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Ein ganz normales Jahr

DrabbleAllgemein / P12 / Gen
31.01.2019
31.12.2019
12
41.048
 
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31.01.2019 3.504
 
MiN Drabble Projekt: Januar

Disclaimer: Natürlich gehören die Charaktere der Serie nicht mir. Ihren Erfindern sei Dank existieren diese tollen Figuren. Ich leihe sie mir nur für diese Drabbles aus.

A/N: Hallo~ Ich habe das schöne Projekt "Tägliches Gedrabble" (https://forum.fanfiktion.de/t/19879/10) gefunden und mir gedacht, dass das schon ne ziemlich coole Idee ist. Also will ich gleich mal was in meinem neuen Lieblingsfandom schreiben (welches ich echt liebe und verehre XD). Es gibt jeden Monat ein neues Kapitel. Also viel Spaß mit dem Januar!

1. Januar: Frohes neues Jahr

"Frohes neues Jahr."
Finn warf einen Blick zu Lars, der neben ihm stand und gen Himmel blickte, den leuchtenden Streifen nachschaute, die in den buntesten Farben die Nacht erhellten.
Kiesewetter musste lächeln. Nie hätte er gedacht, dass die Beziehung sich einmal so verbessern würde. Inzwischen waren sie gute Kollegen... sogar echte Freunde. Und Finn wusste, dass er diese Freundschaft nie mehr missen wollte.
Lars' Blick glitt vom Feuerwerk zu seinem Partner und er erwiderte das Lächeln.
'Wirklich... nie!', dachte Finn. Sie hatten schon viel zusammen erlebt. Und hoffentlich würde dieses Jahr sie weiter zusammenschweißen und ihre Freundschaft noch mehr stärken.

2. Januar: Horror

Die Botschaft traf ihn wie ein harter Schlag ins Gesicht. Es war sein schlimmster Albtraum, der größte Horror!
Finn wurde übel als man ihm die Botschaft am Telefon mitteilte. Er musste sich an den Tisch im Büro setzen.
Als Lars seinen blassen Kollegen entdeckte, musterte er ihn besorgt. Er ahnte, dass etwas Schreckliches geschehen sein musste.
"So schlimm?", fragte er und Finn beendete das Telefonat, nickte und schluckte den großen Kloß in seinem Hals runter.
"Finn... Es... tut mir so Leid."
Englen legte seinem Kollegen tröstend eine Hand auf die Schulter.
"Sie... ist nicht mehr zu reparieren."
Sein armes Motorrad!

3. Januar: Sonderangebot

"Ich habe da etwas für dich gefunden."
Lächelnd betrat Lars den Raum, in der Hand ein Blatt Papier.
Finn grummelte nur ein genervtes 'Und was?', während er weiterhin in die Fallakte schaute. Noch immer konnte er nicht glauben, dass sein geliebtes Motorrad aufgrund eines Motorschadens auf den Schrottplatz umziehen musste.
Direkt vor seine Nase legte Englen das Papierstück und Finns Augen weiteten sich überrascht.
Das Bild eines wunderschönen Motorrads! Es sah genauso aus wie seine kaputte Maschine.
"Ist ein Sonderangebot."
Kiesewetter blickte auf, in das Gesicht seines zufrieden grinsenden Kollegens.
"Wie-"
"Sagen wir so... Ich habe da so meine Connections."

4. Januar: Wie Zähne ziehen

Es fühlte sich so schmerzhaft an wie Zähne ziehen. Aber Finn biss besagte Zähne zusammen und übergab dem Schrottplatzbesitzer schweren Herzens seine Maschine. Es fiel ihm schwer sich von dem treuen Gefährt zu trennen. So viele Fahrten hatten sie unternommen, so viele Plätze gesehen. Und obwohl er bereits ein neues Motorrad im Auge hatte, würde es doch nie das Selbe sein.
'Zeit, Abschied zu nehmen.'
Traurig, jedoch sanft lächelnd klopfte Finn ein letztes Mal auf den Sitz seines alten Motorrads. Er würde die Fahrten mit ihm vermissen, aber er war bereit loszulassen. Es war ein neues Jahr - ein neuer Anfang.

5. Januar: Drachen steigen lassen

"Ich kann einfach nicht basteln!", rief Lars verzweifelt und genervt aus und Finn lukte um die Ecke in das Büro seines Kollegen, hob fragend die Augenbrauen. Sein Blick fiel auf den Schreibtisch, auf dem in einem völligen Durcheinander buntes Papier und Stöcke lagen.
"Was... soll das werden?"
Lars schaute hoch und seufzte.
"Meine Töchter möchten diesen Frühling mit mir Drachen steigen lassen... Und ich... wollte etwas Selbstgebautes."
Er schaute hinab auf das Chaos.
"Aber du siehst ja was bei meinen Bastelversuchen entsteht."
Kiesewetter setzte sich zu Englen und nahm ein Stück Papier in die Hand.
"Na dann mal los."
Teamarbeit!

6. Januar: Morgenmuffel

"Ich kann nichts dafür, dass du die ganze Nacht nicht schlafen konntest, klar?"
Als er diesen Satz von Lars hörte, bereute Finn sofort seine gereizte Reaktion auf dessen Fragen bezüglich des Falls. Er war eigentlich nicht der Typ 'Morgenmuffel', aber in dieser Nacht hatte ihm die Party seiner Nachbarn wirklich den Schlaf und damit den letzten Nerv geraubt.
"Tut mir Leid.", entschuldigte er sich, während er sich durch das müde Gesicht wischte. Er brauchte unbedingt Schlaf! Aber erst mussten sie den Verdächtigen befragen.
Lars seufzte leicht, aber nicht böse oder genervt und setzte dann ein Lächeln auf.
"Ist schon okay."

7. Januar: Nachgeben

"Okay! Du hast recht, Finn Kiesewetter. Du hast recht."
Endlich hatte Finn Lars dazu bewegt nachzugeben. Triumphierend grinste er als Englen den Wagen bei der nächsten Gelegenheit wendete und in die Richtung des Hauses fuhr, in dem Kiesewetter den Täter vermutete. Seine Argumente über den Tathergang und die darauf folgende Flucht, hatten Lars endlich überzeugt. Den ganzen Tag hatte er seinem Kollegen damit in den Ohren gelegen und nun hatte er die Debatte gewonnen. Das wunderbare Gefühl des Sieges erfüllte Finn und er wusste, dass sein Bauchgefühl wie öfters recht behalten würde. Und damit könnte er Lars noch lange aufziehen.

8. Januar: Ich will mehr!

"Komm schon! Ich will mehr!"
Finn bettelte förmlich darum, dass sie  noch nicht gehen mussten. Aber Lars schüttelte nur mit dem Kopf, zog seinen Partner am Ärmel der Jacke mit sich.
"Finn... Du hattest mehr als genug.", erwiderte er, aber Kiesewetter riss seinen Arm los und warf erneut Geld in den Kaffeeautomaten, drückte einen Knopf.
"Lars, dieser neue Kaffeeautomat ist ein Heiligtum! Erstens... er funktioniert. Zweitens... der Kaffee schmeckt perfekt. Und drittens... alle Getränke kosten weniger."
Lars verdrehte die Augen und verschränkte die Arme.
"Erwähnte ich schon, dass er funktioniert?", wiederholte Finn sich und Englen lachte nur, halb seufzend, auf.

9. Januar: Mysteriös

"Es ist schon ziemlich mysteriös.", murmelte der Dienstälteste Schroeter vor sich hin als Kiesewetter und Englen das Büro betraten.
"Was ist mysteriös?", fragte Finn, legte seine Jacke auf einen Stuhl.
"Naja... In letzter Zeit verschwinden hier immer Dinge. Sehr gruselig. Und da habe ich mich mal über übernatürliche Phänomene informiert."
Lars hob zweifelnd die Augenbrauen.
"Übernatürliche Phänomene?"
Schroeter nickte. Er schien sehr überzeugt von seiner Theorie.
"Und... Was verschwindet so?", fragte Finn.
"Hauptsächlich die Akten, die ich sonst auf meinem Schreibtisch sammle."
"Na das Mysterium kann ich aufklären.", ertönte Ninas lachende Stimme aus der Asservatenkammer.
"Ich hab' aufgeräumt."
Mysterium gelöst!

10. Januar: Jemand muss es tun...

Er wollte es nicht. Und er wusste, dass Lars das genauso wenig tat. Aber jemand musste es tun. Also drückte Finn auf die Klingel und wartete darauf, dass jemand die Tür öffnete. Wieso mussten immer sie diese schreckliche Aufgabe übernehmen? Das war einfach nicht fair. Es vergingen qualvolle Sekunden, die ihm länger vorkamen als natürlich, aber letztendlich ging die Tür auf.
Finn zeigte seinen Ausweis, versuchte dem Blick seines Gegenübers standzuhalten.
"Frau Lenke? Kripo Lübeck, Finn Kiesewetter mein Name. Das ist mein Kollege Lars Englen. Wir... haben leider keine guten Nachrichten."
Wie sehr er diesen Teil ihres Jobs doch hasste.

11. Januar: Nachteule

"Finn, wir beide gehen jetzt nach Hause."
Lars versuchte seinen Kollegen zum Aufstehen zu bewegen, aber dieser tippte nur weiter auf der Tastatur.
"Du kannst ja gehen, aber ich will erst die Überwachungsvideos überprüfen.", protestierte er, ohne den Blick vom Computerbildschirm abzuwenden. Er war nunmal eine Nachteule, wenn es um die Arbeit und die Lösung eines Falles ging. Und er hasste es, wenn er Arbeit unvollendet zurücklassen sollte.
Lars seufzte nachgebend und nickte dann verstehend.
"Dann hol' ich mal den Rotwein."
Finn hatte zwar geahnt, dass Lars ihn hier nicht alleine lassen würde, aber diese Bestätigung brachte ihn zum Lächeln.

12. Januar: Dickicht

"Warte doch auf mich.", zischte Lars Finn zu, der sich bereits durch das Dickicht gekämpft hatte und jetzt auf der Wiese im Wald, dem Tatort, stand. Während es Kiesewetter anscheinend ziemlich leicht gefallen war die Barriere zu passieren, hatte Englen einige Schwierigkeiten. Sein Fuß hatte sich in einer Wurzel auf dem Boden verfangen und er blieb immer wieder an einzelnen Ästen hängen.
Er stolperte beim Versuch seinen Fuß zu befreien und fiel vorwärts. Glücklicherweise stand Finn direkt vor dem Dickicht und fing ihn auf.
Peinlich berührt, weil er von ihm gerettet wurde, richtete Lars sich auf und murmelte leise: "Danke."

13. Januar: Flackerndes Kerzenlicht

Finn starrte nachdenklich auf das flackernde Kerzenlicht, welches sein neues Wohnzimmer erhellte. War es ein Fehler gewesen sich eine eigene Wohnung gesucht zu haben? Hätte er vielleicht doch wieder zu seinen Tanten ziehen sollen? Er nahm einen Schluck des Tees, den sie ihm zum Einzug geschenkt hatten. Sie waren zwar schon nicht überzeugt gewesen von seinem Haus an der Klippe, aber auch jetzt hatten sie nichts dazu gesagt, dass er weiterhin alleine wohnen wollte.
Sie respektierten seine Entscheidung. Aber... er musste zugeben, dass er das Zusammenleben mit seinen Tanten Ria und Toni sehr vermisste. Familie war ihm eben sehr wichtig.

14. Januar: Knirschen

Angespannt knirschte Finn mit den Zähnen, während er das Verhör beobachtete, welches Weiss und Zobel mit dem Verdächtigen führten. Wie gerne säße er jetzt selbst in diesem Raum, den Kerl ausquetschend. Aber Staatsanwältin Zobel hatte es ihm verboten.
'Sie können Ihre Gefühle nicht kontrollieren, Herr Kiesewetter.'
Das hatte sie ihm vorgeworfen. Und er wusste, dass sie irgendwo recht hatte.
Aber dieser Mann, der Täter im Fall Lenke, hatte versucht seinen Partner zu überfahren! Wie sollte Finn seine Gefühle da bitte kontrollieren?!
Gerade noch rechtzeitig hatte Kiesewetter Englen zur Seite stoßen können.
"Wirklich alles okay?"
Finn schaute zu Lars, welcher nickte.

15. Januar: Teppich

"Frau Zobel hat einen neuen Teppich in ihrem Büro und ich hoffe mal, dass du ihn nicht so kritisierst wie die Kunstwerke an der Wand.", warnte Lars Finn vor, bevor er an der Tür zu besagtem Büro klopfte.
"Ay, Ay, Captain."
Spaßeshalber salutierte Kiesewetter, während aus dem Raum ein 'Herein' ertönte.
Die Kommissare traten ein und Finn musste sich den Kommentar, der aus seinem Mund zu drohen kam, wirklich verkneifen.
Auf dem Boden lag ein riesiger schneeweißer Teppich, der mit schwarzen Farbklecksen übersäht war. Es sah aus wie eines dieser Testbilder der Psychoanalytiker.
"Ein... sehr hübscher Teppich, Frau Zobel."
Lüge!

16. Januar: Lang und kurz

Wieso musste man auf kurze, wichtige Nachrichten so lange warten? Diese Frage stellte Finn sich immer wieder.
Er beobachtete wie Lars unruhig hin- und herlief, auf die Ortung des Handys des gesuchten Täters wartend.
Es konnte doch nicht so lange dauern! Die Zeit drängte, denn das Handy könnte jeden Moment ausgeschaltet werden.
Die Minuten schienen so langsam zu vergehen, dass Finn dachte, dass er in einer Art Zeitlupe gefangen war.
Dann endlich:
"Gut, ich weiß wo das ist. Danke, Frau Weiss."
Sofort stiegen die beiden Ermittler in ihren Wagen, starteten den Motor und fuhren los. Zeit, den Täter zu schnappen.

17. Januar: Im Wechselbad der Gefühle

Angst, die sich mit Wut und Adrenalin vermischte, ließ Finn kalten Schweiß über die Stirn laufen. Er wusste, dass er jeden Moment sein Leben verlieren könnte, starrte in den Lauf der Pistole, die auf seine Stirn gerichtet war. Langsam lösten sich die Finger von seiner eigenen Waffe und er ließ sie fallen, hob die Hände.
Wie hatte er nur in so eine missliche Lage kommen können? Er seufzte.
Der Täter hatte ihn einfach überrascht. Anders konnte er es nicht sagen.
"Runter mit der Waffe!"
Finn atmete erleichtert aus, als er diese Stimme hörte. Lars war gekommen, um ihm zu helfen.

18. Januar: Schocktherapie

Nach dem gestrigen Tag ging es Finn noch immer nicht gut. Dabei war er doch schon öfters in solche lebensbedrohlichen Situationen geraten. Er wusste nicht warum es ihn diesmal so mitnahm.
Als der nächste Schuss ertönte, zuckte er wieder leicht zusammen bei der Vorstellung, dass dieses Geräusch sein letztes hätte sein können.
Er hätte tot sein können. Aber er war es nicht.
Er spürte eine Hand auf seiner Schulter. Lars... Er war da.
Noch einmal richtete Finn die Waffe auf die Zielscheibe und drückte ab.
Ja... diese Art von Schocktherapie half ihm wirklich. Mit jedem Mal zuckte er weniger zusammen.

19. Januar: Krankenhaus

Finn hasste diesen Ort. Die Grenze zwischen Leben und Tod, Krankheit und Gesundheit - hier war sie eindeutig zu spüren.
Er war froh, dass der Grund für seinen Besuch des Krankenhauses nicht allzu dramatisch war.
Endlich ging die Tür auf und sein Kollege Schroeter kam aus dem Arztzimmer, die Hand in einen Verband eingewickelt.
"Und?", fragte Finn, während er aufstand und sich die Jacke anzog.
"Das Gelenk ist nur geprellt, wird bald wieder gesund."
Schroeter schien beruhigt, da er gedacht hatte, dass sein Handgelenk gebrochen sei. Das kam davon, wenn man versuchte fünf Kisten gleichzeitig zu heben.
"Dann ist ja gut."

20. Januar: Wenn du willst

"Lass' uns morgen etwas zusammen unternehmen."
Finn warf Lars einen fragenden Blick zu als er das sagte.
"Tun... wir das nicht so gut wie jeden Tag?", meinte er irritiert, aber Lars schüttelte nur mit dem Kopf.
"Ich meine... einfach als Freunde etwas unternehmen. Nicht als Kollegen."
Finn lachte leicht auf. Das hatte er nicht erwartet. Eigentlich war morgen ja der freie Tag, an dem er sich vorgenommen hatte lange zu schlafen und sich etwas von der Arbeit auszuruhen.
Er öffnete die Autotür und stieg einfach aus, bemerkte Lars' irritierten Blick trotzdem. Er drehte sich um... und lächelte.
"Wenn du willst."

21. Januar: Zuckerwatte

"Es... gibt in diesem Kino Zuckerwatte?"
Finn war ehrlich überrascht davon.
"Ja, aber tatsächlich nur diese Woche.", antwortete Lars, während er dem Kassierer Geld gab und den Eimer mit Zuckerwatte entgegennahm.
"Ich bin gespannt was für einen Film du gewählt hast.", meinte Finn bevor er sich ein Stück der rosafarbenen Süßigkeit nahm. War es klug gewesen, Englen den Film aussuchen zu lassen?
"Das, mein Lieber, ist eine Überraschung."
Der Ton in Lars' Stimme, ließ Finn misstrauisch die Stirn runzeln.
"Und jetzt machst du mir Angst."
Sie betraten den Kinosaal und suchten ihre Plätze.
"Wenn das so ein Kitschfilm ist, dann..."

22. Januar: Früher war alles besser

"Und ich sage dir: Früher hat der Darjeeling besser geschmeckt."
Finn beobachtete schmunzelnd wie seine Tanten diskutierten. Ja... Es war eine gute Idee gewesen die Zwei im Altenheim zu besuchen. Es erinnerte ihn an gute alte Zeiten.
"Ach Toni, früher war doch alles besser, wenn es nach dir geht. Du kannst einfach nicht mit Veränderungen leben.", erwiderte Ria und Toni verschränkte beleidigt die Arme.
"Na, ist doch wahr."
"Das ist nicht wahr, Ria! Ich komme gut damit klar, dass du neue Dinge ausprobierst. Aber musstest du wirklich einen anderen Darjeeling kaufen als sonst?"
"Du hast recht... und ich meine Ruhe."

23. Januar: Schachtel

"Dich stresst etwas.", stellte Finn fest und Lars drehte sich vom Fenster zu ihm um, sah ihn mit fragendem Gesicht an.
Als sein Blick auf die Zigarettenschachtel in Kiesewetters Hand fiel, seufzte er und verdrehte die Augen.
"Was ist los?"
"Ich..."
Lars stockte und Finn legte die Schachtel auf den Schreibtisch.
"Meine Familie kommt diesen Sommer zu Besuch.", erklärte Lars, nahm sich eine Zigarette und zündete sie an. Aber Finn nahm sie ihm weg.
"Das... ist alles? Meine Güte... Dass du immer aus einer Mücke einen Elefanten machen musst."
Lars lachte humorlos auf.
"Du kennst meine Familie nicht. Streit vorprogrammiert."

24. Januar: Flasche

"Notfall!"
Alle Blicke fielen auf Ernst, der das Büro mit einer Flasche Bier in der Hand betrat.
Nina blickte von ihrem Computer auf, Schroeter legte seinen Stift, mit dem er gerade vor Langeweile ein Kreuzworträtsel bearbeitet hatte, zur Seite. Auch Finn und Lars beendeten ihre Arbeit und blickten gespannt zu Ernst. Von was für einem Notfall sprach er da?
Der Mann schloss die Augen, musste sich wohl erst sammeln bevor er mit der tragischen Nachricht rausrückte.
Dann sprach er es endlich aus:
"Das hier... ist das letzte Bier."
Alle tauschten einen kurzen Blick aus... und sprangen auf.
"Das ist meins!"

25. Januar: Die Zeit steht still

Für einen Moment schien die Zeit still zu stehen und Finn dachte, dass sein Herz aussetzte. Er hielt den Atem an und starrte auf das Bild, welches sich ihm erbot.
Nina!
Sie lag auf dem Boden des Ganges, der zum Verhörraum führte. Unter ihrem reglosen Körper bildete sich eine dunkelrote Lache, immer schneller.
Finn schaffte es den Blick von seiner Kollegin zu lösen und er blickte auf den Mann, der ihr das angetan hatte. Dieser wurde gerade von einigen Kollegen festgenommen.
Wut entbrannte in ihm und er stürzte vorwärts, wollte auf den Kerl losgehen, aber zwei Wasserschutzpolizisten hielten ihn zurück.

26. Januar: Neuigkeiten

"Sie wird bald aufwachen, Finn."
Lars legte ihm eine Hand auf die Schulter, aber Kiesewetter schüttelte sie ab und lief weiter auf und ab im Büro. Wann klingelte das Telefon endlich?
"Woher weißt du das so genau?", fragte er seinen Partner als er endlich stehen blieb. Wie konnte dieser nur so positiv bleiben?
"Ich weiß es nicht... Aber ich glaube einfach daran."
Finn nickte nur.
'Von Glauben allein wird Nina nicht gesund werden.', schoss es ihm trotzdem durch den Kopf.
Klingeln durchbrach die entstehende Stille und Schroeter griff sofort zum Hörer.
Finn schloss die Augen. Was für Neuigkeiten erwarteten sie?

27. Januar: R.I.P

Leben und Tod.
Hoffnung und Verderben.
Finn war immer bewusst gewesen wie nah sich diese Dinge doch standen... Wie schmal die Grenzen zwischen ihnen waren.
Und in den letzten beiden Tagen hatte es sich ihm wieder gezeigt.
Angst und Verzweiflung - diese Gefühle hatten ihn bewegt, aber auch gefangen gehalten.
Und nun stand er hier. Vor einem Grab. Er konnte ein paar Tränen nicht zurückhalten.
So viele Leben gingen verloren, so viele Menschen würde man nie wiedersehen.
'Aber manchmal gibt es auch Wunder.'
Finn hatte Menschen verloren, auch seine Eltern, vor deren Grab er stand. Doch eine Person war geblieben: Nina!

28. Januar: Sand

Er sah dem Sand dabei zu, wie er weiter und weiter lief und ein kleines Häufchen auf dem Grund bildete.
Mit jedem Sandkorn verging etwas mehr Zeit.
Zeit, in der sie arbeiten könnten.
Aber aufgrund eines kleinen Disputs zwischen ihnen, hatte Zobel Finn und Lars dazu verbannt sich Zeit zu nehmen und über ihre Argumente nachzudenken. Zeit... in Form einer Sanduhr!
Finns Blick glitt von dem fließenden Sand hoch, ins Gesicht seines Partners. Diesen schien diese Methode genauso wenig zu überzeugen wie ihn.
Die Blicke trafen sich... und beide mussten lachen. Sie wussten nicht einmal mehr, worüber sie diskutiert hatten.

29. Januar: Logik

"Das ist doch logisch!", protestierte Lars und Finn verdrehte nur genervt die Augen.
"Mein lieber Lars... Bei dir ist so einiges logisch.", erwiderte er. Er wusste wie angreifend es klingen musste, aber er bereute nicht es gesagt zu haben.
"Es war eine Beziehungstat! Das ist doch offensichtlich! Er war wütend und hat sie im Affekt erschlagen."
Es war wirklich wie immer. Lars war komplett von seiner eigenen Theorie überzeugt und ließ sich nicht auf andere Ideen ein.
"Tja... in einer viertel Stunde erfahren wir die Wahrheit."
Eins wusste Finn jetzt schon: Nie wieder Kriminalfilme mit Lars schauen! Echte Fälle genügten.

30. Januar: Reißender Fluss

Ein Schlag gegen den Kopf.
Finn stolperte... und fiel.
Das kalte Wasser der Trave ließ ihn auch in benommenem Zustand erschaudern und er spürte, wie die Strömung ihn mit sich zog. Wieder und wieder ging er unter, aber er wusste nicht wo oben oder unten war, fand keinen Ausweg.
Das Wasser füllte seine Lungen und er wusste, dass er ertrinken würde, wenn er nicht bald an die Oberfläche kam.
Plötzlich spürte er wie jemand unter seine Arme griff und ihn hochzog.
Er atmete erneut ein und diesmal war es Luft und kein Wasser, welches ihn durchströmte. Er war in Sicherheit!

31. Januar: Für dich würde ich alles tun

Er betrat das Büro und sah Lars, der am Fenster stand und hinaus auf das Wasser blickte.
"Danke."
Englen drehte sich um und sah den Kollegen Kiesewetter überrascht an.
"Wofür?"
Finn lächelte schief. Als ob sein Partner nicht wüsste wovon er sprach.
"Du hast mir gestern das Leben gerettet.", erklärte er also seinen Dank.
Lars bewegte nur abwinkend die Hand.
"Ach was, das war doch nichts."
Nun wurde Finn doch ernster. Sein Kollege war doch einfach verrückt!
"Lars... Die Strömung war verdammt stark. Du hättest mit mir sterben können."
Aber sein Gegenüber lächelte nur.
"Für dich würde ich alles tun."
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