Medicine

OneshotDrama, Angst / P12
Nico
03.02.2019
03.02.2019
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Wir sitzen im Dämmerlicht. Hinter Gittern. In unseren kleinen Gefängnissen.
Warten.
Warten bis wir seine Schritte wieder hören können.
Schwere Schritte, die sich uns nähern.
Er kam.
Und er würde wieder einen von uns mit sich nehmen.
Die meisten verschwanden danach einfach.
Ich weiß warum. Wir alle wissen es.
Alle würden eines Tages verschwinden, nur ich nicht.
Auch wenn ich mich dafür hasse, ich beneide sie dafür.
Dass sie diese Qualen nicht länger spüren mussten,
denen ich Tag aus, Tag ein ausgesetzt war.
Nun betritt er den Raum.
Er nähert sich mir, schließt meine Käfig-Tür auf.
Natürlich bin ich wieder an der Reihe.
Er packt mein Handgelenk, zerrt mich hinter sich her.
Ich habe schon lange nicht mehr die Kraft zu laufen.
Wir kommen in das Zimmer, dass ich schon allzu gut kenne.
Er nimmt die Spritze in die Hand.
Ich weiß was kommen wird und Tränen schießen mir in die Augen.
Ich weiß, dass alles Schreien und Flehen nichts bringen wird.
Wieder hörte ich seine Stimme, die mir zuflüstert, dass alles gut werden wird.
Dass ich etwas Besonderes bin.
Natürlich weiß ich, dass es nicht stimmt.
Die Spritze nähert sich mir und ich schluchze auf, als sie sich in mein Fleisch bohrt.
Schmerzen, sengende, heiße Schmerzen wallen durch meinen Körper,
während ich mich in Krämpfen winde.
Plötzlich ist mein Kopf wie mit Nebel gefüllt,
meine Sicht verschwimmt, ich höre nur noch ein Rauschen.
Ich spüre wie irgendetwas in mir zerbricht.
Und dann ist nur noch eine Emotion da.
HASS!
Hass auf diesen Menschen, der mein Leben einfach zerstört,
der mich ständig diese Qualen erleiden lässt.
Ich habe einen salzigen Geschmack auf der Zunge.
Durch meine verschwommene Sicht erkenne ich, wie Blut auf den Boden tropft.
Dann spüre ich erneut einen Stich und die Welt wird schwarz.
Als ich wieder erwache liege ich wieder in meinem kleinen Käfig.
Meine Kleidung ist voller Blut, dass nicht mein eigenes ist.
Mir wird schlecht.
Was machen diese Leute mit mir?
Warum tun sie das?
Ich will schreien, aber ich bringe nur ein leises Wimmern zustande.
Ich will, dass es aufhört!
Warum hört es nicht auf?!
Es tut so weh…
Aber ich kann nichts Anderes tun als zu warten.
Warten, bis wir seine Schritte erneut auf dem Gang hören konnten.
Schwere Schritte, die sich uns näherten…