Life is a game

von Sanji
GeschichteDrama, Krimi / P18 Slash
Eren Jäger Furlan Church Irvin / Erwin Smith Levi Ackermann / Rivaille Mikasa Ackerman Reiner Braun
08.02.2019
08.09.2019
36
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Kapitel 21 Nachts, wenn alles schläft

EREN POV

Nachdem Levi in sein Arbeitszimmer verschwunden war, hatte Eren sich trotz der vorgerückten Stunde auf die Couch gelümmelt, Videospiele gespielt und seine Frustration an ein paar unschuldigen Zombies rausgelassen.
Dabei hatte er Gelegenheit über Levis Reaktion nachzudenken.
Er verstand sehr wohl, dass Levi in seiner Position Stärke beweisen musste, allerdings bezweifelte er, dass sein Verhalten weitgreifende Folgen für die Zukunft haben würde. Eren hatte sich eingemischt, aber außer den Japanern und vielleicht einigen Angestellten hatte niemand etwas davon mitbekommen. Außerdem war Eren sich sicher, dass Levis Ruf diesen Patzer seinerseits wieder wettmachen würde. Er hatte sich seinen Stand bereits seit Jahren aufgebaut und Eren war sich sicher, dass der Dunkelhaarige Taten sprechen lassen würde, sollte doch jemand auf die Idee kommen, an ihm zu zweifeln.
Alles sollte eigentlich in bester Ordnung sein, jedoch ....
Erens Blick wanderte zum Fenster, dann zur Uhr. Es war bereits weit nach drei Uhr. Nacht – tiefe, dunkle Nacht. Seit sie nach Hause gekommen waren, waren bereits vier Stunden vergangen. Eren hatte keine Ahnung, ob morgen irgendwelche Verpflichtungen für ihn auf den Plan standen. Vernünftiger wäre es gewesen, schon vor zwei Stunden ins Bett zu gehen, aber Eren wollte noch auf Levi warten. Nun sah es allerdings nicht danach aus, als würde der Schwarzhaarige heute überhaupt noch einmal aus seinem Büro kommen.
Eren speicherte sein Spiel und schaltete die Konsole aus. Sein Blick irrte zwischen Schlafzimmer- und Bürotür hin und her. Konnte er es wagen, einfach hineinzugehen? Vielleicht wenn er sich noch einmal entschuldigte? Nein ... das hatte schon beim ersten Mal nicht funktioniert.
Aber ..., dachte sich Eren und seine Miene hellte sich auf. Was ist, wenn ich es energischer versuche?
Langsam stand er auf und noch viel langsamer ging er Richtung Schlafzimmer. Sein Herz klopfte im Takt der vergehenden Sekunden. Er und Levi hatten bis jetzt lediglich einmal Sex miteinander gehabt. Sein erstes Mal mit einem Mann überhaupt. Und jetzt dachte er schon darüber nach, wie er den Dunkelhaarigen verführen konnte, damit er nicht mehr wütend auf ihn war!
Ein armseliges Verhalten, aber Eren sagte sich, dass es einen Versuch wert war. Außerdem ... kribbelte es bereits in seinem Unterleib, wenn er an vorletzte Nacht zurückdachte. Dieses Ereignis war aufregend gewesen, heiß und definitiv eine Wiederholung wert. Was machte es schon, wenn er einen kleinen Hintergedanken dabei hatte? Im Schlafzimmer angekommen, die erste Hürde. Was sollte er anziehen?
Für Frauen war dieser Part einfach. Für sie gab es Dessous in Hülle und Fülle, aber für Männer? Eren stellte sich vor, wie er in Strapsen vor Levi stehen würde, schüttelte den Gedanken allerdings hastig wieder ab. Wie surreal ...
Nein. Selbst wenn er so etwas im Schrank vorfinden sollte, würde er so etwas niemals anziehen.
Zu seinem Glück fand er auch keine, als er systematisch seinen Kleiderschrank von oben bis unten durchsuchte. Unglücklicherweise fand er auch nichts anders ...
Vielleicht steht Levi nicht auf Reizwäsche, kam Eren der Gedanke, während er die Türen des Schranks wieder zuzog. Möglich wäre es immerhin und selbst wenn Levi einen geheimen Fetisch in diese Richtung hätte, würde es keine Rolle spielen. New York war vielleicht die Nacht, die niemals schlief, allerdings bezweifelte Eren, dass er um drei Uhr morgens irgendwo ein paar ordentliche Dessous bekommen würde.
Also Plan B ...
Langsam zog Eren sich aus. Dann musste er eben mit seinem Körper punkten. Vielleicht träumte Levi ja sogar heimlich davon, ihm mitten auf seinem Schreibtisch zu nehmen. Oder auf dem dicken, flauschigen Teppich. Gegen die Tür gepresst, während Petra oder Oluo gerade dabei waren, den allwöchentlichen Hausputz zu erledigen ...
Bei jedem weiteren Gedanken war massive Ziegelröte in seine Wangen aufgestiegen und erreichte schließlich ihren Höhepunkt, als er beim letzten Abschnitt seiner Phantasien angelangt war.
Gut das weder Petra und Oluo, noch Eld und Gunther im Haus waren. Jeweils zwei von ihnen würden draußen im Pförtnerhäuschen sitzen und Wache halten, aber solang kein Alarm ausgelöst wurde, würden sie auch dortbleiben.
Als Eren sich endlich seiner Kleidung entledigt hatte, schlüpfte er in seinen flauschigen Frottebademantel. Ganz nackt wollte er dann doch nicht über den Flur wandeln und Levis Büro betreten. Sollte der Dunkelhaarige partout nicht in Stimmung sein, konnte er immer noch behaupten, er würde noch unter die Dusche springen, ehe er zu Bett ging.
Eren machte noch einen Umweg um das Bett, um sich mit dem Gleitgel und einigen Kondomen zu versorgen, (beides wanderte in die Tasche seines Bademantels) ehe er das Schlafzimmer verließ.
Das Herz pochte ihm nur so in der Brust, als er mit nackten Füßen über das Parkett tapste. Vor der Bürotür blieb er noch einmal stehen und starte sie einen Moment unschlüssig an. Sollte er anklopfen oder einfach hineingehen?
Bevor Eren eine Entscheidung treffen konnte, legte er vorsichtig ein Ohr an das kühle Holz. Er hielt den Atem an, als er lauschte, aber kein Geräusch drang aus dem Arbeitszimmer hinaus. Nichts ließ darauf schließen, dass der Dunkelhaarige arbeitete oder sich überhaupt in dem Raum aufhielt. Eren wusste allerdings, dass Levi das Zimmer seit Stunden nicht verlassen hatte, also ...
Er schluckte geräuschvoll, streckte die Hand nach der dem Knauf aus und zog die Tür sanft einen Spalt breit auf. Levis Büro war so eingerichtet, das sein Blick nun ungehindert auf dessen Schreibtisch fiel. Der Schreibtisch, der verwaist dalag ...
»Was zum ...«, murmelte Eren verwirrt und öffnete die Tür ganz. Er trat über die Schwelle und sah sich um, bis er Levi schließlich entdeckte. Jetzt wusste er auch, warum der Dunkelhaarige auch nach stundenlangen warten nicht ins Bett gegangen war. Levi schlief in seinem Büro und das nicht etwa langgestreckt auf seiner bequemen Ledercouch, sondern sitzend in seinem dazugehörigen Sessel. Mit vor der Brust verschränkten Armen und gesenktem Kopf saß Levi da und an seinen ruhigen Atemzügen konnte Eren zweifelsfrei erkennen, dass der Ältere ruhig vor sich hin schlummerte.
Dieser ..., dachte Eren einen Moment verärgert, doch dann wurde ihm bewusst, dass dieser Faktor ihm unter Umständen nur zuspielte. Immerhin konnte er Levi wecken und das auf eine ganz besondere Art ...
Lautlos schlich Eren zu der Sitzgelegenheit. Der Teppich dämpfte jedes unbedachte Geräusch und sorgte dafür, das er sein Ziel erreichte, ohne seinen Ehemann aufzuwecken. Doch dann hielt er erst einmal unschlüssig inne.
Diese erste Hürde war geschafft, aber wie sollte er es anstellen, das ...
Ach hör auf, dir den Kopf über alles Mögliche zu zerbrechen! Tu es einfach!, schimpfte er gedanklich mit sich selbst. Er war doch sonst nicht so vorsichtig, verdammt!
Wenn vor ihm eine Frau sitzen würde, würde er auch nicht ewig überlegen. Jetzt war es nun mal ein Kerl und er musste sich der Gegebenheit einfach nur anpassen. So einfach war das.
Sich selbst Mut zu machen war schon mal ein guter Anfang, nun musste er nur noch sein Herz davon überzeugen, dass er bereit war. Und zwar bevor es sich dazu entschloss, ihm einfach aus der Brust zu springen.
Leise schob sich Eren um den gläsernen Tisch herum und setzte sich rittlings auf Levis Schoß. Er wartete einen Augenblick ab, doch als sein Mann sich nicht bewegte und immer noch gleichmäßig atmete, wurde Eren mutiger. Er beugte sich vor und begann sanft an Levis Ohrläppchen zu knabbern. Seine Hände ruhten dabei auf seinen Schultern, während Hitzewellen seinen Körper durchdrangen und ihm bis in die Fingerspitzen strömten.
Allein die Tatsache, dass er nackt auf Levis Schoß saß, erregte ihn überraschenderweise. Ein seltsamer Strudel der Gefühle überkam ihn, während er seine Hände über seine Schulter, die Oberarme hinabgleiten ließ und sich mit seinem Mund über die weiche Haut hinter seinem Ohr hermachte. Die Stelle, an der der Ältere seine Tätowierung hatte. Er vergrub sein Gesicht regelrecht an Levis Hals und atmete seinen betörenden Duft ein, bevor er keuchend nach Luft schnappte, denn Levis Hände hatten sich nicht nur bewegt, sondern umfassten plötzlich fest seinen Hintern.
Erens Kopf schoss hoch und blickte dann in tief in die dunklen Augen seines Ehemannes. Hitze schoss ihm ins Gesicht, aber er wendete sich nicht ab. Im Gegenteil. Eren fasst sich ein Herz, beugte sich vor und begann Levi zu Küssen. Ihre Lippen berührten sich erst sanft, dann immer leidenschaftliche, bis Eren ein leises Keuchen nicht mehr unterdrücken konnte.
Er hatte den Ständer des Jahrhunderts und seine Erektion rieb immer wieder über den harten Stoff von Levis Hose, was ihn noch mehr reizte. Ihm war schon ganz heiß unter seinem Bademantel.
»So plump hat mich noch niemand versucht zu verführen«, raunte Levi zwischen zwei küssen.
»Also willst du nicht?«, waren Erens einzigen geflüsterten Worte als Antwort. »Selbstverständlich will ich.«
Wie zur Bekräftigung seiner Worte nahm Levi Erens Hand und führte diese direkt zu seinem Schritt. Er spürte, wie sich der Stoff der Hose unter seinen Fingern spannte. Levis Ständer stand dem seinen um nichts nach, was Eren ein Kribbeln in seinem Unterleib auslöste, als würde ein ganzer Ameisenstaat es sich dort bequem machen.
Der Grund, warum er gerade nackt auf seinem Schoß saß, nämlich den Streit aus der Welt zu schaffen, war vergessen. Was zählte, waren Levis Lippen, seine Hände und sein unglaublich heißer Körper ....
Während sie sich küssten, knöpfte Eren Levis Hemd mit vor Erregung zitternden Fingern auf, um die freigelegte Haut darunter zu erkunden. Levis Lippen gingen regelrecht auf die seinen los und bevor der Junge sich versah, wurde er auch schon in die Polster des Sessels gedrückt, während Levi vor ihm auf dem Boden kniete.
Sie sahen sich tief in die Augen und ihre Blicke klebten geradezu aneinander. Wie selbstverständlich öffnete Eren seine Schenkel, als der Ältere mit der Hand darüber fuhr und schließlich die Chance nutzte, um sich dazwischen zu schieben. Er presste ihre Unterleiber gegeneinander und Eren stöhnte auf, als er die harte Erektion an seiner eigenen spürte.
»Zieh die Hose aus ...«
Eren versuchte, seine Stimme erotisch klingen zu lassen. Verrucht, rau oder einheizend. Aber es klang eher wie das Krächzen eines heißeren Raben, als er diese Forderung stellte. Die Tatsache, dass er ungeübt in solchen Dingen war, ließ sich weder leugnen noch verbergen. An Levis leichten Grinsen erkannte Eren jedoch, dass auch dieser Ton durchaus verführerisch genug klang. Vielleicht war es auch einfach nur sein nackter, hilfloser Anblick vor sich auf dem Sessel, der ihn dazu verleitete.
»Ist das ein Befehl?«, raunte ihm der Dunkelhaarige entgegen und legte seine rechte Hand auf die Gürtelschnalle. Sein Tonfall konnte man einfach nicht falsch verstehen. Er sollte Eren anmachen. Und es klappte.
Eren wusste nicht, ob er seiner Stimme vertrauen konnte, also nickte er lediglich und wünschte sich, er könnte nur annähernd so verführerisch klingen wie der Ältere. Ein utopisches Unterfangen.
Ein leises Klappern und die Gürtelschnalle stand offen. Eine Sekunde später öffnete sich ratschend der Reißverschluss und den Atemzug darauf dirigierte Levi Erens Hand in seine Hose. Sofort stießen seine Fingerspitzen gegen den steinharten Schwanz, der unter der Berührung leicht zuckte.
Levi stöhnte, was Eren erneut heftig erröten ließ, denn er wusste, er war für dieses Geräusch verantwortlich. Dadurch angestachelt wurde der Junge mutiger, stützte sich auf den Ellbogen und schob seine Hand von oben in Levis Boxershorts. Er schlang seine Finger um die Erektion und spürte die Hitze in sich aufsteigen, als er begann, die Hand langsam auf und ab zu bewegen. Er konnte den Blick nicht von seiner Hand und dem Treiben in Levis Hose abwenden, aber der Dunkelhaarige erlangte in null Komma nichts seine gesamte Aufmerksamkeit.
Plötzlich stürzten sich Levis Lippen gierig auf seine, während er ihn in die Polster presste. Eren konnte spüren, wie ihre Ständer gegeneinanderrieben und verging fast vor Lust. Er stöhnte in Levis Mund, bis er überraschend das leise Klicken einer sich öffnenden Tube höre. Ohne den Kuss zu unterbrechen öffnete er seine Lider einen Spalt breit und erkannte, dass der Ältere die Gleitgeltube in seinem Bademantel gefunden hatte. Im nächsten Augenblick schoben sich zwei glitschige, kalte Finger in ihn und brachten ihn zum Erschaudern.
Stöhnend presste er sich dem Dunkelhaarigen entgegen, gewöhnte sich recht schnell an die immer noch ungewohnten Finger und zuckte jedes Mal zusammen, wenn Levi damit seine Prostata streichle.
»Bereit?«, keuchte Levi gegen seine Lippen. Eren konnte nur atemlos nicken, umschlang mit beiden Armen seinen Hals und wartete auf den kurzen Schmerz, den er auch beim letzten Mal beim Eindringen gespürt hatte.
Er ließ nicht lange auf sich warten, aber Levi hatte wohl vorsorglich mehr Gleitgel benutzt, um seinen Muskelring leichter durchstoßen zu können. Ein kuzer, flammender Schmerz brannte in ihm auf, doch Levi schob sich mit einem Mal komplett in ihn, ehe er ihm die Gelegenheit gab, sich an seine Männlichkeit zu gewöhnen.
Eren spürte den Schwanz in seinem innersten Pochen.
Schwer atmend lösten sich ihre Lippen voneinander. Nun klebten ihre Blicke regelrecht aneinander und Eren konnte den dunklen, lustverhangenen Glanz in Levis Augen nur zu deutlich erkennen. Ein Spiegelbild seines eigenen Verlangens.
Seine Hormone fuhren Achterbahn, während Levi ihn so ansah und sein Herz hämmerte im Takt der vergehenden Sekunden.
»Kannst du ...«, brachte Eren wispernd davor und verstummte wieder. Er wollte, dass Levi sich bewegte und der Dunkelhaarige wusste offenbar sofort, worauf er mit diesen zwei Worten hinauswollte.
Ein spitzer Schrei entwich aus Erens Kehle. Anstatt sich sanft in ihm zu bewegen, stieß Levi unvermittelt kraftvoll zu, nur um sich langsam aus ihm zurückzuziehen, um erneut zuzustoßen.
Ihr erstes Mal war behutsam gewesen. Levi war zurückhaltend gewesen und hatte ihn nicht auf das vorbereitet, was auf ihn zukommen würde. Ihr zweites Mal hingegen war wild und zügellos. Ihr Sex war voller Energie und obwohl Eren sich kaum bewegen musste, brach ihm schon nach wenigen Minuten der Schweiß am gesamten Körper aus.
Voller Ektase wand er sich unter Levi, presste sich ihm entgegen oder bewegte seine Hüften im Takt der immer kurzer werdenden Stöße. Ohne das seine eigene, steinharte Erektion überhaupt berührt werden musste, spürte er das Ziehen in seinem Unterleib, welches dem herannahenden Orgasmus ankündete. Levi war aber auch verdammt teuflisch, was den Winkel seiner Bewegungen anbelangte. Manchmal streifte er seine Prostata ganz sanft, nur um beim nächsten Mal voll darauf abzuzielen.
Eren wusste nicht einmal, dass sich solch eine erogene Zone in seinem eigenem Körper befand. Levi hingegen schien weder Probleme zu haben, diesen winzigen Punkt zu finden, noch besaß er Skrupel dieses Wissen gnadenlos einzusetzen.
»Levi ... ich ...«, keuche Eren, doch zu spät. Er hatte nicht mal mehr die Gelegenheit, seine Warnung auszusprechen, da überkam es ihn bereits. Der Orgasmus schüttelte ihn, raubte ihm den Atem und ließ ihn sekundenlang nichts sehen als Sterne. Dann, als sich seine Sicht wieder klärte, bemerkte er den verklärten Ausdruck in Levis Gesicht, während sich der Ältere tief in ihm ergoss.
Einem plötzlichen Impuls folgend schlang Eren die Arme um Levis Hals und zog den überraschten Mann ohne Probleme zu sich herunter. Er küsste ihn hart auf die Lippen und in seinem Magen begann es abermals zu Kribbeln.
Ja, es war amtlich. Er hatte sich in Levi Ackerman, einer der mächtigsten Verbrecher New Yorks, verliebt. Eine Liebe, die unter Umständen tödlich enden konnte ...



LEVI POV

Der Sex hatte ihn so weit besänftigt, dass er die Nacht doch mit Eren im gemeinsamen Bett verbracht hatte. Sein Balg war sogar an ihn herangerobbt und war schlussendlich in Levis Arm eingeschlafen.
Eine glückliche Fügung des Schicksals. Er hatte geglaubt, das es noch Monate, wenn nicht gar Jahre, dauern würde, bis der Junge sich so weit an ihn gewöhnt hatte, dass er sich ihm öffnete. Eren war stärker, als er angenommen hatte. Und das war gut so. In den Kreisen in denen er sich nun bewegte, musste er stark sein. Fehler verzieh die Unterwelt einem nicht. Fehler, bedeuteten ein abruptes Ende der Laufbahn. Tot zu sein war für einen Mafiosi Berufsrisiko.

Die Nacht verging und nach nicht mal drei Stunden riss ihn die Vibration seines Smartphones aus dem Schlaf. Levi war hellwach und schlug trotz Schlafmangel die Augen sofort auf. Seine rechte Hand schnellte zu seinem Nachttisch und erwischte das Gerät. Ein Blick auf das Display und ihm war klar, diesen Anruf konnte er nicht ignorieren.
Vorsichtig zog er seinen Arm unter Erens Körper hervor. Der Junge grummelte leise, während er sich von ihm befreite, wachte allerdings nicht auf, sondern drehte sich nur seufzend auf die andere Seite, um selig weiter zu schlafen.
Levi nahm sich noch einen Herzschlag lang Zeit, Eren im düsteren Zwielicht des einfallenden Mondlichtes zu betrachten. Er spürte ein warmes Gefühl in sich aufsteigen, aber nur so lang, bis das Handy in seiner Hand ihn daran erinnerte, dass seine Arbeitszeiten echt beschissen geregelt waren.
Er riss sich von der schlafenden Schönheit los und verließ leise den Raum, ehe er den Anruf entgegennahm.
»Ich hoffe für dich, das es wichtig ist«, meldete er sich, anstatt mit einer Begrüßung. Zu einer solch unchristlichen Zeit hatte niemand von ihm eine nette Begrüßung zu erwarten.
Auch Erwin hielt sich nicht mit Nettigkeiten auf. »Nile ist tot.«
An beiden Enden der Leitung herrschte einen Moment lang Totenstille. In Levis Gehirn ratterte es. Dieser Zwischenfall kam unerwartet. Erst Reiss und dessen Unfall und nun sah sich Dawk die Radieschen von unten an. Irgendwas stimmte da doch nicht ...
»An der Sache ist was faul«, teilte er Erwin seinen letzten Gedanken mit. »Das stinkt zum Himmel. Auf Reiss wird ein Anschlag verübt und keine Woche später beißt Dawk ins Gras?«
»Ja, ich weiß auch nicht, womit wir es zu tun haben«, gestand Erwin ihm. Die Ratlosigkeit war seiner Stimme deutlich anzuhören. »Damit ist der Plan hinfällig würde ich sagen. Wäre ja auch zu schön gewesen, um wahr zu sein.«
»Wer pisst uns da ans Bein?«, wollte Levi wissen und spürte, wie sein Blutdruck nur so in die Höhe schoss. Jedes Ereignis für sich sah auf den ersten Blick vielleicht unzusammenhängend aus, aber wenn man alles im großen und ganzen wahrnahm, dann schrie alles nach einer Verschwörung. Ein Komplott, von irgendeiner unbekannten Partei geschmiedet, die offensichtlich von ihren Plänen wusste und diese um jeden Preis verhindern wollte.
»Es klingt alles nicht ganz koscher, nicht wahr?«, drang Erwins Stimme aus dem Telefon an sein Ohr. »Es sieht fast so aus, als ob jemand verhindern will, dass Nile Bürgermeister wird.«
»Und offenbar reichte es demjenigen nicht, Reiss mit seinem Verlust zu mehr Stimmen zu verhelfen.«
»Immerhin hätte das noch ein geringes Risiko bestanden, dass Nile doch gewählt wird«, beendete Erwin ihre Spekulationen.
Erneut schwiegen beide Männer. Jeder hing seinen eigenen Gedanken nach und selbst wenn sie viele Kilometer Entfernung und jede Menge unterschiedlicher Ansichten gerade voneinander trennten, befanden sich die beiden doch auf derselben Wellenlänge.
»Wir müssen herausfinden, wer das war«, drangen die Worte zeitgleich aus den Mündern der zwei mächtigsten Verbrecher New Yorks. Jedenfalls hatten sie bis dato gedacht, dass es niemanden gab, der einflussreicher war, als einer von ihn beiden.
Wie sehr sie sich bei dieser Annahme irren sollten, war ihnen bis zu diesem Zeitpunkt nicht bewusst ...




Ach ja, der gute Nile. Eigentlich mochte ich ihn hier ganz gerne,
aber sein Tod war von langer Hand geplant xD
Na was glaubt ihr? Wer ist der Mörder?
Die gute LovelessHeart misstraut unserem geschätzten Erwin schon seit Kapitel 19.
Könnte sie etwa recht haben? :O
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