Wer wir alles sein könnten

von Liltha
GeschichteHumor, Romanze / P18
31.01.2019
25.02.2019
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Kapitel 3. Carpe that fucking diem


Montag, Juli 2014




€♥€




Das einzige, was mir von der Nacht mit Henry blieb, war ein mit viel Schlaf und schlechten Liebesschnulzen allein auf der Couch verbrachter Sonntag, sowie ein anhaltend heftiger Muskelkater in den Schultern und Armen.

Ich verkürzte mein Montagsworkout deshalb auf 20 Minuten und konzentrierte mich nahezu nur auf Übungen für die Beine und den Hintern.

Nach einer ausgiebigen Dusche machte ich es mir wenig später mit Kaffee und Obstsalat auf dem Balkon bequem, um das schöne Wetter zu genießen. Zeus hockte zwischen meinen Füßen, halb im Schatten, halb in der Mittagssonne und knabberte in Zeitlupe an der Erdbeere herum, die ich ihm hingelegt hatte, weil er das zuvor angebotene Salatblatt eisern verschmähte. Da rannte man für das gute Grünzeug extra in den teuersten Bioladen der ganzen Stadt, damit das blöde Schildkrötenvieh die freie Auswahl hatte und am Ende doch die Hälfte liegen ließ.

»Wann suchst du dir endlich einen Job?« Ich stupste ihn leicht mit dem großen Zeh an, was ihn jedoch vollkommen kalt ließ. Unbeirrt bearbeitete er mit seinem Hakennasenmaul weiter mühsam die Erdbeere, wobei er sie langsam aber sicher Richtung Brüstung schob. »Ich finde, es wird Zeit, dass du etwas zur Haushaltskasse beisteuertest, sonst binde ich dir eine Schleife um und schick dich nach Afrika zu Jenny und ihrem Super-Doc. Mit besten Grüßen zurück.« Ich hatte den Satz kaum beendet, da vibrierte das Telefon auf dem kleinen Tischchen. »Wenn man vom Teufel spricht«, sagte ich, schaltete den Lautsprecher an und legte das Handy neben Zeus. »Hier. Ist bestimmt für dich.«

»Veraaa?«, brüllte Jenny durch den Hörer und ein unangenehmes Rauschen folgte. Klang, als würde sie an einem Bahnhof stehen und direkt neben einem durchfahrenden ICE telefonieren.

»Nein, hier ist die Jungfrau Maria«, rief ich ihr zu und stupste die Erdbeere wieder näher an Zeus heran.

»Vera, oh mein Gott! Wir sind vor ein paar Stunden in Marrakesch gelandet und es ist so traumhaft schön hier! Ich will nie wieder hier weg. Patrick ist auch schon ganz aufgeregt, weil wir gleich in das Krankenhaus fahren und dort irgendeinen berühmten Arzt treffen. Doktor Gbadamosi oder so. Auf jeden Fall ist er voll bekannt und hat ganz viel Einfluss und Patrick ist deshalb total nervös. Der Arme. Ich habe schon versucht, ihn zu beruhigen, dass er der Beste ist und sie ihn lieben werden. So wie ich. Oh, ich telefoniere hier übrigens gerade von der Rezeption aus und ich muss gleich wieder auflegen. Ich wollte nur hören, ob es dir gut geht. Und Zeus! Geht es Zeus gut?«

»Alles wie immer. Er faulenzt rum und hilft nicht für fünf Cent im Haushalt mit. Ich spiele mit dem Gedanken, ihm einen Wischmob unter den Panzer zu schnallen, damit sein Dasein endlich einen Sinn bekommt.« Ich strich vorsichtig mit dem Fuß über seinen Panzer. Diesmal verkroch er sich tatsächlich einen Moment lang darin, ehe er sich wieder der Erdbeere zuwandte.

»Kümmer dich bitte gut um ihn, ja? Versprich es«, bat sie eindringlich.

»Habe ich doch schon tausendmal versprochen. Dem Vieh geht’s großartig. Wächst und gedeiht und frisst mir fleißig die Haare vom Kopf.«

»Danke, Vera. Wirklich. Ich weiß, dass es ihm bei dir gutgehen wird. Außerdem liebt er dich eh viel mehr als mich.«

»Ja, schrecklich. So aufdringlich wie er war echt noch kein Kerl.«

Jenny lachte, was mir sofort ein gutes Gefühl gab. Ich war froh, ihre Stimme zu hören. Wenn sie den Unsinn mit Patrick durchziehen wollte, von mir aus, solange es ihr gut dabei ging und immerhin hörte es sich bisher ganz danach an.

»Du, ich wollte auch nur schnell Bescheid geben, dass wir heile angekommen sind. Ich melde mich die Tage wieder bei dir, ja?«

»Klar. Viel Erfolg dort und danke für deinen Anruf.«

Jenny verabschiedete sich eilig und legte dann auf. Ich lehnte mich zurück und schob die Sonnenbrille hoch. Sie würde also wirklich nicht wiederkommen. Was hatte ich auch erwartet? Ich kannte sie nicht anders. Wenn sie etwas wollte, dann zog sie es auch gnadenlos und gegen alle Widrigkeiten durch. Genau deshalb mochte ich sie so sehr.

Ich starrte ein paar Minuten lang gedankenverloren über die Dächer der Stadt, dann erhob ich mich und ging in ihr Zimmer, wo ich mich umsah. Sie liebte es minimalistisch und hatte nie viele Sachen besessen. Im Prinzip musste ich nicht mal großartig aufräumen, sondern nur die letzten privaten Habseligkeiten wegpacken und das Bett abziehen, dann war das Zimmer bezugsbereit für einen neuen Mitbewohner. Ich würde einen Besen fressen, wenn ich ein möbliertes, bezahlbares Zimmer in einer top Wohngegend mitten in Friedrichshain nicht im Nullkommanix an den Mann oder die Frau bringen konnte.

Das Problem mit der Miete dürfte also bis zum Ende der Woche geklärt sein.



***




»Was denkst du? Bordeauxrot oder lieber Marineblau? Ach und meine Mutter hat übrigens gefragt, ob du auch wieder welche haben willst.«

»Blau«, antwortete ich. »Und danke für das Angebot. Ich überlege es mir.«

»Hm, also ich mag ja eigentlich lieber Rot.«

»Ist mir bewusst, aber gerade eben wolltest du meine Meinung hören, oder irre ich mich?«

Isabel ignorierte meinen Einwand und scrollte so schnell durch die Auswahl an knalligen Ombré-Extensions für ihre Braids, dass ich es aufgab, ihr dabei zusehen zu wollen, also lauschte ich weiter dem Dozenten. Das Thema war Sportpsychologische Verfahren zur Gesundheitsförderung und Leistungsoptimierung, aber stattdessen hielt Dalström bereits seit über einer halben Stunde eine Motivationsrede über den Mensch als biologisches Wesen, die zwischen den Zeilen eindeutig den Mann als das sportlichere Geschlecht glorifizierte. Eine Meinung, die ich nicht teilte. Dabei war der Typ wirklich ein genialer Professor, solange er sachlich beim vorgeschriebenen Thema blieb, aber dieses unterschwellig chauvinistische Getue in seinen Vorträgen ging mir gehörig gegen den Strich.

Isabel hatte das Handy inzwischen weggelegt und tuschelte mit Basti, der unter dem Pult heimlich einen Joint drehte. Den wollten sie anscheinend nachher gemeinsam auf dem Klo rauchen, weil Dalströms Vorträge laut Basti erst mit ordentlich THC im Blut ihre wahre philosophische Wirkung entfalten konnten.

»Kommst du mit?«, fragte sie und stupste mich leicht an.

»Nein, danke. Ich schwänze die letzte Stunde bei ihm. Er nervt mich und ich muss leider auch zur Arbeit.«

»So früh? Ich dachte, du machst nur Spätschichten?«

»Ja. Dachte ich auch«, gab ich zähneknirschend zu, schluckte meinen Ärger über die Dienstpläne des neuen Filialleiters jedoch herunter. Ging Isabel theoretisch auch nichts an.

»Aber es bleibt doch dabei, dass du nächsten Freitagabend frei hast, oder? Ich will unbedingt mit dir ins Blackbeat

»Warum bist du dann letzten Freitag nicht schon mitgekommen?«

»Ich war müde, habe ich doch gesagt. Nächstes Mal gehen wir einfach früher los, dann passt das schon.«

»Können wir gerne machen, aber wenn du ins Blackbeat willst, gehst du lieber allein mit Basti. Ich finde den Schuppen ehrlich gesagt ziemlich unspektakulär und langweilig.«

»Klar, es gibt sicher bessere Locations, aber dort ist …«

»Die Damen in letzten Reihe«, hallte Dalströms kratzige Stimme streng durch den Raum. »Langweile ich Sie womöglich?«

»Nur ein bisschen«, flüsterte Isabel mir kichernd zu und hob dann entschuldigend die Hand in Richtung des Dozenten. »Nein. Tut uns leid. Wir hatten nur unsere eigene Theorie zu dem Thema, die wir kurz ausdiskutieren mussten.«

»So?« Dalström schob sich seine Brille höher auf die Nase. »Haben Sie vielleicht Interesse, die übrigen Kursteilnehmer und mich an Ihren Ansichten teilhaben zu lassen?«

»Nein, schon gut. Wir sind fertig. War auch nicht so wichtig«, rief Isabel beschwichtigend.

»Doch, eigentlich schon«, unterbrach ich sie laut. »Mich würde nämlich brennend interessieren, wo ich die Statistik nachlesen kann, die angeblich belegt, dass Männer in den Olympischen Spielen bis 1900 durchschnittlich besser abschnitten, als Frauen und deshalb zwangsläufig natürlich auch als die besseren Sportler gelten müssen, denn meines Wissens nach dürfen Frauen überhaupt erstmals seit den Sommerspielen in Paris desselben Jahres an dem Ereignis teilnehmen. Außerdem interessiert mich der Zusammenhang zwischen Disziplinen, in denen Männer aufgrund körperlicher Vorteile angeblich bessere Ergebnisse erzielen, als Frauen und moderner Sporttherapie bei physischen wie auch psychischen Gesundheitsproblemen im Allgemeinen.«

Dalström klappte seinen Hefter zu und sah über den Rand seiner schmalen Brille hinweg zu mir auf. Seine Augen verengten sich zu Schlitzen und ich konnte mir das Grinsen kaum verkneifen. Der Typ erachtete sein Geschlecht als das Stärkere und in diesem Punkt waren wir uns durchaus einig, denn ich dachte das gleiche über mein eigenes Geschlecht.

Frauen waren einfach die besseren Männer und ich fand, es war an der Zeit für ihn, dieser Tatsache ins Gesicht zu sehen. Genau deshalb hatte ich auch vor einigen Wochen schon per Mail bei ihm angefragt, ob er meine nächste Hausarbeit zum Thema Konzeptentwicklung eines Fitnessstudios betreuen würde. Für das Thema meiner Masterarbeit kam er leider nicht als Betreuer in Frage, sonst hätte ich seine sexistische Weltanschauung nur zu gerne ordentlich gebunden, schwarz auf weiß für die Nachwelt festgehalten und getarnt als wissenschaftliche Arbeit über strategisches Management in Sportunternehmen in ihre Einzelteile zerlegt.

Noch immer sah Dalström zu uns nach oben und schien ernsthaft darüber nachzudenken, ob er sich vor nicht weniger als 30 weiteren gespannten Zeugen auf das kleine Gefecht mit einlassen sollte oder lieber nicht. Er entschied sich dagegen, räusperte sich abfällig und fuhr dann ungerührt mit seinem Vortrag fort, so als hätte es nie eine Unterbrechung gegeben.

»Er ist ein Arschloch«, stellte ich fest und reichte Isabel meinen Kugelschreiber. »Du solltest ihm einen devoten Liebesbrief schreiben. Ich meine, er passt doch voll in dein Beuteschema, oder?«

»Nein, du Suffragettenschlampe. Die Weißwurst ist jawohl nicht nur langweilig, sondern auch noch steinalt. Was zur Hölle soll ich mit dem?«

»Mitte 50 ist nicht steinalt und dafür ist er wirklich noch top in Schuss, das muss man ihm lassen. Ich wette, er verdient auch gut. Wirklich, du solltest ihn dir krallen.« Basti war ihr ja offensichtlich nicht gut genug.

»Tja, nur leider bin ich nicht interessiert. Ich habe da nämlich schon jemand anderen im Blick.«

»Meinen Glückwunsch.« Ich schielte aus den Augenwinkeln zu Basti, der seinen Joint ein wenig glatt strich und so tat, als würde unser Gespräch ihn nicht weiter kümmern, dabei war ich mir sicher, dass er spätestens jetzt aufmerksam zuhörte. Ich bereute längst, dass ich Isabel ausgerechnet in seinem Beisein mit ihrem schlechten Männergeschmack aufgezogen hatte, denn wenn ich nicht aufhielt, was ich dummerweise ohne nachzudenken selbst losgetreten hatte, würde sie gleich mächtig weit ausholen und uns eine Lobeshymne nach der anderen auf ihren neusten Lover vorsingen.

»Er ist wirklich toll. Bodenständig, charmant und zuvorkommend.«

»Das sagst du jedes Mal und am Ende kannst du ihn zu den anderen Arschlöchern in die Tonne kloppen.«

»Nein. Der ist ganz anders. Wirklich. Er ist so …«

»Interessiert mich ehrlich gesagt kein Stück. Ich kann dir jetzt schon gratis prophezeien, wie das endet. Du greifst nämlich immer in den gleichen Topf.«

»Mann! Hast du am Wochenende keinen abbekommen oder wieso bist du so angriffslustig? Du solltest definitiv mit aufs Klo kommen. Du hast ein bisschen Entspannung scheinbar mehr als nötig«, beschwerte Isabel sich und stieß Basti ihren Ellenbogen in die Seite. »Sag ihr bitte, dass sie mitkommen soll.«

»Klar. Komm einfach mit«, sagte Basti und ich verdrehte die Augen.

»Nächstes Mal vielleicht. Vor der Arbeit ist das keine gute Idee.«

Basti hob achselzuckend die Schultern und Isabel stöhnte leise auf. Ihr war echt nicht mehr zu helfen und Basti leider auch nicht. Keine Ahnung, wieso er sich Isabel nicht einfach aus dem Kopf schlug. Die wollte ihn nicht und checkte auch kein Stück, wie verknallt er in sie war. Wenn's nach ihr gegangen wäre, dann würde er es mit Männern treiben, denn noch besser als ein bester Freund war in Isabels Augen nur ein schwuler bester Freund. Den sollte ihrer Meinung nach jede Frau haben und deshalb hatte sie den armen Kerl auch quasi instinktiv dazu verdammt, so etwas wie unser schwuler bester Kumpel zu sein.

Leider war Isabel vollkommen blind für das Offensichtliche und Basti nicht schwul. Dabei würde gerade letzteres so vieles leichter machen.

Meine Gedanken schweiften ab und ich brachte die letzte Stunde hinter mich, ohne Dalström oder meinen Freunden noch großartig Aufmerksamkeit zu schenken.

In der kurzen Pause zwischen den Nachmittagsvorlesungen verabschiedete ich mich von den beiden, pinnte mein Mitbewohnergesuch ans schwarze Brett und verkrümelte mich.



***




Ich hatte Mühe, mit ihm Schritt zu halten, während er von Regal zu Regal rannte, emsig Daten in sein mobiles Datenerfassungsgerät tippte und hin und wieder Ware aus den Fächern zog, die er mir ohne hinzusehen reichte. Ich konnte nicht sagen, wie lange das noch gut gehen würde. Der Turm aus abgelaufenen Lebensmitteln auf meinem Arm raubte mir bereits die halbe Sicht und schwankte gefährlich. Vermutlich war es nur noch eine Frage der Zeit, bis ich entweder irgendwo gegenrannte, schlimmstenfalls direkt in ihn hinein, oder aber meine eh schon angeschlagene Armmuskulatur endgültig schlapp machen und ich alles fallen lassen würde.

»Auch abgelaufen. Also das ist wirklich unverantwortlich. Was hat Herr Borkner denn hier getrieben die letzten Monate? Ist ja ein Wunder, dass überhaupt noch Kunden kommen.« Er schob sich die Brille höher und studierte das Haltbarkeitsdatum einer Packung Scheibenkäse.

»Keine Ahnung. Ich sitze nur an der Kasse«, erklärte ich und versuchte, nicht gelangweilt zu klingen. Jens Achmüller rümpfte die Nase und schnaubte laut, bevor er den Käse nach oben auf den Stapel in meinem Arm ablegte.

»Das läuft hier ab jetzt anders.«

»Ist mir total egal. Wie gesagt, ich mache nur Kasse und mehr will ich auch gar nicht.« Ich holte tief Luft und verlagerte das Gewicht auf meinen Armen ein wenig. »Deshalb wollte ich mit Ihnen reden. Es geht um meine Stunden.«

»Das müssen Sie bitte mit dem Bezirksleiter besprechen. Bei einer Stundenerhöhung muss der Arbeitsvertrag angepasst werden, so etwas kann ich nicht entscheiden.«

Genervt ließ ich die gesammelten Lebensmittel auf einem Aufsteller für reduzierte Pralinen fallen und baute mich direkt vor ihm auf.

»Ich will nicht noch mehr Stunden. Ich wollte auch von Anfang an keine Überstunden machen. Ich möchte genau die Stunden arbeiten, die vertraglich festgehalten sind und zwar zu den Zeiten, die abgemacht waren. Ab 18 Uhr bis Ladenschluss, weil ich für mehr einfach keine Zeit habe. Ich befinde mich mitten in meinem Masterstudiengang.«

Er drehte sich zu mir um und starrte mich mit ironischer Verblüffung an, so als hätte ich ihm gerade erklärt, dass die Erde rund war.

»Und wieso erzählen Sie mir das?«

Ich rieb mir kurz die Schläfen und zwang mich zur Ruhe.

»Weil Sie mir etliche Überstunden eintragen, seit Sie hier sind. Das war so aber nicht abgemacht.«

»Wir haben aber nicht genug Personal. Freuen Sie sich doch lieber, wenn Sie am Ende des Monats mehr Geld haben.«

»Ich arbeite hier für Mindestlohn, die paar Kröten machen den Kohl echt nicht fetter. Ich will nicht mehr Stunden arbeiten und basta. Ich schreibe nächstes Jahr meine Masterarbeit.«

»Also das ist ja nun wirklich nicht mein Problem.« Er marschierte zum Eingang, nahm einen der Einkaufskörbe und kam zu mir zurück. Sofort begann er damit, die Lebensmittel, die ich abgelegt hatte, in den Korb zu verfrachten, dann reichte er ihn mir.

»Schreiben Sie das bitte ab und gehen dann Frau Löhr von der Kasse ablösen. Die hat in 15 Minuten Feierabend. Sie soll pünktlich gehen, wir müssen Stunden sparen.«

Bitte was?

Er drückte mir das MDE-Gerät wortlos in die Hand, bevor er sich umdrehte und durch die Regale Richtung Lager davon schritt.

Ich nahm den Korb und ging zur Kasse, wo Corinna saß.

»Weißt du, wie man Verluste einträgt?«

»Klar. Du nicht?«

»Nein.« Ich knallte ihr den Korb und das kleine schwarze Gerät vor die Nase. »Und ich will es auch nicht lernen. Ich mache hier nur Kasse, nix anderes.«



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