Dramione - Liebe ist unberechenbar

GeschichteDrama, Romanze / P18
03.02.2019
23.02.2019
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Es ist nun halb 5 Uhr morgens, und ich hoffe das euch dieses Kapitel genauso gut gefällt wie mir :)

Meine größte Belohnung ist natürlich ehrliche Kritik und eine liebe Review :)
Und nun viel Spaß <3

——————


‪11:45 Uhr.‬


‪Sie alle standen im hinteren Teil der großen Hütte und einige der Schüler stöhnten schon wehleidig.‬
‪Es gab sicherlich spannenderes, als 20 Seitige Testfragen zu beantworten.‬
‪Hermine stand mit verschränkten Armen, und fragte sich, was genau dieses Projekt nun eigentlich bezwecken sollte.‬
‪Sie beantworten fragen, aus denen sich erschließen soll, welches Berufsfeld im Ministerium für sie am besten geeignet wäre?‬

‪Sie fragte sich, weshalb man dafür extra in die Alpen, ins tiefste Schweiz fuhr, in eine Muggelgesicherte Umgebung zu der man nur in Schwebenden ‬‪Gondeln kommen konnte...
‬‪die Durmstrangs kamen in langsamen Schritten auf die Gruppe zu, ihnen vorran Viktor Krum, der Hermine schon mit einem strahlenden Lächeln begrüßte.

‪Niemand bemerkte es, außer sie.‬
‪Er warf ihr denselben Blick zu, wie an jenem Tag, an dem er sein Namenszettel in den Trimagischen Kessel warf.‬
‪Seine Augen waren voller Sehnsucht, voller Stolz. ‬
‪Er strahlte eine ungeheuerliche Männlichkeit aus, die er durchaus schon damals hatte.‬
‪Seine Präsenz war in der Lage, jeden im Raum, verstummen zu lassen.‬
‪Er sah so Ritterlich aus.‬

‪Hermine beobachtete ihn und stellte sich vor, wie er wohl auf einem weißen Schimmel durch den Vorgarten eines Königspalastes reiten würde.‬
‪Immerhin machte er auch damals auf seinem Besen eine überaus gute Figur.‬

‪Sie und er wandten nun gemeinsam lächelnd die Blicke voneinander ab und er besprach wohl etwas mit seinen Durmstrang Schülern.‬

‪Sie blickte verstohlen zu den Slytherins Jungs. ‬
‪Draco stand da und unterhielt sich mit Blaise. Abseits von allen anderen.‬
‪Blaise schien auf ihn einzureden.‬
‪Draco fuhr sich durch seine blonden Haare.‬

‪Aber DIESER Mann, würde selbst Eisberge zum Schmelzen bringen...‬dachte sie sich.


‪Sie wurde aus ihren Gedanken gerissen, als plötzlich Mc Gonnagalls laute strenge Stimme ertönte und sie dazu aufforderte rein zu gehen. Sie trudelten nun alle‬
‪seufzend und stöhnend in die Hütte, um sich jeweils an Einzeltischen zu begeben, die mit Namensschilder ausgestattet waren.‬


‪Dieser Raum als der hintere Teil der Hütte, schien sehr kalt.‬
‪Die Wände bestanden aus roten Steinmauern, die sehr altertümlich wirkten, und vorne, an dem Professorenpult, war ein bewegliches Bild ‬
‪von einem älteren Zauber mit weißen langen Haaren, und einem langen weißen Bart, und einer Brille.‬
‪Er setzte seine Brille auf und ab, dann trommelte er mit seinen Fingern langsam auf dem Tisch, an dem er saß, und beäugte mit gerunzelter Stirn die Schüler
‪die ihn alle verwirrt anstarrten, bevor sie sich setzten.‬

‪Zu Hermines Leidwesen saß Draco nun eine Reihe auf dem Tisch vor ihr.‬
‪Sie hatte schon seit dem Frühstück das Gefühl, als würde er ihr Penetrant aus dem Weg gehen.‬

‪Nicht einmal seit dem kleinen Blick am morgen, hatte sie seine eisgrauen Augen gesehen.‬

‪Wieder fuhr er sich durch das Haar und sie starrte auf seinen Rücken.‬
‪Sie ertappte sich dabei, wie sie für einen Moment in einen Tagtraum verfiel, und sie ihm wieder beim Schlafen mit dem Finger sanft durch die Gesichtskonturen fuhr.‬

‪Sie hatte bei der Nacht in seiner Hütte so sehr versucht sich dieses ihr so fremde und doch so vertraute Gesicht einzuprägen.‬
‪Seinen Duft einzuatmen...

‪Sie bekam eine Gänsehaut, als sie an seine schönen Lippen dachte... An diese kleine bittersüße Erinnerung. Wieder dieser kleine Stich ins Herz..‬
‪Ihr wurde langsam bewusst, das sie in eine Illusion verliebt war.
Es vor sich selbst zu leugnen machte keinen Sinn, denn dieser ständige Gedanke zwischen‬
‪Realität und Traum, zwischen wirklich und unwirklich, und leugnen und akzeptieren, schien nur noch ein unendlicher Kampf mit sich selbst.‬
‪Sie musste es sich eingestehen, das sie sich in eine Illusion verliebt hatte, in einem süchtig machenden Rausch war, in eine Droge, zu der es sie immer wieder hinzog.‬

‪Und vielleicht machte das Gefühl zu leiden und traurig zu sein sie so süchtig, weil es das einzige war, das sie von ihm hatte und haben würde.
Niemand außer ihr würde wissen, wie es in ihr aussieht.
‪Sie würde ihn niemals haben können, und das macht diesen bittersüßen Kuss zu einem wunderschönen und nie endenden Alptraum...‬
‪Sie musste sich entlieben. Sofort.‬

‪_____‬
‪12:00 Uhr.‬

‪Mit einem Gong und einer unendlich langsam rieselnden Sanduhr, beantworteten sie alle still und leise für sich selbst die nie endenden fragen.‬

Mc Gonnagall saß prüfend am Pult und beäugte sie ab und an.

‪Man hörte absolut nichts, außer in Tinte eintauchende Federn, und das kratzen, dass sie beim Schreiben erzeugten.‬

‪Hermine las die Fragen leise vor sich hin und kreuzte dementsprechend Ihre Antworten an.‬

‪Frage für frage, Seite für Seite.‬
-

‪Frage 289.‬

‪Sie planen und Managen in der Aurorenzentrale den Einsatz der Auroren des Ministeriums zur Gefahrenabwehr.‬

‪Fühlen Sie sich der Augabe gewachsen? ‬

‪Antwort: Wenn ja, warum? : ‬

‪Antwort: Wenn nicht, warum? : ‬

——

‪Es war inzwischen 15:00 Uhr und sie alle durften eine kleine Pause einlegen.‬

‪Es wurden Getränke verteilt und Hermine beobachtete aus den Augenwinkeln, wie Draco vor ihr seine Wasserflasche in einem Satz leerte.‬
‪Viele fingen schon genervt an zu stöhnen, und dann ging es auch schon weiter.‬

‪Theodore Nott war der erste, der seinen Test abgab.‬
‪Er wandte sich Blaise um, und grinste ihn hinterhältig an, doch Blaise schnalzte nach 10 min genervt mit der Zunge, ehe auch er dann sein Arbeitsblatt abgab.‬

‪Sie schienen das nicht so ernst zu nehmen und als Blaise von Mc Gonnagall leise dazu aufgefordert wurde, die Hütte zu verlassen, machte Blaise Draco Zeichen die ihn darauf hinweisen sollten sich zu beeilen.‬
‪Aber Draco schien sich davon nicht beirren zu lassen, und kratzte mit seiner Feder weiter drauf los.‬

‪Es war inzwischen 17:30 Uhr und Parvati war die nächste, die Ihren Test abgab.
Und so liefen sie alle nacheinander erleichtert und gleichzeitig unendlich genervt aus diesem Raum.‬

‪Hermine lief noch vor Draco heraus, ‬
‪und war sichtlich bemüht, ihm beim herausgehen keines Blickes zu würdigen. ‬

‪Sie lief in Ihre Hütte um sich etwas Warmes anzuziehen und freute sich unglaublich auf das Lagerfeuer. ‬
‪Es war irgendwie aufregend und ihr Magen knurrte nun auch vor Hunger. ‬

Um sich die Zeit zu vertreiben, las sie noch etwas in ihrem Lieblingsbuch...


‪Als sie schon in die Dunkelheit trat, war in 30 Meter Entfernung wie versprochen ein großes Feuer gezündet worden, und es stand das herrlichste Festessen auf dem aufgestellten Tisch. ‬
‪Die Mädchen tuschelten aufgeregt und Theodore Nott bot freiwillig an, die Grillstation zu bewachen, um heimlich die Würstchen zu stibitzen.

‪Die Stimmung war locker und gelöst und es war sogar romantisch, als das Feuer im Herzen der Gebirge flackerte. ‬

‪Es war pure Magie.

‪Hermine hatte ein wohliges Gefühl im Bauch. ‬
‪Sie pflanzte sich auf einem Stuhl, der durch Magie erwärmt wurde, neben Parvati und ihren anderen Freundinnen, und sie sprachen ausgelassen über alles. ‬
‪Über den Test, über Jungen.
Über das Porträt im Testraum. ‬
Über Jungen.
Über Klatsch und Tratsch.
Über Jungen.

‪Hermine schaute sich um und erblickte Draco mit Blaise, der missmutig auf das Feuer blickte. ‬
‪Und sie seufzte schwer. ‬
‪Warum konnten sie sich nicht einmal anlächeln...

‪Es tat weh so ignoriert zu werden und sie hätte es niemals gedacht diese Worte aus Ihren eigenen Gedanken zu hören. ‬

‪—— ‬

‪Es vergingen Stunden, in denen sie aßen und tranken und die Zeit vergaßen und der Abend neigte sich dem Ende zu, als sich plötzlich Viktor neben sie setzte, und ihr ein Elfenwein in die Hand drückte. ‬

‪„Hermine, wir konnten uns noch nicht richtig hallo sagen.“ lächelte er sie verlegen an. ‬

‪„das Stimmt, es ist lange her Viktor“‬
‪lächelte Hermine ihn zurück an. ‬

‪„Du hast dich sehr verändert. Du warst schon damals schön, aber jetzt bist du atemberaubend.“ ‬

‪Hermine lachte und ihr lachen hörte sich so an, als würden Engel singen. ‬

‪„Erzähl Viktor, du bist Lehrer?“ ‬

‪Er seufzte. ‬
‪„Ja weißt du, ich hatte mir eine Verletzung zugezogen. Seit dem konnte ich nicht mehr trainieren. Aber ich bin zufrieden mit meinem Leben. Der Leistungsdruck ist weg. Ich liebe es, zu unterrichten. Ich unterrichte Zaubertränke und natürlich - wer hätte es gedacht Quidditch. Nebenbei bin ich Trainer für die Nationalmannschaft. Wenn man einmal drin war, kommt man schwer raus“‬

‪Hermine lächelte ihn warm an und er lächelte zurück. ‬

‪„Es freut mich wirklich sehr für dich Viktor. Es passt auch unheimlich zu dir. Deine Schüler scheinen dich sehr zu respektieren. Sie sehen sehr zu dir auf. Es ist schön, wenn man etwas so wertvolles leistet“
Viktor nippte an seinem Glas und dann flackerten seine Augen und er trat näher an Hermine. Und sah dabei auf das Feuer. ‬

‪„Ich habe alles erreicht, was ich erreichen wollte. Außer eine Frau. Die fehlt mir noch.“ er schaute sie an. ‬
‪Dann kam er langsam näher. ‬

‪Stop! Wohin führte das Gespräch? Machte er Andeutungen? Es war schön ihn wieder zusehen, aber sie wollte ihn nicht zurück. Sie hatte ihn nie und wollte ihn nie. ‬
‪Sie sah immer nur einen guten Freund in ihm. ‬
‪Ein Flirt war er damals. ‬Mehr nicht.
‪Und jetzt wagte er es, ihr vor den Augen aller so nahezukommen?‬

‪Sie sprang auf. „Bei Merlin! Ich komme gleich wieder, ich habe vergessen eine Eule zu schicken. Es ist überaus wichtig. Bis gleich!“ ‬

‪Sie lief los. ‬
‪Er war Lehrkraft und wollte vor seinen Schülern mit ihr flirten. ‬
‪Das war absolut unmöglich. ‬

‪Sie betete inständig das er ihr nicht hinterherlief, denn sie hörte schon Schritte während sie in die große Hütte lief, um Zeit zu gewinnen. ‬

Plötzlich hörte sie eine, vor Arroganz triefende stimme, zu ihr sprechen.
„Macht dir Spaß mit vielen Männern rum zu flirten oder Granger?“
Sie schaute erschrocken in zwei eiskalten, eisgrauen Augen die vor ihr standen.

„Spinnst du Malfoy? Wovon redest du?“
Fragte sie ihn bestürzt und fuhr sich aus Gewohnheit nervös durch ihre glänzenden Wellen, wobei sie eigentlich ihre üblichen Knoten erwartete.
Ihr Herz klopfte gegen die Brust und ihre Knie zitterten.

„Ich rede von diesem Bastard. Stehst wohl auf solche schmierigen Typen. Ekelerregend.“ er schaute sie angewidert an und verschränkte seine Arme.

Und sie, blitzte ihn wütend an und lief auf ihn zu, kurz davor ihm wieder die Nase zu brechen, wie sie es einst im dritten Schuljahr getan hatte.

Das war Draco Malfoy.
Wie er leibt und lebt.

„Macht es dir Spaß diese Spielchen zu treiben Malfoy? Wenn du mich für so eine Frau hältst, warum bei MERLIN hast du -„
Sie stockte kurz. „Wieso hast du mich geküsst?“

Er schaute sie nun für einen Moment ertappt und irritiert an, aber seine Gesichtszüge wurden sofort wieder hart.

Hermine stellte sich nun mutig vor ihm, und sie standen nun keine 10 cm voneinander entfernt, und schauten sich wütend an.

„Warum hast du mich geküsst? Warum?“

Wiederholte sie ihre Frage. Während ihrer unendlichen Angst vor seiner Antwort, wanderte sein Blick auf ihre samtig weichen Lippen, aber seine Gesichtszüge blieben hart.

Er gab ihr keine Antwort, sondern schaute sie nur weiter mit seinen hasserfüllten eisgrauen Augen an.

„Wenn du jetzt glaubst, das ich dir eine Antwort gebe, mit der du offensichtlich rechnest, dann kannst du es vergessen.
Ich wollte das du mir bei etwas hilfst.“

Helfen? Wovon redet er! Sie soll Draco Malfoy bei etwas helfen?
Und was genau meint er, mit der aussage? Mit einer Antwort, mit der sie rechnete? Womit rechnete sie?

Mit zitternder Stimme entgegnete sie ihm: „helfen? Malfoy ? wobei helfen?“

Draco stellte sich aufrecht vor ihr hin und schaute sie hasserfüllt an.

Er kam näher.

„Das du für meinen Vater aussagst und er begnadigt wird. Aber mehr als Männer Romanzen scheinst du nicht im Sinne zu haben. Wah. Wie du ihn anschmachtest.
Führst dich auf wie eine Närrin.
Wie konnte ich für einen Moment glauben, dass du mir helfen könntest. Dass du es würdig seist.“

Hermines Augen füllten sich mit Tränen und ihr wurde schlecht. Ihr Kopf drehte sich.
„Du bist so ein intriganter Mensch. Du wolltest mein Vertrauen gewinnen und hast mich deswegen geküsst? Damit ich für deinen Vater Aussage?“

Draco antwortete nicht und langsam wurden ihm ihre Worte bewusst.
Er konnte aber jetzt nicht einknicken.
Nicht jetzt.  

Er wollte es sich die ganzen Tage nicht eingestehen, dass er sie ausnutzen wollte.

Sich nicht eingestehen, das er Ron Weasley etwas ins Glas getan hatte in Hogsmead, um ihn außer Gefecht zu setzen.
Damit sie ihn hasste.

Sich nicht eingestehen, dass er gestern behauptete, es seien Kontrollen draußen, obwohl keiner da war, nur damit sie nachts bei ihm schlief.

Sich nicht eingestehen, dass er sie eigentlich mochte, aber auch für seine Zwecke brauchte.

Er konnte sich nicht eingestehen das es die erste Nacht war, in der er ruhig schlief, ohne von Alpträumen und sorgen geplagt zu sein.
Er fand Zuflucht in ihr.
Sie hatte Hoffnung in ihm geweckt.

Und er WOLLTE sich nicht eingestehen, das ihn störte, wie sie Viktor Krum lächelnd ansah, und so vertraut mit ihm war.
Wie sie kurz davor waren sich zu küssen.

-Er brauchte sie.
Aber er wollte sie anscheinend nur ausnutzen.

Und in dem Moment wo sie es aussprach, schien ihre Aussage real zu werden.

„Ich wollte dich nicht ausnutzen. Granger. Unterstell mir nichts. Wir beide – das – geht – nicht-„ er sprach abgehackt, aber fuhr fort.

„Aus uns könnte niemals etwas werden. Aber ich hatte eine Art Zuneigung zu dir in dem Moment entwickelt... weil ich dachte du würdest mir helfen.
Aber ich habe es falsch eingeschätzt. Es GEHT einfach mit dir nicht.“

Wie er da so hasserfüllt stand, er sah genauso aus wie dieser Draco Malfoy, der sie in der Schulzeit so fertig gemacht hatte.

Den sie so gehasst hatte.
Hass macht Menschen hässlich.
Und wie hässlich er gerade war.
Wie hässlich seine eisgrauen Augen wirkten.
Seine Gesichtszüge.
Seine weichen Lippen.
Nach dehnen sie sich sehnte, seit sie ihre berührt hatten.

Alles an ihm war hässlich.
Er war einfach ein schlechter Mensch und wird es immer bleiben.

Sie schaute ihn schockiert an, nicht fähig zu sprechen und eine Träne lief ihr die Wangen hinunter.

„Du bist das aller aller letzte Draco Malfoy. Du hast dich dieses Mal selbst übertroffen. Du hast mich all die Jahre schikaniert. Dann spielst du mir hier eine Show vor, damit ich dir vertraue, um für deinen Ach so tollen Vater auszusagen? Nimmt der Schmerz den ihr verursacht nicht ein Ende? Du bist so ein abscheulicher Mensch. Ich hasse dich Draco Malfoy“ und ihre traurigen mit Tränen durchtränkten Haselnussbraunen Augen schauten ihn mit einem so verletzten Blick an, das Draco die Fassung verlor.

Sie erschrak, als Draco mit seiner Faust gegen die Wand neben sich schlug.

„Verdammte scheiße! Hast du keine
Eltern? Hast du einen Vater, der in einem Hochsicherheitsgefängnis sitzt? Hast du einen Vater, der damit droht, sich sein Leben zu nehmen? Verdammt!“

Hermine weinte bitterlich und lief von ihm weg... ganz weit weg.. und fand irgendwie den Weg in ihre Hütte.

Sie weinte, als hätte sie in ihrem Leben nicht noch mehr Schmerz spüren können.

Wie konnte er nur? Wie konnte er sie Lehren was es heißt, ein Kribbeln im Bauch zu haben? Wie konnte er ihr zeigen das sich Trost und Zuflucht wie ein zu Hause anfühlen konnten? Wie konnte sein schöner Mund so verräterisch sein?
Was hatte sie ihm angetan?
Das alles nur damit sie für seinen Vater aussagt?!

Ihr Kissen war Tränen durch tränkt.
Unaufhörlich schluchzte sie bis in die Tiefe Nacht.
Und irgendwann wurde es nur noch ein leises Wimmern, denn sie hatte keine einzige Träne mehr zum Weinen.

Ihr Herz schmerzte und sie war so tief verletzt, das sie sich inzwischen fragte, ob sie sich aus dem Kuss, heimlich, tief in ihrem Inneren vergraben, mehr erhoffte, als nur eine Hilfestellung für ihn zu sein.

Wäre er nicht so verzweifelt gewesen, wäre er nicht einmal zu ihr gekommen.

Sie war ihm ein Scheißdreck wert.
Er verachtete sie.

Und er nahm sogar für seinen Vater in Kauf, das er ihre nicht-reinblütigen Lippen mit seinen berührte, damit sie ihm hilft.
Sie war seine einzige Lösung, weil er wusste das Harry ihm, sei er noch so freundlich, oder Ron- der ihn bis zum Tod hasste, niemals helfen würden.

Und andere aussagen würden wahrscheinlich nicht halb so viel wiegen, wie die einer Muggelstämmigen, die den Lord stürzte, die für einen Reinblüter sprach, einen todesser, und ihm somit seine Sünden sühnte, und somit die Eintrittskarte für ein besseres Leben war.

Deswegen seine Alpträume.
Deswegen war er so komisch zu ihr.

Sie stand auf, es war inzwischen 2:27 Uhr.
Sie wusste, was zu tun war.

Mit verweinten Blut-durchtränkten Augen, inzwischen wieder verwuschelten und widerspenstigen locken, lief sie, ohne sich eine Jacke überzuziehen in die Kälte und die Dunkelheit, zu der Draco Malfoy gehörte.

Sie lief wie auf Droge in Richtung seiner Hütte und stieß unbarmherzig seine Tür auf.

Er saß auf dem Rand seines Bettes, seine Arme auf seinen Knien abgestützt, und seine Hand schien unaufhörlich zu bluten.
Es schien ihn nicht zu kümmern, denn er starrte einfach nur auf den flackernden Kamin, bis er Hermine erblickte.

Sie in diesem Zustand vorzufinden, hatte er nicht erwartet.

Sein Gesicht sah so gebrochen aus.
Ihr Gesicht sah so gebrochen aus.

Er schaute weg.
Er konnte sie nicht ansehen.
Zu sehr schämte er sich dafür.

Eine Ewigkeit schien zu vergehen, aber es waren nur ein Bruchteil von Sekunden.

„Ich mach’s.“

Er schaute ungläubig zu ihr auf und war sichtlich erschrocken.
„Was?“
Seine eisgrauen Augen flackerten im dämmrigen Licht des Kamins.
Er schien sich verhört zu haben.

„Ich mach’s. Ich sage für deinen Vater aus.“

Er stand auf, aber sie machte sofort ein Schritt nach hinten.

„Wag es nicht mir näher zu kommen. Ich sage für ihn aus und dann - wars das. Ich will dich dann nie wieder sehen.“

Er schaute sie bestürzt an.
Das hatte er nicht erwartet.
Er dachte, sie würde auf ihn zu rennen, ihm wieder die Nase brechen, ihn beleidigen, ihm Potter und Wiesel auf den Hals hetzen.
Ihn verfluchen.

Aber sie wollte zugunsten seines Vaters aussagen und nie wieder mehr was von ihm hören.
Diese Worte waren wie ein Messerstich.

Noch immer schaute er sie bestürzt an und stand einfach da. Auch noch lange, als sie die Tür hinter sich schloss, und ging.

Er hatte doch nun was er wollte, wieso ging es ihm dann so elendig?
Wieso fühlte er, tiefen, undefinierbaren Schmerz?
Warum blutete seine Seele mehr, als seine Faust, aus der das Blut unaufhörlich rauschte?

Seine Knie ließen ihn im Stich und er setzte sich wieder auf sein Bett, mit Blut durchtränktem Bettlaken, Boden und Kleidung.

——

Es schien eine Ewigkeit zu vergehen, aber es waren nur 2 Minuten, als plötzlich Hermine wieder zur Tür hereinstürmte.

Unter Tränen kniete sie sich vor seine Wunde und flüsterte, mit dem Zauberstab auf seine Faust richtend: „Brackium Emendo“

Seine Faust knackste leicht und die Knochen schienen sich wieder an Ort und Stelle zu fügen.

Dann flüsterte sie nochmal „Tergeo“ und seine Faust hörte nun auch auf zu bluten und er merkte, wie es ihm umgehend besser ging und der Schmerz nach ließ.

Sie sprach noch einen Reinigungszauber auf sein Bettlaken, Boden und Kleidung gerichtet und er schien, zumindest äußerlich, wieder unversehrt.

Bevor er auch nur Danke sagen konnte, verschwand sie wieder hinter der Tür und ging nun endgültig.

Er konnte es nicht glauben, was sie gerade für ihn getan hatte.

Warum machte sie das?
War es dasselbe Mädchen, das er Jahre lang schikaniert hatte?
War er denn wirklich so blind gewesen?

Er verstand nun zu gut, warum sie jeder mochte, und warum ihr jeder aufs Wort glaubte.
Sie war zu gut für ihn. Zu gut für alle.

—-

Es schien für ihn eine weitere Ewigkeit zu vergehen, als er die Tür seiner Hütte aufmachte, in die Nacht raus lief, wissend wo er jetzt hinmüsste.

Er lief in Richtung der Mädchen Hütten.

Er wusste genau, wo ihre Hütte war, er hatte sie morgens rein laufen sehen.

Er machte leise ihre Tür auf.
Sie knarrte.
Es war dunkel, außer einer kleinen Laterne auf ihrer Kommode.
Ihm stieg ein Duft von rose in die Nase. 
Sie lag seitlich auf ihrem Bett mit geschlossenen Augen.
Ohne zugedeckt zu sein.
Der Rücken zu ihm gewandt.

Er legte sich leise neben ihr.
Sie wusste, er war da, aber sie bewegte sich nicht.
Er strich ihr sanft die Haare vom Gesicht.
Sie kitzelten nun sein Gesicht.
Ihr Gesicht war von den Tränen durchtränkt und warm.

Dann deckte er sie zu.
Sie lag noch immer mit dem Rücken zu ihm.
Er legte einen Arm um ihre Hüfte und versuchte seine Finger in ihre zu verhaken.

Ihre Finger wehrten sich sanft.
Seine versuchten es solange, bis ihre Finger nach gaben, und er umschloss ihre fest...
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