Dramione - Liebe ist unberechenbar

GeschichteAllgemein / P18
Draco Malfoy Harry Potter Hermine Granger Lucius Malfoy Narzissa Malfoy Ronald "Ron" Weasley
03.02.2019
06.12.2019
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Draco stand unter der kalten Dusche, wie er das so oft schon in der Vergangenheit tat, wenn die Gedanken zu laut waren, sodass man sie nur mit eiskaltem Wasser betäuben konnte.
Gut, die Hochzeit war vorbei. Und es lief auch gut. Doch warum wollte jemand die Wieselette umbringen? Wer war es? Wollte man IHN womöglich treffen? Oder jemand anderes?
Und das allerwichtigste: würde er den Abend heute noch überleben unter den Todesblicken von Hermine?
Irgendwie fand er es ja schon ziemlich anziehend, wenn sie wütend war.. Allerdings ist er damit definitiv zu weit gegangen.
Er hätte seine Eltern einschätzen müssen..
Und was ihn am Allermeisten störte, ist wohl, dass er nicht bedachte, wie sehr ihre Privatsphäre jetzt dadurch leiden würde.
Allein schon bei dem Gedanken von Hermines Körper, ihrem sinnlichen Gesicht und ihrem Duft wurde er verrückt.
Wie gut, dass das eiskalte Wasser ihm jegliche Gedanken austrieb, so dass das einzige woran er denken konnte, sein Körper wieder auf normal Temperatur zu bringen.
Er starrte runter auf sich, wie das Wasser gegen seine gebräunte Haut plätscherte, die durch das Wasser noch dunkler wirkte. Seine hellen Haare an den Beinen fingen die Wassertropfen auf und liefen an ihm hinunter und sein nasser Pony, der ihm ins Gesicht fiel, nahm ihn die Sicht, während das Wasser unaufhörlich auf ihn wie ein kalter Sommerregen prasselte und das Wasser inzwischen Rauch bildete.
Er atmete tief und schnell, strich sich die Haare nach hinten, schüttelte sich vor Kälte und stellte die Dusche ab.
Anschließend trocknete er sich, um sich auf den Contest der Todesblicke am Abendmahl aufzumachen..

——
Trotz dessen der Tatsache das Draco bald zu Bett gehen würde, zog er sich Jeans und ein Hemd an zum Abendessen.
Er lief den Flur entlang und versuchte auf dem oberen Stockwerk nach unten zu schauen, ob Hermine schon am Tisch saß, allerdings war keine Spur von ihr.
Er schlurfte die Treppen hinunter und setzte sich an den gedeckten Tisch, an dem seine Eltern schon saßen.
„Du bist aber spät Liebling. Warum hast du denn so lang gebraucht?“ fragte Narzissa mit einem vorwurfsvollen Unterton und Lucius nahm sich schon eine Serviette und klemmte sie sich hinter dem Kragen seines Seidenpyjamas.
In Gedanken verdrehte Draco schon seine Augen, allerdings ging er nicht weiter drauf ein.
„Hast du etwa kalt geduscht? Du sollst das doch nicht tun Schatz du wirst doch krank! Und wieso hast du dir diesen fürchterlichen Bart eines wilden noch immer nicht rasiert?“ schimpfte Narzissa und Draco strich sich durch seinen gestutzten Bart.
„Mutter, wie oft noch. Ich rasiere ihn nicht. Ich kann doch nicht wie ein glattrasierter Schimpansenarsch rumlaufen.“ fauchte Draco seine Mutter an und Lucius schnaubte bei dem Begriff.
„Wohl besser als ein Landstreicher.“

Draco warf seinem Vater einen verächtlichen Blick zu. Lucius allerdings war damit beschäftigt sich genüsslich die Gabel mit Garnelen in den Mund zu schieben.
„Wo ist Hermine?“ fragte Draco gespielt desinteressiert. Dass die „scheisse“ am Dampfen war, musste er seinen Eltern ja nicht aufbinden.  
„Sie ist schon zu Bett gegangen. Sie war wohl sehr müde. Das arme Mädchen war ja auch wirklich überfordert. Und es wurde sowieso Zeit, dass es in unserem Hause gesittet zugeht.“ seufzte Narzissa mitleidig und Lucius nickte zustimmend seiner Frau zu.
Draco hob seinen Kopf und starrte sie an.
„Überfordert? Hermine? Wohl eher unterfordert!“ schnaubte er und stand auf.
„Wohin gehst du Liebling?“ fragte Narzissa und Draco maulte nur: „schlafen. Wohin sonst? Nacht.“
Seine Eltern starrten ihm kopfschüttelnd hinterher, als wäre er ein pubertierender Teenager, den sie nicht in Griff bekamen.

Kurz an der Treppe, überlegte Draco ob er Richtung Hermines Zimmer laufen sollte, wagte es sich allerdings aufgrund der Blicke seiner Eltern nicht.
Es war einfach unangenehm.
Verdammt unangenehm.

Es war eh nicht für immer, tröstete er sich in Gedanken.
Also lief er in das Zimmer, das Narzissa für ihn bezogen hatte und das in leichten Grünen Slytherin Farben erstrahlte.
Wie Hermines Zimmer aussah, wollte er sich gar nicht ausmalen...
Draco legte sich in seiner Kleidung ins Bett, schmiegte sich gegen die grün/Silber verzierte Decke und starrte auf den teuren Kronleuchter.
Seine Gedanken überschlugen sich. Der Appetit war ihm gründlich vergangen und auch so, wie sollte er Hermine besänftigen? Hätte er sie heute auf der Hochzeit zum Tanzen auffordern sollen? Hatte er sich wie der letzte idiot Verhalten?
Er fuhr sich durch die Haare und schloss seine Augen. Dabei stellte er sich vor, wie er Hermine zum Tanzen aufforderte, wie sie dabei lächelte und sich freute... Und dann erschien ihm das gegensätzliche Bild.. stattdessen saßen sie auf der Tribüne und schmollten.
„Verzeih mir das ich so bin. Es liegt in meiner Natur.“ flüsterte er ins nichts.
Ob sie schon schlief?
Er musste unbedingt zu ihr, sich zu ihr legen, sie berühren und küssen und sich in Gedanken dafür entschuldigen, dass er sich so verhalten hatte. Und dann noch das mit dem Manor, ohne sie zu fragen!
Er stand leise auf, nicht wissend, ob seine Eltern nicht inzwischen auch zu Bett gegangen waren und apparierte leise in Hermines Zimmer.
Ihr Zimmer war genauso groß wie das von Draco, und gemütlich, doch stilvoll eingerichtet.
Selbst in der Dunkelheit erkannte er es. Nur das ihre Farben in einem eleganten braun-Gold waren. Draco hätte seinen Eltern zugetraut, dass sie ihr Zimmer ebenso in einem grün-weiß eingerichtet hätten.
Es stand ein riesiger Schrank aus dunklem Holz im Vintage Stil, so wie eine Kommode, ein Kamin und das dazugehörige Bad. Sogar ein Bücherregal hatte Narzissa ihr hingestellt und Hermines Bücher alle drauf platzieren lassen.
Das Bett war ebenso riesig und... auf ihm saß Hermine, zugedeckt in eine goldene Decke mit hellen Verzierungen. Sie lehnte gegen das Bett und las ein Buch in einem kleinen Dämmer Licht.
Als sie Draco sah, erschrak sie kurz, klappte das Buch wütend zu und legte sich seitlich ins Bett.
Ihre Haare schienen noch Klamm von der Dusche zu sein und sie trug ein rotes Pyjamakleid aus Seide mit Trägern, von dem Draco erahnen konnte, wie kurz es war.
Draco lief auf sie zu und setzte sich neben sie.
Hermine wandte ihr Gesicht erneut um und legte sich auf die gegensätzliche Seite.
Draco beugte sich über sie und stützte sich mit den Armen an jeweils beiden Seiten von Hermine ab.
„Geh raus.“ sagte Hermine in strengem Ton.
Draco drückte ihr ein Kuss auf die Wange, aber Hermine schob ihn von sich weg.
„Draco ich meins ernst. Geh raus.“ sagte Hermine etwas Forscher und drückte ihre Hand gegen sein Gesicht, um ihn weg zu schieben.
Draco küsste ihre Hand, die auf seinem Gesicht lag und Hermine nahm sie wieder zu sich und hob die Decke bis zu ihrem Gesicht.
Draco setzte sich, ohne sein Gewicht richtig zu verlagern auf Hermine und nahm ihr die Decke vom Gesicht.
Das Kopfkissen war etwas feucht von ihren Haaren, die sich nun langsam kräuselten und je trockener sie waren, desto lockiger sie wurden.
„Wie kann ich mich bei dir entschuldigen?“ fragte Draco und drückte ihr sanft einen Kuss auf den Hals.
Hermine schloss ihre Augen einfach.
Dann murmelte sie: „Wäre ich nicht so müde, dann würde ich dich jetzt verfluchen Draco. Ernsthaft. Jetzt geh bitte. Ich habe heute keine Lust mit dir zu reden.“
„Aber ich bin der Vater deines Sohnes.“ argumentierte Draco schwach. „Du kannst meinetwegen auch Merlin höchstpersönlich sein. Es interessiert mich grad nicht.“
„Du bevorzugst Merlin deinem eigenen Mann?“ fragte Draco gespielt beleidigt, was Hermine jedoch kein Stück beeindruckte.
Wie gern hätte Draco ihr den Träger, der ihr von der Schulter glitt, weg gerissen... dieser Anblick machte ihn gerade wahnsinnig.
„Du nervst Draco.“ erwiderte sie nur auf seinen Spruch.
Draco nahm die Decke und schob sie zur Seite, so dass er sie nun komplett in ihrem seidenen Pyjamakleid betrachten konnte. Er setzte sich auf ihre Mitte, so dass sie keine Chance hatte aufzustehen. Er beugte sich über sie und küsste verlangend ihren Hals. Sie roch so wahnsinnig gut. Er war dabei den Verstand zu verlieren und vergaß fast, dass seine Eltern sie hören konnten. Doch egal- das hatte etwas aufregendes und verbotenes. Anfangs seufzte Hermine überrascht auf und Draco freute sich innerlich schon auf die Versöhnung die gleich auf diese Art folgen würde, allerdings hatte er die Rechnung wohl ohne Hermine gemacht.
Mit einem Satz packte sie ihren Zauberstab und hielt ihn gegen Dracos Gesicht. „Wenn du jetzt nicht sofort gehst dann verhexe ich dich und ich meine es verdammt nochmals ernst! Geh endlich! Wir reden noch aber nicht heute!“
Draco seufzte. Sie war stinkwütend. Heute machte es wohl gar kein Sinn mehr. Sie schubste ihn von sich, nahm die Decke und deckte sich beleidigt zu.
Draco kapitulierte und stand auf. Er apparierte zurück in sein Zimmer und versuchte mit der Tatsache klar zu kommen, von seiner eigenen Freundin einen Korb bekommen zu haben. Sie wieder fröhlich zu stimmen, würde wohl eine verdammt gute Entschuldigung bedeuten....

Er seufzte tief und packte sich sein Handy.
An schlafen war wohl nicht mehr zu denken...
Er legte sich ins Bett und stöberte die Bilder durch die Blaise von seinem Handy aus gemacht hatte auf der Hochzeit und stieß auf eine Reihe von Selfies und Videos mit Frauen...
dabei entglitt ihm ein Lacher nach dem anderen... Blaise würde wohl nie erwachsen werden.
Während er von einem Bild zum anderen über den Bildschirm wischte, fiel ihm immer mehr auf, dass Blaise auch Bilder von der Wieselette machte.
Erst waren es nur 2-3 und Draco ging davon aus, dass es scherzhaft war, um sie zu necken, allerdings wurden es immer mehr. Draco hob skeptisch eine Augenbraue. Es könnte doch nicht sein, dass Blaise sie.... oder doch? Nach dem ungefähr 8 Bild wurde Draco langsam misstrauisch. Er richtete sich auf.
Fand Blaise die Wieselette.. gut?
Draco war eigentlich trotz der Vorfälle zwischen Wieselette und Potter zuversichtlich, dass sie eh wieder zueinander finden würden.. es waren halt immer noch Potter und Wieselette...
Aber Blaise und Wieselette? Das konnte er auf keinen Fall zu lassen!
„Salazar scheisse!“ fluchte Draco und musste darüber nachdenken, dass er die Hebel getätigt hatte und die beiden zusammen auf seine Villa geschickt hatte!
Aber er konnte ja auch nicht erahnen das Blaise der idiot die Wieselette gut fand! Er und Potter waren nicht die besten Freunde, aber sie waren inzwischen gute Freunde und sie teilten ein wichtiges Geheimnis sowie eine wichtige Mission.
Wenn Potter das erfahren würde, wäre vielleicht der Frieden zwischen der Gruppe gestört und darauf hatte er wirklich überhaupt keinen Bock.
Was wollte Blaise überhaupt von ihr? Es gab doch so viele Frauen?
An schlafen war sowieso nicht mehr zu denken. Draco stand hastig auf, warf sich eine Jacke über die Schulter, die in seinem Schrank hing und ihm seine Mutter wohl gekauft haben muss und apparierte in seine Villa sich auf das schlimmste gefasst machend.

—-

Draco stand mitten in seinem ihm so vertrauten doch fremden heim.
Es war stockdunkel.
„Lumos Maxima“ rief Draco. Das Licht sprang vom Zauberstab und beleuchtete jede Ecke des Hauses.
Er machte sich schon so auf einiges gefasst, allerdings... war es komischerweise aufgeräumt. Es war ausnahmsweise mal aufgeräumt?
Draco schlich herum, von Raum zu Raum. Kein Blaise und keine Wieselette. Waren sie vielleicht woanders hin? Draco malte sich die schlimmsten Szenarien aus.
„Bobby?“ rief Draco energisch, lief zurück ins Wohnzimmer und schaute hinters Sofa. „BOBBY!“ rief Draco energischer und eine verschlafene Hauselfe ploppte auf. Er trug einen babyblauen Pyjama mir Häschen Muster und zu Dracos Entsetzen hatte Bobby einen Baby Schnuller im Mund und wirkte recht verschlafen. Er schaute Draco von großen Elfenaugen an und verschränkte die Hände ineinander. Anschließend ließ er den Schnuller fallen. „Mister Malfoy Junior?“ fragte er ungläubig und kam ein Schritt näher.
„Bobby, was ist denn mit dir passiert?“ fragte Draco und fuhr sich müde durchs Gesicht. Als er gerade wieder die Augen öffnete, war die quirlige Hauselfe schon an seinem Hosenbein und schluchzte rotz und Wasser.
Draco stöhnte auf. „Bobby.. ist gut..“ sagte er und versuchte, ihn sich vom Bein zu ziehen.
„Bobby und Willow waren hier einsam bis die Miss und der Mister kamen und sich um Bobby und Willow gekümmert haben..“ schluchzte Bobby und nun tapste auch Willow der Vierbeiner an und jaulte leise auf ehe auch er sich an Draco schmiegte. Draco hatte sofort ein schlechtes Gewissen. Bobby und Willow hatten sich unmöglich benommen die letzte Zeit. War es einfach nur, weil er die beiden vernachlässigt hatte? Er tätschelte Bobbys schrumpeligen Kopf und streichelte mit der anderen Hand Willows seidiges Fell. „Da habe ich dich wohl zu lange alleine gelassen, stimmt’s?“ sagte Draco schuldbewusst, setzte sich auf den Boden und nahm die beiden in die Arme. „Bobby?“ sagte Draco und hob den Schnuller auf. „Den, trägst du bitte nie wieder! Du bist doch ein Malfoy! Malfoys tragen keinen Schnuller!“ seufzte Draco und schüttelte den Kopf.
„Den hat die Miss Bobby gegeben.“ quiekte Bobby. „Wo ist die Miss? Und wo ist Blaise?“ fragte Draco, stand auf und klopfte sich die Hose ab. „Bobby hat nur gesehen wie die Miss Ordnung gemacht hat mit dem Mister und dann hat der Mister eine Flasche Elfenwein genommen. Huiiiii den hat Bobby auch mal getrunken. War toll.“ quiekte Bobby und sprang auf und ab, so wie Draco es von ihm kannte. „WAS?“ sagte Draco wütend und Bobby wiederholte sich ungeniert. „Bobby hat mal Elfenwein getrunken. Und Bobby fand es lecker. Es heißt Elfenwein, weil Bobby eine Elfe ist. Und Elfen müssen Elfenwein lieben.“ quiekte Bobby und raste aufs Sofa zu, um ein neues Lied zu singen. „Bobby liebt Elfenwein, Elfenwein ja das ist fein. Noch ein Schluck und noch ein Schluck, weil Bobby jetzt was trinken muss.“ dabei wackelten seine Ohren auf und ab und Draco bekam ein Lachanfall bei dem Anblick. Dafür das seine Eltern ihm heute so auf die Nerven gegangen sind, wurde es Zeit, Bobby mit aufs Boot zu holen als Rache. Und das würde seinen Eltern überhaupt nicht schmecken.

Aber nun musste er Blaise finden. „BLAISE!“ rief Draco laut und erhielt keine Antwort. „BLAISE!“ donnerte Draco erneut und es schlurfte ein müder Blaise von der Veranda ins Hausinnere. „Was machst du hier?“ fragte Blaise verschlafen in seinem Anzug und fuhr sich müde durchs Gesicht. „Das ist mein Haus du Idiot. Ich sollte dir wohl eher die Frage stellen!“ platzte Draco der Kragen und er lief auf seinen Freund zu. „Hast du sie angefasst? Sag die Wahrheit!“ rief Draco wütend und packte Blaise am Kragen. „Bist du von allen guten Geistern verlassen? Ich soll Hermine angefasst haben? Sowas traust du mir zu?“ rief Blaise wütend unter seiner Müdigkeit und Draco rollte mit den Augen. „Wieselette natürlich!!!!“ fauchte Draco und auf Blaise Gesicht erschien ein Schmunzeln. „Ich soll sie angefasst haben? Und dafür kommst du nachts extra her?“ fragte Blaise und rieb sich die Augen.
„Was ist denn hier los?“ hörte man plötzlich eine schreckhafte weibliche Stimme und Draco und Blaise wandten sich um. Ginny Weasley stand mit verschränkten Armen da, ihr Morgenmantel fest um sich geschlungen. In der einen Hand einen Zauberstab.

„Das ist doch-..“ sagte Draco und raufte sich verzweifelt die Haare. Dann lief er auf die beiden zu und hob warnend einen Finger. „Ihr könnt es euch aus dem Kopf schlagen!“ Ginny und Blaise schauten Draco an, als würde er verrückt werden. „Wovon redest du Malfoy? Und warum tauchst du um diese Uhrzeit auf? Kann mich mal jemand aufklären?“ fauchte Ginny und klemmte sich eine rote glatte Strähne hinter die Ohren. Sie war schon abgeschminkt und sah müde aus. „Ich will das ihr beiden jetzt verdammt ehrlich seid. Habt ihr was miteinander?“ fragte Draco ungeniert und die beiden starrten Draco Fassungslos an.

„Was sagtest du da? Glaubst du ich bin ein. Wanderpokal, oder was?“ schrie Ginny außer sich und auch Blaise starrte seinen Freund fassungslos an. „Jemand hat versucht mich umzubringen, meinst du bei der erst besten Gelegenheit schmeiß ich mich an Zabini ran? Glaubst du ich habe nichts Besseres zu tun?“ schrie Ginny verzweifelt und Draco atmete wütend ein und aus. „Du und Potter werdet doch eh wieder zusammenkommen. Also ist das zwischen dir und Blaise tabu. Und selbst wenn nichts ist, ist es trotzdem Tabu.“ verdeutlichte Draco und schaute von einem zum anderen. „Und was ist mit dem Elfenwein? Habt ihr einen schönen Abend zusammen verbracht?“ fragte Draco und Blaise hob beschwichtigend die Arme. „Dray, ich habe den getrunken, weil mir hier draußen kalt war. Ich wollte Wache halten, um sicher zu gehen, dass uns niemand auflauert. Und sie hat dein Haus aufgeräumt und ist schlafen gegangen. Keinen Grund zur Panik.“ Draco seufzte auf.
„Mein Haus ist mit Schutzzaubern belegt.“

„Kümmere dich lieber um dein Haus und deine verwahrloste Hauselfe, so wie dein anderes Haustier ehe du dich in mein Liebesleben einmischst.“ fügte Ginny schnippisch hinzu.

Draco wandte sich ihr belustigt zu. „Meine Hauselfe hat einen verdammten Schnuller im Maul. Nur weil deine Familie bis zur Volljährigkeit, welche trägt, muss es bei anderen nicht genauso sein.“ fauchte Draco sie an und sie schauten sich hasserfüllt an. Währenddessen saßen der Vierbeiner und Bobby auf dem Boden und beobachteten gespannt das Geschehen. Die großen treuen Hundeaugen, so wie die übergroßen kindlichen Elfenaugen wanderten von dem einen zum anderen.
„Wie hält Hermine es bloß mit dir aus?“ Äußerte Ginny kopfschüttelnd und nun schritt auch Blaise ein. Verschlafen in seinem Anzug stellte er sich zwischen den beiden und hob die Hände. „Kommt schon Leute hier wird fair gepokert..“ dann wandte sich Blaise theatralisch zu Draco. „Du musst zugeben, dass dein Haus wirklich verwahrlost ist. Und deine Elfe auch. Und Hermine hat es wirklich nicht leicht mit dir und deinem Holzkopf.“

Draco schaute seinen Freund empört an der ihm gerade in den Rücken fiel. Blaise schien davon unbeeindruckt. Anschließend wandte Blaise sich mit einer langsamen Umdrehung zu Ginny um. „Und Weasley, du musst zugeben, dass ihr wirklich zu sehr bemuttert werdet.“ Ginny wollte gerade protestieren als Blaise seine Augen schloss, einen Finger hob und ihn an seinen Mund legte, um ihr zu bedeuten das er gerade am Sprechen war. „Ihr seid jedes Jahr mit bestickten Pullovern mit euren Initialen aus den Weihnachtsfeiern zurück nach Hogwarts gekommen. UND ihr hattet Tupperboxen in der großen Halle.“ Ginny schwieg ergeben. Daran konnte sie sich durchaus erinnern...

„Also wenn ihr uns entschuldigt, Bobby, das Muggel Fellknäuel und meine Wenigkeit würden jetzt gerne das Gespräch beenden und in unser Schlafgemach gehen.“ Blaise lief wie selbstverständlich als wäre es sein Haus durch das Wohnzimmer und legte sich auf das große Sofa, noch immer im inzwischen zerknitterten Anzug, gefolgt von der kleinen Hauselfe und dem Hund die sich zu ihm legten. Bobby winkte frech Draco und Ginny zum Abschied, setzte sich den Schnuller wieder auf dem Mund und legte sich zu Blaise schlafen.

„Das ist doch-..“ wisperte Draco verärgert, hob seine Arme verzweifelt und ließ sie wieder an seinen Oberschenkel fallen. Er musste Bobby unbedingt abhärten. So ging das nicht weiter. So ertrug Draco das Ganze auch gar nicht mehr. Lucius musste seine Hauselfe erziehen. Und diesen Hund gleich mit. Er wandte sich zu Ginny.

„Wir sprechen uns morgen. Geh schlafen.“ befahl Draco ihr leise und Ginny war ausnahmsweise zu müde, um zu diskutieren. Sie nickte und lief Richtung des Zimmers, dass ursprünglich für Hermine eingerichtet war. Draco warf noch einen Blick auf Blaise zu, der auf dem Sofa lag und sofort eingenickt schien und dachte sich in dem Moment, dass er das mit den Bildern auf dem Handy auch vor der Wieselette nicht erwähnen würde. Vielleicht hatte er sich doch geirrt und sein Freund stand nicht auf sie? Wie auch immer, Draco musste jetzt unbedingt schlafen. Er apparierte ins Manor zurück, zog sich Jacke, Jeans und das Hemd so wie Schuhe aus und legte sich schlafen.

—-

‪9:00 Uhr morgens im Manor ‬

„Mister Malfoy Junior, der Master bittet sie zu Tisch.“ quiekte es neben Dracos Ohr und er erschrak furchtbar. Er richtete sich auf und fuhr sich durch seine unordentlichen Haare. Dabei sah er müde neben sich Peggy die Hauselfe nervös stehen.
Sie verschränkte ihre verschrumpelten Elfenhände zusammen, trug eine Schleife um den Hals und verbeugte sich tief. Er brauchte einen Moment, um zu realisieren, dass es nicht die gewohnte Wohnung von Hermine war, sondern das Manor. Neben der Tatsache, dass er kaum geschlafen hatte, wurde er normalerweise von Hermine auch nicht so zeitig geweckt, sondern stand immer von alleine auf.

„Ich komme gleich Peggy. Ist Hermine am Tisch?“ fragte Draco murmelnd und richtete sich auf. „Die Miss war schon längst am Tisch Mister Malfoy Junior. Sie richtet sich gerade her für einen Ausflug mit Mister Scorpius Malfoy Minijunior.“
„Ausflug? Ich bin gleich unten.“ sagte Draco und lief hastig Richtung Bad. Er duschte sich schnell, zog sich an und verließ das Zimmer mit noch feuchten Haaren.
Seine Eltern saßen noch am Tisch, aßen gemeinsam, tranken Kaffee und Hermine zog Scorpius Schuhe und ein leichtes Jäckchen an.
„Wohin?“ fragte Draco, setzte sich an den Esstisch und sofort servierte eine Hauselfe ihm ein Tablet mit frisch gebrühten Kaffee.

„Es heißt guten Morgen.“ verbesserte Lucius seinen Sohn und nippte an seinem Kaffee.
Er hatte einen strengen Pferdeschwanz im unteren Nacken Bereich und trug seinen schwarzen Umhang.
Narzissa sah ebenso aus wie vor Ei gepellt und blickte zufrieden auf Scorpius.
„Guten morgään.“ sagte Scorpius mit einem strahlenden Gesicht zu Draco. Der lief grinsend auf seinen Sohn zu beugte sich zu ihm runter und drückte ihm einen Kuss auf die hellblonden Haare. Hermine ignorierte Draco und richtete sich wieder auf. Draco hob Scorpius auf die Arme und fragte ihn grinsend:
„Gut geschlafen kleiner Mann?“ Scorpius nickte eifrig und biss von einem Milchbrötchen ab, dass Hermine ihm in die Hand gedrückt hatte.
Draco wandte sich seiner Freundin zu.
„Guten Morgen.“ sagte er direkt und vielleicht auch mit einem etwas beleidigten Unterton. „Jap, morgen.“ sagte Hermine desinteressiert und wandte sich ab. Draco fixierte sie mit seinem Blick. Fast, als würde er ihr sagen wollen: „Warum übertreibst du es?“

„Wohin?“ fragte Draco erneut und seine Stimme wurde eine Spur genervter. Hermine wandte sich rasch zu ihm um und sie zog wütend ihre Augenbrauen zusammen. Für einen Moment starrten sie sich an, als Hermine sich unter den neugierigen Blicken von Narzissa und Lucius zusammenriss und einen neutralen Gesichtsausdruck aufsetzte. „Spazieren und auf den Spielplatz.“ Narzissa sprang auf und lief auf Scorpius breit grinsend zu, der auf Dracos armen war. „Aber das können wir doch mit ihm machen. Schließlich sind wie doch die Großeltern. Oder Lucius?“ fragte sie breit strahlend als Lucius sich betrübt umwandte. „Leider muss ich auf den Reiterhof und nach den geflügelten Pferden schauen. Sie müssen laufen. Der undisziplinierte und inkompetente dafür zuständig Bursche hat sich mal wieder krankgemeldet. Der wird noch heute gekündigt sonst heiße ich nicht Malfoy.“
Naserümpfend wandte sich Lucius abfällig zu einen der Hauselfen um und klatschte in die Hände. „Abräumen!“ sofort kamen zwei kleine Hauselfen und räumten ab, was Lucius einen schiefen Blick von Hermine einbrachte. Beschwichtigend und süffisant lächelnd hob er beide Arme. „Nicht ärgern Hermine, ich weiß ja, dass sie diese Wesen nicht leiden sehen wollen. Ich bezahle Ihnen aus reiner Herzensgüte das doppelte.“ „Wie edel Mister Malfoy.“ lachte Hermine und wandte sich zu Narzissa um. „Du musst wirklich nicht mit Scorpius auf den Spielplatz, er ist ein Wirbelwind und anstrengend. Ich weiß wie gerne du es machst. Wir wollen euch aber nicht zur Last fallen.“

Lucius stützte sich mit dem Gehstock ab. „Ach wooo! Mein geliebter Enkel fällt mir doch keineswegs zur Last. Wie gerne würde ich euch begleiten. Hach, wäre doch jemand der die Pferde übernehmen würde. Mein Kreuz verursacht mir doch solche Probleme.“ stöhnte Lucius, verlagerte sein Gewicht auf den Gehstock, legte theatralisch seine Hand auf den Rücken und tat als hätte er schmerzen. Dabei beobachtete er Draco mit einem schlitz Auge. „Eigentlich hatte ich andere Pläne..“ sagte Draco und fuhr sich durchs Haar. Hermine warf ihm einen Blick zu, riss sich aber zusammen nicht zu fragen was er vorhätte.
Draco hatte die Pferde als Kind geliebt. Aber er kann sich nicht mehr daran erinnern, wann er das letzte Mal dagewesen war. Es muss unglaublich lange her gewesen sein.

„Kommst du mit? Ich muss eh mit dir reden.“ wandte sich Draco zu Hermine und diese starrte ihn entgeistert an. Bevor sie überhaupt protestieren konnte nahm Narzissa freudestrahlend Scorpius aus Dracos Hand. Binnen von einigen Minuten verabschiedeten sich Narzissa und Lucius überschwänglich und ließen die Tür ins Haus fallen, ehe Hermine oder Draco noch irgendwas entgegen konnten. Da hatte sich Lucius gut vor der Arbeit gedrückt.

Nun standen sie beide unschlüssig da. „Danke!“ sagte Hermine beleidigt, zog ihre Jacke aus, pfefferte sie auf einen Stuhl und lief wütend die Treppen hinauf zu ihrem Zimmer. Draco stöhnte auf. Er war nicht der Typ für große reden oder außergewöhnliche Entschuldigungen.

Er wollte doch einfach nur wieder mit ihr reden und lachen. Sich selbst die Schuld einzugestehen fiel ihm schwer. Außerdem wusste sie doch wie seine Eltern sind. Er hätte das doch nicht vorausplanen können! Er wollte doch nur das Beste für sie und Scorpius, wieso begriff sie das nicht?
Langsam folgte Draco ihr die Treppen hoch. Vor ihrer Tür angekommen klopfte er ehe er eintrat. Er kam sich dabei fast schon lächerlich vor. Ungefragt trat er ein. Hermine lag auf dem Bett und ihr Kopf war Richtung Boden geneigt. Draco setzte sich neben sie hin und räusperte sich. „Ich sollte mich wohl entschuldigen, oder?“ Hermine hob entsetzt den Blick. „War das gerade eine ernsthafte Frage? Sag mir das bitte Draco.“

„Sag mir was genau das Problem ist! Das wir hier eingezogen sind? Das meine Mutter ungefragt deine Sachen hier hertransportieren ließ? Das wir früher oder später eh wieder unseren Platz in der magischen Welt finden mussten? Das ich um eure Sicherheit besorgt bin? Das wir jetzt auf größerem Raum leben? Was genau macht dich jetzt wütend? Ich dachte du magst meine Eltern! Du verstehst dich mit Ihnen besser als ich!“ argumentiere Draco und wurde dabei immer lauter.
Hermine wisperte weinerlich: „Du verstehst aber auch Garnichts.“
Gerade wollte sie aus dem Zimmer hetzen, als Draco ihre Hand ergriff. „Dann erkläre es mir! Ich bin jetzt hier damit du es mir erklärst!“ Hermine riss sich wütend ihren Arm los. „Das ist doch nicht dein verdammter Ernst Draco Malfoy? Das wir ‚auf größeren Raum’ leben? Ist das dein Ernst?“

Draco schnaubte. „Von all den Argumentationspunkten hast du dir den jetzt ausgesucht? Weil du ja ach so bescheiden lebst? Natürlich ist das ein Argument!“
Hermine lief rot an vor Zorn. „Ich habe mich all die Jahre alleine durchgekämpft. Habe alleine einen Säugling großgezogen, habe alleine für ihn gesorgt und alleine meine Wohnung eingerichtet. Es war unser Zuhause Draco! Von mir und von Scorpius! Hätte ich es gewollt, dann wäre ich schon seit meiner Schwangerschaft ins Manor eingezogen! Aber ich wollte unabhängig sein, ich bin nicht einmal bei meinen Eltern eingezogen! Es ist mit Erinnerungen verbunden! Du bist seit einigen Monaten da und schon triffst du plötzlich lebensverändernde Entscheidungen! Vielleicht wollte ich nicht ins Manor ziehen. Schon mal daran gedacht? Du hast Scorpius aus seinem gewohnten Umfeld gezogen!“
Hermine war außer sich.

„Was hätte ich sonst tun sollen? He? Wärst du mit mir in mein Haus gezogen? Du hast mir von vorne rein klar gemacht, dass es dir zu luxuriös und zu groß ist. Hast dich immer mit mir auf einer Stufe stellen wollen! Hier geht es nicht mehr nur um dich und darum was DU geschafft hast! Ich bin jetzt auch da! Einerseits wirfst du mir vor du müsstest alles alleine machen und wenn ich jetzt dran bin und die Initiative ergreife und dich entlasten will dann ist es auch wieder falsch! Du packst jedes Mal wieder die alten Kamellen aus! Ich wusste NICHTS von meinem Sohn und ich habe in der Zeit geschuftet und hab es aus eigener Kraft aus den Fittichen meiner Eltern geschafft! Ich lebe nicht von dem Geld meiner Eltern. Du wärst mit mir nicht mit in mein Haus gekommen! Wärst du es? Wenn du jetzt ja sagst dann lügst du! Jemand hat versucht DEINE Freundin umzubringen und ich weiß nicht ob es hätte dich treffen sollen oder mich oder unseren Sohn!“
Draco brüllte sie inzwischen an und Hermine stiegen Tränen in die Augen. Sie atmeten beide schnell und starrten sich zornig an.
Dann sagte Draco, in einem etwas ruhigeren Ton: „Ich werde mich entschuldigen. Aber nur wenn es einen Grund dafür gibt und nicht weil du dich in deiner Emanzipation untergebuttert fühlst. Ich werde jetzt nach DEINER Freundin und nach Blaise schauen. Anschließend werde ich zu den Pferden. Entweder kommst du mit, oder du bleibst hier. Entscheide dich.“

Draco hob seinen Arm und hielt in ihr hin, als würde er mit ihr seit-an-seit apparieren wollen und davon ausgehen, dass sie mitkommen würde.
Hermine war in dem Moment innerlich am Platzen. Diese Argumentation von ihm, diese Art an sich, dass er keine andere Meinung akzeptieren würde und egal wie sie argumentieren würde, er sowieso davon ausging das er Recht hatte, brachte sie in Rage. Er versuchte nicht einmal sie zu verstehen oder konnte es nicht einmal. Die ganzen Jahre musste sie Hart für alles kämpfen und er glaubte, dass es damit jetzt getan war, wenn er so lebenswichtige und verändernde Entscheidungen traf? Nicht einmal entschuldigen wollte er sich für irgendwas! Auch kam ihr im Moment des Zornes wieder hoch, dass er mit ihr auf der Hochzeit nicht einmal tanzen wollte. Er hatte entschieden, sie dürfe nicht mit Mc Laggen tanzen aber er selber hat sie auch nicht dazu aufgefordert. Hermine war immer eine unabhängige Frau gewesen und jetzt versuchte Draco sie immer mehr in eine Richtung zu lenken, die ihr Sorgen machte.
Eine Beziehung war nicht dafür, um jemanden einzuengen und ihm Entscheidungen abzunehmen. Sondern sie gemeinsam zu treffen und sich die Freiheit zu geben, selbst entscheiden zu dürfen auch wenn man ein Paar war. Hermine liebte und vergötterte Draco. So sehr, dass es ihr weh tat. Aber er konnte nicht einfach kommen und ihr Leben auf den Kopf stellen, ohne sie vorher zu fragen..
Wie er da so stand und seine eisgrauen Augen so müde wirkten und doch so zornig, seine blonden Haare, die inzwischen trocken waren und ihm lang ins Gesicht fielen und sein Bart der über Nacht wieder gewachsen zu sein schien. Fast hätte sie nachgegeben und hätte ihn am liebsten geküsst, wie am Abend zuvor als er versucht hatte bei ihr zu bleiben, aber wenn Hermine auch eines die letzten Jahre gelernt hatte, dann war es Emotionen zu unterdrücken und abzuschalten.
Bis er nicht verstanden hatte, worauf es in einer Beziehung ankam, wären sie beide nur unglücklich.
Sie sah seinen ausgestreckten Arm aus tieftraurigen haselnussbraunen Augen an und sagte: „Draco, so funktioniert das mit uns nicht.“ Draco schaute sie wie vom Donner gerührt an und ließ seinen Arm sinken, als hätte er sich gerade verhört. „Was sagtest du da?“ fragte er sie und starrte sie ungläubig an.
Hermine fing an zu zittern. Hatte sie womöglich etwas ausgesprochen, was sie nur in ihrer Wut gedacht hatte? Wollte sie ihm nur einen Schrecken einjagen und konnte es nicht zurücknehmen? Sie bekam augenblicklich Magenkrämpfe. Sie bekam kein Ton raus und wandte sich feige um zum Gehen. „Du willst dich wegen so etwas lächerlichem von mir trennen?“ fragte er sie erneut als hätte er sich verhört und Hermine wandte sich unschlüssig zu ihm um. Es zurücknehmen oder gut reden wäre jetzt mit Sicherheit noch schlimmer. Was hätte sie auch sagen sollen?! Nein Draco so war das nicht gemeint bitte versteh es nicht falsch?! Natürlich wollte sie sich nicht von ihm trennen, aber solange er nicht wüsste, was er falsch gemacht hatte, würden auch tausend Erklärungen nichts bringen und solange könnte Hermine auch nicht mit ihm glückliche Beziehung spielen. Er beharrte so fest auf seiner Meinung das er Hermine nicht mal Raum für Ihre gab. Sie sagte nichts, und das sagte für Draco alles.

„Alles klar, wie du willst.“ sagte er in die Stille... und klang dabei müde und abgeklärt.
Und enttäuscht.
Er apparierte einfach davon.
Und Hermine fühlte sich so elendig wie lange nicht mehr.

——
Draco war in sein Eigenheim appariert. Mitten ins Wohnzimmer.
Ginny war gerade die Kommoden am wischen und Bobby aß auf der anderen Seite Lakritzstangen. Er machte große Augen als wolle er begeistert etwas sagen, unterließ es allerdings, bei Dracos Gesichtsausdruck. Das konnte nichts Gutes verheißen. Selbst Bobby konnte die Gefahr einschätzen. Willow lag auf der Coach und alle richteten sich erschrocken auf.
„Musst du uns so erschrecken?“ fragte Ginny und hielt sich eine Hand and Herz. Draco lief wütend an ihr vorbei, packte sich eine Flasche mit Butterbier aus dem Schrank und lief auf die Veranda. Blaise kam gerade aus dem Bad mit einem Handtuch um die Hüfte und Ginny und er warfen sich ratlose Blicke zu, als Ginny dann der freie Oberkörper von Blaise auffiel. „Euch auch einen guten Morgen!“ sagte er strahlend ironisch und breit grinsend. Seine weißen Zähne hoben sich von seiner schokoladenbraunen Haut ab und wirkten schon fast unnatürlich weiß. Ginny lief feuerrot an. Ob vor Wut oder Scham war Blaise nicht klar. „Kannst du dir mal etwas anziehen Zabini? Das will keiner sehen!“ sagte sie mit hochrotem Kopf, warf den Lappen hin und folgte Draco nach draußen.
„Lass ihn. Das ist kein guter Zeitpunkt.“ rief Blaise ihr hinterher, aber Ginny lief trotzdem zu Draco hinaus. Er saß wie ein Häufchen Elend vor dem Pool mit der Flasche Butterbier in der Hand. So hatte Ginny ihn zuletzt während des Kriegs gesehen. Die letzten Jahre wirkte er so ausgeglichen und stark. Davon war gerade nichts mehr übrig. Sie setzte sich neben ihn und Draco sah nicht einmal auf. Er wippte die Flasche in seiner Hand hin und her. „Ich weiß es geht mich nichts an. Aber...“ fing Ginny an, Draco allerdings unterbrach sie.

„Kein aber. Es geht dich nichts an. Und jetzt verschwinde bitte.“

Ginny lächelte. „Immerhin hast du bitte gelernt.“
Draco warf ihr einen wütenden Blick zu. „Habe ich grad nicht gesagt das du gehen sollst?“
Ginny fühlte sich von Dracos Art zum Teil eingeschüchtert und bedroht, allerdings hatte sie mit den Jahren ein Gespür dafür, das Menschen genau das Gegenteil von dem taten, was sie brauchten.
Ihm ging es offensichtlich nicht gut. Und er hatte Ginny das Leben gerettet und ihr erlaubt hier zu bleiben für die Nacht. Allein dafür war sie ihm dankbar, obwohl sie sich überhaupt nicht leiden konnten.
„Ich muss ehrlich gestehen, dass deine Anwesenheit erträglicher ist als die von Zabini.“ setzte Ginny erneut an und Draco nahm einen Schluck Butterbier, als würde ihn das in dem Moment überhaupt nicht interessieren.
„Hör mal, ich weiß zwar nicht, was genau los ist aber ich kenne das Gefühl was du gerade hast...“ sagte sie erneut, strich sich eine rote Strähne aus dem Gesicht und Draco schnaubte.

„Doch wirklich. Weißt du was der Unterschied zwischen uns beiden ist?“

Draco schwieg noch immer und schenkte ihr keine Beachtung.

„Der Unterschied ist, dass ihr beide es hinkriegen könnt und es bei mir für immer vorbei ist.“
Draco sah auf und Ginny ins Gesicht. Sie wirkte so unfassbar traurig. „Da bist du selber schuld.“ sagte Draco und wusste das er dabei nicht besonders taktvoll klang. Er wollte sie irgendwo verletzen damit sie endlich ging, allerdings tat sie das zu seinem Erstaunen nicht. Er kannte die Wieselette eigentlich immer nur impulsiv.
„Ich bin das beste Beispiel dafür, dass Kommunikation in der Beziehung alles ist. Manchmal muss man explodieren in einer Beziehung und sich streiten. Manchmal muss einfach alles raus. Bei uns war das nie so. Alles wurde unter dem Teppich gekehrt. Und darunter hat sich unser ganzer Dreck angesammelt. Jeden Tag haben wir nebeneinander her gelebt und keiner hat sich auch nur die Mühe gemacht irgendwas zu ändern. Und irgendwann gab es die Explosion.. ihr seid besser als wir Malfoy.“
Draco wirkte nachdenklich und Ginny nahm ihm das Butterbier aus der Hand.

„Ihr werdet eh wieder zusammenkommen. Du und Potter.“ erwiderte Draco nachdenklich und fuhr sich durch seine Haare.
Ginny lächelte traurig. „Deinen Optimismus hätte ich gerne...“

Draco schüttelte den Kopf. „Ist eine Tatsache. Nur tu mir den Gefallen, und mach Blaise keine Hoffnungen.“

Ginny schaute ihn verärgert an. „Wie kommst du ständig darauf? Du siehst doch das wir uns nicht ausstehen können!“
„Weil er dich mag.“ antwortete Draco. „Das bildest du dir ein Malfoy.“ sagte Ginny belustigt.
„Nein, das ist eine Tatsache.“
„Und wenn, ich ihn aber nicht.“
„Das geht schneller als du denkst.“

Ginny war das Gespräch sichtlich unangenehm. Sie stand auf.
„Nicht bei mir. Und er mag mich nicht. Und jetzt heul nicht mehr rum ansonsten bekommst du Bobbys Schnuller. Komm, ich mach euch Frühstück.“

Sie ließ Draco stehen.
„Der arme Kerl war die ganze Nacht hier draußen bei der Kälte, um dich zu beschützen. Und fast hätte der Fluch ihn getroffen. Wer würde das tun? Mach ihm keine Hoffnungen, wenn du weißt das du noch an Potter hängst.“

Ginny wandte sich kurz zu ihm um und lief dann weiter Richtung Küche. Während sie ihren Zauberstab zückte und Frühstück vorbereitete, rasten ihre Gedanken.

>>Der arme Kerl war die ganze Nacht hier draußen bei der Kälte, um dich zu beschützen. Und fast hätte der Fluch ihn getroffen.<<

Ginny schwang den Zauberstab und warf einen Blick durch die Glastür der Küche auf Blaise, der inzwischen angezogen im Wohnzimmer saß und Willow streichelte, während Bobby rumhüpfte. Die ganze Nacht ließ er sie in Ruhe und sie sahen sich kaum in diesem Haus, weil Ginny so viel Abstand wie möglich von ihm halten wollte. Natürlich hatte er sich vor sie geworfen, aber deswegen sollte er sie gleich „mögen“? Das konnte sich Ginny nicht vorstellen. In dem Moment hob Blaise seinen Blick zur Küche und ihre Blicke trafen sich. Er zwinkerte ihr zu und stand auf, um zu ihr zu laufen. Ginny fühlte sich ertappt und sah schnell auf die Pfanne, die die Rühreier magisch zubereitete. „Kann ich dir helfen?“ fragte Blaise und Ginny fühlte sich gerade seltsam, als würde ihr die Röte ins Gesicht steigen.
„Ehm, du kannst den Tisch decken.“ sagte Ginny nervös und durchsuchte die Schränke nach den Tellern und Besteck.

„Boah, dann stimmt die Hexe auch noch zu. Das war doch gar nicht ernst gemeint“ sagte Blaise grinsend und Ginny fand die Teller. Sie drückte sie ihm in die Hand, dabei berührten sich ihre Finger.

„Na los, mach dich nützlich.“ sagte Ginny und sah, wie er der Aufforderung tatsächlich nachkam und den Tisch deckte. Irgendwie musste sie Lächeln. Er war zwar ein ziemlicher idiot, aber eigentlich auch nett.
Und er stand mit Sicherheit nicht auf sie, aber wenn er nicht mehr so anstrengend und nervig wäre, könnte Ginny sich sogar eine Freundschaft mit ihm vorstellen. Er war immer lebenslustig, immer positiv. Sie verstand, warum Malfoy mit ihm rumhing. Blaise war ein Clown, er brachte jeden um sich mit seiner quirligen Art auf andere Gedanken.
Man fühlte sich irgendwie nicht mehr so schlimm, weil man damit beschäftigt war, ihm böse zu sein.
Und das machte ihn wiederum sympathisch. Er wandte sich beim Tisch decken um und ertappte Ginny dabei wie sie ihn nachdenklich ansah. Bevor sie auch nur zusammenschrecken konnte, zwinkerte er sie an, setzte sich hin und nahm Messer und Gabel in die Hand, als wollte er demonstrieren das er Hunger hatte.
Bobby sah Blaise an und imitierte ihn sofort.
Auch er nahm Messer und Gabel in die Hand, die Gabel wohl gemerkt falsch herum und setzte sich neben Blaise. Willow hatte eine Gabel im Maul und wartete nun auch. Ginny schlug sich lachend eine Hand auf die Stirn.

—-

Der Tisch war gedeckt und das Frühstück stand wunderbar duftend auf dem Tisch. Was das Essen anging, stand Ginny ihrer Mutter in nichts nach.
Ginny häufte essen auf jeden Teller und bat Draco zu Tisch.
Nach 10 min kam er dazu und setzte sich Lustlos.
„Blaise hast du heute irgendwas vor?“ fragte Draco ihn, während Bobby über den Tisch kletterte und sich direkt vor Dracos Gesicht beugte.
„Bobby? Man steht mit nackten Füßen nicht auf dem Tisch.“ mahnte Ginny die Hauselfe.
Bobby wandte sich um. „Aber Mister Malfoy Junior ist traurig und Bobby will Mister Malfoy Junior doch nur helfen.“ quiekte er und stach Dracos versehentlich ins Auge, als er die Finger nach ihm ausstreckte, um es Ginny deutlich zu machen.
Draco stöhnte auf. „Ahhh, Salazar Bobby jetzt setz dich hin! Ich bin nicht traurig verdammt!“ fluchte er und drückte das Gesicht der Elfe weg von sich.
Bobby setzte sich auf den Tisch im Schneidersitz.

Blaise lachte laut auf, wobei er einen bösen Blick von Draco erntete. „Ich finde, dass Bobby Draco einen Kuss geben sollte auf die Wange. Damit er merkt das du ihn lieb hast.“ sagte Blaise und sofort spitzte die kleine verrückte Hauselfe ihren Mund. Draco ging angewidert mit dem Kopf zurück, als es in dem Moment aufploppte und sie sich alle erschraken.
„Hier bist du! Ich habe dich überall ges-.. hä? Knutschst du neuerdings mit deiner Hauselfe?“ fragte Harry belustigt und sofort versteifte sich Ginny.

Als Harry auch Ginny bemerkte, starrte er sie einen Moment fassungslos an und fragte reflexartig: „Was machst du hier?“ bevor Ginny antworten konnte, fiel Draco ihr ins Wort.

„Sie ist heute Nacht hier geblieben zu ihrem Schutz. Blaise und ich sind gekommen, um nach ihr zu schauen.“ Ginny und Blaise warfen sich einen kurzen Moment einen Blick zu.
Blaise fühlte sich sichtlich unwohl.

„Entweder isst du mit uns oder du kannst dort Wurzeln schlagen, wie du willst.“ fügte Draco hinzu und Harry kam langsam näher und setzte sich auf einen Platz neben Draco.
Bobby sprang sofort mit leuchtenden Augen auf. „Mister Potter, was für eine Ehre Sie hier wieder begrüßen zu dürfen.“
Bobby stand nun auf dem Tisch vor Harry und verbeugte sich so tief das seine Elfennase den Tisch berührte. „Nüchtern ist er ja fast genauso schlimm wie alkoholisiert.“ murmelte Harry zu Draco, der ihm zustimmte.

Ginny stand auf und holte unaufgefordert einen Teller und ein Glas.
In Wahrheit drehte sich ihr der Magen um vor Aufregung.
Harry hatte heute seine Brille zum ersten Mal nicht auf der Nase und trug eine Jeans Hose und ein Poloshirt.
Er wirkte müde, doch auch Vital und wach und sah ziemlich gut aus.
Seine schwarzen dichten Haare waren mit etwas Wachs gebändigt und doch sah man seine Narbe nicht, weil ihm eine Strähne ins Gesicht fiel. Ginny fiel auch auf, dass Blaise nicht mehr so ausgelassen wirkte, aber vielleicht bildete sie es sich auch nur ein. Sie lief zurück zum Tisch und stellte Harry das Glas und den Teller hin. „Ich danke dir. Geht es dir gut?“ fragte Harry ehrlich und Ginny nickte traurig. „Ja danke.“

Harry rührte seinen Teller nicht an. Stattdessen wandte er sich Draco um. „Wo ist Hermine?“ Draco zuckte schlecht gelaunt die Schultern und Harry sah ihn fragend an. „Wir müssen uns unterhalten.“ sagte er leise zu Draco, während sie schweigend aßen.
Bobby kletterte auf Blaise rücken und setzte sich einfach auf ihn, während Harry Willow streichelte.
„Ich muss erst mal zum Reiterhof und die geflügelten Pferde ihren Auslauf lassen. Danach können wir reden.“ sagte Draco. „Ihr habt Geflügelte Pferde?“ fragte Ginny verwundert und Harry sah ihn auch fragend an. „Ja, hab die seit Jahren nicht gesehen. Es sind mehrere. Wenn Ihr Lust habt, könnt ihr mir mitkommen und helfen.“
——

Hermine saß seit Draco weg appariert war im Bett mit einem Buch, doch konnte einfach nicht abschalten. Ständig fragte sie sich, ob es wirklich hätte sein müssen. War es richtig das zu sagen? Dass es zwischen Ihnen nicht funktioniert? Sie war unglaublich wütend über seine Uneinsichtigkeit, doch ihm mit einer Trennung zu drohen ging zu weit. Sie fühlte sich schlecht, ausgelaugt und musste ständig an das Gespräch zwischen Ihnen beiden denken. Und dieser eine Gesichtsausdruck von ihm, ging ihr nicht mehr aus den Gedanken.. sie stand ständig auf und lief zur Zimmertür, linste ob er wieder zurück sei und in seinem Zimmer sei oder sie noch immer in diesem großen verlassenen Haus alleine war... Was, wenn er nun wirklich von einer Trennung ausging? Alleine der Gedanke ließ Hermine ihren Magen verkrampfen. Sie nahm das Handy in die Hand und tippte eine Nachricht, nur um sie wieder zu löschen.
Was sollte sie nur tun? Während Hermine in Gedanken versunken war, knackte es am Fenster. Hermine erschrak und sah auf. Es war eine Eule, mit einem Brief im Schnabel. Hermine stand augenblicklich auf und öffnete der Eule das Fenster...

Hermines Gedanken

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Heyhoooo :D nach fast 2 Wochen wieder ein neues Kapitel. Es tut mir schrecklich leid meine lieben, ich bin Tante geworden und hab die Zeit mit der Familie verbracht.  Es war überwältigend.
Dafür, dass ich so lang weg war, schenke ich euch heute ein langes Kapitel und sogar ein Video <3333
Ich hoffe ihr seid noch mit dabei auf unserer Reise :***
Und ansonsten hoffe ich, dass es euch gut geht und ihr die kühleren Tage jetzt genießt. Ich tue es auf jeden Fall :D
Schreibt mir gerne eure Gedanken auf, ich freue mich immer auch von euch zu lesen!
Eure MilasMagie <3333 *euch alle drück*
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