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Am Ende der Reise 2.0 - 3 Jahre später

von Julirot
Kurzbeschreibung
KurzgeschichteFamilie, Schmerz/Trost / P12 / Gen
G. Callen Henrietta "Hetty" Lange Kensi Blye Marty Deeks Sam Hanna
25.01.2019
18.06.2019
19
23.673
12
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07.05.2019 849
 
Hetty’s Küche – 14:43 Uhr


Er stand vor dem Gefrierschrank, aus dem er gerade Eiswürfel hatte holen wollen und schaute hoch, als es sich hinter ihm demonstrativ räusperte. Nate runzelte die Stirn und sein Blick ging zur Seite und ein wenig tiefer, als er das normalerweise gehen würde. Vor ihm stand Hetty, auf ihren Stock gestützt, und lächelte ihn an.

„Eine wirklich gut ausgestattete Bar haben Sie, Hetty“, sagte er anerkennend und griff sich den Eiswürfelbeutel, klickte ein paar Würfel heraus in sein Glas, welches mit einer rötlichen Flüssigkeit gefüllt war und steckte den Beutel dann zurück in den Eisschrank. Dann schraubte er den Deckel der Flasche Aperol zu und stellte sie zurück in die Bar, die auf der anderen Seite der Küche mit Anschluss ans Wohnzimmer eingebaut war. Sie hatte allerlei Schnickschnack aufzuweisen. Angefangen bei einem Zapfhahn für den Hausgebrauch, bis hin zu einer kleinen Jukebox.

„Oh, man tut, was man kann, Mr. Getz“, antwortete Hetty und hielt ihm dann ihr eigenes Glas entgegen.
„Was darf ich Ihnen kredenzen?“, fragte Nate höflich und griff nach dem Glas.
„Was immer Sie für richtig halten.“ Sie trat weiter in die Küche hinein und stellte sich nun direkt neben Nate. Dieser fühlte sich zunächst etwas verunsichert, begriff dann aber, dass Hetty ihm die Verantwortung übertragen hatte und machte sich ans Werk. Während er mit den Zutaten hantierte, begannen sie ein lockeres Gespräch.

„Wie geht es Ihnen denn, Mr. Getz?“, fragte Hetty.
„Also, naja … Ich bin froh, wieder hier zu sein“, gestand der Psychologe schnell und befüllte den Shaker. Hetty legte ihm eine Hand auf den Arm.
„Ich weiß, Ihre Missionen sind nicht immer leicht.“
„Wohl wahr. Und sie haben mich einiges gekostet, in den letzten Jahren. Wissen Sie, ich würde gern einmal irgendwo ankommen, Hetty.“
„Haben Sie sich etwa verliebt, Nate?“ Er hielt inne und schaute die kleine Frau neben sich verblüfft an. „Sie können es ruhig zugeben. Ich finde, jeder sollte irgendwann einmal eine Familie gründen“, fuhr sie fort.
„Ähm … ich … meine Familie ist hier. Hier in L.A.“, stammelte Nate und vergaß vor lauter Aufregung ganz den Drink weiter zu mixen.

„Das weiß ich doch. Und deswegen bin ich umso erfreuter, dass Sie Mr. Callens Angebot annehmen werden.“ Hetty lächelte wieder und stützte sich dann auf ihrem Stock ab.
„Ach ja?“, fragte Nate. „Werde ich das?“
„Aber natürlich“, rief Hetty erfreut und lachte. Nate runzelte die Stirn.
„Also, Hetty, ich weiß es und Sie wissen es, aber die anderen wissen es nicht, hab ich recht?“
„Was denn?“, fragte Hetty unschuldig und deutete auf das Glas in Nates Hand. Dieser schien sich plötzlich wieder daran zu erinnern, was er eigentlich vorgehabt hatte und kümmerte sich um Hetty’s Drink.
„Diesen Stock hier, Hetty. Den brauchen Sie doch nicht wirklich, oder? Und Sie werden auch nicht wirklich gleich sterben.“

„Mmmm“, brummte Hetty nur, ohne zu erkennen zu geben, ob er in irgendeiner Art und Weise richtig lag oder nicht.
„Ich finde es toll, was Sie hier tun. Ganz ehrlich. Es tut dem Team gut. Sie waren in alle Winde verstreut und nun haben sie sich wieder gefunden. Und die Idee mit dem „SafeHouse“ für alle, ist klasse“, sprach Nate weiter.
„Spricht da jetzt der Psychologe aus Ihnen?“, fragte Hetty.
„Nein, der Freund und ehemalige Kollege.“
„Aha“, sagte Hetty nur. Nate lächelte leicht und Hetty klopfte ihm auf den Rücken, was bei ihrer Größe nicht so einfach war.
„Sie haben es geschafft, alle an einen Tisch zu bekommen. So wie früher.“
„Ja, so wie früher. Was meinen Sie, Nate, werden sie alle alleine laufen können, nun da sie erwachsen sind?“ Nate überlegte eine Weile, bevor er sagte:

„Also, ich freue mich über jeden Einzelnen von ihnen. Callen hat eine Frau gefunden, die er liebt und der er vertrauen kann – die ihn liebt. Er hat eine Tochter, für die er sorgen kann und für die es sich lohnt, dass er die Welt rettet und sich selbst. Sam hat zurück ins Leben gefunden. Eine neue Liebe entdeckt. Das ist gut. Sehr gut sogar. Deeks und Kensi sind eine Familie mit großen Plänen. Sie haben die Herzen am rechten Fleck und können gut auf sich aufpassen. Eric ist wie immer ein großartiger Denker, ein guter Freund und er ist, wie ein Fels in der Brandung der Kommandozentrale. Und Nell, unsere kleine Nell, die ist die neue Hetty.“ Nate grinste und Hetty stimmte ihm mit einem Nicken zu. „Ja, Hetty, ich würde sagen, Sie haben großartige Arbeit geleistet.“ Damit reichte er ihr ihren fertigen Drink und sie nahm ihn in die Hand, schaute in das Glas und hielt ihn leicht nach oben.
„Danke, Nate. Sie aber auch.“ Sie prostete ihm zu und trank einen Schluck. Er wurde rot.

„Schmeckt es?“, fragte er schnell.
„Lecker“, rief sie. „Was ist das?“
„Erdbeerdaiquiri.“  Sie nahm noch einen Schluck und schlurfte dann zur Tür. Nate schaute ihr nach und schmunzelte in sich hinein, als sie nun ihren Stock hochnahm und ihn einmal über ihren Kopf schwang, während sie einfach weiterlief und immer wieder an ihrem Glas nippte.


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Vielen Dank fürs Lesen. Euch allen einen schönen Abend.
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