Rockstarnichten leben ewig ?!

GeschichteAllgemein / P12
Dirk "Bela B." Felsenheimer Jan "Farin Urlaub" Vetter OC (Own Character) Rodrigo "Rod" Gonzalez
06.02.2019
01.04.2020
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06.02.2019 1.478
 
Das piepsen nervte Jan jetzt schon obwohl er noch nicht lange in diesem viel zu weißen, sterilen Raum saß. Aber eigentlich war das piepen doch  ein gutes Zeichen. Ein Lebenszeichen. Das einzige was ihm im Moment zeigte, dass Tia, seine Nichte die er so schnell in sein Herz geschlossen hatte noch am Leben war. Das ihr Herz noch schlug. Er konnte nicht glauben, dass sie hier lag, an all diese Geräte angeschlossen. Das durfte nicht sein. Sie war doch noch so jung, gerade neunzehn Jahre alt und jetzt war ihre Zukunft ungewiss.  
Das sonst so fröhliche Mädchen, mit den hellblonden Haaren, lag jetzt blass und regungslos in einem Krankenhausbett. Erst vor zwei Wochen war sie zusammen mit ihrer besten Freundin Clara aus Amerika zurückgekehrt und  dann musste dieser Autounfall passieren. Jan schluckte als er an den Moment zurückdache, als er von dem Unfall erfahren hatte.

Vor zwei Wochen erst hatte er Tia vom Flughafen abgeholt und jetzt war er wieder auf dem Weg dorthin. Diesmal aber um selber einen weiteren Urlaub zu genießen. Gerade betrat er die große Eingangshalle, als sein Handy begann zu klingeln. „Mistding, wozu brauche ich sowas eigentlich?“ Dachte er sich, doch trotz seinem Unmut über die Störung kurz vor seinem Urlaubsbeginn kramte er sein Handy hervor. Die Nummer kannte er nicht, weshalb er zögerte, bevor er abnahm. Doch kaum hatte er das Handy am Ohr, hatte man ihm mitgeteilt, dass es um Tia ging und er doch bitte schnellstmöglich in das Krankenhaus kommen sollte. Sofort hatte er den Flug ausfallen lassen und war auf direktem Weg ins Krankenhaus gefahren.
Im Krankenhaus hatte man ihn dann erst mal warten lassen, denn Tia wurde noch operiert. Gefühlt mehrere Stunden hatte es gedauert, bis jemand ihn informiert hatte.

Tia war gemeinsam mit Clara im Auto unterwegs zu Claras Familie gewesen. Sie hatten die letzten zwei Wochen bei Jan verbracht, da Tia gemeinsam mit Jan an ein paar Songideen arbeiten wollte, die sie während ihrer Zeit im Ausland gehabt hatte. Ihr Traum war es inzwischen wirklich mit Musik Geld zu verdienen. Clara hingegen hatte tatsächlich ein Studienplatz für Lehramt bekommen und konnte dabei auch noch bei ihren Eltern wohnen, da die Uni sich nur wenige Minuten mit dem Fahrrad entfernt befand. Tia war erst mal zu Jan gezogen, der ein Haus in einem kleineren Ort ungefähr eine Autostunde von Tias früherem Wohnort entfernt lebte.
Die Mädchen waren noch nicht lange unterwegs als ein, ihnen entgegenkommender Autofahrer einen LKW überholte. Dies geschah allerdings viel zu knapp, sodass Clara, die am Steuer saß, ausweichen musste um einen Zusammenstoß zu vermeiden. Allerdings kam das Auto der Mädchen von der Straße ab und prallte mit relativ hoher Geschwindigkeit gegen einen Baum. Clara kam mit einer Gehirnerschütterung, einem gebrochenen Arm und einigen Prellungen davon. Tia hatte nicht so viel Glück. Das Auto war hauptsächlich mit der Beifahrerseite gegen den Baum geprallt. Neben mehreren Quetschungen und Prellungen hatte sich das blonde Mädchen mehrere gebrochene Rippen und ein schweres Schädel-Hirn- Trauma zugezogen. Sie lag im Koma. Ob und in welchem Zustand sie wieder aufwachen würde, konnte niemand sagen.

Der Unfall war jetzt zwei Tage her und Jan hatte sich geweigert, das Krankenhaus zu verlassen. Clara musste über diese zwei Tage zur Beobachtung im Krankenhaus bleiben und durfte heute wieder nach Hause. Claras Eltern waren sofort dagewesen und hatten auch versucht mit Jan zu reden, doch dieser war kaum ansprechbar. Wenn er nicht gerade an Tias Bett saß, saß er im Wartezimmer und starrte vor sich hin. Er hatte nichts gegessen und auch nicht geschlafen und das sah man ihm auch deutlich an. Immer wieder musste er gegen die Tränen kämpfen. Er wollte nicht weinen. Er musste jetzt stark sein. Das Pflegepersonal hatte ihm schon angeboten, dass er nach Hause gehen konnte um sich auszuruhen und sie sich bei ihm melden würden, wenn sich bei Tias Zustand etwas verändern sollte, doch das wollte Jan nicht. Tia sollte nicht alleine sein, erst recht nicht wenn sie aufwacht.

Während Jan an Tias Bett saß, und das blasse Gesicht seiner Nichte betrachtete, betrat Clara das Zimmer. Sie hatte die Erlaubnis bekommen, nach ihrer Freundin zu sehen, bevor sie selber das Krankenhaus verließ. Leise ging sie zu Tias Bett und begrüßte Jan, doch dieser reagierte nicht auf sie. Also zog sie einfach einen Stuhl neben Jans und setzte sich zu ihm. Dann schauten sie einfach schweigend zu Tia. Doch lange hielt Clara das Schweigen nicht aus.
„Es ist so unfair. Ich bin gefahren, ich müsste jetzt hier liegen!“ murmelte die Brünette.
Sie rechnete nicht mit einer Reaktion von Jan, da sie vermutete, dass er sie gar nicht gehört hatte, doch der Blonde überraschte sie.
„Das ist Blödsinn! Keine von euch beiden sollte hier liegen! Du hast keinen Fehler gemacht!“ meinte der Blonde ruhig, doch sein Blick wich nicht von Tias Gesicht.
Clara sah denn Mann neben sich an.
„Sie wird aufwachen. Das wird sie doch, oder?“ Flehte sie schon fast.
Aus Claras Stimme war deutlich herauszuhören, dass sie auf eine Bestätigung von Jan hoffte. Das sie hoffte er könne ihr glaubhaft versichern, dass alles wieder gut werden würde. Doch Jan zuckte mit den Schultern.
„Ich weiß es nicht.“ Meinte er traurig.
„Natürlich wird sie aufwachen. An etwas anderes dürfen wir gar nicht erst denken.“ Sagte eine Stimme hinter den Beiden. Die Stimme gehörte zu einem mittelgroßen, schlanken Mann mit schwarzen Haaren. Auf seiner Nase saß eine Brille. Er wirkte nicht wie ein typischer Professor, wie er da in der Tür des Krankenzimmers stand. Doch er war einer der herausragendsten Professoren für Mathematik, die es in Deutschland gab. Es handelte sich um Claras Vater Joachim, der hier war um seine Tochter abzuholen. Eine Krankenschwester hatte ihm gesagt, dass sie in Tias Zimmer zu finden war.
Clara stand auf und ging zu ihrem Vater.
„Müssen wir wirklich schon gehen? Ich will Tia nicht alleine lassen.“ Fragte sie ihn.
„Ja meine Kleine, wir müssen los. Du kannst doch nicht dauerhaft hier im Krankenhaus bleiben. Das würde Tia auch gar nicht wollen. Zuhause kannst du dich besser ausruhen und außerdem musst du dich langsam für die Uni vorbereiten. Du kannst Tia ja morgen wieder besuchen.“ Erklärte Joachim seiner Tochter.
Dann ging er zu Jan, der immer noch regungslos auf seinem Stuhl an Tias Bett saß und sie betrachtete.
„Herr Vetter, ich will ihnen nicht zu nahe treten, aber sie sollten vielleicht auch nach Hause gehen, oder zumindest in ein Hotel in der Nähe. Sie sehen ziemlich fertig aus und Tia ist bestimmt nicht damit geholfen, wenn sie sich hier kaputt machen.“
Redete er ruhig auf den Blonden ein, doch der schüttelte mit dem Kopf.
„Ich werde sie bestimmt nicht alleine lassen.“ Flüsterte Jan leise, aber fest.
Joachim wollte weiter auf den anderen Mann einreden, doch Clara zog ihn zur Seite.
„Lass gut sein Papa, da muss jemand anderes mit ihm reden.“ Flüsterte die Brünette ihrem Vater zu.
Dieser schaute sie etwas verwirrt an, verabschiedete sich aber dann gemeinsam mit Clara von Jan. Dann verliesen Vater und Tochter das Zimmer. Außerhalb des Krankenhauses zog Clara dann ihr Handy und wählte die Nummer von Bela.

Es klingelte nur kurz, dann nahm Bela schon ab.
„Hallo Clara, tut mir leid, ich bin ziemlich im Stress. Ist es wichtig?“
Der Drummer klang gehetzt und im Hintergrund war Musik zu hören. Anscheinend war er am Proben für seine nächste Solo-Tour.
„Bela, es ist sogar sehr wichtig. Es geht um Jan, also eigentlich geht es um Tia, aber jetzt hauptsächlich um Jan.“ Versuchte Clara irgendwie zu erklären.
„Das versteh ich jetzt nicht, warte mal kurz.“ Sagte Bela, dann hörte Clara wie eine Tür geöffnet und wieder geschlossen wurde, womit auch die Musik verstummte.
„Also jetzt nochmal langsam und von vorne. Was is los?“ fragte Bela dann nach.
„Tia und ich, wir hatten einen Unfall mit dem Auto.“ War Claras knappe Antwort.
„Wie einen Unfall? Wann ist er passiert und wie geht es euch? Seid ihr verletzt? Und was hat das genau mit Jan zu tun?“
Bela war hörbar erschrocken, aber auch verwirrt. Clara atmete einmal tief durch und sammelte ihre Gedanken. Dann fing sie an zu erzählen.
„Ich bin mit Tia im Auto unterwegs gewesen. Ich bin gefahren und musste einem anderen Auto ausweichen, dabei sind wir gegen einen Baum gekracht. Mir geht es halbwegs in Ordnung, aber Tia hat es total erwischt. Sie liegt im Koma.“
„Verdammt, das hört sich nicht gut an. Weiß Jan schon Bescheid?“
„Ja, Jan ist Tias Notfallkontakt. Er wurde gleich informiert und wegen ihm rufe ich auch an. Der Unfall war vor zwei Tagen und seid dem sitzt er an Tias Bett. Er isst nicht und schläft auch nicht. Er hat das Krankenhaus nicht einmal verlassen.“
Bela schluckte, dass klang wirklich überhaupt nicht gut. Ohne groß darüber Nachzudenken, war ihm sofort klar was er jetzt tun musste.
„Ich hab verstanden, ich komme ins Krankenhaus. Wo liegt Tia denn?“
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