Mehr als wir wollten

von -Lumi-
GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P18 Slash
FC Bayern München
27.01.2019
10.10.2019
14
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Kapitel 13



[München Allianz Arena, im Herbst davor]

Fuck. Fuck. Fuck. Das durfte jetzt nicht wahr sein!
Mit einem lauten Knall flog die Toilettentür hinter ihm zu. Er wirbelte herum und biss sich grantig in den Handrücken. Er brüllte lautlos. Schweiß vermischte sich mit Duschwasser, tropfte und schmeckte ekelhaft. Ein wenig Shampoo hing noch in seinen Haaren, in das sich grob seine Finger bohrten, jedoch wegen dem Friseurbesuch kürzlich kaum etwas zum Zupfen fanden. Die nassen Badeschlappen, die fast dafür gesorgt hatten, dass er sich beim Sprint aus der Mannschaftsdusche hierher auf die Schnauze gelegt hätte, waren ihm viel zu groß. Es waren nicht seine. Egal.
Er stützte sich mit der einen Hand an den kalten Fliesen ab, keuchte viel zu laut, zum Glück war er alleine, und riss das Handtuch, das er noch notgedrungen um seine Hüfte gebunden hatte, mit der anderen Hand weg. Er war nackt. So richtig nackt. Und ihm war elendig heiß. Er spürte es nicht nur. Er sah es auch. Und fast hätten es alle gesehen.

Es kam nicht vom Spiel. Es kam verdammt noch mal nicht vom fünf zu null, das Feuer verdient hätte, oder von den zwei Torvorlagen, die er dazu beigetragen hatte, die auch Feuer verdient hätten. Ein daraus resultierendes Tor hatte auch er geschossen. Leon. Von ihm ging diese Hitze aus, beziehungsweise wegen ihm, das wusste er, er war ja nicht bescheuert.
Leon hatte auf dem Spielfeld gestrahlt wie ein Atomkraftwerk nach einem Reaktorunfall. Besonders nach seinem Tor. Stark. Schön. Glücklich. Er war auf ihn im Freudenrausch zugelaufen, hatte ihn mit seinen warmen Händen angefasst, Schulter, Rücken, Oberschenkel, ihn umarmt und hochgehoben. Er war viel zu nah gewesen. Körper an Körper. Schweiß und Parfüm. Heftiger Herzschlag. Viel zu viel Testosteron. Ein wenig zu enorm. Kleiner, kontrollierbarer Flächenbrand. Nur kurz. Dann waren zehn andere Hände und fünf andere Körper an ihnen dran gewesen. Fast so wie immer. Fast.
Und dann…

Leon hatte auch nach Abpfiff in der Kabine nicht aufgehört zu strahlen. Er hatte ihn angesehen und angelächelt, schön und warm, während er sich unter die Dusche gegenüber gestellt hatte, sich eingeseift hatte. Härchen. Muskeln. Haut. Er hatte ihn schon oft in sämtlichen Stadien der Pubertät nackt unter der Dusche gesehen, beiläufig, nicht begierig, alle paar Monate mal bei der Nationalmannschaft. Er hatte ihn dort nicht anders angesehen als die zehn anderen Nackten um sie herum auch.
Er hatte zuvor nicht diese wirren Träume gehabt. Diese homoerotischen Fantasien. Diese unheimliche Hitze. Sie kam. Weil er nicht aufhörte. Weil er ständig da war. Oder es. Seit er hier bei den Münchnern spielte. Ihm war all die Jahre ihre Jugend nie bewusst aufgefallen, wie perfekt er war. Nicht nur sein Körper. Einfach alles. Er hatte ihn immer schon gerne in seiner Nähe gehabt, ihn attraktiv gefunden, ihn für seinen Charakter und seine Stärke bewundert, aber doch nicht… so.
Denn eben hatte er nicht aufhören können es aufzusaugen. Seinen Blick. Seinen Anblick. Er hatte es einfach nicht gekonnt. Sein Kopf hatte dabei die schönsten Farben erzeugt. Sprudelwasser von oben. Ameisenstraße von unten. Schlagzeug irgendwo in der Mitte. Er war gefallen. Irgendwohin.
Er war plötzlich wieder viel zu nah gewesen. Sein Handtuch hatte unmittelbar in seiner Nähe gehangen. Er hatte es sich gegriffen und ihm ins Ohr geflüstert:

„Geil gespielt, Jo. Super Kombi.“

Sehr geil. Ja.
Und nicht nur sein Hirn hatte reagiert, sondern auch sein Körper. Hitze in Form von Blut in seinem Schwellkörper. Testosterontsunami. Sehr großer, nicht kontrollierbarer Flächenbrand. Gute Kombi. Nein. Und nun stand er hier. Im wahrsten Sinne des Wortes.
Was nur stimmte nicht mit ihm?
Er musste sein männliches Problem loswerden. Schnell. Bevor auffiel, dass er fehlte. An etwas anderes denken. Entspannen. Wie zur Hölle sollte er entspannen? Er hatte das Gefühl, dass er den Verstand verlor. Oder ihn bereits verloren hatte.

Immer noch waren da viel zu viele Bilder von braunen, nassen Locken in seinem Kopf. Dunklen Augen. Bartstoppeln. Viel zu viel nackter, männlicher Körper. Er fantasierte vom Anfassen und Küssen, von so richtig schmutzigen Dingen.
Scheiße, er war doch selbst ein Kerl!  Das war komplett verkehrt jetzt! Er war nicht schwul. Definitiv nicht. Bei seiner Freundin hatte er auch diesen Wahnsinn gehabt. Wegen Brüsten und weiblichen Rundungen. Das hatte er sich nicht eingebildet. Wobei er sich das hier auch nicht einbilden konnte. Er sah es doch. Und fühlte es. War er gerade ernsthaft geil wegen eines Schwanzes?
Er brauchte Eis. Irgendetwas ganz Kaltes.
Der Bus würde bald pünktlich abfahren. Mit Leon. Angezogen. Immer noch strahlend. Heiß. Selbst dieser Gedanke brachte ihn wahnsinnig durcheinander. Brauchte er jetzt nicht mal mehr den Gedanken an nackte Haut, oder was? Fuck. Er war doch kein verzweifelter Teenie mehr. Das musste sich doch geben! Was sollte er tun?

Er atmete wild, wütete im Kopf, strich sich das Wasser von der Brust, rubbelte mit dem Handtuch darüber und griff nach seinem Glied, um es gewaltsam nach unten zu biegen. Die Selbstberührung verfehlte ihr Ziel. Warme Finger. Reibung. Keine gute Idee. Und doch. Irgendetwas Starkes in ihm hielt es für eine verdammt gute Idee. Schon wieder eine Berührung. Ein Bild in seinem Kopf. Leon. Angezogen. Er wimmerte und griff fester. Fuck. Und wieder. Er schwamm wie ferngesteuert im Wasser, in das man eine Brausetablette reingeworfen hatte. Leon ausgezogen. Eben. Dusche. Körper. Sein Atem an seinem Ohr. Oh fuck! Leichte Berührung. Heftige Berührung. Leon, der erregt war. Er kaute auf seinem Unterarm wie ein Hund an einem Knochen. Die Hitze in ihm wurde unerträglich.
Großer Gott, wenn jetzt einer zufällig auf die Toilette musste, war er so richtig am Arsch, aber glücklicherweise kam niemand, außer er selbst.
Ein paar Bewegungen mit seiner Hand und ganz wenige Bilder in seinem Kopf reichten aus, er keuchte seinen Orgasmus hinaus, spritzte gegen die Fliesenwand und starb innerlich dabei. Dann hechelte er sich auf Normaltemperatur herunter und hielt sich an der Toilettentür fest. Er wurde schnell wieder klar im Kopf und ihm wurde kalt. War das jetzt sein ernst gewesen? Im Stadion? Auf dem Klo? Nach einem Spiel?

„Jo? Wo steckst du denn?“

Scheiße. Der Süle.
Er hielt sich die Hand vor dem Mund, um sein Restkeuchen zu unterdrücken. Wie erklärte man das? An Niklas war e r eben wie von der Tarantel gestochen vorbei aufs Klo gerannt. Vermutlich waren es auch seine Badeschlappen, die er trug. Vielleicht… dass er gekotzt hatte? Plötzliche Magenverstimmung. Ja, das konnte schon einmal vorkommen und es kam dem Gefühl tatsächlich nah. Sein Magen hing bis zum Boden. Ihm war übel und flau. Das kam in letzter Zeit oft vor. Wegen Leon. Trotzdem war es nicht Kotze, die er gerade mit Toilettenpapier aufwischte, sondern sein Sperma.
Er atmete immer noch viel zu schnell. Und viel zu hörbar. Atmete man so, wenn man gerade gekotzt hatte?

„Ähm…ist alles okay bei dir da drin?“

„Ja…ich…ah…verdammt…hab mir nur den Knöchel gestoßen…“ Joshua knurrte leidig. „…an der blöden Toilettentür. Scheiße, tut das weh.“

Niklas hatte glücklicherweise nicht weiter nachgefragt und er hatte auch nicht den Anschein erweckt, dass er irgendetwas Sonderbares gedacht hätte.

„Uh, verdammt, wie fies“, hatte er nur gesagt.

Ja. Verdammt. Wie. Fies.






Es waren keine zu großen, glitschigen Badeschlappen gewesen. Es waren seine Winterstiefel gewesen, die er nicht richtig zugeschnürt hatte. Oder das Glatteis. Oder die Tatsache, dass er wie ein Irrer zum etwas weiter entfernt geparkten Auto gerannt war und sich dabei die Beine verknotet hatten. So oder so hatte er sich an einer Straßenlaterne gestoßen und war auf ein Knie gefallen. Seine Hose war nass und die Haut darunter brannte im kalten Nachtwind.
Es war wohl Schicksal gewesen. Karma. Oder Gott. Sie hatten allesamt Recht, wenn sie ihn jetzt mit Schmackes im eigenen Dreck umsäbelten und ihn dort verrecken ließen. Wie einen Scheißkerl. Der er war. Er wusste das.
Aber das zu wissen, oder sich die Haxen zu brechen, wäre wohl zu einfach. Sie ließen ihn lieber als halber Mann von einer Katastrophe in die nächste schlittern und dabei sein Herz langsam ausbluten. Und die Herzen der Menschen, die er liebte.  

Joshua wimmerte, als seine Finger die eisige Autotür erreichten. Seine Gedanken rasten und sein Kopf versuchte verzweifelt die letzten Minuten und alles, was Leon erzählt und gesagt hatte, zu begreifen. Er hatte ihm eben sein Herz in die Hand gelegt und er hatte…er hatte es fallen gelassen und völlig panisch auf dem kalten Boden zertreten. Fuck!
Joshuas Hand klatschte gegen seine Stirn und fuhr erbarmungslos durch seine Haare. Er liebte ihn. Er hatte es ihm gerade gesagt. Das war schön. Immer wieder hörte er diese Worte. Sie waren warm. Sie brannten richtig in ihm. Es kribbelte überall. Er liebte ihn. Scheiße! Das war…gar nicht gut. Das machte alles kompliziert. Wie sollte er das nur wieder in Ordnung bringen?
Joshua schwang sich auf den Fahrersitz und steckte den Schlüssel in die Zündung. Und dann diese Geschichte… dieses egoistische Arschloch aus der Vergangenheit, dieser Typ, der Leon gefickt und seine Gefühle ausgenutzt hatte. Zur Hölle, er musste ihn finden und umbringen! Davor noch den Schwanz absäbeln. Er konnte die Vorstellung daran, was dieser Vogel Leon angetan hatte, keinen Millimeter ertragen. Joshua atmete wild und umklammerte fest das Lenkrad. Kurz kochte unheimliche Wut in ihm auf. Dann ließ er los. Scheiße! Er hatte überhaupt kein Recht dazu. War er… war er überhaupt gerade besser gewesen? Er hatte verdammt noch mal mit ihm geschlafen und ihn dann einfach stehen lassen. Hätte nur noch gefehlt, dass er Leon gefickt hätte und der Stich ins Herz wäre perfekt gewesen. Was war er nur für ein Freund?
Er startete den Motor und die noch kalte Luft der Autoheizung blies ihm ins Gesicht.
Er spürte Leon immer noch. Seine Hitze. Das Gefühl ihn vollständig zu haben. Ihn zu lieben. Jeden wahnsinnigen Kuss zwischen ihnen. Er hatte gewollt, dass es nicht mehr aufhörte. Dass es einfach war. Und kurz war es so gewesen.
Er sollte Serge anrufen. Der wartete. Aber Serge war Karma-Schicksal-Gott in einem. Der würde ihm die Ohren langziehen und den Hintern versohlen, wenn er erfuhr, was mit ihm passiert war, was mit ihnen passiert war. Nein. Er konnte jetzt nicht auch noch Serges Enttäuschung aushalten, seinen Blick, der den Freund von damals suchte und ihn nicht fand.

Was blieb ihm übrig? Nach Hause fahren. Zu Emma, die ihn liebte. Die er auch liebte.
Ihr Herz hatte er auch in den Dreck geworfen und es zertreten. Mehr als einmal. Mehr als Leons. Sie wusste es nur nicht. Sie hatte noch nicht einmal die Chance es… Fuck! Es tat weh.
Er war ein Versager auf ganzer Linie. Als fester Freund, als Freund, als bester Freund, er konnte ja noch nicht einmal Sex haben, ohne sich Hals über Kopf zu verlieben. Eigentlich war er es schon vorher gewesen. Egal. Er war unfähig gewesen das eben zu beenden. Obwohl er das musste. Er hatte es einfach nicht gekonnt.
Lieber hatte er sich gehen lassen, sich in seinem Egoismus gesuhlt und auf alles geschissen. Emma. Leon. Serge. Er hatte sie nicht enttäuschen und verletzen wollen, aber er hatte es getan.

Die Schuld stapelte sich wie Betonpäckchen auf seinen Schultern und erdrückte ihn. Er fühlte sich wie verdreckt. Von sich selbst. Er legte die Unterarme auf dem Lenkrad ab, legte seinen Kopf hinein und zitterte und ließ es zum ersten Mal so richtig zu. Das volle Ausmaß seiner Gefühle. Er hielt es aus. Irgendwie. Er heulte und schluchzte. Es lief warm über seine Wangen, dann fror alles zu. Ein wenig war es danach besser. Aber eigentlich war noch alles da. Es war nur eine Frage der Zeit, bis es wieder unfreiwillig auftauen würde.
Deshalb musste er es wegschaffen. Das Feuer. Das Eis. Komplett. Die Last musste weg. Der Dreck. Der Schmerz. Und bei Emma musste er anfangen. Sie war ohnehin die Erste, der er in die Augen schauen musste. Sie war sein Zuhause. Und er würde ihr noch heute sein hässliches Gesicht zeigen. Sich von ihr emotional verhauen lassen. Zu Recht. Und hoffen, dass sie ihn dann immer noch wollte und dass alles gut werden würde. Vielleicht nicht an diesem Abend, aber… bald. Denn er wollte sie und seinen Traum vom Glück nicht aufgeben.  

„Schatz?“ Die Tür fiel hinter ihm ins Schloss und sperrte die Kälte aus. In der Wohnung war es warm. Es roch nach Duftkerzen-Vanille, nach Pasta und nach ihr. Sie kam in den Flur, trug bereits Pyjama und Kuschelsocken. Normalerweise hätte er gelächelt.
„Du bist ja schon da…“
Sie klang verwundert. Natürlich. Es war gerade einmal zweiundzwanzig Uhr.

„Ja. Hallo. Ich…ähm…“ Er schluckte den extremen Kloß in seinem Hals herunter und hängte seine Jacke am Garderobenhaken auf, ohne sie wirklich anzusehen. Die Angst saß in seinem Nacken.
„…die Jungs wollten auswärts was trinken gehen. Da hatte ich keinen Bock drauf.“
Schon wieder eine Lüge. Die letzte.

„Wie siehst du überhaupt aus?“, fragte sie und Joshua war froh, dass ihr lediglich das nasse Knieteil seiner Jeans aufgefallen war und nicht seine verheulten Augen. Doch vermutlich sah sie auch die. Sie spürte auch irgendetwas. Denn sie kam näher.
„Was ist passiert?“

„Bin hingefallen.“ Ausgerutscht. Entgleist. Wie passend. Das Schicksal applaudierte. „Auf dem Weg zum Auto. Es war scheiße glatt. Ich hoffe…es ist nichts kaputt, ich bin mir aber nicht sicher. Ich lass morgen mal MüWo draufschauen.“

Ein kleines Stückchen Wahrheit. Ja. Deswegen konnte man schon mal ein paar Tränen verdrücken als Profi. Sie verstand seine Sorgen. Und doch waren es die Falschen. Sein Knie war sicherlich in Ordnung. Es war nicht das Problem. Er neigte dazu „leider“ zu denken oder zu sagen, weil ihm ein kaputtes Knie leichter erschien, als ein kaputtes Herz, was doch nur wieder bewies, wie krank diese ganze Scheiße war.

„Tut es denn weh?“

Joshua schaute nachdenklich und bedrückt zu Boden, kaute auf seinen Lippen herum und ließ die Schultern hängen. Sie lächelte ihn aufmunternd an, berührte sanft seine Arme, was eine Gänsehaut auslöste, die nicht prickelte, sondern stach. Er nickte vorsichtig, klappte etwas nach vorne, umfasste zart ihre Hüfte und lehnte sich an sie, legte seinen Kopf auf ihrer Schulter ab, roch sie, wärmte sich an ihr, spürte die alte Liebe und die Sehnsucht, und fühlte sich furchtbar dabei. Ja. Es tat weh. Und nein. Es war nicht das Knie.

„Hey, zieh‘ nicht so ein Gesicht, das wird schon“, sie flüsterte und streichelte über seinen Rücken. „Da wird bestimmt nichts Wildes sein. So leicht geht bei dir nichts kaputt, das weiß ich.“

„Emma, ich…“ Joshua löste sich von ihr. Dieses Mal würde er es nicht wegschlucken und weglächeln können. Dieses Mal hielt er das Gefühl nicht aus. Sie zu umarmen und Leons Geschmack dabei im Mund zu haben. Die Lüge. Sein falsches Selbst. Da war nämlich etwas Wildes, das tief in ihm saß und alles Vernünftige niedermetzelte. Es war etwas kaputt gegangen. Oder alles. Und das viel zu leicht. Und er war sich überhaupt nicht sicher, ob das jemals wieder gut werden würde.
„…muss unbedingt mit dir reden…“
Aber wie beichtete man so etwas? Er hätte vielleicht mehr Filme schauen sollen. Schnulzen. Dramen. Da passierte so etwas doch ständig. Egal.
Er musste dieses Mal die Eier haben. Nicht auf dem Platz. Da war das eine Leichtigkeit. Daneben.

„Gibt’s denn was Neues bei den Jungs?“

„Nein. Nicht direkt.“

„Okay. Dann zieh dir am besten erst einmal was Trockenes an. Du warst ja erst krank.“

Das war vermutlich tatsächlich keine so schlechte Idee. Sein Bein war eiskalt. Die Haut fror. Er fühlte sich damit noch unwohler als ohnehin schon. Er hatte keine Lust auf eine Erkältung. Und später würde er garantiert keinen Nerv mehr haben sich umzuziehen.
Also ging er ins Schlafzimmer und sein Herz zog sich schmerzhaft zusammen, als er an den eingerahmten Bildern an den Wänden vorbeiging und sie aus den Augenwinkeln heraus ansah. Er sah darauf glücklich aus. Schön. Verliebt. Vollständig. Er sah nicht nur so aus. Er war es gewesen. In all diesen schönen Momenten. Er hatte es gefühlt. Dieses Für-Immer. Dieses Sorglose. Dieses unendliche Glück.
Doch nun würde er gleich das Glas und den Rahmen drum herum sprengen. Mindestens. Und er hoffte, dass er die Glasscherben hinterher irgendwie wieder zusammenpuzzeln konnte.
Er sehnte sich danach, dass die Bilder wieder klar und ganz wurden. Dass nichts mehr wehtat.

Emma war ihm gefolgt. Sie ahnte vermutlich etwas. Dass er nicht nur über irgendwelchen schlechten Klatsch, oder über die Probleme anderer mit ihr reden wollte. Frauen hatten für gewöhnlich Antennen, die kein Mann jemals finden würde.
Und so sah Joshua, während er sich mit dem Rücken zu ihr die Jeans abstreifte und sie über einen Stuhl legte, im großen Spiegel des Kleiderschrankes, wie Emmas geschlossene Lippen aufgingen und sich ihre Augen weiteten.

„Ähm... Das ist nicht deine?“, zeigte sie auf ihn, wohin genau konnte Joshua nicht erkennen, er wühlte sich eine gemütliche Jogginghose aus dem Schrank.

„Was meinst du?“, verstand Joshua zunächst nicht und drehte sich ganz zu ihr um.

„Du hattest vorhin noch eine dunkelblaue an. Die ist schwarz. Und eine ganz andere Marke. Die trägst du doch gar nicht.“

Er sah an sich herunter. Hemd. Boxershorts. Nackte Beine. Es traf ihn heftig wie einen Schlag von oben. Oh Gott, Fuck!
Seine innere Stimme schrie ihn förmlich nieder. Er zuckte kurz. Er hatte vorhin in seinem Gefühlschaos in ihrem Klamottenhaufen nach Leons Boxershorts gegriffen. Er hatte es gar nicht bemerkt. Er hatte sie an. Leons. Scheiße! Warum mussten Frauen auf so etwas achten? Dunkelblau. Schwarz. Was war das nur für ein beschissener Fehler gewesen. Schicksal-Karma-Gott lachte.
Die Wände bewegten sich rasend schnell auf ihn zu. Er hatte nun keine Zeit mehr die Wahrheit zu planen.

„Die gehört… einem der Jungs.“
Sein Herz schlug ihn bis zu den Ohren raus.

„Aha. Und du trägst sie weil…?“

Beide Augenbrauen über ihren weiten Augen waren nach oben gezogen, ihre Wangen sahen blass und rot aus. Es war für sie nicht erklärbar. Natürlich nicht. Er konnte irgendwelche Ausreden erfinden, sicherlich, aber er wollte sie nicht für dumm verkaufen. Sie war nicht dumm. Er war es.
Der Verrat war offensichtlich.

„…ich sie mit meiner verwechselt habe, nachdem ich…“  

Er holte tief Luft. Sein Bauch drehte sich einmal um. Er schwang imaginär mit dem Hammer vor der schönen Bilderwand in seinem Kopf, hörte seine Stimme aus der Vergangenheit, die sagte, wie sehr er das wollte und brauchte, wie sehr er sie liebte, dass das sein Traum war, dann überdeckte er die Stimme mit einem gewaltigen Schrei und schlug zu.

„…mit ihm geschlafen habe.“

Es krachte gewaltig als die Bilder zersprangen und die Splitter ihn und sie niederrissen.
Es blutete überall.





[München, im Sommer davor]

Sie hatten sich unweit von der Eisdiele im Gras am Flussufer ein ruhiges Plätzchen im Schatten gesucht, ihre Fahrräder gegen einen Baum gelehnt, eine Picknickdecke ausgebreitet, hatten ihre Schuhe abgestreift und sich Eis essend darauf niedergelassen. Leon erzählte von seiner Clique im Ruhrpott, vom Ibiza-Urlaub, von seinen Schwestern und deren Kindern, davon, wie wohl er sich bei diesen Menschen fühlte und wie seltsam es war, nun von ihnen räumlich getrennt zu sein.
Auf dem Spiegelbild seiner Sonnenbrille glitzerte das Wasser, er lächelte und Joshuas Blick verfolgte eine Weile lang den Weg des kleinen Plastiklöffels in Leons Hand, der sich Eis auflud und sich in seinen Mund schob, immer wieder, während er sich selbst schleckend an den Geschmack von SchoBaZi gewöhnte. Es funktionierte gut. Das Zeug war wirklich nicht schlecht.
Er schmunzelte deswegen und wegen Leons Erzählung, sah nach vorne ins Wasser, verlor sich für einen Moment darin und hoffte, dass er für Leon auch einer dieser Menschen war, oder werden würde, von denen er gerade erzählte. Joshua hatte sich seit der Verkündung seines Wechsels gefreut, und er wollte gerne dazu beitragen, dass Leon sich hier wohlfühlte. Es war schön ihn hier zu haben. Nicht nur aus sportlicher Sicht. Besonders aus menschlicher Sicht.
Er hatte nun ab sofort seinen besten Freund Serge, Niklas und Leon jeden Tag vor der Nase und im Team, allesamt waren sie hochkarätige Fußballer und kannten sich seit den Kinderschuhen. Besser ging es fast gar nicht.

„Jo, du kleckerst“, bemerkte Leon, dass sich das nur noch übrige Schokoladeneis in Joshuas Waffelhörnchen während seiner geistigen Abwesenheit etwas verflüssigt hatte und auf seine kurze, helle Hose tropfte.

„Ach, Scheiße!“, rief Joshua aus und stoppte hastig die übrige laufende Eisflüssigkeit mit seiner Zunge, bevor er gleich einen Eissee im Schoß hatte. Dann sah er sich die braunen Flecken in der Nähe seines Schrittes genauer an. Urgh. Das war echt mies jetzt.

„Warte. Ich hab‘ Taschentücher dabei“, stellte Leon seinen bereits leeren Eispappbecher zur Seite, kramte ein kleines Taschentuchpäckchen aus seinem Rucksack heraus und reichte es Joshua, der sich bedankte und sich sofort ans Werk machte. Eis in der Affenhitze. Eine so gute wie unglückliche Kombination.

„Großartig“, stöhnte Joshua theatralisch, während er die Flecken versuchte weg zu rubbeln. „Das geht kaum ab. Warum nochmal habe ich ausgerechnet heute eine beige Hose angezogen und die schwarze im Schrank gelassen?“

Leon schmunzelte. So ein klein wenig Schadenfreude konnte er sich nicht verkneifen, sagte aber diplomatisch: „Scheiß drauf. Wenn du nachher auf dem Fahrrad sitzt, sieht man das eh kaum. Besser dort als in Arschnähe.“
Stimmte auch wieder, dachte Joshua und legte resignierend die Taschentücher zur Seite.

„Halt. Da ist auch noch was“, deutete Leon auf Joshuas rechten Unterarm, griff sich jedoch nicht die etwas von ihm weiter entfernten Taschentücher, sondern strich mit seinem Zeigefinger über die Haut, sammelte die Eisflüssigkeit darauf auf und leckte sie sich von den Fingern. Einmal. Zweimal.

„Mhhm. SchoBaZi mit Jo.“ Leon lächelte genüsslich und Joshua sah, dass er kurz die Augen geschlossen hatte, ihn dann aber wieder ansah, ehe er sich zurücklegte, die Arme hinter seinem Kopf verschränkte und sich lang machte. Joshua starrte perplex und befangen. Irgendetwas Seltsames war gerade in seinem Magen geplumpst.
„Ich glaub das brauch‘ ich ab sofort öfter, auch wenn’s eine Sünde ist.“

Joshua spürte ein warmes Bitzeln auf seinen Wangen. Dann schüttelte ihn ein kurzer Anflug von Gänsehaut, die von seinem Unterarm ausgegangen war und sich über seinen ganzen Körper ausbreitete, ehe sie wieder verschwand. Es hatte wohl gekitzelt. Leons Finger. Mit seiner Spucke dran.
„Äh…was?“

„Das Eis. Vergiss nicht es zu essen, sonst vergreife ich mich gleich noch mal.“

Joshua schluckte und sammelte seine Sinne wieder ein. Warum hatte sich das eben komisch angefühlt? War es ekelig gewesen? Das bisschen Spucke? Blödsinn. Auf dem Spielfeld inhalierte er beim Jubel ständig die Körperflüssigkeiten seiner Mitspieler. Das juckte ihn nicht. War es gewesen weil Leon schwul war? Quatsch. Er war das doch nicht erst seit gestern. Leon sah ihn als guten Freund an. Immer schon. Und er ihn auch. Er hatte sich eben gar nichts dabei gedacht und war nur nett und vielleicht auch verrückt nach dem Eis gewesen. Hatte er ja auch gesagt. Mehrmals. SchoBaZi halt.
Die Situation war völlig harmlos gewesen. Warum hatte er aber darauf anders reagiert als sonst?
Seltsam. War auch eben das Gefühl gewesen. Ein bisschen unangenehm angenehm. Er sollte das lassen. Die  Hitze und das Eis schlugen ihm wohl gegen die Birne. Leon verdiente es nicht, dass er ihn plötzlich anders ansah, nur weil er Angst davor haben könnte, dass er aufgrund ihrer künftigen Nähe zueinander und seiner anderen Sexualität plötzlich mit ihm flirten wollte.
‚Du hast doch eine Vollmeise, Kimmich‘, plärrte er sich selbst in Gedanken an. Er hatte doch nun wirklich nichts gegen Schwule.

Von seiner eigenen Albernheit bedient knabberte Joshua am Waffelhörnchen und versenkte seinen Blick wieder im plätschernden Wasser, bis Leon die Konversationspause beendete, indem er fragte:
„Wie läuft’s eigentlich mit Emma? Ihr seid auch schon ewig zusammen.“

„Fünf Jahre mittlerweile.“ Kurz schwieg Joshua, lächelte, weil das Gefühl eben vom Gedanken an seine Freundin vollständig abgelöst wurde, aß sein Eis zu Ende und bemerkte dann, dass diese Antwort auf die Frage dürftig gewesen war, wenngleich sich Leon nicht beschwerte.
„Eventuell werde ich ihr nächstes Jahr einen Antrag machen“, verriet er deshalb, er hatte es Leon ohnehin erzählen wollen, und schon wieder war da ein Gefühl von Seifenblasen in seinem Bauch.

„Wow. Jo. Das ist ja großartig“, freute sich Leon aufrichtig, was gut tat. Er richtete sich wieder auf und legte kurzerhand zur Gratulation einen Arm um ihn, drückte ihn herzlich, und Joshuas Bauchseifenblasen explodierten zart.

„Danke. Aber freu‘ dich mal lieber erst, wenn sie Ja gesagt hat…“

„Denkst du ernsthaft sie würde dich nicht heiraten wollen?“, schob Leon ihn wieder von sich.
„Völlig ausgeschlossen“, schüttelte er den Kopf. „Ich glaube da draußen gibt es viele, die dich sofort heiraten würden. Und die kennen dich nicht. Emma kennt dich. Und sie wird trotzdem Ja sagen, da bin ich mir sicher.“

Er lachte und Joshua erwiderte das. Gemeinsam sahen sie nun hinaus aufs Wasser. Leon hatte sicherlich Recht. Er hatte keinen Grund zu zweifeln. Sie liebten sich. Sie waren glücklich. Dass er eben so bescheuert gesprochen hatte, hatte seinen Grund einzig in der Ernsthaftigkeit der Sache, nicht weil er wirklich an irgendetwas zweifelte.

„Es ist nur…“, fing Joshua deshalb an und zögerte kurz, weil er merkte, dass er innerlich weich und verletzlich wurde, was er an sich selbst so gar nicht leiden konnte.
„Es ist… mein Traum. Also neben dem Fußball. Ein Haus. Eine Frau. Kinder. Eine eigene, kleine Familie halt. Das war schon immer so. Es gibt kaum etwas, das mir wichtiger ist. Das mit dem Fußball ist irgendwann vorbei, und für danach wünsche ich mir, dass ich etwas habe. Etwas für Für-immer, das nur mir gehört, das mir niemand wegnimmt, und ich glaube, dass ich das gefunden habe. Ziemlich spießig, oder?“
Er kratzte sich verlegen am Hinterkopf und lehnte sich nun ebenfalls zurück, legte sich aber nicht wie Leon ganz hin, sondern stützte seinen Oberkörper mit den Unterarmen ab.

„Nein. Es ist überhaupt nicht spießig“, wiedersprach Leon prompt. „Ich glaube das wünscht sich jeder. Den einen Menschen zu finden. Eventuell geben es manche nicht zu, weil sie vielleicht Angst davor haben, was es letztlich bedeutet, aber im Grunde kann einem nichts Besseres im Leben passieren…“
In Leons Blick lag etwas Sehnsüchtiges und Schweres. Joshua hatte es gesehen, denn er hatte kurz seinen Blick vom Fluss genommen und zur Seite geschaut, hatte Leons Augen trotz der Sonnenbrille auf seiner Nase gesehen. Leon wirkte nun ebenfalls verletzlich und weich, er kaute auf seiner Unterlippe herum und fand darauf die Süße des Eises nicht mehr.
„Jo, ich freue mich wirklich für dich.“
Er lächelte ehrlich. Er hatte nicht gelogen. Auch wenn es etwas bitter geklungen hatte und Joshua sich gut vorstellen konnte, warum. Es war ihm gerade wieder bewusst geworden.

„Entschuldige bitte, Leon“, klang er fast schon erschrocken. „Ich wollte nicht…du kannst ja nicht...“

Ach Scheiße! Er kaute fest auf seinen Lippen herum und wollte sich am liebsten für seine Taktlosigkeit selbst eine reinhauen. Leon war Single. Unfreiwillig. Weil seine Position und seine Wahrheit kaum etwas anderes zuließen. Er erinnerte sich daran, dass Leon einmal gesagt hatte, dass er eine Beziehung mit ihm momentan keinem Mann antun konnte, dieses permanente Lügen und Verstecken, und dass sie darüber gelacht hatten, aber eigentlich war es vielmehr zum Heulen gewesen. Es war nicht fair. Und er sah gerade nicht nur traurig aus, er war es auch. Natürlich. Und Joshua hatte nichts Besseres zu tun gehabt, als ihm sein glückliches, perfektes Hetero-Liebesleben zum Streicheln vor die Nase zu halten.
Ganz klasse Idee, knurrte Joshua sich in Gedanken an.

„Hey, du brauchst dich nicht entschuldigen....“ Leon knuffte ihn in die Seite. „…denn wie du schon sagtest. Fußball ist nicht für immer. Irgendwann… habe ich das alles auch, ganz sicher. Den Richtigen an meiner Seite. Habe mir schon überlegt mich nach Karriereende zu outen. Schluss zu machen. Mit dem ganzem Versteckspiel. Okay… mit den Kindern wird’s nicht ganz so einfach, zumindest was ein leibliches angeht, aber einen Hund, den hätte ich schon ganz gerne, natürlich nur wenn mein künftiger Mann keine Allergie hat...Mein Mann.“ Er lachte nun wieder herzlich und gelöst. „Wie das klingt. Ich weiß, was du meinst, und...ich habe zwar jetzt schon eine Familie, in der ich völlig frei sein kann, aber eine eigene Familie zu haben, einen Menschen zu haben, bei dem man… so richtig frei sein kann und dann noch für alle da draußen sichtbar, das ist nicht spießig. Das ist normal.“

Es zog furchtbar in Joshuas Bauch und sein Herz schlug ein paar Takte schneller. Es fiel ihm schwer zu lächeln. Am liebsten hätte er Leon in den Arm genommen, aber er wollte ihn nicht wie ein kleines Kind behandeln, das getröstet werden musste. Das würde ihm Leon vermutlich ziemlich übel nehmen. Er wollte sein Mitleid nicht. Er war stark. All die Jahre. All die zukünftigen Jahre. Und er brauchte dazu den Rückhalt seiner Familie und seiner eingeweihten Freunde, zu denen er sich auch zählte und keine Kiloladungen Trostpflaster. Leon hatte all die Liebe verdient. Und im Grunde hatte er es auch verdient seine Emma in männlich zu haben, die abends auf ihn wartete, ihn küsste und ansah und ihm das Gefühl gab, der wichtigste Mensch auf Erden zu sein. Aber er hatte einen solchen Menschen noch nicht. Weil er das niemanden antun wollte. Und er litt darunter. Wer zur Hölle würde nicht darunter leiden? Hatte Leon überhaupt schon einmal richtig geliebt?
Der Gedanke an Leon, der abends alleine auf seiner Terrasse saß und in den schönen Sonnenuntergang schaute, der alleine schlief und aufwachte, riss Joshua innerlich nieder. Und das nur weil er… schwul und Fußballer war. Weil er damit nicht ins männliche Profiprofil hineinpasste, das irgendwelche beschissenen „echten“ Männer mal geprägt hatten, und weil ein Outing einem Sprung ins Haifischbecken gleichkam.
Was war das nur für eine grausame Welt, in der sie sich tagtäglich bewegten. Warum war sie nur so beschissen? So viele Klischees, Vorurteile, Rollenbilder, intolerante Arschlöcher. Steinzeit. Mittelalter. So richtig ätzend. Kurz wurde er unheimlich wütend. Auch auf sich selbst, weil er auch komisch gedacht hatte vorhin, als Leon ihn kurz wie seinen Nachtisch angeschaut hatte.
Er sollte etwas sagen. Irgendetwas.

„Leon…wie…“ Joshua drehte seinen Kopf erneut zur Seite und stoppte, weil er trotz der dunklen Gläser sah, dass Leons Augen geschlossen waren.
Gleichmäßig und ruhig hob sich sein Brustkorb. Sein Körper zuckte kurz. War er etwa…?
Joshua beugte sich über ihn, keine Reaktion, schob vorsichtig die Sonnenbrille auf seiner Nase etwas nach unten, um sicherzugehen, ob er sich nicht getäuscht hatte, wieder keine Reaktion. Er war doch tatsächlich eingeschlafen.
Joshua umfasste immer noch nachdenklich eine Locke, die auf Leons Stirn hing, rieb sie zwischen seinen Fingern und steckte sie dann in die wuschelige Haarpracht zurück.
Er lächelte und wünschte sich in Gedanken, dass Leons Träume in Erfüllung gehen würden, genauso wie seine, dass sie irgendwann hier saßen und Leon ihm erzählte, dass er seinen Typen heiraten wollte. Wenn seine Welt irgendwann nicht mehr ganz so hart war.
Sondern weich. Wie seine gerade.





„Joshua!“, polterte eine Stimme wahnsinnig laut gegen sein Ohr, nachdem er halbblind sein zuvor vibrierendes Handy, das schräg unter ihm auf dem Boden gelegen hatte, ertastet und es an sein dröhnendes Ohr gehalten hatte.
„Joshua…fucking…Kimmich!“
Er erschrak, als sein Oberkörper der Schwerkraft nachgab und er halb vom Sofa auf den harten Boden herunterfiel.
Scheiße. Aua.

Was hatte er nur angerichtet?



TBC.





Lumis Note:
Hallo ihr Lieben, :)
Überraschung… ich bin schon wieder da mit einem neuen Kapitel. :D
Ich hatte die letzten drei Wochen einen ziemlichen Schreibrausch und Muse ohne Ende, habe gefühlt jede freie Sekunde, meine Tochter hat mich vormittags mit viel Schlaf verwöhnt, am Kapitel gebastelt (und es ist mit um die 5.000 Wörter glaube ich sogar das längste bisher, ich war mal wieder völlig unfähig mich im eigentlich geplanten Rahmen zu bewegen xD), entsprechend schreibmüde fühle ich mich gerade und muss, zumindest die nächsten Tage, mal echt eine Pause einlegen…hoffe aber, dass mich die Muse nicht verlässt. Bin schon lange nicht mehr an einer Schreibblockade „erkrankt“, zum Glück.
Morgen kommt meine Omi (sie wohnt 500km weit weg) drei Wochen lang zu meinen Eltern zu Besuch. Da werde ich dann ganz, ganz viel Zeit verbringen, es stehen einige Feierlichkeiten auch an, also gewöhnt euch jetzt bitte nicht daran, dass ich alle drei Wochen was zaubern werde. :)
Vielen, vielen, vielen lieben Dank für die Reviews und Sternchen und Favoriteneinträge. Jetzt hat es diese Fanfiktion geschafft die Klicks aller meiner bisherigen zu überholen, ist ganz ungewohnt sie jetzt bei den „Stats“ ganz oben zu sehen. *-* (das Fandom, in dem ich mich vorher bewegt habe, war sehr viel weniger besucht und das Pairing über das ich geschrieben habe, war ziemlich unbeliebt :D)
Ich danke euch für eure Unterstützung!! Das ist einfach nur der Wahnsinn. Danke, dass ihr es möglich macht, dass ich mich hier in diesem Fandom so irre wohl fühle und wenn ihr nichts dagegen habt, dann bleibe ich noch eine Weile. :)
Fühlt euch gedrückt und gegrüßt, bleibt gesund und passt auf euch auf und bis zum nächsten Mal
eure Lumi
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