Fasst du Vertrauen?

von LordZissa
GeschichteDrama, Freundschaft / P12 Slash
04.02.2019
23.01.2020
69
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Kapitel 68

Am Abend gingen wir wieder zu meinen Eltern ins Wohnzimmer. „Was guckt ihr da?“, wollte ich wissen während Alfred und ich uns zu ihnen setzten. „Irgendeinen Krimi. Hat deine Mutter ausgesucht.“, meinte Hannes nur. „Diese Ferien werden nicht so entspannt sein.“, kam es nun von Hürrem. „Was meinst du?“, wollte ich wissen. „Wir haben das Haus schon gekauft. Wir werden anfangen umzuziehen. Wir hoffen es gefällt euch allen.“, erklärte Hannes: „Es ist wahnsinnig groß und war dafür echt billig.“ „Warum war es denn so billig?“, wollte Alfred wissen. „Es will seit Ewigkeiten niemand kaufen und es ist etwas abgelegener. An manchen Stellen muss auch noch etwas erneuerter oder repariert werden.“, antwortete Hannes. Hürrem stand nun auf und holte ihren Laptop. „Wir können euch Bilder zeigen.“

Es war ein wirklich großes Haus mit Garten, Garage, Balkon und Terrasse. „Oh wow.“, gab ich von mir. Es sah etwas älter aus aber keineswegs schlecht. „Das ist wirklich der Wahnsinn.“, meinte auch Alfred dazu. „Wir fahren morgen hin und sehen es uns mit euch allen an. Vielleicht fahren wir auch schon ein bisschen was rüber.“, lächelte Hürrem. „Du darfst aber nicht zu viel machen, wegen dem Baby.“, sagte nun Alfred zu Hürrem. Sie lachte kurz: „Keine Sorge, Alfred. Ich passe schon auf.“

Wir gingen nun auch mal wieder in mein Zimmer rauf. Alfred überfiel mich gleich mit einem Kuss. Ich erwiderte diesen unterbrach ihn aber relativ zeitig wieder. „Lass uns schlafen gehen. Ich bin auf das Haus gespannt.“, lächelte ich. „Okay.“, stimmte Alfred nur zu. Wir schliefen aber noch lange nicht ein. Alfred lag hinter mir und fing nach einiger Zeit an zu reden. „Weißt du eigentlich, dass du wirklich schön bist? Ich weiß, eigentlich nennt man Jungs nicht schön aber zu dir passt es.“, meinte er. Ich musste lächeln: „Danke, du bist aber auch schön. Ich hoffe dir ist das bewusst.“ „Bei mir fehlt es meilenweit bis man mich schön nennen kann.“, antwortete er mir. „Du spinnst.“, seufzte ich nur. Er ging darauf aber nicht mehr ein: „Deniz?“ „Mh?“ „Ich möchte irgendwann mit dir schlafen aber erst, wenn ich alle meine Phobien besiegt habe. Ich möchte dich beschützen können und nicht umgekehrt.“, murmelte er mir ins Ohr. „Wir sollten uns gegenseitig beschützen.“, meinte ich dazu: „Von welchen Phobien reden wir gerade?“ „Die Verlustängste, die Angst vor Haus-, Stall-, und Zootieren und natürlich die vor Löffeln.“, antwortete er. „Die vor Löffeln auch? Denkst du, du kannst diese überwinden?“, ich drehte mich nun zu ihm um. Die vor Löffeln war tatsächlich seine größte Angst verbunden damit komplett blind zu werden. „Malte meinte, dass es geht aber es wird Jahre brauchen. Vielleicht nur zwei, drei, vier oder auch acht. Das kommt auf vieles an.“, erklärte er. „Du hast doch schon Fortschritte gemacht.“, überlegte ich laut. Er sah mich fragend an, was mich dazu veranlasste weiter zu sprechen. „Du sitzt mit uns am Tisch selbst wenn jeder einen Löffel benutzt. Außerdem zuckst du nur noch zusammen, wenn jemand aus versehen mit einem Löffel auf dich zeigt.“, sagte ich. Er lächelte nur und drückte mir dann einen Kuss auf die Stirn. „Gute Nacht, Deniz.“ Ich schlief mit dem Gedanken ein, dass Alfred mit intimeren Sachen also warten wollte bis er mit sich selbst im Reinen war. Bisher hatte ich dagegen nichts einzuwenden.

Am Morgen wurden wir dieses mal von Hannes geweckt. Das war wesentlich angenehmer als Cedric oder Klara. „Wir wollen gleich los fahren zum Haus. Macht ihr euch fertig?“, fragte er uns nachdem wir wach waren. „Ja, machen wir.“, meinte ich nur. Ich drehte mich zu Alfred und musste ihn natürlich wieder extra aufwecken. „Sollen wir am Abend duschen? Dann können wir wieder gemeinsam duschen.“, schlug ich ihm vor als er ganz wach war. Er nickte freudig.

Unten angekommen frühstückten wir schnell und fuhren dann auch schon los. Wir mussten mit zwei Autos fahren. Wir fuhren mit Hürrem in dem Kleineren Auto mit. Wir fuhren nur 15 Minuten, das Haus war also wirklich ganz in der Nähe. Und in echt sah es viel größer und schöner als auf den Bildern aus. „Oh wow.“, murmelte Madeleine. „Das kannst du laut sagen.“, stimmte ich ihr zu. „Gefällt es euch?“, fragte meine Mutter grinsend. Wir nickten. Ich war wirklich etwas überwältigt. „Wartet nur bis ihr es von innen seht.“, Hürrem stellte sich vor die Garagen. Hannes war vor uns da. „Klara, Irina und Laura sind schon drinnen.“, informierte er uns. Madeleine, Hürrem und Hannes gingen auch rein. Ich zog Alfred erst einmal rundherum.

Wir sahen uns den Garten und die Terrasse an. In die Garage kam man nicht von außen stellten wir fest, umso mehr erschreckten wir uns als das Tor plötzlich aufging. „Servus.“, begrüßte uns Hannes grinsend. „Wie macht man denn das Tor auf?“, wollte ich nun wissen. „Durch die Fernbedienung hier.“, zeigte er mir: „Kommt rein, wir gehen über die Tür hier raus.“ Er machte das Garagentor wieder zu und öffnete eine Tür. Wir kamen direkt vor der Haustür raus. „Jetzt schaut auch mal hinein.“, trieb er uns durch die Tür ins Haus hinein. Wir sahen uns beide neugierig um und staunten nicht schlecht. Natürlich sah man an einigen Stellen, dass man noch etwas machen musste aber abgesehen davon war es wirklich der Wahnsinn.

Wir standen gerade in der Küche als sich Hürrem zu uns stellte. „Habt ihr schon alles gesehen?“, wollte sie wissen. „Nein.“, schüttelte ich den Kopf: „Wir waren zuerst draußen und sind vor kurzem erst hier rein gekommen.“ Sie nickte: „Hannes fährt gerade und leiht sich einen Hänger aus. Wir werden ziemlich zeitig anfangen einiges rüber zu fahren und sobald das alte Zuhause leer ist können es sich Interessenten ansehen.“ „Wie können wir helfen?“, fragte Alfred. „Am besten kommt ihr nochmal mit hinüber und helft packen. Später könnt ihr dann mit Hannes wieder hierher fahren und ihm tragen helfen.“, wies sie uns an. Alfred und ich nickten nur. Jetzt würden wir uns aber erst einmal das Obergeschoss ansehen. Oben waren mehrere Schlafzimmer, ein Bad und ein weiteres Klo. Madeleine, Klara, Laura und Irina hatten sich ihre Zimmer bereits ausgesucht. Für mich blieb ein Zimmer gegenüber von dem Zimmer meiner Eltern übrig. Das war auch praktisch, da sie das Baby zu mir legen wollten für gewisse Zeit.

Die restlichen Ferien waren wirklich gefüllt mit Umzugsarbeiten. Es gab nur sehr wenige freie Minuten aber ich wollte meinen Eltern auch so viel Arbeit wie möglich abnehmen und Alfred sah dies wohl ähnlich. Alfred und ich nahmen gerade gemeinsam meinen Schrank auseinander. Hannes wollte heute Möbel hinüber fahren. „Kommt ihr klar?“, fragte uns Laura. „Ja danke. Du könntest die Klamotten aber mal auf die Seite schieben.“, bat Alfred sie. Wir waren so schlau und hatten einfach alles raus gekippt und jetzt war es im Weg. „Sortierst du wieder aus, Deniz?“, fragte Madeleine mich nun. „Wahrscheinlich ein bisschen. Musst dich dann aber mit Alfred streiten wer was bekommt.“, meinte ich dazu. Madeleine und Alfred klauten beide mit Vorliebe meine Klamotten. Alfred gab sie mir wieder, wenn sie nicht mehr nach mir rochen. Madeleine hingegen zerschnitt sie manchmal, um sie stylischer zu gestalten. Das hatte die meisten Streits zwischen uns ausgelöst.

Der letzte Tag der Ferien war ein nebeliger Tag. Alfred und ich halfen noch dabei die Betten aufzubauen. Heute sollten alle hier schlafen. Alfred, Hannes und ich hatten gestern schon hier geschlafen. Paul würde in ungefähr 3 Stunden kommen. Alfred war dieses mal gar nicht so traurig darüber, er wirkte relativ ausgeglichen. Ich lächelte ihn an und es hallten immer wieder seine Worte in meinen Kopf. Das er mich schön fand aber sich selbst nicht. Irgendwie wollte ich ihm zeigen, dass er schön ist. Und ich hatte auch schon eine Idee dazu aber ich würde mir auch Komplizen suchen müssen. So wie Alfred damals als er mir die riesige Zeichnung angefertigt hatte. „Was grinst du so?“, wurde ich nun verwirrt von Alfred gefragt. „Hm? Oh ach nichts!“, winkte ich nur ab und grinste weiterhin vor mich hin.
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