Sober

GeschichteDrama, Romanze / P16
Nick Carter
03.02.2019
02.05.2019
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15.01.2004

Hope

Genussvoll zog ich an meiner Zigarette. Es war kalt, verdammt kalt, aber dass wir mir gerade so etwas von scheiß egal. Dieses Haus machte mich noch verrückt, sie alle mit ihren großartigen Weisheiten. Diese Moralapostel, die dachten sie könnten mein verficktes Leben auch nur irgendwie schöner machen und mich wieder auf den Pfad der Tugend führen.

Ich konnte es nicht mehr ertragen. Nein, ich wollte es vor allem nicht mehr ertragen.

„Hope, bitte achte auf deine Sprache und fluche nicht auf diese Weise. Wir sind alles noch Menschen und sollten eindeutig zivilisierter miteinander umgehen"

Ohja, ich konnte die Stimme von Mrs. Underwood regelrecht hören, so als ob sie direkt schon hinter mir stünde und verzweifelt mit dem Kopf schüttelte. Oh, was vermisste ich es einfach mal richtig los zu fluchen, vor anderen Leuten, und ihnen einfach so wieder ins Gesicht sagen zu können was ich von ihnen hielt?

Aber hier ging das nicht. Hier wurde man für so etwas bestraft, denn hier musste man „zivilisiert" miteinander umgehen. Ich hasste es so sehr. Und wollte es dennoch so dringend.

Ich wollte hierbleiben, ich wollte mich bessern und ich wollte mich ihren Regeln unterwerfen. Irgendwo in mir drinnen war eine Stimme, die mir sagte dass es genau das war was mir helfen konnte.

Eingepfercht in dieser Entzugsklinik am Arsch der Welt waren es eigentlich nur Leute die mir helfen wollten. Das musste ich mir immer wieder versichern. Auch wenn diese verbotene Zigarette hier draußen auf meinem Balkon in dieser verschissenen Kälte so unglaublich gut schmeckte.

Mrs. Underwood und Mr. Murphy hätten das natürlich sofort untersagt, aber meiner Meinung nach sollte man sich Problemen nacheinander stellen. Jetzt musste ich erst einmal daran arbeiten vom Alkohol weg zu kommen. Denn wenn ich trank fällte ich ziemlich dumme Entscheidungen. Unglaublich dumme.

Die Zigarette, die ich mir alle paar Tage gönnte, viel nicht weiter ins Gewicht. Sie war mein Ventil, dass, worauf ich mich freuen konnte. Hier in diesem tristen Haus ....Am Arsch der Welt.

Langsam stieß ich die letzte Rauchwolke aus und drückte die Zigarette an meinem Balkongeländer aus, als ich Lichter sah. Autolichter, die immer näher kamen und schließlich vor unserem hochheiligen Anwesen hielten. Neugierig lehnte ich mich etwas mehr über das Balkongeländer und erhaschte einen Blick auf das Auto. Scharf sog ich die Luft ein als ich es erkannte. Ein dunkelblauer Aston Martin, ach du Scheiße! Ich kannte nur eine Person die so ein teures Proletenauto fuhr und wenn er hier war um mich zu besuchen hatte ich ein Problem. Er würde sofort riechen dass ich eine geraucht hatte, und er würde es wirklich nicht gutheißen. Es war bereits 20.00 Uhr, ich hatte nicht mehr mit Besuch gerechnet und Aktivitäten standen heute Abend auch nicht mehr an. Eigentlich sollte mein Abend ruhig auslaufen, stattdessen wollte wohl mein werter „Cousin" mir noch einen Besuch abstatten. Als sowohl die Fahrer – wie auch die Beifahrertüre aufgingen drückte ich mich etwas in den Schatten und war doch etwas zu neugierig um zurück in mein Zimmer zu gehen. Wen hatte er noch mitgebracht?

Ich erkannte Alexander sofort. Mein Cousin ließ es sich nicht nehmen auch im Winter zwar mit einer dicken Jacke rumzulaufen, diese musste jedoch geöffnet sein um auch ja einen Blick auf sein weißes Muskelshirt darunter frei zu legen. Ich rollte mit den Augen. Wen wollte er in dieser verdammten Klinik voller Junkies beeindrucken? Seinen Begleiter erkannte ich nicht sofort. Er war zumindest vernünftig genug sich bei dieser Kälte die Kapuze über die kalten Ohren zu ziehen und war erst einmal damit beschäftigt einen Koffer aus dem Auto zu ziehen. Alexander klopfte ihm wohlwollend auf die Schulter und sprach ein paar leise Worte mit ihm. Mr. Unbekannt nickte andächtig und schien dann ein paarmal tief ein – und auszuatmen. Selbst von hier oben erkannte ich die Nervosität die ihn umgab und ich hatte langsam das Gefühl dass Alexander vielleicht nicht nur meinetwegen hierhergekommen war. Mein Cousin nahm ihm den Koffer ab und stiefelte schon einmal Richtung Eingang, Mr. Unbekannt blieb jedoch noch einige Augenblicke vor dem Auto stehen. Meiner eigenen Erfahrung nach zu urteilen sammelte er wohl genügend Kraft um ebenfalls hinein zu gehen. Denn ich zweifelte nicht daran dass der Koffer und seine Begleitung wohl bedeuteten dass er hier ebenfalls als Patient einchecken wollte. Immer noch neugierig kam ich wieder etwas aus dem Schatten hervor und musterte ihn. Lockere Jeans, weiße Sneaker, und eine dunkelblaue, gefütterte Winterjacke, die genauer betrachtet perfekt zum Auto passte. Ich musste schmunzeln bei dem Gedanken. Und bereute es im selben Moment wieder. Keine Ahnung was es war, vielleicht hatte ich unterbewusst einen Laut von mir gegeben, vielleicht war ich doch nicht so leise aus dem Schatten hervorgetreten, oder aber er fühlte sich einfach nur beobachtet. Ich wusste nur dass ich im nächsten Moment in dunkle Augen schaute die mich überrascht von unten anstrahlten. Anders kann ich den Blick nicht beschreiben. Stechend, neugierig, misstrauisch. Alles vereint in diesem einen Blick des jungen Mannes, den ich nun auch erkannte. Nicht dass ich ihm schon einmal persönlich begegnet wäre, aber ich wohnte nicht hinter dem Mond und auch wenn ich vor Alexander stets so tat als ob mich seine Karriere nicht im Entferntesten interessieren würde, so wusste ich doch Bescheid. Und ich wusste dass Nick Fucking Carter gerade dabei war in meine Entzugsklinik einzuchecken! Wir blickten uns einige Augenblicke verblüfft an. Ich war zu perplex um auch nur irgendwie reagieren zu können und er hatte wahrscheinlich bei seiner Ankunft nicht mit Publikum gerechnet. Mein warmer Atem vermischte sich mit der kalten Luft und hinterließ kleine Nebelschwaden. Irritiert stellte ich fest dass ich schneller atmete und das Blut in meinem Körper etwas heißer wurde. Verdammt! Aber es hatte echt etwas, so wie er dastand, unsicher gegen das Auto gelehnt und auch irgendwie verletzlich. So kannte ich ihn definitiv nicht aus den Zeitschriften und aus irgendeinem Grund fand ich das im Moment sehr anziehend.

Erlöst von meiner Perplexität wurde ich erst als sein Blick auf meine Hand fiel die immer noch verkrampft an dem ausgedrückten Zigarettenstummel festhielt und er etwas sarkastisch seine Augenbraue hob. Grinsend zuckte ich mit den Schultern und konnte mich endlich von dem vollkommen surrealen Anblick vor meinem Balkon lösen. Ohne ein Wort zu sagen oder sonst irgendwie auf ihn zu reagieren ging ich zurück in mein Zimmer, schloss die Balkontüre und zog die Vorhänge zu. Ungläubig schüttelte ich den Kopf und verstaute meine Zigarette in meinen eigens dafür vorgesehen „Aschenbecher": Eine leere Coca Cola Dose die unauffällig in meinem Regal stand.

Der Klang den die Zigarette erzeugte als sie in die Dose fiel brachte mich dann wieder in die Realität zurück. Alexander war also hier um seinen Bandkollegen abzuliefern. Diese Tatsache wunderte mich nicht weiter, schließlich hatte ich mitbekommen wie sehr er sich damals selbst mit Alkohol und Koks versucht hat abzulenken. Und wie sehr ihn das verändert hatte. Selbst ich war diesen Versuchungen erlegen, und ich hatte nicht damit zu kämpfen tagtäglich immer den lächelnden Backstreet Boy zu mimen und Horden von jungen, kreischenden Mädels irgendwie aus dem Weg zu gehen. Oder ihnen zu begegnen. Je nachdem von welchem Standpunkt aus man es betrachtete. Denn den Erzählungen zufolge konnte es einem jungen Mann durchaus zu Kopf steigen wenn zig Mädels halbnackt an einem hingen um zu beteuern wie sexy sie einen fanden.

Schnell schüttelte ich den Kopf und versuchte meine Gedanken zu ordnen. Denn obwohl er seinen Kollegen hier ablieferte war ich mir sicher dass Alexander nichtsdestotrotz auch mich sehen wollte. Wenn er sich schon die Mühe machte und in diese triste Gegend kam, immerhin zwei Stunden von L.A. entfernt, würde er es sich sicher nicht nehmen lassen und seinem „Lieblingsproblem" Hallo sagen. Ich würde es nicht mehr schaffen den Zigarettengeruch aus den Haaren zu bekommen, also nebelte ich sie einfach in Parfüm ein. Meinen Pullover jedoch zog ich in Windeseile aus und stopfte ihn in meinen Wäschekorb. Unsicher hob ich mein Unterhemd etwas hoch und roch daran. Meiner Meinung nach roch es frisch, aber da ich in den letzten paar Tagen gelernt hatte das meine Meinung in letzter Zeit eher nicht so intelligent war entschied ich mich auch dieses in meinen Wäschekorb zu verfrachten. Gerade als ich den Deckel schloss klopfte es. Scheiße!

„Hope?" Das war Alexander.

„Hope, kann ich reinkommen?"

Panisch öffnete ich meinen Kleiderschrank und holte mir ein neues Unterhemd und einen neuen Pullover raus.

„Moment", nuschelte ich in Richtung Türe und knallte die Türen meines Schrankes wieder zu.

„Hope, was zum Teufel machst du da drin?" Er wurde langsam etwas sauer.

„Ich schwöre dir, wenn du versuchst irgendetwas illegales da drin zu verstecken...."

„Beruhige dich Alexander, so einen Mist mache ich nicht"

Naja, zumindest war die Zigarette nicht illegal.

Leider war mein Unterhemd auf Links gedreht, da ich mir beim einräumen nicht allzu große Mühe gegeben hatte und bereute es gerade aus tiefstem Herzen. Nervös zupfte ich daran herum und schaffte es nach einer gefühlten Ewigkeit es wieder zu richten.

„Scheiß Ding...", murmelte ich vor mich hin und hörte es noch einmal Klopfen.

„Hope, ich hoffe du hast etwas an, denn ich werde jetzt reinkommen", sagte Alexander durch die Türe und bevor ich auch nur irgendetwas antworten konnte ging die Türe tatsächlich auf.

Erschrocken starrte ich dorthin, meine Arme in der Luft, gerade dabei das Unterhemd anzuziehen. Und auch wenn es höchstens eine Millisekunde gedauert hatte bis ich reagieren konnte, um mir das Hemd vollständig runter zu ziehen, war ich mir sicher dass Alexander gerade einen wunderbaren Blick auf meinen BH erhaschen konnte. Was mir nichts ausgemacht hätte, wäre neben ihm nicht Nick fucking Carter gestanden. Oh Mann. Panisch griff ich nach meinem Pullover und zog ihn mir ebenfalls über. Scheiß drauf ob er ebenfalls auf Links gedreht war, das war mir jetzt sowas von egal. Und ich fragte mich wieso es mir nicht auch schon bei meinem Unterhemd egal war, denn das würde im Normalfall ja erst Recht niemand sehen.

Um Fassung bemühte lehnte ich mich möglichst lässig gegen meinen Kleiderschrank und lächelte die beiden an.

„Hey" Ja, das war lässig genug.

Alexander stand immer noch etwas überrascht im Türrahmen, um Worte bemüht. Im Gegensatz zu seinem Begleiter.

„Nette Begrüßung", scherzte Nick und zeigte sein sarkastisches Lächeln.

Alexander boxte ihm leicht angesäuert in die Seite und kam nun wieder zu sich.

„Was sollte das gerade?", fragte er irritiert und kam auf mich zu um mich zu umarmen.

„Nichts", log ich und war mir sicher dass er mir kein Wort glaubte.

Er löste sich aus der Umarmung, behielt seine Hände jedoch weiterhin auf meinen Oberarmen. Seine Augen verengten sich etwas und er schaute mich fragend an. Ich versuchte natürlich so unschuldig wie möglich auszusehen und trat einen kleinen Schritt zurück.

„Deine Haare riechen... nett", murmelte er lauernd in meine Richtung und ich wusste dass er mich ertappt hatte.

Zu stolz um darauf einzugehen starrte ich ihn einfach weiterhin an. Verdammter Alexander, seitdem er nüchtern war hatte ich das Gefühl dass er wie ein Polizeihund nur darauf wartete eine Spur aufzunehmen und rumzuschnüffeln.

Flüchtig inspizierte er mein Zimmer, sah aber wohl nichts was ihm missfiel, denn sein Blick blieb schlussendlich wieder an mir haften.

„Lass mich an deinen Händen riechen", sagte er plötzlich in meine Richtung und ich schaute ihn erschrocken an.

„Aber...wieso...", murmelte ich vor mich hin und verschränkte reflexartig die Hände hinter meinem Rücken, „wirst du langsam paranoid Alexander?"

Ein schelmisches Lächeln.

„Oh Nein Hope, ich nicht. Aber ich mag es nicht allzu sehr wenn man mich verarscht. Und ich bezahle diesen Entzug schließlich, da möchte ich auch wissen ob du dich an die Regeln hältst."

Funkelnd schaute ich ihn an.

„Ich habe dich nicht darum gebeten mir all das hier zu zahlen", erwiderte ich trotzig und wollte erneut einen Schritt nach hinten gehen als Alexander schnell zu mir kam und meine rechte Hand nach vorne drehte.

„Willst du mir jetzt etwas weiß machen dass deine Hände nicht nach Rauch riechen? Und ich hoffe ich rieche gerade wirklich nur Zigaretten, denn sonst haben wir doch ein weitaus größeres Problem als gedacht!", meinte er zornig und lies enttäuscht meine Hand fallen, „also? Was hast du angestellt?"

Resigniert seufzte ich und schüttelte den Kopf.

„Oh Alexander, ich bin hier schon seit drei Wochen eingesperrt und habe keinen Tropfen angerührt, wirklich!" Ich warf frustriert die Hände in die Luft. „Es ist nur alle paar Tage eine Zigarette die ich mir gönne. Um nicht vollends durchzudrehen. Du hast ja keine Ahnung wir schwer..."

„Wie schwer das ist?!", quetschte er zwischen zusammengepressten Lippen hervor, „ist es das was du mir sagen willst?"

Oops. Dieses Thema hätte ich nicht anfangen sollen. Wütend atmete er nun stoßweise durch seine Nase ein und aus und seine Augen funkelten mich erneut an.

„Um genau zu sein, Missy, habe ich einen Haufen Ahnung davon wie es ist hier zu sein. Und zu kämpfen. Zu versuchen nicht durchzudrehen während man jede Sekunde am Tag nur daran denkt wie schön es jetzt wäre ein kühles Bier oder einen Whiskey zu trinken. Und dann auf die Wirkung zu warten die irgendwann einsetzt. Doch irgendwann trinkt man immer mehr, weil man nicht mehr zufrieden ist mit der Wirkung die nur ein Bier oder nur ein Whiskey erzeugen kann.

Hier auf diesem Bett zu sitzen und sich so gut wie möglich versuchen von diesen Gedanken abzulenken. WEIL EINEM VERDAMMT NOCHMAL BEWUSST IST DASS DAS DEIN GANZES SCHEIß LEBEN VERSAUEN KANN WENN DU NICHT DAMIT AUFHÖRST!"

Erschrocken sah ich ihn an und traute mich nicht irgendwelche Wiederworte loszulassen.

Frustriert schloss Alexander seine Augen und senkte seinen Kopf Richtung Boden.

„Sorry, ich wollte nicht laut werden", murmelte er und schaute wieder auf, direkt in meine Augen, dieses Mal verständnisvoller, „Hope, du bist hier um von all diesen Sachen wegzukommen. Rauchen, Alkohol und was weiß ich mit was du noch deinen Körper vergiftet hast, all das böse Zeug solltest du hier nicht mehr zu dir nehmen. Und ich bin mir sicher ich bin nicht der Erste der dir das in den letzten drei Wochen mal erzählt hat. Sobald deine Betreuerin das erfährt fliegst du hier raus. Das ist dir klar, oder?"

Ich nickte stumm.

„Also, und da wir beide das ja nicht wollen", er hob fragend eine Augenbraue und ich nickte erneut, „wirst du ab jetzt brav sein und auf Onkel Alexander hören und damit sofort aufhören."

„Du bist nicht mein Onkel", traute ich mich zu erwidern und grinste dabei etwas schelmisch.

Zum Glück konnte er damit etwas anfangen und lächelte zurück.

„Versprich mir dass du auf dich aufpasst, ja?", wollte er noch einmal sichergehen.

„Ok", versicherte ich ihm und war mir gleichzeitig nicht wirklich so sicher ob ich das Versprechen auch wirklich halten konnte.

Während ich Alexander so zuversichtlich wie möglich in die Augen schaute bemerkte ich eine Bewegung hinter ihm und mir wurde wieder bewusst dass er ja einen Gast mitgebracht hatte.

Etwas unbeholfen starrte ich somit auf Nick Carter und Alexander drehte sich zu seinem Bandkollegen um.

„Tja Bro, ich sagte dir ja dass sie etwas schwierig sein kann", grinste er und bevor ich etwas antworten konnte zeigte er abwechselnd auf uns beide, „Nick das ist Hope, meine reizende Cousine. Hope das ist Nick. Mein noch reizenderer Bandkollege"

„Hi Nick", sagt ich aufmunternd und reichte ihm meine Hand, „ich bin übrigens nicht immer so schwierig. Das ist immer auch abhängig von meinem Gegenüber." Ich zwinkerte Alexander zu. „Und ich würde ja gerne sagen es ist nett dich kennenzulernen, doch ich befürchte wenn du hier als Patient eincheckst sind die Umstände wahrscheinlich alles andere als Nett."

Ich deutete auf seinen Koffer.

„Nun, danke für die Begrüßung, und ja, das sind sie tatsächlich nicht", erwiderte er, „was jedoch auf jeden Patienten hier zutreffen dürfte. Dank deinem Cousin hier hoffe ich jedoch auf baldige Besserung. Ich habe keinen Bock mehr morgens aufzuwachen und nicht zu wissen in welchem Schlafzimmer ich die letzte Nacht verbracht habe. Und mit wem."

Er grinste schelmisch und zwinkerte nun ebenfalls in meine Richtung.

Alexander und ich verdrehten gleichzeitig die Augen.

„Na das wird ja witzig mit dir", antwortete ich, „noch so ein bepuderter Star der mich mit seinen Frauengeschichten nervt. Dabei habe ich doch schon den da."

Ich deutete auf Alexander der empört die Hände in die Luft warf.

„Mach mal halblang, du kennst ja noch nicht einmal alle Geschichten und moserst schon rum...", nahm er mich auf den Arm und drehte sich dann vollends zu Nick um, „komm, ich zeig dir dein Zimmer. Es ist das gleiche in dem ich vor zwei Jahren war", er drehte sich zu mir um, „ich komme nachher noch einmal zu dir Cousinchen."

Ob das eine Feststellung oder Warnung war konnte ich in diesem Moment nicht sagen.

Die beiden Männer gingen durch die Türe in den Flur und wollten gerade in Nick's Zimmer gehen, als dieser noch einmal stehen blieb und den Kopf in mein Zimmer rein steckte.

„Ich meinte das vorhin ganz ehrlich: Danke für die nette Begrüßung", grinste er und bevor ich darauf reagieren konnte hatte er sich auch schon umgedreht und folgte Alexander.

Verwundert blieb ich in meinem Zimmer stehen und wusste nicht genau was ich von Nick Carter halten sollte. Durfte ich mir jetzt die ganzen nächsten Wochen Witze darüber anhören wie er mich das erste Mal halbnackt in meinem Zimmer gesehen hatte?

Und dann, einer plötzlichen Eingebung folgend, schaute ich an mir herunter.

Jap, der Pullover war auf Links gedreht.
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