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Am Ende der Reise 2.0 - 3 Jahre später

von Julirot
Kurzbeschreibung
KurzgeschichteFamilie, Schmerz/Trost / P12 / Gen
G. Callen Henrietta "Hetty" Lange Kensi Blye Marty Deeks Sam Hanna
25.01.2019
18.06.2019
19
23.673
12
Alle Kapitel
76 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
30.04.2019 1.745
 
Hallo an alle meine treuen Leser/innen,
erst einmal wollte ich mich für die vielen Favoriteneinträge, die Sternchen und die Reviews bedanken. Ich freue mich über all das riesig. Schön, dass euch diese kleine Geschichte so gefällt.#
Nun kommt also das nächste Stückchen Abschied mit einer kleinen Überraschung.
Ich wünsche euch allen morgen einen schönen Feiertag.
LG
Julirot

**********

Hetty’s Garten - 12:05 Uhr

Die ersten Steaks waren durch und Sam begann sie an seine Freunde zu verteilen. Die Stimmung war eine Mischung aus Freude und Melancholie. Sie alle wussten, was sie hier taten, aber keiner wollte so recht wahrhaben, dass Hetty wohl nicht mehr allzu lange leben würde. Also versuchten sie diesen Tag und jeden Moment in ihm zu genießen, aber das immer wieder aufkommende betretene Schweigen,  war allgegenwärtig. Nicht einmal Deeks schaffte es, die Stimmung nachhaltig aufzuheitern.
Plötzlich hörten sie Geräusche vom Eingang. Jemand räusperte sich lautstark und alle Köpfe fuhren herum.
„Noch bin ich nicht tot, meine Lieben.“ Es war Hetty, die gestützt von Arkady die drei Stufen in den Garten nahm und sich dann schwerfällig in einen der Gartenstühle fallen ließ. Arkady nahm neben ihr platz und reichte ihr ihren Stock zurück.
„Hetty“, klang es im Chor und alle starrten die kleine Frau vor sich an. Dann wanderten ihre Blicke weiter zu Arkady und dieser hob die Hände.
„Was denn?“, sagte er. „Sie hat mich praktisch mit vorgehaltener Waffe gezwungen, dass ich sie hier runter bringe.“
„Arkady! … Hetty, geht es Ihnen gut?“, fragte Callen und trat näher. Hetty hob die Hand und winkte ihn zurück. Arkady schnaufte und zog sich dann ebenfalls einen Gartenstuhl heran, um sich hinzusetzen. Der Stuhl knarrte verdächtig.
„Alles okay, Mr. Callen. Noch lebe ich. Aber ich sterbe ganz gewiss, wenn ich nicht bald etwas zu essen bekomme.“ Sie nickte in Richtung Grill und Sam erwachte aus seiner Starre, griff sich einen Teller und legte Hetty ein Steak darauf. Dann brachte er ihr den Teller und stellte ihn zusammen mit Brot und Salat vor sie auf den Tisch. Hetty nahm sich ihr Besteck und begann zu essen. Nachdem sie den ersten Bissen genommen hatte, meinte sie:
„Was stehen Sie hier noch so herum, essen Sie, bevor es kalt wird.“ Sie winkte und jeder schnappte sich seinen Teller und platzierte sich um die im Garten aufgestellte Tafel herum. Es war wieder still geworden, aber dieses Mal lag es nicht an der Stimmung, sondern an dem guten Essen, was alle genossen. Nur hin und wieder hörte man Besteck klappern oder Flaschen zischen, als diese geöffnet wurden und selbst die Kinder schrien nicht, sondern brabbelten nur vergnügt vor sich hin. Die Sonne hatte die letzten Wolken verjagt und schien nun durch das Blätterdach der Pergola und warf leichte Schatten über die Gruppe. Es war ein friedliches Bild.
Nach einer Weile stand Eric plötzlich auf und nahm einen Löffel zur Hand, schlug damit gegen sein Glas und räusperte sich. Alle starrten ihn an und er wurde augenblicklich rot.
„Ähm … ich … also … ich … muss noch was loswerden“, begann er und schob sich seine Brille nach oben. Er wirkte sehr verlegen und erst als Nell ihn liebevoll über den Arm strich, konnte er weitersprechen. Schnell sagte er:
„Hetty, ich habe das Rätsel gelöst.“ Hetty hob eine Braue und schaute nun gespannt zu Eric.
„Ja, Mr. Beal“, sagte sie dann und ihre Stimme klang rau. Die anderen schauten verwundert drein. Lediglich Arkady aß unbeirrt weiter und schmatzte leicht beim Kauen.
„Die Lösung lautet, Freundschaft, Vertrauen und Liebe.“
„Was meinst du?“, fragte Sam irritiert und auch die anderen sahen nicht viel schlauer aus.
„Das Rätsel in meinem Brief.“ Eric schaute zu Hetty und die hatte einen schmunzelnden Zug um ihre Lippen.
„Beim Essen kommt dir also die Lösung, Beal?“, fragte Sam und runzelte die Stirn. Eric hatte ihnen allen von Hettys Aufgabe erzählt und in den letzten Stunden hatten sie alle herumgerätselt, was denn nun die geheime Botschaft sein sollte.
„Ja, wenn mein Magen aufgetankt ist, dann kann ich viel besser denken“, entgegnete Eric mit vollem Ernst.
„Das ist der Zucker“, meinte Nell und zwinkerte Sam zu. Dieser grinste vor sich hin und die anderen lachten. Eric ließ sich nicht beirren.
„Ich habe es erst nicht gesehen, weil ich nicht mit dem Herzen gedacht habe. Ich habe diesen verdammten Brief mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln untersucht, aber nichts gefunden“, erklärte Eric nun und schaute seine Freunde einen nach dem anderen an. Hätte nur noch gefehlt, dass er die Brille abnahm und damit auf sie zeigte. Er wirkte wie ein Professor, der seinen Schülern die Relativitätstheorie erklärte.
„Hast du ihn auch mit Zauberlösung besprüht, damit die Geheimtinte sichtbar wird?“, fragte Deeks grinsend.
„Zauberlösung, echt jetzt, Deeks?“, rügte Callen seinen Freund und Deeks hob die Augenbrauen.
„Aber du hast ihn sicherlich unter Infrarotlicht gehalten und angefackelt und was Indiana Jones sonst noch so alles mit so einem geheimen Brief machen würde, oder?“, fragte Kensi.
„Indiana Jones hatte kein Infrarotlicht“, korrigierte Sam Kensi.
„Nicht?“
„Nein. Das war ein anderer Film.“
„Und deine Computer haben dir auch nicht geholfen?“, fragte nun Deeks wieder. „Ich bin sicher, die Dinger haben dir allerhand Nullen und Einsen ausgespuckt.“
„Nein. Sie konnten mir auch nichts zeigen, weil da einfach nichts war“, sagte Eric und schaute wieder zu Hetty, die die ganze Szene immer noch amüsiert beobachtete.
„Und nun soll das die Lösung sein? Einfach Freundschaft, Vertrauen und Liebe?“, fragte Nell.
„Ja. Es ist doch ganz klar.“ Er setzte sich wieder hin und legte die Hände auf den Tisch. „Die Briefe haben uns hierher geführt. Sie haben uns wieder zusammen gebracht. Und wenn es nur für einen Tag ist. Aber sie werden uns auch daran erinnern, dass wir in Zukunft nicht mehr so lange warten sollen, bis wir wieder zusammen kommen. Es war nicht der Brief selbst, der mir die Lösung brachte, sondern der Umschlag, den ich die ganze Zeit gar nicht beachtet hatte. Er ist der Umhang, der alles zusammen hält, der Schutz bietet und der alle unter einem Dach zusammen bringt.“ Eric deutete um sich und alle Blicke fielen auf das Haus. Nur nach und nach dämmerte es dem ehemaligen Team was es bedeutete und alle schauten erstaunt auf Hetty. Diese faltete die Hände und sagte:
„Schauen Sie auf Ihre Umschläge, meine Lieben. Dort finden Sie den Code für die Eingangstür dieses Hauses. Und immer, wenn Sie in Zukunft einmal einen Unterschlupf benötigen, so werden Sie ihn hier finden. Außerdem möchte ich, dass Sie sich alle mindestens zweimal im Jahr hier treffen und auf mich anstoßen. Das ist ein Befehl.“ Damit erhob sie ihr Glas und prostete ihrem Team zu.
Zunächst zögerlich, doch schließlich mit einem verstehenden Lächeln nahmen sie alle ihre Gläser und stießen auf den heutigen Tag an. Es klirrte leise, als das Glas sich berührte und allgemeine Zustimmung war zu hören.
„Das hast du gut gemacht“, flüsterte Nell Eric zu und beugte sich zu ihm, um ihm einen Kuss auf die Lippen zu drücken. Eric wurde rot, doch die anderen schienen sich nicht an ihren offenen Liebesbekundungen zu stören.
„Wir sollten gleich den nächsten Termin ausmachen“, schlug Deeks vor und holte sein Handy aus der Hosentasche, öffnete den Kalender und wischte auf seinem Smartphone herum. „Also … ich weiß ja nicht wie es bei euch so aussieht. Was haltet ihr von Thanksgiving? Oder dem Nikolaustag. Ja ich glaube, der Nikolaustag wäre ein gutes Datum oder aber Silvester? Was meint ihr?“ Sam verdrehte die Augen und Callen lachte.
„Ich schick ein Memo an alle mit Terminvorschlägen“, bot Nell an und alle nickten.
„Darf ich mitmachen?“, war da auf einmal eine ziemlich vertraute Stimme vom Eingang her zu hören. Alle Köpfe fuhren herum. Der Mann, der soeben durch den Garten auf sie zukam, hatte ein Lächeln auf dem Gesicht. Sein dunkles Haar hatte ein paar graue Strähnen erhalten, aber ansonsten war er immer noch der Alte.
„Nate“, riefen Sam und Callen im Chor und sprangen auf, um ihren alten Kollegen und Freund zu begrüßen. Sie hatten sich noch viel länger nicht gesehen, als alle anderen zusammen. Nate war oft auf geheimen Einsätzen unterwegs und kam nur ab und zu nach L.A. zurück.
„Was machst du denn hier?“, rief Deeks, stand ebenfalls auf und umarmte Nate spontan. Dieser klopfte Deeks auf die Schulter und rief:
„Nicht so stürmisch.“ Als nächstes kamen Kensi und Nell zu ihm und küssten ihren alten Freund auf die Wangen. Und wer genau hinsah, der konnte sehen, dass Nate unter seiner Sonnenbräune ein wenig errötete.
„Schön, dass du da bist“, sagte Callen und umarmte Nate nun ebenfalls. Sam schlug ihm gegen den Arm und Nate lachte.
„Wie kommt’s, dass wir dich mal wieder sehen dürfen?“, fragte Callen nun.
„Hetty hat mir ne Mail geschickt und mich gebeten, herzukommen“, erklärte Nate und ließ sich bereitwillig von Nell zum Tisch führen. Sie stellte ihm einen Teller vor die Nase und drückte ihm ein Bier in die Hand.
„Warte mal …“, rief Deeks. „… du hast ne Mail gekriegt?“
„Ja, wieso?“, wunderte sich Nate und schaute zu Hetty. Diese hob unschuldig die Hände.
„Hetty! Wieso bekommt dieser Mann hier eine Mail und wir altmodische Briefe?“
„Nun, Gentlemen, ich würde ja sagen, mein Briefpapier war alle, aber eigentlich lag es nur daran, dass Mr. Getz irgendwo im Nahen Osten war, als ich auf die Idee kam, dieses Treffen zu arrangieren. Also der Postweg dorthin ist doch ziemlich lang und ohne Garantie, dass ein Brief tatsächlich ankommen würde.“
„Klingt logisch“, murmelte Deeks.
„Wie ist es dir so ergangen?“, erkundigte sich Kensi nun bei Nate und dieser lächelte, während er zu essen begann.
„Oh… ziemlich gut. Ich bin viel herumgekommen“, sagte er.
„Und, wirst du eine Weile hier bleiben?“, fragte Callen weiter. Nate schaute zu Hetty und die nickte ihm zu.
„Kommt drauf an, was du mir anbietest, G.“ Callen hob eine Braue. Nur allmählich dämmerte ihm, worauf Nate ansprach. Dann holte er tief Luft und sagte:
„Also … ich fürchte ich muss mich erst noch daran gewöhnen, Personalentscheidungen zu treffen. Aber ich glaube, ich kann da was für dich tun.“
„Perfekt.“ Nate hob sein Bier und Callen stieß mit ihm an.
„Na, wenn das nun geklärt ist, schlage ich vor, wir machen es uns noch ein wenig im Garten gemütlich“, rief Deeks und wollte sich gerade in einen der überall herumstehenden Liegestühle werfen, als Charlotta und Donald anfingen zu schreien.
„Ich fürchte, mein Lieber“, sagte Kensi, „du musst zunächst erst mal ein paar Windeln wechseln.“ Sie hielt ihm die Wickeltasche entgegen und er seufzte, machte sich dann aber bereitwillig ans Werk.
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