Schmetterlingseffekt

von Alarya
GeschichteMystery, Romanze / P16
28.01.2019
19.02.2019
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Als Lumen bereits zum vierten und fünften Mal aus dem Bad geflitzt kam um sich an Sherines Kleiderschrank zu vergreifen, bevor sie sich alles vom Leib riss und aufs Bett warf, nur um erneut beinahe komplett nackt vor ihrem Bett zu stehen und außer sich ihre Haare zu einem weniger nervenden Zopf band, lehnte sich Melina, die an ihren Haaren zu schaffen war in ihre Richtung. ‘‘Du bringst mich komplett aus der Fassung, mit deinem Herumgetrampel und Umziehen. Was hast du?‘‘ Die Slytherin seufzte und blickte zu den zwei Mädchen, die bereits in schönen Kleidern verpackt waren und nur noch ihre Haare in den Griff bekommen mussten.

Die Winterferien waren schnell vorbeigezogen, seit Silvester hatten sich Lumen und Tom täglich getroffen. Allerdings hatte sie ihre Chance an Silvester, um ans Tagebuch zu kommen, nicht gut genutzt und war nicht weitergekommen. Seither war sie auch nicht mehr auf seinem Zimmer gewesen, was sie durchaus beschäftigte. Sie hatte das Gefühl das Tom immer mehr über sich erzählte, doch nicht in voller Länge versteht sich. Ihre Freundschaft wurde immer inniger und dennoch blieb die Grenze die Beide zogen, um auf der sicheren Seite für sich selbst zu bleiben.

‘‘Ich mache mich ja selbst ganz verrückt, aber ich habe einfach keine Ahnung was ich anziehen soll. Ich selbst besitze nichts das schick genug wäre, ich hasse mich selbst dafür mir nicht vorher Gedanken darum gemacht zu haben.‘‘ Es waren bisher drei Wochen vergangen, seitdem das neue Jahr angebrochen war. Die Schule wollte, aufgrund der bestandenen Prüfungen, ein Fest für die Schüler schmeißen. Man konnte in Begleitung kommen oder auch alleine, es war jedem selbst überlassen. Lumen hatte nur keine Zeit gehabt um sich um geringfüge Dinge wie ein Kleid zu sorgen, wenn doch so viel mehr momentan auf dem Spiel stand. Es war schrecklich.

‘‘Und was war an meinem blauen Kleid verkehrt? Deine blonden Haare harmonieren super mit dieser Farbe.‘‘ strahlte sie Sherine an, die leicht reden hatte in ihrem wunderschön geschnittenen roten Kleid, welches wunderbar mit ihrem langen schwarzen Haar und ihrem Teint harmonierte. ‘‘Zu altmodisch.‘‘ wedelte sie mit den Armen, als sie versuchte das nächste Kleid anzuziehen. Melina mischte sich nun auch ein, ‘‘Dieses Schwarze wird es auch tun, du siehst doch immer toll aus.‘‘ Die Worte ihrer Freundinnen waren sehr aufbauend, zeigten dennoch keine Wirkung. ‘‘Dieses Kleid ist mir zu groß.‘‘ seufzte Lumen, als das Kleid einem zusammengefallenen Ballon glich. Nun erhob sich Melina und ging zu ihrem Kleiderschrank und zog ein weißes Kleid hinaus, welches knielang war und an manchen Stellen einen Schimmer zeigte der nicht zu kitschig wirkte, aber dennoch einen gewissen Pepp in das sonst so schlichte Kleid warf. ‘‘Das wird gehen!‘‘ befahl sie und warf es zu Lumen – schnell zog sich Lumen in Windeseile aus, um das neu ausgewählte Kleid überzuziehen. Als sie in den Spiegel sah, war sie tatsächlich erleichtert. Dies würde gehen, so könnte sie ausgehen. ‘‘Danke euch Beiden.‘‘ flüsterte sie rasch und verschwand schnell ins Bad.

Lumen hatte sich für heute eins vorgenommen, sie musste mit Slughorn sprechen ohne das Tom davon windbekam. Sie würde ihn über Horkruxe ausfragen, sie wusste zwar noch nicht wie sie es verpacken würde, doch ihr sollte schon etwas einfallen. Da war sie sich sicher. Lumen brauchte nicht lange im Bad, sie kam mit offenem Haar hinaus die wellig ihren Rücken hinunterglitten, mit einer Spange leicht mittig zusammengesteckt sodass ihr keine Strähnen ins Gesicht fielen konnten. Sie umrundete nun die Coach und ließ sich neben Sherine fallen. ‘‘Lumen,‘‘ weckte Sherine ihre Aufmerksamkeit, ‘‘Tu uns einen Gefallen und schau nicht so verbissen, lächele bitte. Alexander ist ein toller Junge, intelligent und gutaussehend. Wie die meisten Ravenclaws.‘‘ Sie verdrehte die Augen: ,,Jaja, ich weiß nicht mal wieso ich zugesagt habe. Ich hätte einfach alleine hingehen sollen.‘‘ Empört erntete sie zwei strenge Blicke ihrer Freundinnen, Sherines Mund war leicht geöffnet während sich Melinas Lippen zu zwei dünnen Schlitzen abzeichneten. ‘‘Es ist eine Schande, als Mädchen, alleine zu solch einem Fest zu gehen.. vor allem für eine Slytherin.‘‘ ‘‘Naja..‘‘ Lumen brach ab, sie konnte schließlich nicht erzählen das sie keine Zeit hatte sich zu amüsieren, sie hatte sich etwas vorgenommen und in Begleitung würde dies nicht so gut funktionieren. ‘‘Es hat mit Riddle zu tun, nicht wahr?‘‘ verdrehte Melina ihre Augen, ‘‘Du hast also nur zugesagt zu Alexander, um dich von der Frage abzulenken, ob Tom dich überhaupt noch gefragt hätte. Du weißt doch, Schulsprecher gehen für gewöhnlich alleine hin. Das ist Tradition.‘‘ Nicht in ihrer Zeit, dachte sie sich, aber Melina lag ohnehin falsch. Was würde es schon bedeuten? Nur weil sie mit Alexander auf einen Ball gehen würde, hieß das noch lange nicht das sie heiraten würden. Doch sie beließ es dabei, sollte Melina in ihrer Welt leben.




Lumen wusste überhaupt nicht mehr was sie tat oder tun sollte. Doch hier war sie, Arm in Arm mit einem Ravenclaw der stolz mit ihr an seiner Seite umher stolzierte. Eine halbe Ewigkeit hatte sie mit sich gerungen, doch nun ließ sie sich von Alexander in Richtung der vielen Stimmen führen. Sie betraten den Saal und Hogwarts hatte sich mal wieder übertroffen. Die hohe Decke der großen Halle zeigte den wunderschönen Sternenhimmel, hinzu hingen in der Luft tausende Kerzen, die ständig ihren Platz wechselten, die Beleuchtung war recht düster gehalten doch die warmen Töne durch die goldenen Tischdecken auf den überdimensionalen Tischen, die seitlich zusammengestellt waren, und der ganzen Kerzen sorgte für genügend Helligkeit. Die Musik die im Hintergrund in angenehmer Lautstärke lief, erhellte die Stimmung sofort. Sie war laut genug um sie gut zu hören, doch dröhnte nicht in den Ohren sodass man sich weiterhin gut unterhalten konnte.

Automatisch blickte Lumen durch den ganzen Saal und hielt Ausschau nach Tom. Doch sie erblickte ihn nicht, war er denn gar nicht da? ‘‘Willst du tanzen?‘‘ fragte Alexander und lächelte Lumen an. Sie nickte nur, ihr Blick stets in die Reihen gerichtet. Sie erblickte seine Gruppe, sowie auch Sherine und Melina die lachend tanzten und Spaß hatten, wie jeder der Schüler. Tom war stets nirgends zu sehen.

Lumen tanzte gefühlt seit Stunden, doch in Wahrheit war bisher nicht eine komplette Stunde vergangen. Irgendwann hielt sie es nicht mehr aus und stoppte: ,,Entschuldige mich, ich brauche eine Pause.‘‘ lächelte sie und machte sich nach einem Nicken von Alex davon. Sie kämpfte sich durch die Masse und erblickte ihn, Professor Slughorn, wie er mit vollem Bauch am Essensstand verweilte und sich kleine Hackbällchen in den Mund schob. Lumen drängelte und quetschte sich rücksichtslos durch die Schülermenge, was nicht besonders einfach war in diesen Schuhen. ‘‘Professor.‘‘ rief Lumen, doch er hörte sie nicht. Erst als sie direkt vor ihm stand, bekam sie des Professors Aufmerksamkeit. ‘‘Ms. Thurgood.‘‘ strahlte sie Slughorn mit vollem Mund an: ,,Genießen sie die Feier?‘‘ Sie nickte eifrig. ‘‘Durchaus. Sie auch, Sir?‘‘ Der Professor zeigte auf das Essen und meinte nur: ,,Wie könnte ich nicht?‘‘ Ein herzliches Lachen schallte in Lumens Ohren. Das war perfekt, hier könnten sie tatsächlich gut reden, niemand würde sie belauschen können da die Musik dafür zu laut war. Noch dazu standen sie sehr abgelegen, der Zeitpunkt war perfekt. ‘‘Ich wollte sie etwas fragen, und ich weiß, dass es kein angenehmes Thema ist, aber was wissen sie über…‘‘ Lumen wurde in ihrem Satz abgeschnitten, von keinem geringeren als Tom. ‘‘Ah, Tom. Was eine erfreuliche Überraschung. Sind sie Zwei zusammen hier?‘‘ Komplett ignorierend, total in Vergessenheit geraten behandelte der Professor Lumens angefangenen Satz als hätte er nie existiert. Von wegen hier könnte sie niemand stören. Tom nickte ab: ,,Sie wissen doch, die Schulsprecher kreuzen immer alleine auf. Ansonsten wäre Lumen natürlich an meiner Seite.‘‘ An seiner Seite.. die Art wie er es betont hatte, so scharfsinnig, als würde mehr dahinterstecken. ‘‘Richtig, richtig. Ich vergaß. Genießen Sie die Feier dennoch?‘‘ ‘‘Natürlich, Sir. Die Feier ist wunderbar.‘‘ Lumen lächelte zwischen den Zwei hin und her, etwas enttäuscht, ihre Frage nicht stellen zu können. ‘‘Wenn sie mich entschuldigen, Professor Dumbledore wollte mich noch sprechen.. und außerdem, wenn ich noch länger an diesem Tisch verweile, ist bald nichts mehr übrig.‘‘ Er ging lachend in Richtung von Dumbledore. Lumen erblickte nun Toms kompletten Aufzug, er sah umwerfend aus, komplett in schwarz. ‘‘Hattest du vor, noch lange zu bleiben?‘‘ sah er sie nun an und wartete auf eine Antwort. Verdutzt sah sie ihn an, schaute nun aber suchend in die Menge um nach Alex Ausschau zu halten.. doch er war nicht zu finden. ‘‘Nun ja, eigentlich nicht. Wieso fragst du?‘‘ ‘‘Dann verschaffe mir doch die Ehre und begleite mich auf mein Zimmer.‘‘ Lumen war etwas baff, sie war keine ganze Stunde auf der Feier und sollte diese nun schon verlassen? Es erschien ihr nicht sonderlich nett, doch sie wollte unbedingt mit Tom Zeit verbringen. Sie entschied sich also auch dafür: ,,Ja, klar,..‘‘ sagte sie zaghaft, ‘‘doch ich werde Alex noch Bescheid geben.‘‘ Er nickte nur: ,,Ich warte hier auf dich.‘‘

Lumen machte sich also auf die Suche nach ihm, doch er war nirgends zu sehen. Verblüfft über sein Verschwinden, aber sich nicht wirklich Gedanken darüber am Machen, kehrte sie wieder zu Tom zurück. ‘‘Ich wäre soweit.‘‘ Tom berührte ihren Rücken und flüsterte in ihr rechtes Ohr: ,,Geh schon einmal vor, mir ist noch etwas eingefallen das ich erledigen muss. Es dauert nicht lange, die Tür steht für dich offen.‘‘ Ohne ihre Antwort abzuwarten, verschwand er in Richtung Lehrerschaft. Verhielt er sich komisch? Lumen zuckte mit den Schultern, egal, sie würde eventuell kein zweites Mal die Chance bekommen alleine auf seinem Zimmer zu sein um nach dem Tagebuch zu suchen…



Er hatte nicht gelogen, die Tür hatte sich für Lumen geöffnet und hier war sie nun. Alleine in Tom Riddles Zimmer, Vertrauensschüler und Schulsprecher. Sie atmete einmal tief ein, bevor sie ihre Schuhe auszog und sich vor seine Tasche beinahe zu Boden schmiss. Sie musste sich beeilen. Es dauerte nicht lange, als sie das Tagebuch tatsächlich fand. So einfach, dachte sie sich und schlug es auf. Doch, nichts zu sehen. Sie blätterte wie wild darin herum, doch kein einziger Eintrag. Würde er dies noch tun, oder hatte er lediglich einen Zauber draufgelegt? Ihr Kopf rauchte, hatte er sein Tagebuch zu einem Horkrux gemacht und wenn ja, wann? Sie musste es wissen, hatte er noch andere Zauber benutzt? Verzweifelt dachte sie schon darüber nach ihm alles zu erzählen, wieso sie hier war, vielleicht würde er ihr dann helfen. Doch etwas in ihr sagte nein, so viel Vertrauen dürfe sie nicht haben, noch nicht. Vor der Türe waren Schritte zu hören, weshalb sie so schnell es ging das Buch zurück in die Tasche stopfte und schnell aufstand. Keine Sekunde später betrat er das Zimmer, er hatte nicht gelogen, es würde tatsächlich nicht lange dauern. Doch ihr fiel sofort auf, dass seine Schuhe nass waren. ‘‘Deine Schuhe sind ja nass.‘‘ ‘‘Du hast die Schuhe ausgezogen.‘‘ sagten beide gleichzeitig und verharrten in dem Blickaustausch, akzeptierten jedoch, dass wohl keine Antwort kommen würde von dem jeweils anderen. ‘‘Was musstest du denn noch so Wichtiges erledigen?‘‘ erkundigte sich Lumen. Tom zog seinen Umhang aus und hing diesen an die Wand. ‘‘Professor Dippet wollte mich sprechen.‘‘ ‘‘Weswegen?‘‘ ‘‘Schulunterlagen, langweiliges Zeugs.‘‘ Sie nickte, stets im Raum herumstehend. Dies änderte sie nun, als sie sich auf die Coach von Tom kniete. In Gedanken immer noch bei dem Tagebuch ergriff sie ein Notizheft das direkt vor ihr lag. Sie öffnete es und nahm eine Feder zur Hand, mit welcher sie anfing, eine Schlage ins Heft zu malen. Tom setzte sich neben ihr hin, es war bereits zur Gewohnheit geworden, dass sie einfach die Zeit miteinander verbrachten ohne irgendetwas Bestimmtes zu tun, wie Brettspiele spielen oder lernen, was auch immer das Herz begehrt. Als sie fertig war, kicherte Lumen, ‘‘Tja, malen gehört nicht zu meinen Stärken. Jetzt hast du ein verkorkstes Slytherin Abzeichen in deinem Notizbuch, bewahre es gut.‘‘ sagte sie verführerisch und legte das Heft wieder zurück. ‘‘Wieso warst du mit diesem Ravenclaw eigentlich heute auf der Feier?‘‘ Überrascht schaute sie auf und sah wie sie von Toms Augen beinahe durchstochen wurde, ihr wurde unbehaglich. ‘‘Weil er mich nett gefragt hat.‘‘ Lumen sagte es in einem Ton, als wäre sie nicht sicher ob dies die richtige Antwort sei. Tom nickte nur, sah jedoch nicht zufrieden aus. Eifersucht, schoss es Lumen durch den Kopf.

‘‘Ich bin etwas müde,‘‘ gab Lumen zu, als ihr ein Gähnen über die Lippen kam. ‘‘Möchtest du schlafen gehen?‘‘ Sie wollte gerne bei Tom bleiben, doch die Müdigkeit zwang sie quasi gehen zu müssen, also nickte sie sanft. Daraufhin stand er auf und ging zu seinem Schrank, nahm ein Hemd heraus und reichte es Lumen. Er erntete einen überraschten Blick, ‘‘Du willst das ich hierbleibe?‘‘ Er zuckte mit den Schultern, ‘‘Ich verstehe, wenn du nicht möchtest.‘‘ Er ließ seinen Arm sinken, doch Lumen schüttelte den Kopf und stand auf, das Hemd dankend annehmen. Sie verschwand in seinem Bad, entfernte die Haarklammer und zog sich das Hemd an. Es war nur etwas kürzer als das Kleid, das würde tatsächlich in Ordnung gehen. Sie spülte sich den Mund aus, da sie heute Abend keine Zahnbürste sehen würde. Schließlich ging sie wieder hinaus, Tom saß nachdenklich auf der Coach und ihr Blick fiel auf sein Bett, welches nun aufgeschlagen war. Würde er ihr, sein Bett überlassen? Es schien so, zögerlich machte sie Anstalten in die Richtung seines Bettes zu gehen. Es kamen keine Widerworte, weshalb sie sich ins Bett begab. Es roch nach ihm, wie erwartet. ‘‘Gute Nacht.‘‘ huschte es ihr mit einem weiteren Gähnen über die Lippen. ‘‘Schlaf schön.‘‘ kam es kühl von der Richtung wo die Coach stand.

Als sich Tom, eine weitere Stunde später, auch Bettfertig gemacht hatte, war Lumen stets nicht eingeschlafen. Sie linste zu Tom hinüber, der zwar ein Hemd trug, doch dieses nicht zugeknöpft war. Er räumte ein paar Bücher um, die ihm wohl in folgender Reihenfolge nicht gefielen. Und Lumen, ja, beobachtete ihn währenddessen. Wenn er in ihre Richtung schaute, schlossen sich ihre Augen wieder rechtzeitig. Doch öfters waren sie weit geöffnet, sie klebte regelrecht an ihm.
Wie es kommen musste, war Lumen zu langsam gewesen um auf diesem Blick geschickt durch das Augen schließen auszuweichen. Dort waren sie nun, die Blicke aneinander geheftet, verharrten sie ineinander blickend. ‘‘Ich wusste nicht, dass es dich stören würde…‘‘ meinte Lumen. Tom wusste sofort, dass es um Alexander ging. Er kam Richtung des Bettes und setzte sich. ‘‘Ich auch nicht.‘‘ gab er trocken zu, woraufhin sich Lumen halb aufrichtete. Sie hatte bereits festgestellt, dass es nur eine Decke gab, nämlich ihre. ‘‘Schläfst du jetzt auch… hier?‘‘ stellte sie schüchtern die Frage. Er antwortete ihr nonverbal, indem er sich nun neben sie in das Bett legte. Zaghaft griff Lumen nach seiner Hand, woraufhin er sie anblickte. Nebeneinanderliegend fragte sie ihn: ,,Ich habe dich an Weihnachten etwas Verrücktes machen lassen… darf ich nun auch, etwas Verrücktes tun?‘‘ Grinsend darüber sagte er: ,,Ich werde dich wohl nicht aufhalten können.‘‘ Sein Daumen rieb über ihre Handfläche. Erst jetzt wurde Lumen bewusst, wie nah sie sich bereits waren und sah rasch weg. Doch bevor sie sich Zeit gab um darüber nachzudenken, lehnte sie sich zur Seite und ließ seine Hand los um dies zu bewerkstelligen. Stattdessen legte sie ihre rechte Hand nun auf seine Wange, ihr Puls ging augenblicklich hoch. Tom hingegen sah sie ruhig und eindringlich ein, neugierig was sie nun tun würde. Würde sie es durchziehen? Ihre Augen hatten einen anderen Schimmer angenommen als sonst und nun bemerkte Tom von Neuem, was für schöne Augen sie hatte. In diesem Moment sah sie nur ihn an, keinen anderen. Ihre Hand verweilte stets auf seiner Wange, bereits einige Sekunden hatten sie sich nur angeschaut, ehe sie ihren Daumen über seine Wange rieb, ehe sie auf seinen Hals herabrutschte und die Lippen zart, ganz leicht auf die seinen presste. Das Prickeln in ihren Lippen verbreiteten sich rasend schnell in ihrem ganzen Körper, dieses Gefühl wurde nur verstärkt als er seine Hand automatisiert in ihre Haare gleiten ließ.
Als sich ihre Lippen wieder lösten, atmeten beide bebend ein und ein stockendes Ausatmen war zu hören. Lumens rationales Denken verschwand augenblicklich, weshalb sie sich sofort wieder auf das Bett sinken ließ. Niemand der Beiden sprach, doch Lumen bildete sich ein ihr Herz so laut pochen zu hören, dass es auch einfach Tom hätte hören müssen. Instinktiv rutschte sie etwas näher zu ihm und vergrub ihrem Kopf an die Seite seines Brustkorbes. Verrückt, dachte sie sich, ehe sie merkte wie sich sein Arm schützend um sie legte…



Tief in Hogwarts Fluren, weit unter der Schule, in Richtung Klassenzimmer für Zaubertränke lag ein junger Zauberschüler wie erstarrt auf dem Boden. Die Feier war auf ihrem Höhepunkt, die Schüler tanzten ausgelassen als gäbe es kein Morgen. Unwissend, dass einer von ihnen alleine und nicht im Stande nach Hilfe zu rufen auf dem kalten Boden lag… über ihm, an der Wand war in rot geschrieben:

Die Kammer des Schreckens wurde geöffnet
Feinde des Erben, nehmt euch in Acht
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