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Dramione - Liebe ist unberechenbar

GeschichteAllgemein / P18 / Gen
Draco Malfoy Harry Potter Hermine Granger Lucius Malfoy Narzissa Malfoy Ronald "Ron" Weasley
03.02.2019
27.02.2021
82
289.796
188
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03.02.2019 3.306
 
Hogwarts.

Die Schlacht ist nun einige Wochen her.

Und das Schloss, das Harry, Hermine und Ron und wahrscheinlich allen anderen Schülern und Lehrern einst so groß und unendlich vorkam,
fühlte sich nach der Schlacht mit Voldemort und den Todessern plötzlich so klein an, so leer.

Hermine hatte seit ihres ersten Schuljahres eine so große Ehrfurcht vor Dumbledore und Snape.  Doch nun waren die beiden größten Autoritätsperson in Hogwarts tot, und nichts war mehr, wie es war.

Wenn Hermine das Schloss verträumt entlang schlenderte, fühlten sich die Wände inzwischen lächerlich klein an, und sie schämte sich für diesen Gedanken, denn Hogwarts lehrte sie, wie es war, Zuhause angekommen zu sein, bevor sie wusste, was es heißt, zaubern zu können.

Es war einerseits, als wäre es ein parallel Universum gewesen, und andererseits als wäre es erst gestern gewesen. Und nach der großen Aufregung kam die Ernüchterung.
Ob sich die anderen Schüler wohl genauso
fühlten?

Freitag
Sie liefen alle die Fluren entlang zum Unterricht. Manchmal in Scharen, manchmal alleine. Einige konnten wieder lachen, viele waren noch immer nachdenklich.
Einige wenige traumatisiert.
Es war es der Wunsch, wieder einen Alltag zu haben, um die eigene Seele zu schützen.
Für jeden von ihnen.

Mc Gonnagall war nun die neue Schulleiterin und bisher meisterte sie ihre Position erstaunlich gut.
Die Schüler hatten Respekt vor ihr.
Aber wer so nah dem Tod entkam, dem kam ein Unterricht und der plötzliche Alltag so.. Lächerlich klein vor...

Trotzdem versuchte Hermine sich selber zu zwingen, das Geschehene zu verarbeiten, in dem Sie das tat, was sie am liebsten Tat: lesen.

Sie liebte es einfach zu lesen. Die magische Welt zu erforschen, hinter dem Zauber zu kommen, und es lenkte sie nicht nur ab, sondern gab ihr das Gefühl, das sie eine andere Welt zum Eintauchen fand, wenn ihre eigene Welt, sie mit all ihren Problemen überlastete.

Sie saß in der Bücherei und lernte für ihre UTZ, als von hinten jemand kam und ihr unbeholfen die Augen mit den Händen zuhielt.
„Wer bin ich?“, fragte die ihr so bekannte Stimme.
„Ron!“ schnaufte Hermine und riss ihm die Hände aus den Augen. Sie wollte ihn wütend ansehen, doch bei seinem treuen Hundeblick musste sie ihn einfach anlächeln.
Er setzte sich neben ihr und hielt ihr die Wange hin.

„Ron... nicht hier“, sagte sie verlegen und schaute sich um, gab ihm dann doch aber einen hastigen Kuss auf die Wange.

Ron schenkte ihr sehr viel Zuneigung, manchmal.. Zuviel?
Sie hasste sich für den Gedanken, aber diese Leidenschaft, die sie im Todeskampf mit Voldemort verspürte, hatte sie zurzeit einfach nicht mehr..
Vielleicht war es einfach auch Zuviel gewesen.
Vielleicht war alles Zuviel.
Vielleicht liebten sie sich nur, weil sie Angst hatten, sich nie wieder zu sehen?...
Weil er es immer war der sie neckte.
Weil er sie mit seiner süßen, aber trotteligen Art zum Lachen brachte.
Sie hasste sich für ihre Gedanken, aber irgendwie konnte sie die auch nicht länger verdrängen.
Er gab ihr viel Zuneigung, ja. Aber, es war auch nur dieses - Kuss hier, Kuss da, Umarmung. Mehr war es nicht.
Bei Merlin, nicht das Hermine erpicht drauf war unbedingt mit Ron sofort ihr erstes ma- abrupt wurden ihre Gedanken unterbrochen.

„Bald ist das Schuljahr vorbei“ seufzte Harry und setzte sich erschöpft ihnen gegenüber, die schwarzen Haare verstrubbelt, die Brille mal wieder mit einem Knacks im Glas.

„Merlin, wie oft soll ich dir den Zauberspruch noch beibringen, bis es bei dir klick macht?“ fragte Hermine, zückte ihren Zauberstab, schwang ihn und flüsterte: „Ocolus reparo!“

Harrys Brillengläser waren wieder heile und er rückte sie sich zurecht.

Als Harry den Blick zu Ron wanderte, tat er so als hätte er sich erschrocken.
„UAAHHHH!“
Die beiden lachten sich schlapp über diesen lächerlichen Witz.

„Finde ich ausnahmsweise mal echt beeindruckend, dass ihr so viel zeit habt weil ihr den Aufsatz schon anscheinend fertig geschrieben habt.“ lächelte sie süffisant und schüttelte anschließend genervt den Kopf.

Harry und Ron sahen sich bestürzt an.
„Harry! Wir haben den Aufsatz vergessen für Slughorn!“

Harry stöhnte auf.
„Das schaffen wir doch nie bis zur Abgabe.. was machen wir jetzt?!“

Beide wandten sich wie automatisch zu Hermine zu.
Diese verdrehte genervt erneut ihre Augen.

“Jungs! Vergesst es! IHR wollt Auroren werden, nicht ich! Ihr müsst endlich mal lernen, Verantwortung zu tragen!“

Ron lehnte sich an ihre Schulter und warf ihr wieder diesen Hundeblick zu.

„Och bitte!“

Sie fand es unangebracht und wollte diese Berührung eigentlich nicht. Sie hatte grad einfach keine Lust auf Nähe.
Er nervte sie.

Ron war einfach die letzte Zeit wie ein kleines Kind. Sie konnte mit ihm nicht diese intellektuellen oder ernsthaften Gespräche führen, die sie sich sehnlichst wünschte.
Wenn sie auch nur etwas erwähnte, wofür sie sich ansatzweise interessierte, tat Ron so als würde er schlafen um sie mit der Geste zum Lachen zu bringen..
Oder mit anderen Worten: Er hatte schlicht und ergreifend kein Bock auf darauf.  

Und trotz dieser Makel war Ron so unendlich lieb zu ihr.
Und es war ein steiniger Weg für die beiden.
Die ganzen Jahre ging es immer hin und her.
Mal mit Lavender, dann mit Viktor Krumm, und jedes Mal sind sie vor Eifersucht ja fast schon durchgedreht.

Doch jetzt, fühlte sich das alles auf einmal so falsch an. Sie ertrug grad einfach keine Nähe und sie verstand auch nicht warum.

Sie liebte ihn doch aus ganzem Herzen. Es war doch IHR Ron! Sie wusste doch von vornherein das er keine Intelligenzbestie ist.
Er war mutig und ein treuer Freund, und süß und tollpatschig, aber eben niemand, mit dem man tiefgründigere Gespräche führte.
Natürlich konnte er grandios Zauberschach spielen, war loyal und hatte viele Charaktereigenschaften, die toll waren..

"Ja ok, aber nur die Einleitung!" Seufzte Hermine genervt.

"Danke!“ sagte Ron begeistert und sie grinste kopfschüttelnd.
Seine übertriebene Freude war ansteckend, als hätte er den goldenen Schnatz im Quidditch gefangen.
Nur der Goldjunge setzte durch seine Brillengläser eine undurchschaubare Mine auf..  Er musterte sie, als würde er wissen, was in ihrem klugen Kopf vor sich ging.

Hermine versuchte sich schnell aus Harrys Blick zu lösen.
Wusste aber doch insgeheim genau, dass Harry mehr hinter ihrem müden Lächeln sah.

Er war ihr Bester freund!
Sie konnte ihm nichts verheimlichen.
Harry und sie wussten alles übereinander, egal wie tief die Verbindung dieses Dreier Trios auch war.
IHM konnte sie nichts vormachen...

„Kommt ihr mit in die große Halle? Ich habe Hunger.“
Ron zog Hermine an Ihrem Ärmel um sie zum Gehen zu bewegen, aber Hermine zog ihre Hand zurück.

"Geh du schon mal vor, ich muss noch bisschen was machen" sagte Hermine ohne aufzuschauen.

"Und du Harry?" fragte Ron und fuhr sich durch sein rotes, langes Haar.
„Nein ich auch nicht, ich suche schon mal einige Bücher raus für später.“ Erwiderte Harry schnell und rieb sich die müden Augen unter der Brille.

"Na gut" sagte Ron Schulterzuckend.
"Bis später!“
Der rote Schopf entfernte sich aus der Bibliothek.

Sofort wandte Harry sich zu Hermine um, wollte gerade etwas sagen, als plötzlich ein blonder Schopf vor ihnen auftauchte, den sie so gut kannten..
Zu gut...
Und doch seit Wochen nicht gesehen hatten.

Seit der Schlacht und diesen ganzen Ereignissen, war er einige Wochen wie untergetaucht.

Es war Draco Malfoy, mit seinen durchdringenden eisgrauen Augen, der blassen Haut und den blonden langen Haaren.
Der blonde Schopf, der sonst so Elegant und streng nach hinten gelegt war, hing ihm im Seitenscheitel sanft ins Gesicht und war länger als sonst.

Er setzte sich in eine Ecke, aber hatte nicht diese überhebliche Haltung mit diesem arroganten Gesichtsausdruck wie sonst, der einem das Mark im Rücken erfrieren ließ..
Nein.. Er sah aus als würde er sich verkriechen wollen.
Alleine sein wollen.
Sich abschotten wollen.

Er würdigte Harry und Hermine nicht einen Blick.
Sie sahen sich fragend an.

„Ich vermisse schon fast seine Beleidigungen, ich glaube das Wort „Schlammblut“ jetzt von ihm zuhören, wäre Musik in den Ohren. Ist ja echt nicht zu ertragen, diese kleine verzweifelte Seele da alleine sitzen zu sehen..“ flüsterte Hermine mit einem schadenfrohen Grinsen, und erwartete das Harry ihr einstimmte.
Aber nein, das tat er nicht.

„Hermine, ich will ja meinem Ruf von Malfoy als „Sankt Potter“ nicht gerecht werden, aber, er ist nicht so übel wie er tut. Er hatte mir das Leben gerettet, als Bellatrix ihm befohlen hat, zu analysieren ob ich es bin.“ Erwiderte Harry, als würde er zu einem kleinen Kind sprechen, dem er gerade versuchte die Welt zu erklären.

„Naund Harry?“, raunte Hermine bestürzt.
„Dafür hast DU ihm SEIN Leben im Raum der Wünsche gerettet, als er Feuer gefangen hat“ betonte sie, noch immer gereizt und fassungslos darüber, das Harry gerade MALFOY in Schutz nahm.

Harry lehnte sich zu ihr vor.
„Hermine... Narzissa Malfoy hat mich dann auch vor Voldemort gerettet, indem sie ihm sagte, ich sei tot“, erwiderte er unbeeindruckt von ihrem Einwand.

Sie sah ihren besten Freund einfach nur ungläubig, fast schon bestürzt an.
„Harry!“, sagte sie langsam und merkte dabei nicht, wie sie lauter wurde.
„Sie hatten keine andere Wahl! Sie waren doch  selbst in Gefahr! Erst dann als sie sich die eigenen ärsche retten wollten haben sie die Seiten gewechselt, er ist böse und gemein! Ein schrecklicher Mensch der nur an sich selbst denkt!“

Malfoy saß sich in eine Ecke und Harry und Hermine beobachteten ihn eine Weile.

Plötzlich hob Draco seinen Kopf und sah ihnen direkt ins Gesicht, als hätte er die beiden erst jetzt bemerkt.

Sie und der blonde Slytherin schauten sich einen Moment in die Augen und sie verkrampfte sich.
Diese Eisgrauen Augen, die sie intensiv ansahen, die so voller Stolz waren und doch so zerbrechlich schienen, hatten eine paralysierende Wirkung.
Sie wusste nicht, ob sie auf ihn eingeschüchtert, oder stark wirkte, ob sie ihn hassen sollte oder sogar... ob sie Mitleid verspürte.

Und noch weniger verstand sie, warum sein Blick eine so seltsame Wirkung auf sie hatte.

Er wandte den Blick von ihr ab, und erstaunlicherweise stand Harry auf, und setzte sich zu ihm an den Tisch.

Hermine sah Harry mit offenem Mund hinterher.
Harry saß jetzt ernsthaft an MALFOYS Tisch?
Hatte der Typ den Verstand verloren?
Bei Merlin...
Harry hatte echt den Drang nach Aufmerksamkeit und Ärger...
Sie wusste schon immer das Harry größenwahnsinnig ist.
Vielleicht hat er durch den Krieg jetzt endgültig einen Knacks weg?

Sie beobachtete das Szenario und erwartete jetzt, dass Draco vielleicht aufstand, ihnen drohte, sie Schlammblut nannte.. sie sich duellieren würden..
Oder er seine Nase mit ekelerregendem Blick hoch zog und sie hasserfüllt anstarrte, wie er es seit eh und je getan hatte.. Jedoch blieb die erwartete Reaktion blieb aus.

Sie fühlte sich unwohl dabei, das er sie eventuell dabei gehört haben könnte, und blieb erst mal sitzen, um Harry dabei zu beobachten, was er da tat.

„Wo warst du die ganzen Wochen Malfoy? Schämst du dich für das, was geschehen ist?" Fragte Harry, der nun vor ihm stand und sich einfach ihm gegenüber setzte.

Draco hob den Kopf, schnaubte und antwortete mit seiner, ihnen so bekannten Stimme: "Verpiss dich" ohne eine Mine zu verziehen.

"Malfoy" fuhr Harry weiter ruhig fort. "Du brauchst dich für nichts schämen und ich meine das ernst, Ich weiß wir haben uns noch nie wirklich gut verstanden, aber du hast Größe bewiesen..“

Draco und Hermine starrten Harry gleichzeitig an.
Hermine erstaunt und Draco eher ohne Emotionen.

Harry fuhr fort.
„Du hast mir das Leben gerettet und ich dir deins. Und das mit Dumbledore.. Malfoy, du hast ihn nicht ermordet und bist auch nicht schuld dran.“
Harry stockte kurz.
Die Erinnerung an Dumbledore setzte ihm immernoch zu.
„Dumbledore... wäre eh gestorben, weil ein tödlicher Fluch auf ihm lag und er seinen tot selber gewählt hat.“

Draco fixierte Harry mit seinen Blick und hörte ihm auch aufmerksam zu.

„Es war zwischen Snape und ihm abgemacht. Du hättest nichts daran ändern können. Du bist kein schlechter Mensch. Und wir beide sind QUIT Malfoy, also hör auf dich zu verkriechen.. Komm wieder regelmäßig zum Unterricht. Wir wissen alle.. das du keine andere Wahl hattest.“

Man sah Dracos Verwunderung über Harrys Worte im Gesicht.
„Woher weißt du das mit Snape und ihm?“ fragte Draco ihn kühl und Harry erwiderte: „Das Denkarium.“
Malfoy nickte langsam.
Er verstand.

Hermine starrte immer noch gebannt auf die beiden und war schockiert.
Harry wollte mit Draco das Kriegsbeil begraben? Im Ernst?
Passierte das gerade wirklich?

Ihr fiel eine braune locke ins Gesicht und sie klemmte sie hastig hinter dem Ohr, weil sie keine Sekunde dieser Seifenoper-ähnliche Situation verpassen wollte.

Sie war gespannt auf Malfoys Reaktion, was er nun sagen oder tun würde...
Aber beide jungen Männer schwiegen, bis Harry der erste war, der das schweigen brach.

„Malfoy, erinnerst du dich an das erste Schuljahr, als du mir deine Hand reichen wolltest, und ich sie dir nicht gereicht habe? Vielleicht klingt es jetzt etwas überzogen... Aber heute biete ich dir meine Freundschaft an.“

Harry streckte ihm aufrichtig eine Hand aus und hielt sie ihm hin.
Draco streckte zögernd nach einigen Sekunden langsam seine Hand aus und reichte sie Harry.
Zwar kurz und knapp, aber er tat es.  

Dann ließen sie ihre Hände los.
„Jetzt verzieh dich Potter, bevor uns jemand zusammen sieht und meint wir haben Blutsbrüderschaft geschlossen.“

Das erste mal sah Hermine ein kleines ehrliches Lächeln auf Dracos Lippen und es war so ungewohnt ihn nach so vielen Jahren wieder Lächeln zu sehen.
Das passierte äußerst selten.

Harry lachte.
„Wir sehen uns.“

Er lief auf Hermine zu und flüsterte leise: "Du bist zwar ein Genie, aber du musst auch mal weiter als nur bis zum Universum denken!“

Harry nahm sich die Bücher aus dem Regal, die er brauchte, winkte Hermine zum Abschied, und ging aus der Bibliothek hinaus.

In Hermines Augeninnenwinkel sammelten sich kleine tränen und sie wusste nicht warum.
Harry... sie liebte Harry, er war ein so guter Mensch.
Er hatte es wirklich geschafft, mit DRACO MALFOY Frieden zu schließen!
Und nicht nur das.. Sie haben sich die Hand gereicht und es war so ehrlich und rührend.

Harry hatte ja so Recht mit seinen Worten. Sie hatte darüber noch garnicht nachgedacht, wie  Malfoy vielleicht aufgewachsen ist, ob er überhaupt bedingungslose liebe erfahren durfte..
Das er zu vielem vielleicht gezwungen wurde und er diesen Gewissenskonflikt wegen Dumbledore mit sich herum schleppte.
Wer wusste schon, wieviel Lasten er auf seinen Schultern trug?

Irgendwie wirkte er plötzlich wieder Stolz und Hermine merkte garnicht wie fasziniert sie ihn immer noch beobachtete.

Er hob seinen Kopf und schaute sie an.
Schon wieder dieser Blick..
Aber dieses Mal war er anders, und Hermines Herz blieb für einen Moment stehen.
Sie waren ganz alleine in der Bibliothek und es herrschte irgendwie eine seltsame Stimmung.

"Hab ich irgendwas im Gesicht Granger? Oder warum starrst du mich so an als wäre ich aus einem anderen Planeten?“

Was war denn nun los?
Sie konnte seine Stimmlage nicht richtig einordnen.
War er gekränkt? Oder spöttisch?

Ihr Gesicht verzog sich verärgert.
Sie stand auf, packte ihre Sachen lief hin und raunte ihn an.
„Ich hab für einen Moment gedacht, das du ein normaler Mensch bist, das in dieser Region irgendein Organ steckt, was sich HERZ nennt!“ sagte sie und tippte ohne jegliche Scham auf die Mitte seiner Brust, während er zu ihr hinauf sah.

"Nichts da, du bist trotzdem derselbe arrogante Wixxer wie immer!“  

Im selben Moment noch war sie geschockt über sich selbst und ihre verbale Ausdrucksweise.
So kannte sie sich selbst nicht.
Aber so wie er sie eben wieder in Rage brachte...
Er schloss mit seinem Erzfeind Harry Potter Frieden.
Aber sie konnte man leider nur mit dem barbarischen Schimpfwort „Schlammblut“ ansprechen.
Mehr war da nicht drin.
Alles andere Reichte wohl nicht über sein Horizont.
Reinblüter wie die Malfoys, würden Muggelgeborene niemals in der Gesellschaft akzeptieren oder tolerieren.

Selbst wenn er noch so viel bereute...
Er und seine Familie würden immer rassistisch bleiben.
Immer Vorurteile haben.

Sie drehte sich verärgert um, als seine Hand ihre Hand plötzlich packte.

"Granger, spiel dich nicht so auf.“

Sie wandte sich langsam um.
Ihr Blick haftete irritiert auf seine Hand. Dann ließ er sie los.
Doch Merlin, er stand nun direkt vor ihr!
Hermine hob den Blick und sah ihn an.
Seine Augen strahlten so eisgrau, waren so voller tiefer und dunkler Geheimnisse..

Sie überspielte ihr Herzklopfen und versuchte ruhiger zu atmen.
"ICH soll mich nicht so aufspielen MALFOY? Naja, wenigstens bist du wieder ganz der Alte, genauso arrogant wie immer, hab mir schon fast Sorgen gemacht!“ sagte sie Schnippisch und verschränkte ihre Arme vor der Brust, um ihm zu demonstrieren, dass sie durchaus kontern konnte.
Das sie stark war!
Er wusste anscheinend nicht, wer sie war!

Plötzlich sagte Malfoy etwas, das Hermine im selben Moment noch verwirrte.

"Du hast dir fast Sorgen gemacht Granger? Das ich nicht lache.. Ich dachte, unser Genie hat ein Organ, das sich Herz nennt..“ und jetzt war nun er, der mit dem Finger auf ihre Herzregion zeigte.

Was war das für eine seltsame Situation, in die sie hineingeraten war?

"Selbst Potter hat Dinge gesehen, die du nie sehen wirst, weil du nur mit deinem Kopf denkst, nicht mit dem Herzen, also erzähl mir nichts."

Hermine starrte ihn an. Wie... was?

Er kam noch näher und drängte Hermine gegen die Wand.
Hermine lief sie automatisch rückwärts, doch er drängte sie gegen die Wand.
Sie wusste dass sie nicht in Gefahr war.
Er würde nichts tun... oder?
Seltsamerweise war er ihr verboten nah gekommen.
Ein holzig herber Geruch schlich sich in ihre Nase... Das musste wohl sein Aftershave sein.

Er setzte seine linke Hand an der Wand ab neben Hermine und beugte sich mit einem wütenden Blick zu ihr hinunter.
Hermine umklammerte ihre Bücher fester.

Seine Augen, seine langen Wimpern, sein Gesicht.. so nah war sie ihm noch nie.
Zwischen Draco Malfoys und ihr Gesicht waren vielleicht nur noch fünf unglaubliche Zentimeter  Entfernung.

„Ich weiß, ich habe dir Unrecht getan, ich habe vielen Unrecht getan und ich kann es nicht ungeschehen machen.. Aber....“

Plötzlich nahm er ihren Arm und legte ihre freue Hand auf seine Brust.

„Solange du nicht weißt, was sich hier drin befindet, werde ich weiterhin der arrogante Wixxer für dich bleiben. Nur wenige kommen rein, sehr wenige.“ flüsterte er. Er senkte für einen Moment den Kopf und ließ sie los.

„Ich brauche keine Menschen. Ich bin eh Einzelgänger. Es ist mir scheiß egal was ihr von mir denkt. Ich bin so, ich bin von Natur aus ein kalter Typ, ich trage nach außen hin nicht die Liebe, die ich fühle. Verstehst du? Ich bin kein scheiß offenes Buch.“ den letzten Satz sprach er verächtlich aus.

Er lief kurz weg von ihr und stand nun mit dem Rücken zu ihr.

„Ich habe stolz. Und das hat nichts mit meinem Ursprung zu tun. Denk über mich, was du willst, du bist in einer behüteten Familie aufgewachsen. Du bist nicht mit Leistungsdruck und Rassismus groß geworden, du bist in diese Welt gekommen und das ohne Vorurteile.“

Sie starrte fassungslos seinen Rücken an.
Warum das alles? Warum sagte er ihr das?

Er wandte sich wieder um und kam wieder näher.
Hermine drückte sich fester gegen die Wand.
Sie hatte keine Angst vor ihm und wusste, dass er ihr nichts tun würde... aber warum kam er ihr so nah?

Für einen Bruchteil der Sekunde vernahm Hermine einen Blick seinerseits auf ihre Lippen und dann schaute er ihr wieder in die Augen.
Eiskalt.

„Ich habe gehört, was du gesagt hast. Ach, Salazar! Denk doch was du willst!“ zischte er wütend.

Er löste sich aus dem Blick, wandte sich von ihr ab, nahm seine Sachen und lies Hermine stehen.
Ihr rutschte das Herz in die Hose.

Sie zitterte etwas und ihr Herz schien ihr bei den Worten wie angeknackst.

Draco Malfoy war gekränkt.
Er hatte also doch Gefühle..
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