Die Halbe Gesellschaft

von Himalaja
GeschichteFreundschaft / P12
Lucifer Mephisto Pheles OC (Own Character) Rin Okumura Yukio Okumura
01.02.2019
28.05.2020
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08.02.2019 2.682
 
Ich starrte auf den wedelnden Schweif vor meiner Nase, konnte keinen Gedanken mehr fassen, so verwirrt war ich gerade. Spielte mir mein müdes Gehirn einen Streich? Das Mädchen neben mir lupfte eine Augenbraue.

„Es ist unhöflich, anderer Leute Schwanz anzustarren. Obwohl, ihn offen zu tragen gilt ja ebenfalls als unhöflich…“, kommentierte sie und umfasste das Körperteil mit ihrer Hand, hielt mir den Buschel quasi unter die Nase. Ich ruckte rückwärts. „D-Du hast einen Schweif?“, fragte ich verdattert, schon vorhin im Unterricht hatte ich es auf eine Einbildung geschoben. Sie schmunzelte.

„Ich dachte, das wäre dir in Geografie schon aufgefallen. Dass du aber auch ein Nephilim bist, habe ich definitiv nicht falsch gerochen, oder?“, hakte sie nach, mir klappte die Kinnlade runter. „Was soll das denn heißen?“, fragte ich, wusste nicht ganz, was sie meinte. Irritiert war sie jetzt auch. „Ein Nephilim. Ein Halbdämon, teils Mensch, teils Dämon. Ich irre mich doch sonst nicht.“

Ungläubig glotzte ich sie an, bis Kuro mit seiner Kralle an meiner Hose zupfte, um mich aus meiner Starre zu holen. „Sag doch was, Rin!“ Ich schüttelte den Kopf. „Ja, ich hab dämonisches Blut… Aber was bist du denn eigentlich?“ Portia kicherte und beugte sich nach vorne, kraulte ihren Hund hinter den Ohren. Ich betrachtete ihren Schweif für einen Moment genauer. Er war genauso pelzig wie meiner, allerdings war das Fell heller, fast weiß, und er endete er nicht wie meiner in einer zackigen Spitze, sondern bauschte sich am Ende leicht auf, bauschig und weich. Gedankenlos fasste ich danach, das Fell war weich unter meinen Fingern.

Schlagartig puffte die Schweifspitze zu einem fluffigen Ball auf und Portia sprang auf, starrte mich mit hochrotem Gesicht an. „W-Was tust du da?“ Ich lief ebenfalls rot an. Stammelnd entschuldigte ich mich: „Tut mir leid, Mephisto hat mir schon mal gesagt, dass das unhöflich wäre, ich hab nicht nachgedacht.“ Mit einem frustrierten Seufzen sah sie auf mich hinab, verschränkte die Arme vor der Brust, zog einen Flunsch.

„Da denkt man, man hat endlich wieder einen anderen Nephilim gefunden, mit dem man sich abfinden kann und den der Vatikan noch nicht erwischt hat, und dann bekommt man so einen Rüpel mit barbarischen Manieren. Na vielen Dank auch.“, grummelte sie. Ich ließ beschämt den Kopf hängen. „Tut mir leid! Alle dämonische Etikette hab ich von Mephisto und der ist wirklich nicht das Gelbe vom Ei…“ Sie lächelte belustigt.

„Schon gut. Man redet viel über dich in unseren Kreisen. Du hast dein gesamtes Leben in Assiah verbracht. Kein Wunder, dass du keine Manieren hast.“ Wenn sie so lächelte, konnte man die spitzen Eckzähne erkennen. Seltsamerweise beunruhigte es mich kein wenig, dass sie so offen darüber sprach, ein halber Dämon zu sein. Eher war es angenehm, sich so offen zu unterhalten. Aber… „In unseren Kreisen? Heißt das, es gibt…!“, rief ich aufgeregt, die Halbdämonin zischte.

„Nicht so laut! Ja, es gibt noch andere Nephilim, ziemlich viele sogar. Da wir sowohl mit Gehenna als auch mit Assiah unsere Probleme haben, helfen wir uns manchmal gegenseitig aus. Die Solidarität der Ausgeschlossenen, wenn du so willst. Und du bist uns letztens eben etwas aufgefallen, weißt du?“ Sie verzog die Lippen, da ich dreinsah, als hätte sie mir direkt ins Gesicht geschlagen. Schon klar. Seit meiner zweiten Auseinandersetzung mit Suppaimon hatte ich nicht nur den Vatikan an der Backe, nun rannten mir auch noch Dämonen hinterher.

„Jetzt schmoll doch nicht!“, meinte Portia augenrollend. „Das war das Interessanteste, was wir seit der blauen Nacht gesehen haben. Aber ich schätze, wir waren nicht die Einzigen, so, wie du guckst.“ „Warum fragst du? Alle Anderen scheinen doch sowieso immer mehr zu wissen als ich.“, gab ich zu verstehen, nickte aber mit verzogenem Gesicht. „Der Orden hat nach meinem Kampf beschlossen, mich hinzurichten, sollte ich die Exorzistenprüfung nicht in einem Jahr bestehen.“

Das Mädchen schüttelte zischend den Kopf, warf die Hände in die Luft. „Natürlich! Immer auf die Nephilim! Du rettest ihnen den Arsch vor einem der Dämonenkönige und sie stellen dich vor Gericht…“ Ihre klaren, grünen Augen suchten meine, jetzt fielen mir auch die Schlitze in ihren Pupillen auf. Begeistert stand ich auf, grinste. „Endlich versteht mal wer, was ich meine! Ich wollte doch nur helfen, aber weil ich Satans Sohn bin, reden meine Freunde nicht mal mehr mit mir…“

Portia weitete die Augen, ging einige Schritte rückwärts. „D-Du bist der Sohn… des Dämonengottes?“, hauchte sie, ich spürte, wie sich etwas in meiner Brust zusammenzog. Kuro hüpfte mit zusammengekniffenen Augen neben mir auf die Bank, wedelte besorgt mit dem Schwanz. Entgeistert, geschockt starrte ich die Nephilim an, die schließlich nach einigen Sekunden ihre angstvolle Miene fallen ließ und loslachte.

Ihr Hund bellte sie an, sie schüttelte nur grinsend den Kopf. „Tut mir leid, den Scherz mache ich grundsätzlich mit jedem Neuen. Aber dein Gesicht war bisher das Beste!“ „Das war fies!“, regte ich mich auf, Kuro neben mir nickte hastig. „Total mies!“ Portia kicherte immer noch, verbeugte sich aber trotzdem entschuldigend.

„Es ist so selten, dass man sich mal so offen unterhalten kann, da kann man doch auch mal ein wenig lachen, nicht wahr?“, meinte sie, ich verschränkte verärgert die Arme vor der Brust, mein Schweif wedelte unruhig in der Luft. „Aber nicht auf meine Kosten!“ Ihr Hund bellte mich darauf an und flog nach oben, in die Baumkrone, um mich von dort aus zu beobachten. Und ja, er flog, mit ledrigen Flügeln an seinem Rücken, die mir vorher nicht aufgefallen waren.

„Was ist das denn eigentlich?“, fragte ich verdutzt. Portia hob eine Augenbraue. „Das ist ein Babydämon, den ich unter meine Obhut genommen habe. Wenn sie ausgewachsen sind, nennt man sie Höllenhunde. Fehlerzogene Tiere machen oft in Assiah Ärger, deswegen sollten sie nie ohne Betreuer aufwachsen.“ Ich musterte den kleinen Hund interessiert. „Also fast wie mit Kuro.“

„Ich bin über hundert Jahre alt, wenn dann bist du das kleine Kind hier, Rin!“, beschwerte sich der Cait Sith verärgert. Ich schmunzelte. „Schon klar, Kuro. Ich meinte nur, dass der Hund sie so begleitet wie du mich.“ „Nicht ganz.“, ging Portia dazwischen. „Oro wurde mir mehr oder weniger aufgedrückt, von einem Freund, der untertauchen musste, weil man ihn fast geschnappt hätte. Wäre er nicht so etwas wie ein letzter Wunsch gewesen, hätte ich ihn zurückgelassen. Eher eine Bürde als ein Begleiter.“

„So was kann man doch nicht sagen!“, fauchte Kuro. Sie hob eine Augenbraue. „Er ist noch ein Baby. Der versteht kein Wort, wenn er das überhaupt jemals tun wird.“ Ich trat zwischen die Beiden, hob beschwichtigend die Hände. „Jetzt regt euch mal ab, das ist doch kein Thema, um das man sich streiten muss. Aber viel wichtiger…“ Ich richtete meinen Blick auf Portia.

„Was willst du eigentlich von mir?“, fragte ich nach einer kurzen Pause, sie lächelte sanft und wickelte ihre Schwanzspitze um ihren Finger. „Wir Nephilim sollten zusammenhalten, das habe ich doch gesagt. Ganz besonders wir hochrangigen, die sich ihrer Lage mehr als bewusst sind. Und wir wollen dich fragen, ob du Hilfe brauchst.“ Überrascht hob ich die Augenbrauen.

„Hilfe? Wieso solltet ihr mir helfen wollen?“ „In der Halben Gesellschaft wird einem jeden von uns geholfen, der unsere Hilfe braucht. Zögere nicht, dich an mich zu wenden, wenn du etwas benötigst. Wir stehen zu dir, egal, worum es geht. Ganz ohne Gegenleistung, auch wenn wir natürlich immer darauf hoffen, dass man sich solidarisch zeigt.“, erklärte sie simpel, ich konnte immer noch nicht ganz fassen, dass sie sich ohne zu fragen auf meine Seite schlugen. Dabei dachte ich bisher immer, es gäbe nur Assiah oder Gehenna, doch anscheinend gab es auch ein Dazwischen. Sie. Uns.

„Ich muss jetzt zurück ins Wohnheim, bevor irgendwer aufsteht. Wir haben morgen zusammen Mathe, da kannst du mir dann mitteilen, ob du unsere Hilfe brauchen könntest. Obwohl ich mir da ziemlich sicher bin.“, verabschiedete sie sich grinsend, ihr Dämonenhund tappte ihr hechelnd hinterher, während ich mich noch fragte, ob sie tatsächlich meine Chance war, es Shura und dem Vatikan zu beweisen.



Viel zu früh am Morgen wälzte ich mich wieder aus dem Bett. Die lange nächtliche Unterhaltung war doch ermüdender gewesen als gedacht… oder war das doch ein Traum gewesen? Mit grimmiger Morgenmiene stand ich im Bad und sah zu Kuro, der sich auf dem Toilettendeckel zusammengerollt hatte. „War dasch ein Traum?“, nuschelte ich mit dem Schaum im Mund. Der Kater hob den Kopf. „Meinst du das Nephilimmädchen und ihren Höllenhund? Nein, Rin, das war echt.“, gähnte Kuro nur, ich nickte. Sie wollte also heute noch ihre Antwort.

Seufzend spuckte ich aus und spülte nach lehnte mich über das Waschbecken. Im Spiegel konnte ich genau meinen Schwanz hinter mir sehen, die spitzen Zähne, die ich mit Mephistos Hilfe verbarg – kleine, unscheinbare Abdeckungen – und meine ungewöhnlich geformten Ohren. Ich war durch und durch ein Halbdämon, das konnte niemand bezweifeln. Aber ob ich, nur, weil ihr Angebot sehr selbstlos klang, mitmachen sollte? Was, wenn das endete wie mit Mephisto und Mephyland?

„Du siehst erschreckend nachdenklich aus.“, gab Yukio überraschend zu verstehen, als er frisch kalt geduscht aus dem Nebenraum kam. Ich schrak auf, als hätte er meine Gedanken gerade lesen können. Unwillkürlich hing mein Schweif nach unten – wenn Yukio spitzkriegte, dass ich überhaupt darüber nachdachte, mit anderen Dämonen gemeinsame Sache zu machen, würde er das sicherlich melden.

„Die Schule ist gerade wirklich anstrengend und…“ Ich zögerte. Mein kleiner Bruder gab ein Seufzen von sich und schmiss sich in Uniform. „Ist es wegen der Anderen?“, fragte er nur, verzog minimal das Gesicht. „Ich würde jetzt gerne sagen, ich hätte dich nicht gewarnt, was deine Identität angeht, aber genauer gesagt habe nicht nur ich, sondern auch Shura, Vater und sogar Mephisto das vorausgesehen. Es wird wohl eine Weile dauern, bis deine Klassenkameraden das irgendwie akzeptiert haben.“

Es lief mir kalt den Rücken hinunter. Er klang unglaublich rational bei dieser Feststellung. Als stände wirklich nur mein Platz in der Klasse und nicht mein ganzes Leben auf dem Spiel. Ich konnte immer noch nicht wirklich glauben, dass er mir wirklich vorspielte, mich wie jeden anderen bösartigen Dämon auszulöschen, sollte ich mich den Forderungen des Vatikans querstellen. Ein unglaublicher Ärger wallte in mir auf, als er das Bad verließ, ohne ein weiteres Wort.

Fluchend zog ich mir die Uniform über und tarnte meine dämonischen Merkmale. Vielleicht hatte diese Portia wirklich recht und ich sollte mir anderweitig Unterstützung suchen. Diese Halbe Gesellschaft, eingequetscht zwischen Assiah und Gehenna, hatte sicherlich nichts dagegen, dass ich meinem leiblichen Vater in den Arsch treten wollte. Kuro teilte mir nur kurz mit, dass er heute etwas anderes vorhatte, bevor ich mich aus dem Staub machte. Ich grinste bei der Vorstellung, dass er vielleicht eine niedliche, dämonische Katzendame gefunden hatte.



Ich kam genau zwei Minuten vor dem Unterricht im Klassenraum der regulären High School an und war stolz auf mich, dass ich pünktlich war, ausnahmsweise. Ich warf mein Schwert und meinen Rucksack neben meinen Schreibtisch und lümmelte mich auf meinen Stuhl. Auf einmal hielt ich inne. Sie saß vor mir und hatte amüsiert die Augenbrauen gehoben, anscheinend starrte sie mich schon eine ganze Weile an.

„Guten Morgen.“, brachte ich schließlich hervor, Portia schüttelte lächelnd den Kopf und wandte sich ab. „Nach der Stunde können wir reden, Rin.“, flüsterte sie mir über die Schulter zu und wandte sich dann dem Lehrer zu, der mein absolutes Hassfach unterrichtete. Mathematik, die menschengemachte Erklärung der Welt, die angesichts mancher Dämonen nicht mehr den geringsten Sinn machte. Also wirklich, warum durfte so ein Unsinn hier überhaupt noch unterrichtet werden? Das Mädchen vor mir tat jedenfalls wieder furchtbar interessiert, dabei musste sie das doch auch wissen. Vielleicht war es einfach ihre Art, vielleicht auch nur ein Spiel.

Ich war jedenfalls noch nie so hibbelig gewesen im normalen Unterricht. Danach hatte ich noch eine Freistunde, Portia vermutlich genauso, und ich konnte kaum erwarten, weiter mit meiner neuen Artgenossin zu reden. Ich wollte unbedingt mehr über diese Halbe Gesellschaft erfahren, konnte kaum fassen, dass es scheinbar so viele Halbdämonen gab, denen es wie mir erging. Noch andere litten unter der Doktrin des Vatikans und dem Druck Gehennas!

Als die Stunde endlich für beendet erklärt war, stopfte ich mein Zeug in meinen Rucksack und nahm Kurikara, verzog mich auf den Balkon, der die Klassenräume dieser Eliteschule umlief. Viele Schüler verbrachten an sonnigen Tagen hier die Pausen, der Himmel heute war allerdings eher trüb grau. Alles, was hier noch strahlte, war gerade mein ungeduldiges Lächeln.

„Mannomann, du explodierst gleich, so wie du guckst, Kleiner.“ Ich sah auf, Portia hatte ihre Tasche vorsichtig neben meiner abgestellt. Ihre Mundwinkel wanderten nach oben, als sie sich neben mir in einem der teuren Korbstühle niederließ und züchtig die Hände im Schoß faltete.

„Wieso Kleiner?“, murmelte ich, etwas irritiert. Ich war gut einen Kopf größer als sie! „Wie alt bist du? Fünfzehn, sechzehn?“, gab sie von sich, schmunzelte. „Für unsere Verhältnisse bist du noch ein Kind, Rin. Deswegen Kleiner.“ Mit großen Augen sah ich sie an, den Kopf leicht schräg gelegt. „Und wie alt bist du dann?“ „Das fragt man eine Dame nicht!“, murrte sie errötend. „Älter als du jedenfalls.“

Ich tat die Frage mit einem Nicken ab, mittlerweile beschäftigten meine anderen Fragen mich mehr. „Wie viele gibt es eigentlich von uns? Und warum nennt ihr euch die Halbe Gesellschaft?“ Sie überlegte kurz, spielte mit einer Haarsträhne, wie sie es in der vorigen Nacht mit ihrer Schwanzspitze getan hatte. „Hier in der Schule knapp ein Dutzend, unter Schülern, Lehrern und dem Personal. Unten in der Stadt bestimmt nochmal doppelt so viele, nachgezählt haben wir nie. Warum auch. Und uns die Halbe Gesellschaft zu nennen, ist zum einen ein recht treffender Name, zum anderen leben wir sowieso alle unter dem Schirm, und diesen Namen kann man auch beiläufig in einer Konversation benutzen, ohne dass gleich alle den Braten riechen.“

Erstaunt sah ich sie an. „Ihr habt das echt gut durchdacht. Und der Orden weiß nichts davon?“ Sie nickte. „Wir hatten lange Zeit, es zu durchdenken. Wir Nephilim hatten schon seit Urzeiten unsere Probleme in beiden Welten, es dauerte Jahrhunderte, bis wir uns zu diesem losen Bund zusammenfanden. Und was den Orden angeht, hoffe ich, dass ich dir vertrauen kann, dass es auch so bleibt. Sollte sich nur einer verplappern, stehen all unsere Leben auf dem Spiel, und ich habe keine Lust, wieder zu fliehen.“

Daran, wie sie bitter das Gesicht verzog, merkte ich, dass es ihr voller Ernst war. Ich fragte mich, was sie wohl schon erlebt haben musste, denn wenn sie so von dem Schicksal der Halbdämonen sprach, merkte man, dass sie es am eigenen Leib gespürt haben musste. Vielleicht war mein Los doch nicht so schlimm, immerhin konnte ich fast wie ein normaler Mensch leben…

„Zurück zur eigentlichen Frage. Du brauchst unsere Hilfe, oder? Sonst wärst du nicht hier.“, wechselte sie das Thema. Ich zuckte leicht zusammen, spürte, wie meine Ohren rot wurden. Wirklich darüber nachgedacht hatte ich nicht, viel mehr hatte mich interessiert, wie es anderen erging. „Nun…“, begann ich zögerlich. „Von den Auflagen, die man mir gestellt hat, habe ich ja erzählt. Man will außerdem, dass ich meine Flammen unter Kontrolle bringe. Ich hatte da so meine Probleme, wie du weißt…“

„Du kannst deine Kräfte nicht kontrollieren?“, fragte sie verwundert. „Das lernt man doch normalerweise schon als Kleinkind.“ „Vater Fujimoto hatte sie irgendwie in diesem Schwert verschlossen.“, gab ich zu. „Bis zu seinem Tod wusste ich nicht einmal davon, deswegen kann ich sie auch nicht kontrollieren.“ Sie überlegte, strich sich über die ordentlich geflochtenen, hellbraunen Haare.

„Wäre es eine andere Anfrage, hätte ich dir einen guten Lehrer empfehlen können, ginge es nur um die Nachhilfe im normalen Unterricht. Aber die Kräfte des Dämonengottes zu kontrollieren…“ Sie schüttelte den Kopf, lächelte mich schief an. „Ich würde glatt sagen, dass wir demnächst wohl zusammen einige Zeit verbringen werden, denn ich kann dir dabei wohl am Ehesten helfen.“

„Hä?“, fragte ich verdutzt. „Wieso du? Bist du etwa auch ein Feuerdämon oder so?“ „Hilfe, nein!“, lachte sie belustigt. „Mich einzuordnen, ist etwas… schwierig. Vielleicht erzähle ich es dir irgendwann. Nur sind unsere Kräfte sich ähnlich, zumindest von den Ausmaßen her. Ich kann dir wahrscheinlich helfen, warte nur ab. Wir treffen uns heute Abend im großen Trainingsraum im Exorzistenkolleg, nein, um Mitternacht, sagen wir. Bis dann!“
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