Die rote Kaskade und die zwei Reiche

von Bibi98
GeschichteDrama, Romanze / P12
Fabeltiere & mythologische Geschöpfe Ritter & Krieger Zauberer & Hexen
29.01.2019
13.10.2019
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Hey,
es ist leider doch etwas länger nichts gekommen. Tut mir leid.
Aber jetzt habt erstmal viel Spaß beim Lesen.

LG Bibi

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Als ich am nächsten Morgen erwachte, war der Prinz verschwunden. Das Bett neben mir war verweist, aber noch warm. Ich dachte daran, was letzte Nacht passiert war und lächelte. Als es klopfte, wandte ich meinen Kopf zur Tür, bedeckte meinen Körper. Augustus trat ein, legte ein Kleid auf den Stuhl. „Ich musste den Prinzen leider heute schon sehr früh wecken.“ erklärte er und riss die Vorhänge auf. „Du solltest dich jetzt anziehen, frühstücken und dann erwartet dich der König.“ Er lächelte wissend und wandte sich zum gehen. Ich tat was er gesagt hatte. Das Kleid, ein ganz simples, buntes Kleid, passte fast perfekt. Ohne Umschweife begab ich mich runter in die Küche um etwas zu mir zunehmen. „Guten Morgen.“ grüßte ich die anderen Zofen. Die Meisten von ihnen schwiegen, andere tuschelten, warum war mir unklar. Ich aß, zum ersten Mal seit über einer Woche, eine Scheibe Brot mit etwas Käse. Diese schmeckte weit aus besser, als die Kräutersuppe, die ich jeden Tag gegessen hatte. Nachdem ich gegessen hatte, begab ich mich Richtung Thronsaal. Mina folgte mir. „Ira?“ flüsterte sie leise, als wir auf der Treppe waren. Ich wandte mich zu ihr um. „Du und der Prinz...“ begann sie. „Man hat euch letzte Nacht gehört.“ Verwirrt sah ich sie an. „Die Meisten von uns gehen davon aus, das ihr letzte Nacht den Beischlaf vollzogen habt.“ erklärte sie schüchtern lächelnd. Ich schwieg und lief weiter.
Im Thronsaal, saßen die beiden Prinzen, das Königspaar und einige andere Leute, die ich nicht kannte. „Guten Morgen.“ grüßte ich und verneigte mich. „Guten Morgen, Ira.“ der König stand auf. „Komm. Wir gehen kurz nach neben an.“

Er ging vor in den Raum neben dem Thronsaal. Ich folgte ihm, selbst gefolgt von Marlon. Der König wies schweigend auf einen Stuhl. Ich setzte mich, während Marlon neben mir stehen blieb und schuldbewusst lächelte. Der König holte tief Luft. „Zu erst einmal, ich bin ein wenig enttäuscht von euch Beiden. Ich verstehe durchaus euren Drang, aber es entspricht durchaus nicht unseren Sitten und Traditionen den Beischlaf vor einer Hochzeit zu vollziehen.“ Er schwieg kurz und sah uns tadelnd an. „Verzeiht bitte, Majestät.“ sagte ich. Er schüttelte den Kopf und fuhr fort: „Ich habe etwas entschieden, was dein Leben maßgeblich verändern wird.“ Wieder schwieg er. Nervös rutschte ich auf dem Stuhl hin und her. „Ich werde deinem Vater, nachträglich, den Titel eines Herzogs verleihen. Du und deine Cousine werdet dann offiziell Prinzessinnen und eine von euch nach der Heirat dann Herzogin, und damit Herrscherin des Herzogtums.“ erklärte er. „Warum, Majestät?“ fragte ich verwirrt. „Es ist mir so möglich, euer Volk zu versorgen und ihm zu helfen. Ich werde nicht in die Lebensweise deines Volkes eingreifen, aber ich kann nur in den Teilen meines Königreichs helfen, in denen die Hilfe auch angenommen wird und das wird sie denke ich am Besten, wenn jemand aus eurem Volk, wenigstens einen Teil der Macht in den Händen hält.“ Ich nickte stumm. Ich wusste einfach nicht, was ich zu dieser Idee sagen sollte, geschweige denn, ob ich diese für gut halten sollte. Marlon legte seine Hand auf meine Schulter. „Vater,“ sagte er dann und klang dabei ziemlich entschlossen „ich möchte, dass du den Verlobungsball absagst. Naja, eigentlich sollte das ja klar sein.“ Er lächelte belustigt. „Das habe ich längst.“ Böse sah der König seinen Sohn an. „An Stelle dessen wird an diesem Abend die nachträgliche Erhebung des Herzogs vom Grünwald bekannt gegeben und seine potentiellen Nachfolgerinnen werden sich vorstellen.“ erklärte er dann. „Majestät, darf ich da vielleicht etwas Einwänden?“ fragte ich. Der König nickte. „Ich bin mir nicht sicher, ob das Euer Volk erfreut. Immerhin habe ich gestohlen...“ „Und du hast dich entschuldigt, außerdem hast du deine Strafe erhalten. Diese hast du auch mit Bravur angenommen.“ unterbrach mich der König. „Ich möchte die Strafe zu Ende führen, Majestät.“ gab ich zurück. „Das geht nicht. Ich habe dich in den Hofstab aufgenommen, um meinem Sohn,“ er deutete auf Marlon „Handlungsfreiheit zu verschaffen. Du bist jetzt ganz offiziell Zofe meiner Frau. Davon weiß Mina allerdings noch nichts. Sie erfährt vorerst davon bitte auch nichts.“ Ich nickte erneut stumm. Die offizielle Aufnahme in den Hofstab war sonst eigentlich dem Adel vorbehalten und ein absolutes Privileg. Ich dankte ihm kurz. „Aideen wird heute Nachmittag hier eintreffen. Dann habt ihr Termine mit dem Schneider, mit Casimir, er soll euch wenigstens kurz in den höfischen Tanz einführen, anschließend werdet ihr euch bei mir einfinden um die Zeremonie zu besprechen.“ fuhr der König fort.  „Du wirst das Schreiben erlernen.
Faith hat mir davon erzählt. Es ist von äußerster Wichtigkeit! Du darfst nun deine Arbeit aufnehmen.“ Ich folgte dem König und dem Prinzen in den Thronsaal, stellte mich zu Mina und Lucy. Der König nahm das Gespräch mit den Leuten im Saal wieder auf. Nach einigen Minuten bat der König seine Frau und uns zu gehen. „Mina, nimm dir bitte für den Rest des Tages frei.“ bat die Königin, als wir den Saal verlassen hatten. Mina bedankte sich und ging.


„Ira, ich möchte mit dir sprechen.“ Die Königin klang streng und bedrohlich. Ich folgte ihr in die Gemächer. Sie wies auf einen Schemel und setzte sich auf ihr Bett. „Das halbe Schloss hat dich und Marlon heute Nacht gehört.“ tadelnd sah sie mich an. „Du weißt, was passieren kann, wenn du mit einem Mann schläfst?“ Ich schüttelte den Kopf. „Es kann passieren, dass du ein Kind bekommst.“ Erstaunt sah ich sie an. „Du weißt wohl echt nicht, was da passieren kann, was? Wenn ein Mann und eine Frau sich gern haben, dann kann dabei ein Kind entstehen. Oder dachtest du bisher die werden von Störchen gebracht? Erklärt man euch das im Wald nicht?“ Die Königin wirkte belustigt. „Also kann es sein, dass ich jetzt ein Baby bekomme?“ fragte ich. „Das ist möglich, aber kein Zwang. Du solltest damit allerdings rechnen.“ Sie lächelte stumm. „Woher sollte ich wissen, dass ich ein Kind erwarte?“ fragte ich weiter. „Du wirst es merken. Irgendwann ist dir Morgens oft ganz schlecht, dein Bauch wird rund, etwas dicker und vielleicht nimmst du ein bisschen zu. Außerdem wird dein Mondenzyklus enden. Zumindest für einige Monate.“ Ich lauschte auf das, was sie mir erklärte. So etwas spielte bei uns keine große Rolle bis zur Heirat. „Kaskaden bekommen eigentlich keine Kinder. Wir leben nicht lang genug, um sie groß zuziehen.“ sprach ich traurig. „Du lebst nur nicht lang genug, wenn du den Fluch nicht brichst. Mein Mann will eine Ära des Friedens einleuten, also wird der Fluch gebrochen.“ Die Königin lächelte, wurde dann wieder ernst und fragte: „Was passiert, wenn zwei Kaskaden ein Kind zeugen?“ Verwirrt sah ich sie an. „Ich weiß, dass du meine Perle gesehen hast.“ „Ich weiß es nicht. Davon habe ich noch nie gehört.“ antwortete ich nachdenklich. „Außerdem ist es ja Eure Perle und nicht Marlons. Um eine Kaskade zu sein, müsste die Perle, der Grund für seine Geburt sein. Solange sie dies nicht ist, ist er keine Kaskade.“ Ich versuchte die Idee der Königin, dass Marlon eine Kaskade sein könnte zu zerstören. „Eigentlich gehört sie Ramon. Die Perle... die Perle sorgt dafür, das ein Thronerbe geboren wird.  Allerdings muss es eine Vermählung aus Liebe sein. Nur dann ist ein Prinz, also ein rechtmäßiger Thronerbe, garantiert. Manchmal, wenn eine Frau, die der König nicht liebt, ein Kind bekommt ist es fast sicher, das sie bei der Geburt verstirbt. Ich weiß nicht, ob die Prinzen Kaskaden sind.“ erklärte die Königin nachdenklich. „Hat die Zauberin oder Hexe, die die Perle verzaubert hat, eine Aufgabe gegeben? Außer die Bedingung, dass der König Euch liebt?“ fragte ich. Fragend sah die Königin mich an. „Jede Kaskade hat eine Aufgabe. Ich soll den Frieden bringen, andere sind wichtig für Ernten oder als Heiler tätig.“ erklärte ich. „Ich denke nicht, dass sie eine hat. Zumindest hat mein Mann mir von keiner erzählt.“ Sie wirkte erleichtert. „Hilfst du mir bitte, mein Haar hochzubinden?“ bat sie dann lächelnd.  Ich kämmte ihr langes blondes Haar und begann es in kleine Zöpfe zu flechten, anschließend steckte ich jeden einzeln fest und formte eine Blume, um einen kleinen Haarknoten. Es klopfte, Augustus trat ein und sprach: „Majestät, der König will euch sprechen und Ira, du möchtest dich bitte zu Casimir begeben. Der befindet sich im oberen Saal.“
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