Mitternachtsleben Teil 1 Mondblut

GeschichteThriller, Fantasy / P18 Slash
06.02.2019
15.08.2019
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Ich rannte über die Straße und erreichte den Queen Anja Park. Auch bemerkte ich das Auto, dass auf mich zu kam. Rasch beschleunigte ich meinen Schritt und war nun sehr schnell. Hätte mich jemand gesehen, wäre ich nur als Schemen zu erkennen gewesen.
„Aleena!“, rief mein Bruder hinter mir her.
Ich blieb auf der anderen Straßenseite vor dem großen Tor in dem Park stehen und drehte mich um.
Das Auto raste auf Arek, meinen Bruder, zu und dieser hatte keine Zeit mehr, zu reagieren.
„Arek! Pass auf!“, rief ich und sah gebannt zu ihm hin.
Mein Bruder bemerkte das Auto gerade noch rechtzeitig und katapultierte sich aus dem Stand in die Luft. Er verschwand auf einmal und ich sah dem Auto hinter her. Der Mensch in dem Wagen, starrte erschrocken aus der Frontscheibe und blinzelte dann. Jetzt fuhr der Wagen einfach die Straße herunter.
„Schwesterherz! Es ist nicht wieder gut zu machen. Aber ich wollte nicht....der Hunger ist einfach mit mir durchgegangen. Verstehe mich bitte!“, hörte ich Areks Stimme neben mir. Ich drehte mich in seine Richtung und sah gerade noch wie er aus dem nichts neben mir erschien.
Ich begriff, er hatte sich unsichtbar im Sprung gemacht, damit der Mensch ihn nicht sah.
„Das ist keine Entschuldigung! Du hast sie umgebracht! Du hast meine Freundin gebissen!“. Schrie ich ihn an.
„Aleena, es tut mir Leid!“, flehte Arek und griff nach meinem Arm, „ Sie ist nicht tot. Ich habe ihre Erinnerung gelöscht. Das hätte dir doch von Anfang an klar sein müssen, Aleena. Die Konserven sind keine Dauerlösung für uns. Wir müssen versteckt bleiben, ich weiß! Aber es war, wie gesagt, keine Absicht.“
„Hau ab! Bruder!“, keifte ich. Da wollte ich mal Freunde haben, und er zerstörte alles. Niemand würde mehr mit mir abhängen, wenn er von meinem „kranken“ Bruder hörte.
Jahre war ich nun schon von Vater getrennt und alles nur wegen Henry.
Mir stiegen Tränen in die Augen und ich setzte mich in Bewegung.
„Aleena, die Konserven reichen mir nun mal nicht. Ich bin älter als du.“, rief mir Arek hinterher.
„Du bist ungefähr 200 Jahre alt. Da müsstest du dich eigentlich stärker kontrollieren können als ich.“, knurrte ich und lief weiter.
„Als ich ein Kind war, gab es keine Konserven. Frankreich litt unter Napoleon und du bist zwar auch zu Kriegszeiten geboren, aber bei dir gab es bereits Autos und Konserven.“ , konterte er.
„Sei froh, dass du keine Bomben erlebt hast. Du hast in Paris gesessen und brav gewartet, während ich und Vater, von Bunker zu Bunker auf der Flucht vor den Nazis hechten mussten. Ich war gerade mal 3 Jahre alt.“, keifte ich zurück und ging in den Park.

Ich rannte durch den Park, schlängelte mich zwischen den Bäumen hindurch und erreichte einen See. Das Wasser glitzerte im Dämmerlicht des Abends und meine Lunge brannte inzwischen.
Ich kriegte kaum Luft. Also blieb ich stehen und sah ins Wasser.
„Warum können wir nicht wieder zurück. Es ist doch jetzt Jahre her. Bitte Padre“ , flüsterte ich und mein Geist spielte mir offenbar einen Streich, denn ich sah einen leicht bräunlicher Mann mit blauen Augen und langen lockigen braunen Haaren.
Es war Graf Alessandro Drago, mein Vater.
Plötzlich verwandelte sich das Gesicht in das helle Gesicht mit den durchdringenden braunen Augen. Der Mann, der mir beinahe in Würzburg meine Unschuld geraubt hätte.
Ich stolperte zurück und stieß gegen einen Baum.
Nein, nicht dran denken! Verdränge es!
Doch es kam und mit ihm die Angst.Von den Deutschen angegriffen zu werden, war eines der schlimmsten Erlebnisse der ersten Jahre meines Lebens.
Ich war beinah von Soldaten des Dritten Reichs missbraucht worden. Allein Vater und meine Mutter hatten mich retten können.
Damals hatte ich sehr viel verloren und nun hatte ich wieder etwas verloren.
Ich starrte auf das Wasser und betrachtete den Körper einer 23-Jährigen mit den roten Haaren. Ich wurde immer das Mädchen aus West-Dunklin von 1970 bleiben.
„Aleena!“, hörte ich Arek.
Rasch kehrte ich meine Energie um und wurde unsichtbar.

'Warum hatte er das getan! Warum muss er meine beste Freundin aussaugen.'
Meine Wut steigerte sich und ich bohrte meine Fingernägel in meine Handfläche.
Der Schmerz erschreckte mich sehr und ich starrte auf meine Hand. Blut lief meinen Arm herab und tropfte ins Gras.
Meine Fangzähne traten hervor und ich wusste, dass ich mich in ein Kind der Nacht verwandelt hatte.
„Aleena, ich kann dein Blut riechen. Wo bist du?“, rief Arek und ich konnte sein Herz nahe bei mir pochen hören.
Ich öffnete meine Faust und sah zuerst auf den Schnitt in meiner Handfläche und dann auf meine kleinen gekrümmt Krallen, die einmal meine Fingernägel gewesen waren.
„Aleena!“, schrie Arek.
Ich wollte mich zitternd vom Baum lösen, als ich an der Schulter gepackt wurde.
Aufschreiende prallte ich mit dem Rücken gegen die Rinde des Baumes und starrte in rote Augen.
Das Gesicht meines Bruders war schmal und er hatte seine sonst grünen Augen, die er von seiner Mutter erbte, in eine tiefes rot verwandelt.
„Arek!“, keuchte ich und er lies mich los.
„Dein Blut hat dich verraten“, meinte mein großer Bruder und fuhr mit der Zunge über seine Reizzähne.
Ich machte mich wieder sichtbar und sah erschrocken auf den Mann, der da am Ufer des Sees stand und mich anstarrte. Er trug löchrige Stoffkleidung und seine Augen waren vor Panik geweitet.
Er sah meine Vampiraugen und meine Fänge.
Mein Herz begann zu rasen und ich brach in Panik aus. Er durfte nicht mein wahres Ich kennen
„Schwester! Es tut mir leid! Ich hätte deine Freundin nicht beißen sollen. Aber du solltest dich von deinen Menschenfreunden endlich trennen. Es ist nicht gut, wenn wir mit ihnen verkehren“, meinte Arek mit Verzweiflung in der Stimme.
Ich hörte Arek nur beiläufig zu und sah, wie der Mann ein paar Schritte zurück machte.
Er durfte nicht wissen, dass ich ein Halbvampir war.
Ich musste ihn töten, wenn ich mein Geheimnis wahren wollte.
„Arek de Nuit folge mir!“, rief ich mit leichter Angst und raste so schnell wie der Wind mich trug durch den Park.
Ich verfolgte den Mann in Lumpen und dieser schrie dabei hysterisch das Wort „Monster“. Als er fast den westlichen Ausgang des Parks erreicht hatte, sprang ich ihn an. Meine Hände klammerten sich um seine Schultern und mit meinem Gewicht drückte ich ihn nach unten.
Wir fielen beide zu Boden und er rappelte sich rasch wieder auf. Doch bevor er hoch kam, drehte ich mein Opfer um und lies mein Vampirzähne wachsen. Ich sah in die weit aufgerissenen Augen.Die Nasenflügel blähten sich auf und ich hörte ihn hektisch Atmen.
Er wimmerte etwas und strampelte mit den Armen.
Ich verstand nicht was und beugte mich nach vorne. Ich fauchte ihn an und sah seine Halsschlagader unter der Haut pochen. Ich knurrte hungrig.
„Bitte, tut mir nichts!“, stammelte der Bettler.
Er war gewiss ein Bettler, jemand den Niemand vermissen würde. Er war das perfekte Opfer.
„NEIN!“, schrie der Mann als ich meinen Kopf noch weiter auf ihn herabsenkte.
Jetzt bohrte ich meine Zähne in seinem Hals und ich trank.
„Aleena! Aleena! Hör auf! Wir trinken nicht von… Vater hat es verboten!“, rief Arek keuchend.
Er war mir wahrscheinlich hinterher gerannt.
Doch ich konnte seinen Schrei nicht richtig hören, denn er ging in einem Befehl unter.
„Ergreift Aleena Drago!“, rief es aus den Büschen.

Rund zwanzig Männer brachen aus den Büschen hervor. Sie heilten Pistolen auf mich gerichtet.
Ich fauchte und lies von meinem Opfer ab, als ich mehrere Knalle wahrnahm und das Zischen der durch Luft fliegenden Projektile meine Aufmerksamkeit auf sich zogen. Ich duckte mich und stand auf. Die Kugeln saßen an mir vorbei in den Bettler. Ich begann zu kämpfen.
Immer wieder wich ich den Kugeln aus und meine Instinkte arbeiteten auf hoch touren.
Mir gelang es mich an einen der Männer heranzuschleichen, seinen Kopf zu packen und diesen mit einem enormen Kraftaufwand von dem Körper herunter zu reißen.
Der Körper sank mit dem Bauch nach vorne zu Boden
Auf dem Rücken sah ich einen Mond mit zwei gekreuzten Schwertern. Diese Angreifer waren Ritter der Dunkelheit.
Henry hatte uns gefunden.

Drei weitere Kerle kamen auf mich zu und ich wich den Klingen aus und schlug meinen Fuß gegen eines der Schwerter. Das Schwert fiel ins Gras und ich stürzte mich auf den Ritter. Meine Zähne fuhren sich aus und ich biss mich in seiner Kehle fest. Menschliches Blut floss mir in den Mund.
Er war ein Halbvampir. Wahrscheinlich waren sie alle Halbvampire.
Dann wurde ich von vier Armen gepackt und von dem Mann herunter gezerrt.
Ich spürte wie sie versuchten mir meine Arme auf den Rücken zu drehen.
Die wollten mich nicht töteten. Die wollten mich entführen.
Angst verdrängte die Wut und lies mich panisch werden.Ich sprang also in die Luft und kam aus dem Griff frei, als ich einen Salto hinlegte und hinter den beiden Rittern zum stehen kam.
Sehr schnell packte ich die Köpfe der Beiden und schlug sie zusammen. Beide gingen in die Knie und brauchten lange um sich wieder zu fangen. Diese Zeit nutzte ich um mein Krallen auszufahren und ihnen zwei Kehlenschnitte zu verpassen. Die Körper sanken zuckend und sterbend vor mir zu Boden.
Dann hörte ich die Stimme eines Mannes. Sie war kalt und tief.

„Schön euch kennen zu lernen, Arek Eduardo de Nuit Drago. Ich wollte schon immer Mal den Sohn von Graf Drago kennenlernen.“, sagte der Unbekannte. Ich bildete mir ein einen französischen Akzent herauszuhören.
„Stellt euch doch erst mal vor. Oder habt ihr dem Enkel des französischen Vampirkönigs keinen Respekt zu erweisen?“ , knurrte Arek zurück.
„Oh kleiner Prinz! Mein Name ist nicht nötig. Ich bin nur hier, weil ihr gerne nach Italien telefonieren könnt. Ich will sicherstellen, dass ihr euer Schwester einen kleine Spazierfahrt mit uns gewehrt.“, antworte der Mann.
„Niemals lasse ich Aleena alleine.“, knurrte Arek.
Ich drehte mich zu ihm um und sah meinen Bruder mit ausgefahrenen Krallen vor einer Gruppe von Ritter der Dunkelheit stehen. Ich konnte nur die Rücken der Ritter sehen, aber einer von ihnen, der dem Arek direkt gegenüberstand trug einen schwarzen Ledermantel. Alle hatten sie Schwerter in den Händen.
Areks Krallen konnten es mit einem Schwert durchaus aufnehmen. Ich brauchte mir gewiss keine sorgen um ihn zu machen. Er wurde mit ihnen fertig, was bei mir vielleicht nicht der Fall war.
Ich wich meinen nächsten drei Gegnern aus und tötete sie rasch durch Kopf abreißen.
Plötzlich wurde ich von einem Ritter von hinten gepackt und ich wollte mich befreien, aber der Mann war stark. Er umklammerte meine Brust und meine Arme sehr fest mit einem Arm. Mit der anderen Hand schien er irgendwo an sich herum zu fummeln.
Ich fauchte und versuchte ihm auf den Fuß zu treten. Doch er wich immer wieder aus.
Dann tauchte seine Hand in meinem Blickfeld auf. Ich sah eine kleine Spitze in seiner Hand. Eine grüne Flüssigkeit wirbelte in dem Röhrchen herum.
Ich hatte keine Lust herauszufinden, was er mir da injizieren wollte und versuchte mich um zudrehen. Doch der Arm umschloss mich so fest, dass meine Rippen eingedrückt wurden. Ich hatte keine Chance aus dem Griff frei zu kommen, also schrie ich um Hilfe.
„AREEEK! AreeMmm!“, bekam ich gerade mal raus, denn mitten im zweiten Schrei legte mir der Ritter seine freie Hand auf den Mund.
Ich brachte nun nur noch dumpfe Schreie zustande.
„Chevalier, nimm du das Gift!“, befahl der Ritter seinem Komplizen.
Ein Mann trat an mich heran und nahm meinen Angreifer die Spritze aus der Hand, mit dem dieser meinen Mund bedeckte.
Er hielt sie nun an meinen Arm. Bevor die Nadel eindrang, lies ich das Erbe meines Vaters sprechen.
Haare zogen sich nun über meinen Arm.
„Verdammte Urvampirin!“, knurrte der Ritter wütend.
Noch während er nach einer anderen Stelle suchte, in die er die Spritze reinrammen konnte, hob ich meine Füße in die Luft und umklammerte ihn mit meinen Beinen. Mit einer enormen Wucht schleuderte ich ihn nach rechts.
Der andere Ritter, hinter mir war so überrascht, dass ich mich mühelos aus seinem Griff heraus umdrehen konnte und ihm meine Zähne in die Kehle rammte.
Der Ritter schrie, fiel um und ich lies von ihm ab. Er verblutete auf dem Gras.
Von hinten hörte ich eine Zischen und trat zu Seite. Ein weitere Ritter kam aus dem gleichgewichtig, da er auf mich zu gerannt war und stolperte über seinen Kameraden.
Als er am Boden lag trat ich ihm auf die Wirbelsäule und zertrümmerte sie durch die Wucht des Tritts.

„Jetzt!“, ertönte die Stimme des Mantelträgers, der mit Arek gesprochen hatte und ich sah mich um. Doch keine weiteren Ritter stürzten auf mich zu. Sie stand am Rand und sahen zu. Dann spürte ich einen stechenden Schmerz an meiner rechten Wade.
Ich sah nach unten und erkannte mit Schrecken, eine kleines Röhrchen, dass in meiner Wade steckte. Es enthielt Gift.
Ich sah Arek an und bemerkte, dass der Mantelträger ihn gepfählt hatte.
Dann kippte ich zur Seite weg und blieb im Gras liegen.
„Wenn Aleena verladen ist, ziehe ich ihn wieder raus. Sorge dafür, dass dein Vater erfährt, dass Henry van Cântărețiad seine Tochter hat.“ , trug der Wind die dunkel Stimme zu mir und auch nahm ich jetzt den Geruch wahr, der von dem Mann aus ging. Er war ein Vampir, kein Halbvampir. Er roch unglaublich stark nach Verwesung.
Ich wollte nach meinem Bruder rufen, doch ich konnte meinen Mund nicht öffnen.
„Halte Still!“, hörte ich eine Stimme in meinem Kopf zischen.
Angst breitete sich in mir aus.
Sie werden dich nicht töten. Sie wollen dich entführen.
Doch diese Gedanken beruhigten mich nicht wirklich.
Was stand mir jetzt bevor?

Arme griffen mich plötzlich an dem Achseln und zerrten mich nach oben. Ich wurde zum Ausgang des Parks geschleift und konnte mich nicht wehren und auch nicht schreien.
Ich sah auf meine Bruder zurück und ich hatte Angst, ihn nie wieder zu sehen.
Er sah mir traurig hinter her und formte die Worte. „Sie wollen etwas von Vater. Du wirst nicht getötet. Wir werden dich finden.“
Ich wollte weinen, aber selbst dies war mir nicht vergönnt.
Die Stimme in meinem Kopf sagte immer wieder: „ Nicht bewegen! Nicht bewegen!“.
Ich wusste, dass es das Gift war. Wem immer es auch gehörte, dieser hatte nun die gesamte Macht über meinen Körper.
Ich wollte nicht meine Freiheit so einfach aufgeben.
Ich versuchte mich zu winden, zu schreien und aus den Armen frei zu kommen. Aber es half nichts.
Mein Körper gehörte mir nicht mehr.
Ich konnte nur noch die Empfindungen meiner Umgebung spüren. Meine Füße verließen das Gras des Parks und wurden über Schotter gezerrt. Arek war längst hinter einem Baum verschwunden.
Ich wollte weg. Ich wollte mich bewegen, mich wehren, zeigen, dass sie mich nicht so einfach überwältigen konnten.
Doch kein einziger Muskel regte sich.
Ein amüsiertes Lachen erklang zu meiner rechten Seite.
„Na.. kleine Drago! Angenehm den Befehlen eines Anderen unterworfen zu sein? “, fragte die Stimme des Vampirs, „Du kannst zu mir schauen.“
Ich versuchte meinen Kopf zu ihm zu drehen und es klappte. Aber alles andere war immer noch gelähmt.
Es musste also sein Gift sein, dass ich in mir trug.
Ich legte in meinem Blick so viel Hass, wie es mir möglich war und er lächelte nur noch breiter.
Ich wünschte ich wäre so alt, wie mein Bruder. Als Tochter eines Urvampirs, könnte ich dann das Gift von anderen Vampiren in meinem Organismus bekämpfen und zerstören. Doch leider maß ich gerade mal 57 Jahre und war deshalb nicht in der Lage das Gift aufzuhalten.
Meine Füße verließen das Schotter und wurden über Kopfsteinpflaster gezogen. Über mir sah ich den Torbogen, des Ausgangs vom Queen Anja Park.
Wo würden sie mich gefangen halten, wenn Arek recht hatte, und sie mich tatsächlich entführten?

Meine Bewacher stellten mich nun auf meine Füße und drehten mich herum. Ich erblickte mehrere schwarze SUVs, die vor dem Parkeingang parkten.
Würde ich Vater und Mutter wiedersehen?
Ich sah zu wie die Ritter der Dunkelheit einen der Wagen öffneten und zwei Klebebandrollen heraus holten.
Sie würden mich fesseln.
Entsetzt versuchte ich mich zu bewegen, aber das Gift war zu stark.


„Leg deine Arme auf den Rücken und lass dich fesseln!“, befahl der Vampir mir. Er war gewiss der Anführer dieser Ritter der Dunkelheit. Wobei Henry sie natürlich führte. Aber er schien meine Entführung zu leiten.
Ich konnte nichts gegen meine Arme tun und legte sie wie fremdgesteuert auf meinen Rücken. Es war ein grauenhaftes Gefühl, zu spüren, wie deine Muskeln etwas ausführen, was du ihnen nicht befohlen hast.
Jetzt trat ein Ritter zu mir und schon spürte ich das klebrige Band sich um meine Handgelenke winden. Sie fesselten auch meine Füße und Einer grinste mich an und riss einen Streifen ´von der Rolle ab. Ehe ich begriff, was er vor hatte, legte er mir diesen auf den Mund.
Das Klebeband wurde fest gestrichen und selbst wenn ich wieder her über meinen Körper wäre, hätte ich nun nicht mehr schreien können.
„Du bist frei von meinem Willen!“, sagte der Vampir und in selben Augenblick konnte ich mich wieder bewegen.
Dumpf gegen den Knebel schreiend, wehrte ich mich gegen die Fesseln und die Ritter hielten mich fest.
„Steckt die Kleine in den Kofferraum. Haltet euch sicherheitshalber bereit, der Kleinen in irgend einer Form zu drohen, damit sie Ruhe hält. Sie ist zwar nicht stark aufgrund ihres geringen Alters, aber sie ist die Tochter eines der Söhne des Mondes, unserer aller Stammväter und die ersten Vampire Europas. . Wir können nicht wissen, was sie noch für Kräfte hat. Ich gehe sicherstellen, dass unsere Nachricht bei Graf Drago ankommt“, befahl der Vampir den Rittern und drehte sich um und ging zurück in den Park.


Ich sah auf den schwarzhaarigen Vampir, der im Tor des Parks verschwand. Was immer er auch vorhatte, es war nichts Gutes. Ich zerrte an meinen Fesseln und versuchte meinen Bruder aufzuspüren. Doch meine Fähigkeit Geräusche aus hundert Meter Entfernung zu hören, nahm nichts auf, was von meinem Bruder hätte stammen können.
Ich schrie in den Knebel und drückte mit der Zunge gegen meine fest geschlossenen Lippen. Doch ich konnte mich nicht von ihm befreien. Das Klebeband saß einfach zu fest auf meiner Haut. Auch schien es trotz des Ziehens und Reibens meiner Hände, nicht so leicht zu reißen. Die zwei Arme, die mich festhielten gehörten zu einem Ritter der Dunkelheit, der mich nun leicht nach hinten zog. Ich nahm ein zischendes Geräusch wahr und starrte auf den Metalltorbogen des Parks.
Der Namen meiner Mutter stand in Form von Metallstangen über dem Bogen. Dieser Park war nach ihr benannt. Er war nach einer skrupellosen Frau mit einer egoistischen Ader benannt. Die Königin der Vampire Englands hatte mich Vater immer wieder wegnehmen wollen.
Doch ich und Alessandro gehörten zusammen. Er war der einzige, den ich als Elternteil ansah. Auf meine leibliche Mutter traf dies nicht zu. Denn sie hatte sie mich immer nur gewollt, wenn ihr Sohn, mein Halbbruder, in Gefahr gewesen war. Dann auch nur um den Thron zu sichern. Sie hatte mich sogar Entführen lassen, um ihr Nachfolge zu sichern.

„Los komm, Kleine!“, zischte der Halbvampir, der mich festhielt, und schob mich zu dem schwarzen SUV am Parkplatz hinter mir. Dann drehte er mich herum, so dass ich den Wagen, samt offenstehendem Kofferraum sah. Ich bemerkte, wie ein anderer Ritter, sich von seinen Kameraden löste und auf mich zu kam.
„Good Night, Prinzessin! Mein Name ist Richard Johnson. Ich freue mich meine Kronprinzessin mal persönlich zu treffen.“, sagte der Ritter auf englisch.
Ich stieß eine unverständliche Antwort aus und blickte den Mann mit Wut an.
Was sollte das denn werden? Wollten sie so tun, als wäre ich freiwillig hier?
Richard grinste und drehte sich zum Kofferraum um. Ich wurde nun in Richards Richtung gestoßen und wäre durch meine gefesselten Füße beinah hart gegen die Kante des Wagens geknallt. Doch der Engländer, ich war mir sicher, dass er einer war, fing mich auf.
„Wir wollen doch nicht, dass unsere kostbare Fracht schaden nimmt, oder Aleena.“, sprach mich Richard an und seine braunen Augen leuchteten, als er mich ansah. Ich musterte ihn.
Er trug einen schwarzen Anzug mit grauem Hemd darunter. Seine schwarze Stoffhose, wies einige frische Grasflecken auf. Seine kurzen braunen Haare und seine typischen britischen Sommersprossen, verliehen ihm ein jungenhaftes Aussehen, obwohl er laut seinem körperlichen Alter schon Mitte Dreißig sein musste. An seinem Gürtel hing ein langes Schwert, dass gewiss einige Jahrhunderte auf sich geladen hatte, so abgeblättert, wie der Griff aussah.
Er sah mich mit einem interessierten und entzückten Blick an.
„So, eure Hoheit, Zeit euch zu verstauen.“ , meinte er dann und lies mich los. Der Ritter, der mich zu ihm gestoßen hatte, trat erneut hinter mich. Aber er hielt mich diesmal nicht fest.
Nun griff Richard in den Kofferraum des SUVs und ich sah hinein.
Es lag nur eine blaue Plane und ein Ersatzreifen darin. Der Boden des Kofferraumes war ungewöhnlich hoch, zu hoch.
Richard griff den Ersatzreifen und begann damit ihn aus dem Auto zu wuchten.
Ich betrachtete seine Kameraden, die alle bewaffnet waren. Einige mit Schwertern und andere mit Pistolen. Sie trugen Anzug, wie er und doch hatten sie alle zwei gekreuzte Schwerter auf den Jacketttaschen. Richard hatte dies nicht.
Aber warum nicht? War er kein Ritter? Oder hatte er einen höheren Rang als die seine Mitstreiter?
Ich konnte nur vermuten.
Mein Blick wanderte zum Park. Ich musste hier raus. Egal wo sie hin wollten, ich würde nicht mit ihnen fahren.
Durch intensives Ziehen zerriss das Klebeband um meine Füße.
Rasend schnell warf ich mich nach vorne und rannte los. Mein Bewacher reagierte zu spät und bekam mich nicht mehr zu fassen. Ich rannte und hatte fast das Tor erreicht, als ein Schuss viel.
Ich spürte wie die Kugel von hinten in mein Schienbein eindrang, verlor das Gleichgewicht und prallte hart auf dem Boden auf. Gott sei dank waren meinen Knochen stark und ich konnte mir so schnell nichts brechen.
Im nächsten Moment wurde ich von vier Händen gepackt und hoch gehoben. Ich schrie, da sie sehr grob waren und mir weh taten. Doch durch meinen Knebel konnte keiner etwas hören.
„Bist du verrückt! Sebastian, du hättest sie töten können. Könnt ihr verdammten Franzosen nichts richtig machen.“, keifte Richard und ich sah, dass er einen anderen Halbvampir an der Kehle gepackt hatte. Dieser hielt eine Pistole in der Hand, die ihm nun aus der Hand glitt.
„Tut mir Leid, General Johnson! Aber wir sind hier nicht bei der Army of the Vampires, wo es Auge um Auge geht. Ich würde sie bitten mich jetzt los zulassen. Die Blutung der Kleinen muss gestoppt werden. Schließlich wollen wir nicht vom Erlöser bestraft werden, oder? Sie muss um jeden Preis lebend abgeliefert werden. Besinnt euch wem ihr dient, Monsieur, eurem King und der Queen oder dem Tisch der Nacht.“, fauchte der Schütze. Richard knurrte ihn an und seine Vampirfänge traten hervor.
„Richard! Lass Signore Chevalier los!“, befahl ein dritter Ritter der Dunkelheit.
Der Mann musste Italiener sein, denn er hatte einen sehr ausgeprägten Akzent. Außerdem war seine Hautfarbe etwas dunkler.
Richard lies den Halbvampir namens Chevaliere los und warf ihm einen giftigen Blick zu.
„Richard! Er hat recht! Wem willst du dienen? Wenn du dich für dein Land entscheidest, bist du unser Feind.“, ertönte die Stimme des Vampirs, der mich mit seinem Gift gelähmt hatte.

Ich sah ihn, auf mich und die Ritter zugehen. Er stellte sich direkt vor Richard und blickte ihn durchdringend an.
„Sir, ich bin Henrys Diener.“, stammelte der Engländer.
„Das sagt dein Verhalten aber nicht. Wer herrscht hauptsächlich in Vapeen, der Grafschaft der Vampire des Kingdom of british V'empires?“, fragte der Vampir.
„Der König, Sir!“, antwortete Richard.
„ Wessen Tochter ist Aleena?“, fragte der Vampir weiter.
„Sie ist die Tochter von Queen Anja Firemoon of Vapeen.“, antwortete Richard verwirrt.
„Und wem bist du Hauptsächlich der Untertan? Wer hat die größte Macht!“, zischte der Vampir.
„The King!“, antwortete Richard auf Englisch.
„Also kommst du in keinen Konflikt mit deinem Land und dessen Herrscher, wenn du Aleena entführst, Richtig?“, zischte der Vampir auf italienisch, der Sprache die die ganze Zeit gesprochen wurde, da sie die allgemeine Sprache der Vampire war.
„Ja, sie ist ja nicht Fred James Tochter.“, überlegte Richard laut.
„ Gut, dann höre auf dich verpflichtet zu fühlen, die Kleine zu beschützten.“, befahl der Vampir und drehte sich dann zu mir um.
Richard nickte und nahm Abstand von ihm.
Ich sah den Vampir zitternd an und hatte irgendwie Angst vor ihm. Ich wusste, nicht ob es daran lag, dass er der Anführer war, oder einfach an seiner Aura. Jedenfalls flößte er mir eine heiden Angst ein.

Der Vampir kam auf mich zu, packte mich am rechten Arm und zog mich zum Kofferraum.
„Wenn du nochmal versuchst zu fliehen, dann werde ich mich von dir ernähren, Aleena. Das wird nicht sehr schön für dich. Also halt still und wehre dich nicht. Du hast keine Chance.“, knurrte er und fummelte am Boden des Kofferraums unterhalb der Türöffnung herum. Dann sah ich plötzlich, wie sich der gesamte Boden hochklappte und einen großen Hohlraum freigab.
Dieser war so groß, dass eine Person darin liegen konnte.
Ich begriff sofort und zerrte an meinen Fesseln.
Ich versuchte zu schreien und durch meinen zugeklebten Mund, kamen sogar sehr sehr laute Töne.
„Halts Maul, Kleine! Wir wollen nicht, dass die Polizei oder das VRK dich findet. Deswegen musste du leider da rein, Madam!“, knurrte mich mein Entführer an und lies sich dann von einem anderen Ritter eine Rolle Klebeband geben.
Nun wurden meine Füße wieder gefesselt.
Er legte auch einen Streifen auf meinen bereits bedeckten Mund und strich ihn so fest, dass er mir meinen Kiefer leicht eindrückte.
Ich stieß verzweifelt Laute in den Knebel und zerrte an meinen Fesseln.
Jetzt nahm der Vampir meine Beine hoch und legte mich in den Hohlraum.
Sein fieses Grinsen, als er mich ansah, werde ich nicht vergessen.
Dann schloss er den zweiten Boden des Kofferraums und ich versank in Dunkelheit.
„Schöne Fahrt, Prinzessin!“, hörte ich ihn lachen, ehe der Kofferraum zuging.
Ich hörte Stimmen, doch konnte ich sie durch die Wände des Kofferraums nicht richtig verstehen.
„Lasst uns los fahren! Unsere Verbündeten warten nicht.“, rief Richard.
„Alle in die Wagen, bevor das VRK hier aufkreuzt.“, befahl der Anführer.
Dann knallten Türen und ein Brummen setzte unter mir ein.
Der SUV fuhr los und ich wusste nicht, wohin mich die Ritter der Dunkelheit bringen würden.
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