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Ten-Eighteen, Dom.

von Ririchiyo
KurzgeschichteFreundschaft, Schmerz/Trost / P6
Jack Reacher
01.02.2019
01.02.2019
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AN: Es handelt sich hierbei um einen Beitrag zu der Challenge: „1 Beginn, 1 Ende, 1 Wort“ bei der ein vorgegebenes Wort im ersten und letzten Satz eines mindestens 200 Worte langen Textes vorkommen muss, ohne dass die Sätze identisch sind. Ich hatte diesmal Wort Nummer 76 „Atem“ und das hier ist daraus geworden.
Außerdem zur Erklärung des Titels: 10-18 ist ein Radio-Code der Militärpolizei und heißt „Auftrag abgeschlossen“, Dom ist eine ehemalige Kollegin von Reacher. (Der Text ist ohne entsprechendes Vorwissen außerdem schwer zu verstehen, wie ich erfahren habe, aber ich hoffe es ist trotzdem okay.)
Und jetzt viel Spaß! :)



Ten-Eighteen, Dom.


Der Atem, der seine Lungen füllt, ist kalt. Die Luft um ihn herum klar. Es ist ein seltsam erfrischendes Gefühl. Und wenn er es ganz genau nimmt, dann ist es das erste Mal seit er die Sache mit Quinn zu Ende gebracht hat, dass er wirklich Luft holen kann. Dass er durchatmen kann. Dass er sich keine Gedanken darüber machen muss, was sein nächster Schritt sein wird. Das erste mal seit knapp zwei Wochen, dass sein Kopf wieder frei ist, und er einfach den Moment leben kann. Keine Schuldgefühle, keine Zweifel, keine ungeklärten Fragen … zumindest keine wichtigen.
Es ist einfach, jetzt wo er das Hotelzimmer hinter sich zurückgelassen hat, und wo er wieder unterwegs ist. All das verschwimmt bereits, und hat keine Bedeutung mehr für ihn. Weder der Junge, noch seine Mutter, noch was aus seinem Vater geworden ist. Alles was zählt, ist dass Quinn jetzt endlich aus dem Weg geräumt ist. Dass es endlich vorbei ist. Und dass Dom jetzt hoffentlich endlich in Frieden ruhen kann. Dass er seinen Fehler von vor zehn Jahren endlich hat berichtigen können.
Er holt erneut tief Luft, während er auf der I-95 in ein gemäßigtes Schritttempo verfällt. Die kühle Morgenluft um ihn herum langsam wärmer werdend, während er sich einfach nur darauf zu konzentrieren beginnt, einen Fuß vor den anderen zu setzen, so wie er es sonst auch immer tut, fällt ihm das Atmen mit jedem Schritt leichter. Mit jedem Schritt fühlt er sich, als würde eine unsichtbare Last von seinen Schultern genommen, von der er gar nicht gewusst hat, dass sie sich in den letzten zehn Jahren darauf niedergelassen hat.
Zum ersten Mal seit zwei Wochen kann er wieder frei Atmen.
Und zum ersten Mal seit zehn Jahren hat er es sich auch verdient, dass ihm das Atmen wieder so leicht fällt.
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