe aufdrückte und das Haus betrat. Kaum schloss er die Türe hinter sich und drehte sich um, sah er, wie Bryan mehr als unruhig, mit dem Handy in der Hand mitten im Raum stehen blieb und ihn ansah.

„Wo ist Lisa?“ Bryan's Stimme klang mehr als gepresst und rau und Sam schüttelte nur stumm den Kopf, was Bryan gequält aufstöhnen und die Augen schließen ließ.

Langsam ging Sam auf die Theke zu und fühlte sich mit jedem Schritt schlechter. „Es tut mir leid, Bryan. Ich … sie hat es geschafft mich auszutricksen. Sie ist nach Fairbanks geflogen.“ Sein Blick fiel auf den Brief, der nun offen auf der Theke lag. Und mit einem Blick nahm er die ganzen Sachen auf, die daneben lagen. „Fingerabdrücke?“

„Ja.“ Knurrend fuhr sich Bryan durch die Haare und sah erneut auf das Handy.

„Darf ich?“ Sam deutete auf den Brief und wartete auf das kurze Schulterzucken von Bryan, bevor er sich den Brief schnappte, ihn überflog und dann erneut langsam laß. „Was ein Bastard. Keine Unterschrift, vage Andeutungen und nichts was auf ihn zurückzuführen ist oder man mit ihm in Verbindung bringen könnte.“ Angewidert warf er den Brief zurück auf den Tisch und drehte sich zu Bryan um, der gerade hinter die Theke trat und sich durch die Haare fuhr.

„Wieso ist sie Dir entkommen? Wieso konnte sie nach Fairbanks fliegen? … Verdammt, Sam, Du hast gesagt, der Brief ist von Gordon. Du hast gesagt, Du beschützt sie und...“ Bryan sah ihn an und wurde vom Schellen des Handy's unterbrochen. Mit einem Blick auf das Display nahm er ab und ließ Sam nicht aus den Augen.

„Todd. Sag mir bitte, dass Du mit den Fingerabdrücken etwas anfangen konntest.“

„Ich nicht, aber Kurt schon. Bryan … Die Fingerabdrücke sind von Tucker Williamson, Lisa Baker und … Dominik Gordon.“

Mit einem Schlag wich alle Farbe aus Bryan's Gesicht und er schloss die Augen, während er stöhnend Luft holte. „Nein...“

„Wo hast Du sie abgenommen, Bryan? Außer den Bildern, die Du geschickt hast, … und die nebenbei, 'soll ich Dir von Kurt sagen … scheußlich waren' und er ziemliche Mühe hatte sie zu bearbeiten, … hast Du nichts geschrieben.“

„Lisa hat einen Brief bekommen. Todd, Gordon ist in Fairbanks. Ich will, dass ihr alle Hotels und Unterkünfte abcheckt ob und wo er da eingecheckt hat.“ Unruhig nahm Bryan seine Wanderung durch die Etage wieder auf und fühlte sich gerade mehr als macht- und hilflos.

„Wieso hat Lisa einen Brief bekommen? Was zum Teufel ist bei Dir los? Ist Sam schon da? Ich komm runter, verdammt, Bryan...“

„Sam ist hier, ja. Aber Lisa nicht.“ Bryan sah auf Sam, der zusammenzuckte und blass wurde.

'WAS?' … Wieso ist Lisa nicht bei Dir? Was zum Teufel ist bei euch los?“

„Lisa ist in Fairbanks. Gordon hat es scheinbar geschafft sie dorthin zu locken, wenn ich alles richtig zusammensetzte.“

Sam ging zu seinem Seesack und sich hin hockend nahm ein kleines Tablet aus der Tasche, dass er mit einem schnellen Griff einschaltete, während er gleichzeitig mit der anderen Hand nach der Munition für seine Beretta und dem kleinen Kästchen mit der Patrone für Gordon griff. Während das Tablet startete, überprüfte Sam die Messer in seinen Stiefeln und legte die beiden Beretta's auf den Boden neben sich. Ohne das Tablet aus den Augen zu lassen, griff er zu den Pistolen, prüfte das Magazin und lud sie kurz durch.

Zuerst zwei, dann vier Ersatzmagazine packte er neben das Tablet und dann, nach einem kurzen Blick, nochmal zwei zusätzliche daneben.

„Was machst Du da?“ Bryan trat neben Sam und sah ihn an. Er hatte das Telefonat mit Tod abrupt beendet und während er das Handy auf den Tisch warf, fuhr er sich gleichzeitig durch die Haare.

Sam blickte ausdruckslos und immer noch hockend kurz zu ihm hoch und legte zwei Ersatzmesser neben die Magazine, bevor er vorsichtig nach Armschienen griff und sie sich umband.

„Was ist das?“ Neugierig sah Bryan auf die Armschienen und hob fragend eine Augenbraue. „Verdammt, Sam, was soll das Ganze?“

„Ich mache meinen Job. Hole Deine Frau zurück und werde Gordon umlegen.“ Er sah zu Bryan hoch und deutete auf seine Armschienen, bevor er kurz und böse grinste. „Das ist so etwas wie eine Lebensversicherung und hat beinah den gleichen Effekt wie Deine Lederarmbänder. Etwas womit niemand rechnet.“ Er berührte einen kleinen Versteckten Mechanismus und aus der Armschiene, die er berührt hatte, schoss ein kleines Messer in seine Hand. Schmal, feucht glänzend und überaus tödlich, lag ein vergiftetes Stilett in seiner Hand. „Die beiden haben mir schon mehr als einmal das Leben gerettet. Das Gift ist nicht tödlich, paralysiert aber. Die kleine, fiese Klinge ist dafür aber umso tödlicher.“ Vorsichtig schob er die Klinge wieder zurück, stand auf und steckte sich die beiden Waffen hinten in seine Jeans. Jetzt erst fielen Bryan die beiden kleinen angebrachten Holster an der Jeans auf.

„Misun...“ Er wollte gerade weiterreden, als er von Sam unterbrochen wurde, dessen Stimme mehr als ausdruckslos war.

„Ich habe Dir versprochen, dass ich auf Deine Frau aufpasse und sie hat mich ausgetrickst. Ich habe Deinen Blick gesehen, Bryan, Du gibst mir die Schuld, dass sie in Fairbanks ist und das zurecht. Also werde ich sie nun auch zurückholen.“ Er nahm das Tablet und tippte etwas ein und sofort erschien eine kleine Karte von Fairbanks mit einem winzigen blinkenden Punkt. Prüfend hielt er das Handy an das Tablet und sah wie sich die beiden Geräte verbanden und synchronisierten. Zufrieden schaltete er das Tablet wieder aus und warf es in den Seesack zurück.

„Ich komme mit. Rick hat einen Heli, den wir bestimmt haben können, um nach Fairbanks zu fliegen.“ Bryan fuhr sich durch die Haare und drehte sich schon halb um, als er plötzlich einen Schlag gegen die Schläfe bekam. Lautlos sackte er zusammen und wurde von Sam aufgefangen, der ihn vorsichtig auf den Boden legte und dann kurz den Puls überprüfte.

„Tut mir leid, Cinye. Es mag Deine Frau sein, doch ich werde bestimmt nicht zulassen, dass Gordon Dich in die Finger bekommt. Denn das würde ich mir niemals verzeihen, … und Lisa mir ebenfalls nicht, so wie ich sie einschätze. Ich bringe Thaké nachhause, versprochen.“

Mit einem Satz sprang er auf und warf sich seine Lederjacke über, bevor er schnell das Haus verließ. Jetzt würde er diesen Rick besuchen und sich dessen Helikopter holen.