Bis der Contoller brennt

von Chizakura
GeschichteAllgemein / P16
06.02.2019
15.03.2019
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„Cheryl!“
So, damit wäre eigentlich auch schon alles gesagt, was es zu sagen gibt. Nein? Okay, dann sollte ich es vielleicht etwas genauer erklären. Cherly ist die Adoptivtochter von Harry Mason, in dessen Rolle man in dem Spiel schlüpft. Nach einem Autounfall landet Harry in Silent Hill und versucht nun, Cheryl wiederzufinden. Um dies zu erreichen, läuft man durch die verschiedenen Straßen und Gebäude der Stadt. Darunter befindet sich unter anderem eine Schule und ein Einkaufszentrum.

Klingt noch nicht sonderlich spannend oder unheimlich? Dagegen hilft die moderne Technologie. Das uralte Handy, welches Harry bei sich führt, kann Geister fotografieren, welche einen Gang entlanglaufen können und empfängt Audioaufzeichnungen und Nachrichten von längst vergangenen oder aktuellen Ereignissen.
Es würde doch keinen Spaß machen, wenn man einfach hin und her laufen könnte, ohne dabei auf Hindernisse zu treffen. Diverse Rätsel hindern einen Zwischendurch am Weitergehen, da erst die richtige Lösung den weiteren Weg öffnet. Schwer sind diese nur, wenn man komplett auf dem Schlauch steht und gar keine Ahnung hat, wie man an gewisse Sachen herangehen muss. Normalerweise reicht es bereits aus, sich die jeweiligen Audios noch einmal anzuhören oder die Gegend nach Hinweisen abzusuchen.
Hier und da gibt es vielleicht mal ein Rätsel, bei welchem man länger braucht. Die Lösung ist nicht immer ganz eindeutig, aber machbar sind sie auf jeden Fall.

Wer sich, trotz Interaktionen mit Einwohnern von Silent Hill, einsam fühlt, der kann ebenfalls zum Hörer greifen und bei diversen Nummern anrufen. Mal ist dies ein Teil von Rätseln, aber sonst kann man ganz einfach Spaß damit haben. Zum Beispiel wird die vierte Wand durchbrochen, indem man die Nummer vom Konami Customer Support anrufen kann, welche das Spiel entwickelt haben.
Die Nummern findet man im Spielverlauf, da sie auf alten Postern stehen oder an Wände geschmiert wurden. Dass die Nummern noch immer an den gleichen Personen im Spiel vergeben sind, sollte man an dieser Stelle einfach ignorieren. Wenn man schon Sprachnachrichten aus der Vergangenheit erhält, dann kann man auch Anrufe in die Vergangenheit tätigen.

Welche Funktion das Handy einem aber noch bietet, kann ebenfalls essentiell sein, wenn man die Wege nicht in und auswendig kennt. Über das Handy ist eine Karte abrufbar.
In den normalen Sequenzen, wenn man sich zum nächsten Zielort begibt, braucht man die Karte nicht unbedingt. Die meisten Wege führen in Sackgassen oder man muss sich zwischen den zwei Wegen entscheiden, was Einfluss auf das Ende haben könnte. Allerdings gibt es bestimmte Situationen, in denen man die Karte einfach benutzen muss, um sich zurechtzufinden.
Diese Situationen finden hauptsächlich statt, wenn man sich in der anderen Welt, oder auch kurz „Eiswelt“, befindet. Ab und zu gefriert die eigentliche Welt um einen herum und man muss den Ausweg finden. Die richtigen Türen werden einem durch ein etwas stärkeren, bläulichen Schimmer angezeigt. Klingt leicht, ist es aber nicht. Was wäre denn schon Silent Hill ohne Monster?
Im normalen Spielverlauf, wenn man sich nicht in der Eiswelt befindet, begegnet man keinen Monstern. Dass man in diesen Momenten überlebt und keiner Gefahr ausgeliefert ist, ist also schon einmal sicher. In der Eiswelt ist es jedoch anders.
Die Monster, die einem in der Eiswelt verfolgen, können allerdings nicht bekämpft werden. Man kann sie nur mit Fackeln und umgekippten Mobiliar daran hindern, dass sie einen anfallen. Selbst, wenn sie das machen sollten, kann man sie noch einfach abschütteln. Wird man von ihnen besiegt, muss den Fluchtversuch noch einmal von vorne beginnen.
Allerdings muss man bedenken, dass die Monster in der Eiswelt auch die Einzigen sind, die man zu Gesicht bekommen wird. Dadurch fehlen natürlich klassische Wesen wie die sexy Krankenschwestern oder Pyramid Head.

Die wirklich interessanten Szenen geschehen jedoch außerhalb von der Eiswelt, wenn man mal gerade keine Rätsel löst oder durch die Gegend rennt. Die Entscheidungen, die man auf den Straßen von Silent Hill trifft, können das Ende beeinflussen. Zwischenzeitlich befindet man sich aber noch an einem anderen Ort, nämlich bei einem Psychologen. Hier beantwortete man einige Fragen über sich selber, welche man möglichst ehrlich beantworten sollte. Wozu? Nun, das Ende wird dadurch nicht nur beeinflusst, sondern das Spiel erstellt auch ein psychologisches Profil von einem, welches am Schluss gezeigt wird. Je nachdem, wie man antwortet und was man sich wie lange in Silent Hill anschaut, verändern die Monster in der Eiswelt auch ihr aussehen. Zudem finden dadurch auch kleinere, kosmetische Veränderungen auftreten. Diese beeinflussen den Spielverlauf an sich nicht, sind aber ein nettes, kleines Detail.

Sobald man das Ende des Spiels erreicht hat, erhält man eines der verschiedenen Enden. Wer wissen will, wie die anderen Enden sind, hat zwei Optionen: Videos auf YouTube anschauen oder noch einmal spielen.
Das Anschauen von diversen Videos ist natürlich leichter, doch kann es auch Spaß machen, alternative Wege zu gehen und andere Antworten zu geben. Wem das nicht reicht, der hat vielleicht einen Ansporn durch das neue Ende, welches ab dem zweiten Spielverlauf zugänglich ist. Es ist das, für viele „Silent Hill“-Spiele typische, Ende mit Aliens. Schon allein, um die 13 UFOs zu finden, welche sich ab dem zweiten Durchspielen zeigen können, lohnt es sich schon, das Spiel noch ein zweites Mal durchzuspielen.


Empfehlen kann ich das Spiel besonders, weil ich der Überlebensaspekt auf die Eiswelt beschränkt. Man kann also unbesorgt um die Ecken gehen, ohne von einem Monster angegriffen zu werden. Durch das allgemeine Setting von Silent Hill bleibt der Horroranteil erhalten. Wer jedoch viel Blut, Brutalität und schwere Kämpfe erwartet, der wird an diesem Spiel eher weniger Freude finden.
Die Musik erfüllt jedoch wieder ihre übliche Aufgabe und sorgt für Gänsehaut, sowohl vor Gefühl, als aber auch vor Schrecken.
Auch das psychologische Profil, welches am Ende gezeigt wird, stimmt in einigen Punkten auf mich überein. Ob man aber wirklich daran glaubt, dass der Rest auch noch richtig ist und auf einen zutreffen könnte, liegt an jedem Spieler selbst. Für mich war es wie ein Horoskop. Sobald viele Dinge geschrieben werden, muss ja zumindest ein oder mehrere Punkte mit dem Spieler übereinstimmen.
Wer jedoch die Silent Hill Spiele an sich und deren Geschichten mag, der wird auch hier einige Stunden Spielspaß haben und vielleicht am Ende ein Taschentuch benötigen. Das Ende, welches ich erspielt hatte, hatte mich dann doch mehr gerührt, als es vielleicht sollte.
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