Geschichte: Fanfiction / TV-Serien / Lost / Kontingent

Kontingent

von Coward
GeschichteAllgemein / P12
OC (Own Character)
06.02.2019
07.05.2019
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Lachend schüttelte er den Kopf.
“Ich sage Ihnen, Troup, wenn Sie das niederschreiben, sind Sie über Nacht bekannter als Stephen King!”, prophezeite er dann.
Gary Troup setzte einen zufriedenen Blick auf und lehnte sich in seinem Sitz zurück.
“Na das will ich hoffen, denn in etwa das ist der Plot meines nächsten Buches!”, verriet er in Flüsterton.
Robert hob überrascht die Augenbrauen, sah sich dann kurz um, da er sichergehen wollte, dass niemand mithören konnte, worüber sie sprachen und wand sich dann wieder dem Schriftsteller zu.
“Sie machen doch Witze!?”, wisperte er aufgeregt.
Troup schüttelte lächelnd den Kopf.
“Ich habe das Manuskript zu ‘Bad Twin’ vor etwa einer Woche abgegeben. Das Buch wird bald auf den Markt kommen und dann werden wir sehen, ob Ihre Prophezeiung sich erfüllen wird!”, erklärte er.
Robert nickte anerkennend.
“Ich werde mir das Buch auf jeden Fall kaufen! Ich meine… Sie haben mir jetzt ja schon einiges über die Handlung verraten aber ich glaube, wenn man das liest, wird es noch um einiges mitreißender sein und außerdem frage ich mich ernsthaft, wie Sie diese Situation am Ende auflösen werden! Zudem muss ich gestehen, dass ich Ihren Schreibstil sehr mag. Bereits in ‘die Valenzetti-Gleichung’ habe ich es genossen, mit welcher Ironie Sie uns durch Ihre Geschichten geleiten. Sie sind mit Sicherheit einer der größten Autoren, unserer Zeit!”, erklärte er offen und ehrlich.
Gary Troup schien gerührt zu sein.
“Nun, ich freue mich sehr, dass Sie das so sehen, aber jetzt glaube ich, muss ich mir erst einmal die Beine vertreten! Wie lange sitzen wir jetzt in diesem Flugzeug? Ich brauche auf jeden Fall etwas Bewegung!”, erklärte er und erhob sich dann von seinem Sitz. “Ich bin gleich wieder da! Dann können wir uns weiter darüber unterhalten, wie großartig Sie mich finden.”, scherzte er zwinkernd, bevor er davon schlenderte.

“Liebling!”, zischte Robert, nachdem der Schriftsteller weg war.
Alexandra, welche mit geschlossenen Augen da saß und mit Hilfe ihres neuen MP3-Players Musik hörte, sah überrascht zu ihm hin.
“Hast du was gesagt?”, fragte sie, während sie sich die Kopfhörer aus den Ohren zog.
Robert nickte.
“Weißt du, neben wem ich sitze?”, fragte er über den Flur hinweg.
Alexandra schüttelte ihren Lockenkopf und warf ihm einen fragenden Blick zu.
“Ich sitze neben Gary Troup!”, offenbarte er sichtlich begeistert.
Seine Frau warf ihm ein müdes Lächeln zu und seufzte.
“Das freut mich für dich.”, flüsterte sie.
Robert streckte ihr seine Hand entgegen und wartete darauf, dass sie ihre Hand in seine legte, was sie nach einem kurzen Augenblick auch tat. Über den Flur hinweg lächelten sie sich an, während er ihre Hand liebevoll mit seinem Daumen streichelte.
“Wie geht es Tommy?”, fragte er nach einer Weile.
Alexandra warf einen Blick nach links und drehte sich dann wieder zu Robert um.
“Er schläft tief und fest.”, flüsterte sie lächelnd.
Robert nickte.
“Das ist gut!”, bemerkte er.
Alexandra nickte ebenfalls. Dann warf sie einen Blick auf ihren MP3-Player und runzelte die Stirn.
“Was ist los?”, fragte Robert, der ihren Gesichtsausdruck sehr wohl bemerkt hatte.
“Hach nichts… Ich wollte nur nachsehen wie viel Uhr es ist, aber ich fürchte die Uhr meines Geräts ist kaputt.”, murmelte sie.
“Was heißt kaputt? Es ist ein funkelnagelneuer MP3-Player… Da wird schon nichts kaputt sein!”, meinte er und ließ ihre Hand los um nach dem Gerät zu greifen.
“Wir sind um 14:55 Uhr gestartet und sitzen hier bestimmt schon seit… sieben oder acht Stunden! Eigentlich müsste es jetzt etwa 23 Uhr sein, doch das Gerät zeigt an, dass wir 16 Uhr hätten… Es ist kaputt!”, erklärte Alexandra frustriert.
Robert überprüfte die Uhrzeit mit Hilfe des Elektrogeräts und tatsächlich zeigte es an, dass es erst vier Uhr am Nachmittag wäre.
“Nun ich nehme an, dass das an dem RDS liegen muss… Solche Geräte empfangen die Uhrzeit über Radiowellen in der Nähe und vielleicht empfangen wir so hoch über dem Ozean einfach keine Radiowellen, mit deren Hilfe die Uhrzeit aktualisiert werden könnte…”, überlegte Robert und gab seiner Frau dann ihr Musikspielgerät wieder.
Alexandra verzog frustriert das Gesicht.
“Hmm… Entweder das, oder wir sind inzwischen irgendwo über Bangkok und der Kerl hat sich total verflogen… Du trägst keine Uhr bei dir, oder!?”, fragte sie dann.
Robert schüttelte lächelnd den Kopf.
“Warum musst du denn jetzt unbedingt wissen, wie spät es ist?”, fragte er in liebevollem Ton.
“Naja, weil der Flug so lange dauert, habe ich mir vorgenommen, alle zwei Stunden im Flur auf und abzugehen und ich habe die Zeit aus den Augen verloren…”, erklärte sie.
“Dann schlage ich vor du machst einen Spaziergang unabhängig davon, wie spät es jetzt ist! Ich setze mich in der Zeit zu Tommy. Und wenn du zurückkommst, werde ich mir die Beine vertreten!”, schlug er vor.
Alexandra nickte, stand auf, hauchte ihm einen flüchtigen Kuss auf die Stirn und ging dann über die Business Class in die Economy Class, wo es einen schönen, langen Flur gab, durch den man schlendern konnte.

Vorsichtig setzte sich Robert zu seinem Sohn und beobachtete diesen dabei, wie er vor sich hin schlummerte. Ein Glück, dass Tommy trotz seiner anfänglichen Flugangst doch noch eingeschlafen war, dachte Robert während er sich zurück lehnte und ebenfalls die Augen schloss. Er wollte nicht einschlafen, doch es würde ihm sicher gut tun, die Augen für einen Augenblick ruhen zu lassen.
Robert konnte nicht sagen, ob ein Augenblick oder zwei vergangen waren, seit er die Augen geschlossen hatte, doch auf einmal, konnte er spüren wie das Flugzeug zu rütteln begann, weswegen er verwirrt hoch schreckte. Überrascht sah er sich um. Ganz offensichtlich gab es Turbulenzen, kein Grund zur Beunruhigung und dennoch runzelte Robert besorgt die Stirn. Alexandra war noch nicht auf ihren Platz zurückgekehrt und auch von Gary Troup fehlte jede Spur. Lange konnte es also noch nicht her sein, dass die beiden sich von ihren Plätzen erhoben und zu einem Spaziergang aufgemacht hatten.
“Ladies und Gentlemen, der Kapitän hat die Anschnallzeichen wieder angeschaltet!”, informierte die Stewardesse über das Mikrophon. “Bitte gehen Sie zu Ihren Sitzen zurück und schnallen Sie sich an!”
Robert nickte. Er hätte es gerne gesehen, wenn seine Frau bald zu ihrem Platz zurückgekehrt wäre. Selbst wenn es sich nur um Turbulenzen handelte, wäre es ihm lieb gewesen, sie angeschnallt zu wissen.
“Dad? Was ist los?”, fragte Tommy, der ganz offensichtlich aufgewacht war.
“Nichts weiter! Nur Turbulenzen.”, meinte Robert in sanftem Ton, während er die Hand seines Sohnes drückte. Das Flugzeug rüttelte immer noch.
“Wo ist Lexy? Hat sie nicht gerade noch neben mir gesessen?”, fragte der Junge, der inzwischen hellwach war und sich besorgt umsah.
“Lexy macht einen Spaziergang. Zu langes Sitzen tut dem Kreislauf nicht gut! Ich bin mir sicher, sie hat sich im hinteren Teil des Flugzeugs irgendwo hinsetzen können und sie kommt zurück, wenn die Turbulenzen vorbei sind.”, erklärte Robert ruhig und lächelte seinen Sohn beruhigend an.
Tommy erwiderte das Lächeln seines Vaters, doch dann wurden die Turbulenzen stärker und Robert konnte spüren, wie Tommy seine Hand angsterfüllt drückte.
“Keine Angst! Das ist vollkommen normal!”, meinte Robert immer noch lächelnd, obwohl er inzwischen gar nicht mehr so überzeugt von dem war, was er da sagte.
Als wollte das Flugzeug seine Worte widerlegen, begann es heftig zu rütteln und noch im gleichen Augenblick konnte Robert spüren, dass das Flugzeug in dem sie saßen abstürzte. Panisch presste er nun die Hand seines Sohnes, wohl wissend, dass er Tommy gegenüber jetzt nichts mehr würde vorspielen können. Robert bekam mit wie die Leute um ihn herum aufschrien und zwischen den ganzen Schreien konnte er die Stimme seines Sohnes genau heraushören. Robert schloss die Augen und stieß ein kurzes Gebet aus, während er ganz nebenbei mitbekam wie die Sauerstoffmasken aus der Decke fielen. Er öffnete seine Augen wieder, packte die Sauerstoffmaske seines Sohnes und versuchte, gegen das Rütteln des abstürzenden Flugzeuges anzukämpfen und dem Elfjährigen die Maske aufzusetzen. Während er dies tat, konnte er die Tränen des Jungen an seiner Hand spüren und Robert wünschte sich, er könnte etwas sagen oder tun, das seinem Sohn weiter geholfen hätte, doch er konnte es nicht. Nachdem er Tommy die Maske aufgesetzt hatte, griff Robert mit aller Kraft nach seiner eigenen Maske und presste sie sich aufs Gesicht. Während er wieder nach der Hand seines Sohnes griff, drehte er das Gesicht nach rechts und suchte verzweifelt die Sitzplätze die er schräg hinter sich erkennen konnte, nach seiner Frau ab, doch Alexandra Vanhomrigh-Swift war nirgendwo zu sehen.
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