Eine Welt in federweich und krallendunkel

von Josephina
DrabbleRomanze, Schmerz/Trost / P12
28.01.2019
21.03.2019
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Wie sie, deren Hände vor wenigen, kläglichen Momenten noch einen Brief hielten, den er ihr geschrieben hatte, das dünne, mit Worten und Gefühlten vollgepackte, verzierte, überladene Stück Papier fast lautlos auf den Boden gleiten ließ. Fast achtlos und doch so sinnvoll.
Wie sie sich erhob, als hätte er an einer unsichtbaren, dünnen Schnur gezogen, als hätte er ihr einen strengen Befehl erteilt, den er hätte niemals über seine schmalen Lippen bringen können.
Wie sich ihre Blicke trafen. Nichtssagend und wissend zugleich. Unschuldig, doch liebevoll zugleich.
Wie die Zeit schien für einen Moment, für Minuten, für Stunden stillzustehen, eingefroren zu sein, zwischen der Wärme, die in den Wangen beider nach und nach lodernd aufstieg.

Wie sich langsam unsichere Hände auf dünnen und auf farbigen Stoff legten. Nicht zogen, nicht zerrten, nicht drängten. Da waren und halten wollten.

Wie alles verschwamm, weich wurde, zu versinken und zu benebeln drohte und gleichzeitig so klar, so durchsichtig blieb.

Wie sie sich zum ersten Mal zaghaft, gleichzeitig fest, über alles bestimmend in ihre Arme schlossen. Nicht losließen. Nicht sprachen.

Wie sie sich mit Achtsamkeit umarmten. Zu kurz, als dass sie zufriedengestellt wären. Zu lange, um das Gefühl zwischen zu ignorieren oder zum Schweigen zu bringen.
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