you should see me in a crown

von Aokaze
GeschichteThriller, Tragödie / P18 Slash
Hideyoshi Nagachika Ken Kaneki Nimura Furuta Rize Kamishiro
27.01.2019
24.06.2019
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Die Nacht war kalt, aber sternenklar. Auf den Straßen Tokyos kamen ihnen kaum noch Menschen entgegen - kein Wunder. Sie verzichteten darauf sich in der unmittelbaren Nähe der Hauptstraßen aufzuhalten.
Es war ruhig hier und es würde ruhig sein, dort wo sie hingingen.
Ken hörte lediglich ihre Schritte, die von den Wänden der verzweigten Gassen eigenartig widerhallten.
Licht gab es kaum welches und wenn sie doch eine Straßenlaterne passierten, warf ihr Schein unheimliche Schatten.
„Es ist nicht mehr weit, oder?", fragte Ken irgendwann.
Es war nicht so, dass er sich direkt fürchtete draußen umherzulaufen.
Immerhin war es im 20. Bezirk mehr als unwahrscheinlich auf Tauben zu treffen.
Sie lebten in einigermaßen friedlichen Zeiten.
Und letztendlich waren sie nur unterwegs, um auf harmlose Art und Weise ihre Vorräte auffüllen.
Nach Leichen von Selbstmordopfern zu suchen und von ihrem Fleisch zu zehren war immerhin eine gute Lösung. Eine kluge Lösung. Eine friedvolle Lösung.
Niemand musste sterben, damit sie ihr eigenes Überleben sichern konnten.
Und sie hatten einen wirklich vielversprechenden Ort entdeckt.
Die Yanagi-Brücke befand sich in einem der ärmeren Viertel Tokyos. Unglückliche Menschen gab es unzählige, aber die Leute in diesem Teil der Stadt waren wohl besonders prädestiniert dafür sich in ihrem Elend zu suhlen und ihrem Leben schließlich ein Ende zu machen.
Es kam gar nicht so selten vor, dass verzweifelte Seelen sich von dieser Brücke stürzten.
Ihre nächsten Anlaufstellen waren diverse Bahngleise. Solche, die weniger gut befahren und somit nicht permanent von Kameras überwacht wurden.
Es gab noch einige andere Orte, an denen sie regelmäßig nachsahen. Im Antik hing sogar eine Karte der umliegenden Bezirke mit potenziellen Zielen.

Wenn sie Pech hatten, würde es eine lange Nacht werden.

„Nein, es muss irgendwo hier sein", antwortete Touka knapp.
Sie ging voran. Sah nicht zu ihm zurück, sondern konzentrierte sich darauf, was vor ihnen lang. Ken spürte ihre Anspannung und ohne das er es wollte, übertrug sie sich auch auf ihn.
Ken umfasste die Träger seines Rucksacks fester. Er versuchte auf verdächtige Geräusche und Gerüche zu achten.
Es mochte vielleicht unwahrscheinlich sein, dass sie auf Tauben trafen - aber auch andere Ghoule stellten eine ernstzunehmende Gefahr für sie dar.
Ken war ein Halbghoul und somit nicht nur ein Feind der Menschen.
Er würde auch von ihresgleichen gnadenlos gejagt und getötet werden.
Ken zog sich seine Kapuze tiefer ins Gesicht.
Es wäre eine Katastrophe, wenn jemand fremdes erfahren würde, was er war.

Und das letzte was er wollte, war es seine Freunde in Gefahr zu bringen.

Das Anteiku hatte ihn aufgenommen, als er noch ganz klein gewesen war.
Ken wurde entweder von seinen Eltern verlassen oder sie hatten ihn versteckt und waren getötet worden.
Yoshimura hatte ihn zwischen Mülltonnen in einer einsamen Seitengasse gefunden.
Er war vollkommen verdreckt und bereits halb verhungert gewesen. Fast hätte Ken nicht überlebt. Aber er war irgendwie durch gekommen.
Yoshimura hatte ihn gerettet und ihm ein Zuhause gegeben.
Einem Halbghoul.
Er hatte wirklich unvorstellbares Glück gehabt.
Jeder andere Ghoul hätte ihn dort zum Sterben zurückgelassen... oder ihm gleich den Gnadenstoß versetzt.
Ken war Yoshimura unendlich dankbar dafür.
Er konnte nur versuchen ihm und seinen Freunden etwas zurückzugeben.
Sich irgendwie nützlich machen und dabei zu helfen sein Zuhause zu erhalten.

„Ehm... Touka?", fragte Ken zögerlich und verlangsamte seine Schritte.
„Was ist denn?", zischte sie und warf ihm einen finsteren Blick über die Schulter zu, „Beweg dich gefälligst, ich hab keine Lust die ganze Nacht zu brauchen."
Ken nahm ihr den harschen Tonfall nicht übel. Er kannte sie schon eine Ewigkeit und wusste, dass sie es nicht wirklich böse meinte.
Sie war schon immer so gewesen.
Man konnte sagen, dass sie miteinander aufgewachsen waren.

An seinem siebten Geburtstag hatte Yomo die kleine Touka mitgebracht. Ken erinnerte sich noch gut daran, wie sehr sie geweint hatte.
Er hatte versucht sie irgendwie zu trösten, obwohl er nicht wusste warum sie so traurig war.
Aber Touka hatte ihn grob weggeschubst. "Lass mich!", hatte sie gerufen und mit ihren kleinen Fäusten nach ihm geschlagen.
Jede seiner Annäherungen hatte sie verbissen abgewehrt.
Es mussten erst Wochen vergehen, bis sie sich irgendwie zusammenrauften. Touka war sehr einsam gewesen und hatte sich eines Tages bei ihm entschuldigt und gefragt, ob sie vielleicht doch miteinander spielen wollten.
"Nur, wenn du noch magst...", hatte sie damals mit schuldbewusster Miene gesagt.
Ken nahm ihr dieses Verhalten nicht übel. Das hatte er nie, denn er wusste wie schwer es für sie gewesen war.

Noch heute fiel es ihr nicht leicht ganz normal mit anderen umzugehen.
Sie schaffte es kaum, sich jemanden zu öffnen. Touka war nicht gut darin ihre Gefühle zu zeigen.
Sie versteckte sich gerne hinter ihrer rauen Schale.

"Riechst du das nicht?", fragte Ken leise und blieb schließlich ganz stehen.
Touka verdrehte genervt die Augen und hielt dann ebenfalls, wenn auch widerwillig, inne.
"Was denn?"
"Ist das nicht Blut? Von... von Menschen?"
Touka zuckte gleichgültig die Schultern.
"Und wenn schon. Wir machen einfach einen Bogen um die und stören sie nicht beim Fressen. Stell dich nicht so an. Komm jetzt."
Ken zögerte jedoch.
"Was, wenn sie uns trotzdem bemerken? Wenn wir in ihr Revier eingedrungen sind? Wir können nicht riskieren, dass sie uns angreifen."
"Schwachsinn. In dieser Gegend hat niemand sein Revier", stritt Touka ab und doch spiegelte sich in ihren Augen ein Funken Unsicherheit.
Wenn sie sich irrte, könnten sie in ernsthafte Schwierigkeiten geraten.

Es kam nicht selten vor, dass Ghoule ihre Reviere wechselten, sie ausbreiteten oder neue Gruppen aus anderen Bezirken herkamen und ein Gebiet für sich beanspruchten.

Und die meisten Ghoule sahen es überhaupt nicht gern, wenn jemand ungefragt in ihr Revier eindrang. Viele waren sehr territorial und wenn man keinen Ärger wollte, hielt man sich besser fern.
Bisher war ihnen das auch immer gut gelungen.
Das Antik wusste über die meisten Gruppen im 20. Bezirk Bescheid, pflegte mit einigen sogar ein freundschaftliches Verhältnis.
Soweit sie wussten dürften sich hier keine Ghoule niedergelassen haben. Doch was, wenn sich das geändert hatte?
Um zur Yanagi-Brücke zu gelangen mussten sie möglicherweise feindliches Territorium durchqueren. Das Risiko war es eigentlich nicht wert.

"Vielleicht sollten wir besser umkehren...", schlug Ken vor und lächelte unsicher.
"Ich meine... Es gibt noch andere Stellen an denen wir suchen können."
Touka verschränkte die Arme vor der Brust und  schien abzuwägen.
"Du weißt doch, das wir dringend Vorräte brauchen, oder?", fragte sie dann und blickte dabei so grimmig drein, als wäre das ganz allein seine Schuld.
"Wir können es uns nicht leisten mit leeren Händen zurückzukommen. Bis zum Sonnenaufgang bleiben uns nur noch ein paar Stunden. Die Yanagi-Brücke ist am nächsten. Wenn wir jetzt umdrehen, verlieren wir zu viel Zeit und ich bin sicher, dass wir dort fündig werden. Ich hab bei der Arbeit zufällig ein Gespräch belauscht... Zwei Ghoule aus dem achten Bezirk sollen für Notfälle in der Nähe Vorräte gelagert haben. Möglichst weit weg von ihrem Revier, damit sie etwas in der Rückhand haben, sollten sie von dort vertrieben werden. Ich schlage vor, wir holen uns die. Das ist für uns am Günstigsten."
Ken biss sich auf die Unterlippe und sah zu Boden.

"Du willst andere bestehlen?", fragte Ken dann niedergeschlagen. Irgendwie hätte er nicht erwartet, dass Touka so etwas in Erwägung zog.
"Denkst du etwa, dass alle solche weichgespülten Vollidioten sind wie du?", knurrte Touka ihn an und packt nach seinen Schultern.
"Sie mich an!"
Ken zwang sich dazu ihren feurigen Blick zu erwidern und nicht zu versuchen sich ihrem Griff zu entziehen, um zurückzuweichen.
"Niemand nimmt Rücksicht auf dich. Wenn du Schwäche zeigst, wird es immer welche geben, die sie ausnutzen wollen. Wer das nicht lernt, der kommt in dieser Welt nicht weit. Die Typen haben selbst Schuld, wenn die in aller Öffentlichkeit über ihr Versteck reden. Wir brauchen Nahrung und sie haben welche. Und wenn wir sie nicht bestehlen, werden es irgendwann andere tun. Verstanden?"
Mit diesen Worten stieß Touka ihn von sich.
"Sieh das endlich ein. Mit einem Halbghoul wie dir hätte keiner von denen Mitleid. Für die bist du nichts weiter als ein dreckiger, wertloser Bastard. Also hör schon auf hier rumzuheulen. Alles was zählt sind einzig und allein wir!"
Ken haderte noch einen Moment mit sich, bevor er schließlich ergeben die Schultern hängen ließ und nickte.

"In Ordnung..."
Touka wirkte daraufhin tatsächlich ein wenig zufriedener mit ihm und entspannte sich langsam.
"Gut, dass du das einsiehst."
Einen kurzen Moment schwiegen sie, bevor Touka wieder das Wort ergriff.
"Es riecht nach Regen. Den können wir zu unserem Vorteil nutzen."

Nur wenig später begann es tatsächlich zu regnen. Erst waren es bloß einige Tropfen, aber schon bald wurde der Niederschlag so stark, dass er ihre Schritte übertönte und ihren Geruch aus der Luft fortwusch.
Die Bedingungen waren wirklich optimal.

"Lass uns einen Zahn zulegen", schlug Touka vor, die sich die Kapuze ihres Hoodies nun wie Ken tief ins Gesicht gezogen hatte.
"Ja... okay", stimmte er zu und Touka fing an zu laufen. Ken folgte ihr in dem selben Tempo.
Wasser spritzte von den Straßen auf, als sie durch den strömenden Regen rannten. Mittlerweile war Ken bis auf die Knochen durchnässt.
Aber durch das Laufen hielt er sich warm.
Sie kamen gut voran.

Doch kurz vor einer Abzweigung der immer enger werdenden Seitengasse drangen leise Stimmen zu ihnen. Touka blieb abrupt stehen und auch Ken stoppte sofort. Der Blutgeruch war so schwer und dicht, dass selbst der Regen ihn nicht vollständig verdrängte.
"Weiter", knurrte Touka nach einem Moment des Abwartens schließlich. Sie stieß Ken drängend gegen den Arm und bedeutete ihm, ihr umgehend zu folgen. Er nickte und sie rannten weiter.
Das Rauschen des Regens alles war, was noch die Stille durchbrach.
Seine Glieder waren mittlerweile eigenartig steif vor Kälte und er fröstelte. Das bemerkte Ken allerdings erst, als sie sich wieder in Bewegung setzten. Touka huschte an der Abzweigung vorbei. So schnell, dass sie von weitem nur wie ein verschwommener Schemen aussehen konnte. Auch Ken beeilte sich, um diese möglichst ungesehen zu passieren.
Für eine Sekunde blickte Ken in die Abzweigung. Niemand war zu sehen, aber die Stimmen schienen nun noch näher zu sein.
Kaum war er drüben, rannte Touka auch schon weiter und Ken hetzte ihr hinterher.

Als sie eine beachtliche Strecke zurückgelegt hatten, war Ken davon überzeugt, dass es sicher genug war, um wieder zu reden.
"Wer waren die?", fragte er und warf einen Blick zurück, um eventuelle Verfolger rechtzeitig zu entdecken. Aber niemand folgte ihnen.
"Woher zum Teufel soll ich das wissen?", erwiderte Touka gereizt, "Ist ja auch egal. Sicherlich bloß welche auf der Durchreise."
"Ähm... ja, vermutlich", murmelte Ken, "Aber sie haben in unserem Bezirk gejagt... vielleicht sollten wir das abklären... falls das noch mal vorkommt, meine ich."
"Vielleicht", erwiderte Touka abgehackt.
Es dauerte nicht mehr lange, bis die Seitengasse breiter wurde und sie über einige Müllcontainer auf ein Dach springen konnten. Hier oben fühlte sich Ken nicht mehr so eingeengt und konnte freier atmen.
Touka ging vor ihm her, drehte sich weder zu ihm um, noch richtete sie ein weiteres Wort an ihn. Irgendwie wurde Ken das Gefühl nicht los, dass sie sich ernsthaft Sorgen machte. Kein Wunder. Neue Ghoulgruppen bedeuteten immer Ärger.
Das Antik hatte einen großen Einfluss auf den zwanzigsten Bezirk.
Yoshimura half denjenigen, die zu schwach waren selbst jagen zu gehen und sorgte nach Kräften dafür, dass nicht zu viele Menschen in diesem Bereich von Tokyo getötet wurden.
Das letzte was sie wollten war es dem CCG einen Grund zu geben ihre Maßnahmen zu verschärfen und mehr Ermittler zu schicken.
Die meisten Ghoulgruppen wanderten von einem Bezirk in den nächsten. Sie waren somit immer in Bewegung und würde kaum Aufmerksamkeit auf ihren Bezirk lenken. Doch es gab auch viele Ghoule die sich hier niederließen, weil das Leben um einiges sicherer war, als in anderen Stadtteilen.
Der Preis dafür war sich an gewisse Regeln zu halten, die vom Antik aufgestellt wurden.

Erstens: Töte nur so viel, wie du wirklich zum Überleben brauchst.
Zweitens: Das gezielte Jagen von Ermittlern ist streng untersagt.
Drittens: Aggressionen gegenüber Gleichartigen ist in annehmbaren Grenzen zu halten.

Das Antik gab sich wirklich Mühe dabei, diese Regeln durchzusetzen und tatsächlich gab es nur einige wenige Ghoule, auf die Yoshimura ein Auge haben musste, damit der Frieden nicht empfindlich gestört wurde. Und falls es doch einmal Ärger gab, nahmen die meisten Ghoule eine Drohung von Yoshimura ernst und zollten ihm einiges an Respekt.
Ken hatte ihn zwar nie kämpfen gesehen, aber Yoshimura musste wohl sehr stark sein. Seine beherrschte, konzentriere Ausstrahlung vermittelte automatisch Macht. Jemanden, der in jeder noch so heiklen Situation einen kühlen Kopf bewahren konnte, musste viel Vertrauen in seine Fähigkeiten haben.
Einen gesamten Bezirk zu kontrollieren war eine für die meisten Ghoule kaum zu realisierende Aufgabe - aber Yoshimura schaffte es mit einer beneidenswerten Leichtigkeit.

Wie lange sie noch stumm durch den Regen schritten, wusste Ken nicht. Seine Finger fühlten sich klamm an und er begann müde zu werden. Die letzte Woche hatte ihn wirklich geschafft, er hatte kaum noch gewusst, wo ihm der Kopf stand.
Die Klausurenphase an seiner Universität stand nämlich kurz bevor, weshalb er neben den Vorlesungen auch noch in der Bibliothek regelmäßig Bücher wälzen war. Nachmittag oder abends arbeitete er im Antik und kurz vor dem Schlafen gehen kam er nicht drumherum für den nächsten Tag Stoff für weitere Vorlesungen auf- und vorzuarbeiten. Dementsprechend gerädert fühlte er sich jetzt – und da morgen Montag war, würde er diese Nacht wohl kaum Schlaf abbekommen.
Touka blieb irgendwann schließlich stehen. Ihre Schultern sanken herab und als sie sich zu ihm umdrehte, wirkte auch sie eigenartig erschöpft.

„Vielleicht sollten wir es für heute gut sein lassen“, sagte sie mit einem Gesichtsausdruck, als habe sie gerade in eine Zitrone gebissen.
Es war offensichtlich, dass sie nur äußerst widerwillig vorschlug, umzukehren.
Für einen Moment war Ken von ihrem Sinneswandel zu perplex um zu antworten.
„Aber... aber warum denn?“, fragte er, als Touka bereits umgedreht und an ihm vorbei gegangen war – schnurstracks in die Richtung, aus der sie gekommen waren.
„Zu riskant“, erwiderte sie bestimmt, „Wir sollten besser auf Nummer sicher gehen. Wenn sich wirklich fremde Ghoule in unserer Nähe aufhalten, sollten wir gewährleisten, dass sie uns nicht bemerken. Es ist zu gefährlich weiterzugehen. Wenn wir auf den Dächern bleiben, dürften wir ohne Probleme ungesehen zurückkommen können.“
„Aber was ist mit den Vorräten? Du warst doch diejenige, die meinte wir können nicht mit leeren Händen zurückkehren! Du... du warst sogar bereit andere zu bestehlen!“, warf Ken ihr vor, halb enttäuscht, halb vorwurfsvoll. Er wusste selbst nicht so genau, was er davon jetzt halten sollte. Sie hätten schon viel eher umdrehen können, aber Touka hatte seinen Vorschlag so vehement abgeschmettert, dass er sich fast schon dafür geschämt hatte, wie ein Feigling bei der erstbesten Gelegenheit die Nahrungssuche abbrechen zu wollen.
Und jetzt? Jetzt hatten sie lediglich Zeit und Energie verschwendet...
Touka wirbelte zu ihm herum, unverkennbar wütend über seinen Protest.
„Scheiß auf die Vorräte, verdammt! Was haben die anderen davon, wenn wir überhaupt nicht mehr zurückkommen?! Schalt mal dein Hirn ein, wir können uns ja nicht einmal sicher sein, ob das mit den versteckten Vorräten überhaupt stimmt. Es könnte auch eine Falle sein! Und wir können nicht kämpfen.“
„Ja, schon klar“, murmelte Ken, den plötzlich das schlechte Gewissen packte. Er dachte an Hinami, die noch so jung war, dass sie noch sehr viel regelmäßiger Fleisch benötigte, als sie selbst. „Weil ich ein Halbghoul bin und mich niemand sehen darf. Denkst du ich weiß das inzwischen nicht?“
„Nein, deshalb nicht“, fuhr ihn Touka wutentbrannt an, „sondern weil du ein Schwächling bist! Und jetzt komm endlich. Mir ist kalt, ich will nicht länger im verdammten Regen stehen.“
Ken senkte den Blick und ballte die Hände zu Fäusten.

Es war immer alles seine Schuld.