Dramione - Liebe ist unberechenbar

GeschichteAllgemein / P18
Draco Malfoy Harry Potter Hermine Granger Lucius Malfoy Narzissa Malfoy Ronald "Ron" Weasley
03.02.2019
13.10.2019
72
268405
79
Alle Kapitel
685 Reviews
Dieses Kapitel
13 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
Hermine stand hektisch in ihrer Wohnung und zwängte sich aus diesem verdammt engen Kleid, in dem sie sich kaum bewegen konnte.
Jetzt musste alles schnell gehen.

Sie zog sich den Zauberstab aus der Tasche und öffnete sich den verklemmten Reißverschluss mit „finite!“
Augenblicklich konnte sie wieder durchatmen.
In Unterwäsche marschierte sie in ihr Zimmer und frischte ihr Gesicht auf, dass von den Tränen nicht mehr ganz so schick aussah.
Was alles in den wenigen Stunden alles passiert war... wie viele Eindrücke auf sie einprasselten.
Sie war froh, dass sie einige Momente für sich allein hatte, um sich eben zu sammeln...

Während sie sich ihr Gesicht auffrischte und ihre Haare von der Frisur löste, fielen ihr die Wellen Partien wunderschön ins Gesicht und sie entschloss sich dazu, ihre Haare mit dem eleganten Seitenscheitel einfach so zu lassen. Sie wirkte nicht mehr so vornehm, so Prinzessinenhaft und unnahbar.
Das Kleid, in dass sie sich schmiss, war dunkelgrün, bodenlang und hatte dünne Träger.
Der fließende Seidenstoff betonte ihre Figur unwahrscheinlich gut und zufrieden schaute Hermine in ihr Spiegelbild.
Es passte wie angegossen.
Das Kleid hatte sie nach ihrer Schwangerschaft aus einer Muggelboutique gekauft, um sich selbst dazu zu motivieren, abzunehmen.
Während sie sich so betrachtete, wollten die Gedanken einfach nicht verstummen..
warum tat diese Daphne etwas?
Hermine hatte ihr noch nie etwas angetan, noch nie persönlichen Kontakt zu ihr gehabt..
Warum wollte sie Hermine so schaden?

Hermine wusste inzwischen den Unterschied zwischen einer jugendlichen Eifersucht und einem hinterhältigen Plan.
Und Daphne wirkte mit Sicherheit nicht so, als wäre die einzige Intention sie und Draco auseinander zu bringen.
Was glaubte sie überhaupt wer sie sei, dass sie ihren BESTEN FREUND Ron mit einbeziehen wollte?
Hatte sie wirklich geglaubt, Ron sei so ein mieser Feigling, der sie hintergehen würde?
Aus welchem Grund denn auch? Ron wusste, dass Hermine und Draco zusammen waren und soweit es Hermine beurteilen konnte.... he was Fine with ist!

Allein wegen Scorpius! Die Differenzen zwischen Draco und Ron waren eine ganz andere Hausnummer und das wusste Hermine. Umso stolzer war sie auf Ron, dass er auch Draco eingeweiht hat.
Ron wäre so oder so zu Hermine gekommen.
Da war sich Hermine zu tausend Prozent sicher!
Hermine ballte die Fäuste während sie wütend in den Spiegel sah...
Sie hatte so vieles durch machen müssen, sie, Hermine, war die rechte Hand, das Gehirn des goldenen Trios und gemeinsam haben sie eines der gefürchteten schwarzen Zauberer gestürzt...
wenn dieses Miststück glaubte, Hermines Glück zum Einstürzen bringen zu wollen, wofür sie Monate und Jahre gekämpft hatte..., wenn sie glaubte, sie könne Hermine oder ihrer Familie schaden, dann hatte sie sich mit der falschen angelegt...
Es wurde Zeit, aus der Komfort Zone zu steigen und jedem zu zeigen, dass Hermine Jean Granger zurück war... und das stärker als je zuvor.

———

Hermine saß schon im fliegenden Taxi, als sie ihr Handy aus der Tasche zückte und Draco anrief.
Der hob allerdings erst nach dem dritten klingeln ab.

„Draco? Soll ich im Manor halt machen, damit wir zusammen hinfliegen?“ fragte Hermine ihn und Draco antwortete prompt: „Das dauert zu lange. Ich bespreche eben noch etwas mit Narzissa und Lucius und Scorpius kommen anschließend sofort.“

„Ist alles in Ordnung?“ fragte Hermine besorgt.

„Ja, natürlich.“ sagte Draco und Hermine hörte am Hörer ein Rauschen.

„Hier red mal mit deiner Mommy.“ sagte Draco und Hermine stieg währenddessen ins Taxi ein und nannte dem Fahrer ihr Ziel.

„Mommy?“ fragte Scorpius am Hörer und augenblicklich musste Hermine Lächeln.

„Hallo mein Schatz, gleich bist du bei mir, ja?“

„Ja Daddy auch hier. Wir gleis kommen. Oki Mommy?“ fragte Scorpius am Telefon und Hermines Herz schmolz dahin.
Wie erwachsen ihr kleiner schon war....

„Pass gut auf deinen Dad auf ja Schatz? Bis gleich dann.“ sagte Hermine während der Fahrer sie verwirrt vom Rückspiegel beobachtete, während sie flogen.

„Jaaa is auf Daddy aufpassen.“ antwortete Scorpius in seiner hohen kindlichen Stimme und Hermine hörte ein Lachen im Hintergrund.

„Du willst auf mich aufpassen?“ fragte Draco ihn und hob ihn hoch, während Scorpius in ein süßen Lachanfall fiel.

Er nahm Scorpius das Handy aus der Hand und sagte ins Telefon: „Bis gleich ja?“

„Bis gleich.“ flüsterte Hermine glücklich ins Handy und legte auf.
„Wir sind in 5 min da Ma‘am“ sagte der Fahrer und Hermine nickte ihm lächelnd zu.

———

„Also Mutter, Vater. Wie eben besprochen, ich rede heute mit ihr und von mir aus kann es dann sofort los gehen.“ sagte Draco zu Narzissa und Lucius, während er Scorpius die Schuhe anzog.

„Ich freue mich schon wahnsinnig. Was sagst du Lucius? Ist das nicht großartig? Ich werde mich sofort um alles kümmern.“ sagte Narzissa und klatschte freudig in die Hände, während sie ihren Mann aufgeregt ansah.
Der allerdings saß unbeeindruckt auf dem Esstisch und aß in aller Seelenruhe sein Nouvelle Cuisine in Form von Hummer in Lauchsoße.
Während er sich die Mundwinkel mit einem weißen Tuch mit grünen Verzierungen abtupfte, sah er mit einer gehobenen Augenbraue und einem süffisanten Grinsen zu Draco rüber.
„Es wurde allerhöchste Zeit, dass du zur Vernunft kommst Sohn. Ich wusste, eines Tages kommst du zurück. Wer weiß, vielleicht streiche ich dich doch nicht aus dem Familientestament?“ fragte er scherzhaft und auf Dracos Gesicht breitete sich ein Grinsen aus.
„Vater, das wäre absolut fatal, wenn du mich aus deinem Testament streichst. Scorpius, verabschiede dich von Oma und Opa.“ sagte er, den letzten Satz an Scorpius gewandt.
Der kleine stürmte auf Lucius zu und versuchte auf seine Knie zu klettern, der ihn allerdings dann auf die Knie hob.
„Opi hab dis lieb“ sagte Scorpius süß und auf Lucius Gesicht erschien ein freudiges lachen.
„Und dein Opa hat dich viel lieber.“ säuselte er und ließ Scorpius auf seinem Schoß stehen, während der Kleine sich an Lucius Haaren an der Schläfe festhielt und balancierte.
Dabei riss Scorpius einige Haare aus dem Pferdeschwanz von Lucius, der schmerzerfüllt seine Augen zusammenkniff.
„Ist er nicht hinreißend?“ sagte Narzissa und beobachtete strahlend Scorpius dabei, wie er Lucius massakrierte.

Auch wenn Draco diesen Anblick nur zu lustig fand und Scorpius das einzige Lebewesen auf der Welt war, gegen das sich Lucius niemals zu Wehr setzen würde, packte er seinen Sohn unter den Achseln und hob ihn von Lucius Schoß, um ihn sich auf die Schultern zu setzen.
Lucius stöhnte erleichtert auf, setzte sich aufrecht und klemmte sich seine weißen Fussel an der Schläfe hastig hinter die Ohren.
Draco bückte sich und Narzissa drückte Scorpius auf seinen Schultern einen Kuss auf den Schopf.
Anschließend winkten sie Draco und Scorpius zum Abschied noch, ehe die beiden ins fliegende Taxi einstiegen und wegflogen.
Bis zur letzten Sekunde beobachteten Narzissa und Lucius die beiden und es fiel ihnen jedes Mal schwer sich zu verabschieden, auch wenn es nie für eine lange Zeit war.
Scorpius hatte über die Jahre leben ins Manor gebracht.
Und sie konnte ich kaum erwarten, sie wieder bei sich zu haben.

„Hach Draco... Das ist mein Sohn.“ sagte Narzissa voller Stolz und setzte sich an den Esstisch, um sich von Peggy der Hauselfe einen Elfenwein bringen zu lassen.
Das musste gefeiert werden.
„Das wird großartig.“

„Meine Erziehung hat anscheinend doch gefruchtet.“ sagte Lucius süßlich und nippte selbstverliebt am Elfenwein.
Narzissa schnaubte und summte: „Einbildung ist auch eine Bildung“ und schenkte der Aussage ihres Mannes keine Beachtung mehr.
Es war wohl eher IHRE Erziehung.

———-

Hermine stieg aus dem Taxi und es übermannte sie erneut Aufregung. Schon aus dem Äußeren ertönte die Musik in geballter Lautstärke.
Draußen war es inzwischen schon stockdunkel. Außer einigen Laternen vor dem Schloss und Hochzeitsdekorationen sah man nichts.
Der Wald warf einen finsteren Schatten und war gruselig.
Hermine lief hinein und bemerkte nach der knappen Stunde ohne Musik, wie laut es doch eigentlich hier war.
So lang könnten Sie mit Scorpius nicht bleiben.
Das war definitiv nichts für Kinder.

Sie hielt Ausschau nach Harry, Ginny, Luna oder wenigstens irgendjemand der Gryffindors die sie kannte, aber irgendwie war es inzwischen so brechend voll, dass sie sich einfach auf die Tribüne hinsetzte.

Vielleicht waren sie auf der Vollbesetzten Tanzfläche?
Plötzlich traf sie der Blick von Daphne Greengrass, die mit einem Glas in der Hand ständig zu Hermine rüber schielte und sie hasserfüllt anstarrte.
Hermine blickte schenkte ihr einen wütenderen Blick und schaute zur Tür, wann denn nun endlich Draco kommen würde.
Sie fühlte sich unglaublich unwohl.
Eine frühere Hufflepuff Schülerin namens Mandy Miller setzte sich plötzlich neben sie und umfasste Hermines Hand.
Das Mädchen war etwas rundlich und hatte kinnlange, schwarze locken.
Sie war unglaublich sympathisch und Hermine mochte sie schon immer, obwohl sie nicht sonderlich viel miteinander zu tun hatten.
Sie ergriff lächelnd Hermines Hand.
„Du siehst fantastisch aus Hermine! Aber du wirkst so nervös. Ist alles okay?“ fragte sie tröstend und setzte sich neben Hermine.
„Danke Mandy. Alles in Ordnung. Hast du Ginny gesehen oder Harry?“ fragte Hermine sie und sie schüttelte den Kopf.
„Sie werden sicher gleich auftauchen.“ ermunterte Mandy Hermine und sie zwang sich zu einem Lächeln.
Plötzlich kam Blaise Zabini und setzte sich auf die andere Seite von Hermine.
Dabei starrte er sie verwundert an.
„Hö? Hast du dich umgezogen? Und wo ist Draco?“ fragte er verwirrt und Hermine nickte schmunzelnd.
„Er ist auf dem Weg.“
Blaise nickte mit gehobenen Augenbrauen.
„Ahaaaaaa.“

Plötzlich erspähte Hermine endlich Ginnys roten Schopf in der Menge. Sie saß abseits mit Ron, Luna und Professor Mc Gonnagall, mit der sich die drei unterhielten.
Hermine lächelte als Ginny sie ebenfalls nach einigen Minuten sah und ihr nach einigen erstaunten Sekunden zuwinkte.

Hermine winkte zurück, als auch der Blick von Professor Mc Gonnagall auf sie fiel, die anschließend ebenfalls winkte.
Hermine lächelte.
Sie musste sie unbedingt nachher nochmal persönlich begrüßen. Plötzlich bemerkte sie neben sich, wie auch Blaise Ginny zuwinkte, die allerdings nur den Mittelfinger zeigte und sich umwandte.
Blaise lachte.

„Warum ärgerst du sie ständig?“ fragte Hermine ihn mit zusammen gezogenen Augenbrauen.
Blaise allerdings schaute sie verwundert an.
„Ich? Ärgern? Wo denkst du bloß hin?“ sagte er mit strahlend weißen Zähnen.
Hermine schüttelte schmunzelnd den Kopf.
„Du, sag mal. Wie ist Weasley so?“ fragte Blaise neben sie plötzlich und Hermine schaute ihn erstaunt an.
Dann breitete sich auch auf ihr Gesicht ein Lächeln aus.
„Ron ist wirklich super nett. Er kann auch gut Quidditch spie-..“

„Mensch, nicht dieser Teil der Weasley Familie. Ich meine den interessanten weiblichen Teil.“ grinste Blaise.

Hermine hob warnend einen Zeigefinger.
„Zabini? Finger weg von Ginny! Hörst du?“ Mahnte sie ihn, doch Blaise Grinsen wurde nur breiter.
„Komm schon Granger! Sie ist Single!“ lachte er und hob zur Verteidigung beide Hände.
„Unfreiwillig! Sie ist zurzeit nicht glücklich! Da braucht sie nicht jemanden, der nur mit ihr spielen will!“ entgegnete Hermine empört.
„Wer sagt, dass ich mit ihr spielen will?“ fragte er mit einem Schmunzeln.
Hermine sah ihn ungläubig an.
„Erst vorhin hast du unzählige Selfies und Videos von Dracos Handy mit anderen Frauen geschossen. Du kannst mir doch nicht erzählen das du an einer ernsthaften Beziehung interessiert bist. Nein Zabini, das kauf ich dir nicht ab.“ sagte Hermine, kopfschüttelnd und riskierte noch einmal ein Blick zur Tür.

Hermine blickte noch einmal Zabini an, der Richtung Ginny schaute, wie sie nun ausgelassen mit Luna tanzte.
„Du magst sie wirklich?“ fragte Hermine ungläubig und er fing an zu Grinsen.
Dabei stützte er verträumt seinen Kopf auf den Händen.
„Sie ist verrückt. Sie zeigt mir immer den Stinkefinger. Und sie schreit mich an. Sie schreit mich sehr gerne an. Und sie beleidigt mich oft. Sie ist wirklich verrückt.“
Anschließend schaute er Hermine an.
„Aber ich mag sie. Klingt das sehr unglaubwürdig, in Anbetracht dessen, dass du und Malfoy ein Paar seid?“

Hermine grinste Blaise an und schüttelte den Kopf, als die beiden anfingen zu lachen.
Es war verrückt. Aber sie verstand ihn.
„Und die anderen Frauen?“ fragte Hermine und Blaise zuckte mit den Schultern.
„Nur eine Fassade. Außerdem kannst du nicht abstreiten, dass ich der absolute Frauenschwarm bin.“
Blaise grinste breit und Hermine zwickte ihn leicht in den Oberarm.
„Ewwwww!“ sagte Hermine mit einer Grimasse.

In dem Moment wurde die poppige Musik leiser und es setzte eine romantische Melodie ein.
Das Licht in der Halle war nun gedämmt.

Überall füllten sich wieder die Plätze an den Tribünen. Harry ließ sich nun auch endlich blicken. Sein Gesicht war rot, während er sich neben Hermine setzte.
„Hast du dich umgezogen?“ fragte er verwirrt und Hermine verdrehte die Augen, als ihr Blick auf Cho Chang fiel, die mit hochrotem Kopf an ihnen vorbeilief und Harry einen letzten schüchternen Blick zuwarf.
Harry lächelte zurück und fuhr sich durch seine schwarzen Haare.
„Ja habe ich. Und du? Findest du es nicht etwas früh dich mit schon Chang zu vergnügen?“ Flüsterte Hermine etwas vorwurfsvoll.
„Hermine! Es war nur ein Tanz. Und ich bin ungebunden.“ flüsterte Harry mit finsterer Miene zurück.
„Harry... wir reden nachher drüber.“ sagte Hermine leise.
Was war bloß mit Harry und Ginny los? Wieso kriegten sie das nicht hin?
Und was war mit Zabini los?
Haben die alle den Verstand verloren?

George und Oliver Wood kamen nun auch wieder dazu und sofort rief George: „Wo ist Dray hin?“
Hermine zückte das Handy, um Draco nun endlich anzurufen.
Es klingelte einmal und Draco ging sofort ran.
„Wo bleibt ihr?“ fragte Hermine und hörte laute Geräusche im Hintergrund am Hörer.

„Dreh dich mal um.“ sagte Draco am Hörer und Hermine wandte sich um.
Draco, mit einem strahlenden lachen und Scorpius an der Hand, der begeistert in schnellen Schritten in Richtung Hermine mit seinen kleinen Füßen rannte.

Hermine steckte das Handy wieder ein und strahlte über das ganze Gesicht.
Durch die romantische Melodie, die sich durch die Halle erstreckte, hörte man nur ganz leise Gemurmel. Doch Scorpius süßes lachen und kreischen erstreckte sich durch die Halle und einige wandten die Köpfe um.
„Halloooo hier bin is kuck is bin doch da!“ Rief der kleine begeistert und bannte sich seinen Weg frei zu Hermine, die ihn mit offenen Armen empfing und ihn anschließend fest in die Arme schloss.

„Merlin ich Dreh durch! Schau mal wie niedlich!“ rief ein Mädchen aus der vorderen Reihe und einige wandten ihre Blicke zu Scorpius um, der strahlend auf Hermines Schoß saß.
Der kleine hatte nun die Aufmerksamkeit von vielen und sie schauten ihn verzückt an und winkten dem kleinen zu.
Scorpius, mit seiner offenherzigen Art winkte natürlich zurück, was ein noch größeres Entzücken brachte.
Hermine grinste und drückte Scorpius einen Kuss auf den Schopf, während Blaise grinsend Platz machte, damit sich Draco neben Hermine setzen konnte.

George drängelte sich zu Harry und sagte grinsend: „WOW Scorp! Du bist ja schon ziemlich groß geworden! Weißt du noch wer ich bin?“

Scorpius tat als würde er überlegen, während noch immer alle Blicke zu ihm gewandt waren, weil dieses Kind einfach nur unheimlich niedlich war.

„Is weiß nis!“ sagte Scorpius Schulterzuckend und hob ahnungslos seinen Kopf zu Hermine.

„Guck mal, dass ist Onkel George.“ flüsterte Hermine lächelnd und zeigte auf George.

„Du hast mich doch nicht etwa vergessen?“ sagte George und tat empört, während er näherkam und Scorpius kichernd seine roten schulterlangen Haare ergriff.

„Auaaaaaa!“ sagte George und tat so, als würde er schmerzvoll anfangen zu weinen, was Scorpius nur noch mehr zum Kichern brachte.
Anschließend wuschelte er Scorpius durch den weißblonden Schopf.
„Du frecher Cowboy!“

Scorpius Kichern brachte jeden um sie herum zum Grinsen.
Auch Harry verwuschelte Scorpius grinsend die Haare.
„Weißt du, wer ich bin?“
Scorpius zeigte mit dem Finger auf Harry und tippte ihm dabei auf die Nasenspitze.
„Onkel Haryyyy.“ quiekte Scorpius und Harry lachte und umarmte ihn kurz.

„Nicht schlecht, Malfoy.“ sagte Oliver Wood mit einem grinsend und anerkennend in Richtung Scorpius.
„Bruderschaft ohne DNA Test bestanden würde ich mal behaupten.“

Draco sah ihn mit einer gehobenen Augenbraue an und grinste.
„Bruder? Das ist mein Sohn, Wood.“

Oliver Wood klappte die Kinnlade auf.
„Das glaub ich dir nicht. Nein. Nein das glaub ich nicht.“ sagte Oliver Wood ungläubig, als plötzlich Nebel von einer Nebelmaschine puffte und er sich in verschiedene Farben färbte und somit das Brautpaar in ihn hüllte, die noch immer engumschlungen tanzten.

„Daddy, kuk mal!“ rief Scorpius begeistert in Richtung Draco und Oliver Wood kam gar nicht mehr aus dem Staunen. Blaise drückte das Kinn von Wood mit seinen Fingern nach oben.
„Mund zu, es zieht Löwe!“ lachte er und streckte seine Hände, um Scorpius auf den Schoß zu nehmen.
Scorpius ließ es widerstandslos über sich ergehen. Immerhin hatte Blaise ihm den Löwen geschenkt, den er so gerne mochte.
Daran konnte sich Scorpius natürlich erinnern!
Oliver Wood konnte es noch immer nicht fassen, wie unglaublich ähnlich Draco und sein Sohn sich sahen.
Und dass er inzwischen Vater war, ebenso wenig.

In der Zwischenzeit setzte die Musik nun langsam aus und es brach tosender Applaus und Jubel aus.
Scorpius hielt sich beide Zeigefinger in die Ohren, um zu demonstrieren, dass es ihm zu laut war und Blaise half ihm dabei in dem er seine beiden Hände auf Scorpius Ohren legte, während der kleine die ganze Zeit „Su Laut!“ rief.
Scorpius wandte sich erneut Blaise zu und klagte mit seinen strahlenden eisgrauen Augen: „Su laut für mis!“

Verdammt! Diesem Kind konnte doch keiner widerstehen!
„Hmmm.. was machen wir denn da bloß? Fragte Blaise gespielt nachdenklich und rief dann zu den umstehenden: „Hey! Klappe halten! Für Scorpius ist das alles zu laut! Hört ihr?“

Hermine beugte sich lachend zu Scorpius und drückte ihm einen Kuss auf die Wange.
Der kleine hatte nun die ganze Aufmerksamkeit der umstehenden.
„Professor!“ rief Hermine freudig und stand auf, weil sich Ginny, Ron, Luna und Professor Mc Gonnagall auf den Weg zu Ihnen machten.

„Miss Granger!“ rief Professor Mc Gonnagall überschwänglich und nahm Hermine in den Arm.

„Wir hatten ja nun noch keine Gelegenheit uns zu begrüßen. Sie sehen fantastisch aus! Eine schöne junge Frau ist aus Ihnen geworden!“ sagte sie freundlich und Hermine fiel auf, dass ihr grauer Dutt über die Haare immer weißer wurde, sie deutlich mehr Falten im Gesicht hatte, allerdings noch immer dieselbe liebevolle strenge im Gesicht hatte.

„Ich bin so glücklich Sie zu sehen Professor. Es ist so lange her!“ sagte Hermine mit einem Lächeln.
Mc Gonnagall streckte Draco die Hand aus und dieser ergriff sie mit einem Kopf nicken und einem leichten Lächeln.
„Das ist ja schon fast wie damals. Hab das Gefühl, als wenn es gleich wieder Ärger gibt auf Hogwarts.“ sagte sie augenzwinkernd in die Runde.

Dabei fiel ihr Blick auf Scorpius, der noch immer auf dem Schoß von Blaise saß.
„Ach, und wer bist du?“ fragte Mc Gonnagall entzückt und Blaise stand gemeinsam mit Scorpius auf, um ihn der Professorin näher zu bringen.
Professor Mc Gonnagall streckte mit einem lieblichen Gesichtsausdruck ihre Hand nach Scorpius aus, der sie nach kurzem Zögern ergriff.
„Is Scorpius.“ sagte Scorpius und zeigte auf sich selbst, was die Umstehenden zum Lächeln brachte.
„Und das Mommy.“ sagte Scorpius und zeigte mit dem Finger auf Hermine.
Die Augen wanderten alle zu Hermine.
„Und das mein Daddy.“ sagte Scorpius und wandte sich suchend zu Draco um, als er ihn neben sich erblickte und herzerwärmend anlächelte.

Es schien, als würde die Welt für einige still stehen, so wie auch der Professorin, die für einen Moment sprachlos war.
„Kann ich ihn auf den Arm nehmen?“ fragte Mc Gonnagall Hermine, die sofort lächelnd mit: „Ja natürlich“ zustimmte.

Sie streckte ihre Arme aus und Scorpius, der sofort jedem Menschen vertraute, jeden liebte und mit wirklich jedem spielen wollte, ließ sich widerstandslos von der Direktorin von Hogwarts tragen.

„Deine Mommy und dein Daddy sind ganz großartige Menschen. Weißt du das?“ fragte Mc Gonnagall liebevoll den kleinen, der anschließend über das ganze Gesicht strahlte.
„Is auch?“ fragte er die Professorin aufgeregt und zeigte fragend auf sich.

Mc Gonnagall lachte von Herzen.
„Du natürlich auch. Du bist ein ganz großartiger kleiner Mann.“
Scorpius spitzte seine Lippen und demonstrierte der Professorin, dass er ihr einen Kuss aufdrücken wollte, woraufhin die Professorin ihm entzückt die Wange hinhielt.
Die umstehenden lachten und auch Draco konnte sich kopfschüttelnd kein Grinsen verkneifen.
Sein Sohn würde wohl definitiv der Frauenheld werden.
„Ich schmelze dahin!“ Sagte Ginny lachend, woraufhin sie der Blick von Harry traf und beide betroffen wegschauten.
Es war ein bitterer Beigeschmack, wenn man bedachte, dass sie beiden selbst einmal gemeinsam Kinder wollten.

Blaise stupste Ginny währenddessen unauffällig mit seinem Arm an.
„Wenn du willst, mach ich dir auch ein süßes Baby. Was hältst du davon?“ grinste er und Ginny trat ihm mit ihrem High Heels auf die Schuhe.
Blaise verzog schmerzvoll das Gesicht.
„Das halte ich davon.“ wisperte sie ihm wütend zurück, ohne ihn anzuschauen.

-

Scorpius hatte im Sturm alle Herzen erobert. Einer nach dem anderen kamen und wollten mit dem kleinen Engel sprechen.
Hermine fand, dass es langsam zu viel wurde für den Kleinen.
Und Scorpius gähnte auch auffällig oft, während sie alle gemeinsam aßen und beobachteten, wie einer nach dem anderen Geschenk, Galleonen und Blumen dem Brautpaar überreichten.
Immer wieder kamen Fragen auf, ob Scorpius der Bruder von Draco sei und immer wieder kam derselbe Satz von Draco.
„Nein mein Sohn. Und ja Hermine ist die Mutter.“
Es kam ihnen inzwischen so vor, als würden alle anwesenden über diese Neuigkeit reden.
Zumindest alle aus den damaligen Jahrgängen, mit denen sie zusammen zur Schule gingen.
Jeder war erstaunt über die Tatsache das die beiden zusammen waren und vor allem Eltern eines kleinen Jungen, der Draco auch noch wie aus dem Gesicht geschnitzt war.
Ausgerechnet die beiden!
Neville und Hannah waren komplett aus dem Häuschen, als die davon erfuhren.
Neville hatte ungläubig von Draco zu Scorpius, zu Hermine, zu Scorpius, zu Draco und wieder zurück gestarrt.

„Das war also das 8. Weltwunder!“ hatte der Bräutigam begeistert gerufen und Scorpius ebenfalls auf dem Arm genommen.
„Das ist Onkel Neville, Schatz.“ hatte Hermine zu Scorpius gesagt, der sich müde gegen Nevilles Brust lehnte.

„Ich bin sprachlos Leute. Das habe ich absolut nicht erwartet.“ flüsterte Neville und schloss verzückt seine Augen, während er Scorpius hin und her wiegte.

-

Es war nun wirklich spät geworden und die Hochzeit neigte sich dem Ende zu. Viele junge Schüler waren schon längst abgeholt worden.
Auch das Gewinnerpaar wurde gekürt.
Erstaunlicherweise waren es Harry und Pansy.
Zur Belohnung bekam das Siegerpaar jeweils eine ganze Tüte mit magischen Süßigkeiten und jeweils eine Flasche teuren Feuerwhiskey.
Auch setzte man Pansy und Harry scherzhaft eine Krone auf, aus der in verschiedenen Farben funken sprühten.
Harry hatte sich mit hochrotem Kopf, wieder zu Ihnen begeben, als er durch die Menge getragen wurde.
Pansy weinte stolz einige Freudentränen als wäre sie zur Miss Universe gekürt worden.

Zu Hermines großen Erstaunen kam irgendwann Pansy kleinlaut zu Ihnen herüber gestapft.

„Noch einen Tanz Schenk ich dir nicht.“ gähnte Harry müde in ihre Richtung und Pansy verdrehte arrogant die Augen.
„Halt die Klappe Potter. Für dich bin ich gar nicht hier.“
Anschließend wandte sie sich kleinlaut zu Hermine um.
„Weißt du, auch wenn wir unsere Differenzen haben und ich dich bis auf alle Lebzeiten hassen werde..“ stammelte sie herum und Draco starrte sie feindselig an.
„Ich bin doch auch irgendwie seine Tante.“
Sie schaute traurig auf Scorpius rücken, der auf Harrys armen schlief.

„Weißt du Pansy, es ist mir sch-..“ grad hatte Draco gelangweilt angesetzt, als Hermine ihn unterbrach.

„Auch wenn es auf Gegenseitigkeit beruht, lade ich dich gerne mal zum Tee ein dann kannst du Scorpius kennen lernen.“
Anschließend wandte sich Hermine zu Draco um und stupste ihn an.
„Komm schon.. sie gehört auch irgendwie dazu..“

Pansy und Draco schauten Hermine verwundert an und auf Pansys sonst so boshaftem Gesicht breitete sich ein Lächeln aus.
„Lass es mich wissen, wann und wo. Du kannst mir gerne dann Eulenpost schicken.“
Hermine nickte ihr zu und hoffte in dem Moment, dass es kein Fehler war.
Aber... vielleicht war Pansy doch nicht so schlecht, wenn man ihr die Hand reichte? Sie war lange Zeit Dracos gute Freundin in der Schulzeit.. hatte sie es nicht genauso verdient?

Pansy reichte Hermine zögernd die Hand.
„Ich freue mich über den Waffenstillstand. Und ich hoffe du hast dir die Hände gewaschen.“ sagte sie sarkastisch und Hermine konterte frech schmunzelnd: „Sei dir sicher, dass ich meine Hände wahrscheinlich gleich in Säure tauchen muss, um sie von dem neuen Schmutz zu befreien.“

„Nicht schlecht.“ sagte Pansy anerkennend.
Sie wollte gerade gehen, als sie sich zu Harry umwandte.
„Haben wir nicht über die Brille gesprochen?“
Harry schaute sie empört an, als sie dann eingebildet davon stakste.

„Ich muss nachher mit dir reden.“ flüsterte Draco zu Hermine während Scorpius auf seinen Armen schlief.
Sein Atem fühlte sich warm auf Hermines Ohr an und er küsste sie sanft.
Eine Gänsehaut durchfuhr Hermines Körper und kurz sackte sie in sich zusammen, als sie sich lächelnd zu ihm wandte.
„Wegen Pansy?“ flüsterte sie zurück während sie sich in die Augen sahen.
„Nein etwas anderes. Später.“ sagte Draco und strich mit einer Hand Hermines Haare hinters Ohr, um sie anschließend am Rücken zu streicheln.

———

Der riesige Kuchen wurde angeschnitten und verteilt.
Es war reichlich spät geworden und der Abend hatte sich dem Ende zugeneigt.

„Wollen wir langsam los?“ fragte Hermine Draco, als plötzlich George dazwischenkam.
„Na ihr Turteltäubchen? Sollen wir euch mitnehmen?“
Ron, der einige Plätze weiter saß, wandte seinen Blick zu Hermine und Draco um.
Er hatte seit der Ankunft mit Scorpius kaum mit ihnen gesprochen, um bei Daphne keinen Verdacht zu schöpfen. Diese saß seit Stunden auf der anderen Seite und trank ständig Whiskey, während sie die Gruppe feindselig beäugte.
Astoria saß etwas abseits und wirkte erschöpft. Jemand müsste ihr schon vorhin das Gegenmittel verabreicht haben.
Vielleicht Professor Mc Gonnagall?

Draco verneinte das Angebot von George.
„Ich danke dir. Aber wir nehmen gleich gemeinsam das Taxi mit Blaise. Oder Kumpel?“
Blaise hob erstaunt seinen Kopf und nickte. Auch er wirkte inzwischen müde.
„Klar, ich kann aber auch apparieren.“

„Eigentlich wollten wir noch auf einen absacker... aaaaaaber ob du kannst? Ist nur ein Angebot. Wir wollen ihn dir nicht wegnehmen Hermine.“ zwinkerte George, während sie sich alle gemeinsam auf den Weg nach draußen machten und sich voneinander verabschiedeten.

„Also, wenn er möchte, könnt ihr ihn gerne mitnehmen.“ sagte Hermine lächelnd.

„Nein Kumpel, alles gut. Gerne ein andermal.“ antwortete Draco mit dem schlafenden Scorpius in seinen Armen.
Hermine lächelte in sich hinein.
Auch wenn sie es ihm gönnte, war sie erstaunt, wie verantwortungsbewusst er war.
George, Oliver und Ron apparierten.

Blaise stand nun neben Ginny und gähnte auffällig laut. Dabei legte er einen Arm um ihre Schultern.
Ginny schaute ihn von der Seite verächtlich an... Als sich plötzlich seine Augen weiteten.

„AVADAAAAAAAA KED-...“

Blaise sprang mit voller Wucht auf Ginny und stieß sie zu Boden, als er dann seinen Zauberstab zückte und aus voller Kehle: „EXPELLIARMUS!“ schrie.
Man hatte ein knacken gehört, dass von einem seiner Arme ausging, beim Aufprall auf dem Boden.

Es schien, als würde die Zeit stillstehen.
Scorpius erschrak und wurde wach. Er fing sofort an zu weinen, während Draco hastig Hermine packte und sie hinter sich zog.
Er drückte ihr Scorpius in die Arme und zückte seinen Zauberstab.

„WER IST DAS?“ schrie Harry und auch er zückte seinen Zauberstab.

„Wer wollte mich töten?“ schrie Ginny schockiert.
„GINNYYYY!“ schrie Harry ihr zu.

Blaise packte Ginny und half ihr hoch.
„Verschwindet hier! Schnell!“ Schrie er und stieß sie Richtung Hermine.

„Ginny!!! Geht es dir gut?“ rief Hermine angsterfüllt.

Blaise rannte in Richtung einer Gestalt, die ins Gebüsch flüchtete.
Ginny schlug sich die Hände auf dem Mund während sich immer mehr Trubel bildete.
Einige waren neugierig was los sei und andere verschwanden so schnell wie möglich.

„DU VERRÄTER! WENN DU NICHT WÄRST WÜRDE ER NOCH LEBEN DU BLUTSVERRÄTER!“ krächzte die Stimme in Richtung Draco, der einen Fluch nach dem anderen aufs Gebüsch feuerte.

Harry und Blaise zückten sofort ihre Zauberstäbe und bildeten eine Schutz Barriere um die anderen.

„Hat deine Mutter dir nicht beigebracht, dass man niemanden von hinten angreift du HURENSOHN?“ schrie Draco und rote Funken kamen aus seinem Zauberstab durch die Flüche die Richtung Wald entgegen schleuderte.
Es war Nacht und dunkel, dadurch erkannte man nichts.

„ICH WÄRE DER AUSERWÄHLTE DU VERFLUCHTER VERSAGER! ICH HÄTTE SEINE AUFGABEN ERFÜLLEN KÖNNEN! UND ER WIRD ZURÜCK KOMMEN, STÄRKER ALS JE ZUVOR!“ krächzte die Stimme.

„Petrificus Totalus!“ schrie Harry in die Richtung, aus der die Stimme kam, während alle umstehenden noch geschockt dastanden.

„Accio Zauberstab!“ rief Harry plötzlich, doch es raschelte nur kurz im Gebüsch und weg war die Gestalt.
Man hörte außer Ginnys verzweifelten weinen nur noch das weinen von Scorpius.

„Geht nach Hause, ich kümmere mich darum.“ sagte Harry und verständigte mit seinem Patronus, den Hirschen, die Aurorenzentrale.

„Ihr sollt verschwinden! Los!“ schrie Harry und es kam Bewegung. Jeder machte sich schockiert auf dem Rückweg.
Glück war, dass die Hochzeit schon vorbei war und die meisten sich schon auf den Heimweg machten.

Draco lief sofort zu Hermine und Scorpius und nahm beide in die Arme.
„Geht’s euch gut?“ fragte er sofort und Hermine sagte mit Tränen in den Augen: „Wieso macht man so etwas?“
Draco küsste Hermine auf die Stirn und streichelte den weinenenden Scorpius.
„Alles gut kleiner Mann. Dein Daddy ist doch da.“ tröstete er ihn und streichelte seinen Rücken.

Die Auroren währenddessen waren innerhalb weniger Sekunden vor Ort.

Harry wandte sich für einen Moment zu Ginny um und lief einige Schritte auf sie zu.
„Geht es dir gut?“ fragte er sie und Ginny brach in Tränen aus.
„Harry.. ich-ich...“
Harry stand da, während sie kein Wort zustande brachte.
Kurzerhand nahm Harry sie in die Arme und drückte sie sichtlich betroffen, während sie in seinen Armen schluchzte.

„Ich würde niemals wollen, dass dir etwas passiert...“ flüstere er ihr ins Ohr.

Es war eine so herzzerreißende Szene, dass die umstehenden die beiden alleine stehen ließen.
Blaise, der mit seinem angeschwollenen arm dastand, interpretierte die Szene falsch... er entfernte sich einige Schritte und lief alleine an einem Kiesweg entlang. Dabei packte ihn die Wut und er trat mit voller Wucht einige Steine weg.

Währenddessen sah die Szene von Harry und Ginny mächtig nach Versöhnung aus.
Und vielleicht war es eine Versöhnung...
Doch Harrys Entscheidung fiel.

„Liebst du mich nicht mehr?“ flüsterte Ginny schluchzend und hielt ihn fest, als wäre es das letzte Mal.
Und wahrscheinlich würde es das werden.
„Ich verzeihe dir, weil ich dich liebe. Aber wir werden keine gemeinsame Zukunft mehr haben...“
„Sag das bitte nicht.. bitte Harry..“ weinte Ginny und vertiefte sich noch weiter in die Umarmung.  
Auch in Harrys Augeninnenwinkel bildete sich eine Träne, die er sich unter der Brille schnell wegwischte..
Er ließ von Ginny ab, wandte sich zu Draco und sagte: „Bringst du sie nach Hause?“
Draco nickte einmal neben Hermine und Scorpius und Harry lief zu den Auroren, die auf ihn warteten, um den genauen Tathergang zu erfahren und weiter vorzufahren.

Harry warf noch einen letzten verletzten Blick auf Ginny und apparierte mit den Auroren in Richtung Wald.

„Ginny, du kannst jetzt nicht alleine bleiben. Bitte komm mit zu mir.“ flehte Hermine, während Draco das Taxi hinaufbeschwor.

Ginny schluchzte so herzzerreißend, dass selbst Scorpius für einen Moment innehielt und mit rotem tränenverschmiertem Gesicht seine Tante beobachtete.

„Nis weinen, ok?“ sagte Scorpius und tätschelte Ginnys Gesicht, die für einen Moment lachte und Scorpius einen Kuss auf die Wange drückte.

„Wir werden heute nicht in deine Wohnung fliegen.“ sagte Draco und Hermine schaute ihn verwirrt an.

„Wir fliegen ins Manor.“ ergänzte Draco.

„Warum das?“ fragte Hermine verwirrt.

„Wir sind bei dir nicht sicher. Im Manor schon. Scorpius Sicherheit steht an erster Stelle. Wir wissen nicht, wer es auf uns abgesehen hat. Oder auf wem man es abgesehen hat.“ sagte Draco bestimmend, während er Ausschau nach dem Taxi hielt.

„Aber was ist mit Ginny?“ sagte Hermine und Ginny wischte sich die Tränen vom Gesicht.
„Du kannst gerne mit ins Manor kommen. Wir haben dort Gästezimmer. Aber nach Hause fahren wir heute nicht.“ sagte Draco.

„Schon gut Hermine. Ich komme klar. Ich werde einfach in Georges Laden fahren und dort übernachten. Ich habe keine Lust auf die Frage meiner Eltern. Ich habe keinen Kopf. Ihnen geht es sowieso zurzeit nicht gut... Will einfach alleine sein.“ schluchzte Ginny.

Draco schaute sie mitleidig an. Dann fasste er einen Entschluss.
„Blaise?“ rief er und sah sich um.
„Blaise!“ rief er erneut lauter und sah dann Blaise schlecht gelaunt näherkommen.

Draco griff in seine Hosentasche und nahm seinen Hausschlüssel raus.
Den warf er Blaise zu, der ihn gekonnt auffing.

„Bringst du Weasley in meinem Haus unter? Da ist sie erst mal sicher.“ sagte Draco.
Ginny protestierte sofort.
„Nein! Ich..“

„Schon gut Ginny! Draco hat dort für mich ein Zimmer eingerichtet. Du kannst in meinem Zimmer bleiben.“ sagte Hermine sofort und wurde sofort sehnsüchtig bei dem Gedanken an Dracos tolles Haus.
Draco hatte ja recht.
Solange sie nicht wussten, wer es auf sie abgesehen hatte, war es für Scorpius das beste im Manor zu sein, so gern Hermine auch lieber in Dracos Haus sein wollte.

„Komm schon.“ sagte Blaise mit einer gewissen strenge, die man so nicht von ihm kannte.

Das Taxi kam. Hermine und Scorpius stiegen ein.
Draco wandte sich nochmal zu Ginny um.
„Das einzige wovor ich dich warnen muss, ist eine bekloppte Hauselfe und ein Hyperaktiver Hund. Ansonsten fühl dich wie zuhause. Wir kommen morgen vorbei und kontrollieren ob du noch lebst. Es sei denn, du lässt zu, dass Blaise auf dich aufpasst.“
Mit diesen Worten stieg Draco grinsend ins Taxi und ließ Ginny und Blaise zurück.
Hermine winkte noch entschuldigend aus dem Taxi.
„Wenn es dir schlecht geht, dann denk dran, dass ich im Manor bin.“ flüsterte Hermine und zog eine Grimasse.
Sie erntete von Draco einen empörten Blick.

—-

Blaise und Ginny standen etwas unschlüssig da, als Ginny sich räusperte.
„Sehe ich grad sehr schlimm aus?“ fragte sie mit brüchiger Stimme und Blaise fing an zu lachen.
„Ist das grad dein einziges Problem? Aber nein tust du nicht.“

„Und wirst du dann sofort gehen, wenn wir angekommen sind?“ fragte Ginny grinsend unter Tränen.

„Natürlich nicht. Du kennst mich doch.“
Blaise wackelte anzüglich mit den Augenbrauen.

„Ich hasse dich Zabini.. aber danke für das was du getan hast. Es hätte dich treffen können!“ sagte Ginny und strich sanft über seinen Arm.

Blaise schaute verwundert auf die Stelle, an der sie seinen Arm streichelte. Auch wenn es schmerzhaft war, fühlte es sich verdammt gut an.

„Du magst mich. Du weißt es nur noch nicht. UND Ich werde nun auf dich Acht geben müssen. Ob du willst oder nicht.“ sagte er grinsend und hielt ihr seinen gesunden Arm hin.

„Träum weiter.“ entgegnete sie unter Tränen lächelnd und gemeinsam apparierten sie in Dracos Villa.



„Wie war das gerade? Sind meine Eltern so schlimm?“ fragte Draco Hermine grinsend, während er Scorpius auf seinen Schoß hob und ihm einen Kuss auf den Schopf drückte, während er auf Dracos Brust weiterschlief.

Hermine stammelte etwas herum.
„Ehm, naja... Ich mag die beiden sehr gerne... aber ich hoffe das es nur die eine Nacht ist...“

Draco schaute sie konzentriert an.
„Es bleibt nicht bei der einen Nacht...“

Hermine schaute ihn verwirrt an.
Nach einigen Minuten waren sie schon da.
Während das Taxi sie absetzte und sie ausstiegen, wagte Hermine einen erneuten Versuch.
„Was meintest du eben?“ fragte sie während Draco einfach schweigend mit ihr und Scorpius ins Innere des Hauses lief.
„Hab dich etwas gefragt... Draco? Hallo?“ fragte Hermine genervt, doch Draco grinste einfach nur schuldig und sagte nichts.
Wenn man sie ins kalte Wasser schubste, war es das Beste, oder?

Die Schwelle zum Manor ließ sie hindurch und sie durchbrachen die Barriere, durch die ein fremder nicht rein konnte.
Die riesige Stein Tür fiel auf.

„Da seid ihr endlich!“ begrüßte Narzissa sie alle überschwänglich und Hermine warf Draco einen Blick zu, während sie anschließend sofort das Fake Lächeln aufsetzte als Narzissa sie in den Arm nahm.

„Hallo Narzissa, ich weiß es ist überraschend. Ich hoffe es ist ok das wir die Nacht hier bleiben...“ sagte Hermine etwas zurückhaltend, als auch Lucius in einem langen Grünen Seiden Pyjama an geschlurft kam.
„Hach, hier seid ihr ja endlich. Wo ist mein lieber Nachfahre? Da ist er ja!“ sprach Lucius und lachte mit sich selbst während er auf Draco zu lief und ihm den schlafenden Scorpius aus der Hand nahm.
Narzissa drängelte sich vor und nahm nun Lucius Scorpius aus der Hand, während sie ihn nebenbei wegschubste.

„Ich bringe ihn zu Bett.“ maulte sie Lucius an, der ihr einen bösen Blick zuwarf.

Hermine und Draco warfen sich gegenseitig Blicke zu und Draco zuckte nur mit den Schultern.
Ja seine Eltern waren zugegebenermaßen seltsam und je älter sie wurden desto anstrengender wurden sie auch... allerdings waren die drei im Manor sicher.
Und das war Dracos einzige Intension.

„Ich freue mich so sehr das ihr hier her zieht. Ich habe dir auch schon ein Zimmer eingerichtet meine Liebe. Und Draco mein Schatz dir habe ich auch ein Zimmer eingerichtet. Zwar nicht dein altes, das ist dir inzwischen bestimmt eh zu klein, aber dafür bekommst du das große, am Ende der Treppe des ersten Stocks.
Und Hermine liebes, dein Zimmer ist auf der komplett anderen Seite und mindestens genauso groß! Du wirst dich mit Sicherheit wohl fühlen. Übrigens. Dein Bad ist genauso groß wie dein Zimmer und du wirst sehen, dass du dich hier sehr wohl fühlen wirst. Das ist die beste Entscheidung von euch gewesen. Ich fand ja deine Wohnung eh zu klein. Auch für Scorpius.“
Narzissa seufzte glücklich und sprach einfach weiter.
„Ihr könnt euch gerne umziehen. Hermine ich habe mir natürlich die Frechheit rausgenommen, deine ganze Kleidung schon hier her bringen zu lassen von Peggy. Du brauchst dich um absolut nichts mehr zu kümmern!“

Lucius hatte nur süffisant gegrinst und Hermine war so sprachlos, dass sie ihre Stimme für einen Moment verlor.

Einziehen?
Sie dachten, dass Hermine und Scorpius ins Manor ziehen?
Hermine starrte fassungslos in Richtung von Draco und wurde wütend.
Der allerdings schaute auch etwas perplex aufgrund der Tatsache, dass seine Eltern glaubten, sie müssten den beiden getrennte Zimmern geben.
Was waren sie? 12 Jahre alt?  
Was glaubten sie, wie Scorpius entstanden ist?

„Wir sprechen uns gleich. Das kannst du mir glauben Draco.“ wisperte Hermine drohend, während Narzissa Scorpius glücklich zu Bett brachte in seinem eigenen Zimmer im Manor.

„Mister Draco Malfoy Junior?“ fragte nun eine piepsige Stimme und zupfte an Dracos Hosenbein.
Draco sah hinunter und es war die Hauselfe Peggy, die gerade in einem lumpigen rosa Kleidchen vor Draco stand und nervös die verschrumpelten blauen Finger knetete.
„Kommt denn Bobby auch zurück ins Manor? Entschuldigen Sie die Frage Peggy wird sich gleich sofort selbst bestrafen.“

„Ehm Peggy... Bobby kommt dich morgen besuchen versprochen.“ flüsterte Draco.  Lucius bemerkte die Szene als er gerade aus der Küche kam, wo er die Hauselfen beauftragte, ein Abendmahl herzurichten.

„Peggy?“ sagte er mit einem süffisanten Ton, als Peggy sich ängstlich zu ihm umwandte.
„Riechst du das auch?“ fragte er sie nun und blieb vor ihr stehen, während er sich umsah.
„Nein Master.“ sagte Peggy, roch ebenfalls und trat mit ihren nackten Füßchen einige Schritte zurück.

„Ich auch nicht. Fang an zu kochen. KUSCH.“ scheuchte Lucius sie in barschem Ton in die Küche, während sein süffisantes in eine genervte Miene wechselte.
Anschließend lächelte Lucius erneut und breitete seine Arme aus.
„Willkommen zuhause.“

Draco kratzte sich am Hinterkopf.
Normalerweise war er ja der dominante, der das Wort angab.
Aber in dem Moment hatte er etwas Angst vor Hermines Blick.
Sie durchbohrte ihn mit ihren Blicken, als würde sie ihn umbringen wollen.

„Ich werde mich mal dann mal schnell abduschen. Der Anzug sitzt grad etwas eng.“ sagte Draco erhitzt.
Ihr war grad unglaublich warm geworden und er versuchte die enge Krawatte etwas von seinem Hals zu lösen.

————————

Milaaaaa ist wieder in da House :D

Merlin, es tut mir so unglaublich leid für die Verspätung :(
*ausrede an* Mir ging es die letzte Zeit nicht gut. Hatte Kopfschmerzen und war auch irgendwie in einer kleinen Selbstfindungsphase. Ihr kennt sicher die Tage, an denen man einfach nur alleine sein will. Das Kapitel hat sich in der Zeit leider auch nicht von selbst geschrieben... :( ich wünschte ich hätte Rita Kimmkorns Feder :D *Ausrede off*

Ich hoffe ihr seid nicht enttäuscht und freut euch ALLE über das Kapitel :-)
Natürlich freue ich mich wie immer auf eure Kommentare.. Sie bauen mich in schlechten Zeiten immer mega auf <333333

Ich drück euch ganz fest und bis ganz bald <3 eure Mila :)
Review schreiben