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Glück ist nichts für die Ewigkeit

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P12 / Het
Arzu Ritter Dr. Lea Peters Jenne Derbeck
28.01.2019
02.03.2019
12
29.039
3
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41 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
 
28.01.2019 2.146
 
Zu Beginn entschuldige ich mich bei allen, die mich in ihre Favoriten haben und nun enttäuscht sein werden, weil es keine neue Castle Geschichte von mir gibt.  Allerdings würde ich mich sehr freuen, wenn ihr auch die lesen würdet. Vielleicht gibt es ja sogar Leser unter euch, die auch "In aller Freundschaft" kennen und mögen.

Und ich kann euch beruhigen - ich werde Castle nicht untreu. Nur hab ich derzeit einen totalen Hänger in der Geschichte, die ich gerade schreibe und da kam mir die Abwechslung gerade recht.

Es ist meine erste Geschichte zu "In aller Freundschaft" und ich hätte auch nie gedacht, dass ich mal eine zu der Serie schreiben würde und vermutlich werden es auch nicht mehr. Aber ... sag niemals nie.

Wie auch immer - diejenigen von euch, die die Serie anschauen, erkennen sicherlich was ich aus den unter Anmerkungen genannten Folgen und der Serie an s ich übernommen, geändert und ergänzt habe.  
Für die anderen hoffe ich, dass es mir gelungen ist, die Geschichte so zu schreiben, dass sie auch ohne Serienkenntnisse gut lesbar - und interssant - ist.

Drei Punkte, die meine Castle Leser bereits von mir kennen:
- Taschentücher können nicht schaden
- Ich poste ALLE DREI TAGE
- Man kann sich darauf verlassen, dass die Geschichte nicht mittendrin plötzlich aufhört, sondern komplett gepostet wird, da ich   grundsätzlicher erst mit der Veröffentlichung beginne, wenn ich die Geschichte fertig habe.


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Autor: The white Countess
Rating/Pairing:  ab 12 Jahren / Lea & Jenne
Kategorie: Romanze, Drama
Inhalt: Weihnachten naht und obwohl Lea diesem Fest nach wie vor skeptisch gegenübersteht, ist sie Jenne, und natürlich Tim zuliebe, bereit sich … in einem gewissen Maß … darauf einzulassen. Es fiel ihr gar nicht mal so schwer, was sicher auch daran lag, dass sie so glücklich wie noch in ihrem Leben war und mit einer freudigen Nervosität auf das neue Jahr schaute.
Lea ahnte nicht, dass ihre Pläne für die Zukunft nicht die Pläne waren, die das Schicksal für sie bereithielt. Sie sollte es auf sehr schmerzvolle Weise erfahren …
Anmerkung: Basiert auf den Folgen „Gefühlte Ewigkeit“ vom 11.12.18, „Fürchtet euch nicht“ vom 18.12.18 und ein wenig „Auf neuen Wege“ vom 22.01.19. Zudem wird auf eine alte Folge Bezug genommen
Ich habe Szenen und Dialoge übernommen, vieles aber auch geändert/ergänzt, neu geschrieben und die Geschichte fortgeführt
Kapitel:  12   Seiten:  33  (Arial 10) – Veröffentlichung: 28.01. - 02.03.19
Disclaimer: Wie üblich gehört mir außer der Idee zur Story nichts. Alle IaF Charaktere sind Eigentum der Saxonia Media GmbH. Diese Fanfic wurde lediglich zum Spaß geschrieben und nicht um damit Geld zu verdienen. Jegliche Ähnlichkeiten zu Lebenden und Toten Personen sind zufällig und nicht beabsichtigt. Alle weiteren Charaktere sind Eigentum des Autors.

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Lea hatte es sich mit einem Buch auf der Couch in der geräumigen Wohnküche gemütlich gemacht. Es war der letzte Abend ihres einwöchigen Urlaubs und sie genoss ihn auf diese Weise, bevor der Alltag sie am nächsten Tag wieder einholen würde. Der Dienst- und OP Plan war ihr von Dr. Globisch bereits gemailt worden, sodass Lea wusste, was vor ihr lag. Zu ihrem eigenen Erstaunen freute sie sich weit weniger darauf, wieder zu arbeiten, als sie es gewohnt war. Dazu waren die freien Tage einfach viel zu schön und aufregend gewesen.
Lea blätterte gerade eine Seite um, als von der Tür ein tiefes Hohoho zu hören war und wenig später die Frage.
„Na, schöne Frau. Rate mal, wer hier ist.“
Herein kam eine Gestalt, die im Gesicht ausschaute wie der Weihnachtsmann und unten herum, als würde sie einen Strandurlaub planen.
„Mein bezaubernder, aber durchgeknallter Freund“, erwiderte Lea amüsiert, während sie ihn vom Rauschebart über die nackte Brust bis zur Bermuda musterte. Jenne stellt den Karton, den er mit reingebracht hatte, auf den Tisch und kam zu ihr.
„Machst du dich etwa über den Weihnachtsmann lustig?“, wollte er mit leicht verstellter Stimme von ihr wissen.
„Auf den Gedanken würde ich niemals kommen.“ Sie musterte ihn noch einmal. „Wenn du allerdings glaubst, dass du mich in diesem Aufzug anmachst … dann täuschst du dich.“ Sie tat, als würde sie sich wieder in ihr Buch vertiefen, schmunzelte aber noch immer.
„Mhm. Ein Versuch war es wert.“ Er stand auf, ging in den Küchenbereich und goss sich ein Glas Wasser ein. „Meinst du, Tim nimmt mir den Weihnachtsmann ab?“
„Du willst das Weihnachten anziehen?“, vergewisserte sich Lea und ließ ihr Buch sinken. Sie war ja bereit, sich auf Weihnachten einzulassen, aber das kam ihr irgendwie … albern vor.
„Na klar, wann denn sonst? Also das und noch ein bisschen mehr natürlich. Ich habe sogar meine Kiste mit Weihnachtsdekoration im Keller wiedergefunden. Tim soll sein erstes richtiges Weihnachtsfest nicht vergessen. Der Beginn einer Tradition, die er noch an seine Enkel weitergeben wird. Mit Weihnachtsbraten, Weihnachtsbaum und …“ Jenne stoppte in seiner enthusiastischen Rede, als er Leas Blick sah. Selbst über die Entfernung hinweg konnte er erkennen, dass sie nicht begeistert wirkte.
Jenne stellte sein Glas beiseite, nahm Mütze und Vollbart ab, den Schnauzer ließ er dran, und kam in den Wohnbereich zurück. Überraschend war ihre Reaktion für ihn nicht.
„Wie hast du denn früher Weihnachten gefeiert?“
„Gar nicht“, entgegnete Lea. „Mein Vater wollte mir frühzeitig klare Sicht auf die Realität vermitteln.“
„Das ist ihm gelungen“, erwiderte Jenne trocken. „Du armes, armes Mädchen.“
„Wieso arm?“, wollte Lea erstaunt wissen, während sich Jenne wieder vor die Couch kniete.
„Dir ist der Zauber des Unerklärlichen, die Welt der mystischen Geheimnisse vorenthalten worden“, erklärte er ihr und spürte noch heute Mitleid mit dem Mädchen von damals, das scheinbar nie wirklich Kind hatte sein dürfen. „Welch ein Glück, das Tims Vater Sinn für Romantik hat.“
Das konnte Lea nicht auf sich sitzen lassen. „Hey, ich bin auch romantisch.“
Er schüttelte bedächtig den Kopf. „Also in der Märchenwelt wärst du die Eiskönigin.“ Lea kniff die Augen zusammen. „Na gut“, gestand Jenne daraufhin. „Ich bin der Eiskönigin verfallen. Hoffnungslos.“
„Und ich dem Weihnachtsmann“, gab Lea zu.
Ihre Gesichter näherten sich einander, aber Lea zog sich seufzend zurück, bevor es zum Kuss kommen konnte.
„Ich dachte, du zeigst mir jetzt, wie romantisch du bist?“, meinte Jenne enttäuscht.
„Das würde ich liebend gerne, aber ich muss morgen früh raus. Gleich als Erstes erwartet mich ein großes Aneurysma im OP.“
„Verstehe, schlafen statt kuscheln.“
„Genau.“ Lea gab ihm einen Kuss, bevor sie mit dem Finger sanft über seine Lippen fuhr. „Morgen Abend holen wir es nach. Versprochen.“
Da Jenne wusste, wie ernst Lea ihre Arbeit nahm, startete er gar keinen Versuch, sie umzustimmen oder gar zu verführen. Beide standen auf, sie ging zur Tür, er zum Tisch.
„Nun gut, dann schaue ich mir eben meine Kiste an und schwelge in Erinnerungen.“
„Mach das. Gute Nacht.“
„Gute Nacht.“

--

Nicht ganz zwei Stunden später betrat Lea die Wohnküche und stellte erstaunt fest, dass ihr Freund noch immer mit der Kiste beschäftigt war.
„Jenne?“
Erstaunt hob er den Kopf. „Es ist doch noch nicht Morgen, oder?“
„Nein, kurz nach Mitternacht.“ Sie kuschelte sich an ihn. „Ich bin plötzlich aufgewacht und du warst nicht da“, meinte Lea etwas vorwurfsvoll. „Ohne dich an meiner Seite schlafe ich nicht so gut.“
„Tut mir leid, ich habe glatt die Zeit vergessen. Die Erinnerungen, weißt du.“ Er legte den Holzstern, den er in der Hand hielt, auf den Tisch und hob Lea auf die Arme.
„Hey was wird das?“, wollte sie lachend wissen.
„Ich bringe dich jetzt wieder ins Bett, sonst erkältest du dich noch. Und dann schlafen wir.“
„Mhm, einverstanden“, murmelte Lea und ließ ihren Kopf an seine Schulter sinken.

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Am nächsten Morgen spielte Tim in einer Ecke der Wohnküche, während Lea etwas warme Kleidung für ihn einpackte und dabei, nicht zum ersten Mal, herzhaft gähnte.
Sie schaute zu Jenne, versuchte einen bösen Blick, der ihr aber nur zur Hälfte gelang, und meinte frustriert.
„Du solltest mich im Arm halten letzte Nacht, damit ich schlafen kann und mich nicht davon abhalten.“
„Soweit ich mich erinnere, hast du angefangen“, gab Jenne ungerührt zurück.
„Ich habe dir lediglich einen Kuss gegeben“, widersprach Lea. „Einen Gute Nacht Kuss sozusagen.“
„Mhm, aber was für einen“, erwiderte ihr Freund, dann grinste er sie frech an. „Außerdem hättest du dich ja wehren können, aber du kannst mir halt nicht widerstehen.“
Jenne hatte dies natürlich im Spaß gesagt, aber Lea hielt in ihrer Arbeit inne und schaute ihn ungewohnt ernst an. „Nein, das kann ich wirklich nicht und will es auch gar nicht. Dir zu begegnen war das Beste, was mir passieren konnte. Auch wenn ich ein wenig gebraucht habe, um das zu begreifen. Ich liebe dich, Jenne.“
Besorgt suchte er ihren Blick. „Hast du etwas Lea? Geht es dir nicht gut?“
„Nur weil ich dir sage, dass ich dich liebe?“
Er schüttelte den Kopf. „Mich beunruhigt, wie du es sagst.“
„Mir ist letzte Nacht klar geworden, wie sehr du inzwischen zu meinem Leben gehörst, ein Teil von mir geworden bist. Wie sehr ich dich brauche. Das ist schön, aber es macht mir auch Angst. Ohne dich …“
Sie brach ab, weil Jenne sie in seine Arme nahm. „Ich bin ja hier, Lea und werde immer für euch da sein. Ich gehe nicht weg. Versprochen. Ich liebe dich nämlich auch.“
Sie küssten sich, lange und zärtlich. Tim beobachtete sie dabei. Natürlich hatte er keine Ahnung, was seine Eltern da taten, aber es schien ihn zu faszinieren und er plapperte fröhlich vor sich hin. Das allerdings sorgte dafür, dass sich Lea und Jenne trennten.
„Nicht vor dem Kind“, meinte er halbherzig.
Lea lächelte verschmitzt. „Frühzeitige Vermittlung von Realitätssinn. Eltern, die sich lieben, tauschen Zärtlichkeiten aus.“
Sie küssten sich erneut, dann löste sich Jenne von Lea, schaute ganz verwirrt.
„Was wollte ich jetzt noch mal? Ach ja, mich auf den Weg machen.“
„Und warum genau?“
„Eine Überraschung besorgen .. und nein, es wird kein Weihnachtsbaum.“
„Gut.“ Lea traf in der Sekunde, sozusagen aus dem Bauch heraus, die Entscheidung, ihm schon jetzt etwas zu verraten, was sie sich eigentlich für den Abend hatte aufheben wollen. „Ich habe übrigens auch eine Überraschung für dich.“
Neugierig schaute er sie an. „Noch eine? Toppt sie die Überraschung, die du letzte Woche für mich hattest?“
Lea tat, als müsste sie überlegen. „Nein, das wohl nicht, aber ich denke, auch hierüber wirst du dich freuen.“
Sie machte eine Pause und Jenne stöhnte auf. „Lea!“, warnte er und bekam ein warmes Lachen zurück.
„Ich habe zwischen Weihnachten und Neujahr frei.“
Jenne schnappte nach Luft. Das war allerdings eine echte Überraschung. Er hatte sich bereits darauf eingestellt, die Tage damit zu verbringen, darauf zu warten, dass seine Liebste von der Arbeit heimkam, um sie dann zu verwöhnen.
„Aber du …“
Sie nickte und unterbrach ihn damit. „Ich habe immer gesagt, Weihnachten wäre mir nicht wichtig. Dass es für mich ganz normale Tage sind. Trotz Freund und Kind.“
„Weswegen du dich auch zum Weihnachtsdienst gemeldet hast“, fügte Jenne noch hinzu.
„Das war bereits im Oktober, wie du weißt. Da habe ich auch noch so gedacht.“ Lea zuckte mit den Schultern. „Es hat sich viel in meinem Leben geändert, seit ich dich kenne. Manches schneller, manches langsamer. Dies gehört dazu. Ich weiß mit diesem Fest noch immer nicht wirklich was anzufangen, aber ich möchte es lernen, weil es dir wichtig ist. Also hab ich Dr. Globisch angerufen, um sie zu fragen, ob es eine Möglichkeit geben würde, doch freizubekommen und hatte Glück. Dr. Stein hatte seinen Urlaub zurückgezogen, weil es bei ihm wohl irgendwelche Planänderungen gab. So kann er meinen Dienst übernehmen und ich verbringe die Tage mit euch.“
Jenne lachte. „Du hast recht … es toppt die andere Überraschung nicht, kommt aber gleich an zweiter Stelle.“ Dann stutzte er. „Wann hast du eigentlich mit Dr. Globisch gesprochen?“
„Gestern Abend, als du mit Tim eine Wasserschlacht im Badezimmer veranstaltet hast, habe ich sie angerufen.“
„Moment, dann hast du davon bereits gewusst, als wir später über Traditionen sprachen und du mich angeschaut hast, als wäre ich verrückt.“
Lea grinste. „Tja, was soll ich sagen? Ich kann nicht nur romantisch, sondern auch geheimnisvoll.“
„Da lerne ich ganz neue Seiten an dir kennen“, meinte Jenne kopfschüttelnd, um dann aber zu strahlen. „Das wird ein tolles Weihnachten“, meinte er und küsste Lea noch einmal innig. „Nun muss ich aber los.“ Seufzend löste sich Jenne von ihr, nahm Tim hoch, warf seiner Freundin eine Kusshand zu und verließ fröhlich pfeifend die Wohnung.
So also fühlt sich Glück an, dachte Lea mit einem Lächeln und leicht verklärtem Blick … bis ihr plötzlich etwas in den Sinn kam, was ihr Vater einmal zu ihr gesagt hatte <Glück ist nichts für die Ewigkeit>. Es war noch gar nicht so lange her, da hätte Lea diesen Satz ohne Wenn und Aber unterschrieben. Doch auch das hatte sich geändert. Sie sah die Welt nicht mehr nur schwarz-weiß, sondern bunt. Und derzeit ziemlich rosafarben.

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Das war es nun mit dem ersten Kapitel und natürlich hoffe ich, es hat euch gefallen und neugierig gemacht. In drei Tagen geht es weiter.
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