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Am Ende der Reise 2.0 - 3 Jahre später

von Julirot
Kurzbeschreibung
KurzgeschichteFamilie, Schmerz/Trost / P12 / Gen
G. Callen Henrietta "Hetty" Lange Kensi Blye Marty Deeks Sam Hanna
25.01.2019
18.06.2019
19
23.673
12
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
4 Reviews
 
24.05.2019 848
 
Hallo ihr Lieben,

sorry, dass das mit dem neuen Kapitel so lange gedauert hat. Es war so viel los und ich war vor allem auch mit dem Skript zu meiner anderen Geschichte beschäftigt. Aber nun geht es hier mal weiter. Das Kapitel ist wahrscheinlich nicht ganz so ausgereift, aber ich hoffe, es sagt euch trotzdem zu.
Ich wünsche euch schon mal ein schönes Wochenende und genießt die Sonne.
LG
Eure
Julirot

*************

Hetty’s Garten – 16: 10 Uhr


„Ist alles in Ordnung mit Ihnen?“, erkundigte sich Nell. Hetty, die vor der Terrassentür gestanden hatte, drehte sich zu Nell herum und lächelte.
„Ich bin müde. Ich glaube, ich werde mich ein wenig hinlegen.“
„Okay“, flüsterte Nell und warf noch einmal einen prüfenden Blick ins Gesicht ihrer ehemaligen Chefin. Sie wirkte wirklich ein wenig abgespannt. Doch ansonsten sah sie aus wie immer.
„Es war ein schöner Tag“, sagte Hetty plötzlich und räusperte sich. Nell begann zu lächeln.
„Ja, das war es“, bestätigte sie und ließ ihren Blick über ihre Freunde schweifen, die sich im Garten verteilt hatten.
„Kommen Sie, Nell, begleiten Sie mich nach oben. Ich habe noch einige Instruktionen für Sie.“ Nell nickte und bot Hetty dann ihren Arm, damit diese sich auf sie stützen konnte, während sie nun langsam ins Haus und dann die Treppe hinauf gingen.
„Zum Schlafzimmer geht es hier entlang“, meinte Nell, als Hetty nun auf ein Zimmer am anderen Ende des Flures zusteuerte.
„Da werde ich noch genug Zeit verbringen. Zuerst müssen wir zwei noch etwas erledigen.“ Nell schaute Hetty fragend an und diese griff wieder nach ihrem Arm. Dann liefen sie zu besagtem Zimmer und Hetty öffnete die Tür. Es war ein kleines Zimmer, nur mit einem Schreibtisch und ein paar Regalen möbliert. Der Schreibtisch war winzig, genau auf Hetty’s Größe eingestellt. Die Regale waren vollgestopft mit Ordnern und auf dem Tisch lagen allerhand Papiere. Man konnte sehen, dass hier viel Zeit verbracht wurde. Hetty ließ Nell los, die ein wenig unsicher am Eingang stehen blieb, und setzte sich dann auf den Stuhl. Sie wühlte auf dem Tisch herum und schien irgendetwas zu suchen.
„Kann ich Ihnen irgendwie helfen, Hetty?“, fragte Nell.
„Schließen Sie die Tür, meine Liebe“, forderte Hetty Nell auf murmelte irgendetwas, bis sie schließlich gefunden zu haben schien, was sie suchte. Nell machte die Tür leise zu und trat dann näher ins Zimmer. Hetty deutete auf den Stuhl vor ihrem Schreibtisch und Nell setzte sich hin, legte die Hände in den Schoß und wartete.
„Ah, da ist es ja“, rief Hetty und hielt einen braunen Umschlag nach oben. Nell runzelte die Stirn.
„Was ist das, Hetty?“, fragte sie. Hetty legte den Umschlag vor Nell auf den Tisch und strich ihn einmal glatt. Nell warf einen Blick darauf und riss die Augen auf.
„Das ist Ihr Testament, Hetty“, flüsterte sie dann.
„In der Tat, meine Liebe“, bestätigte Hetty und deutete auf das Papier.
„Was … was soll ich damit?“ Nell war verwirrt.
„Ich möchte, dass Sie es für mich aufbewahren …“
„Hetty …“ Nell sprang auf.
„… nur für den Fall …“, sprach Hetty weiter. Sie vollendete den Satz nicht und Nell sah immernoch schockiert aus.
„Das ist doch alles viel zu früh“, rief Nell aus und Tränen stiegen ihr in die Augen. Hetty runzelte die Stirn. Dann stand sie langsam auf, ging um den Tisch herum und legte Nell eine Hand auf den Arm.
„Dieses Ding da“, sie deutete auf den Umschlag, „… habe ich schon seit ich Agentin geworden bin. Naja, dies ist eine ordentliche Abschrift und ich habe es in den letzten Jahren mehrere Male geändert, aber …“ Sie griff Nell unters Kinn und hob ihren Kopf nach oben. „Keiner weiß genau, wann er sterben wird. Ich bin alt ...“
„Hetty“, unterbrach Nell die kleine Dame.
„Doch so ist es. Und ich möchte, dass Sie dieses Dokument solange aufbewahren, bis es gebraucht wird. Es ist mir wichtig, dass alles, was darin steht, auch erfüllt wird, wenn es denn dann so weit ist.“ Nell konnte nur nicken.
„Und ich weiß, dass Sie die am besten geeignetste Person sind, um diesen, meinen letzten Willen auszuführen. Und bis dahin, meine Liebe, bis dahin heben Sie es gut auf. Und schauen Sie nicht hinein.“
„Nein, bestimmt nicht. Hetty, es ehrt mich, dass Sie mir diese Aufgabe geben. Ich … ich weiß nicht, was ich dazu sagen soll.“
„Sagen Sie nichts, meine Liebe. Genießen Sie einfach den Tag. Und denken Sie immer daran. Das Leben hält viele Überraschungen bereit. Eine davon ist irgendwann der Tod. Aber wir müssen nicht traurig sein, denn wir haben das Leben genossen. Ich muss mich jetzt ausruhen.“ Hetty sprach zwar in der „Wir“-Form, aber Nell war sich sicher, dass sie vor allem sich selbst meinte. Es freute sie, dass Hetty offensichtlich mit ihrem Leben zufrieden war. Nun ließ Hetty Nell allein in dem kleinen Zimmer. Die junge Frau schaute ihrer Mentorin hinterher und drückte sich dann den Umschlag gegen die Brust. Sie wusste, dass Hetty nicht mehr die Jüngste war und dass sie früher oder später diese Erde verlassen würde. Sie hoffte, dass es später sein würde. Sehr viel später. Aber man konnte nie wissen.
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