Narben der Vergangenheit [ Partner-FF ]

von magicsoul
GeschichteAbenteuer, Drama / P16 Slash
Albus Dumbledore Credence Barebone Gellert Grindelwald Newt Scamander OC (Own Character) Pickett
21.01.2019
08.12.2019
2
9140
1
Alle Kapitel
noch keine Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
1. Kapitel - Move


England; Hogwarts
"Tadaaa, wir sind da!", flötete Charles als der kompakte Jet der X-Men am Rande eines nahegelegenen Waldstücks, des Hogwarts Institutes landete.
Es dauerte noch ein paar Minuten bis die Motoren verstummten und die Ausstiegsrampe langsam ausfuhr. Voller Vorfreude nahm Charles die Räder seines Rollstuhls in die Hand und rollte die Rampe hinab auf einen kiesigen Fußweg. Frustriert verzog er kurz das Gesicht - der Kiesweg war für ihn und seinen Rollstuhl eher unvorteilhaft. Doch als er den Blick hob und in der Nähe das riesige, prachtvolle Gebäude der Zauberer-schule erblickte begann er zu strahlen.
"Wunderschön! Seht euch das an!", rief er seinen Begleitern zu.
Hank und Raven kamen ebenfalls aus dem Jet geschlendert und nahmen die Schule in den Blick. Auch sie waren beeindruckt, hielten ihre Faszination aber eher zurück, ganz im Gegenteil von Charles, der von dem Anblick gar nicht genug kriegen konnte.
"Eins verstehe ich noch nicht so ganz", setzte Hank an, "Sie hätten doch auch einfach hier anrufen können oder per Cerebro kommunizieren können, wozu also der ganze Aufwand persönlich hier anzureisen?"
Charles lachte laut auf und rollte langsam und geschickt den Kiesweg entlang, ohne Hank direkt zu antworten.
"Weil er unbedingt hier hin und alles selbst sehen wollte.", erklärte Raven es ihm dann doch.
Hank nickte als hätte er die verworrenen Gedanken des Professors verstanden und fügte hinzu:
"Zurück in die Heimat also! Wann waren Sie das letzte Mal in England?"
Charles seufzte und für einen Moment wurde er nostalgisch.
"Das ist schon sehr lange her, Hank.", antwortete er.

Sie kamen der Schule immer näher.
"Diese Leute hier sind alle Zauberer... Und sie wissen nicht das wir kommen...?", begann Hank erneut. Er schien ein wenig nervös. In der Tat war er noch nie einem Zauberer tatsächlich begegnet. Er hatte schon viel von ihnen gehört, schließlich waren sie so etwas wie seine Vorfahren aber getroffen hatte er noch keinen.
Allwissend tippte Charles sich gegen die Schläfe und erklärte kryptisch lächelnd:
"Oh doch, ich habe unser Ankommen grade angekündigt! Und mach dir nicht allzu viele Sorgen, Hank, sie unterscheiden sich größtenteils nur durch ihre Fähigkeiten von uns."
Raven schüttelte vorwurfsvoll den Kopf und holte den Professor ein.
"Für dich brauch man Nerven aus Stahl.", seufzte sie.

Albus Dumbledore stand mit Newt Scamander auf der Brücke von Hogwarts und wartet. Die Nachricht Charles Xavier kam plötzlich und unerwartet.
"Und das sind wirklich Mutanten, Professor?", fragte Newt, der seinen Niffler auf der Schultern hatte.
"Ja, das sind sie, Newt", antwortete Albus lächelnd und sah nun eine kleine Gruppe auf sie zukommen. Das mussten sie sein.
Albus trat einen Schritt nach vorne und sagte mit einem charmanten Lächeln:
"Willkommen in Hogwarts. Es freut mich endlich persönlich mit Ihnen zu reden."
Albus deutete auf Newt:
"Das ist Newton Scamander, Zoologe für magische Geschöpfe."
Die gepflasterte Brücke entlang zu rollen war für Charles gleich wesentlich angenehmer und leichter gewesen, so das nun nichts mehr seine Freude bremsen konnte.
Er lehnte sich in seinem Stuhl vor, griff nach der Hand des anderen Professors und sagte grinsend:
"Vielen Dank, dass Sie uns so kurzfristig empfangen!"
Er nickte auch Newt begrüßend zu.
"Es freut mich wirklich außerordentlich diese Schule einmal persönlich zu besichtigen. Dieser Ort gleicht einer Legende, ich habe schon so viel davon gehört und auch von Ihnen!", erklärte er weiter und konnte gar nicht mehr aufhören zu strahlen. Er zeigte auf die blonde Frau zu seiner linken Seite und stellte sie vor:
"Das ist Raven, meine Schwester und das ist Dr. Hank McCoy, ehemaliger CIA-Wissenschsftler für... Einfach Alles. Er ist außerdem noch nie einem Zauberer begegnet."
Raven und Hank sahen von Charles zueinander und wechselten skeptische Blicke miteinander aus. Charles war Feuer und Flamme und dennoch erinnerte er sie mehr an seine eigenen Schüler.
"Charles...!", zischte Hank eindringlich. Der Professor sah zu dem Wissenschaftler auf und nickte schnell.
"Oh, richtig", warf er ein, "Hank, Raven, das ist Professor Dumbeldore und einer der Professoren dieser faszinierenden Schule!", erklärte er.
Raven trat einen Schritt vor uns musterte Newt und dessen Niffler aus ihren blauen, geheimnisvollen Augen. Forsch aber mit einem sachten Lächeln auf den Lippen sagte sie:
"Magische Geschöpfe, also?! Klingt nach einer netten Umschreibung für 'absonderlich'. Gefällt mir."
In Albus Büro setze sich die kleine Gruppe und Albus ließ mit seinen Zauberstab fünf Teetassen auftauchen und für den Niffler eine Schale mit Milch.
Das sanfte Geschöpf krabbelte von Newts Schultern und schnuppert an der Schüssel und begann zu trinken.
"Also, was führt sie nach Hogwarts?", fragte der Zauberer und lächelte freundlich.
"Ich hoffe doch das es keine Unannehmlichkeiten in der Schule gibt."
Noch immer strahlend und breit grinsend saß Charles dem anderen Professor gegenüber, zu seiner Rechten saß Hank und beobachtete faszinierend und zugleich ehrfürchtig, die Zauberkünste von Dumbeldore, während Raven aufmerksam durch den Raum schlenderte und sich umsah.
Charles nahm die Teetasse in die Hand und sagte wohlwissend an Hank gewandt:
"Englischer Tee ist genauso wie deutsches Bier - es gibt nichts besseres. Genieße die Zeit hier, Hank, sicher kommen wir so schnell nicht noch einmal wieder hier her. Hier kannst du eine Menge lernen."
Hank nickte und murmelte:
"Vorallem was vom schlechten Wetter..."
Charles lachte, wandte sich dann aber an Albus und erklärte:
"Nein, nicht doch. Keine Probleme mit der Schule aber wir sind wegen einem Problem hier, das ist richtig und sehr schade. Gerne, wäre ich aus einem anderen Grund hergekommen aber, Professor, wir brauchen Ihre Hilfe."
Charles wandte sich um und sah auffordernd zu Raven, die vortrat und fort fuhr:
"In erster Linie geht es um Erik Lensherr, er ist wieder aufgetaucht und es sind keine guten Nachrichten um ihn. Es scheint als hätte er seine Familie verloren - Frau und Kind und nach meinen Informationsquellen nach hat er sich mit jemanden namens Grindelwald zusammen getan. Charles, hielt es für eine gute Idee herzukommen und Sie um Hilfe zu bitten."
Sie sah zu ihrem Kindheitsfreund und dieser nickte.
"Sie wissen besser als ich, wie gefährlich Grindelwald ist. Ich bin sicher, die hiesigen Medien übertreiben da nicht und das tun sie auch nicht bei Erik. Er ist gebrochen und verloren und ich mache mir große Sorgen was aus ihm wird, wenn wir nichts unternehmen. Erik ist niemand der den Schmerz einfach akzeptiert... Er wird sich rächen wollen."
Die Freude und das Strahlen war aus Charles Gesicht gewichen, stattdessen zeichneten seine Gesichtszüge Ernst und Unbehagen.
"Was der Professor sagen will ist, wenn Sie sich wirklich zusammen tun, dann ist das Ende der Welt kaum noch aufzuhalten. Alleine gegen die zwei gefährlichsten Wesen der Welt kommen wir nicht an.", fügte Hank vorsichtig hinzu.
Charles blickte von Hank zu Dumbledore und mit eindringlichen Blicken sagte er:
"Wir brauchen Ihre Hilfe um sie beide aufzuhalten und Schlimmeres zu vermeiden."
Albus versteifte sich, als er Gellerts Namen hörte. Nicht schon wieder.
"Ich kenne Gellert, Charles, aber ich kann nichts gegen ihn unternehmen. Ich kann Ihnen helfen, aber ich kann nichts gegen ihn unternehmen...", sagte Albus und er verkrampfte sich,. Er schloss die Augen als er Gellerts Gesicht vor seinem inneren Auge sah. Sein blondes Haar und seine Augen und sein Lächeln...!
Er spürte ein Stich, als ob ihm jemand ein Dolch in sein Herz gerammt hätte.
"Ich kenne Gellert gut genug um zu wissen, dass Erik in Gefahr ist."
Charles Blick ruhte prüfend auf Albus und er machte ein nachdenkliches Gesicht und nickte verständnisvoll. Dumbledore schien nicht wohl zu sein und auch Charles beschlich ein ungutes Gefühl.
Manchmal waren ihm seine eigenen Fähigkeiten so selbstverständlich, dass sie ihm unbewusst waren und manchmal verbanden sie ihn ganz automatisch mit dem Geist anderer - grade dann, wenn er sich besonders auf sein Gegenüber konzentrierte.
Und somit spürte auch Charles jenen stechenden Schmerz in seiner Brust.
Er lehnte sich in seinem Stuhl zurück, verzog ein wenig das Gesicht und faste sich an die schmerzende Brust.
"Wie... Wieso können Sie nichts gegen ihn unternehmen?", fragte Hank vorsichtig und sah ratlos zwischen den beiden Zauberer hin und her.
Raven trat noch näher an die Zauberer heran und verschränkte die Arme vor der Brust. Missmutig musterte sie Albus und erwiderte forsch:
"Soll das heißen wir sind den ganzen Weg umsonst her gekommen? Dass wir hier nur unsere Zeit verschwendet haben?!"
"Raven.", ermahnte Charles sie mit sanfter Strenge. Der Druck in seiner Brust nahm zu, ihre Worten lösten in Albus wohl noch größeren Schmerz aus.
"Nein, Charles, mit guten Worten und Hoffnung kommen wir hier nicht weiter. Er hat es selbst gesagt, Erik ist in Gefahr und jetzt will er uns nicht einmal helfen sie aufzuhalten. Und ich beginne daran zu zweifeln, dass du das auch willst. Du hast nicht einmal versucht Erik in Cerebro zu finden!", rief sie aufgebracht. Sie machte sich große Sorgen um Erik und dennoch war Charles nicht in der Lage ihr darauf zu antworten.
"Ja, weil Erik genau, dass erwarten würde. Er ist nicht dumm, sicher hat er sich schon seinen Helm zurück geholt, da kommt nicht einmal Cerebro dran.", bemerkte Hank und sah von den Zauberern zur der blonden Frau auf.
Raven verdrehte entnervt die Augen, wandte sich ab und stieß die Tür auf.
"Ich warte draußen. Macht schnell, damit wir was effektives unternehmen können.", raunte sie und verließ das Büro.
Sobald Raven gegangen war atmete Charles auf und entspannte sich langsam wieder. Er hatte sich selbst in den Gedanken von Albus ertappt und ehe er genaueres erfahren konnte, verließ er die Gedankenwelt des Professors wieder. Genaueres ging ihn nichts an, er war schon jetzt viel zu weit gegangen.
Hank blickte von ihm wieder zu Albus und erklärte:
"Entschuldigung, sie ist sehr temperamentvoll und macht sich große Sorgen..."
Seine Stimme war leise und voller Unmut. Dass sie sich um Erik sorgte schien Hank nicht zu gefallen, dennoch bemühte er sich um Höflichkeit.
"Nicht doch, Hank. Du brauchst dich nicht dafür zu entschuldigen wer sie ist. Sie meint es gut und hat Angst.", erklärte Charles mit ruhiger Stimme.
Er sah auf und in seinem Blick lag tiefes Mitgefühl. Er versuchte das Zittern in seiner Stimme zu kontrollieren als er sanft aber bestimmt sprach:
"Ich verstehe, wenn Sie sich Grindelwald nicht stellen wollen. Ich kann Ihren Schmerz fühlen und es tut mir so Leid, was auch immer passiert sein mag. Wir wollen Grindelwald und Erik nicht bekämpfen oder gar töten, wir wollen sie nur stoppen. Tun wir das nicht, hieße dass das Ende der Welt. Helfen Sie uns Erik aufzuhalten und stehen Sie und beratend zur Seite, wenn wir uns um Grindelwald bemühen. Aber ganz alleine gegen beide schaffen wir es nicht. Wir brauchen Ihre Hilfe und wenn ich könnte, würde ich dafür auf die Knie gehen und sie anflehen. Somit bitte ich Sie; helfen Sie uns die Welt zu retten."
"Egal was ist, Professor, ich werde Ihnen helfen", sagte Albus müde.
"Aber ich spreche aus eigener Erfahrung, stellt man sich Gellert in den Weg, sterben Menschen.", in diesem Moment sah Albus sich wieder als Jugendlicher, wie sein Bruder den toten Körper seiner Schwester im Arm hielt und er selbst stand nur daneben - er und Gellert hatten sich angesehen und er konnte Gellerts Blick erkennen: Entsetzen und abgrundtiefer Hass.
es war seine Schuld gesessen, er hatte seine Schwester umgebracht. Nicht einmal Gellert trug die Schuld daran. Nur er. Er alleine.
Er spürte den kalten Schweiß auf seiner Stirn und er musste Haltung bewahren.
"Bitte merken Sie sich eines: Gellert ist mächtig, gefährlich und kann Menschen manipulieren. Wir müssen vorsichtig."
Er erhob sich und ging im Büro auf und ab, starrte aus dem Fenster und meinte:
"Aber er ist kein Monster . "
Charles Blick wich gen Boden. Grüblerisch fasste er sich ans Kinn, auch ohne seine Fähigkeiten ein weiteres Mal einzusetzen erkannte er, dass den anderen Professor von noch mehr Schmerzen geplagt wurde.
"Ich danke Ihnen.", sagte Charles, den Blick noch immer nachdenklich am Boden.
"Und ich denke Sie haben Recht. Sicher ist er kein Monster. In dieser Welt gibt es keine Monster, es gibt sie nur in unseren Gedanken.", fügte er mit sanfter Stimme hinzu.
In der Tat war es noch nicht allzu lange her, da plagten ihn seine ganz eigenen Monster. All die Stimmen in seinem Kopf und die Schmerzen in seiner Brust hatten ihn damals zerbrochen. Aber er hatte gelernt, all dies zu akzeptieren, auszuhalten und daran zu wachsen - das war es was er seinen Schüler beibringen wollten; dass sie lernten an ihren Fähigkeiten zu wachsen.
Leise seufzte Charles, nahm die Räder seines Rollstuhls und drehte sich elegant um zu Albus, der melancholisch aus dem Fenster starrte.
"Es gibt nur verwirrte Seelen. Wer einmal stolpert, die Orientierung verliert, ist nicht gleich für immer verloren. Manchmal brauchen wir alle ein kleinen wenig Hilfe.", sagte er mit weicher Stimme und lächelte.



"Entschuldigen Sie mich bitte.", sagte Newt, nahm seinen Niffler und ging auf den Korridor und sah sich nach der blonden Frau um, die er am Fenster entdeckte.
Sofort kam Newt zu ihr und sah sie an, sagte aber kein Wort. Er war schon immer schüchtern gewesen was andere Menschen anging, nie hatten sie ihn verstanden. Weder Theseus, ja sogar Leta hatte ihn nie verstanden.
"Es ist schön, nicht wahr?", fragte der junge Mann vorsichtig.
"Soll ich Ihnen meinen Lieblingsplatz zeigen?"
Raven war so tief in ihren Gedanken versunken, dass sie den jungen Zoologen, der an ihre Seite getreten war, erst gar nicht bemerkte. Erst als er ihr eine andere Aussicht anbot, schreckte zu kurz zusammen und sah ihn an. Sie bemerkte auch das kleine maulwurfartige Tier, dass an ihm herumkletterte und einen kleinen Grashalmen, der sie aus seiner Brusttasche heraus anblinzelte. Verwundert musterte sie den Mann vor sich und die seltsamen Wesen an ihm, nickte dann aber.
"Wirklich? Sie haben nur einen Lieblingsplatz?", fragte sie, ohne eine Antwort darauf zu erwarten. Sie ließ ihren Blick noch einmal durch die hohen Flure schweifen und mit einem schwachen Lachen fügte sie hinzu:
"Für Charles und Hank scheint das hier ein einziger ganzer Lieblingsort zu sein. Aber das passt auch zu ihnen."
Sie seufzte leise. Sowie sie Charles und Hank kannte würden sie noch ewig mit dem Professor reden, da konnte sie sich auch etwas herumführen lassen durch die Zaubererwelt, die sie genauso verachtete, wie die Menschen es taten.
Wie Charles es schon sagte, so schnell würde sie sicher nicht noch einmal wieder herkommen...
Sanft sanft holte Newt Pickett aus seiner Brusttasche und sagte lächelnd:
"Wir haben einen Gast Pickett, sei freundlich!"
Doch Pickett streckte ihm die Zunge heraus und verkocht sich wieder in der Brusttasche.
"Sie müssen ihn entschuldigen, eigentlich mag er Gäste.", entgegnete Newt schmunzelnd und ging mit Raven durch die Gänge.
"Natürlich ist Hogwarts schön, aber ich hatte in meiner Schulzeit Schwierigkeiten mich anzupassen."
Beide gingen in den Innenhof und kamen an den See an und langsam setze er sich und beobachtete den Riesenkraken der an ihnen vorbei schwamm.
Der frech kleine Grashalmen brachte Raven doch noch zum lächeln. So seltsam das kleine Tierchen auch war, irgendwie fand sie es niedlich, vor allem wie der Zoologe mit ihm umging - so pur, voller Respekt und liebevoll.
So wie sie ihm folgte schüttelte sie verständnisvoll den Kopf und erwiderte:
"Schon gut, ich verstehe, wenn er nicht allzu viel von mir hält. Diese Wirkung habe ich auch viele Leute."
Die hochstehende Frühlingssonne warf ihre goldenen Strahlen auf die glitzern Wasseroberfläche - ein wirklich schöner Anblick und ein ruhiger Ort. Der Zoologe - sie meinte sich zu erinnern, dass er Newton hieß - hatte Recht behalten.
In einem anderen Leben hätte, dass auch ihr Lieblingsplatz sein können. Sie vergrub ihre Hände in die Taschen ihrer dunklen Hose und folgte mit ihren blauen Augen ebenfalls den Riesenkraken, sowie es Newton tat, der sich längst niedergelassen hatte. Für einige Augenblicke schwieg sie , dann flüsterte sie:
"Seltsam... Ich dachte ich hätte schon Alles gesehen und dann wird man doch wieder überrascht."
Überrascht war sie auch von Erik gewesen als sie hörte, dass der Mann, der einst so voller Hass und Wut war, sich tatsächlich verliebt und sogar eine Tochter hatte. Und trotz der Überraschung hatte sie sich auch wenig gefreut.
So etwas wie Freude, oder zumindest innere Seelenruhe, empfand sie auch jetzt an diesem friedlichen Ruhe und dieses Gefühl war ihr schon so fremd geworden, dass es ihr seltsam vorkam.
"Wie kann es Ihnen schwer gefallen sein, sich hier anzupassen? Sie sind hier doch unter Gleichgesinnten.", fragte sie. Und erst als sie ihre Worte zu Ende gesprochen hatte, sah sie zu ihm, dann setzte auch sie sich langsam.
Newt schüttelte den Kopf und sah sie nicht an.
"Viele meiner Zauberer-Kollegen verachten die Tierwesen, hielten mich für verrückt weil ich sie liebe..."
Newt sah in das Wasser und erinnerte sich an seine Schulzeit - nicht alles war schlecht gewesen in Hogwarts, aber seine soziale Inkompetenz hatte ihm viel Schwierigkeiten bereitet.
Als Newt in seinem fünften Schuljahr seinen Niffler fand, der aus seinem Wurf Verstoßen wurde, wurde alles anders.
Doch Theseus machte ihm das Leben noch immer schwer - sie waren zwei Brüder aber unterschiedlich wie Tag und Nacht.
Während sein älterer Bruder mit guten Noten nach Hause kam und sogar Vertrauensschüler von Hufflepuff wurde, war Newt hingegen verträumt und das einzige Fach in dem er gut war war Verwandlung und Pflege magischer Geschöpfe.
"Ich mag keine Menschen. Menschen sind grausam, sie verstehen nicht und wenn sie nicht verstehen haben sie Angst und wenn sie Angst haben greifen sie zu Waffen.", sagte Newt und streichelte seinen Niffler und vergaß schon fast ihre Anwesenheit.

Stumm lauschte sie den Worten des Mannes und lächelte ein wenig.
"Verrückt finde ich gut.", murmelte sie so leise, dass sie sich selbst kaum reden hören konnte. Sie zog die Beine an und schlang ihre Arme um die Bein, ihr Kinn legte sie auf die Knie und starrte weiter auf das funkelnde Wasser.
Newton hatte Recht, die Menschen wussten sich nicht anders zu helfen als mit Gewalt. Sie hassten was sie fürchteten und schürten dadurch nur noch mehr Angst. Sie ertappte sich dabei, wie sie Erik in ihren eigenen Gedanken wieder erkannte. In dem Punkt hatte er wohl Recht gehabt, die Menschen würden die Mutanten niemals akzeptieren. Sie hatte seine Abneigung gegen die Menschheit immer verstanden aber niemals teilen können - nicht so wie er. Sie hassten die Menschen nicht, liebte sie aber nicht so wie Charles es tat. Sie waren ihr größtenteils egal, sie wollte nur ihrer eigenen Rasse ein bisschen Gerechtigkeit verschaffen.
Mit leiser Stimme erklärte sie:
"Mein ganzes Leben hab ich versucht so zu sein wie sie, mich anzupassen. Es... Es hat eine Ewigkeit gedauert bis ich verstanden habe, dass ich das gar nicht muss..."
Sie seufzte kaum hörbar.
"Keiner von uns sollte je versuchen sich an die Gesellschaft anpassen oder verstecken zu müssen. Die Gesellschaft, die Menschen, sollten sich bemühen uns zu akzeptieren - nicht nur uns Mutanten, auch..."
Sie drehte den Kopf in Newts Richtung und blickte von dem Mann zu dem kleinen Tierchen, welches die Zuneigung des Mannes sehr zu genießen schien. Ein zufriedenes Lächeln schlich sich auf ihre schmalen Lippen.
"Auch solche Wesen...!", fügte sie mit weicher Stimme hinzu.
Lächelnd sah er Raven an und legte den Kopf schief und wirkte ein wenig verträumt.
"Ich versuche die Zauberer über diese Wesen aufzuklären und mir wurde sogar erlaubt, ein Exemplar meines Buches für die Muggel zu veröffentlichen", erklärte Newt und streichelte seinen Niffler gedankenverloren.
"Wenn Sie eines Tages mal Lust haben zeige ich Ihnen meine Tierwesen."
"Ihr Buch ?", echote Raven und klang überraschter als sie es war.
Im Grunde aber erinnerte Newt sie an Charles - dieser grenzenlose Optimismus und das Ideal seinesgleichen aufzuklären, sie quasie zu belehren und zu leiten.
Sie erkannte viel in Newt wieder was ihr vertraut war und was sie liebte, zum Teil auch sich selbst und damit auch Dinge, die ihr gar nicht gefielen. Der Zoologe schien eine interessante Person zu sein auch, wenn er das selbst gar nicht zu bemerken schien. Er wirkte so unscheinbar und doch verbarg sich hinter seinem schüchternen Grinsen ein gefestigter Charakter.
Newts verträumtes Lächeln färbte auf Raven ab und ebenso sacht lächelte sie - zum ersten Mal seit einer Ewigkeit, ganz ungezwungen - und gab ein wenig in ihrer Konzentration nach.
So wie sice Newt mit ihren Blicken fokussierte, färbten sich ihre Augen für einen Wimpernschlag gelb, dann war die Kontrolle wieder ihr's.
Sie senkte den Kopf, starrte zu Boden und nickte leicht.
"Ja, sicher doch... Das würde ich gerne, zu einem anderen Zeitpunkt.", antwortet sie leise.
Die Art und Weise, wie Newt über seine Wesen sprach weckte bei ihr tatsächlich Interesse.
Newt sah sie an und legte leicht den Kopf schief und sagte:
"Ich will, dass man diese Wesen versteht."
Newt klopft leicht gegen seinen Koffer, den er neben sich stehen hatte.
"Ich hoffe doch sehr das Sie lange hier bleiben werden."
Er schmerzte ihn immer noch das Tina abgereist war um ihre Schwester zu suchen und Theseus war auch nicht lange geblieben - Letas Verlust schmerzte ihn ebenso und Jacob?
Newt hatte keine Ahnung wo sein Muggel-Freund war und nun freute er sich doch über die Gesellschaft dieser Menschen... oder Mutanten.
Es war als würde ein Schalter in ihrem Kopf umgelegt werden. Und das wohlige, friedliche Gefühl welches Raven, an diesem Ort und neben Newton sitzend verspürt hatte, war wie weggeweht, mitsamt einigen restlichen Frühlingsblättern, die der Wind von den Baumkronen nahm, weil die Morgenkälte sie längst getötet hatte.
Hierbleiben und sich vergnügen? Nein, das war keine Option. Sie war aus einem guten Grund hier und nur weil Charles und Hank sich von ihrer Faszination ablenken ließen, musste das nicht auch für sie gelten. Raven hatte ein klares Ziel vor Augen und dem würde sie nachgehen.
Sie sprang wieder auf die Beine und schüttelte energisch den Kopf.
"Nein, wir werden gar nicht hier bleiben. Wir sind hergekommen wegen Erik und wenn uns von Ihnen niemand helfen will, dann gibt es keinen Grund noch mehr Zeit hier zu verschwenden.", sagte sie mit fester und kühler Stimme. Sie hatte die Mauer um ihr verletzliches, nachdenkliches Inneres wieder aufgezogen.
"Es wird Zeit das Charles und Hank sich von hier verabschieden.", fügte sie knapp hinzu und wandte sich von Newt ab, der noch immer am Boden saß.
Auch Newt sprang auf und sah sie lange an. Er fühlte Ärger in sich aufkommen. Wollte sie nicht sehen, das ihr Freund - Erik - in Gefahr war und das Grindelwald zu allem bereit war?
"Sie kennen Grindelwald nicht! Er...er...hat...-", doch weiter kam Newt nicht. Ihm brannten die Augen und er wandte sich ab.
Er wusste, das Gellert kein Monster war - Albus hatte es ihm erzählt.
"Was hat dieser Grindelwald Ihnen angetan, dass Sie so sehr auf unsere Hilfe hoffen?!", fragte Raven ungehalten.
"Meine Jugendliebe getötet.", sagte Newt und ihm wurde jetzt erst bewusst, was er für Leta empfand.
Ohne sie nochmal anzusehen, ging er über das Schlossgelände.
​​​
Raven sah ihm nach, wie er in traurigen, schnellen Schritten über das Schulgelände stapfte. Alleine blieb sie zurück.
Er hatte jemanden verloren, den er liebte - das war offensichtlich, aber wer hatte das nicht? Ein anderer Gedanke beschlich ihren eisernen Geist.
War es Rache die er wollte?
Aber Charles hatte es bereits gesagt, sie waren nicht hier um jemanden zu töten oder jemand anderen zu dessen Rache zu verhelfen. Sie waren hier um zu helfen; in erster Linie um Erik zu helfen. Töten würde sie niemanden. Dazu war sie nicht fähig. Früher hatte sie anders von sich gedacht, früher hatte sie sich zu sehr von Erik beeinflussen lassen. Aber sie würde nicht zulassen, dass ihr Hass auf die Menschen und Zauberer, die Verzweiflung, ihre Seele zerfressen würden, wie sie es bei Erik taten, und deshalb musste er auch immer gerettet werden.
Sie hatte das alles auf die harte Tour lernen müssen, dafür wusste sie nun wer sie war.
Raven nahm ihren Blick von Newts Rücken und sah zur Seite. Es nervte sie. Sie nervte sich selbst, dass sie immer jeden retten wollte. Auch Newt - den sie kaum kannte, der ein Zauberer war, hatte sie mit eben jenen doch keine guten Erfahrungen gemacht.



"Erik...?", flüsterte sie leise als ihre Sicht jemanden einfing, der unauffällig aber in großen, schnellen Schritten die hohen Mauern des Schulgebäudes entlang lief. Ja, sie erkannte ihn nur zu gut; den großen, muskulösen Mann mit den hellen Hosen, dem langen, grauen Mantel und dem metallenen Helm auf dem Kopf, der ihn vor jeglichen telepathischen Kräften schützen – sogar vor den aller stärksten.
Erik erhob sich nur wenige Schritte weiter selbst in die Luft und Raven erwachte aus ihrer Fassungslosigkeit. Sie schreckte auf und stürmte einige Schritte voran, während sie ihre natürliches, blaues Aussehen annahm.
"Erik!!", brüllte sie laut über das Schulgelände, doch er hörte sie schon nicht mehr, schwebte in diesem Augenblick um eine Ecke.
Ravens gold-gelben Augen folgten ihm bis sie ihn nicht mehr sehen konnte. Hilfesuchend sah sie sich um, nach dem Zauberer mit dem sie eben noch so friedlich am See gesessen hatte. Und während sie so nackt da stand schimmerte ihre entblößte, schuppige Haut in dem klaren Schein der Frühlingssonne und auch ihr stechend rotes Haar wirkte in dem Licht nur noch knalliger.
Alarmiert war Newt herumgewirbelt und erblickte mitten auf dem Schulgelände jenes blaues Wesen. Auf der einen Seite verwirrt und auf der anderen Seite neugierig kam er zu ihr geeilt und erkannte die blonde Frau an ihren Gesichtszügen.
Mit einigen schnellen Blicken musterte er sie und als er erkannte, dass sie plötzlich nackt war. Blitzartig schoss ihm die Röte ins Gesicht und sein Blick huschte auf.
Sie sah... anders aus – auf eine faszinierende, schöne Weise. Ob es mehrere solcher Mutanten gab?
Ravens Unruhe lenkte ihn von seinen Gedanken ab.
„Was ist denn?“, fragte er vorsichtig aber mit Spannung in der Stimme. Raven wandte sich zu ihm und packte ihn fest am Arm. Eindringlich sah sie ihn auf ihren bernsteinfarbenen Augen an und appellierte an ihn:
„Erik ist hier. Ich habe ihn gesehen, er ist grade dort rauf. Wir müssen so schnell es geht wieder zurück zu Charles!“
Newt nickte, nahm Raven an die Hand und zückte seinen Zauberstab.





__________

Heeey, und da ist das versprochene erste Kapitel. Ehrlich gesagt kann ich an dieser Stelle gar nicht genau sagen wann bzw. ob es überhaupt je ein zweites Kapitel geben wird, aus Gründen die ich selbst nicht wirklich verstehe... Aber ich wollte euch die Idee bzw. den Ansatz dieser FF trotzdem nicht vorenthalten, weil ich sie bis hier ganz gelungen finde und auch Spaß daran hatte.
Außerdem musste ich das auch irgendwie für mich selbst tun.
Wie gesagt, ich weiß an dieser Stelle nicht was aus der FF wird, vielleicht schreibe ich sie ja irgendwann mal alleine weiter, wenn ich sicherer mit den Charakteren, aus Phantastische Tierwesen bin.

In diesem Sinne;
über Kritik, einfach nur Lob, Fragen, Ideen und Vorschläge freuen wir uns wie immer sehr!
LG Katy ( && Janine )
Review schreiben