Für immer zusammen

OneshotDrama, Schmerz/Trost / P18
Bert Alfred Mary Poppins
02.02.2019
02.02.2019
1
1966
 
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Wieder eine neue Story von mir hehe
Liegt daran, dass ich sehr schnell inspiriert werde. Hab ohne Witz bestimmt noch gute 10 weitere Ideen für Fan Fiktions..
Diesmal wurde ich von den Liedern „Sweet Dreams“ von Beyoncé und „He Lives In You“ von Lebo M. inspiriert haha

Habe die Story glaub im September oder so geschrieben: also nicht wundern, wenn mein Schreibstil etwas anders ist haha

Achtung diese Story wird nicht so glücklich wie meine vorherigen Mary Poppins Stories!


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28. Januar 1926

Bert saß allein auf dem Dach des Hauses in dem er wohnte.
Es war eine klare, aber auch kühle Nacht. Die Sterne funkelten um die Wette doch nur einer strahlte heller als alle anderen.
Eine Brise wehte und zerzauste sein angerautes Haar. Unbewusst zog er seinen Mantel enger und versteckte sein Gesicht in einem, um genau zu sein ihrem Schal. Und dieser roch nach all der Zeit immer noch nach ihr.

So verharrte er eine gefühlte Ewigkeit und blickte erst auf, als die Kirchenglocken zwölf schlugen.
Es war nun der 29. Januar- ein Tag, der sein Leben komplett veränderte.
An diesem Tag vor 14 Jahren bekam sein Leben eine Bereicherung, die jedoch mit etwas bezahlt wurde, was er niemals loslassen wollte.

14 Jahre ist es nun her, als er das letzte Mal ihr Lächeln sah. 14 Jahre ist es nun her, wo er ein letztes Mal „ich liebe dich“ sagte. 14 Jahre ist es nun her in der er das letzte Mal in ihre Augen sah. 14 Jahre ist es nun her, wo er sie das letzte Mal sah.
Tränen sammelten sich in seinen Augen und er schaute zu dem hellsten Stern am Himmel.

„Ich vermisse dich“, murmelte er.

Eine erneute Brise kam auf. Diese war jedoch nicht kalt sondern angenehm warm. Sie wirbelte einige Blätter auf und wehte diese zu dem Fenster seines Nachbarzimmers.
Er wusste genau, was das heißen soll. Und er wusste, dass sie es ihm sagte.

„Du hast recht…“

Er verlies das Dach und ging zurück in seine kleine Wohnung, in der er seit knapp 14 1/2 Jahren lebte.
Sein Weg führte ihn zu dem Zimmer neben seinem.
Langsam öffnete er die Tür, um sie nicht zu wecken. Ein Lächeln schlich sich auf seine Lippen, als er ein leichtes Schnarchen hörte.
Das fahle Licht viel auf ihr friedliches Gesicht; Sie sah sorgenfrei aus, doch er wusste, dass diese entspannte Mimik nicht mehr lange halten würde. Für sie war es genauso ein Trauertag wie für ihn.
Und beide fühlten sich für den Anlass der Trauer schuldig.

„Alles Gute zum Geburtstag“, flüsterte er, bevor er die Tür wieder schloss.


Um 3 Uhr morgens erwachte er mit einem leisen Schrei. Er hatte wieder den Albtraum, der ihn seit Jahren plagte. Doch waren es wirklich Albträume? Albträume sind schlimm, und sie war alles andere als das! Aber die leeren, kalten Augen, waren das Schlimmste, was er je gesehen hatte.

Sie war ein süßer Traum aber auch ein wunderschöner Albtraum.

„Dad?“, kam es zaghaft von der Tür.

„Alles in Ordnung, Emily“

„Du hattest wieder einen Albtraum, stimmt?“, auch wenn sie den typischen cockney Akzent hatte, klang sie wie ein Engel.

Bert wusste, dass er nichts vor ihr verheimlichen konnte und nickte. Sie war einfach zu sehr wie ihre Mutter. Mit einem traurigen Lächeln kam sie in das Zimmer und setzte sich an das Fußende des Bettes.

„Ich kann verstehen, dass du sie vermisst…“, sie knetete ihre Finger, „ich tu es komischerweise auch…“

Bert rückte näher und legte einen Arm um die Schulter seiner Tochter.

„Sie ist immerhin deine Mutter.“

„Es tut mir leid…“

„Wie oft denn noch? Es war nicht deine Schuld, Emily! Hör bitte auf dich immer schlecht zu machen.“

Er wusste, dass er dies genauso gut einer Wand hätte sagen können. So wie sie sich die Vorwürfe machte, machte er sie sich auch.
Auch wenn es ihm weh und leid tat, konnte er nicht dementieren, dass er jedes Mal an den Tag erinnert wurde, wenn er in das Gesicht seiner Tochter blickte.

Emily war das Spiegelbild ihrer Mutter: braune Haare, wunderschöne saphirblaue Augen, Lippen so rot wie Blut. Und nicht zu vergessen: ihr unvergleichlicher Gesang, bei dem selbst die Vögel verstummen.
Lediglich ihr cockney Akzent und ein Teil ihres Charakters kamen von ihrem Vater.

„Komm geh schlafen… Morgen sieht die Welt schon wieder ganz anders aus“, meinte Bert liebevoll.

„Du meinst übermorgen“

„Emily…“

Sie zögerte und es dauerte nicht lang, bis sie anfing zu weinen. Auch Bert konnte seine Tränen nicht lange zurückhalten und so verharrten sie in einer traurigen Umarmung. Sie vermissten sie.

Sie, Mary Poppins, war tot.

Bert erinnert sich an den 29. Januar 1912 als wäre es gestern gewesen:
Mary, die er im Jahr 1911 in kleinem Kreise geheiratet hatte, war schwanger. Beide waren von der Nachricht überrascht aber freuten sich dennoch ungemein auf dieses Kind. Auf ihr Kind.
Die Schwangerschaft verlief nahezu beschwerdelos- Mary hatte nicht mal die typische Übelkeit am Anfang der Schwangerschaft.
Als Mary etwa die Hälfte hinter sich hatte, zogen sie in eine größere Wohnung und richteten liebevoll das Kinderzimmer ein.
Doch dann kam der Schicksalhafte Tag:

„Bert…“

Er drückte ihre Hand: „Ich bin da!“

„Ich… ich packe das nicht.“

Sorgenfalten traten auf seiner Stirn hervor und er zwang sich ein Lächeln auf- dieses wirkte jedoch gequält.

„Natürlich packst du das! Du bist immerhin Mary Poppins die-“

„Nein, Bert…“

Eine erneute Wehe unterbrach sie und ihr Ehemann sah, wie sie immer schwächer und schwächer wurde. Er nahm gar nicht wahr, was der Arzt und die Hebamme sprachen, da er zu sehr auf seine Frau fixiert war.
Auch wenn er es nicht wahrhaben wollte, sagte ihm eine unterbewusste Stimme, dass Mary recht hatte und dies seine letzten Minuten mit der Liebe seines Lebens waren. Mit tränenerfüllten Augen küsste er ihr Haar.

„Ich liebe dich, Mary“

Er schloss die Augen und küsste sie auf die Stirn. So verharrte er einen Moment.

„Ich liebe dich so sehr, mein Engel…“

Ein Schrei lies ihn aufblicken und ein Stein fiel ihm von Herzen- sein Kind lebt!
Oh was für eine Angst hatten die Beiden, dass etwas schief geht. Sie hatten nämlich ein komisches Gefühl.

Strahlend schaute Bert seine Frau an und sah Erleichterung auf ihrem erschöpften Gesicht. Ihr Lächeln erhellte den Raum und Bert war so glücklich und stolz wie noch nie. Doch dieses Glück sollte nicht lange weilen.
Die Hebamme kam auf ihn zu und Mary nickte Bert zu.
Mit einem breiten Grinsen ging er der Frau entgegen und nahm zum ersten Mal seine kleine Tochter in den Arm. Er verlor sich direkt in den wunderschönen blauen Augen und er erkannte direkt Mary in ihr. Ohne den Blick von dem kleinen Wesen abzuwenden drehte er sich zu Mary um:

„Schau mal wie-…. Mary?“

Ein Schauer lief ihm den Rücken hinunter, als er sie ansah. Ihr Gesicht war farblos, der Mund offen, der Blick leer.

„Mary?“

Der Arzt bekam dies mit und eilte sofort zu der frisch gebackenen Mutter. An Bert ging dies alles vorbei. Er war nur noch eine Hülle seiner selbst. Erst die Worte des Mannes katapultierten ihn zurück in die grausame Gegenwart:

„Es tut mir leid, Mr. Alfred… Aber wir können nichts mehr für ihre Frau tun…“

Sein Herz zerbrach in tausend Teile. Sprachlos lies er sich auf den nahegelegenen Sessel fallen und drückte seine Tochter an sich. Er musste stark sein! Nicht seinetwegen, sondern wegen seiner Tochter.

„Ich lasse ihnen einen Moment…“

Als der Raum leer war, ging er, immer noch im Schockzustand, zu Mary.
Der Arzt hatte ihre Lider geschlossen und es sah so aus, als würde sie schlafen.

Bert konnte es noch immer nicht fassen. Dieser Tag sollte einer der schönsten in seinem- Nein! In ihrem Leben werden. Sie hatten sich nichts sehnlicher gewünscht, eine normale kleine aber glückliche Familie zu sein. Und jetzt? Es kam ihm so vor, dass er das Leben seiner gesunden Tochter mit dem seiner Frau bezahlen musste.


Auch nach Jahren machten sich die Beiden vorwürfe für Mary’s Tod.
Bert fühlte sich schuldig, da er seine Frau geschwängert hatte. Hätten sie nicht miteinander geschlafen, wäre sie nicht schwanger geworden und würde vermutlich noch Leben. Doch dann hätte er niemals eine so wundervolle Tochter bekommen. Emily war einfach ein Engel und er war stolz, dass sie sich so prächtig entwickelt hat.

Emily fühlte sich schlecht, da sie sich, ebenfalls aufgrund ihrer Geburt, für den Tod ihrer Mutter verantwortlich fühlte.

Diese Schuldgefühle endeten immer in einer Diskussion, die aber immer durch den Wind beendet wurden. Manchmal passieren Dinge, die sich beide nicht erklären können und sie sind sich sicher, dass Mary etwas damit zu tun hat.

Meistens sind es nur kleine Hinweise, wenn sie nicht mehr weiter wissen oder an etwas denken sollen. Doch manchmal passieren Sachen, bei denen sie einfach nur Sprachlos sind.
Beispielsweise wäre Bert im letzten Winter fast von einem Dach gefallen- und Emily hatte alles beobachtet:

Bert war an dem verschneiten Dezemberabend wieder als Schornsteinfeger unterwegs und pfiff fröhlich „Chim Chim Cheree“
Wie so oft beobachtete Emily ihren Vater bei seiner Arbeit. Er war ihr absolutes Vorbild und sie wollte später unbedingt so sein wie er. Also lehnte sie an dem Fenster ihres Zimmers und schaute ihm zu.

Alles schien gut, doch gerade als er vom Dach wollte, rutschte er aus und stürzte ab.
Das Mädchen sprang auf und ihr Herz raste.
Er konnte sich noch am Rand des Daches festhalten, doch seine Kraft verlies ihn und er stürzte in die Tiefe.
„Daaad!“, schrie Emily, als sie das Fenster aufriss. Der Schock war ihr ins Gesicht geschrieben.
Doch kurz bevor er auf dem Pflasterstein aufprallte fing ihn eine Windböe ab und lies ihn langsam zu Boden gleiten.

Bert sah entgeistert zu dem Fenster hoch und beide waren sich einig: all die Zufälle und Hinweise waren zweifelsohne von Mary.


Was Emily nicht wusste: ihr Vater war sich sicher, dass Mary in ihrer Tochter, zumindest zu einem gewissen Teil, weiterlebte.
Es lag nicht nur an ihrem Aussehen sondern auch an der Art wie sie sprach. Manchmal hatte sie auch Déjà-Vus und Flashbacks von denen sie keine Ahnung hatte. Auch hatte sie manchmal Vorahnungen, die sich dann wirklich bewahrheiteten.

Während Bert in seinen Gedanken verloren war, ist seine Tochter in seinen Armen eingeschlafen. Mit einem traurigen Lächeln legte er sie auf sein Bett, damit sie wenigstens noch ein paar Stunden Ruhe hatte. „Gute Nacht, Emily…“

Auf leisen Sohlen ging er vom Schlafzimmer in das kleine Wohnzimmer und lies sich mit einem Seufzer auf das Sofa fallen. Durch den Plumps wirbelte er Wind auf und ein kleiner Zettel auf dem Wohnzimmertisch wirbelte kurz auf und schwebte langsam wieder nach unten. Mit hochgezogen Augenbraue nahm Bert den Zettel und faltete diesen auseinander. Doch als er las, was darauf stand, und vor allem wie es da stand blieb ihm die Luft weg. Es war zweifelsohne die Schrift seiner verstorbenen Frau:
„Nicht einmal der Tod kann uns trennen.“

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Sorry...
Habe noch eine Story in der Art. Vielleicht lade ich diese innerhalb der nächsten Tage hoch...


An alle Niemals Allein Leser: Part II Kapitel 4 ist in der Mache 8D