Narben der Vergangenheit [ Partner-FF ]

von magicsoul
GeschichteAbenteuer, Drama / P16 Slash
Albus Dumbledore Credence Barebone Gellert Grindelwald Newt Scamander OC (Own Character) Pickett
21.01.2019
08.12.2019
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Prolog


„Die menschliche Seele lebt im Verborgenen,
und wenn sie zerbricht geschieht das komplett lautlos.
Es gibt kein Krachen und Klirren wie bei Porzellan oder Glas.
Erst wenn es bereits zu spät ist, sieht man die Scherben.“

- Wulf Dorn in Dunkler Wahn




Polen
„Ist es das, was du von mir willst?! Ist es das, was ich bin?!“


Die Sonne war noch nicht ganz untergegangen als die frische Frühlingskälte, die leblosen Körper jener Polizisten erklomm, deren Leichen in dem grauen Laub kaum noch auffielen. Und auch die tote Frau und ihr totes Kind wurden, nach und nach, Opfer der Kälte, nachdem das Leben aus ihren zierlichen Körpern gewichen war.

Erik schloss die Arme noch fester um seine Liebsten. Sie regten sich nicht.
Etliche Stunden waren schon vergangen in denen Erik sein tränenüberströmtes Gesicht in das Haar seiner Tochter vergrub und die Faust um das Medaillon, mit dem Foto seiner Eltern schloss, sodass sich dessen scharfe Kanten schmerzhaft in seine Haut schnitten – ein vergleichsweise schwacher Schmerz.
Seine gebrochene Seele pendelte irgendwo zwischen unbändiger Wut und erschütternder Trauer und führte ihn auf den Pfad tiefer Verzweiflung.
Und die Verzweiflung packt ihn unerwartet mit eisigen Händen, bohrt sich unnachgiebig durch seinen Verstand, um sein Leben einmal mehr in Schutt und Asche zu legen.
Er schluchzte leise in die Stille des Waldes hinein, in dem nicht einmal mehr das zwitschern eines Vogels oder das rauschen der Blätter zu hören war – ganz so als wolle die Natur seine Trauer um die Tragödie, die an diesem Abend geschah, kund tun.

Aber was geschehen war, war nicht Eriks Schuld gewesen. Es waren die
Menschen, die ihm wieder alles weg genommen hatten.
Die Menschen waren Schuld – sie waren es immer.

Ein Licht erhellte den Weg des Mannes, der seinen Zauberstab in der Hand hielt.
Es war kalt. Ungewöhnlich kalt für den Frühling, doch die Kälte machte ihm nichts aus. Es erinnerte ihn an seine Schulzeit in Durmstrang, aber diese Kälte war nichts im Vergleich zu der Temperatur, die sich ihm hier bot. Gellert Grindelwald ging durch den kleinen Wald und sah sich wachsam um. Er konnte sich nicht erwischen lasen. Er durfte nicht.
Nach einigen Metern sah er eine Gestalt, die am Boden saß und er richtete seinen Zauberstab auf ihn und nun erkannte er einen Mann, der den leblosen Körper eines Mädchen und einer Frau im Arm hielt.
"Hallo...", sagte Gellert prüfend und trat nun zu ihm.

Erik zitterte am ganzen Körper als eine fremde Stimme sein Gehör erreichte. Er vermochte nicht zu sagen ob es Wut oder Kälte war. Die Wut jedoch schlug in Hass um und fest biss er die Zähne aufeinander. Langsam hob er den Kopf und erkannte ein grelles Licht, welches es ihm unmöglich machte durch den Tränenschleier, die Person dahinter zu erkennen.
Er krallte sich an die Kleidung der Toten in seinen Armen und die Faust, in der er das Medaillon hielt öffnete er leicht.
"Wer bist du...?", murmelte er mit tränenerstickter Stimme.
Erik ließ wieder Kopf hängen und lehnte seine Stirn gegen die seiner Tochter.
"Verschwinde besser.", knurrte er als er beschloss, dass es ihm egal war.

Gellert trat nach vorne und drückte ihm seinen Zauberstab in die Seite und sagte:
"Mein Name ist Gellert Grindelwald."
Der blonde Mann hatte noch seinen Zauberstab an ihn gedrückt und fügte herrisch hinzu:
"Und an deiner Stelle erweist du mir Respekt!"

Eriks Atmung wurde flacher und ruhiger. Die spitze die sich in seine Seite bohrte störte ihn nicht. Das war kein Schmerz, den er als solchen empfand. In Gedanken wiederholte er den Namen des Mannes und der Griff um seine tote Familie lockerte sich, sodass sie ihm langsam aus den Armen rutschten. Er richtete sich etwas auf und sein verwirrter Blick suchte nach etwas halt am Boden.
Er spürte den warmen Atem des Anderen an seinem Ohr als sein Blick auf das Massaker fiel, welches er allein angerichtet hatte. Das Medaillon in seiner Hand zitterte unruhig, wie eine Waffe, die augenblicklich entsichert werden konnte.
"Ich kenne dich.", murmelte Erik leise.
Langsam hob er den Blick und sagte nun mit fester Stimme:
"Ich habe schon von dir gehört und es ist mir egal."
In seinen Augen lag tiefer Hass, Verzweiflung und Finsternis. Und mit einer provokanten Kälte in der Stimme fügte er hinzu:
"Tu dir keinen Zwang an, wenn du mich umbringen willst."

Ein flüchtiges Lächeln huschte über Gellerts Gesicht - wollte er nicht, vorerst.
"Ich kann dir helfen, aber du musst mir helfen.", vorsichtig setzte er sich neben Erik.
"Ich habe das Werkzeug, mit dem man Tote wieder erwecken kann und das werde ich für dich tun, wenn du mir hilfst."
Sanft strich Gellert dem Mädchen über das Haar und seltsamerweise erinnert es ihn an Ariana.

Für eine Weile sah Erik ihn stumm an, diesen Mann, diesen Verbrecher dem er selbst ziemlich ähnlich war. Er atmete ruhig aber schwer und konnte nicht recht begreifen, was er sagte.
Dieser Mann hatte ihm angeboten seine Tochter zu retten -
seine Nina und obgleich Erik daran zweifelte, dass er ihm die Wahrheit sagte, war da noch dieses Gefühl von Rache. Rache die zu ihm gehörte, wie seine Fähigkeiten, welche er zum leben brauchte wie Luft und Wasser.
"Die Menschen haben das getan. Und sie werden dafür bezahlen, so oder so. Ein solches Versprechen wird mich nicht aufhalten. Was willst du von mir? Warum ich?"

"Die Muggel sind grausam und ich habe von euch Mutanten gehört. Meine Welt verachtet euch aber ich erkenne deine Macht. Und wenn du mir hilfst, dann bekommst du deine Tochter wieder.", sagte Gellert und lächelte. Er hielt seinen Zauberstab in der Hand und sein Blick ruhte weiterhin auf den gebrochenen Mann.
"Die Muggel...?", wiederholte Erik leise. Langsam fügten sich seiner verworrenen Gedanken in eine überschaubare Reihenfolge und er begann zu verstehen. Er mustete den blonden Mann und sein Blick fiel auf den Zauberstab und für einen Moment betrachtete Erik nur diesen ehe er wieder auf seine Frau und seine Tochter sah, die noch immer in seinem Arm lagen. Er sah auch an sich selbst herunter und konnte schon gar nicht mehr unterscheiden welches sein eigenes Blut und welches das seiner Liebsten war.
Er schloss fest die Faust um das Medaillon in seiner Hand und als er sie wieder öffnete war das schöne Schmuckstück zu feinen Staub zerfallen und rieselte auf den Waldboden. Das Foto was darin gewesen war, viel leise zwischen die Blätter am Boden.
"Deine Welt...", flüsterte er und strich sanft mit dem Daumen über die Wange seiner Tochter.
"Es wird Zeit das sich endlich etwas ändert.", sagte er entschlossen. Erik sah zu Grindelwald auf und hakte auffordernd mit trockener Stimme nach:
"Du weißt wer ich bin? Du weißt, dass ich ein Mutant bin? Muss ich dir noch erklären worin meine Gabe besteht oder kommen wir direkt zur Sache?"
Gellert lächelte und spielte mit seiner Phiole die an einer Kette hing.
"Ich würde vorschlagen, das dass wir direkt zur Sache kommen", sagte Gellert und zog ihn auf die Beine.
"Ich schlage vor wir verschwinden von hier deine Liebsten musst du hier lassen wir können sie nicht mitnehmen", erklärte Gellert und sah Erik an, der widersprechen wollte, doch der
Blonde hob die Hand.
"Keine Angst, ich werde dafür sorgen, dass man sie nicht finden wird und, dass sie sicher sind."
Er hob seinen Zauberstab und die toten Körper der Frau und des Mädchens flogen hoch in die Luft und verweilten dort. Gellert murmelte etwas vor sich hin und ein helles Licht kam aus der Spitze seines Zauberstabs.
"Das war ein Muggel-Abwehrzauber. Die Muggel können hier nicht mehr hin, solange ich es erlaube.", erklärte Gellert und packte Erik am Arm.
"Nicht jeder verträgt das Disapparieren. Ich hoffe du kannst es.", mit diesen Worten verschwanden beide Männer und landeten in einem großen Haus.



Österreich
Nachdem der Zauberer über das weitere Vorgehen entschieden hatte und sich um Eriks Familie gekümmert hatte, fand er sich innerhalb weniger Sekunden an einem ganz anderen Ort wieder. Sein Blick fiel aus einem großen Fenster und der Anblick einer hellen, bergigen Landschaft erbot sich ihm. Polen hatten sie also verlassen. Ein leises Seufzen verließ Eriks Lippen, wahrscheinlich wusste nicht mal Gott, wo ihn dieser Zauberer hingebracht hatte aber so wie er sich umsah, in dem großen, edlen Raum, empfand er dies als gar nicht so übel.
Erik trat einen Schritt vor und stützte sich sogleich gegen eine Wand. Übelkeit kroch langsam seine Kehle hinauf und er hatte ein flaues Gefühl im Magen als würde dieser sich wild drehen.
"Tu das nie wieder.", murmelte er und schloss kurz die Augen, nur um sich wieder zu fangen und einen Moment Kraft zu schöpfen.
Er vertrug derartige Reisemethoden nicht - einmal mehr bekam er das zu spüren.

Erik kannte den Namen Grindelwald nur flüchtig - vom Hören-Sagen, aber er verstand nun die Skepsis jener, die diesen Namen einst ausgesprochen hatten. Dieser Mann kam ihm seltsam vor und doch schien er ihm helfen zu wollen.
"Also ...", setzte Erik langsam an, "was jetzt?"
In seiner Stimme lag ein gewisses Misstrauen, das nur von der Kälter, der Art und Weise wie er sprach, untermalt wurde.
"Was ist das hier? Deine Festung?", hakte er noch genauer nach.
Gellert setzte sich auf einen der Stühle und sagte:
"Wir befinden uns in Österreich und, das ist meine Basis. Ich werde nicht lange hier bleiben. Mein Ziel ist Deutschland. Hier lebt noch eine Frau und ein Junge und solltest du dich dem Jungen nähern wirst du es bereuen."
Der Zauberer konnte nicht riskieren, das Aurellius in unnötige Gefahr kam und der Obscurus sich wieder meldete. Dies musste er vermeiden. Vorerst.
Mit einem amüsierten Gesichtsausdruck betrachtete er Erik und sagte:
"Ich habe dir doch gesagt, dass es manche nicht beim ersten Mal vertragen und wir werden wohl so reisen müssen, es sei denn du kannst Teleportieren, was ich stark bezweifle, Magneto."
Erik lächelte zufrieden als Grindelwald ihm bei seinem wahren Namen nannte und widersprach ihm nicht.
Magneto. Ja, das war sein Name. Er war Magneto - das Monster was Sebastian Shaw und die Menschen aus ihm gemacht hatte und jetzt, einmal mehr, würde er es der ganze Welt zeigen.
Ein leises Lachen verließ seine Kehle.
Grindelwald erschien ihm nach wie vor seltsam, aber dieser Mann schien zu wissen was er tat und mit wem er sie umgab. Er erschien Erik wie ein Mann mit klaren Zielen und Struktur und genau das sagte ihm zu.
Und dennoch, so viel dieser Mann zu wissen schien, über ihn und seine Spezies, schien er ebenso viele Geheimnisse zu haben.
"Ein Junge?!", wiederholte Erik mit gerunzelter Stirn.
"Er scheint etwas Besonderes zu sein, sonst würdest du ihn nicht versuchen zu beschützen."
Ein flüchtiges Grinsen huschte über sein Gesicht. Wer auch immer dieser Junge war, er musste große Macht haben.
Aber Erik nickte zustimmend.
"Nun gut. Österreich... Und nach Deutschland willst du..."
Das hatte einen bitteren Beigeschmack und riefen in ihm unweigerlich Erinnerung ins Bewusstsein.
Und dann fiel ihm etwas wichtiges ein.
Er schlenderte einige Schritte durch den Raum ehe er zu erklären begann:
"In der Tat, Teleportieren kann ich nicht. Die Fähigkeiten vieler Mutanten sind längst nicht so umfangreich wie die der Zauberer aber effektiver. Ich habe damals in New York etwas zurück gelassen, an dem ich sehr hänge. Ich werde es mir zu erst zurück holen."
Erik war fest entschlossen. Es würde sicher nicht lange dauern bis alte Freunde auf ihn aufmerksam würden und das Charles Kontakt zu ihm aufnahm musste er unbedingt vermeiden. Sicher, würde er ihn versuchen davon abzuhalten - von all dem was nun geschehen würde.
"Nun, da ich Staatsfeind-Nummer 1 in New York bin, können wir nicht dorthin, so Leid es mir tut aber das riskiere ich nicht. Ich werde nicht meine Freiheit für dich riskieren, Erik!", erwiderte Gellert. Als er an New York und an das Ministerium dort, dachte spürt er kalten Hass in sich aufkommen.
"Unser Ziel wird Deutschland sein", sagte er fest.
"Und was ist mit dem Jungen auf sich hat und wer der Junge ist, das geht dich nichts an. Noch nicht. Der Junge ist besonders und unterliegt meinem persönlichen Schutz."
Gellert spielte weiterhin in seiner Phiole schwang seinen Zauberstab und ließ zwei Gläser mit Wein erscheinen.
Ruhig aber bestimmt schüttelte Erik den Kopf.
"Nun in New York lieben sie mich auch nicht grade aber ich muss dorthin zurück, eben genau weil mir auch etwas an meiner Freiheit liegt.", sagte er und ging ruhig einige Schritte auf Gellert zu. Er setzte sich in einen Stuhl ihm gegenüber, betrachtete ruhig die Weingläser und sah den blonden Mann dann mit einer kühlen Eindringlichkeit an.
"Ich frage nicht um Erlaubnis, ich werde mir holen was mir gehört und ich werde es alleine tun.", sagte er und lehnte sich in seinen Stuhl zurück.
"In diesem Fall brauche ich deine Hilfe nicht, du kannst mich also gehen lassen und nach Deutschland vorgehen. Ich werde nachkommen sobald ich habe, was ich brauche und es wird nicht lange dauern. Du musst mir nicht vertrauen, denn du bist mein Ziel, so oder so werde ich dir folgen."
Erik musterte die kleine metallene Phiole, die an der Brustasche Gellerts befestigt war. Dann nahm er das Glas mit Wein vom Tisch.
"Du willst doch nicht, dass sich andere meiner Spezies in deine Angelegenheiten einmischen. Gutgläubig, idealistische Hoffnungsträger, die nur Ärger machen ...! Und der Junge interessiert mich nicht, so lange du dein Versprechen einhältst."
Er öffnete seine Hand und eines der Gewähre, welches an der Wand befestigt war erzitterte. Einige der großen Kugeln lösten sich aus dem Magazin und wurden von Erik angezogen als seien sie magnetisch. Ruhig lagen sie in seiner Hand. Er sah von ihnen zu Grindelwald auf und erklärte lächelnd:
"Die werde ich mir ausleihen."
Er schloss die Faust fest um die Kugeln, hob das Glas und hielt es Gellert auffordernd entgegen. Mit den Gedanken an seine Familie, die er bald wieder bei sich haben würde.
"Was also verschlägt dich nach Deutschland?"
Gellert nahm nicht sein Glas, sah aber fasziniert die Kugeln und sagte:
„Ich will mein Ziel erreichen und dafür braucht man Anhänger. Deswegen will ich nach Deutschland."
Mit einem Blick auf die Phiole erwiderte er:
"Wenn du so frei wärst auch in England vorbei zu schauen? Ich habe auch dort etwas vergessen. Seit Jahren. Und ich brauche es."
Seine Stimme klang merkwürdig angespannt und Gellert kämpfte mit sich, dass man die Sehnsucht nicht daraus hören konnte.
Gellert stieß nicht mit ihm an. Erik war es egal. In Ruhe nahm er sich einen Schluck des guten Weines. Lange schon hatte er nicht mehr etwas derartig Edles zu sich genommen. In Polen lebten er mit seiner Familie arm - arm aber glücklich.
Langsam ließ er die rote Flüssigkeit seine Kehle hinab gleiten und genoss das vitalisierende Gefühl. Er schloss kurz die Augen ehe er das Glas wieder abstellte, dann nickte er und bemerkte auch die Anspannung, die den anderen Mann einnahm.
"England? Das liegt quasi auf dem Weg. Aber sicher, kann ich dort einen kleinen Halt machen. Was soll ich dir mitbringen?"
Trotz seiner Bemühungen erkannte Erik, dass Gellert sein Anliegen wichtig war.
Ein ruchloses Lächeln schlich sich auf sein Gesicht.
"Ich will, dass du nach Hogwarts gehst - lass die Schule bitte am leben. Ich will, dass du mir jemanden mitbringst, dieser jemand ist Albus Dumbledore. Wir waren in unsrer Jugend sehr nah miteinander."
Er musste sich zwingen diese Worte auszusprechen, spuckte sie beinahe aus. Alleine der Gedanke an Albus und an seine Jugend ließen seine Gefühle, die er immer im verborgenen hielt, verrückt spielen.
Erik beobachtete die Regungen und das Verhalten des Mannes ganz genau. Grindelwald schien dieses Thema nicht nur wichtig, sondern in gewisser Weise auch unangenehm zu sein.
Er nickte.
"Ich soll dir also jemanden bringen, nicht etwas. Ich verstehe schon. Eine Schule also..."
Der Gedanke an Charles schien ihn auf Tritt und Schritt zu verfolgen, egal was Erik tat - dabei sollte sein Ziel nicht einmal dessen Schule sein.
Charles und er waren, mehr oder weniger friedlich auseinander gegangen und seit dem hatte sie auch nicht wieder miteinander kommuniziert. Er hatte also nicht vor seinem alten Freund das Leben unnötig zu erschweren, obgleich ihm bewusst war, dass der Weg den er nun beschritt, früher oder später wieder zu ihm führen würde.

Gellert dachte zurück an seine Jugend - an den Sommer, in dem er seine Entscheidung getroffen hatte und diese Entscheidung prägte nun sein ganzes Leben.
"Wenn du in Hogwarts bist musst du aufpassen, nicht jeder kann dort einfach rein oder raus marschieren, wie es ihm beliebt.", erklärte Gellert langsam und er kannte Albus gut genug um zu wissen wie stark die Zauber waren.
"Bring mir Albus und ich verspreche dir, Frau und Kind werden wieder bei dir sein."



New York, Westchester; Xavier Institut
"Raven! Schön dich zu hier zusehen!", rief Charles freudig als er von seinem Bürotisch aufblickte und die blonde Frau in der Tür stehen sah. Es wirkte beinahe so als hätte er ihr Erscheinen kommen sehen. Voller Gewissheit und Gutmütigkeit sah er zu ihr auf. Sie hatte sich kaum verändert. Sie war bloß noch hübscher geworden und erwachsener, das könnte Charles gut erkennen.
Sein Lächeln jedoch stumpfte ein wenig ab als er die Besorgnis in ihren Augen erkannte, auch ohne seine Fähigkeiten einzusetzen.
Sie kam hier her, weil etwas passiert war, weil sie Hilfe brauchte und nicht weil sie ihn oder ihr Zuhause vermisste.
Ein sanftes Lächeln huschte auch über ihr Gesicht als sie ihren Kindheitsfreund so erblickte, dem es trotz der Strapazen der letzten Jahre, gut zu gehen schien und in seiner Rolle als Lehrer und Wegweiser für die vielen Schüler, völlig aufging. Doch ihr Lächeln war verklungen so schnell wie es auf ihrem Gesicht erschienen war.
Sie trat in das Büro des Professors ein und ließ sich auf einem Stuhl, ihm gegenüber, fallen.
"Schön, was du hieraus gemacht hast.", sagte sie.
Charles nickte. Er freute sich über ihre Wertschätzung und erwiderte voller Euphorie:
"Ja, das ist es wirklich und ich plane noch mehr. Das hier soll ein Ort, nicht nur für Mutanten, auch für Menschen werden. Wo sie miteinander lernen und leben können. Ich will eine Brücke zwischen unseren Welten schlagen und nicht so wie die Zauberer es vor uns taten, die ihre Welt verstecken."
Er sah aus dem Fenster, wo sich mehrere Migrantenkinder auf dem Sportplatz amüsierten.
"Sehr idealistisch.", entgegnete Raven und ihre Worte klangen beinahe schon ein wenig zu ironisch. So sehr Charles auch an seinen Träumen festhielt, Menschen und Mutanten zu vereinen; so unrealistisch war dies auch. So wie er sich die Zukunft vorstellte, würde sie niemals existieren. Raven wusste das, sie sah die Welt, wie sie wirklich war.
"Es ist wegen Erik. Wegen ihm bin ich hier. Charles, er brauch unsere Hilfe.", erklärte sie ihre Anwesenheit.
Charles wandte sich von der Aussicht aus dem Fenster ab und blickte zu Raven. Er schien wenig überrascht und auch nicht erfreut.
"Ich weiß.", entgegnete er.
"Ich weiß, dass du nicht wegen mir hier bist."
Raven seufzte und flüchtete mit ihrem Blick an die Decke. Charles hing an ihr, er vermisste sie - sie waren miteinander aufgewachsen und doch fand sie kaum noch Zeit hier her zurück zu kehren. Sie konnte nicht, dieser Ort - der nun eine Schule war - hatte ihr einst das Leben gerettet und doch hatte sie sich hier immer gefangen gefühlt. Erik hatte sie einst befreit, nun brauchte er ihre Hilfe.
"In Polen haben sie ein handvoll toter Polizisten gefunden. Außerdem werden eine Frau und ein junges Mädchen vermisst - Eriks Familie. Er hatte ein Kind, Charles.", erklärte sie ihm.
"Oh mein Gott...", flüsterte der Professor fassungslos. Er sah von Raven auf die Bürotischplatte nieder, fuhr sich ratlos durch sein Haar und blickte dann wieder auf. In seinen Augen lag nun Trauer, schon jetzt fühlte er tiefes Mitleid für seinen alten Freund.
Mit ruhiger Stimme fuhr Raven fort:
"Ich war dort."
Aus ihrer Jackentasche holte sie ein altes Foto und legte es auf den Tisch. Charles betrachtete es. Das Bild zeigte eine Frau und einen Mann im mittleren Alter, in traditioneller jüdischer Kleidung. Charles nahm das Foto an sich.
"Was weißt du noch?", fragte er.
"Nicht viel. Nur, dass er - laut meinen Informanten - sich mit einem Mann namens Grindelwald zusammen getan haben soll.", antwortete sie.
Charles stockte der Atmen und erstarrte. Entgeistert starrte er seine Freundin an. Seine Gesichtszüge zeichneten Entsetzten.
"Charles? Kennst du diesen Mann?"
Der Professor löste sich aus seiner Starre und erklärte kopfschüttelnd:
"Nein, nicht besonders gut. Ich weiß nur, dass er ein Zauberer ist, gefährlich und unberechenbar dazu. Wir sollten dringend etwas unternehmen."
Mit diesem Worten fuhr Charles hinter seinem Bürotisch hervor und aus seinem Büro hinaus auf die breiten Flure. Raven folgte ihm.
"Es ist gut, dass du zu mir gekommen bist. Wir werden Erik finden und ihm helfen. Du hast Recht, er braucht uns - grade jetzt, ganz besonders.", beschloss Charles.
"Was hast du vor?"
"Ich kenne womöglich jemanden, der sich mit Grindelwald besser auskennt als ich. Wir werden ihm einen Besuch abstatten und um Hilfe bitten. Alleine können wir uns beiden nicht entgegen stellen.", erklärte der Professor.






__________

Hallo und herzlich Willkommen zu einem weiteren Crossover von uns ( weil wir ja nicht schon genug haben, mit denen es nicht weiter geht... ) !
Auf das hier freu ich mich ganz besonders, auch wenn dieses Projekt grade ein bisschen auf Eis liegt.
Das erste richtige Kapitel gibt es dann morgen.
Also ich hoffe, dass es euch bis hier hin gefällt und ihr einigermaßen was damit anfangen könnt.

In diesem Sinne;
über Kritik, einfach nur Lob, Fragen, Ideen und Vorschläge freuen wir uns wie immer sehr!
LG, Janine && Katy
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