Meine Yuuzhan Vong-Shots

von Sudooku
GeschichteAbenteuer, Humor / P16
Jacen Solo Jaina Solo Kyp Durron Lando Calrissian Luke Skywalker Mara Jade
03.02.2019
13.11.2019
23
68507
1
Alle Kapitel
3 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis im Jahre 25 nach der Schlacht von Yavin

ExGal-4 ist ein Forschungsprojekt, welches sich auf dem Planeten Belkadan am nordwestlichen Rand der Galaxis befindet und auf Zeichen und Objekte aus anderen Galaxien oder Welten wartet und zu diesem Behufe unablässig den Orbit des Planeten abscannt. Unter der bunt zusammengewürfelten Truppe ist auch Danni Quee, eine junge, blonde, grünäugige Astronomin, die von vielen Männern im Projekt angehimmelt wird, sehr zum Leidwesen der Twi’lek Tee-ubo, welche sich ansonsten gerne in der Aufmerksamkeit der Männer suhlt, besonders, wenn sie ihre berüchtigten Partys mit der Partydroge Ryll veranstaltet – eine sehr unwissenschaftliche Aktivität, die Danni der Twi’lek schon ein paar Mal angekreidet hat.  

Was Danni Quee nicht weiß: Sie ist auserwählt, und das ausgerechnet von dem eher unscheinbaren Mitarbeiter in ExGal-4 namens Yomin Carr, dem einzigen ihrer Kollegen, welcher ihr bislang keinerlei Avancen oder Komplimente gemacht hat.

Das merkt Danni Quee spätestens dann, als es wirklich ein Eindringen eines Fremdkörpers in die Galaxis gibt. Die Suche nach diesem unbekannten Objekt führt Danni Quee samt ihrem Kollegen Bensin Tomri und einem weiteren Kollegen, dessen Name mir jetzt entfallen ist, zum nahegelegenen Planeten Helska IV. Auf Helska IV nun werden die drei Wissenschaftler von einem Geschwader Korallenskipper, einem ihnen bislang unbekannten Typ von organischen Raumschiffen, abgefangen und zur Basis eines Weltschiffes abgedrängt. Dieses Weltschiff nun stellt sich als genau der Fremdkörper heraus, welchen Danny Quee mit ihren Kollegen vor einigen Tagen beim Eindringen in die Galaxis beobachtet hat.

Aber dieses Weltschiff lebt und auch in ihm selbst herrscht jede Menge Treiben einer Spezies, die Danny Quee nicht kennt – noch nicht.

Da ist zunächst Präfekt Da’Gara, der sich ihr und ihren beiden Kollegen als Leiter einer forschen Expansionstruppe vorstellt - zunächst lediglich über eine kleine, bionische Kommunikationskugel, die das Volk der Yuuzhan Vong einen Villip nennt. Der Villip, der an Bord des alten Raumschiffs von ExGal-4 gelangt ist, stülpt sich um, um ein Gesicht zu zeigen.

„Ich, Da’Gara, Präfekt und Berater von Yammosk, Kriegskoordinator der Praetorite Vong. Willkommen in meinem Heim.“

Keine zwei Minuten später wird das ExGal-4-Raumschiff von den Korallenskippern abgeschossen und Danni wird mit ihren beiden Begleitern ins Weltschiff der Yuuzhan Vong gebracht, welches Da’Gara befehligt.

Ein mindestens zwei Meter großer, tätowierter Krieger in schwarzem Kampfanzug kommt auf Dannis Kollegen zu, um seine vogelklauengleichen Finger in Bensin Tomris Kehle zu schlagen. Danni erkennt das Gesicht des Mannes von dem Villip wieder. Da kommt der Außerirdische auch schon auf sie zu.

„Yomin Carr verlangt Respekt für Danni Quee“, erklärt Präfekt Da’Gara. „Verstehst du die Ehre?“

Danni blinzelt entsetzt mit den grünen Augen. „Yomin Carr, der brave, unscheinbare, korrekte Mitarbeiter von ExGal-4?“

„Und da ist er auch schon“, erklärt Da’Gara und räumt das Feld.

Yomin Carr sieht anders aus, als Danni ihren Kollegen kennt. Er hat jetzt lange, spitze Ohren, eine verstümmelte Nase, implantierte Hörner an den Armen, Tätowierungen.

„Ist schon gut, Yomin. Und jetzt nimm gefälligst diese groteske Maske ab und sag mir, was hier los ist und was diese Leute hier wollen!“, verlangt Danni Quee von ihrem Kollegen.

„O.k., die Maske“, sagt Yomin Carr und hält ihr die Ooglith-Maske hin, die sein vorgeblich menschliches Gesicht zeigt.

Danny zieht eine Augenbraue hoch. „Ah, verstehe, du bist also nicht nur so ein schäbiger Verräter, sondern gehörst auch noch zu denen.“

Ihr Blick schweift an Yomin Carrs wohltrainierter, muskulöser, von oben bis unten tätowierter Figur entlang, die lediglich an der brisantesten Stelle von einem Lendenschurz bedeckt ist.

„Kannst du dir nicht mal was anständiges anziehen so wie der Präfekt da drüben?“, faucht Danni Quee Yomin Carr an. „Du läufst ja beinahe so unanständig herum wie damals Tee-ubo. Fehlt nur noch, dass du jetzt noch so lasziv mit den Ohren wackelst so wie die Twi‘lek auf Belkadan mit ihren Lekkus!“ Ihr fällt etwas ein. „Apropos Tee-ubo … wie geht es ihr denn eigentlich drüben in der ExGal-4-Station?“

Yomin Carr kratzt sich kurz am Ohr. „Tja, genau darüber wollte ich gerade mit dir sprechen, Danni.“

Er kniet vor ihr nieder, holt etwas grünes, pulsierendes hinter seinem Rücken hervor und reicht es Danny. „Dies ist Tee-ubos umfunktioniertes Herz. Es ist jetzt eine organische Luftpumpe und du kannst damit alles aufblasen, was du willst … Luftmatratzen, Fahrräder …“

„Du Idiot!“, fährt Danni ihm in die Parade. „In unserer Galaxis gibt es keine Fahrräder!“

Yomin Carr lächelt Danni von unten an. „Noch nicht.“

„Soll das eine Drohung sein?“, fragt Danni Quee lauernd.

Yomin Carr setzte ein unschuldiges Gesicht auf. „Nö, ein Heiratsantrag.“

„Was?“, ereifert sich Danni, „du bringst meine Kollegin um, um mir ihr Herz als Verlobungsgeschenk darzubringen? Ich glaube es einfach nicht!“

Sie dreht sich auf dem Absatz um und lässt Yomin Carr knien, wo er gerade ist. Der Weg, den Danni einschlägt, hat einen leichten Linksdrall, der nicht aufhört. Der Yuuzhan-Vong-Krieger erhebt sich aus seiner knienden Haltung und sprintet Danni hinterher.

„Aber ich dachte, du konntest Tee-ubo sowieso nicht leiden“, ruft er ihr hinterher. „Du mochtest ihre Ryll-Partys nicht … und dass sie halbnackt herumläuft, hast du mir gesagt.“

„Das ist aber noch lange … kein Grund, sie zu töten und auszuweiden!“, giftet Danni zurück.

„Ach so, das wusste ich ja nicht“, entschuldigt sich Yomin Carr. „So vertraut bin ich mit eurer Kultur ja nun doch noch nicht. Dann wäre wohl das Herz von Bensin Tomri besser gewesen. Den konntest du doch besser leiden als die Twi’lek, oder?“

„Du verstehst … überhaupt nichts!“, schreit Danni nach hinten, während sie ihren Weg durch das riesige Korallenschiff weiterrennt.

Ein paar Yuuzhan Vong bleiben stehen, gaffen der fliehenden Menschenfrau nach und grinsen sich derweil einen. Das tun sie auch, als sie den Danni nachsetzenden Speziesgenossen Yomin Carr erblicken.

„Weißt du eigentlich, wie viel Überredungskunst es mich gekostet hat, unseren Gestalter an Bord zu beschwatzen, das Herz der Twi’lek derart umzumodeln?“, schreit Yomin Carr Danni hinterher. „Er hat das mal ebenso dazwischengeschoben, weil er mir noch einen Gefallen schuldet. Und du … bist so undankbar!“

„Ich wird dir gleich was dazwischenschieben, was so richtig wehtut!“, blafft Danni nach hinten zurück.

„Oh ja!“, freut sich Yomin Carr. „Lass es so richtig doll wehtun, bitte!“

„Du bist ja noch bescheuerter, als ich dachte!“, höhnt Danni zurück. „Oder sagst du das extra, damit ich dir eher nicht wehtue? Paradoxe Intervention oder so?“

„Nein, ganz bestimmt nicht“, versichert ihr Yomin Carr. „Du sollst mir so richtig wehtun.“

„Ich soll?“, entrüstet sich Danni. „Ich mag es aber nicht, gezwungen zu werden!“

„Also gut, Danni. Bitte tu mir ganz doll weh!“

„Nein!“

„Aber eben hast du doch noch gesagt, dass du mir etwas dazwischenschieben willst, was …“

„Ich weiß, was ich gesagt habe!“, schreit Danni zurück. „Und selbst wenn, dann werde ich nicht deine Frau!“

„Ach, jetzt komm schon, Danni“, ruft Yomin Carr nach vorne. „Ich weiß doch, dass du mich eigentlich cool findest, du gibst es nur nicht zu.“

„Das hättest du wohl gerne!“

„Das ist aber schade. Aber du wirst es noch bereuen!“, droht Yomin Carr von hinten. „Ich habe nämlich bereits zwei Kindergartenplätze in der Ganztagskindertagesstätte Yun-Yammkas Stolz reservieren lassen – hier auf dem Weltschiff. Sie ist gleich dort drüben.“

Danni schaut nach rechts, um ziemlich lautes Kindergeplärr in der Yuuzhan Vong-Sprache zu hören. Sie beschleunigt ihre Schritte.

„Da muss man sich früh anmelden, um in dieser Eliteeinrichtung überhaupt einen Platz zu ergattern!“, hört sie Yomin Carr hinter sich rufen.

„Dann such dir doch eine von den Frauen deiner Spezies und mach mit der Kinder!“

Plötzlich steht Präfekt Da’Gara in seiner schwarzen Vonduun-Krabben-Rüstung wieder vor ihr. Das riesige Weltschiff ist nun einmal kreisrund und also erkennt Danni, dass sie ihre Rennrunde vollendet hat. Genauso wie Yomin Carr nur einige Sekunden später.

„Aber ich liebe doch … nur dich …“, sagt Yomin Carr außer Atem schlicht zu Danni Quee, als er wieder vor ihr steht.

Danni streicht sich mit der Rechten durch ihr durch den Absturz und die darauffolgende eher grobe Bergung samt anschließendem Davongerenne zerzaustes, güldenes Haar. „Yomin Carr, das ist das erste Vernünftige, was du während dieser unsäglichen Konversation zu mir gesagt hast.“

„… und das, obwohl du weder Narben noch Tätowierungen hast“, beendet Yomin Carr seinen Satz.

Danni Quee schürzt die Oberlippe. „Und da war der besondere Moment auch schon wieder vorbei. Nein, ich werde nicht deine Frau – niemals!“

„Das ist einfach nicht fair!“, sagt Yomin Carr niedergeschlagen und zupft sich am Ohr.

Der Tizowyrm, der in seinem Ohr ruht, vibriert ratlos, als ihn Yomin Carr um Hilfe bittet. Er kann wohl von der Yuuzhan Vong-Sprache ins Basic übersetzen und wieder zurück, aber Konversationstipps fürs Dating zu geben,  gar noch mit Angehörigen von Fremdspezies, übersteigt die soziale Kompetenz des Ohrwurms bei weitem.

„Agent Yomin Carr“, sagt Präfekt Da’Gara in der Yuuzhan Vong-Sprache zu seinem Untergebenen. „Auf Belkadan wurden zwei Jedi gesichtet. Schalte sie aus!“

„Aber das ist völlig unmöglich!“, widerspricht Yomin Carr verblüfft. „Wo meine Dweebit-Käfer doch den gesamten Planeten mit giftigen Gasen überzogen haben, so dass ganz Belkadan unbewohnbar geworden ist.“

„Nicht ganz Belkadan!“, knurrt Da’Gara unwirsch. „Es gibt da einen hermetisch abgeschotteten Winkel auf dem Planeten, der sich uns immer noch widersetzt und sich schlichtweg weigert, unbewohnbar zu werden. Und du hattest diese Mission dort durchgeführt. Also bring es gefälligst auch zu Ende!“

Yomin Carr schaut zu Danni Quee, die er in diesem Fall alleinlassen müsste.

„Jetzt geh schon und erfreue Yun-Yammka mit zwei toten Jedi!“, sagt Da’Gara. „Ich werde dir deine Menschenbraut in der Zwischenzeit schon nicht ausspannen.“

Yomin Carr nickt ergeben. „Davon bin ich überzeugt, Präfekt.“

Da’Garas schwarze Augen funkeln misstrauisch. „War das da eben etwa Sarkasmus in deiner Stimme, Agent Carr? Du sollst wissen, dass ich jede Frau haben kann, die ich will!“

„Natürlich, Präfekt Da’Gara.“

„Das war jetzt aber Sarkasmus! Ich habe es ganz deutlich vernommen!“

Yomin Carr schüttelt energisch den Kopf.

„Jetzt geh schon endlich!“, herrscht Da’Gara den Untergebenen an.

„Und du“, wendet er sich an Danni Quee, „wirst zunächst einmal unsere Sprache lernen, bevor du hier mit unseren Leuten herumflirtest!“

„Ich habe aber doch gar nicht herumgeflirtet“, verteidigt sich Danni Quee.

„Doch, hast du!“, sagt der Präfekt. „Du solltest es dir gut überlegen, bevor du irgendjemandem hier Schmerzen androhst!“

Danni rollt mit den grünen Augen. „Das konnte ich ja nicht wissen. So gut kenne ich eure Kultur ja nun doch noch nicht.“

Da’Gara klopft Danni auf die Schulter. „Glaub mir, meine Liebe, du wirst sie schon bald kennenlernen. Zeit genug dafür hast du ja jetzt.“

Wie geht es nun weiter mit Danni Quee und Yomin Carr?

Es steht ein Schiff auf Helska IV

Ein Schiff, weitab vom Glück.

Auf Yomin Carr drin warten sie

Doch er kehrt nicht zurück.

---------

Note der Autorin: Es handelt sich hier um eine fiktive Begebenheit aus der Zeitlinie des Romans „Die Abtrünningen“ von R.A. Salvatore, dem ersten Teil der Buchreihe „Das Erbe der Jedi-Ritter“, vom Jahr 2000 in der deutschen Erstausgabe.

Der Korrektheit halber sei angemerkt, dass sich Yomin Carr während des gesamten Buches auf Belkadan aufgehalten hat, weil er von Präfekt Da'Gara die explizite Anweisung erhalten hatte, der Basis auf Helska IV fernzubleiben, vielleicht, um genau solche peinlichen Szenen wie in diesem Oneshot zu vermeiden. ;)

Yomin Carr ist also zwischenzeitlich weder zu seinem Weltschiff zurückgekehrt, noch sah er Danni Quee wieder.

Yun-Yammka ist der Kriegsgott der Yuuzhan Vong, auch genannt „Der Schlächter“.

Der Vierzeiler zum Schluss ist natürlich eine Abwandlung des Anfangs von „Es steht ein Haus auf New Orleans“, Songtext von Manfred Krug.
Review schreiben