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GeschichteDrama, Romanze / P18
07.02.2019
14.01.2020
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Tränen...
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Der Schultag ging recht schnell voran, was mal zur abwechslung sehr gut war, denn noch länger hätte ich Jackson nicht ertragen können. Denn er ist einer der anstrengendsten Menschen die man sich vorstellen kann. Er ist immer laut und macht immer einen auf Besserwisser. Er diskutiert mit den Lehrern, als wären sie Schüler so wie wir. Ich kann mir immer noch nicht vorstellen, dass ich so einen schmierigen Typen Heiraten soll. Was haben sich meine Eltern nur bei so einem gedacht. Okay ich muss schon zugeben, dass unsere Kinder wahrscheinlich die hübschesten Racker sein werden, die der Himmel jemals anscheinend durfte, aber, wenn sie nach ihm kommen dann auch wahrscheinlich die Frechsten überhaupt. Denn Jackson hat null Respekt. Nicht vor den Lehrern und schon gar nicht vor anderen Menschen. Immer behandelt er andere wie dreck, nur um sich besser darzustellen. Furchtbar. Wirklich furchtbar. Ich hasse ihn. Aber ich lasse mir schon was einfallen um ihn nicht Heiraten zu müssen. Denn das geschieht nur über meine Leiche.

Mit einer leichtigkeit lenke ich meinen kleinen Mini in die Garage und überlege, ob ich wirklich aussteigen soll. Denn um ehrlich zu sein habe ich nicht so das große bedürfnis danach meine Eltern zu sehen, geschweige denn auch nur zehn Meter in ihrer nähe zu sein. Aber wenn man eine erwachsene Person wird muss man sich auch mal unangenehmen Situationen stellen.

Ich schnappe mir meine Tasche und steige elegant wie eh und jeh aus meinen Wagen aus, darauf bedacht mein Kleid nicht schmutzig zu machen. Und jetzt höre ich auch schon die anderen Menschen in meinen Kopf die einen zurufen was ich machen soll, die einen rufen, dass ich mich zusammenreißen solle, wiederrum andere verzweifelt beten das ich so schnell wie es geht rennen soll. Innerlich bin ich total aufgewühlt und weiß nicht wie ich mich verhalten soll. Ich stehe immer noch bei meinem Mini und zupfe an meinem Kleid herum. Was zur Hölle soll dieser ganze schwachsinn überhaupt. Vielleicht sollte ich meinen Eltern einfach erzählen wie er wirklich ist und was er für üble sachen schon gemacht hat… falls mir so spontan überhaupt welche einfallen.

“Okay, reiß dich zusammen, du kannst das.” mache ich mir mut und gehe einen nach den anderen Schritt durch unsere super schicke Gerade, die immer fleißig von unseren Dienstleuten aufgeräumt wird.

Kaum das ich auch nur die Türklinke runterdrücken kann wird sie schwungvoll von der anderen Seite aufgerissen und davor steht mein überaus begeisterter Vater, welcher mich verachtend ansieht, einen Blick den ich schon sehr oft an ihm gesehen habe. Noch nie habe ich einen anderen Blick von ihm abbekommen.
“Wo kommst du denn schon wieder her.” ein kalter schauer läuft meinen Rücken hinab und ich spüre einen Stechenden schmerz in meiner Brust.
“Ich war in der Schule.” versuche ich genauso kalt zu antworten wie er, doch das Zittern in meiner Stimme lässt mich auffliegen. Er schaut mich an, einige Sekunden, wenn nicht soga Minuten, wahrscheinlich sieht er mich so lange an, um zu sehen ob ich auch ja die Wahrheit sage. Sein Blick verhärtet sich, daraufhin nickt er mich nur in die Richtung der Küche. Ich gehorche und gehe mich großen Schritten vor.

Dort angekommen sehe ich auch schon meine Mutter mit einer Tasse Tee in der Hand und eine zweite Tasse Tee, die aber ganz sicher nicht von meinem Vater ist, denn der Trinkt keinen Tee, sondern nur Kaffee, weswegen er alle 3 Monate sich beim Zahnarzt seine Zähne Bleachen lässt.

Ich gucke mir meine Mutter an, sie sieht erschöpft aus. Sie war bestimmt die ganze Nacht im Büro und hat gearbeitet. “Hallo mein Schatz.” Ich nicke ihr zu und begrüße sie ebenfalls. “Hast du die für mich eingeschenkt?” frage ich sie und zeige auf die Weiße Porzellantasse neben mir. Sie schweigt, was ich als ein nein deuten kann. “Magst du mir auch eine Einschenken?” frage ich sie und sofort holt sie die Kanne von der weißen arbeitsfläche und schenkt mir auch eine Tasse ein. Mein Vater hat sich derweil neben meine Mutter an die Kochinsel gestellt und trinkt seinen Kaffee schweigend.
“Was ist denn los?” platzt es aus mir heraus und setzt mich auf einen der schwarzen Lederhocker die auf der anderen Seite der Kochinsel standen.

Ein Türklinken geräusch ertönt und ich drehe mich zu diesem Geräusch um und erblicke diesen Tyran. “Oh, Hallo Ella, wie geht’s.” fragt mich Jackson in einer zu netten Tonart. Ich wollte mich gerade vom Stuhl erheben und gehen, doch mein Vater schien das nicht alt zu sehr zu gefallen. “Estrella, wenn du jetzt gehst bist du nicht mehr meine Tochter!” Ich erstarre in meiner Bewegung und sehe ihn kalt an. “Wann war ich denn jemals deine Tochter.” flüstere ich ernster als erwartet und stehe auf.
Ich gehe einige Meter, als meine Mutter mir nachgeht und mich am Arm packt. “Ella, was ist denn los?” ihr Fürsorglicher Ton geht mir am Arsch vorbei, es macht mich quasi krank, dass sie jetzt doch alle anscheinend so um mein Wohl besorgt sich, dass diese Menschen nicht weiter als drei Zählen können. Ich sehe sie an und schüttle mit dem Kopf. “Du fragst mich nicht gerade im Ernst was los mit mir ist oder?”. Sie lässt meinen Arm fallen und sieht an mir vorbei. Irgendwie bereue ich es ein bisschen, dass ich das so hart rausgehauen habe, aber es geht gerade einfach nicht anderes. Sie haben den Bogen überspannt. “Was wirst du jetzt machen?” fragt sie mich und nimmt mich in den Arm. Voller Überraschung kann ich jedoch nichts erwidern, das letzte mal wo sie mir etwas Zärtlichkeiten geschenkt hatte, war als meine Oma verstorben war und das ist schon mehr als fünf Jahre her. “Mama, ich weiß nicht was ich jetzt tun soll. Aber eins weiß ich, ich muss hier weg und zwar schnell, weil ich lasse mir nicht mein Leben wegnehmen oder gar von irgendjemanden kaputt machen nur damit er irgendwelche Schuld begleichen kann.” Meine Mutter lässt mich schnell wieder los als ich angefangen habe zu reden und runzelt die Stirn. “Ich weiß, dass habe ich ihm auch schon oft genug klar gemacht, aber egal was ich gesagt habe er hat nicht auf mich gehört. Du kennst deinen Vater ja.” Irgendwie tut sie mir leid, so viel habe ich sie schon lange nicht mehr sagen hören. Es stimmt schon, dass mein Vater meistens das Sagen hat, aber ich hätte nie von ihr gedacht das sie sich doch mal etwas groß gemacht hat.

“Estrella ich möchte das du mein Haus verlässt.” Wir haben meinen Vater gar nicht hören können so schnell war er auch schon um die Ecke gehüpft. “Was?” Meine Mutter ist erschrocken und dreht sich zu ihm um. “Markus sie ist unser Kind! Du kannst sie nicht einfach rauswerfen!” Sie stemmt sich ihre schmalen Arme an die Seite und sieht meinen Vater grimmig an. “Doch kann ich. Ich erwarte von einer Tochter das sie das tut war ihr Vater von ihr verlangt.” mir platzt gleich der kragen. “Jetzt reicht es aber ne, ich bin ein eigenständiger Mensch der nicht geboren wurden ist um deine Fehler wieder glatt zu Bügeln. Außerdem weißt du überhaupt irgendwas von Jackson? anscheinend nicht, denn ansonsten würde es sich für einen Vater halten das er mir nicht so einen Dreckskerl anbietet.” Sowas hatte ich meinem Vater noch nie gesagt. Bestimmt schreit er mich gleich wieder an und setzt mich mit einem fetten Arschtritt nach draußen katapultiert. Doch stattdessen sieht er mich nur erschrocken an. “Such dir eine Wohnung.” Was?! Ernsthaft jetzt? war das etwa seine Art zu sagen es würde ihm leid tun?
“Was war das denn?” frage ich meine Mutter und kann es nicht fassen wie er mich gerade behandelt hatte. “Ich habe keine Ahnung, ich kann dir nichtmal sagen ob er verletzt ist oder nicht.” Meine Mutter sieht mich an und zeigt in richtung Treppe. Ich folge ihrer Anweisung und gehe die Treppen mit schweren Schritten hoch. Warum hat er jetzt so reagiert? Will er mich jetzt wirklich nicht mehr haben? Ich bleibe nach der letzten Treppenstufe stehen und fange jetzte erst wirklich an zu verstehen was gerade eben passiert ist. Ich merke gar nicht wie meine Mutter mich wieder in den Arm nimmt und liebevoll anfängt meinen Kopf zu streicheln. Wie lange und wie oft habe ich mich nach sowas gesehnt. Muss erst alles Zerstört werden, damit man mich mal wahrnimmt. Warum ist diese Familie nur so verdammt Emotional am Abkacken. “Mama.” Mehr bringe ich gerade nicht zustande, denn dieser Schock hat mir tatsächlich Tränen in die Augen getrieben, die sich gerade ihren Weg nach draußen bahnen. Ich hasse es zu Weinen. So verdammt sehr...      
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