Welt der Dunkelheit - Nächte am Mississippi River

von Sigarda
GeschichteDrama, Horror / P18
OC (Own Character)
21.01.2019
27.03.2019
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Leila Smith wurde als einzige Tochter des Musiklehrerpaares Anne und Nicholas Smith geboren. Schon früh förderten die Eltern das Talent der kleinen Leila, finanzierten die Geigenstunden, sparten, um Leila eine gute Geige kaufen zu können und opferten ihre Freizeit, um die Tochter zu den zahlreichen Vorführungen und Talentwettbewerben zu fahren. Die Familie lebte in bescheidenen Verhältnissen in einem der ärmeren Vororte New Jerseys, den Blick stets über den Hudson River gewandt, wo die renommierte Juilliard School of Music Ziel ihrer Hoffnungen und Mühen war.

Jeder Cent, den die Familie Smith erübrigen konnte, wurde in Leilas musikalische Ausbildung gesteckt, denn die Tochter sollte das schaffen, wozu das Talent der Eltern nicht ausgereicht hatte: 1. Violinistin in einem der größeren Orchester werden, um mit der Musik ihren und den Lebensunterhalt der Eltern sicherstellen zu können.

Der Tagesablauf der Familie Smith drehte sich daher beinahe 24 Std/Tag, sieben Tage/Woche darum, das Talent der Tochter zu fördern und sie zu immer neuen Leistungen anzutreiben. Zeit für den Schulunterricht, Freunde oder gar andere Hobbies blieb dabei nicht, so dass sich Leila unter den strengen Augen der Eltern zwar zu einer hervorragenden Violinistin entwickelte – innerlich fühlte sie sich jedoch einsam und allein.

Als kurz vor Beginn des letzten Highschool-Jahres das Schreiben von der anderen Seite des Hudson Rivers kam, mit welchem Leila zu einem Vorspielen an der Juilliard eingeladen wurde, schien der Traum der Eltern endlich wahr zu werden. All die Jahre der Arbeit und Aufopferung schienen sich bezahlt gemacht zu haben.

Umso enttäuschter waren sie von ihrer Tochter, als es so anders kam.

Es war zur gleichen Zeit, als Darryl Benson an die Highschool kam und begann, um Leila zu werben. Wie eine Blume unter den Sonnenstrahlen erblüht, erblühte Leila unter der Aufmerksamkeit dieses introvertierten, stillen Poeten. Wie sie war auch er ein Liebhaber der musischen Künste, ein Außenseiter an der Highschool. Nachdem sich die beiden gefunden hatten, ertrugen sie die Highschool besser.

Die Liebe zwischen den beiden brach wie ein Sturm über Leila herein, rückte ihre Prioritäten zurecht und zeigte ihr auf, dass sie unter dem Druck der Eltern drohte die Freude am Geigenspielen zu verlieren. Sie begann sich zu widersetzen und als sie schwanger wurde, wurde ihr klar, dass es Wichtigeres gibt, als Karriere zu machen. Sie wollte ihre Freude an der Musik mit anderen teilen, deswegen liebte sie es so sehr Geige zu spielen. Doch um das zu tun, musste sie keine 1. Violinistin werden.

Für die Eltern von Leila brach eine Welt zusammen, sie setzten ihre Tochter vor die Tür, beendeten jeden Kontakt zu ihr, verweigerten ihr finanzielle Unterstützung. Sie taten als hätte ihre Tochter für sie nie existiert und dennoch: für Leila schien das Glück perfekt, als Darryl sie nach der Highschool heiratete und die gemeinsame Tochter Maddie auf die Welt kam.

Sie ließ das Leben bei ihren Eltern ohne das geringste Bedauern hinter sich und arbeite mit Darryl daran eine gemeinsame Zukunft aufzubauen.

Auch wenn es der kleinen Familie finanziell nicht gut ging und sie sich gerade so mit mehreren Aushilfsjobs über Wasser hielten, hätte Leila nicht vieles ändern wollen. Sie liebte ihre Familie über alles und liebte es, mit ihnen die Musik zu teilen, die ihr das Wichtigste gewesen war. Wenn Maddie zu ihrem Geigenspiel lachte und unbeholfen tanzte, ging für sie die Sonne auf.

Dieses Glück, alles Glück das Leila je empfunden hatte, hielt aber nicht lange, denn wie so oft schlägt das Schicksal hart und unerwartet zu.

Leilas Glück endete abrupt mit der Mitteilung der Polizisten, die in einer verregneten Herbstnacht vor ihrer Tür standen, um ihr mitzuteilen, Darryl und Maddie wären tödlich mit dem Auto verunglückt. Wie in späteren Ermittlung der Polizei herausgefunden wurde, handelte es sich hierbei aber nicht um einen Unfall sondern um einen Mordanschlag bei dem Darryl das Ziel und der Tod Maddies billigend in Kauf genommen worden war.

Darryl hatte bei einem seinen Kellnerjobs mehr mitbekommen als gut für ihn gewesen war. Rechtschaffen wie er war, hatte er die Vorkommnisse der Polizei gemeldet und sich bereit erklärt, gegen die Verbrecher – Mitglieder der Mafia wie Leila später erfuhr – als Kronzeuge aufzutreten. Er wurde jedoch von korrupten Polizisten verraten und anstatt ihre Aufgabe als Freund und Helfer zu erfüllen, teilten sie der Mafia alles Nötige mit, was diese brauchte um den unliebsamen Zeugen aus dem Weg zu räumen.

Leila konnte nicht begreifen, was dies zu bedeuten hatte...

Die Wochen nach dem Unglück, die Beerdigung, der Prozess in dem sie als Kronzeugin gegen die Mafia und die korrupten Beamten der Polizei aussagte, die Zeit im Zeugenschutzprogramm, all das erlebte Leila wie als wäre sie in Watte gepackt, eine Marionette ohne jegliches Gefühl, ferngesteuert. Selbst die Geige, die ihr bisher in den schwersten Situationen Kraft gespendet hatte, nahm sie nicht mehr zur Hand.

Es war als wäre sie lediglich ein Schatten ihrer selbst, eine leere Hülle, tot.

Doch sie war nicht tot und die Gefühle kamen zurück. Sie kamen in der Nacht zurück, als dieser düstere Herr zu ihr in die Bar kam, um sie nach ihrem Chef Herrn Antoine Savoy zu fragen und um sie zu warnen, sie solle die Bar schließen und so schnell wie möglich das Hotel verlassen. Und als die Gefühle zurück kamen, kamen sie mit aller Gewalt zurück...