Die ewige Jugend

GeschichteAllgemein / P12
30.01.2019
11.02.2019
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Jack schaute erst die Puppe und dann Angelica verärgert an. Wieso musste sie immer mit ihm spielen?
,,Was soll ich da?", fragte er misstrauisch.

,,Jemanden helfen. Ich warte in Marseille auf dich, Jack." Sie lächelte ihn an und war schon dabei zu gehen, da drehte sie sich nochmal um. ,,Oder möchtest du lieber ersticken?"

Jack wollte gerade protestieren, da spürte er wieder diesen Druck und wieder bekam er keine Luft. Diese verlogene Ratte! Bevor er wieder richtig atmen konnte, hatte er Angelica aus den Augen verloren. Jack fluchte vor sich hin und machte sich auf den Rückweg zur Pearl. Jetzt musste er dieser Verdammten Puppe noch länger hinterher laufen. Zum Henker nochmal!

Auf einmal kamen ihm eine Blonde und eine Rothaarige Frau entgegen.
,,Giselle, Scarlett, ihr seht fabelhaft aus.", grinste er.

,,Wer war das?", fragten sie wie aus einem Mund.

,,Wer?", spielte Jack den Ahnungslosen und kassierte zwei saftige Ohrfeigen dafür. Dann wendeten sich die beiden Frauen ab und gingen wieder. ,,Ahhh..", stöhnte er, das hatte er jetzt echt nicht verdient.


Auf der Black Pearl angekommen, wartete Jack ungeduldig auf Gibbs, der noch immer nicht wieder da war.
Um so schneller sie hier weg konnten, um so schneller hatte er diese Lebensgefährliche Puppe von sich in der Hand...

,,Master Gibbs, jetzt schlaf nicht ein!", rief er ihm entgegen, als dieser in Sichtweite kam. Auf diesen Ruf hin wedelte Gibbs nur mit der Hand und rannte los.

,,Was ist los, Captain?", fragte er außer Atem, als er an Bord war. ,,Du siehst nicht gut aus", stellte er fest.

,,Das würdest du auch nicht, wenn man dich zweimal fast erwürgt hätte.", kam es angefressen von Jack zurück.

,,Was?!", rief Gibbs sofort alarmiert aus. ,,Was ist passiert?"

,,Angelica hat mich zum Narren gehalten... Wir nehmen Kurs auf Frankreich." Damit war die Unterhaltung für Jack anscheinend beendet, denn er wandte sich ab und ging zum Steuerrad. Doch Gibbs ließ nicht locker und lief ihm hinterher.

,,Ich wusste, dass man ihr nicht trauen kann, Jack.", sagte er und nahm einen Schluck Rumm. Er hatte Angelica noch nie leiden können und auch hatte er nie verstanden, warum Jack sie damals gerettet hatte, als sie an der Quelle der ewigen Jugend waren.

,,Lichtet den Anker und setzt die Segel, ihr faulen Landratten..wir müssen Zeit gut machen!", riss Jack ihn, mit einem tadelden Seitenblick, aus seinen Gedanken und beobachtete wie alle Männer aufsprangen und ihre Arbeit machten.

,,Welcher Hafen, Captain?", fragte Gibbs also. Wenn Jack Sparrow sich dazu entschloss, etwas für sich zu behalten, konnte man noch so lange fragen wie man wollte, man würde nichts erfahren, dass wusste Gibbs nur zu gut. Also versuchte er es gar nicht erst weiter.

----*so ging es beim Grafen weiter*----

An dem Tag, an dem Antoinette sie verlassen hatte, war der Graf schon ungewöhnlich früh wach. Er musste sich jetzt um ein Kind kümmern. Ein Kind, was er nie gewollt hatte und es ihm doch beim ersten Anblick sofort am Herzen lag. Er hatte nur dummerweise keine Ahnung, um was er sich alles kümmern musste. Seine eigene Kindheit war schon zu lange her.

Der Graf stand vor der Zimmertür seines Sohnes und wusste nicht was er machen sollte. Er musste mit Herbert reden, das war klar, aber er hatte Angst, dass Herbert nach dem er die Wahrheit weiß, genauso Angst vor ihm haben könnte wie seine Mutter, oder ihn einfach nicht mochte. Er könnte es ihm nicht verübeln, schließlich hatte er sich nur im Winter mit ihm beschäftigen können, da Herbert schließlich Tagsüber wach war.

Langsam öffnete der Graf nun die Tür zu Herberts Zimmer und trat ein. Der kleine lag im Bett, aber er schlief noch nicht. Seine Augen waren ganz rot. Hatte er etwa geweint?

,,Guten Abend, mein Sohn.", fing der Graf unsicher an und stellte sich neben das große Himmelbett.

,,Guten Abend.", antwortete Herbert leise. ,,Warum ist Mama weg gegangen?", stellte er nach leichtem Zögern sofort eine Frage. ,,Habt ihr euch etwa wieder gestritten?"
Der Graf sah ihn sprachlos an, Herbert hatte mitbekommen, dass sie sich öfter mal gestritten haben? Er fand, Herbert klang so unschuldig und nichts ahnend. Der Graf räusperte sich, um seine Sprache wieder zu finden.

,,Nein.", sagte er schlicht und setzte sich auf die Bettkante.

,,Und warum ist Mama dann gegangen?", fragte Herbert wieder. Dem Grafen entfuhr ein leichter Seufzer. Wie sollte er das seinem, mittlerweile acht Jahre alten, Sohn nur erklären.

,,Du hast doch schon gemerkt, dass ich Tagsüber schlafe, oder?", fing er an.

,,Ja, deswegen kann ich dich so wenig sehen... Und?", fragte Herbert neugierig.

,,Das fande die Mama nicht so gut und-"

,,Warum schläfst du dann nicht auch Nachts und gehst Tagsüber raus und spielst mit mir?", unterbrach ihn Herbert und rückte, mit schon fast flehenden Augen, näher an ihn heran.

,,Weil ich nicht in die Sonne kann."

,,Warum? Hat dir das jemand verboten?"

Jetzt musste der Graf lachen. Er hatte nie gewusst, wie naiv Kinder doch waren.
,,Nein, das nicht, mein Kleiner, aber es würde mir nicht gut tun."

,,Mama sagt immer, dass die Sonne gut für mich wäre und ich so gesund bleibe. Stimmt das etwa nicht?", überlegte Herbert anscheinend laut und schaute fragend zu ihm hoch.

,,Doch, auf dich trifft das zu, nur auf mich nicht.", sagte der Graf ruhig.

,,Aber warum kannst du nicht in die Sonne?" Herbert gab nicht nach.

,,Das ist etwas komplizierter..." Der Graf schaute seinen Sohn prüfend an und überlegte wie er Herbert schonend beibringen konnte was er war. Herbert schaute ihn bloß abwartend an.
,,Hat dir die Mama schon einmal Gruselgeschichten erzählt?", fragte Breda nach einer Weile.

,,Ja. Da kamen Drachen und böse Monster drin vor.", sagte Herbert stolz.
Das war nicht genau die Antwort die sich der Graf mit der Frage erhofft hatte, aber damit konnte man arbeiten.

,,Nun... Gab es in denen auch Vampire?" , fragte er vorsichtig.

,,Ja, dass sind ganz schreckliche Monster, die Blut trinken und immer leben.", antwortete sein Sohn wissend.
Oh nein, wo hatte der Graf sich da nur rein geritten?!

,,Und, wenn dir einer gegenüber stehen würde, was würdest du machen?" Er sah seinen Sohn abwartend an. Dieser überlegte sichtlich angestrengt.

,,Hm..", machte Herbert. ,,Ich glaube nicht, dass mir wegrennen weiter helfen würde. Mama hat nämlich erzählt, dass die viel schneller sind als Menschen... Vermutlich einfach schreien und hoffen." Herbert zuckte hilflos mit den Schultern und guckte seinen Vater gespannt an. ,,Wieso? Gibt es etwa wirklich Vampire?"

Der Graf nickte bloß und achtete auf jede Reaktion seines Sohnes.

,,Was, wirklich?", gab Herbert von sich.

Der Graf hatte gedacht, Herbert würde entsetzt klingen, aber sein Sohn klang eher so als fände er das total toll.
,,Warum bist du so begeistert darüber?", fragte er also.

,,Na, wenn ich mich mit einem anfreunden könnte, dann könnte er mich immer beschützen.", antwortete Herbert in belehrendem Ton.
Der Graf bezweifle es zwar stark, dass sich irgendein Vampir mit einem Menschen einlassen würde, aber er war erleichtert, dass Herbert so darüber dachte. Vielleicht würde er doch nicht komplett ausrasten.

,,Und wenn ich dir sage, dass du schon einen Vampir kennst?", sagte der Graf mit einem leichten Lächeln.

,,Was, echt?", fragte Herbert aufgeregt und dann weiteten sich seine Augen. ,,Bist du etwa einer?", fragte er atemlos.

,,Genau.", antwortete der Graf bestimmt und wunderte sich warum Herberts Herzschlag so ruhig blieb.

,,Ach was, das glaube ich nicht.", sagte Herbert und winkte ab. Da hatte er seine Antwort, sein Sohn glaubte ihm nicht.

Na gut, dann musste er es eben beweisen.
,,Hm..", machte Breda überlegent, er hatte auch schon eine Idee. ,,Und wenn ich es beweisen kann?" Er zog eine Augenbraue nach oben und schaute seinen Sohn fragend an.

,,Dann beschütze mich.", kam eine belustigte Antwort von Herbert.
Der Graf stand auf und stellte sich vor den großen Spiegel, der in dem Zimmer stand.

,,Na gut, damit kann ich leben. Komm und stell dich neben mich.", sagte er dann und winkte seinen Sohn heran.

Dieser sprang aus dem Bett und war sofort neben seinem Vater. Herbert schaute gespannt zu ihm hoch, als er ihm bedeutete in den Spiegel zu schauen, machte er das auch.
Da war er und sein Vater... Moment! Sein Vater, wo war sein Vater? Herberts Herz fing an schneller zu schlagen, als er spürte wie ihm ein Arm umgelegt wurde, aber im Spiegel nichts zu sehen war. Er sah bloß sich selbst!
Schnell schaute er zwischen seinem Vater und dem Spiegel hin und her. Sein Vater war einfach nicht zu sehen...

,,Wie ist das möglich?", fragte Herbert atemlos und deutete auf den Spiegel.

,,Ich habe dir doch gesagt, ich bin ein Vampir.", antwortete sein Vater ruhig und Herbert merkte, wie dessen Blick auf ihm ruhte. Das war doch nicht möglich, sein Vater war ein Vampir! War er dann auch einer? Aber er konnte sich doch im Spiegel sehen.

,,Bin ich auch einer?", fragte Herbert und schaute jetzt wieder zu ihm auf.

,,Nein mein Kleiner, aber du brauchst keine Angst zu haben, ich tu dir schon nichts.", antwortete er mit einem Lächeln und hob seinen Sohn hoch, um ihn wieder auf das Bett zu setzten.

,,Ich habe gar keine Angst.", kam es beleidigt von Herbert, der seine Arme verschränkte.

,,Und warum ist dein Herzschlag dann so hoch?", neckte der Graf.

,,Du kannst meinen Herzschlag hören?" Herbert schaute ihn erstaunt an.

,,Ja." Jetzt musste der Graf wieder lachen, der Gesichtsausdruck den Herbert zur Schau stellte, war wundervoll.

,,Warum kann ich deinen nicht hören?", fragte dieser dann.

,,Nun ja, zum einen, weil du ein Mensch bist...und zum anderen, weil ich gar keinen habe.", erklärte der Graf geduldig und lächelte noch immer leicht. Er war sich nicht ganz sicher, ob er Herbert wirklich alles erklären sollte.

,,Aber dann wärst du doch tot.", kam es nicht gerade überzeugt von Herbert.

,,Das bin ich in gewisser Weise auch."
Der Graf hatte aufgehört zu lächeln und schaute seinen Sohn prüfend an. Er wusste nicht, ob das die richtige Unterhaltung für einen acht Jährigen war, aber Herbert schien es durchaus zu interessieren.

,,Das ist ja gruselig.", sagte Herbert dann langsam und schüttelte sich.

,,Warum?", wollte der Graf wissen.

,,Ich rede gerade mit einem Toten, Papa!", rief Herbert entsetzt und der Graf musste wieder lachen. Solche Reaktionen hatte Breda noch nie bekommen, es war einfach herrlich.

,,Wenn ich richtig tot wäre, könntest du nicht mehr mit mir reden.", sagte er dann, als er sich wieder gefangen hatte. ,,Das ist etwas kompliziert.", fügte der Graf auf den fragenden Blick von Herbert hinzu und zuckte ratlos mit den Schultern. Er wusste ja selber nicht wirklich, wie er überhaupt noch existieren konnte.
,,Jetzt musst du aber langsam mal schlafen.", sagte er dann und legte die Decke über Herbert.

,,Aber ich bin noch garnicht müde. Ich möchte lieber bei dir bleiben.", protestierte dieser, kuschelte sich aber in seine Kissen.

,,Gute Nacht, mein Kleiner."
Der Graf wollte schon aus dem Zimmer gehen, da hörte er Herbert nochmal was fragen.

,,Kommst du morgen Abend wieder? Bitte."

,,Aber natürlich."
Mit einem leichten Lächeln auf den Lippen verließ der Graf schließlich den Raum und machte sich auf den Weg in das Kaminzimmer. Das war eindeutig besser gelaufen, als er gedacht hatte.
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