Fasst du Vertrauen?

von LordZissa
GeschichteDrama, Freundschaft / P12 Slash
04.02.2019
22.08.2019
56
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4
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Kapitel 54

Den Tag an welchem Alfred ankommen sollte verbrachte ich vor der Haustüre. Ich kam nur zum Essen und um die Toilette zu benutzen rein. Ich wollte ihn so schnell wie möglich wieder in meine Arme schließen können.

Hannes kam um 16 Uhr von der Arbeit. „Ich dachte du musst bis 18 Uhr arbeiten.“, ich sah ihn fragend an. „Die wissen doch selber alle nicht was sie tun, Deniz. Es war so wenig los aber jeder Mitarbeiter war da und da hab ich beschlossen, da ich sowieso noch Überstunden habe, nachhause zu gehen.“, grinste er. Hürrem kam nun auch raus: „Also wirklich, Hannes. Wäre Deniz nicht im Internat hättest du ihn nun schon zu einem maßlosen Chaoten erzogen.“ Hannes grinste darüber nur. „Ich gehe mich duschen, sollte Alfred dann noch nicht da sein setzte ich mich zu dir.“ „Okay.“, stimmte ich dem nur zu.

Ich hatte nebenbei ein Auge auf Irina und Klara. Die Beiden waren friedlich. Sie hielten ein Teekränzchen mit ihren Puppen im Garten. Hannes kam nach kurzer Zeit heraus und hielt mir ein Eis entgegen. „Eis vor dem Abendessen?“, fragte ich. Nahm das Eis aber dennoch an. „Jetzt komm schon. Du musst doch nicht alles hinterfragen was ich tue oder?“, er setzte sich neben mich und leckte ebenfalls an einem Eis.

„Da kommen sie.“, kam es plötzlich von Hannes. Ich war ziemlich verwirrt, da ich kein Auto gesehen oder gehört hatte. Jedoch hatte mein Vater Recht und Paul fuhr vor. Ich stand sofort auf und lief zu dem Auto. Hannes folgte mir. Alfred sprang aus dem Auto und schloss mich sofort in seine Arme. Ich konnte dies ebenso freudig erwidern. Hannes begrüßte währenddessen Paul. „Es gibt jetzt auch gleich Abendessen.“, informierte Hannes uns: „Du bist auch schon mit eingerechnet, Paul also keine Widerworte.“

„Ich habe dich vermisst.“, flüsterte mir Alfred sehr leise zu. „Ich dich auch.“, antwortete ich ebenso leise. Wir setzten uns nun alle gemeinsam an den Esstisch. Klara versuchte wieder einmal einen Platz in Alfreds Nähe zu ergattern. „Wie war es denn bei euch, Alfred, Paul?“, fragte meine Mutter während sie ihnen etwas in den Teller füllte. Alfred fing an zu erzählen: „Wir waren bei Mark, Pauls Bruder. Er ist wirklich lustig. Er streitet sich oft mit Paul und lässt keine peinliche Geschichte über Paul aus. Ich weiß jetzt jede Menge Blödsinn, welchen Paul früher getrieben hat.“ „Ja, genau. Ich glaube nächstes Mal nehme ich dich nicht mehr mit. Du und Mark versteht euch zu gut.“ , murmelte Paul dazu. Er meinte es aber natürlich nicht ernst. „Wie war es bei euch?“, fragte nun auch schon der Betreuer um den Fokus von sich weg zu lenken. „Relativ normal. Wie ein Besuch bei den Großeltern nun einmal ist.“, gab ich zurück.

Alfred, Paul, meine Eltern und ich blieben noch eine Weile am Esstisch sitzen. Ich fand es wirklich toll, dass meine Eltern sich sowohl mit Paul als auch mit Alfred verstanden. „Gehen wir hoch?“, fragte ich meinen Freund nach einer Zeit. Er nickte zustimmend und folgte mir in mein Zimmer. Ich drückte ihm im Zimmer einen kurzen Kuss auf den Mund und begab mich dann auf mein Bett. „Sagen wir es ihnen heute noch?“, fragte ich den Braunhaarigen direkt. Er nickte zögernd: „Ja, sonst müssen wir uns so lange verstecken. Hürrem und Hannes reagieren sicher toll. Sie haben sicher nichts dagegen oder?“ „Ich glaube nicht. Machen wir es wenn meine Schwestern im Bett sind, okay?“, ich sah ihn fragend an. Er sagte nichts mehr und gab mir einfach nur einen Kuss bevor er sich mit seinem Gewicht auf mich fallen ließ und mich so durch kuschelte.

„Was hat Mark dir denn alles erzählt?“, fragte ich nun Alfred. „Reichlich peinliche Storys von Paul. Paul hat früher sehr sehr gerne Alkohol getrunken und war früher anscheinend eine absolute Niete im Auto fahren.“, grinste Alfred: „Paul ist also monatlich in einem Graben gelandet aber er hat nie aufgegeben.“ Ich fing auch an zu grinsen. Alfreds Art mir diese Geschichte zu erzählen war ziemlich lustig.  

Um 22 Uhr war es dann jedoch soweit. Paul war ins Hotel gefahren. Meine Schwestern schliefen oder verbrachten ihre Zeit in ihren Zimmern. Nur meine Eltern waren noch im Wohnzimmer und guckten gemeinsam einen Film an. Alfred und ich gesellten uns zu ihnen. Hannes hatte einen Arm um meine Mutter gelegt. Sie sahen zufrieden aus. Hoffentlich würden sie das gut aufnehmen. Ich wollte ihre Zufriedenheit nicht zerstören.

Wir setzten uns so hin, dass sie uns in die Augen sehen konnten. „Wir würden euch gerne etwas sagen.“, setzte ich an. Alfred nahm verdeckt hinter meinem Rücken meine Hand in seine. Hürrem und Hannes sahen uns nur abwartend an. „Also…. Alfred und ich… Wir…“, ich zog unsere ineinander verschränkten Hände hervor: „Wir sind zusammen.“ Zuerst sahen sie uns nur an, dann fing Hannes an zu sprechen. „Ist doch schön. Muss ich mir keine Sorgen mehr machen, dass ich eine nervige Schwiegertochter bekomme.“ „Hannes!“, beschwerte sich meine Mutter: „Danke das ihr uns das gesagt habt. Und es ist überhaupt kein Problem für uns. Ich weiß aber trotzdem jemanden der ein Problem damit haben wird.“ „Klara.“, seufzte Hannes: „Alfred ist ihr persönlicher Held und sie hat die Hochzeit schon geplant.“ „Wirklich?“, fragte Alfred ungläubig. „Ja, ob du es glauben willst oder nicht. Die Kleine Zicke hat sogar mit uns diskutiert, dass du die ganzen sechs Wochen hier sein muss.“, seufzte Hannes Alfred entgegen.

„Und Alfred ist für mich sowieso schon wie ein zweiter Sohn, da ist es mir doch egal, wenn du ihn nebenbei noch abknutscht.“, kam es nun von Hannes. „Sag mal, spinnst du heute oder was?“, beschwerte sich meine Mutter erneut über seine Wortwahl. „Ich bin immer so!“, verteidigte Hannes sich. Alfred grinste nur über diese Aussagen.

Als wir wieder in meinem Zimmer waren überfiel Alfred mich förmlich mit einer Umarmung. „Sie akzeptieren es! Nein! Sie finden es nicht mal schlimm! Es geht ihnen am Arsch vorbei!“, grinste Alfred mich an und ich konnte nur zurück grinsen. Diese Glückliche Leuchten in seinen Augen wollte ich immer sehen. „Und… Dein Vater meinte ich bin für ihn wie ein zweiter Sohn.“, bei dieser Aussage traten tatsächlich kleine Tränchen in die Augen meines Freundes. „Ja, natürlich! Und meine Mutter denkt sicher auch so! Sie war nur zu sehr damit beschäftigt Hannes zu rügen!“, grinste ich zurück.
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