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von ZoSaMa
GeschichteAllgemein / P16
Daemon Black Dawson Black Dee Black
29.01.2019
11.09.2019
11
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Dee

„Ich habe Angst, Daemon. Ich glaube, mir ist schlecht“, flüsterte ich meinem Bruder, der links neben mir saß, keuchend zu. Ich wusste nicht was passiert war, doch als das Flugzeug abhob verspürte ich diese Angst, dass wir abstürzen würden, denn nach dem, was die Frau in dem hellblauen Rock und der dazu passenden Jacke mit den roten Knöpfen gesagt hatte, kam mir das gar nicht so unwahrscheinlich vor. „Hey, alles ist okay Dee. Wir werden unser Apartment und so schon finden und dann unser neues Leben beginnen. Du brauchst keine Angst zu haben vor dem, was uns dort erwartet“, antwortete mir Daemon, der das wohl falsch verstanden hatte. Das neue Leben in der Großstadt war mir derzeit egal. Mich ängstigte nur der Flug. Was wenn wir auf eine Wohnsiedlung stürzen würden und tausende Menschen mit uns in den Tod reißen würden?
„Nein Daemon, das ist mir alles egal. Ich kann nicht... Das Flugzeu-“ Plötzlich musste ich den Würgreiz unterdrücken, der während des Redens in mir aufgestiegen war. „Dee!“, rief Dawson erschrocken, der bisher nichts von unserem Gespräch mitbekommen hatte. „Ist schon Okay“, versuchte ich meinen anderen Drillingsbruder zu beruhigen, doch es funktionierte nicht wirklich, da ich nur ein heiseres Krächzen zustande brachte.
Nun hatten sich auch andere Passagiere umgedreht, die sich wohl gestört fühlten durch uns. Fünf oder sechs von ihnen waren Lux, dass wusste ich, doch die anderen Identifizierte ich als Menschen. Sollte ich mich jetzt übergeben, was unwahrscheinlich war, würden sie merken, dass irgendwas mit uns nicht stimmte, denn so wie unser Blut, war alles, was wir in uns trugen eine gold-gelbe Flüssigkeit. „Dee? Dee alles okay bei dir?“, fragten nun auch die Thompsonbrüder mit berechtigter Sorge. Wir wurden nie krank. „Ja, es geht wieder“, antwortete ich wahrheitsgemäß. „Dee, möchtest du vielleicht ganzkurz auf Toilette gehen? Wir dürfe uns jetzt abschnallen“, fragte nun auch Matthew. „Nein, ist schon gut. Das war nur weil wir das erste Mal fliegen“, sagte ich und fügte in Gedanken hinzu: Das hoffe ich jedenfalls.

Eine Weile später ging es mir dann wirklich besser, doch die anderen konnte ich nicht beruhigen. Plötzlich spürte ich, wie etwas unter meinem hellgrünen T- Shirt heiß war und zu prickelte. Vorsichtig guckte ich, was das wohl sein mochte, als ich auf einmal meinen schwarzen Obsidian ertastete. Arum, schoss es mir durch den Kopf. Ich hatte ihn nicht warm werden spüren, bei meiner Übelkeit. Warum waren die anderen noch nicht darauf aufmerksam geworden? Oder hatten sie ihren Obsidian gar nicht bei sich? „Dawson?“, flüsterte ich.
„Geht es dir wieder schlechter?“, fragte Daemon darauf hin automatisch.
„Habt ihr euren Obsidian da?“
„Nein, der ist in meinem Koffer“, antwortete Dawson und Daemon stimmte ihm zu. Mit einem Blick auf die anderen merkte ich, dass Ash, Adam und Andrew ihren auch nicht parat hatten. Nun misstrauisch fragte  Daemon: „Warum fragst du?“ Schon zum zweiten Mal in diesem Flugzeug klammerte ich mich an seinem Arm fest, doch dieses Mal führte ich seine Hand dort hin, wo ich den Stein unter meinem T-Shirt verborgen hielt. Daemon zuckte zurück als er die Hitze, die der Stein erzeugte, schon ein paar Zentimeter  spürte. Mit Dawson tat ich genau das Gleiche, bevor ich die messingfarbene Halskette, an welcher der Obsidian hing abnahm und unsichtbar für andere an Adam weiterreichte. Der wieder gab ihn an seine Schwester weiter und sie an Andrew. Immer wenn einer von ihnen die Kette berührte, konnte ich beobachten, wie der Schock ihre Gesichter erstarren ließ.
„Alles okay bei euch? Ihr seit so still“, fragte Matt auf einmal, der sich grade umgedreht haben musste. Auch ihm reichte ich mein wertvollstes Schmuckstück - ich besaß auch kein anderes.
„Was zum...?“, wunderte auch er sich nun, worauf wir alle die Schultern zuckten.
„Wer?“, raunte er uns zu.
„Keine Ahnung “, antwortete Andrew von der anderen Seite aus. Daemon klappte seinen Tisch zu, auf dem er vorher sein Getränk und einen der Reiseführer abgelegt hatte. Dann stand er vorsichtig auf und drängte sich zwischen Dawson und meinen Füßen und den Stühlen vor uns hin durch und ging zu den Toiletten. Ich hörte seine Stimme in meinem Kopf und wusste, dass er sich verwandelt hatte um mit uns zu reden. Stört da s nicht das Empfangssignal des Flugzeugs, fragte ich mich. Und die Arum konnten seine Anwesenheit erstrecht spüren. Warum tat er das? „Der Typ vor Matthew ist es. Der Stein wurde noch heißer als er es eben schon war, als ich ihn an Matt weiter gab. Und die Stuardes. Der Mann hat sie mit Jessie angesprochen auch wenn auf ihrem Namensschild Liz Parker steht“, berichtete er uns. Einen Moment später öffnete die Tür zu der Toilettenkabine und Daemon kam zu seinem Sitz zurück. „Wir können sie nicht töten. Das würde nur Aufmerksamkeit erregen“, zischte Ash von ihrem Sitzplatz aus. „Wir müssen und werden sie töten. Sie stellen eine Bedrohung für uns alle dar. Vor allem jetzt, wo du dich verwandelt hast Daemon“,  erwiderte Matthew angespannt. „schaut zu und lernt. Ich werde euch zeigen wie das geht, wenn wir gelandet sind“
Matt hob seinen Arm und nach einem kurzen ruckeln bewegte sich keiner der anwesenden mehr und auch das Flugzeug blieb in der Luft stehen. Draußen konnte ich die großen, weißen, flauschigen Wolken sehen, die sich nun nicht mehr an uns vorbei bewegten. Das einzige, was noch darauf hin wies, dass nicht alles erstarrt war, waren die anwesenden „Aliens“ und Matthews Gesicht, welches sich immer weiter vor Schmerzen verzog. Scheinbar brauchte es große Anstrengung ein ganzes Flugzeug mit allen Passagieren anzuhalten. Deshalb gab Daemon uns anderen auch ein Zeichen, dass wir die Arum ausschalten sollten. „Gib mir den Stein“, verlangte Dawson, doch ich wollte beweisen, dass ich nicht so schwach war, wie alle dachten. „Dee“, forderte er mich ein weiteres Mal auf, doch ich stand einfach auf und bewegte mich nach vorne. Daraufhin standen auch alle anderen auf und folgten mir zu dem Arum, der sich als Stuardes verkleidet hatte. Der Arum vor Matt war verschwunden und wir vermuteten, dass er mit der Stuardes und seinen zwei Brüdern, die hier irgendwo sein mussten, auf unseren Angriff warteten. Mit einem Blick auf Matt, entschied Dawson sich doch hier zu bleiben und ihm Rückendeckung zu geben. Außer dem war Dawson der Stärkste aus der Gruppe. Ich hatte Andrew und Adam heimlich beim Training beobachtet. Daemon war zwar sehr temperamentvoll und würde alles tun, was zum Wohl der Familie war, egal wie viel es kostet bzw. was er dafür tun müsste. Das Problem war nur, dass er nicht nachdachte, bevor etwas tat. Da war Dawson anders. Er mochte nicht ganz so stark sein, doch war er Daemon ebenbürtig. Dawson dachte nach bevor er etwas tat und wusste auch immer was zu tun war. Er konnte Risiken und Schwächen erkennen. Wenn ich einen meiner Brüder zu meinem Beschützer auswählen müsste könnte ich mich nicht entscheiden. Für mich wäre die Situation entscheidest.
Im Moment jedenfalls war Dawsons Intelligenz gefragt.
„Dee, was hast du vor?“, zischte Adam vorsichtig. Ich würde ihn nicht beachten, nahm ich mir vor. Ash hatte mir gezeigt, dass ich nicht schwach war, nur weil ich ein Mädchen war. Ich war nicht auf meine Brüder angewiesen. „Gib mir den Stein Dee“, schaltete sich Daemon jetzt auch ein. „Nein!“, fauchte ich so zickig wie ich konnte. Ich wusste nicht einmal, weshalb ich so reagierte und ihnen etwas beweisen wollten. Meine Brüder liebten mich und ich wusste das. Sie würden für mich alles tun und ich war immer glücklich gewesen sie zu haben. Ohne Daemon und Dawson, hätte ich das VM nicht überstanden. Wieso tat ich das  jetzt also? Vielleicht lag es daran, dass Adam, Andrew und Ash jetzt da waren.
Während meiner Überlegungen hatte ich gar nicht bemerkt, dass wir inzwischen am Cockpit des Flugzeugs angekommen waren. Hier war eine kleine Tür die zum vorderen Eingangsbereich des Flugzeugs führte. Ich spürte, dass sie da sein mussten. Dieses Gefühl war neu für mich, weshalb ich es auch für einige Sekunden genoss. Jedes Mal wenn wir eine neue Fähigkeit entdeckten fühlte es sich so an, als ob wir einen weiteren Teil von uns entdecken würden, was ja eigentlich auch stimmte. „Und jetzt?“, hörte ich Andrew „Wollen wir deine Schwester da rein gehen lassen und die Arum angreifen? Sie soll uns jetzt den Stein geben und dann erledigen wir das“
Schlagartig drehte ich mich um und sagte was ich dachte: „Ich bin nicht schwach! Warum denkt ihr immer, ihr wärt die Tollsten und Stärksten? Warum gebt ihr uns dann nicht ein Mal die Chance zu beweisen, dass wir nicht nutzlos sind. Ihr seit solche Arschlöcher. Wann begreift ihr endlich, dass wir auch Rechte haben? Warum denkt ihr, ihr wärt etwas Besseres nur weil wir Mädchen sind?“ Dabei schaute ich Ash die ganze Zeit an um mich zu vergewissern, dass das richtig war, was ich sagte. Sie nickte als ich fertig war und schaltete sich dann auch ein: „Ihr solltet lernen, dass wir nicht NICHTS können. Wenn ihr euch um eure Schwester Sorgen macht, bringt ihr lieber bei zu kämpfen anstatt ihr immer alles aus der Hand zu nehmen. Sie wird so oder so kämpfen. Entweder ihr helft ihr oder ihr lasst sie, beziehungsweise uns. Wir werden dort jetzt hinein gehen und sie töten. Wahrscheinlich sind sie zu viert, das heißt wir könnten doch eure Hilfe gebrauchen“
„Okay“, antwortete Andrew und auch Adam nickte, da die beiden wahrscheinlich schon an die Einstellung ihrer Schwester gewöhnt waren. Mich wunderte nur, dass Daemon ebenfalls nickte. Auch wenn ehr sehr misstrauisch gegenüber Ash wirkte, war dass immer noch sehr verständnisvoll von ihm. Er würde immer noch seine kleine Schwester beschützen wollen- obwohl Daemon nur fünf Minuten älter war. „Wenn ich euch das machen lasse, lasst ihr mich aber vorgehen. Ich nehme an, niemand von uns hat jemals einen Arum getötet oder mit ihm gekämpft?“, willigte er jetzt auch mit Worten ein.

Daemon

Langsam öffnete ich die Tür und hielt nach einer Stuardes und einem Passagier Ausschau, doch das einzige was ich bemerkt waren die dunklen Nebelschwaden, die sich langsam durch den Raum auf mich zu bewegten.
„Wie schwarzer Schatten ohne Besitzer, hungrig nach dem Licht und der Liebe die ihnen nicht vergönnt ist“ ich erinnerte mich daran, dass uns diese Geschichte erzählt worden war, noch bevor wir hier auf die Erde kamen. Ich wusste nicht von wem, und damals kannte ich auch nicht die Bedeutung dieser Zeilen. Jetzt in diesem Moment wurde mir klar, dass Arum gemeint waren. So wie wir aus Licht bestanden, waren Arum aus Schatten gebaut. Das wusste ich schon, aber ich hatte nie gedacht jemals alleine gegen einen Arum in seiner waren Gestallt kämpfen zu müssen, weshalb ich auch nicht wusste, wie ich ihn töten konnte ohne Obsidian. „Hör auf dein Gefühl und konzentriere dich auf das, was dich wütend macht, dann schaffst du das schon“, hörte ich Matthews Stimme in meinem Kopf, da er sich wohl verwandelt hatte um die Menschenstarre länger aufrecht halten zu können. Er musste ziemlich viel Kraft verloren haben und wir mussten uns demnach beeilen, weshalb ich seine Worte nicht hinterfragte, sondern einfach tat, was er gesagt hatte. Ich ließ einfach alles los und verwandelte mich in einen Lux zurück. Dann sagte ich zu den anderen: „Verwandelt euch“ und sagte zu Dee noch einmal extra: „Wirf den Stein in den Schatten und dann mach einfach was du für richtig hältst und kämpfe einfach. Ich vertraue dir Die. Ich weiß, dass du kämpfen kannst und nicht weniger wert bist. Du bist meine Schwester und ich habe dich lieb. Egal was du tust. Ich habe nur Angst um dich. Bitte stirb jetzt nicht, sonst sterbe ich mit dir, weil Dawson mich umbringt“ Ich lachte ein wenig um die Stimmung aufzulockern, doch dann griff einer der Arum an. Sie wussten, dass wir erst sechs waren und keine Ahnung hatten, was wir tun sollten. Er kam auf mich zu und packte mich. Sein Griff war kalt und ich merkte wie er langsam die Energie aus mir saugte. Es war als würde mir jemand die Luft abschnüren. Der Einzige Unterschied war, dass ich meine Energie zum Überleben brauchte, aber die Luft nicht. Mit jedem Schlag meines Herzens wurde schwächer und der Arum stärker. Mit meiner Macht hatte der Arum noch mehr Kraft um meine Geschwister, dabei zählte ich die Thompsons komischerweise auch dazu, zu besiegen.
„Dee“, krächzte ich mit letzter Kraft. Daraufhin erwachte sie aus ihrer Starre und warf den Stein in den Schatten, der sofort begann zwischen der menschlichen und der Erscheinungsform der Arum hin und her zu flackern, bevor er sich dann ganz auflöste und nur eine dunkle Flüssigkeit zurück blieb. Vorher schaute er Dee noch nach Mitleid bettelnd in seiner menschlichen Gestallt an, was natürlich Schuldgefühle in ihr ausrufen würde. Ich verstand sie, denn mir würde es genauso gehen, wenn ich jemanden umgebracht hätte, egal ob von freundlicher oder feindlicher Spezies.

Uns hätte klar sein müssen, dass die anderen nach dem Tod ihres Bruders sofort angreifen würden, doch waren wir nicht vorbereitet.
Der nächste Angriff wurde an Dee gerichtet, da sie die tödliche Waffe geworfen hatte. Ich wollte, dass ihr der Schmerz, den ich bis zu dem Tod des Arum gespürt hatte, erspart blieb. Schnell, doch nicht schnell genug, weil der nächste der feindlichen Spezies schon dazwischen kam, wollte ich nach dem Stein greifen, der in der Pfütze lag, die der erste Arum hinterlassen hatte. Er hielt die Kette, die Dawson Dee letztes Jahr zum Geburtstag geschenkt hatte in seiner Hand, da er den Stein nicht anfassen konnte. Es würde ihm nur weh tun und ein Brennen hinterlassen, wenn er sich zurück in einen Menschen verwandeln würde, doch dann wäre er leichter zu besiegen, weil wir dann nicht ganz so viel Kraft benötigen würden um ihn umzubringen. In dieser Zeit halfen Adam und Ash Dee bei der Bekämpfung des Arum, der zu erst an die Rache an seinem Bruder gedacht hatte. Ich hätte genauso gehandelt, wenn ich an seiner Stelle wäre und der, der zu erst daran gedacht hatte die für ihn tödliche Waffe zu stehlen (und damit ehr strategisch war), ähnelte Dawson. Ich sollte aufhören uns mit ihnen zu Identifizieren, dachte ich. Ich würde nur schwach werden, wenn ich einen von uns in ihnen sah.
Auf einmal drängte der Arum bei Dee sie an den nächsten Sitz und versuchte ihre Kraft auszusaugen. Das konnte ich auf gar keinen Fall zu lassen. Mit all meiner Wut, die ich von überall her sammelte und die sich in meinem ganzen Körper angestaut hatte, erschuf ich zwei riesige Lichtbälle.
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